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Die Auferweckung des Lazarus – Teil 1

Jesu Leben und Lehre, Teil 601/673
18.08.2025Johannes 11,1-10
SERIE - Teil 601 / 673Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 600: Die Auferweckung des Lazarus, Teil 1.

Einführung in die Geschichte von Lazarus und seiner Familie

Heute springen wir auf unserem chronologischen Gang durch die Evangelien vom Lukas ins Johannesevangelium.

 Johannes 11,1: Es war aber einer krank, Lazarus von Bethanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Martha. Maria, Martha und Lazarus sind Geschwister, die in Bethanien leben, einem Dorf nahe bei Jerusalem. Die drei verbindet eine Freundschaft mit Jesus.

Deshalb schreibt Johannes erklärend in Johannes 11,2: Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl salbte und seine Füße mit ihren Haaren abtrocknete, deren Bruder Lazarus war krank. Das Interessante an diesem Vers ist, dass das Ereignis, auf das Jesus hier Bezug nimmt, noch in der Zukunft liegt. Als Leser des Johannesevangeliums kennen wir es eigentlich noch nicht. Es wird erst in Johannes 12,3 beschrieben.

Wenn Johannes trotzdem so formuliert, dürfen wir davon ausgehen, dass er sein Evangelium an Leute schreibt, die ein Vorwissen besitzen. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum er kaum Material verwendet, das von den anderen drei Evangelien behandelt wird. Und wenn er es doch ausnahmsweise tut, wie zum Beispiel bei der Speisung der Fünftausend, setzt er einen ganz eigenen theologischen Schwerpunkt.

Frage: Wenn die Leser Maria schon kennen, warum wird sie hier dann zusätzlich eingeführt? Die Antwort hat mit den sich anschließenden Ereignissen zu tun. Johannes ist es wichtig, dass seine Leser von Anfang an verstehen, wie eng die Beziehung zwischen Jesus und Maria und damit auch zwischen Jesus und den drei Geschwistern ist.

Wenn die beiden Schwestern im nächsten Vers einen Boten zu Jesus senden, dann handelt es sich bei ihnen nicht um Unbekannte. Jesus ist ihr Freund, sie sind Jünger Jesu. Und sie gehören zu den Jüngern, die es so richtig ernst meinen. Sie kennen Jesus, und Jesus kennt sie. Deshalb wenden sich Martha und Maria in ihrer Not ja auch an Jesus.

Die Bitte der Schwestern und Jesu Reaktion

 Johannes 11,3: Da sandten die Schwestern zu ihm und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.

Hier wird deutlich, wie eng die Beziehung zwischen Jesus und den Geschwistern ist. Der "den du lieb hast" bezeichnet Lazarus, und er ist krank. Dabei geht es nicht nur darum, Jesus zu informieren. Lazarus ist so schwer krank, dass nur noch Jesus helfen kann. Genau das wollen die beiden Schwestern: dass Jesus Lazarus heilt. Sie wünschen sich, dass er eingreift und ihren Bruder gesund macht.

 Johannes 11,4: Als Jesus das hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht wird.

Diese Formulierung ist sehr spannend. Obwohl Lazarus sterben wird und die Krankheit zunächst zum Tod führt, ist sie nicht zum Tode bestimmt. Das Ziel, das Gott mit dieser Krankheit verfolgt, ist von Anfang an die Verherrlichung des Sohnes Gottes. Die Herrlichkeit Gottes soll offenbart werden, und der Tod Lazarus’ ist nur ein Mittel dazu. Einmal mehr sehen wir hier, dass die Herrlichkeit Gottes sich dort offenbart, wo der Sohn Gottes außergewöhnliche Dinge tut.

 Johannes 11,5: Jesus aber liebte Martha und ihre Schwester und Lazarus.

Warum betont Johannes diesen Punkt noch einmal? Ganz einfach: Weil Jesus nicht sofort auf die Bitte der Schwestern reagiert.

Jesu scheinbares Zögern und die Bedeutung des richtigen Zeitpunkts

 Johannes 11,6: Als Jesus hörte, dass Lazarus krank sei, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Es wäre naheliegend zu glauben, dass Jesus nicht sofort nach Bethanien geht, weil er die drei Geschwister nicht mag. Doch das ist weit gefehlt. Jesus liebte Martha, ihre Schwester und Lazarus.

Trotzdem bleibt er zwei Tage länger an dem Ort, an dem er war. Genau in diesen beiden Tagen, in denen Jesus nichts unternimmt, um seinen Freund Lazarus zu retten, verstirbt dieser. Johannes 11,7: Erst danach spricht Jesus zu den Jüngern: „Lasst uns wieder nach Judäa gehen.“ Also erst nachdem Lazarus bereits gestorben war, gibt Jesus das Zeichen zum Aufbruch.

Das ist wichtig, weil nun deutlich wird, dass Jesus nicht der Freund ist, der zu spät kommt. Jesus ist der Freund, der von Anfang an nicht heilen, sondern auferwecken will. Deshalb zieht er bewusst erst los, als in puncto Heilung nichts mehr zu erreichen ist.

Die Jünger scheinen das Zögern Jesu anders gedeutet zu haben. Johannes 11,8: Sie sagen zu ihm: „Rabbi, eben suchten die Juden dich zu steinigen, und wieder gehst du dorthin?“ Die Jünger erinnern Jesus daran, dass es in Judäa ein Problem gibt. War Jesus in Galiläa halbwegs sicher, so war das in und um Jerusalem überhaupt nicht der Fall.

Die Jünger haben deshalb auch keine Eile, den Menschen erneut zu begegnen, die vor gar nicht langer Zeit versucht hatten, ihren Meister zu steinigen. Als die Nachricht von der Erkrankung Lazarus’ kam und Jesus nicht sofort aufbrach, war das für die Jünger kein Problem. Keiner von ihnen war erpicht darauf, in den Süden zu ziehen. Keiner wollte gesteinigt werden.

Die Antwort Jesu auf den Einwand der Jünger klingt dann wieder sehr geheimnisvoll. Johannes 11,9: Jesus antwortete: „Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er sich nicht, weil er das Licht dieser Welt sieht.“

Stimmt, der Tag hat zwölf Stunden. Und ja, wenn man am Tag umhergeht, stößt man sich nicht, weil es hell ist. Johannes 11,10: „Wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er sich, weil das Licht nicht in ihm ist.“ Auch das ist wahr. Wer nachts umhergeht, ohne Taschenlampe, Handy oder Straßenbeleuchtung, stößt sich, weil es an Licht fehlt.

Wenn Jesus hier vom Licht in ihm spricht, dann deshalb, weil Licht als etwas verstanden wurde, das uns erfüllt. Aber was will Jesus damit sagen?

Die Jünger fragen ihn, warum er nach Bethanien ziehen will, das nur knapp drei Kilometer von Jerusalem entfernt liegt – direkt dorthin, wo seine Feinde auf ihn warten. Die Antwort lautet: Weil jetzt der rechte Zeitpunkt ist.

Es gibt den Tag und die Nacht, geeignete und ungeeignete Zeitpunkte. Genau jetzt ist ein idealer Zeitpunkt, um nach Bethanien zu gehen. Ideal, um Lazarus von den Toten auferwecken, die Herrlichkeit Gottes zu offenbaren und den Sohn Gottes zu verherrlichen.

Abschluss und persönliche Reflexion

Was könntest du jetzt tun? Kennst du solche Momente, in denen Gott zu einer wirklich wichtigen Bitte Nein sagt? Wie gehst du damit um?

Das war's für heute. Danke Gott für sechshundert Episoden über Jesu Leben und Lehre. Alle Episoden findest du auf www.frogwords.de oder in der App.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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