Serie•Teil 20 / 23Josua - Das Buch des Sieges - Sieg und geistiger Reichtum in Jesus Christus
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Rückkehr unter dem Segen und die Frage nach dem Erbe
Wir sind stehen geblieben in Joshua 22, und zwar nach Vers 6. Die zweieinhalb Stämme werden ermahnt, dem Herrn die Treue zu halten, und kehren unter dem Segen von Joshua zurück.
Vers 7: Und die eine Hälfte des Stammes Manasse hatte Mose in Baschan ein Erbteil gegeben. Aber seiner anderen Hälfte hatte Joshua mit ihren Brüdern diesseits des Jordan, gegen Westen, ihr Erbteil gegeben. Das sehen wir hier in Manasse: da in Baschan. Jetzt haben wir Manasse auf der anderen Seite. In Baschan haben sie ihr Erbteil bekommen, aber die andere Hälfte von Manasse hat hier im eigentlichen Land Kanaan das Erbteil bekommen.
Und weiter: Und als Joshua sie nach ihren Zelten entließ, da segnete er auch sie. Und er sprach zu ihnen und sagte: Kehrt nach euren Zelten zurück mit vielen Reichtümern und mit sehr vielem Vieh, mit Silber und mit Gold und mit Erz und mit Eisen und mit Kleidern in großer Menge! Teilt die Beute eurer Feinde mit euren Brüdern!
Interessant: Die gehen zurück und bringen große Reichtümer aus dem verheißenden Land rüber, außerhalb des verheißenen Landes. Also, sie haben dort etwas eingenommen, aber ihr Wunsch war nicht, dort zu leben, sondern auf der anderen Seite. Aber sie hatten dort vieles gewonnen, und das durften sie dann mit ihren Familien, die drüben blieben, teilen. Also bringen sie doch etwas von diesen Reichtümern des verheißenen Landes auf die andere Seite zu denen, die sich begnügten mit: Wir sind gerettet aus Ägypten, und wir haben die Treue des Herrn in der Wüste erlebt, und jetzt sind wir da, aber eben nicht im eigentlichen Reichtum des Landes. Aber sie bringen doch, kann man sagen, geistliche Reichtümer von dort rüber.
Und noch ein Detail: Joshua sagt: Kehrt nach euren Zelten zurück. Die lebten damals immer noch in Zelten, nicht in Häusern. Und man muss eben die Bibel genau lesen. Das finden wir auch noch später, sogar in der Zeit, als Israel das Königtum hatte, findet man diesen Ausdruck, dass gesagt wird, das Volk versammelt sich an einem bestimmten Ort, und dann gehen sie zurück zu ihren Zelten. Das ist sehr interessant.
Wieder ein Beispiel aus der Archäologie, aus der Wissenschaft von heute: Man hat ja viele Dörfer und Städte in Israel aus biblischer Zeit ausgegraben. Und da kam unter Archäologen das Argument auf, die biblischen Zahlen über die Volkszählungen in Israel, über diese Hunderttausenden von Leuten, das kann nicht stimmen, das ist viel zu hoch. Denn wenn wir so die Häuser betrachten, die man finden kann, das ist ein Bruchteil von dem, was eben an Zahlen in der Bibel ausgedrückt wird. Also: Die Bibel ist nicht genau, moderne Archäologie hat das widerlegt.
Was sagt man dann? Der Glaube bleibt dabei, dass das Wort Gottes wahr ist. Und das Wort Gottes bleibt bestehen in Ewigkeit. Die Blume verwelkt, das Gras verdorrt, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit. Jesaja 40,8.
Also lasst die Leute reden. Es wurde einmal jemand gefragt: Was würden Sie machen, wenn Einstein Ihnen beweisen könnte, dass Ihr Glaube falsch ist? Dann sagte er: Ich warte, bis er den Fehler gefunden hat.
Und da ist es eben so: Die Bibel spricht davon, dass auch nach Jahrhunderten, als das Volk schon im Land war – da sind wir immer noch in der Anfangszeit, nicht wahr, in den ersten Jahren, nach sechs Jahren, auch nach Jahrhunderten –, spricht sie davon: Die kehren zurück zu ihren Zelten. Das bedeutet, dass ein großer Teil des Volkes Israel auch in späteren Zeiten so lebte wie Nomaden in Zelten. Und das war vor allem die Oberschicht, die Adligen, die dann innerhalb von Stadtmauern in schönen, festen Häusern lebten.
Man hat archäologisch übrigens festgestellt: Das Typische ist das Vierraumhaus, das typisch israelisch ist. Also als Unterschied zur Kultur der Kanaaniter kommt das Vierraumhaus auf. In Hazor gibt es ein wunderbares Beispiel. Also wenn man eine Israelreise macht, nach Hazor geht, muss man unbedingt neben dem Palast von Jabin auch das Vierraumhaus anschauen und dann auch mit dem Abteil für die Haustiere, also für die Ziegen oder Rinder, ist auch dort zu sehen, und einen offenen Innenhof, wo man auch mit der Feuerstelle kochte, und die vier Zimmer, das Typische.
Allerdings hat man dieses Vierraumhaus dort in Hazor an einer anderen Stelle gefunden. Da kann man auch ein bisschen erklären, wie Archäologie so funktioniert. Man hat das nämlich gefunden, da wo man den Palast von Jabin, dem König zur Zeit von Deborah, Richter 4, gefunden hat. Und Archäologie ist ja immer Zerstörungsarbeit. Ja, mit dem Ausgraben macht man kaputt. Und dann muss man sich entscheiden: Welche Schicht wollen wir so frei stehen lassen, sodass dann auch spätere Besucher und spätere Wissenschaftler das anschauen können? Alles, was man so abgetragen hat, das verschwindet, muss aber fein säuberlich in den Büchern dokumentiert werden. Und dann lässt man etwas stehen, und dort war eben das Vierraumhaus auf dem Palast von Jabin.
Ja, aber jetzt hätte man gerne den Palast von Jabin gezeigt, dann muss das weg, das Haus. Gut, man hat es Stein für Stein abgeräumt und auf dem Tell in Hazor an einer anderen Stelle wieder schön aufgebaut. Und dann kann man das da zeigen: Das ist ein typisches Haus, das man hier in Hazor ausgegraben hat, ein typisches israelisches Haus, nicht kanaanäisch. Aber das stand auf dem typisch kanaanäischen Haus, wo man schön zeigen kann: Holz, Tonziegel und Steine, das ist der typische Baustil der Kanaaniter. Aber man musste das wegräumen und hier wieder aufbauen, um das überhaupt stehen lassen zu können.
In der langen Rede kurzer Sinn: Die Reichen, die Adligen, die Oberschicht wohnten in den ummauerten Städten in schönen Häusern. Und die anderen Leute, die waren in Zelten rundherum. Diese Zelte bleiben nicht über Jahrtausende erhalten. Das verrottet das Holz und die Zeltplanen aus Ziegenhaar, das verschwindet, das findet man archäologisch nicht.
Und dann kommen so gescheite Leute und sagen: Wir haben das untersucht, und viel zu wenig, die Bibel ist falsch. Nein, gute Note in Archäologie, schlechte Note in Bibelkunde. Man muss die Bibel genau lesen, da steht Zelte, und das zeigt, dass viele eben in Zelten lebten, so wie Nomaden. Und wenn es Krieg war, dann durften die in die ummauerten Städte hinein, und dann waren die Städte zum Bersten voll. Und das war natürlich immer eine Gefahr für Seuchen und so weiter, aber da ging es ums bloße Überleben.
So war das eben. Jetzt sind wir nur ausgegangen von diesem Wort Zelten, Vers 8.
Der Altar am Jordan und die drohende Eskalation
Und dann, Vers 9: So kehrten die Kinder Ruben und die Kinder Gad und der halbe Stamm Manasse zurück und zogen weg von den Kindern Israel von Silo, das im Land Kanaan ist, um in das Land Gilead zu ziehen, in das Land ihres Eigentums, in dem sie sich nach dem Befehl des Herrn durch Mose niedergelassen hatten.
Und als sie in die Bezirke des Jordan kamen, die im Land Kanaan sind, da bauten die Kinder Ruben und die Kinder Gad und der halbe Stamm Manasse dort selbst einen Altar am Jordan, einen Altar, groß von Ansehen.
Das bringt Probleme. Wir werden gleich sehen, warum. Wieso bauen die jetzt wieder einfach da einen Altar? Es gibt ja keine biblische Anweisung dazu. Und es gibt ja die Stiftshütte in Silo, dort ist der Altar Gottes.
Und man muss das Problem wirklich sehen. Ich schlage auf: 5. Mose 12. Gott spricht ja 21 Mal von dem Ort, den er erwählen wird im Land, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Und wenn ich lese aus 5. Mose 12, Vers 13: Hüte dich, dass du nicht deine Brandopfer an jedem Ort opferst, den du siehst, sondern an dem Ort, welchen der Herr in einem deiner Stämme erwählen wird; daselbst sollst du deine Brandopfer opfern. Daselbst alles tun, was ich dir gebiete.
Also der auserwählte Ort sollte letztlich dann Jerusalem sein, aber erst ab der Zeit von David, wo Gott eben erklärt hat, dass das der eigentliche auserwählte Ort im Land ist. Aber in diesen Jahrhunderten von Josua bis König David war zur Hauptsache Silo der Ort.
Und jetzt bauen die da am Jordan unten einen Altar. Jetzt haben wir wieder eine Stelle mit Steinen im Buch Josua. Die haben da einen Altar aufgebaut, groß von Ansehen.
Vers 11: Und die Kinder Israel hörten sagen: Siehe, die Kinder Ruben und die Kinder Gad und der halbe Stamm Manasse haben einen Altar gebaut, angesichts des Landes Kanaan, in den Bezirken des Jordan, den Kindern Israel gegenüber. Und als die Kinder Israel es hörten, da versammelte sich die ganze Gemeinde der Kinder Israel nach Silo, an dem Ort, wo der wahre Altar war, um gegen sie hinaufzuziehen zum Krieg.
Und die Kinder Israel sandten zu den Kindern Ruben und zu den Kindern Gad und zu dem halben Stamm Manasse in das Land Gilead den Sohn Eleasars, des Priesters, und zehn Fürsten mit ihm, je einen Fürsten für ein Vaterhaus von allen Stämmen Israels. Und sie waren alle Hauptleute ihres Vaterhauses unter den Tausenden Israels.
Und sie kamen zu den Kindern Ruben und zu den Kindern Gad und zu dem halben Stamm Manasse in das Land Gilead und redeten mit ihnen und sprachen: So spricht die ganze Gemeinde des Herrn: Was ist das für eine Treulosigkeit, die ihr gegen den Gott Israels begangen habt, dass ihr euch heute abwendet von der Nachfolge des Herrn, indem ihr euch einen Altar baut, um euch heute gegen den Herrn zu empören?
Ist es uns zu wenig an der Ungerechtigkeit Peors, von welcher wir uns noch nicht gereinigt haben bis auf diesen Tag, und doch kam die Plage über die Gemeinde des Herrn?
Da verweisen sie auf diese schreckliche Geschichte am Ende der Wüstenwanderung, 4. Mose 25, wo auf den Rat von Bileam hin die Israeliten von den Moabitern zu einem Götzenfest für den Baal-Peor eingeladen wurden. Und da kam es zur Prostitution, eine Katastrophe. Es war Verführung zum Essen von Götzenopfern und zu Unzucht, und das hatte eine schreckliche Plage über sie gebracht.
Und wer war der große Held, der damals wirklich für den Herrn eingestanden ist in dieser Sache? Das war Pinhas, und der ist jetzt hier mit dabei. Pinhas, das ist der Sohn Eleasars; das wäre dann der nächste Hohepriester nach Eleasar, also Aaron, Eleasar, Pinhas. Ein Mann von höchster Qualität.
Und zehn Fürsten der Stämme kommen da, und die sagen: Was ist das? Und denkt mal zurück an dieses Problem mit dem Baal-Peor. Da ist es zu Götzendienst gekommen in Verbindung mit dem Altar von Baal. Und Gott hat eine Plage über uns gebracht.
Jetzt Vers 18: Und ihr, ihr wendet euch heute ab von der Nachfolge des Herrn, und es wird geschehen: Empört ihr euch heute gegen den Herrn, so wird er morgen über die ganze Gemeinde Israels erzürnen.
Die haben verstanden: Wir sind ein Volk. Und wenn jemand im Volk einen bösen Weg geht, dann geht das alle an. Da kann keiner sagen: Das ist meine Privatsache, das geht niemanden etwas an.
Und es gibt wieder solche Leute, die kommen in die Gemeinde und sagen: Das ist meine Sache, ob ich da am Abend mal teilnehme oder nicht. Es steht ja in 1. Korinther 11, ein jeder prüfe sich selbst, sagte mir ein Mann. Und der wollte nicht, dass man mit ihm ein Gespräch führt, um zu sehen, wo er geistlich steht und so weiter. Dann habe ich ihm gesagt, er kann nicht am Brotbrechen teilnehmen. Das ist seine Privatsache, das gehe niemanden etwas an.
Nun, ich wusste, dass der Mann seine Frau zu Hause schlägt. Das geht natürlich gar nicht. Aber er sagt: Ich kann mich selber beurteilen. Es gibt Leute, die können sich eben nicht selber beurteilen, das stimmt gar nicht.
Und die Gemeinde hat eben auch eine kollektive Verantwortung nach 1. Korinther 5. Darum muss ja die Gemeinde, wenn jemand in schwere Sünde wie Ehebruch fällt, ihn ausschließen. Nicht einzelne Brüder, sondern die Gemeinde hat eine gemeinschaftliche Verantwortung, 1. Korinther 5. Und jeder hat eine private, nein, das ist das schlechte Wort, eine persönliche, individuelle Verantwortung. Ein jeder prüfe sich selbst, das ist das normale ABC des Christentums.
Ja, und die Gemeinde hat nicht die Aufgabe, in alle Details des Lebens hineinzusehen. Aber wenn es um schwere, handfeste Dinge geht, dann hat die Gemeinde ganz klar eine Verantwortung.
Und die haben das also verstanden. Das war ja die ganze Sache mit Achan. Israel hat gesündigt, hat der Herr gesagt, es war aber Achan.
Und jetzt nochmals Vers 18: Und ihr, ihr wendet euch heute ab von der Nachfolge des Herrn, und es wird geschehen: Empört ihr euch heute gegen den Herrn, so wird er morgen über die ganze Gemeinde Israels erzürnen.
Jedoch, wenn das Land eures Eigentums unrein ist, so kommt herüber in das Land des Eigentums des Herrn, wo die Wohnung des Herrn weilt, und macht euch ansässig in unserer Mitte. Schön, ich sage Ihnen also: Ihr seid herzlich willkommen! Kommt doch zu uns rüber. Wenn ihr sagt, das ist eigentlich eben doch falsch, wo wir wohnen wollen, dann kommt bitte rüber. Und dort im Land des Eigentums des Herrn, das ist das eigentliche verheißene Land, dort steht die Wohnung des Herrn in Silo, die Stiftshütte. Da haben wir den Altar, und da darf man opfern. Aber empört euch nicht gegen den Herrn und empört euch nicht gegen uns, indem ihr euch einen Altar baut, außer dem Altar des Herrn, unseres Gottes.
Und jetzt die Argumentation: Hat nicht Achan, der Sohn Serachs, Untreue begangen an den Verbannten? Und ein Zorn kam über die ganze Gemeinde Israels, und er kam nicht als Einzelner um in seiner Ungerechtigkeit.
Auch die Verwandten hatten Mitverantwortung. Ja, dort sehen wir, das ist nämlich ein wichtiger Punkt: Die Verwandtschaft ist miteinander verbunden, und zwar so, dass man sich da besonders in der Familie beeinflusst. Das merkt man auch in Gemeinden, wenn man sieht, da ist jetzt so eine Tendenz in der Gemeinde eher so und dort eher so, und dann sieht man oft: Das sind die ganzen Familienclans. Die sehen das so ziemlich ähnlich. Woher kommt das? Und andere sind völlig überzeugt, das ist nicht richtig. Woher kommt das? In der Familie beeinflusst man sich, ob direkt durch Reden oder einfach ganz still durch das, wie man lebt.
Und da hat man eben in der Familie eine Verantwortung. In der Welt spricht man ja von der sogenannten sozialen Kontrolle. Der Ausdruck gefällt mir nicht, denn die Familie ist nicht Technik, aber das ist ein technischer Ausdruck. Aber um klarzumachen, was ich meine: In der Familie, da korrigiert man sich ständig. Und zwar, wenn die Zahnbürste am falschen Ort ist und wenn die Badewanne nicht richtig, vor der Badewanne wurde nicht getrocknet, dann wird das ausgetauscht. Man ist ständig am, ja, am Pfeilen. Oder man könnte auch sagen, aufpolieren, das ist positiver, dann glänzt man besser.
Aber die Familie hat so enormen Einfluss untereinander und beeinflusst sich im Guten wie im Schlechten. Und jetzt versteht man auch, warum Israel darauf besteht: Wenn Terroristen einen Anschlag machen in Israel, dann müssen die damit rechnen, dass die israelische Armee das Wohnhaus zerstören wird. Warum? Weil sie genau wissen: Wenn klar ist, wie die Regel geht, und man macht so etwas Schlimmes, dann hat man Konsequenzen. Und die Angehörigen werden das mittragen müssen, denn die Angehörigen würden sagen: Solches darfst du nicht machen, das ist völlig durchgedreht. Du wirst dich in die Luft sprengen lassen, ja, aber dabei geht es oft so, dass man ihnen sagt: Die Mutter, ich bin stolz, wenn mein Sohn ein Märtyrer wird.
Da hat die Familie enorme Verantwortung, und die werden dazu Verantwortung gebeten. Und in diesem Licht muss man auch die Mitverantwortung der Familie Achans sehen, die mit ihm unter das göttliche Urteil fiel. Ja, und das wird hier nochmals erwähnt: Er kam nicht als Einzelner um in seiner Ungerechtigkeit.
Die Antwort der Oststämme und die Bedeutung des Zeugnisses
Und jetzt die Fortsetzung. Es überrascht. Und die Kinder Ruben, die Kinder Gad und der halbe Stamm Manasse antworteten und sprachen zu den Häuptern der Tausende Israels:
Der Gott der Götter, der Herr, der Gott der Götter, der Herr, er weiß es, und Israel soll es wissen: Wenn es aus Empörung und wenn es aus Treulosigkeit gegen den Herrn geschehen ist, so mögest du uns nicht retten an diesem Tag. Dass wir uns einen Altar gebaut haben, um uns von der Nachfolge des Herrn abzuwenden, um darauf Brandopfer und Speisopfer zu opfern, und wenn um Friedensopfer darauf zu opfern, so möge der Herr es fordern.
Und wenn wir nicht aus Besorgnis vor einer Sache dies getan haben, in der wir sprachen: Künftig werden eure Kinder zu unseren Kindern sprechen und sagen: Was habt ihr mit dem Herrn, dem Gott Israels, gemein? Der Herr hat ja eine Grenze, den Jordan, zwischen uns und euch gesetzt. Ihr Kinder Ruben und ihr Kinder Gad, ihr habt keinen Teil am Herrn. Und so würden eure Kinder machen, dass unsere Kinder aufhörten, den Herrn zu fürchten.
Und so sprachen wir: Wir wollen uns doch daran machen, den Altar zu bauen, nicht für Brandopfer und nicht für Schlachtopfer, sondern ein Zeuge soll er sein zwischen uns und euch, zwischen unseren Generationen nach uns, damit wir den Dienst des Herrn vor ihm verrichten mit unseren Brandopfern und mit unseren Schlachtopfern und mit unseren Friedensopfern und damit nicht eure Kinder künftig zu unseren Kindern sagen: Ihr habt keinen Teil an dem Herrn.
Wir sprachen: Geschieht es, dass sie künftig zu uns oder zu unseren Geschlechtern also sprechen, so werden wir sagen: Seht das Abbild des Altars des Herrn, welches unsere Väter gemacht haben, nicht für Brandopfer und nicht für Schlachtopfer, sondern ein Zeuge sollte er sein zwischen uns und euch.
Fern sei es von uns, dass wir uns gegen den Herrn empören und uns heute von der Nachfolge des Herrn abwenden, indem wir einen Altar bauen für Brandopfer, für Speisopfer und für Schlachtopfer, außer dem Altar des Herrn, unseres Gottes, der vor seiner Wohnung ist, in Silo.
Fällt es auf, wie die sprechen? Da ist eine Würde drin. Nicht wahr, wenn die so Sätze bauen wie ganz am Anfang in Vers 22, dann sagen sie nicht einfach Gott, sondern der Gott der Götter, der Herr, der Gott der Götter, der Herr. Er weiß es. Und Israel soll es wissen. Da merkt man: Die sprechen nicht einfach so schnell, schnell, schnell darauf los, als Reaktion.
Ich meine, der Angriff war schon enorm. Die kommen darüber und sagen: Was habt ihr da für eine Treulosigkeit gemacht? Ja, die können ein Tempo drauf gehabt haben. Aber da merkt man, die sprechen wohlüberlegt. Sie wählen die Ausdrücke. Und als Erstes zeigen sie ihre Achtung vor dem Herrn. Sie sagen: Gott weiß ganz genau, was wir vorhaben. Und seht, wenn wir wirklich etwas gemacht haben, was nicht recht ist, dann könnt ihr auf uns losgehen. Die entwaffnen die förmlich, nicht wahr?
Und jetzt schau mal die Reaktion, Vers 30. Und als Pinehas, der Priester, er wird zuerst genannt, dieser gottesfürchtige Mann voll Eifer für den Herrn, 4. Mose 25, und als Pinehas, der Priester, und die Fürsten der Gemeinde und die Häupter der Tausenden Israels, die mit ihm waren, die Worte hörten, welche die Kinder Ruben und die Kinder Gad und die Kinder Manasse redeten, war es gut in ihren Augen.
Und Pinehas, der Sohn Eleasars, des Priesters, sprach zu den Kindern Ruben und zu den Kindern Gad und zu den Kindern Manasse: Heute erkennen wir, dass der Herr in unserer Mitte ist, weil ihr diese Treulosigkeit nicht gegen den Herrn begangen habt. Nunmehr habt ihr die Kinder Israel von der Hand des Herrn errettet.
Ja, da muss man sich vorstellen: Wenn die jetzt irgendwie auf eine andere Art reagiert hätten, die hätten zum Beispiel gesagt: Was geht euch das an? Wir haben das beschlossen, wir machen das so. Was soll das? Das ist unsere Sache. Ja, dann hätte es sein können, dass die gedacht hätten: So, jetzt müssen wir für die Ehre des Herrn gegen sie vorgehen. Und die hätten sich alle verschuldet, Blutschuld auf sich geladen.
Und jetzt sagt Pinehas: Ihr habt uns gerettet, dass wir nichts Falsches gemacht haben. Die Art und Weise, wie die geantwortet haben. Und die haben sich nicht hinaufgestellt, sondern heruntergestellt: Wir sind sofort bereit. Wir akzeptieren, wenn ihr auf uns losgeht, wenn es berechtigt wäre. Aber schaut, es ist aus Besorgnis geschehen, Vers 24, und zwar Besorgnis um kommende Generationen. Das ist etwas ganz anderes als der Lebensstil, man denkt einfach nur für das Heute und für das Hier, ja? Nachdenken für die nächste Generation und nicht nur für die Gegenwart.
Sie sprechen von den Kindern, die ihre Kinder einmal fragen werden. Die sehen, über die Generationen ist die Gefahr, dass alles abwärts geht. Die ist einfach da. Und Pinehas dankt ihnen, wie sie das Problem da gelöst haben.
Nun, das erinnert mich an eine ganz andere Geschichte, aber die eben Parallelen aufweist: Apostelgeschichte 10. Petrus wird ja berufen, um in das Haus von Cornelius zu gehen, um dort das Evangelium zu verkündigen. Er muss sich im Klaren sein, das war eine unglaubliche Sache. Zu einem Römer nach Hause zu gehen, das ist damals für orthodoxe Juden undenkbar gewesen, und zwar wegen der ganzen Probleme des koscheren Essens. Man kann sich nicht einladen lassen und sagen: Nein, wir essen nichts davon. Nein, nichts. Das geht jetzt einfach nicht. Wenn man eingeladen wird, dann kommen so ein paar Sachen auf den Tisch.
Und so waren die koscheren Gesetze in 3. Mose 11. Die waren von Gott gegeben, um Israel abzusondern von den anderen Völkern. Das wird in 3. Mose auch ausdrücklich gesagt, dass Gott diese Gebote gegeben hat, um sie als heiliges Volk von den Heidenvölkern abzusondern, damit sie eben nicht so den gesellschaftlichen Kontakt suchen und so in den Götzendienst gezogen werden. Diese koscheren Gesetze waren von Gott gegeben.
Aber jetzt muss man sich vorstellen: Nach all diesen Jahrhunderten von Mose kam schliesslich der Herr Jesus, über 1500 Jahre nach Mose. Und Jesus gibt seinen Jüngern den Auftrag: Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium. Und er sagt, sie sollen hingehen, Matthäus 28, und alle Nationen zu Jüngern machen. Wie geht das, alle Nationen? Dann müssten wir am Schluss also, die wussten natürlich noch nichts davon, aber auch nach Tasmanien gehen und zu den australischen Ureinwohnern und zu den Filipinos und zu den Indianern in Amerika. Wie geht das mit koscherem Essen? Das geht irgendwie gar nicht. Weltmission und das ganze Problem mit koscherem Essen, das geht gar nicht.
Nun, bevor Petrus zu Cornelius gehen musste, da hat er eine Vision bekommen. Und es wird ihm gesagt, von Gott her, er soll diese unreinen Tiere, nicht koscheren Tiere, schlachten und essen. Petrus sagt zu Gott: Ich habe noch nie etwas nicht Koscheres gegessen. Er bringt es einfach nicht über sich. Und dann nochmals eine Phase in der Vision. Er sieht das. Ich kann das nicht. Dann denkt er darüber nach, was bedeutet das? Gott sagt, ich darf jetzt nicht koscher essen.
Ja, natürlich, das Gesetz Mose war bis auf den Messias Christus. Der Messias ist des Gesetzes Ende, Römer 10,4, das Ziel und das Ende des Gesetzes. Und Römer 7 erklärt dann, dass jemand so lange unter Gesetz steht, so lange er lebt. Aber weil der Jesus für uns gestorben ist, sind wir dem Gesetz gestorben. Als Juden kann man sagen, wir sind dem Gesetz gestorben, und dann ist man nicht mehr unter dem Gesetz. Das Gesetz gilt nur, solange jemand lebt. Also ist das koschere Essen für Juden seit Golgatha aufgehoben.
Aber das konnte man nicht einfach so schnell umstellen, wenn man von Kind auf nur koscher gegessen hat und plötzlich jetzt das erste Mal so ein Stück Schweinefleisch. Albtraum, Albtraum, sowas, ja. Und jetzt hat Petrus diese Vision, und kurz darauf kommt Besuch. Er soll nach Joppe kommen und dort, nach Cäsarea kommen, Verzeihung, von Joppe nach Cäsarea, um dort eben das Evangelium zu verkündigen, in einem heidnischen Haus. Und er geht. Und er geht in dieses Haus und er predigt. Und die kommen zum Glauben, die empfangen den Heiligen Geist. Und jetzt muss er sie taufen.
Oh, das haben aber nicht alle gleich gesehen. Schlagen wir mal auf Apostelgeschichte 11. Das war schon enorm. Apostelgeschichte 11. Also wunderbar, was da im Haus von Cornelius geschehen ist. Diese Heiden kommen zum Glauben, aber solche Ekklesia-Ereignisse, die hört man dann auch anderswo.
Kapitel 11, Vers 1: Die Apostel aber und die Brüder, die in Judäa waren, hörten, dass auch die Nationen das Wort Gottes angenommen hätten. Das ist schön, nicht wahr? Aber es geht weiter. Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, stritten die aus der Beschneidung mit ihm und sagten: Du bist zu Männern eingekehrt, die Vorhaut haben, und hast mit ihnen gegessen.
Die fragen nicht: Du Petrus, wie siehst du das? Was war da genau? Da kommt der volle Vorwurf, genauso wie bei Pinehas und den Fürsten und den Obersten über die Tausende. Das war so eine ganze Gruppe von Männern. Warum empört ihr euch? Und hier auch so. Er wird in Jerusalem empfangen. Mal vorstellen, er war ein Apostel, und er wird so in Jerusalem empfangen. Die sagen ihm, die streiten mit ihm: Du bist zu Männern eingekehrt, die Vorhaut haben, und hast mit ihnen gegessen.
Und dann heißt es: Petrus aber fing an und setzte es ihnen der Reihe nach auseinander und sprach: Ich war in der Stadt Joppe im Gebet. Und ich sah in einer Verzückung ein Gesicht, wie ein gewisses Gefäß herabkam, gleich einem großen leinenen Tuch an vier Zipfeln herniedergelassen aus dem Himmel usw. Er erklärte, wie Gott ihm gesagt hat, er soll unkoscher essen, und was Gott gereinigt hat, das soll er nicht als unrein betrachten usw. Und dann wieder nachher die Einladung kam, eben nach Cäsarea zu gehen und das Evangelium zu verkündigen.
Und fällt uns auf, wie Petrus spricht? Er spricht nicht so, wie sein Temperament war. Sein Temperament sehen wir immer wieder in den Evangelien, es war temperamentvoll. Er war sehr temperamentvoll. Und jetzt heißt es hier: Petrus aber fing an und setzte es ihnen der Reihe nach auseinander. Und da dreht garantiert nicht ein Temperament durch, denn dann erzählt man nicht der Reihe nach.
Da sieht man: Wenn kleine Jungs oder kleine Mädchen heimkommen aus einem ersten Bibellager und dann wollen die erzählen von all diesen wunderbaren Erfahrungen, dann muss man nicht erwarten, dass die da beginnen: Montagmorgen, da sind wir aufgestanden, und dann kommt irgendwas, irgendwas. Und dann hört man zu, und es ist alles ein bisschen durcheinander. Das ist normal. Aber wenn jemand wirklich beginnt, der Reihe nach die Dinge zu erklären, dann spricht er würdig, überlegt. Und so hat Petrus auf diese harte Reaktion reagiert.
Und schauen wir mal die Reaktion hier. Er sagt noch in Vers 17: Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat, den Heiligen Geist, wie auch uns, die wir an den Herrn Jesus Christus geglaubt haben, wer war ich, dass ich vermocht hätte, Gott zu wehren? Es ist übrigens auch eine Methode, wenn man ruhig spricht mit jemandem, der aufgebracht ist, so zwischendurch Fragen einzubauen. Es können auch rhetorische Fragen sein: Wer war ich, dass ich vermocht hätte, Gott zu wehren?
Als sie aber dies gehört hatten, beruhigten sie sich. So geht das. Eine gelinde Antwort wendet den Zorn ab, sagt das Buch der Sprüche. Das ist genau da. Und noch mehr: Die haben sich nicht nur ein bisschen beruhigt, sondern als sie aber dies gehört hatten, beruhigten sie sich und verherrlichten Gott und sagten: Dann hat Gott also auch den Nationen die Buße zum Leben gegeben.
Schön eindrücklich. Ja, das ist wirklich so parallel mit diesen zweieinhalb Stämmen. Die haben vorbildlich gehandelt, wie man auf Konflikte reagieren muss: ruhig sprechen, dem Herrn die Ehre geben und sich darunter stellen, sich nicht über die Angreifer stellen. Und am Schluss kann es sogar sein, dass ein Dank kommt. Sie dankten damals den zweieinhalb Stämmen, dass die Kinder Israel von der Hand des Herrn errettet wurden, und da haben sie Gott verherrlicht.
Jetzt gehen wir zurück zu Josua 22, Vers 32. Und Pinehas, der Sohn Eleasars, des Priesters, und die Fürsten kehrten zurück von den Kindern Ruben und von den Kindern Gad aus dem Land Gilead in das Land Kanaan zu den Kindern Israel und brachten ihnen Antwort. Und die Sache war gut in den Augen der Kinder Israel.
Da war nochmals eine Klippe. Diese Delegation, gut von hervorragenden, bedeutenden Männern Israels, die hat jetzt die Aufgabe: Jetzt müssen aber die Masse des Volkes Gottes auch überzeugt werden, denn da waren manche wohl auch am Kochen. Und die mussten eben das auch so klar hinüberbringen, und sie konnten es. Und die Sache war gut in den Augen der Kinder Israel. Und die Kinder Israel priesen Gott und sprachen nicht mehr davon, wieder sie hinaufzuziehen zum Krieg, um das Land zu verderben, in welchem die Kinder Ruben und die Kinder Gad wohnten.
Und die Kinder Ruben und die Kinder Gad nannten den Altar Zeuge, denn er ist ein Zeuge zwischen uns, dass der Herr, also Yahweh, Gott ist.
Ein wunderbares Kapitel, das zeigt: Das waren Männer, die wirklich Sorge hatten um die weiteren Generationen. Das ist ein Riesenproblem unserer Zeit. Wie können wir diese Reichtümer, die wir im Wort Gottes gefunden haben, an die nächste Generation weitergeben? Die Aufgabe ist größer als in früheren Generationen. Der Übergang der Generationen war immer kritisch, immer, zu allen Zeiten in der Geschichte, aber ist heute noch kritischer, und ich werde erklären, aus welchen Faktoren, oder versuche zu erklären.
Es ist nämlich so: In der Bibel wäre das ein wunderbares Bibelstudium, der Übergang der Generationen, denn wir finden so viele Beispiele, wo Generationenübergänge zu sehen sind. Nur so als Anregung: Elia, Elisa und in den Königen die Generationsübergänge von Vaterkönig zum Sohnkönig und und und und. Also die Bibel ist ja voll davon. Nur als Anregung, man muss ja auch eben Aufgaben geben für zuhause, nicht nur jetzt im Moment. Also diese Übergänge. Und das hilft uns, Grundsätze zu finden, die wichtig sind: Wie geht es von einer Generation zur nächsten über?
Und ich muss wirklich sagen, diese Übergänge waren immer schwierig. Zum Beispiel Johann Sebastian Bach: Der hat die Musik wirklich zu einem Höhepunkt gebracht in der Mehrstimmigkeit, und er hat ganz komplizierte Fugen geschrieben, wo jede Stimme so ein Eigenleben hat. Und seine Söhne haben gesagt: Unser Vater, das ist übertrieben, die Musik ist zu kompliziert, wir wollen nicht mehr so komponieren. Und die Bachsöhne haben so einen galanten Stil bevorzugt und haben viel einfacher als ihr Vater komponiert. Und es war auch eingängigere Musik. Die Leute hatten mehr Freude an Philipp Emanuel. Er konnte wirklich rassige Klavierkonzerte schreiben, einfach nicht mehr so kompliziert wie die Konzerte von Bach.
Das war so ein kritischer Übergang. Die Kinder hatten nicht genau den gleichen Geschmack wie ihr Vater. Aber wichtig ist: Der Geschmack der Kinder war immer noch schöpfungsgemäße Musik. Da war kein Problem drin in diesem galanten Stil. Der ist galant, der ist schön, ich liebe das. Aber ich liebe auch das Komplizierte von Bach, und das hat auch seine besondere Bedeutung. Aber da war so eine gewisse Spannung im Generationenübergang.
Aber heute ist es noch viel schwieriger. Es ist nämlich so, wenn man sich so überlegt, gerade jetzt die unter uns, die vielleicht dritte, vierte Generation sind von überzeugten Christen: Gehen wir zurück, Großvater, Urgroßvater, der las eine bestimmte Bibelübersetzung, sagen wir jetzt mal Luther-Übersetzung. Und was las der Großvater? Oder nehmen wir an, der las schon die Elberfelder, 1872, ja, die so genaue Elberfelder. Also, der Urgroßvater las die Übersetzung von 1872, und der Großvater las die genau gleiche Bibel. Und schon als Kind begann er, diese Elberfelder zu lesen. Hat sie verstanden? Und dann hat er der nächsten Generation gesagt: Schaut, wenn ihr da Andacht macht am Morgen, könnt ihr damit diese Bibel lesen. Wir haben das auch gekonnt.
Und jetzt heute kommt eine Generation, die sagt: Das verstehen wir überhaupt nicht, diese Sprache. Wir brauchen eine Bibel, die muss so flott klingen wie eine Neue Genfer Übersetzung oder Neue Evangelistische Übersetzung. Aber das ist gar keine Übersetzung, das sind keine Übersetzungen, das sind Übertragungen. Eine Übersetzung übersetzt, was da steht. Eine Übertragung kann das umformulieren, den Satzbau ganz umstellen und kann viele ergänzende Wörter einfügen. Aber die Elberfelder bemüht sich, dass es richtig Deutsch ist, aber doch, man kann erkennen, Wort für Wort hier, was im Hebräischen steht und im Neuen Testament, was im Griechischen steht.
Aber nein, das verstehen wir nicht mehr. Da ist also sprachlich ganz enorm viel gegangen. Der Bruder meiner Frau war Professor für Chinesisch, und der hat vor Jahren schon gesagt: Jedes Jahr, wenn die Studenten kommen, die können schlechter Deutsch als das Jahr vorher. Also solche, die Deutsch als Muttersprache haben. Der spricht nicht von Chinesen, er hat nicht den Chinesen chinesisch beigebracht. Jedes Jahr schlechter, was ist da?
Wir erleben einen dramatischen Wandel in der Sprache und im Sprachgebrauch. Jetzt will ich nicht über alle Gründe, die dazu geführt haben, sprechen. Das weiß man wahrscheinlich selber genügend gut. Das hängt auch mit den neuen Medien und so weiter zusammen. Aber es ist wirklich ein Problem, und darum ist es so schwierig, die biblischen Wahrheiten der nächsten Generation weiterzugeben, dass sie herauskommen.
Da gibt es wirklich junge Leute, die wachsen auf, von Kindsbeinen an, die hören diese Dinge, auch diese Dinge über die geistlichen Reichtümer in der Bibel, und sie checken es nicht. Sie kommen vielleicht schon zum Glauben, aber sie checken: Wir können nichts damit anfangen. Das ist schon ein Problem.
Und hier haben wir diese Generation, allerdings das sind die, die drüben bleiben wollten. Die haben zwar Reichtümer mitgebracht von der anderen Seite, aber die waren auch zufrieden mit weniger. Und die merken: Oh, was wird mit den nächsten Generationen sein? Und die haben gemerkt, der Jordan wirkt sich wirklich aus wie eine trennende Grenze, so wie der Rhein zwischen Deutschland und der Schweiz. Das macht einfach so eine Trennung. Und die haben realisiert, das ist wirklich eine Gefahr, dass dann die nächsten Generationen sagen: Wir haben gar nichts zu tun mit diesem biblischen Glauben.
Das war ihnen so ein Anliegen: Was könnten wir beitragen, dass das weitergeht für die nächsten Generationen? Und sie haben sich gesagt: Machen wir doch ein solches Monument, einen Altar, der nicht als Altar gebraucht wird, aber der soll hinweisen. In Silo, dort müsst ihr hingehen! Und für die Feste mussten sie dann schon rübergehen, dreimal im Jahr war es vorgeschrieben, mussten alle aus dem Ostjordanland rübergehen nach Silo. Dort haben die Feste stattgefunden: Passa, Pfingsten und Laubhütten.
Aber es ist wirklich sehr eindrücklich, dieses Kapitel. Das führt uns jetzt so langsam zum Höhepunkt hin des Buchs Josua und zu dem Abschluss des Lebenswerkes dieses Mannes, der als junger, also relativ junger, mit 40 war er wirklich im Glauben so fit, dass er dem Herrn völlig nachgefolgt ist.
Ja, und jetzt lese ich ein bisschen weiter in Kapitel 23.
Abschiedsrede und Verantwortung der Leiter
Und es geschah nach vielen Tagen, nachdem der Herr Israel Ruhe geschaffen hatte vor allen seinen Feinden ringsum, als Josua alt geworden war, wohlbetagt, da berief Josua ganz Israel, seine Ältesten, seine Häupter, seine Richter und seine Vorsteher, und sprach zu ihnen.
Jetzt berief er also die Verantwortungsträger im Volk Gottes. Das erinnert uns auch wieder an eine neutestamentliche Parallele, nicht wahr? An Apostelgeschichte 20, wo Paulus die Ältesten von Ephesus zu sich rief und ihnen eine Abschiedsrede hielt, eine herzbewegende Rede. Und da gibt es eben ganz erstaunliche Parallelen.
Ich schlage zu Josua als Parallele auf Apostelgeschichte 20,17. Dort heißt es: Von Milet aber sandte er nach Ephesus und rief die Ältesten der Gemeinde herüber. Als sie aber zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: Ihr wisst, von dem ersten Tag an, da ich nach Asia kam. Asia ist eine Provinz in der heutigen Türkei, in der Westtürkei, so groß etwa wie die Schweiz. Und da war eben Ephesus die Hauptstadt. Dort waren auch Smyrna, Pergamos, Thyatira, Sardes, Philadelphia, Laodizea, auch Hierapolis und Kolossä. Das war diese Gegend.
Ihr wisst von dem ersten Tag an, da ich nach Asia kam, wie ich die ganze Zeit bei euch gewesen bin, dem Herrn dienend, mit aller Demut und mit Tränen und Versuchungen, die mir durch die Nachstellungen der Juden widerfuhren. Er war nicht der Mann, der einfach über allem stand, ja? Er hatte so viele Angriffe und Nöte.
Wie ich nichts zurückgehalten habe von dem, was nützlich ist, dass ich es euch nicht verkündigt und euch gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern. Also hatte er verschiedene Arten von Zusammenkünften gehabt: öffentliche Gemeindezusammenkünfte, aber auch ganz private, im kleineren Rahmen. Öffentlich und in den Häusern bezeugte er sowohl Juden als auch Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus.
Der hat noch Buße gepredigt. Und dann den Glauben. Wenn man Buße tut, dann muss man glauben, dass der Herr Jesus alles gut gemacht hat.
Und nun siehe, gebunden im Geist gehe ich nach Jerusalem, nicht wissend, was mir dort begegnen wird, außer dass der Heilige Geist mir von Stadt zu Stadt bezeugt und sagt, dass Bande und Drangsale meiner warten. Aber ich nehme keine Rücksicht auf mein Leben, als teuer für mich selbst, auf dass ich meinen Lauf vollende und den Dienst, den ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium der Gnade Gottes.
Und nun siehe, ich weiß, dass ihr alle, unter welchen ich das Reich Gottes predigend umhergegangen bin, mein Angesicht nicht mehr sehen werdet. Es war wirklich eine Abschiedsrede. Deshalb bezeuge ich euch an dem heutigen Tag, dass ich rein bin von dem Blut aller.
Es ist eine Anspielung auf Hesekiel 3, wo Gott sagt, wenn Hesekiel seine Warnungen von Gott an das Volk nicht weitersagt, dann wird er Blutschuld auf sich laden. Und Apostel Paulus sagt hier: Ich habe keine Blutschuld, warum denn? Ich habe nicht zurückgehalten, euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen.
Das bedeutet: Hätte Paulus nicht die ganze Lehre des Wortes Gottes und nicht nur praktische Rezepte verkündigt, hätte er Blutschuld auf sich geladen. Man muss den ganzen Zusammenhang predigen. Nicht in einem Tag, nicht in einer Woche, aber er war lange in Ephesus, sehr lange, und hat jeden Tag noch Bibelunterricht gegeben, zu den Gemeindezusammenkünften hinzu, in der Schule des Tyrannus, jeden Tag.
Und das hat die Leute übrigens nicht passiv gemacht fürs Evangelium. Innerhalb kürzester Zeit war ganz Asia evangelisiert, heißt es in Apostelgeschichte 19. Alle in Asia hörten das Wort des Herrn. Also Bibelstudium und wirksame Information, das geht Hand in Hand. Das ist nicht gegeneinander.
Euch den ganzen Ratschluss Gottes zu verkündigen: Habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher euch der Heilige Geist als Aufseher gesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, welche er sich erworben hat durch sein eigenes Blut. Denn ich weiß dieses: dass nach meinem Abschied verderbliche Wölfe zu euch herankommen werden, die der Herde nicht schonen, und aus euch selbst werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her.
Unglaublich, diese Aussichten! Diesen Ältesten, dem Herrn hingegebene Männer, die die Qualitäten von 1. Timotheus 3 und Titus 1 aufwiesen, und das ist schon einiges, denen sagt er: Ich weiß, es wird abwärts gehen. Da werden Leute zu euch in die Gemeinde reinkommen, das sind in Wirklichkeit Wölfe, und die werden die Gemeinde zerstören und schädigen. Und sogar aus euch selber werden Leute aufstehen, die beginnen, falsche Dinge zu erzählen. Solche Dinge haben wir erlebt, das gibt es. Das ist schon ernst. Seine Sorge für die weiteren Generationen, genauso wie in Josua.
Und aus euch selbst werden Männer aufstehen und verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen hinter sich her. Macht einen Fluss! Darum wacht und gedenkt, dass ich drei Jahre lang Nacht und Tag nicht aufgehört habe, einen jeden mit Tränen zu ermahnen.
Nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, welches vermag aufzuerbauen und euch ein Erbe zu geben unter allen Geheiligten. Ich habe niemandes Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Der Apostel Paulus konnte sagen: Mir ging es nicht ums Geld. Das wussten sie.
Ihr selbst wisst, dass meinen Bedürfnissen und denen, die bei mir waren, diese Hände gedient haben. Ich habe euch alles gezeigt, dass man also arbeitend sich der Schwachen annehmen und eingedenk sein müsse der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als Nehmen.
Und als er dies gesagt hatte, kniete er nieder und betete mit ihnen allen. Es entstand aber viel Weinen bei allen, und sie fielen Paulus um den Hals und küssten ihn sehr, am meisten betrübt über das Wort, das er gesagt hatte, sie würden sein Angesicht nicht mehr sehen. Sie geleiteten ihn aber zu dem Schiff.
Ja, und so in diesem Ernst diese Abschiedsrede von Josua damals an die Führer des Volkes Gottes. Und da fahren wir heute Abend dann weiter. Wir wollen noch zusammen beten.
Gebet und Blick auf die nächste Generation
Herr Jesus Christus, wir danken dir, dass ein Wort uns die Sorge um die kommenden Generationen aufs Herz legt. Und ganz besonders um die kommende Generation.
Du siehst, wie wir in einer Zeit leben, in der es so schwierig ist, das Wort Gottes verständlich weiterzugeben. Du siehst auch all diese Barrieren, die da sind, sprachlicher Art. Doch es hängt auch zusammen mit den Herzen und mit dem, was sich in den Herzen verändert hat.
Aber, Herr Jesus, wir bitten dich, dass du uns Gnade schenkst, damit wir uns bemühen, das, was an uns liegt, dein Wort so weiterzugeben, dass es auch die jungen Leute wirklich ermutigt, diesen Weg der Entschiedenheit mit dir zu gehen und in deinem Wort zu forschen, bis du wiederkommst. Amen.
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