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Jakobus 2, 9 - Jakobus 3, 13

Jakobus 2,9-3,1301.11.2015
SerieTeil 4 / 6Bielefeld 2015 - Der Jakobusbrief
Ein Glaube ohne sichtbare Liebe ist nur ein leeres Bekenntnis. Und deine Worte verraten schnell, ob Christus in dir wirklich das Sagen hat – oder nur fromme Fassade.
Wir wollen Jakobus 2,9 ab Vers 9 lesen:
Wenn ihr aber die Person anseht, begeht ihr Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter erwiesen. Denn wer das ganze Gesetz bewahren und halten will, aber in einem Gebot fehlt, ist in allem schuldig geworden. Denn der, der sagte: Du sollst nicht Ehebruch begehen, sagte auch: Du sollst nicht morden. Wenn du nicht Ehebruch begehst, aber mordest, bist du ein Gesetzesübertreter geworden. So redet und so handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der nicht Barmherzigkeit übte. Und Barmherzigkeit rühmt sich gegen das Gericht.
Wir haben heute Morgen mit Kapitel 2 begonnen. Es geht in den Versen 1 bis 13 um die Frucht des Glaubens, und in den Versen 14 bis 26 darum, wie wichtig diese Frucht ist. Wir haben gesagt, die Frucht des Glaubens ist Liebe. Das kommt aus diesen Versen deutlich heraus. Man kann das sehr deutlich merken.
Ich habe dann diese letzten Verse noch ganz kurz angesprochen. Es geht hier darum, dass Jakobus, wenn er über das königliche Gesetz gesprochen hat, in Vers 8, das Gesetz der Liebe, jetzt noch ein paar Worte über das Gesetz allgemein hinzufügt. Er sagt: Es kommt nicht darauf an, wie viele Gebote du übertreten hast, sondern gegen wen du das Gebot übertreten hast. Wenn man nur ein einziges Gebot übertreten hat, hat man schon zu viele Gebote übertreten.
Wenn man eine Kette hat und sich an die Kette hängt, was ist besser: wenn ein Glied kaputt ist und reißt oder wenn alle Glieder reißen? Was ist besser? Gar nichts. Beides ist schrecklich, oder? Wenn ich mich dranhänge und nur ein Glied reißt, falle ich trotzdem runter. Genau so ist es mit den Geboten. Er zeigt hier die Wichtigkeit der Gebote Gottes, des Gesetzes. Und es geht eigentlich nur darum, gegen wen wir eigentlich verstoßen.
Er sagt hier: Redet so und handelt so, wie solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Wir haben vorher schon betont, heute Morgen, dass das Gesetz der Freiheit nicht das Gesetz Mose ist. Das Gesetz der Freiheit ist das Gesetz des Königs Jesus Christus, der uns befreit hat. Es ist das Gesetz der Liebe, und wir werden durch dieses Gesetz der Liebe gerichtet. Das heißt, wir werden durch Jesus Christus selbst gerichtet.
Vers 13: Denn das Gericht ist unbarmherzig gegen den, der Nichtbarmherzigkeit übte. Er sagt: Wenn wir schon das Thema Gericht haben, Gericht ist immer unbarmherzig. Wenn du das Gesetz gehalten hast, ist das Gericht immer unbarmherzig. Man muss nach dem Gesetz handeln, Gnade gibt es beim Gesetz nicht. Beim Gericht gibt es nur ein Gesetz. Das Gesetz ist der Maßstab. Da wird der Maßstab angelegt, und der Maßstab ist unbarmherzig. Der Maßstab sagt: durchgefallen oder durchgekommen. Das Gesetz selbst kennt keine Barmherzigkeit. Barmherzigkeit und Gnade gibt es nur bei Jesus Christus.
Und wenn man den Herrn Jesus Christus hat und wenn man diesen Herrn Jesus Christus angenommen hat, dann hat man die Quelle der Liebe in sich. Paulus sagte einmal in Römer 5,5: Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen, oder in unseren Herzen ist die Liebe ausgegossen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist. Also die Liebe, die das Gesetz fordert, die ist in Jesus Christus. Und wenn ich den Herrn Jesus Christus angenommen habe, habe ich den Heiligen Geist bekommen. Dann ist die Liebe dieses Herrn Jesus Christus ausgegossen. Das heißt, ich habe jetzt Kraft in mir. Diese Kraft bin aber nicht ich, sondern diese Kraft ist Christus.
Und so kann ich jetzt, wenn der Herr Jesus in mir wohnt, aus dieser Quelle schöpfen und diese Liebe austeilen, die von dem Herrn Jesus kommt. Und wenn jetzt Liebe da ist, Liebe, die vom Herrn Jesus gewirkt ist, dann kann mir das Gesetz nichts anhaben. Das ist ja die Liebe. Die Liebe rühmt sich gegen das Gesetz. Er sagt hier die Barmherzigkeit, aber Barmherzigkeit ist eine Form von Liebe. Die Liebe, die Barmherzigkeit, rühmt sich gegen das Gericht.
Wenn du das Gesetz gehalten hast, dann kannst du gelassen in die Ewigkeit gehen und kannst jauchzen und dich rühmen. Aber es geht um das Gesetz der Liebe aus Jesus Christus. Das heißt, wenn ich jetzt gläubig geworden bin in Christus, wenn ich die Gnade Jesu Christi habe, dann habe ich die Liebe. Und jetzt darf ich einfach diese Liebe ausleben.
Paulus spricht jetzt hier, was die Praxis betrifft. Wir werden sehen, dass er in einigen Punkten, Jakobus spricht hier, was die Praxis betrifft, und wir werden sehen, dass er in einigen Punkten sehr, sehr scharf wird, weil er merkt, dass Leute sich ausruhen auf dem Ruhekissen: Ja, ich bin ja gläubig, ich habe den richtigen Glauben. Und er bezweifelt, ob wirklich alle diese seine Leser, hier seine jüdischen Leser, wirklich wahrhaft wiedergeboren sind. Wir werden das gleich sehen.
Wer ein neues Leben hat, der hat Jesus Christus, und dieser Herr Jesus Christus wird sich irgendwie auswirken als Frucht des Glaubens. Das wird sich auswirken im Reden, in der Art, wie wir denken, in der Art, wie wir handeln. Es wird sich irgendwie auswirken. Und wenn sich keine Frucht zeigt, wenn die Liebe sich nicht zeigt und nie zeigt sich Liebe, wenn einfach nichts zu finden ist, dann muss derjenige sich fragen, ob er wirklich Christ ist. Und das möchte Jakobus hier ansprechen. Es geht um Liebe, es geht nicht um irgendwelche Regeln, es geht um die Liebe, es geht um eine Beziehung zu dem Herrn Jesus Christus.
Und in den Versen 14 bis 26 zeigt er, wie wichtig diese Frucht ist, wie wichtig zum Beispiel die Liebe als Frucht des Glaubens ist. Lesen wir mal die Verse 14 bis 17:
Was nützt es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben, aber nicht Werke? Man könnte auch übersetzen: er habe Glauben, aber keine Taten. Kann etwa der Glaube ihn retten? Hier ist gemeint der Glaube als Bekenntnis: Ich glaube ja das Richtige. Hier waren Juden, die sich zu Christus bekannt haben, und sie sagten: Wir glauben ja das Richtige. Aber Jakobus kennt seine Leute, und er weiß, wie leicht man einfach nur ein Glaubensbekenntnis übernommen hat, aber nicht das Leben hat.
Wenn ein Bruder oder eine Schwester unbekleidet wäre und der täglichen Nahrung entbehrte und jemand von euch zu ihnen sagt: Geht hin in Frieden, wärmt euch und sättigt euch, ihr gebt ihnen aber nicht, was der Leib braucht, was nützt es? So auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, oder lesen wir jetzt so: So auch der Glaube, wenn er keine Taten hat, ist er tot, er hat sich bloßgestellt, tot in sich selber.
Also was Jakobus hier zeigt, ist: Ein Glaube ohne Frucht, ohne Liebe, ein Glaube ohne Taten kann nicht retten. Was nützt es? Was nützt es mir im Gericht, wenn ich nur das rechte Glaubensbekenntnis aufsagen kann? Was wird es helfen am Tag des Gerichts? Wenn ich keine Frucht habe und keinen Glauben, wenn ich keine Frucht habe, dann habe ich keinen wirklichen Glauben. Wenn ich keinen Glauben habe, dann habe ich keine Rettung. Dann habe ich kein Leben. Wenn ich kein Leben habe, dann komme ich nicht durch beim Gericht. Dann ist nichts zu sehen.
Vers 15: Wenn also jemand seinen Bruder oder seine Schwester sieht und sie haben keine ausreichende Kleidung, sie sind sehr, sehr arm, und man sagt: Oh, der Herr segne dich, ich wünsche dir alles Gute, hoffentlich bekommst du warme Kleider. Ja, was hilft denn das? Was nützt das? Wenn du ihm nicht hilfst, sagt er, wenn du nicht Taten setzt, dann ist doch dein Glaube nur ein reines Bekenntnis. Darum geht es.
Also was nützt es einem sogenannten Gläubigen, wenn er keine Taten hat, wenn er keine Liebe hat? Das wird ihm nicht durchhelfen, auch nicht am Tag des Gerichts, weil er dadurch nur beweist, dass er nicht wirklich wiedergeboren ist. Auf diese Weise ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat oder wenn er nicht Taten hat, tot in Bezug auf sich selbst. So ein Glaube ist durch und durch tot, ist nur ein äußeres Bekenntnis. Darum geht es dem Apostel Jakobus hier.
Nicht, dass Werke zum Glauben hinzukommen müssen, das ist nicht gemeint. Er meint nicht, dass wir das Werk Jesu Christi noch etwas hinzufügen müssen. Nein, das hat Paulus so klar erklärt in Römer Kapitel 4, dass die Rettung allein aus Gnade und nur durch Gnade und nur durch den Glauben ist. Und nichts anderes. Keine Werke, keine Gesetzeswerke. Das ist überhaupt nicht das Thema hier, dass wir Werke des Gesetzes tun müssten, um gerettet zu werden. Nein, nur aus Gnade, nur durch Glauben. Aber es muss ein echter Glaube sein, nicht einfach ein leeres Glaubensbekenntnis, sonst ist der Glaube tot. Also der Glaube muss sich in Taten auswirken, sonst ist er kein Glaube. Das ist eigentlich hier der Gedankengang.
Und dann in den Versen 18 bis 26 zeigt er die Wichtigkeit dieser Frucht an vier Beispielen. Wir lesen jetzt vier Beispiele. Das erste Beispiel ist in Vers 18, das zweite in 19 und 20, das dritte ist Abraham, Vers 21 bis 24, und das vierte ist Rahab, Vers 25 bis 26.
Das erste ist ein allgemeines Beispiel, jemand, der die Frucht hat. Da ist jetzt jemand, Vers 18: Es wird doch jemand sagen: Du hast Glauben, ich habe Werke. Zeige mir deinen Glauben aus deinen Werken, und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben zeigen. Hier wieder Werke im Sinn von Taten. Jemand sagt: Du hast Glauben, ich habe Taten. Zeige mir deinen Glauben aus deinen Taten, und ich zeige dir meine Taten aus meinem Glauben. Taten, die aufgrund des Glaubens folgen. Wie willst du mir sagen, dass du gläubig bist, wenn du keine Taten hast? Glaube muss zu sehen sein in Taten, also Frucht.
Nächstes Beispiel, Vers 19 und 20: Die Dämonen. Du glaubst, dass Gott einer ist, du tust wohl. Auch die Dämonen glauben und schaudern, zittern. Willst du aber zur Erkenntnis nehmen, o eitler Mensch, dass der Glaube ohne die Taten tot ist? Glaube ohne die Werke tot ist.
Also das zweite Beispiel sind die Dämonen. Er sagt: Schau, du glaubst, dass einer Gott ist. So steht es im Glaubensbekenntnis: Höre Israel, der Herr, dein Gott ist ein einiger Gott. Und es gibt nur einen Gott. Und dieser eine Gott hat sich in Christus geoffenbart. Gott ist einer. Und Gott ist, wir sagen jetzt noch hinzu, und Gott ist zusätzlich auch drei: der Vater, der Sohn und der Geist. Aber du glaubst, dass Gott einer ist, nur eine Person, und das ist vollkommen richtig. Ja, das ist das Glaubensbekenntnis, und du hast recht damit. Das ist gut.
Die Dämonen haben auch das richtige Glaubensbekenntnis. Die Dämonen glauben auch, dass es nur einen Gott gibt. Die Dämonen wissen auch, dass Gott sich in Christus geoffenbart hat. Aber wenn das alles ist, woraus dein Christsein besteht, dann schau, in welcher Gesellschaft du bist: in der Gesellschaft derer, die auch nur das Bekenntnis haben, wie hier die Dämonen und der Satan. Wenn das alles ist, das ist eben nicht alles.
Die Dämonen wissen sehr gut Bescheid, aber sie zittern wenigstens, und du zitterst nicht? Dann bist du schlimmer dran als die Dämonen. Du glaubst, dass einer Gott ist, auch die Dämonen glauben das, und sie zittern. Willst du aber zur Kenntnis nehmen, du eitler Mensch, dass der Glaube ohne Taten tot ist? Also ein Glaube, der keine Taten setzt, ist tot.
Bitte beachten Sie hier ein kleines Detail: In Vers 20 am Anfang heißt es: Willst du aber zur Kenntnis nehmen? Willst du? Man muss wollen. Wer die Wahrheit verstehen will, wird die Wahrheit verstehen. Wenn jemand Gottes Willen tun will, wird er erkennen, ob die Worte, die ich spreche, von Gott sind oder ob ich von mir selber spreche, hat der Herr Jesus gesagt, Johannes 7,17. Willst du also, wer will, der wird erkennen. Willst du erkennen, du leerer Mensch, du eitler Mensch, der du wie ein leeres Glas Wasser bist, dass der Glaube ohne Taten tot ist? Nichts wert.
Drittes Beispiel: Abraham. Wurde nicht Abraham, unser Vater, aus Werken gerechtfertigt, oder wir dürfen übersetzen: Wurde nicht Abraham, unser Vater, aus Taten gerechtfertigt, als er Isaak, seinen Sohn, auf den Altar geopfert hat? Hier geht es um die Taten des Abraham als Beweis für seinen Glauben. Die Taten haben bewiesen, dass sein Glaube echt war, als er bereit war, den Isaak aufzuopfern.
Du siehst, dass der Glaube mit seinen Taten zusammenwirkte, und aus den Taten wurde der Glaube vollendet. Also kam der Glaube zur Vollendung. Das heißt, die Taten haben gezeigt, dass der Glaube ein echter Glaube ist. In diesem Sinne kam er zur Vollendung, er hat sich bestätigt, er hat sich als echter Glaube erwiesen, in diesem Sinne vollendet.
Vers 23: Und die Schrift wurde erfüllt, die Schrift wurde also bestätigt, die Schrift wurde erfüllt, die gesagt hatte: Abraham glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Und er wurde Freund Gottes genannt. Ein Mensch, der glaubt, dem offenbart sich Gott. Ein Mensch, der wahrhaft glaubt, wird sogar von Gott als Freund Gottes genannt.
Der Herr Jesus übrigens hat auch gesagt: Ich habe euch nicht mehr Sklaven genannt, ich habe euch Freunde genannt, denn ein Sklave weiß nicht, was sein Herr tut. Aber euch habe ich alles kundgetan, ich habe euch meine Pläne geoffenbart, ich nenne euch Freunde. Und wir nennen ihn Herr. Abraham wurde ein Freund Gottes genannt. 2. Chronik 20,7 können Sie das nachlesen, 2. Chronik 20,7, Jesaja 41,8 und 1. Mose 18,17. Sollte ich Abraham irgendetwas verbergen? Gott sagt: Das ist doch einer, der so an mir hängt, dem muss ich doch meine Pläne offenbaren. Und er sagt ihm seine Pläne über Sodom und Gomorra. Gott hat Abraham wie einen Freund behandelt, weil er glaubte und weil sein Glaube echt war, und dieser Glaube hat sich in Taten gezeigt. Den Glauben hatte er schon. Schon in Kapitel 15 heißt es: Abraham glaubte Gott, und Gott rechnete es ihm zur Gerechtigkeit. Und dann hat er nur noch bewiesen, dass sein Glaube echt ist, durch die Taten.
Viertes Beispiel: Rahab. Und wurde nicht auch Rahab, die Hure, in gleicher Weise aus Taten gerechtfertigt, als sie die Boten aufgenommen und auf einem anderen Weg hinausgelassen hatte? Denn gleich wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne die Taten tot. Der Glaube ohne Werke, also ohne Werke, die sich in echten Glaubenstaten auswirken, ist der Glaube tot. Wenn nicht die Taten da sind, ist der Glaube nichts wert. Wenn die Liebe nicht vorhanden ist, so ist der Glaube eine Leiche.
Die Rahab hat genau gewusst, als sie von den Israeliten gehört hatte, was dieser Gott Israels getan hat, sie hat genau gewusst: Das ist der einzige wahre Gott. Und sie wusste, ihre Götzen von Jericho können nicht helfen. Als dann Josua seine Heere lagerte und die Einwohner von Jericho zu zittern begannen, wusste sie genau: Es gibt nur eine Rettung, den Jahwe Israels, den treuen Gott.
Und diese Frau, sie war vom Beruf eine Prostituierte, und sie hatte viel Bekanntschaft mit Männern, die untreu waren, ständig untreue Menschen. Jetzt kommen zwei Männer, und sie sieht: Das sind Kundschafter von Josua. Die kommen in die Stadt, und die Polizei ist hinterher, hinterher. Und jetzt nimmt sie die Kundschafter schnell ins Haus und versteckt sie. Und dann, nachdem die Polizei wieder weg ist, holt sie die Kundschafter raus und sagt: Ich weiß genau, dass Gott mit euch ist, und ich weiß genau, dass euer Gott der richtige Gott ist.
Weil sie es wusste, weil sie diesem Gott vertraute, deshalb setzte sie Taten. Deshalb hat sie diese Kundschafter aufgenommen. Aber jetzt hatte sie ein Problem, oder? Das Problem war: Wie kann ich gerettet werden? Dann sagte sie, ja, da hätte sie jetzt sagen können: Ah, wisst ihr was, ihr geht jetzt zu Josua und bitte, bitte legt ein gutes Wort für mich ein, und ihr versprecht mir, dass ihr mir nichts tut. Ich habe euch ja aufgenommen. Versprecht ihr mir das? Sie hätte das sagen können, oder? Das macht sie aber nicht.
Sie weiß: Männer sind untreu. Männer können sehr schnell untreu werden und wortbrüchig werden, die hat ja schon gute Erfahrung. Aber jetzt, was macht sie? Worin liegt ihre Sicherheit? Sie lässt diese zwei Männer was tun? Schwören bei wem? Bei diesem Jahwe, dem Namen, der ewig ist, der Treue, der zu seinem Bund steht, der seine Verheißungen hält. Und sie weiß jetzt: Wenn die schwören im Namen von Jahwe, dann ruht mein Heil nicht auf der Aufrichtigkeit und auf der Wahrheit dieser zwei Männer, dann ruht mein Heil auf der Zuverlässigkeit dieses Jahwe. Und auf das hat sie vertraut, und sie wurde gerettet.
Sie hat Taten gezeigt. Der Glaube begann schon, bevor diese Leute kamen. Hatte sie schon geglaubt, dass Gott der Einzige ist, der sie retten kann, und genau auf diesen Jahwe ließ sie sich schwören, und sie wurde gerettet. Also echter Glaube setzt Taten. Man sieht den Glauben in Form von Taten. Das ist dem Jakobus hier wichtig, in Kapitel 2. Und diese Taten sind vor allem die Liebe. Die Zusammenfassung von christlichen Taten ist Liebe. Das ganze Wesen Gottes kann man zusammenfassen in diesem einen Wort: Liebe. Und genauso das Gesetz Gottes zusammenfassen in dem einen: Liebe Gott und liebe deinen Nächsten. Das ist jetzt zu dem Thema Frucht des Glaubens.
Ich habe das ein bisschen schneller durchgemacht, weil wir jetzt noch ganz wichtige Kapitel haben, und die wollen wir ja nicht verpassen. Kapitel 3 kommt jetzt, das ist ein wichtiges, wichtiges Kapitel hier in der Mitte des Jakobusbriefes, das wichtige Kapitel über das Reden. Nachdem er jetzt über die Liebe geredet hat, im Glauben und Liebe die zwei wichtigsten Tugenden des Christen, kommt er jetzt zu dem entscheidend wichtigen praktischen Thema: das Reden, das uns ja so viel beschäftigt. Hier ist unsere schwache Stelle, und Jakobus ist ein bisschen unangenehm. Er legt seine Finger genau an die schwachen Stellen hin.
Zuerst eine einführende Aufforderung, Kapitel 3, Vers 1: Werdet nicht viele von euch Lehrer oder werdet nicht Lehrer in großer Zahl, meine Brüder! Es geht wahrscheinlich nicht nur um öffentliche Lehrer oder Prediger. In der jüdischen Synagoge war die Möglichkeit, dass alle Männer sprechen konnten. Jeder Mann durfte zu Wort kommen. Aber es ist doch so, dass es in den christlichen Gemeinden öffentliche Lehrer gab. Und dann gab es andere, die nachkamen, die hatten die Gnadengabe zu lehren, und man hat sie beobachtet, und man hat gemerkt, sie machen das gut in kleineren Kreisen, und dann konnten sie auch Lehrer werden. Es geht hier also um solche, die öffentlich als Lehrende auftreten.
Natürlich lehren die Eltern die Kinder, und die älteren Frauen lehren die jungen Frauen, und man hat viele Privatgespräche, wo man lehrt. Das ist hier aber nicht angesprochen. Es geht hier um das Thema: Tretet nicht zu schnell als öffentliche Lehrer auf! Das heißt, schaut, dass ihr Lernende bleibt, dass ihr euch korrigieren lasst. Ihr sollt forschen in der Schrift, ihr sollt das auch weitergeben, aber passt auf: Tretet nicht so schnell als öffentliche Lehrer auf, denn wir Lehrer empfangen ein größeres Urteil, also ein strengeres Urteil.
Interessanterweise lesen wir auch in der Bibel an anderen Stellen, zum Beispiel in Hebräer Kapitel 5, da sagt der Hebräer-Schreiber: Ihr solltet eigentlich alle schon längst Lehrer sein. Aber da meint er nicht öffentliche Lehrer, die jetzt Prediger sind oder so, nein, das meint er nicht. Er meint: Jeder Christ sollte eigentlich fähig sein, nach einer gewissen Zeit sollte er so gut im Wort Gottes zuhause sein, dass er das weitergeben kann an andere Menschen, in irgendeinem Rahmen. In Hebräer 5 steht das, Vers 12. Ihr solltet schon längst imstande sein zu lehren, von Person zu Person.
Aber wenn jetzt jemand eine besondere Begabung zeigt, dann wurde er öffentlich herangezogen, zuerst im Kleinen, dann im größeren Kreis. Und da sagt er: Passt auf, die Verantwortung ist so groß. Ich habe mal mit Bruder Herbert Janssen, den ich sehr, sehr schätzte als Lehrer, ein Stück des Weges sehr eng gehen dürfen. Da ging es um die Übersetzung der Bibelübersetzung, die Neue-Testament-Übersetzung, und das Ganze dauerte mehr als zehn Jahre. Und ich habe nicht gewusst, in was ich mich da eigentlich einlasse. Wir haben da hin und her kommuniziert, wir waren ja nicht am gleichen Ort, wir mussten über elektronische Post kommunizieren.
Aber was war das mühsam! Zehn Jahre lang, das ging hin und her und hin und her, und man hat über verschiedene Fragen diskutiert: Wie kann man das so treffend formulieren, dass man auch dem griechischen Text gerecht wird? Und ich bekam so große Ehrfurcht und großen Respekt vor jedem Bibelübersetzer. Also ich weiß, ich habe ein bisschen geschmeckt, was für eine Arbeit dahinter steckt, wenn Menschen an einer Bibelübersetzung arbeiten.
Und Herbert Janssen hat mir das so, das hat tiefen Eindruck gemacht: Er geht mit Furcht und Zittern an die Texte und sagt: Weißt du, was wir für eine Verantwortung haben? Weißt du, welche Verantwortung? So wie wir das jetzt formulieren, Menschen werden das lesen als Gottes Wort und werden darauf ihr Vertrauen setzen. Wenn da ein Fehler ist, dann tragen wir die Verantwortung, dass die anderen Leute das als Gottes Wort auffassen, und das ist vielleicht falsch. Da bekommt man das Zittern.
Und auch der Lehrer, der jetzt aus Gottes Wort vorliest, weitergibt, welche große Verantwortung. Natürlich hat jeder Christ auch Verantwortung zu prüfen, klar. Aber der Lehrer hat die Verantwortung, weil er es vorlegt. Er sagt: So und so steht es geschrieben, und er zeigt da und da und da. Und die Menschen hören zu und vertrauen darauf, dass er wirklich das Richtige sagen wird. Er sagt: Passt auf, werdet nicht schnell in großer Zahl viele Lehrer, die das oberflächlich tun. Die Sache ist sehr, sehr ernst. Ihr wisst, dass wir, die wir als Lehrende auftreten, ein strengeres Urteil empfangen werden. Das heißt, wenn wir fehlgehen, werden wir strenger bestraft.
Mose wurde strenger bestraft als irgendein Israelit. Wenn Mose zornig wurde, dann gab es eine saftige Strafe. Er durfte nicht ins Land einziehen. Wenn irgendein Israelit zornig wurde, dann konnte er Vergebung bekommen, es war alles in Ordnung. Bei Mose gibt es eine ganz gewaltige Konsequenz. Ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden, denn jetzt kommt die Erklärung dafür: Denn wir alle straucheln in vielfacher Hinsicht. Wir alle straucheln oft oder viel in vielfacher Hinsicht.
Es ist die Gefahr der Heuchelei, es ist die Gefahr, eine falsche Sprache zu führen, es ist die Gefahr, legere, lockere Sprache zu führen über heilige Dinge, es ist die Gefahr, Witze zu machen, um die Lacher auf seiner Seite zu haben. So ein Spaß pro Predigt? Nein, das dürfen wir nicht. Die Verantwortung ist sehr, sehr groß.
Was die edle Sprache betrifft: Ich habe in Sprüche 16,21 einen Vers gelesen, der hat mich bewegt. Sprüche 16,21: Anmut der Sprache mehrt die Lehre. Sehr interessant. Noch einmal: Anmut der Sprache mehrt die Lehre. Das ist ein typischer Spruch, kurz und prägnant, und man muss nachdenken. Das ist ja der Sinn der Sprüche: nachdenken. Anmut der Sprache heißt Schönheit in der Sprache, edle Sprache vermehrt die Lehre. Das heißt: Schönheit der Sprache und des Ausdrucks gibt der Belehrung größere Wirkung und verschafft ihr Eingang in die Herzen der Hörer.
Es ist nicht egal, welche Worte der Lehrer verwendet, und es ist nicht egal, in welcher Art und Weise er spricht. Der Lehrer muss seine Worte wählen, und die Worte sollen eingepackt sein in eine edle Sprache. Das ist nicht einfach eine Unterhaltung für Leute, die gerne ein bisschen gekitzelt werden wollen mit biblischer Lehre, nein. Bevor Christen Lehrer werden, sollten sie lernen, ihre Zunge zu beherrschen, sagt Jakobus. Und bei diesem Gedanken wollen wir verharren und wollen hier ein Lied singen dazwischen und dann fortfahren.
Wenn wir das dritte Kapitel des Jakobusbriefes anschauen, so können wir das in drei Teile unterteilen: a, b, c. A ist Vers 1, die einführende Aufforderung: Werdet nicht viele Lehrer. B ist Vers 2 in der Mitte vom Beherrschen des Werkzeugs, mit dem wir sprechen, die Zunge, Vers 2 bis 12. Und C ist vom Inhalt dessen, was wir sprechen: Weisheit. Also sind hier drei Themen. Das eine ist eine einführende Aufforderung: Werdet nicht viele Lehrer. Das zweite ist das Werkzeug, die Zunge, das sollen wir beherrschen. Und das dritte ist der Inhalt, über den wir sprechen.
Jetzt sind nicht die Lehrer allein angesprochen, jetzt ist jeder Christ angesprochen, das hat auch Jakobus so verstanden, wenn er davon spricht. Er spricht jetzt nicht nur zu den Lehrern, er spricht zu jedem Christen. Und in einem gewissen Sinn soll ja jeder Christ auch ein Lehrer sein, im Kleinen, zuhause oder wo der Herr uns hinstellt.
Also nochmal: Wir kommen jetzt zu A. A haben wir schon die Aufforderung: Werdet nicht viele Lehrer. B: vom Beherrschen des Werkzeugs, mit dem wir sprechen, die Zunge. Zuerst in diesem Teil haben wir zuerst von der Wichtigkeit der Zunge, wie wichtig sie ist, Vers 2 bis 8, und dann Vers 9 bis 12 von der Zwiespältigkeit der Zunge.
Also Vers 2 bis 8 von der Wichtigkeit der Zunge: In vielem straucheln wir alle. Wenn jemand nicht im Wort strauchelt, ist dieser ein vollkommener Mann, imstande, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten. Siehe, den Pferden legen wir Zäume ins Maul, damit sie uns gehorchen, und wir lenken ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, die so groß sind und von heftigen Winden getrieben werden, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin irgend der Druck des Steuermannes es will. So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch einen großen Wald zündet es an. Und die Zunge ist ein Feuer, die Welt der Ungerechtigkeit. So stellt sich die Zunge unter unseren Gliedern dar. Sie befleckt den ganzen Leib und setzt in Flammen das Rad der Geburt, den Lauf des Lebens, und wird in Flammen gesetzt von der Hölle.
Denn jede Natur der wilden Tiere und auch der Vögel und der Kriechtiere und auch der Meerwesen wird gebändigt und ist gebändigt worden von der menschlichen Natur. Aber die Zunge vermag keiner der Menschen zu bändigen: ein ungehaltenes Übel, voll todbringendes Gift. Trotzdem ist sie so klein, und so groß kann sie es anrichten. Das ist das Erste hier.
Also wenn jemand nicht im Wort strauchelt, ist er vollkommen. Wir merken, dass wenn jemand sich in der Rede beherrschen kann, mit der Zunge beherrschen kann, dann kann er sich selbst beherrschen. Aber gerade da ist die schwere Stelle. Es gibt keinen, der seine Zunge vollkommen beherrscht, außer der Herr Jesus. So leicht redet man ein Wort zu viel, und manchmal ist es wirklich nur ein Wort gewesen, das zu viel war, oder manchmal war es der Tonfall, der zu viel war, der Ton, in dem ich es gesagt habe. Der Herr Jesus war der Vollkommene, denn von ihm aus seinem Munde kam nichts Falsches, nur Richtiges und zum richtigen Zeitpunkt und mit dem richtigen Ton, in der richtigen Art und Weise gesprochen.
Der Apostel Jakobus gibt uns hier einige Bilder. Das erste Bild ist hier in Vers 3: Siehe, den Pferden legen wir das Zaumzeug in die Mäuler, damit sie uns gehorchen, und wir lenken ihren ganzen Leib. Also das ist ja wirklich nur eine kleine Sache, ein Zaum dem Pferd in den Mund gelegt, ins Maul gelegt, und das Pferd gehorcht. Und die Zunge ist auch nur klein, aber nimmt eine ganz wichtige Stelle ein. Wenn jemand seine Zunge steuern kann, dann kann er sein ganzes Leben steuern, dann kann er sich selbst beherrschen.
Das zweite Bild ist vom Schiff, Vers 4: Siehe, auch die Schiffe, die doch so groß sind und von heftigen Winden getrieben werden, werden gelenkt durch ein kleines Steuerruder, ganz kleines Steuerruder. Der Kapitän drückt ein bisschen auf die Seite, er drückt auf die andere Seite, und von dem Druck des Steuermannes, von dem Impuls des Steuermannes, lenkt sich das riesengroße Schiff in die andere Richtung. Also etwas Kleines steuert etwas Großes. Die Zunge hat ganz, ganz große Einflussmöglichkeiten. Mit der Zunge kann man Menschen mehr verletzen als mit dem Messer. Mit der Zunge kann man so tiefe Verletzungen hinterlassen, besonders bei den Menschen, mit denen man sehr eng ist und wo eine große Vertrauensbeziehung ist. Wenn man das mit der Zunge zerstört, kann man ganze Menschen zerstören.
Deshalb diese wichtige Aufforderung: So auch die Zunge, sie ist ein kleines Glied und kann sich große Dinge rühmen. Also sie hat großen Einfluss, deshalb ist es so wichtig, sie zu beherrschen. Die Zunge ist wichtig, weil sie trotz ihrer Kleinheit eine ganz große Zerstörungskraft hat.
Vers 5 in der Mitte bis Vers 8: die Zerstörungskraft der Zunge. Schau, ein kleines Feuer kann den ganzen Wald anzünden, und die Zunge ist wie ein kleines Feuer, das einen ganzen Wald anzünden kann. Eine Welt der Ungerechtigkeit kann die Zunge ins Leben rufen. Die Zunge kann eine ganze Welt beeinflussen zur Ungerechtigkeit hin. Alles, die ganze Ungerechtigkeit in der Welt, begann mit der Zunge der Schlange. Die Schlange hat gesprochen: Sollte Gott gesagt haben? Sie hat das Wort Gottes in Frage gestellt. Ein kleiner Funke kann den ganzen Wald anzünden.
So stellt sich die Zunge unter unseren Gliedern dar. Sie befleckt den ganzen Leib und setzt den Lauf des Lebens in Flammen. Es ist wie ein brennender Wagen, die Zunge hat ihn angezündet. Also das Feuer muss gelöscht werden, und die Zunge muss gezähmt werden, und das kann nur der Herr Jesus Christus. Und sie selbst, die Zunge, wird in Flammen gesetzt von der Hölle. Was heißt denn das? Die Zunge wird in Flammen gesetzt von der Hölle. Nun, das ist ein hebräischer Ausdruck, und den verstehen wir nicht so gut. Bei den Hebräern ist es so, dass die Hebräer sagen: für Gott Himmel und für den Teufel Hölle. Und jetzt verstehen wir es. Die Zunge wird in Flammen gesetzt von dem Teufel, auf den die Hölle wartet. Das ist der Teufel. Also hier eine Personifizierung, nennt man das, jüdische Sprechweise. Der Teufel zündete damals in Eden, im Paradies, diese Flamme an, und es wucherte, es brannte weiter.
Vers 7 kommt eine Begründung, warum die Zunge so große Zerstörungskraft hat: Denn jede Art, sowohl der wilden Tiere als auch der Vögel und der Kriechtiere und Meerestiere, wird gebändigt und ist schon gebändigt worden in der Vergangenheit auch von dem Menschen. Aber die Zunge vermag keiner der Menschen zu bändigen: ein unscheinbares Übel, voll todbringenden Giftes. Also der Mensch kann andere wilde Tiere bändigen, sich selber aber nicht. Damit sieht man, was das für eine große Gefahr ist und was für ein Übel das sein kann, wenn die Zunge einfach laufen und laufen und laufen kann. Das heißt, wir brauchen jemanden, der stärker ist als wir, der unsere Zunge bändigt. Und das kann nur Gott. Gott kann unsere Zunge bändigen. Der Herr Jesus kann in unserem Leben uns mahnen und kann uns sehr wohl bändigen, dass wir lernen, von ihm her die Zunge vorsichtig zu gebrauchen. Und wir wissen, wie lange das dauert. Das dauert ein ganzes Leben lang, oder? Man lernt das ganze Leben lang. Und der Herr ist aber da, um uns zu helfen.
Jetzt in den Versen 9 bis 12 spricht er von der Zwiespältigkeit der Zunge. Er sagt, die Zunge ist eine zwiespältige Quelle, aus der das eine und das andere fließt. Wir lesen den Text:
Mit ihr, also mit der Zunge, loben wir den Gott und Vater, mit ihr verfluchen wir die Menschen, die in dem Bilde oder in der Ähnlichkeit Gottes entstanden sind. Aus demselben Munde geht Lob und Fluch hervor. Meine Brüder, dieses sollte so nicht geschehen! Sprudelt eine Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres? Vermag etwa ein Feigenbaum Oliven zu tragen oder ein Weinstock Feigen? So vermag keine Quelle salziges und süßes Wasser zu geben.
Also es geht hier, er sagt: Die Zunge ist widersprüchlich. Einerseits kommen so gute Sachen hervor, ein Lob, ein Gebet, ein schönes Lied, und im nächsten Moment spricht man ganz, ganz böse über Menschen aus der gleichen Zunge, aus dem gleichen Mund. Es ist interessant: Jakobus sagt nicht „ihr“, er sagt „wir“. Jakobus der Gerechte schließt sich selber mit ein in diese Lehre. Mit ihr loben wir, ich auch, ich Jakobus auch, wir loben den Gott und Vater, und wir verfluchen den Menschen. Er hat sich selbst erkannt. Jakobus weiß, wie er gestaltet ist, und er weiß, was er für ein Mensch ist. Er weiß: In mir, in meinem Fleisch, wohnt nichts Gutes. Und das ist hier schon der Anfang der Erkenntnis und der Anfang des Sieges über die Zunge.
Ich muss erkennen, welches Wesen ich habe. Ich muss wissen: Vom Wesen her habe ich die Neigung, Schlechtes zu reden, Böses zu reden, der Zunge freien Lauf zu lassen. Und gerade weil ich das weiß, vertraue ich nicht selbst auf mich, sondern flehe ich jetzt zum Herrn, dass er mich lehrt, meine Zunge recht zu gebrauchen. Und der Herr hat dann die Gelegenheit und kann es auch tun. Und beten wir, dass der Herr uns beständig hier lehrt und mahnt, wenn wir die Zunge nicht richtig gebrauchen.
Wenn wir Aussagen über Menschen machen, dann machen wir Aussagen über den Schöpfer, denn der Mensch ist im Bilde Gottes geschaffen. Und wenn ich das Bild schlecht behandle, dann behandle ich den Schöpfer, der hinter dem Bild steht, schlecht. Also so wie wir miteinander umgehen, so gehen wir indirekt mit Gott um. Wenn wir Menschen fluchen, dann versuchen wir, ein bisschen Gott zu spielen. Das dürfen wir nicht, wir dürfen nicht das Gericht vorwegnehmen.
Fluchen und segnen heißt ja übrigens: Fluchen heißt, jemandem den Tod wünschen, sozusagen in den Tod schicken, und zwar in den ewigen Tod. Es kann auch verwendet werden mit dem leiblichen Tod: Ich wünsche dir den leiblichen Tod. Das ist ein Fluch. Ein Segen ist gerade das Gegenteil. Der Segen ist, wenn wir den Menschen das Leben fördern, wenn wir etwas sagen oder tun, um das Leben des Anderen zu fördern, dass er vorwärtskommt, dass er gestärkt wird, dass er ermutigt wird, dass er dem Herrn Jesus Ehre bereitet und dass das Leben Gottes in ihm fruchtbar wird. Der Herr segne dich, der Herr mache, dass das Leben Jesu Christi aufblühen kann in dir.
Aus demselben Munde geht Segen und Fluch hervor. Meine Brüder, das sollte nicht so geschehen, sollte nicht so sein. Wir dürfen also gegen die Natur handeln, wir müssen uns nicht leiten lassen. Wir sind fähig zu allem, aber wir dürfen durch Jesus Christus gegen unsere Natur handeln. Unsere Natur bleibt gleich. Es gibt übrigens eine Lehre, ich habe das vor kurzem festgestellt, es gibt eine Lehre unter Christen, die meinen, wenn ein Mensch sich bekehrt, wird seine Natur verwandelt. Das lehrt die Schrift nicht, das ist eine falsche Lehre. Die Bibel sagt nicht, dass unsere Natur verwandelt wird. Was wird neu? Christus kommt in mein Leben. Christus ist selbst das neue Leben, der Heilige Geist kommt in mich hinein. Mein Fleisch bleibt Fleisch, mein Fleisch wird nicht bekehrt oder umgemodelt oder verwandelt. Das Fleisch bleibt durch und durch verdorben. Aber der Christus, der in mir wohnt, der ist eine größere Kraft, so dass ich nicht nach dem Fleisch handeln muss. Das ist sehr schön für uns.
Es ist einerseits ernüchternd zu wissen, dass ich zu jeder Sünde fähig bin, aber es ist andererseits sehr schön zu wissen, dass in mir eine Kraft wohnt, die Kraft des Heiligen Geistes, die Kraft Jesu Christi, seines Lebens, dass in mir diese Kraft wohnt, dass ich nicht der Sünde dienen muss. Paulus behandelt das in Römer 6, 7 und 8 ganz ausführlich, da haben wir jetzt keine Zeit dazu.
Die Natur, das Fleisch des Menschen, bleibt Fleisch, und wenn wir Menschen sind, die jetzt in Christus eine neue Schöpfung sind, können wir trotzdem nach dem Fleisch wandeln, weil das Fleisch genauso da bleibt, und wir können ganz böse handeln. Wir sind zu allem fähig. Fleisch bleibt Fleisch. Ist jemand in Christus, dann ist er eine neue Schöpfung. Das heißt nicht, dann ist er eine neue Natur. Christus ist die neue Schöpfung. Christus ist der Erstling der Auferstandenen aus den Toten, er ist die neue Schöpfung. Und wenn jemand in Christus hineinkommt, dann ist er in Christus eine neue Schöpfung, in diesem Christus, weil Christus die neue Schöpfung ist. Und er ist jetzt in diesem Christus drinnen, und jetzt gilt alles: Was mit mir gilt, gilt mit Christus. Das heißt, in Christus bin ich die neue Schöpfung.
Wenn ich heraustreten würde aus Christus, merke ich: Ich bin genau zu allem fähig. Also in Christus, das ist jetzt meine neue Stellung vor Gott. Gott betrachtet mich als in Christus, Gott betrachtet mich als neue Schöpfung in Christus. Aber meine Natur in der Praxis, im praktischen Leben, das stellen wir ja auch fest. Wir haben vielleicht böse Gedanken, und dann sind wir überrascht: Kann ich überhaupt als Christ so böse denken und so böse reden? Ja, kann ich. Und wir lesen das ja auch in der Bibel, was Menschen, die Christen geworden sind, trotzdem sehr böse handeln können.
Nun, wir dürfen Buße tun, und das ist wunderbar. Der Herr ist ein gnädiger Gott, und er gibt uns seine Lektionen, und wir lernen, wir kommen wieder weiter, und wir demütigen uns, und dann lernen wir wieder, auf ihn zu vertrauen. Und dann kommt mehr und mehr der Charakter von Jesus zum Ausdruck. Dann wird mein Charakter verändert. Aber die Natur, das Wesen, bleibt gleich. Sehen Sie den Unterschied? Der Charakter ist die Summe meiner Eigenschaften und Taten. Was ich tue, denke, handle, rede, das ist ein Charakter. Aber mein Wesen ist tiefer, das ist das, was ich bin. Und ich bin Fleisch. Was vom Fleisch geboren ist, ist Fleisch.
Aber das Schöne ist auch: Ich bin auch einer, der in Christus ist. Was vom Geist geboren ist, ist Geist, und der Heilige Geist hat jetzt ein neues Leben in mich gegeben, und dieses neue Leben ist Christus, niemand anderer, er selbst ist das neue Leben. Und wenn wir nach ihm leben, dann kann er sich offenbaren, obwohl ich Fleisch habe in mir. Offenbart sich die Art von Jesus Christus, und dann kann ich einen Charakter an den Tag legen, den Charakter von Jesus Christus. Aber dazu muss ich immer wieder Ja sagen. Ja, Herr, ich werde jetzt nicht so handeln wie ich, ich werde jetzt so handeln wie du, und du gibst die Kraft dazu. Und dann geht es, dann erleben wir: Ich bin ruhig geblieben. Und warum bin ich ruhig geblieben? Weil ich zum Herrn gefleht habe: Herr, lass mich ruhig bleiben, und weil das Leben des Herrn Jesus ein bisschen zum Ausdruck kommen konnte.
Vers 11 und 12: Die Unnatürlichkeit dieser zwei Quellen. Lässt etwa eine Quelle aus derselben Öffnung süßes und bitteres Wasser hervorsprudeln? Er sagt: Schau, wenn du zu einer Quelle kommst, da kommen ja nicht ein Salzwasser und ein süßes Wasser raus, Meerwasser und Süßwasser, nein, da kommt nur eine Art raus, entweder Süßwasser oder Salzwasser, beziehungsweise im Meer hast du Salzwasser. Und ein Feigenbaum, der bringt nicht Oliven. Wir können auch sagen: Ein Apfelbaum bringt keine Nüsse. Man holt sich nicht vom Apfelbaum die Nüsse runter, das geht nicht. So kann keine Quelle Salziges und Süßes hervorbringen. Also in der Natur ist das nicht möglich, aber in der Zunge ist das leider sehr wohl möglich, weil wir so ein Wesen haben, dass das Fleisch noch weiterhin genauso da ist in uns.
Ein paar Minuten noch, das bringt uns zu C, groß C: Kapitel 3, Vers 13 bis 18, vom Inhalt dessen, was wir reden. Jetzt spricht er nicht mehr von der Zunge, jetzt spricht er von dem, was wir reden. Wir wollen das jetzt schon lesen. Wir werden uns morgen darüber noch genauer Zeit nehmen, aber doch wollen wir das jetzt lesen.
Zuerst ist hier eine Frage in Kapitel 3, Vers 13: Wer ist weise und verständig unter euch? Und dann sagt er: Er zeige aus dem edlen Verhalten seine Werke in Sanftmut der Weisheit. Aber wenn ihr bittere Eifersucht und Streitsucht in euren Herzen habt, rühmt euch nicht gegen die Wahrheit und lügt nicht gegen sie. Dies ist nicht die Weisheit, die von oben her niederkommt, sondern eine irdische, seelische und dämonische. Denn wo Eifersucht und Streitsucht sind, da ist ein Durcheinander und jede schlechte Tat. Aber die Weisheit, die von oben ist, ist zuerst rein, dann friedlich, milde, nachgiebig, voll von Barmherzigkeit und guten Früchten, unparteiisch und ungeheuchelt. Aber die Frucht der Gerechtigkeit wird in Frieden gesät, denen, die Frieden schaffen.
Hier geht es um Weisheit im Reden. Wer ist weise und verständig unter euch? Also offenbar erwartet Jakobus, dass der, der lehrt, weise ist. Das ist eine große Herausforderung. Wo ist der, der sich als Weise erweist? Wo ist ein Weiser? Weise in dem, was man sagt, und weise in dem, was man tut. Jakobus setzt voraus, dass wir Menschen uns verstehen müssen als eine Einheit, und was mit meiner Zunge geschieht, hat Einfluss auf meine Person. Was ich rede, hat Einfluss auf mein Tun. Umgekehrt auch: Was ich tue, hat auch Einfluss auf mein Reden. Wir gehören zusammen, wir sind eine Einheit. Das Reden und das Tun, das ist nicht getrennt. Und wie ich denke, das hat Einfluss auf mein Reden, auch mein Denken. Das heißt, ich muss auch Acht geben, dass mein Denken das Richtige denkt, so dass ich dann das Richtige rede. Und umgekehrt: Das, was ich rede, kann wieder Einfluss haben auf mein Denken. Wir sind nämlich eine Einheit, wir Menschen.
So ist es wichtig, dass wir uns überlegen: Wie rede ich eigentlich? Wie gebrauche ich meine Zunge, wie gebrauche ich das Reden? Wenn Gott sein Werk durch den Heiligen Geist in unserem Geist tut, dann tut er das durch den Geist Gottes. Und was macht der Geist Gottes? Er verändert zuerst einmal unser Denken. Das erste, was der Heilige Geist tut, wenn er in unser Leben kommt, er verändert unser Denken.
Im Griechischen gibt es ein Wort, das heißt Buße auf Deutsch, und das griechische Wort heißt umdenken und Konsequenz daraus ziehen. Umdenken, also anders denken als vorher über diese Sache, und dann die Konsequenz ziehen, nämlich umkehren. Wer das griechische Wort kennt, jetzt dürfen Sie Griechisch lernen, kostenlos: Metanoia. Meta heißt Veränderung, verändern, um also Veränderung, neu heißt denken, umdenken, verändertes Denken. Das ist genau das Wort, das wir mit Buße übersetzen. Es ist auch gut, dass es mit Buße übersetzt wird, denn das drückt das auch aus. Buße heißt, dass sich meine Gesinnung ändere und entsprechend dann handle, also umkehre.
Stellen wir uns mal vor, Jakobus stellt sich da eine Versammlung von Brüdern vor, und da wird etwas besprochen, und dann kommt der eine und sagt das, und der andere sagt jenes, und der nächste sagt wieder etwas, und es kommen viele Sachen, viele Antworten auf ein Problem, man bespricht das. Da kommen verschiedene Vorschläge, und es wird dann ziemlich kompliziert und verwirrend. Und dann steht einer auf, der so wie Jakobus ist ein Vater in Christus. Er steht auf und sagt: Brüder, wer von euch ist weise und verständig? Können Sie sich etwas vorstellen? Brüder, wer von euch ist weise und verständig? Genau das macht Jakobus hier. Er sagt: Brüder, wer von euch ist weise und verständig? Jetzt fragen wir uns, die Schwestern dürfen sich auch angesprochen fühlen: Schwestern, wer von euch ist weise und verständig? Jetzt ist Stille in der Versammlung dort, wo die Brüder so diskutiert haben. Jetzt ist Stille. Ja, wer ist weise und verständig? Jetzt wird man veranlasst, in sich hineinzuschauen und zu überlegen: Ist meine Meldung weise und verständig?
Es gibt Menschen, die sind weise und merken es gar nicht. Sie haben einfach Weisheit gelernt. Man ist einfach bemüht, das Wort Gottes so zu handeln, wie das Wort Gottes es sagt, und dem Herrn Ehre zu bereiten, und man handelt weise und man spricht weise, man bleibt ruhig und gibt ein Wort, das passt genau hinein in die Situation. Das ist schön. Und das ist es, wozu Jakobus uns hier auffordert. Wer von euch ist weise und verständig? Dann kommt die Antwort, dann kommt eine Aufforderung. Er sagt: Derjenige, der also weise ist und verständig, er zeige aus seinem edlen Verhalten seine Werke in Sanftmut der Weisheit. Er soll den Nachweis bringen, er soll das beweisen, dass er weise ist. Und wie kann man das beweisen, dass man weise ist? Durch das Verhalten, Sanftmut der Weisheit, also eine Sanftmut, die aus der Weisheit geboren ist, sanft und richtig antworten.
Der Herr Jesus hat sehr, sehr weise gehandelt. Er hat manchmal sehr scharf gesprochen, aber das heißt nicht, dass er herumgebrüllt hat. Der Herr Jesus konnte scharf, aber ohne die Stimme besonders zu erheben, scharfe Worte sagen. Er war sanftmütig, und man hat nicht seine Stimme auf den Gassen gehört als Marktschreier. Nein, das war er nicht. Wir schreien nicht herum. Wir brauchen nur ein Wort zur rechten Zeit, sagen aber in Sanftmut der Weisheit, in einer Sanftmut, die aus der Weisheit geboren ist.
Ein Weiser hat also ein edles Verhalten. Ein weiser Mensch wird in seinem Charakter sensibler werden, der wird feinfühliger werden. Der wird nicht plump und ungehobelt sein. Ich habe zurückgedacht und dachte: Wieso konnte ich nur so plump und so unweise reden? Je weiter ich zurückdenke, desto schlimmer wird es. Was hast du alles falsch gehandelt, was hast du falsch gesagt, hast du in einer falschen Art und Weise geredet, hast du das viel zu schnell irgendwie hingeworfen? Das war schon richtig, was ich hingeworfen habe, aber die Art und Weise war völlig verkehrt, und da habe ich mich gewundert, dass die Menschen das nicht annehmen. Und dann muss der Herr einen drannehmen und sagen: So geht es nicht, mein Freund, du musst lernen, weise zu werden, nur nicht so grob in deinem Umgang mit anderen Menschen, auch nicht mit Kindern, auch nicht mit dem anderen Geschlecht, wie geht man um oder mit seinesgleichen.
Dann gibt es Christen, denen merkt man es an, dass sie einfach aus der Gegenwart Gottes kommen. Da merkst du, die leben in der Gegenwart des Herrn, die sprechen anders, die sprechen ruhig, verständnisvoll, einfühlsam und sind auch höflich, nicht höflich so einfach gemacht, künstlich, nein, das spürt man ihnen an, das ist ihnen übergegangen, wie in den Charakter übergegangen.
Wenn wir nicht so oft, ist es so, dass Gott uns in die Leiden führt, in gewisse Prüfungen hineinführt, und wir müssen leiden. Und wenn wir leiden müssen, was lernen wir dann? Nicht heucheln. Wenn wir leiden müssen, verlernen wir das Heucheln und lernen auch Einfühlsamkeit. Dann verstehen wir andere, die leiden müssen, und wir werden auch weise sein im Umgang mit dem anderen, der Schwierigkeiten hat, auch mit dem Wort Gottes. Auch im Gebet mit Erfahrungen.
Aber wir wollen uns über diese Gedanken hier noch morgen Zeit nehmen, darüber nachzudenken. Und dann wird auch noch Kapitel 4, Jakobus dann in die Tiefe bohren, dann geht es noch weiter hinein. Also beten Sie danke für die Gebete und beten Sie auch für morgen, dass wir in Jakobus 4 und Jakobus 3 den Rest hier, dass wir das Rechte herausnehmen, dass wir für uns selber, für unser Leben die wirklich wichtigen Lektionen lernen dürfen. Vielen Dank!