Vollgas – Der Jüngerschaftskurs: eine Vorstellung
Theologie, die dich im Glauben wachsen lässt, Nachfolge praktisch – dein geistlicher Impuls für den Tag. Mein Name ist Jürgen Fischer, und heute geht es um Lektion 102.
Du bist neu im Glauben und möchtest dich schnell in die wichtigsten Themen rund um das Leben mit Gott einarbeiten? Dafür gibt es auf www.frogwords.de die Rubrik „Einsteiger“. Ganz oben auf der Einsteigerseite findest du den Jüngerschaftskurs mit dem Namen „Vollgas“.
Der Kurs umfasst 115 Lektionen – Spaß für den Start. Guter Stoff für den Anfang, wenn du dir schnell ein vernünftiges Fundament für deinen Glauben legen möchtest.
Diese Woche habe ich fünf Lektionen aus diesem Kurs ausgewählt und dir als Podcast aufbereitet, damit du eine Idee davon bekommst, was dich erwartet.
Viel Spaß mit einem Einblick in „Vollgas“ – deinen Jüngerschaftskurs.
Einführung in das Thema Mord und Töten
Hallo, mein Name ist Jürgen Fischer, und ich liebe es, jungen Christen die Bibel zu erklären. Heute möchte ich mit euch ein Thema besprechen, das einerseits ganz weit weg zu sein scheint, mich andererseits aber sehr betroffen macht. Es geht um das Thema Töten, Mord und Selbstmord.
Warum mich das so berührt? Weil ich bei diesem Thema immer wieder daran denken muss, dass jedes Jahr in Deutschland über einhunderttausend Kinder im Mutterleib sterben. Ganz ehrlich: Wenn ich darüber nachdenke, weiß ich nicht, was ich denken soll. Ich finde das einfach nur grausam, unmenschlich und falsch. Deshalb möchte ich das Thema Töten, Mord und Selbstmord ansprechen.
In der Bibel gibt es ein Gebot, das lautet: „Du sollst nicht töten“ (2. Mose 20,13). Ich würde es lieber so übersetzen: „Du sollst nicht morden.“ Denn im Wortsinn geht es darum, dass ich meinen persönlichen Feind ermorde, und das darf ich nicht.
Warum ist diese Übersetzung wichtig? Weil das Gebot „Du sollst nicht töten“ eigentlich nicht ganz stimmt. Ich darf töten – es gibt in der Bibel die Erlaubnis zu töten.
Erlaubtes Töten und die Bedeutung des Gebots
Beispiele zeigen, dass die Bibel die Erlaubnis gibt, Tiere zu töten, wenn es darum geht, sie zu essen. In 1. Mose 9,3 heißt es, dass dies nicht verboten ist. Daraus wird deutlich, dass das Gebot „Du sollst nicht töten“ nicht einfach so zu verstehen ist.
Ein weiteres Beispiel ist die Selbstverteidigung mit angemessenen Mitteln. Am Anfang von 2. Mose 22 wird ein Fall beschrieben, in dem jemand sich verteidigt. Wenn dabei der Angreifer stirbt, trägt der Verteidiger keine Schuld. Auch das fällt nicht unter das Verbot „Du sollst nicht morden“.
Ebenso ist die Anwendung der Todesstrafe ein Fall, der nicht unter das Gebot „Du sollst nicht töten“ fällt. Deshalb ist es wichtig, diesen Unterschied zu verstehen.
Oft wird „Du sollst nicht töten“ übersetzt, gemeint ist aber eigentlich „Du sollst nicht morden“. Es gibt Arten des Tötens, die die Bibel erlaubt. Die Frage ist: Wo fängt das Morden an?
Die Wurzel des Mordes nach Jesu Lehre
Der Herr Jesus erklärt uns das in der Bergpredigt. Er sagt dort – wir sind da in Kapitel fünf des Matthäusevangeliums – dass Mord mit ungerechtfertigtem Zorn anfängt.
An anderer Stelle ergänzt er das, indem er sagt, Mord beginne in Gedanken. Dort, wo ich auf jemand anderen richtig sauer werde, und zwar ungerechtfertigt, an dieser Stelle werde ich zum Mörder.
Das heißt natürlich, dass wir alle irgendwann zum Mörder werden – Menschen, die Beziehungen abbrechen. Und doch halten wir noch einmal fest: Mord beginnt in Gedanken, dort, wo ich auf jemanden zornig bin, obwohl es eigentlich gar keinen Grund dafür gibt.
Und obwohl ich da zum Mörder werde, muss ich mir darüber im Klaren sein, was das für mich bedeutet. Ich habe noch niemanden im eigentlichen Sinne umgebracht. Ich habe es nur in Gedanken getan. Vielleicht habe ich auch schon eine ärgerliche Äußerung von mir gegeben oder schlecht über den anderen geredet. Ja, all das sind Ausdrucksformen von Mord.
Jetzt stellt sich die Frage: Was mache ich damit? Wie schlimm ist es, wenn ich auf diese Weise zum Mörder geworden bin, ohne dass jemand wirklich umgekommen ist? Die Antwort lautet: Für Gott ist es ganz schlimm.
Der Herr Jesus sagt – ihr könnt das nachlesen in Matthäus 5, die Verse 23 und 24 – dass wir, wenn wir so mit anderen Leuten umgegangen sind, also mit ungerechtfertigtem Zorn, zum Mörder geworden sind. An dieser Stelle müssen wir alles daran setzen, um die kaputte Beziehung wiederherzustellen und wieder zu kitten.
Bevor wir beten, bevor wir Gott dienen und ihm irgendwelche Opfer bringen, sollen wir diese kaputte Beziehung wieder in Ordnung bringen. So wichtig ist das Gott.
Auch wenn man sagt: „Okay, Mord fängt in Gedanken an, das kann doch nicht so schlimm sein“, doch, das ist schlimm. Gott möchte, dass wir uns darum kümmern, dass wir die Beziehungen, die wir durch unser Verhalten ohne Grund „ermordet“ haben, wieder in Ordnung bringen. Das ist ihm total wichtig.
Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag im Alten Testament
Gehen wir noch einmal ins Alte Testament. Unser großes Thema lautet ja Töten und Mord. Vielleicht kennst du dich ein bisschen aus und weißt, dass es einen Unterschied zwischen Mord und Totschlag gibt.
Frage: Unterscheidet auch die Bibel zwischen Mord und Totschlag? Also zwischen „Ich bringe jemanden vorsätzlich um, das ist Mord“ oder „Es passiert einfach und es tut mir eigentlich total leid, das wäre Totschlag.“ Ja, die Bibel unterscheidet.
Im 2. Mose 21,12-13 wird zum Beispiel diese Unterscheidung gemacht. Obwohl es diese Unterscheidung gibt, sind wir natürlich immer verantwortlich für das, was wir tun. Gott weiß, dass nicht jedes Mal, wenn wir jemanden umbringen, wir das auch bewusst wollten. Wir sind aber trotzdem verantwortlich, und deswegen müssen wir in unserem Leben aufpassen.
Was meine ich mit „aufpassen“? Im Alten Testament wird eine Geschichte erzählt von einem Tier – es ist ein wildes Tier, ein Stier, der ständig mit seinen Hörnern stößt. Nehmen wir an, es ist dein Stier. Dann sagt das Alte Testament: Pass auf, dass der keinen umbringt.
Du hast also einen Stier, der ständig auf Leute losgeht, und das Alte Testament nimmt dieses Beispiel, um zu erklären, dass du dafür verantwortlich bist, dass von diesem Tier kein Schaden ausgeht. Und jetzt können wir diese Verantwortung auf andere Bereiche übertragen.
Verantwortung für Gefahren und Nachlässigkeit
Wie gesagt, wir sprechen hier von Mord und Totschlag. Es passiert etwas, obwohl ich das eigentlich nicht wollte. Die Frage ist: Wo beginnt meine Verantwortung?
Ich gebe ein Beispiel: Du hast eine Bohrmaschine. Diese Bohrmaschine ist nicht ganz in Ordnung, denn ab und zu gibt sie einen elektrischen Schlag, weil die Erdung nicht mehr funktioniert.
Nun übertrage ich das Prinzip vom störrischen Stier aus dem Alten Testament auf deine Bohrmaschine. Wenn etwas einem anderen dadurch gefährlich werden kann, bist du dafür verantwortlich, dass das nicht passiert – gerade wenn es dein Eigentum ist.
Du musst darauf achten, dass deine kaputte Bohrmaschine keinen Schaden anrichtet, wenn du sie weiterverleihst. Wenn du das nicht gewährleisten kannst, dann verleih sie nicht weiter, sondern entsorge sie.
Ein anderes Beispiel: Du hast ein Auto mit kaputten Bremsen. Wenn du das Auto verleihst, bist du verantwortlich, falls dem anderen etwas passiert. Das ist wirklich deine Verantwortung.
Oder ein weiteres Beispiel aus 5. Mose 22,8: Dort gibt es das Gebot, dass man, wenn man ein Flachdach baut, ein Geländer außen herum anbringen muss. Das ist Arbeitssicherheit – und du bist dafür verantwortlich.
Warum sage ich das? Es geht um die Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag. Beim Totschlag kommt jemand ums Leben, obwohl ich das eigentlich nicht wollte und niemandem schaden wollte. Aber man muss schon ein bisschen mitdenken.
An manchen Stellen kann Nachlässigkeit uns wirklich angerechnet werden. Wir sind für die Gefahren, die wir in die Welt bringen, tatsächlich verantwortlich – besonders wenn wir sie kennen.
Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott
Ich hatte eben die Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag. Was uns klar sein muss, ist, dass es in der Bibel kein wertvolleres und weniger wertvolles Leben gibt.
In puncto Würde sind vor Gott alle Menschen gleich. Niemand darf einen Menschen verachten, nur weil er zum Beispiel sozial benachteiligt ist. Das kann man in Sprüche 17,5 nachlesen.
Niemand darf einen Menschen verachten, weil er eine Behinderung hat. In 3. Mose 19,14 wird verboten, vor einem Blinden ein Hindernis zu legen – im Sinne von: „Haha, der kann ja eh nicht sehen, schau mal, wir treiben unseren Spaß mit dem.“ Das ist ausdrücklich verboten.
Der Blinde hat ein Recht darauf, als Blinder ernst genommen zu werden. Vor Gott ist jedes Menschenleben gleich wertvoll.
Beginn des menschlichen Lebens und Abtreibung
Und jetzt wird es spannend: Wo beginnt menschliches Leben?
Die Bibel sagt, dass menschliches Leben vor der Geburt beginnt. Das hat damit zu tun, dass Gott einen Menschen im Mutterleib bildet. Biblisch gesehen ist Abtreibung deshalb Mord.
In 2. Mose 21,22-25 wird der Verlust des Lebens eines Embryos genauso gewichtet wie der Mord an einem erwachsenen Menschen. Das ist erstaunlich. Wenn ein Embryo sein Leben verliert, wird das genauso schwer gesehen wie der Tod eines erwachsenen Menschen. Dort gilt das Prinzip: Auge um Auge, Zahn um Zahn, Leben um Leben.
Abtreibung ist biblisch gesehen Mord, weil das kleine Menschenleben im Bauch einer Schwangeren von Gott gesehen wird und ein ganzer Mensch ist.
An dieser Stelle muss ich etwas sagen: Wenn du abgetrieben hast und das jetzt hörst, oder wenn du vielleicht verantwortlich warst für eine Abtreibung – ja, vielleicht bist du der Mann, der seine Verantwortung nicht übernommen hat oder womöglich noch zur Abtreibung geraten hat – dann ist das eine Schuld, die du mit Gott in Ordnung bringen musst.
Ich rate dir dringend, such dir einen guten Seelsorger oder einen christlichen Freund, bei dem du deine Schuld bekennen kannst. Einer, bei dem dir Vergebung zugesprochen wird und der dir hilft, mit deiner Vergangenheit abzuschließen. Gott ist ein Gott, der auch Mörderinnen und Mördern vergibt. Es tut deiner Seele nicht gut, wenn du diesen Teil deiner Vergangenheit einfach ungeklärt lässt.
Wenn du dir jetzt vielleicht die Frage stellst, ob abgetriebene Kinder automatisch in den Himmel kommen, dann ist mir das Thema an dieser Stelle wirklich ein Stück zu groß. Eines kann ich sagen: Gott ist nicht ungerecht.
Und wenn wir bei Abtreibung sagen, dass sie falsch ist, weil ein Leben immer ein Leben ist, das vor Gott gelebt wird – in letzter Konsequenz, dass es Gott gehört – dann gilt das in gleicher Weise auch für Selbstmord.
Selbstmord als Bruch des Lebensgebots
Ich habe kein Recht, mir selbst das Leben zu nehmen; auch das wäre Mord. Das ist etwas, das Gott mir nicht erlaubt. Unser eigenes Leben ist Gott genauso wertvoll wie jedes andere Leben auf der Erde.
Wenn unsere Aufgabe darin besteht, Leben zu schützen, dann geht es nicht nur darum, keinen Selbstmord zu begehen. Logischerweise wäre das auf jeden Fall so. Darüber hinaus darf ich mir sogar die Frage stellen: Wie gehe ich mit mir selbst um?
Achte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten auf Bewegung, gesunde Ernährung, genügend Schlaf und einen Mindestmaß an Genussmitteln? Das ist ein großes Thema.
Ermutigung und Hilfsangebot bei Lebenskrisen
Und zu diesem Thema – Mord, Töten, Totschlag, Selbstmord, Abtreibung – ließe sich noch sehr viel sagen.
Eine Sache möchte ich, dass du mitnimmst. Und dann wäre ich total glücklich.
Selbstmord ist keine Lösung. Wann immer du an einem Punkt in deinem Leben ankommst, an dem du sagst: „Jetzt weiß ich einfach nicht mehr weiter“, und du eine Stimme hörst, die dir sagt, es wäre gut, wenn du dir jetzt das Leben nehmen würdest, damit du es allen anderen leichter machst – dann liegt diese Stimme falsch. Einfach nur falsch.
Höre nicht auf diese Stimme.
Ich mache dir ein Angebot: Wenn du an diesem Punkt stehst, ruf mich an oder schreib mir eine E-Mail. Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, um dir zu helfen.
Kulturelle Einordnung des Weihnachtsmanns
Ich habe dir auch noch einen Begriff mitgebracht, der bei einem so traurigen Thema ein bisschen lustiger ist. Der neue Begriff heißt Weihnachtsmann.
Der Weihnachtsmann ist keine biblische Figur, sondern entstammt dem Volksglauben. Genau genommen begann alles etwa 1939, also vor noch nicht einmal hundert Jahren.
Im Jahr 1939 nahm Coca-Cola eine damals schon bekannte Figur – einen dicklichen, freundlichen, rot bemäntelten älteren Herrn – und integrierte diese Figur in eine eigene Werbekampagne. Seit dieser Zeit, also Anfang der 1930er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts, gibt es den Weihnachtsmann.
Der Weihnachtsmann hat mit der Bibel genauso wenig zu tun wie das Christkind.
Abschluss und Segenswunsch
Was könntest du jetzt tun? Schau dir auf frogwords.de die Lektion im Jüngerschaftskurs an, die heute dran war. Du findest die Lektionen auch in der App.
Das war's für heute. Ich würde mich freuen, wenn du für mich beten würdest. Die Zeit ist gerade etwas stressig für mich, und ich wünsche mir neue Kraft.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
