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Offenbarung 11,1 - 12,18

Reihe: Die Offenbarung des Johannes (20/27)
Offenbarung 11,1-12,1803.05.2015
SerieTeil 20 / 40Die Offenbarung des Johannes
Israel ist nicht abgeschrieben: Hinter dem Chaos der Endzeit steht Gottes Treue. Der neue Bund hält, und die Frau mit den zwölf Sternen zeigt: Sein Volk wird nicht fallen gelassen.

Einordnung der siebten Posaune und der großen Einschübe

Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel. Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.
Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen. Und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt.
Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel. Siehe, ein großer feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner, und auf seinen Köpfen sieben Kronen. Und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde.
Und der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte, um ihr Kind zu verschlingen, wenn sie geboren hätte. Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron.
Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähre.
Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen, und der Drache und seine Engel kämpften. Aber sie siegten nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden.
Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt. Er wurde auf die Erde hinabgeworfen, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.
Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist gekommen das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Herrschaft seines Christus. Denn hinabgestürzt wurde der Verkläger unserer Brüder, der sie vor unserem Gott verklagte Tag und Nacht.
Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod.
Darum seid fröhlich, ihr Himmel und die ihr darin wohnt! Wehe denen, die auf der Erde wohnen und auf dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch herabgekommen und hat einen großen Zorn, da er weiß, dass er nur wenig Zeit hat.
Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, die den Knaben geboren hatte.
Und es wurden der Frau zwei Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste fliegen kann an ihren Ort, wo sie ernährt wird, eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit, fern von dem Angesicht der Schlange.
Und die Schlange schleuderte aus ihrem Maul der Frau Wasser nach, wie einen Strom, damit sie von dem Strom fortgerissen würde.
Und die Erde half der Frau, und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Maul geschleudert hatte.
Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.
Und ich stellte mich auf den Sand des Meeres.
Wir hatten letztes Mal gerade noch die siebte Posaune behandelt. Kann uns jemand nur Vers 15 vorlesen aus Kapitel 11?
Und der siebte Engel posaunte, und es geschahen laute Stimmen im Himmel, die sprachen: Das Reich der Welt ist unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Danke, das reicht.
Also, die siebte Posaune. Wir haben schon früher die sechs Posaunen zusammen studiert, die werden beschrieben in Kapitel 8 und 9. Bei jeder Posaune kam im Himmel als Folge ein furchtbares Gericht über die Erde. Aber jetzt, bei der siebten Posaune, geschieht eigentlich nichts auf Erden. Es wird im Himmel deutlich gemacht: Jetzt ist die Zeit, wo Gott seine Herrschaft offen antreten wird über die Erde.
Nun, das überrascht uns hoffentlich nicht, denn wir haben ja bisher gesehen: Alles in der Offenbarung ab Kapitel 4, Vers 1, ist noch zukünftig. Die Kapitel 2 und 3 mit den sieben Sendschreiben sind prophetisch gesehen ein Abriss der ganzen Kirchengeschichte, von den Tagen der Apostel bis zur Wiederkunft Christi für die Gläubigen, bis zur Entrückung. Die Entrückung ist noch nicht geschehen, aber sie könnte jeden Tag geschehen. Und alles ab Kapitel 4 ist das, was geschehen wird ab der Entrückung.
Und da haben wir gesehen: Ab Kapitel 4 ergreift Jesus Christus im Himmel das Buch mit den sieben Siegeln. Das ist Gottes Buch der Gerichte über die Welt in der Zukunft. Und wir haben gesehen: Mit dem Öffnen eines Siegels nach dem anderen werden nach der Entrückung der Gemeinde schreckliche Gerichte über diese Welt kommen. Wir haben gesehen, das war so bei Siegel 1, 2, 3, 4, 5, 6. Aber beim siebten Siegel geschah zunächst gar nichts, wie bei der siebten Posaune.
Aber nachher haben wir gesehen: In der Folge des siebten Siegels machen sich die Engel bereit und posaunen, und mit jeder Posaune kommt dann ein furchtbares Gericht. Und daraus wurde klar: Das siebte Siegel beinhaltet eben sieben Posaunengerichte. Aber jetzt bei der siebten Posaune geschieht nichts.
Nun, wir müssen ein bisschen weiterlesen. In Kapitel 16 sehen wir dann Engel im Himmel, die goldene Opferschalen nehmen, und jedes Mal, wenn sie diese Schalen ausgießen, kommt ein furchtbarer Schlag über die Erde. Daraus folgt: Der Inhalt der siebten Posaune besteht eben aus sieben Schalengerichten. Und danach wird Jesus Christus als König und Richter der Welt erscheinen, beschrieben in Offenbarung 19, ab Vers 11.
Also, es ist ein strenger zeitlicher Ablauf: sieben Siegelgerichte nach der Entrückung, wobei das siebte Siegel aus sieben Posaunengerichten besteht. Aber auch da müssen wir beachten: Die siebte Posaune besteht aus sieben Schalengerichten. Wir haben das jetzt immer wieder wiederholt, und die Wiederholung ist ja die Mutter des Lernens. Darum sage ich das immer wieder, bis man das auswendig kann.
Dieser strenge Ablauf wird in der Offenbarung ständig unterbrochen durch Abschnitte, die den Hintergrund der Zeit der kommenden Gerichte beleuchten und verständlich machen. Dabei wird manchmal in diesem Hintergrund-Einschub vorausgegriffen auf die Zukunft. Da wird zum Beispiel schon von der Wiederkunft Christi gesprochen, obwohl das eigentlich noch nicht gekommen ist. Das kommt eigentlich erst in Kapitel 19. Und wenn man das nicht beachtet, dass da eben ein Hintergrund beschrieben wird, bei dem vorausgegriffen wird, kriegt man den Eindruck, die Offenbarung sei ein Chaos. Dann kommt Jesus Christus wieder, und dann ist man wieder in den Gerichten, und dann kommt er wieder. Nein, der Ablauf ist klar: Siegel, Posaunen, Schalen, dann kommt Jesus Christus.
Aber dieser strenge Ablauf wird eben durch Hintergrundberichte unterbrochen, und zwar sehr systematisch. Immer vor Nummer eins kommt ein Einschub, nämlich vor dem ersten Siegel, Kapitel 6, Vers 1, kommt der Einschub in Kapitel 4 und 5. Szene im Himmel: Das Lamm Gottes ergreift das Buch mit den sieben Siegeln. Das muss alles zuerst erläutert werden, bevor dann die Siegelgerichte beschrieben werden.
Und immer zwischen Nummer sechs und sieben gibt es einen Einschub. Das ist so bei den Siegeln, bei den Posaunen, bei den Schalen, und da gibt es zusammen sieben Einschübe. Also alles sehr strukturiert in der Offenbarung.
Und jetzt haben wir eben die siebte Posaune erwähnt gefunden. Da geschieht noch nichts, das kommt erst in Kapitel 16. Aber jetzt ist klar: Alles, was wir hier haben, ab Kapitel 11, Vers 19, und jetzt Kapitel 12, wo wir gelesen haben, aber auch 13, 14, 15, das ist alles ein Einschub vor Nummer eins. Und dann kommt die erste Schale, die zweite, die dritte, im Kapitel 16. Und das ist nun ein sehr langer, umfangreicher Einschub, wo wir sehr, sehr viel lernen über die Hintergründe.
Und da werden wir sogar sehen: Bei diesen Hintergründen gibt es nicht nur Vorausschau, sondern es gibt sogar ein Zurückgehen in die Vergangenheit. Das ist eigentlich wie im Film, in der Technik des Films. Da kann der Regisseur eben Gebrauch machen von sogenannten Flash Forward. Man greift voraus, zeitlich, aber das ist eigentlich noch gar nicht dran. Und es gibt auch Flash Backward, das ist ein Zurückgreifen, und dann kommen wir wieder in die Gegenwart zurück. Das finden wir auch in diesen Einschüben, also nicht nur den direkten Hintergrund, sondern eben auch Flash Forward, Flash Backward.
Nun, das Erste, was wir in diesem Einschub sehen, und da haben wir doch letztes Mal schon davon gesprochen, nicht wahr, von der Bundeslade im Himmel: Liest jemand noch einmal Kapitel 11, Vers 19?
Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde sichtbar in seinem Tempel. Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.

Der himmlische Tempel und die Bedeutung der Bundeslade

Ja, also hier erfahren wir etwas Interessantes über den Himmel. Aufgrund dieses Verses können wir sagen: Was gibt es im Himmel? Einen Tempel. Es gibt im Himmel einen Tempel. Und was wird noch gesehen? Eine Bundeslade.
Das ist natürlich höchst interessant. Wenn wir daran denken, dass Johannes im Jahr 95 lebte und noch dieses schreckliche Jahr in seinem Leben miterlebt hatte, als der Tempel in Jerusalem durch die Römer verwüstet und abgebrochen wurde, im Jahr 70. Aber gab es eigentlich damals im Tempel eine Bundeslade? Wann hatte man zum letzten Mal die Bundeslade? Im ersten Tempel. Also im Salomonstempel war die Bundeslade drin, und wie jemand sagt, noch zuvor in der Stiftshütte.
Aber als die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten und den zerstörten Salomonstempel wieder neu aufbauten, sie bauten den zweiten Tempel, da war das ein Tempel ohne Bundeslade. Das Allerheiligste war ein leerer Raum. Ja, wo hat denn der Hohe Priester an Jom Kippur das Blut des Opfers gesprengt? Er musste es ja siebenmal auf den Boden vor die Bundeslade und einmal auf den Deckel der Bundeslade. So war es immer in der Stiftshütte, und so war es im Salomonstempel. Aber im zweiten Tempel? Auf den Felsen, wo die Bundeslade hätte stehen sollen.
Ja, und war das leicht ersichtlich, wo die Bundeslade hätte stehen sollen? Ja. Warum? Weil man diesen Abdruck da gesehen hat. Also Salomo hatte ja nach 1. Könige 8 das Allerheiligste zubereitet mit einem Ort für die Bundeslade. Und das ist eine Vertiefung im Felsen, die man heute noch sehen kann, im Felsendom. Seit dem Jahr 2000 können Nichtmuslime gar nicht mehr diesen Ort betreten, aber ich war früher drin und habe das gesehen. Die originale Vertiefung war ganz zentral in der Mitte des Allerheiligsten, genau für die Bundeslade, und das Maß ist 131 Zentimeter. Das sind genau die zweieinhalb Königsellen, die die Bundeslade maß. So ist diese Vertiefung da.
Aber eben, wie gesagt, im zweiten Tempel hat der Hohe Priester das Blut einmal gesprengt, anstatt auf den Deckel in die Vertiefung des Felsens. Ja, und nun, der Tempel im Jahr 70 ist untergegangen, aber es war ein Tempel ohne Bundeslade. Und nun sieht Johannes in der Offenbarung in den Himmel hinein den Tempel und sieht die Bundeslade, die himmlische Bundeslade. Das ist schon fantastisch, was er da gesehen hat.
Und da kommt Folgendes dazu: Der Hebräerbrief macht uns ja klar, dass auch schon die Stiftshütte nicht irgendwie Fantasie war, sondern Mose hatte ja eine Vorlage gesehen, als er auf dem Berg war, auf dem Berg Horeb im Sinai. Und Gott hat ihm gesagt, er müsse ganz genau nach dieser Vorlage bauen. Können wir das kurz aufschlagen? In Hebräer 8 steht das. Liest uns jemand vor? Hebr. 8, Verse 3 und 4.
Denn jeder Hohe Priester wird eingesetzt, um sowohl Gaben als auch Schlachtopfer darzubringen. Daher ist es notwendig, dass auch dieser etwas hat, das er darbringt. Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht einmal Priester, weil da solche sind, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen, die dem Abbild und Schatten der himmlischen Dinge dienen, wie Mose eine göttliche Weisung empfing, als er im Begriff war, das Zelt aufzurichten. Denn sieh zu, spricht er, dass du alles nach dem Muster machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist.
Ja, das reicht. Also hier erklärt der Hebräerbrief in Vers 4: Wenn er, Jesus Christus, auf der Erde wäre, so wäre er nicht einmal Priester. Der Herr Jesus war als Mensch aus dem Stamm Juda, und die Priester mussten aus dem Stamm Levi sein. Also er konnte gemäß dem Gesetz Mose nicht Priester sein. Und hier wird erklärt: Wenn er jetzt noch auf Erden wäre, so wäre er nicht einmal Priester, weil solche da sind, die nach dem Gesetz die Gaben darbringen, die Opfer darbringen.
Und dann wird gesagt: Diese Priester aus dem Stamm Levi, aus der Familie Aarons, die im zweiten Tempel dienten, den gab es ja zur Zeit des Hebräerbriefes noch, der wurde im Jahr 62 geschrieben, die dienen dem Schatten. Abbild und Schatten der himmlischen Dinge. Und das wird erklärt: Mose hatte ja damals auf dem Berg eben eine Weisung bekommen, als er die Stiftshütte baute.
Die Stiftshütte war der Tempel in der einfachsten Reduktion, nicht wahr? Man kann sagen, der Salomonstempel war dann eine noch weitere, detailliertere Ausführung. Die Stiftshütte war das einfachste, schlichteste, auf die wesentlichsten Linien reduzierte Abbild von dem, was im Himmel ist. Also das Original im Himmel und auf Erden eine Kopie des Himmlischen.
Und nun sieht also Johannes in der Offenbarung in den Himmel hinein den originalen himmlischen Tempel und die Bundeslade.
Nun, was bedeutet diese Bundeslade für Israel? Wieso ist diese Bundeslade wichtig im Himmel? Welchen Bund repräsentiert sie zwischen dem Volk Israel und Gott? Ja, eben, die Bundeslade, der Name sagt es ja, war gewissermaßen der Ausdruck dafür, dass Gott mit Israel am Sinai einen Bund geschlossen hatte. Das kann man nachlesen ab 2. Mose 19. Und die Israeliten, das ganze zwölfstämmige Volk, hat sich dreimal verpflichtet: Alles, was der Herr gebietet, wollen wir tun.
Das war ein zweiseitiger Bund, und als Besiegelung dieses Bundes bekam Mose die zwei Tafeln. Also man muss sich das nicht so vorstellen: fünf Gebote auf einer Tafel und fünf Gebote auf der anderen Tafel, sondern zehn auf der einen und zehn auf der anderen. Wie machen wir das für einen Vertrag? Normalerweise sind es zwei Ausführungen für jede Partei. Diese beiden Tafeln wurden nach 2. Mose 25 in die Bundeslade hineingelegt. Das war quasi der Ort der Dokumentation: Gott hat einen Bund mit Israel geschlossen.
Und dieser Bund wird sogar in der Bibel beschrieben als ein Ehebund. Also Gott, der Ehemann, und Israel, die Ehefrau, das wurde so besiegelt. Aber das Schreckliche ist: Das erste Gebot sagt ja: Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Das ist ja so beim Heiraten: Wenn man Ja sagt, sagt man gleichzeitig Nein, nämlich man sagt Ja dem Ehepartner und Nein allen anderen. Das ist ein absolutes No-Go. Wenn man Ja sagt, dann gibt es keine Alternative mehr, weder solche, die man früher gekannt hat, noch solche, die man später kennenlernen wird. Das ist die Abmachung.
Und so war das ganz klar dokumentiert: eheliche Treue zwischen Gott und Israel. Aber in der ganzen weiteren Geschichte Israels sehen wir, das Volk hat ständig andere Götter dazugenommen und die verehrt. Und das nennt die Bibel, besonders im Buch Hosea, da wird das ganz ausführlich behandelt, Ehebruch. Und das hat dazu geführt, dass Gott gesagt hat: Ich scheide mich von euch. Die Ehe wurde aufgelöst.
Können wir das aufschlagen in Jesaja 50, Vers 1? Liest das jemand vor?
So spricht der Herr: Wo ist denn der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entlassen hätte? Oder wäre es das von meinen Gläubigern, dem ich euch verkauft hätte? Siehe, eurer Sünden wegen seid ihr verkauft, und wegen eures Verbrechens ist eure Mutter entlassen.
Jawohl, also hier wird Israel gesehen gewissermaßen als Mutter der späteren Israeliten, und Gott sagt: Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter, mit dem ich sie entließ? Gott hat also Israel entlassen mit einem Scheidebrief, und zwar so, wie das die Tora vorsieht, als möglich im Fall von vollzogenem Ehebruch.
Schlagen wir auf 5. Mose 24. Liest jemand vor? Kapitel 24, Vers 1.
Aber jetzt ist das ja eine Stelle, die hat unter den Pharisäern große Diskussionen ausgelöst, die Frage der Ehescheidung. Und zwar haben die Pharisäer wissen wollen, wie Jesus Christus diese Stelle interpretiert. In Matthäus 19 können wir das nachlesen. Das war nämlich eine große Diskussion unter den Pharisäern selbst. Es gab zwei Lehrrichtungen, und die haben sich da eben gestritten: Wie muss man das verstehen? Hier steht ja Scheidung, einen Scheidebrief geben, weil er etwas Schamwürdiges an ihr gefunden hat. Und die haben sich gefragt: Was heißt schamwürdig?
Und die eine Schule, die Schule von Schammai, hat gelehrt: Schamwürdig bedeutet vollzogener Ehebruch. Das ist so schlimm vor Gott, so schwerwiegend, dass dann die Möglichkeit einer Auflösung des Bundes besteht, aber sonst nicht. Und die liberalere Schule von Hillel, und das ist übrigens: Hillel war ein Vorfahre von Gamaliel, dem Lehrer von Paulus, er war zu den Füßen von Gamaliel. Das ist die liberalere Richtung im Pharisaismus. Und Hillel hat gelehrt: Nein, Schamwürdig, das kann irgendetwas sein, also quasi wenn eine Frau das Essen verbrennt, das wäre ein Grund für Ehescheidung.
Das war das Problem. Und jetzt versteht man eben, warum dann die Jünger auch hierzu Fragen hatten. Können wir ganz kurz lesen, Matthäus 19, Vers 3?
Und Pharisäer kamen zu ihm, versuchten ihn und sprachen: Ist es einem Mann erlaubt, aus jeder beliebigen Ursache seine Frau zu entlassen?
Ja, das ist genau die Frage. Jede beliebige, so wie Hillel gesagt hat, oder eben nicht aus jeder beliebigen, sondern nur diese Ausnahme bei vollzogenem Ehebruch, also nicht in Gedanken, sondern vollzogen, und das nennt die Bibel Hurerei, jeglichen Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe. Das ist die Frage: Ist es einem erlaubt aus jeder Ursache oder eben nicht?
Und dann die Antwort:
Er aber antwortete und sprach: Habt ihr nicht gelesen, dass der, welcher sie schuf, sie von Anfang an als Mann und Frau schuf und sprach: Darum wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und es werden die zwei ein Fleisch sein, sodass sie nicht mehr zwei sind, sondern ein Fleisch? Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
Ja, also wenn Sie da kommen mit dieser Frage nach Ehescheidung, dann sagt der Herr Jesus: Habt ihr die Bibel eigentlich nicht richtig gelesen, beziehungsweise habt ihr sie überhaupt gar nicht gelesen? Das steht ja schon ganz am Anfang der Rolle des ersten Buches Mose, eben dass Gott ganz am Anfang so erschaffen hat und damit gezeigt hat, was seine Gedanken, was sein Ratschluss ist. Ein Mann und eine Frau. Übrigens steht da wörtlich männlich und weiblich.
Da haben wir gerade eine Klarstellung, denn unsere Gesellschaft weiß den Unterschied nicht mehr richtig. Sie meinen, es gäbe männlich und weiblich und dann noch ein paar Dutzend weitere Varianten. Ja, man muss mal schauen, was man unter Facebook, was man da ankreuzen, was man da angeben kann. Alle möglichen Varianten lässt die heutige Gesellschaft zu, aber er sagt männlich und weiblich. Und dann wird auch klargemacht, dass ein Mann und eine Frau, die heiraten sich und die werden ein Fleisch, das ist Gottes Plan.
Und dann ist völlig klar, der Jesus erklärt: Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden. Also grundsätzlich gilt, dass Gott keine Ehescheidung will, und in Maleachi 2 heißt es sogar: Ich hasse Ehescheidung. Also eigentlich sollte das gar kein Thema sein unter Christen. Gott hasst Ehescheidung. Wenn man das Ja-Wort gegeben hat, dann ist es definitiv, und Römer 7 sagt, dass dieser Ehebund, überhaupt ein Bund, der gilt, solange man lebt. Und erst mit dem Tod wird dieser Bund aufgelöst, und dann ist eine Wiederverheiratung grundsätzlich möglich.
Aber jetzt sagt der Herr Jesus: Also Gott hat zusammengefügt, das sollen wir nicht scheiden. Und jetzt kommt eine zweite Frage.
Sie sagen zu ihm: Warum hat denn Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und zu entlassen?
Er spricht zu ihnen: Mose hat wegen eurer Herzenshärtigkeit euch gestattet, eure Frauen zu entlassen. Von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
Die nächste Frage: Warum hat Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben? Nun, der Herr Jesus macht klar, das stimmt ja gar nicht. Mose hat nirgends geboten, man müsse einen Scheidebrief geben. Nicht wahr, wir haben ja gelesen, 5. Mose 24,1, das ist ein Wenn-dann-Gesetz. Muss man gut achten in den fünf Büchern Mose. Wenn-Gesetze sind nicht einfach ein Gebot, sondern wenn dann ein bestimmter Fall und dann: Wenn ein Mann eine Frau nimmt und sie ehelicht und es geschieht, wenn sie keine Gnade in seinen Augen findet, weil er etwas Schamwürdiges an ihr gefunden hat, dass er ihr einen Scheidebrief schreibt.
Mose sagt nicht: Schreibt bitte einen Scheidebrief. Er sagt: Wenn das so ist und er schreibt einen Scheidebrief und sie geht, und dann das Weitere wird einfach geregelt. Aber Gott hat gesagt: Ja, unbedingt fortschicken und einen Scheidebrief schreiben, das ist ein Wenn-dann-Gesetz.
Also ich habe in meiner Bibel nur so als Anregung, wie man die Bibel studieren und was hilfreich sein kann: Ich habe in Vers 7 das Wort geboten speziell gekennzeichnet. Sie fragen: Warum hat denn Mose geboten? Und dann habe ich das Wort in Vers 8 gestattet auch angezeichnet und mit einer Linie verbunden. Also Sie meinen, Mose hat geboten, einen Scheidebrief zu geben, aber der Herr Jesus sagt: Mose hat wegen eurer Herzenshärtigkeit gestattet, eure Frauen zu entlassen.
Also der Abschnitt in 5. Mose 24 macht deutlich: Diese Möglichkeit besteht von einer Scheidung bei vollzogenem Ehebruch, und dann wird weiter geregelt, wie das gehen muss. Natürlich, dann braucht es einen Scheidebrief, damit auch eine rechtliche Grundlage für das Weitere vorhanden ist. Also der Herr Jesus macht wirklich klar, was da gemeint ist. Er hat gestattet, und zwar wegen eurer Herzenshärtigkeit, weil der Mensch so böse ist und es wirklich möglich ist, dass es zu diesem Schlimmsten kommen kann, von Ehebruch.
Dann macht er aber nochmals klar: Er hat euch gestattet, eure Frauen zu entlassen, von Anfang aber ist es nicht so gewesen. Das entspricht nicht Gottes Plan, so wie er von Anfang her von Gott festgelegt war.
Und dann können wir noch Vers 9 dazunehmen:
Ich sage euch aber, dass wer immer seine Frau entlässt, außer wegen Hurerei, und eine andere heiratet, Ehebruch begeht, und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Ja, jetzt macht der Herr Jesus klar: Wenn jetzt eine Frau weggeschickt worden ist, weil sie irgendetwas nicht so ganz toll gemacht hat im Haushalt, jetzt hat sie einen Scheidebrief und jetzt denkt sie, jetzt kann ich wieder heiraten. Ich bin geschieden, jetzt kann ich wieder heiraten. Und der Herr Jesus macht hier klar: Ich sage euch aber, dass wer irgendeine Frau entlassen wird, außer wegen Hurerei, und eine andere heiratet, Ehebruch begeht, weil vor Gott diese Auflösung nicht gilt, der Bund ist noch da.
Allerdings, der Rückschluss ist natürlich: Wenn Hurerei vorliegt, dann wäre das nicht Ehebruch. Aber im alten Israel, seit den Evangelien, müssen wir uns natürlich im Klaren sein, da war die Moral nicht so tief wie heute bei uns. Unsere Moral ist so tief, und Ehebruch ist in unserer gefallenen Gesellschaft, die auch eben wirklich von Gott und seinem Wort abgefallen ist, so verbreitet. Aber das war nicht zu allen Zeiten so. Und da muss man sich vorstellen, in Israel gab es manche Frauen, die waren geschieden, aber aus einem nichtigen Grund. Und darum macht der Herr klar, die können sich nicht einfach wiederverheiraten, sonst wird ja gerade der Bund gebrochen durch eine neue Heirat.
Also hier macht er klar: Ich sage euch aber, dass wer irgendeine Frau entlassen wird, nicht wegen Hurerei, und eine andere heiratet, Ehebruch begeht. Und dann sagt er noch: Und wer eine Entlassene heiratet, und damit ist noch wieder gemeint eine, die entlassen ist, nicht wegen Ehebruch, und wenn er die heiratet, dann begeht er Ehebruch.
Wir haben noch eine Stelle, wo die umgekehrte Seite gezeigt wird: Matthäus 5 in der Bergpredigt, Vers 31: Wer seine Frau entlassen will, gebe ihr einen Scheidebrief. Ich aber sage euch: Jeder, der seine Frau entlassen wird, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass mit ihr Ehebruch begangen wird. Und wer eine Entlassene heiratet, begeht Ehebruch.
Ja, also auch da erklärt der Herr: Wer seine Frau entlässt, und jetzt sprechen wir nicht von dieser Ausnahme vollzogener Ehebruch, außer aufgrund von Hurerei, macht, dass sie Ehebruch begeht. Also sie meint dann: Jetzt gehe ich, jetzt bin ich frei. Aber sie ist nicht frei. Aber wie gesagt, wenn diese Ausnahmeklausel vorliegt, dann ist der Fall anders.
Und jetzt sehen wir die eigenartige Reaktion der Jünger. Nochmals Matthäus 19, Vers 10: Also der Herr macht klar, das geht nicht einfach so, nur dieser Ausnahmefall, und die Reaktion der Jünger:
Seine Jünger sagen zu ihm: Wenn die Sache des Mannes mit der Frau so steht, so ist es nicht ratsam zu heiraten.
Schrecklich! Also wenn das so streng ist, dann lieber nie heiraten. Das ist erschreckend, nicht wahr?
Und dann weiter:
Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen dieses Wort, sondern die, denen es gegeben ist. Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind. Es gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten worden sind, und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Reiches der Himmel willen. Wer es fassen kann, der fasse es.
Also die Jünger sagen: Dann ist es wahrscheinlich, dann wäre das Leben einfacher, wenn man ledig bleibt. Ja, und dann sagt der Herr zum Thema ledig sein: Drei Typen müssen wir unterscheiden. Und er spricht da von Verschnittenen. Gemeint ist: Ein Verschnittener bedeutet jemand, der kastriert ist und damit eben nicht ehefähig ist.
Er sagt, es gibt eigentlich drei Arten von Eheunfähigkeit: von Mutterleib an geboren, also da liegt ein Geburtsschaden vor, der eine Eheschließung unmöglich macht. Und dann gibt es solche, die sind verschnitten von den Menschen. Es gibt solche Menschen, die sind durch die Schuld anderer Menschen so eingeschränkt, dass sie sich sagen müssen: Es geht nicht, eine Eheschließung in meinem Fall. Das sind sehr schmerzhafte Dinge, da liegt die Schuld der Menschen vor. Aber eben, für alles kann Gott Gnade geben.
Und dann noch ein dritter Fall: Jemand, der sich verschnitten hat um des Reiches der Himmel willen. Das ist genau das, wovon Paulus in 1. Korinther 7 spricht, und er sagt, er als Evangelist hat sich so entschieden, damit ich mehr investieren kann für das Reich Gottes, bleibe ich unverheiratet.
Das sind diese drei Typen, die der Herr Jesus da vorstellt, um den Jüngern zu zeigen: Nein, nein, nicht einfach denken, wenn es so schwierig ist mit Heiraten und wenn es dann Probleme gibt und dann kann man nicht einfach schnell wegschicken und dann lieber ledig bleiben. Nein, nein, nein, es gibt diese drei, die müssen wir unterscheiden.
Also, das war jetzt so ein kleiner Exkurs, um eben das mit dem Scheidebrief deutlich zu machen. In Jesaja 50 haben wir gesehen: Gott hat Israel als Nation, die durch Götzendienst immer und immer wieder diesen Bund, der in der Bundeslade besiegelt war, gebrochen hat, und so hat Gott diesen Scheidebrief gegeben, Israel als Ehefrau entlassen.
Jetzt lesen wir noch etwas aus Hosea. Hosea ist ein Prophet zur Zeit des ersten Tempels, als die Bundeslade noch da war. Liest uns jemand vor Hosea 1, Vers 9? Hosea hatte eine Frau geheiratet, die ihm untreu wurde. Das war ganz furchtbar für ihn. Und jetzt liest jemand Kapitel 1, Vers 9. Er hat ein Kind geboren, das hieß Lo-Ammi. Also bei mir ist es 1, Vers 9, ich glaube auch bei anderen. Wer liest?
Ich will nicht euer Gott sein.
Jawohl, also dieses eine Kind bekam den Namen Lo-Ammi, das heißt: nicht mein Volk. Gott sagt diesem Volk, dem er ab dem Sinai gesagt hat, Israel ist mein Volk, sagt er jetzt: Ihr seid nicht mein Volk. Und das bedeutet, Gott hat dem anderen Bild, Gott hat den Scheidebrief gegeben und Israel gehen lassen.
Aber das Wunderbare ist: Hosea macht in den weiteren Versen deutlich, das wird aber nicht ewig so bleiben. Liest jemand weiter?
Durch die Zahl der Söhne Israel wird wie Sand am Meer werden, den man nicht messen und nicht zählen kann. Und es wird geschehen, an der Stelle, an der zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk, wird zu ihnen gesagt werden: Söhne des lebendigen Gottes!
Ja, also Gott sagt, es kommt aber die Zeit, wo er zu Israel wieder sagen wird, sie seien sein Volk. Und liest noch den übernächsten Vers.
Sagt zu euren Brüdern: Mein Volk, und zu euren Schwestern: Erbarmen!
Jawohl! „Sprecht zu euren Brüdern: Mein Volk“, das heißt Ammi. Also Gott macht klar: Jetzt seid ihr Lo-Ammi. Und dann kommt aber eines Tages die Zeit, wo er sagen wird: Ammi, mein Volk. Das heißt, Gott verspricht, dass er dieses entlassene Volk wieder annehmen wird.
Und dazu müssen wir noch lesen: Hosea 2, Vers 19.
Und ich entferne die Namen der Baalim aus ihrem Mund, und sie werden nicht mehr mit ihrem Namen erwähnt. Und ich schließe für sie an jenem Tag einen Bund mit den Tieren des Feldes und mit den Vögeln des Himmels und mit den kriechenden Tieren des Erdbodens, und Bogen und Schwert und Krieg zerbreche ich und entferne sie aus dem Land. Und ich lasse sie in Sicherheit wohnen. Und ich will dich mir verloben in Ewigkeit, und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen. Ja, in Treue will ich dich mir verloben, und du wirst den Herrn erkennen.
Jawohl, also Gott sagt diesem Volk, das den Götzendiensten, dem Baalskult, hingegeben war: Es kommt der Tag, wo ich euch wieder neu heirate. Verloben und dann wieder heiraten. Dieses Volk wird zurückgeholt, es ist nicht für immer auf die Seite getan.
Ab jetzt verstehen wir: Als die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten und den zweiten Tempel bauten, da hatten sie die Bundeslade nicht mehr drin. Warum? Sie waren Lo-Ammi. Das Zeichen des Bundes war nicht mehr da. Und darum durfte die Bundeslade nicht im Allerheiligsten sein zur Zeit des zweiten Tempels. Und trotzdem hat Gott diesen Tempel anerkannt. Der Herr Jesus nennt ihn ja in Johannes 2 das Haus meines Vaters. Und er sagt, das soll man nicht zu einem Kaufhaus machen, und später hat er auch gesagt, nicht zu einer Räuberhöhle.
Also Gott nimmt sie wieder an. Und ich habe diesen Fall erlebt. Ich hatte eine Klavierschülerin, die später dann geheiratet hatte, und die haben sich nicht ertragen. Die haben sich geschieden, und später haben die wieder geheiratet. Aber beide haben sich bekehrt, und das funktioniert jetzt. Also schon etwas sehr Ungewöhnliches, aber das gibt es wirklich. Und was die da demonstriert haben, das ist eigentlich genau das, was Gott mit Israel gemacht hat und noch machen wird.
Also Israel entlassen, Lo-Ammi, die Bundeslade ist im zweiten Tempel nicht mehr da. Und jetzt sind die Juden ja dran, den dritten Tempel vorzubereiten. Und ich habe gerade vor ein paar Tagen eine Führung gemacht durch das Tempelinstitut und all diese Geräte, die jetzt hergestellt sind, gezeigt: den Schaubrotisch aus Gold, den Räucheraltar usw., erklärt, wie man das am Räucheraltar macht, aber die Bundeslade, die machen sie nicht.
Ja, der alte Bund wird auch nicht mehr kommen. Der alte Bund ist sowieso mit dem Tod des Herrn Jesus das Ende des Gesetzes, Römer 10,4: Christus ist des Gesetzes Ende jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit. Aber es gibt einen neuen Bund, den hat Jeremia angekündigt. Das müssen wir jetzt unbedingt aufschlagen: Jeremia 31, das kann man sich gut merken, Jeremia 31, der neue Bund.
Und das ist so erstaunlich: Im Alten Testament wird das Neue Testament, der neue Bund, angekündigt. Und damit wurde alttestamentlich klar gemacht, dass der alte Bund, der Bund vom Sinai, nicht ewig bleiben wird. Hebräer 8 am Schluss erklärt das so schön: Dadurch, dass Gott in Jeremia von einem neuen Bund spricht, wird automatisch der erste Bund vom Sinai alt gemacht, und was alt ist, veraltet und ist dem Verschwinden nahe.
Jetzt kommt dieser neue Bund, 31,31. Liest jemand?
Jetzt spricht der Herr: Da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde.
Jawohl, das Haus Israel, was bedeutet das im Kontrast zum Haus Juda? Das ehemalige Nordreich, oder? Ja, das sind die zehn Stämme. Das Haus Israel, das sind die zehn Stämme, und das Haus Juda, das sind die zwei Stämme, Juda und Benjamin. Also mit dem zwölfstämmigen Volk Israel wird Gott einen Bund schließen.
Weiter.
Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen, denn sie haben meinen Bund gebrochen.
Ja, also dieser neue Bund wird anders sein, nicht wie dieser Bund, den Gott nach dem Exodus aus Ägypten, nach dem Auszug aus Ägypten am Sinai geschlossen hat. Und sowieso, sie haben ja diesen Bund gebrochen durch Ehebruch. Und der Text sagt weiter:
Und doch hatte ich mich mit ihnen vermählt, spricht der Herr.
Das wird klargemacht, dieser Bund am Sinai war ein Ehebund mit Israel. Aber sie haben ihn gebrochen.
Jetzt weiter:
Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben. Und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht der Herr. Denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken.
Ja, bis dahin, das reicht. Also es wird erklärt: Dieser neue Bund sieht also folgendermaßen aus. Gott wird das Gesetz nicht in die Bundeslade legen, sondern auch etwas hineinlegen, aber direkt in die Herzen. Das bedeutet also, Gott wird Israel so erneuern als Volk, dass jeder wiedergeboren ist. Das neue Leben aus Gott bekommt, da ist das Gesetz im Herzen drin.
Und zweitens: Gottes Wort ins Herz hineingeschrieben. Drittens: eine neue Beziehung. Ihr Gott, sie sind mein Volk. Ammi heißt das. Viertens: Sie werden alle Gott wirklich erkennen. Und Gott kennen heißt Leben, so sagt der Herr Jesus das in Johannes 17: Dies ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Also alle werden Gott erkennen, man muss keinem Mitbürger mehr sagen: Erkenne den Herrn, komm zum Glauben, bekehre dich. Alle sind bekehrt, alle erkennen den Herrn.
Und ein viertes Kennzeichen: völlige Sündenvergebung, denn ich werde ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken. Und im alten Bund war es so: Am Jom Kippur bekennt der Hohe Priester die Sünde Israels auf den Sündenbock. Und alle jubeln am Ende des Jom Kippur, am nächsten Tag beginnt das Problem wieder. Und dann warten sie wieder, bis Jom Kippur ist, der Hohe Priester bekennt die Schuld Israels, und am nächsten Tag beginnt es schon wieder. Darum sagt Hebräer 10: Eigentlich waren diese alljährlichen Opfer ein Erinnern an die Sünde. Aber sagt Hebräer 10: Jetzt ist es so anders, der Herr Jesus ist gekommen und hat sich ein für allemal als Opfer hingegeben am Kreuz, und er hat dadurch die Sünde abgeschafft. Und jetzt gibt es diese völlige Vergebung, wo man wirklich zur Ruhe kommt, denn der Herr Jesus hat am Kreuz die Sünden der Vergangenheit auf sich genommen, die Sünden der Zukunft sogar. Und das entspricht eben dem: Ich werde ihre Missetat vergeben, ihrer Sünden nicht mehr gedenken.
Das sind diese vier großen Segnungen des neuen Bundes, den Gott mit Israel schließen wird, übrigens nicht mit der Gemeinde. Als der Herr Jesus beim letzten Passa den Kelch genommen hat, den dritten Kelch, den Kelch der Segnung, hat er gesagt: Dies ist der Bund in meinem Blute, dies tut zu meinem Gedächtnis. Er hat nichts davon gesagt, dass dieser Bund mit der Gemeinde geschlossen wird. Man kann das Neue Testament zehnmal durchlesen und wird nie einen Bibelvers finden, dass der Bund mit der Gemeinde geschlossen ist. Er wird mit Israel geschlossen. Das sagt das Neue Testament in Hebräer 8, da werden nämlich genau diese Verse zitiert mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda, mit den zwölf Stämmen.
Aber keine Sorge: Die Christen haben in Vorwegnahme bereits alle diese Segnungen bekommen: Gottes Wort im Herzen, eine Neubeziehung als himmlisches Volk zu Gott, Erkenntnis Gottes und völlige Sündenvergebung. Das haben wir schon längst. Wir haben die Segnungen des neuen Bundes, obwohl der Bund nicht mit uns geschlossen ist. Der Bund wird offiziell mit Israel geschlossen werden in der Zukunft, mit diesem Israel, das sich bekehren wird, denn nach der Entrückung, das haben wir ja schon längst gesehen, Offenbarung 7, 144.000 werden sich als Vorhut bekehren, und dann in der großen Drangsal, also in der Zeit des siebten Siegels mit den Posaunengerichten und Schalengerichten, da kommt ein Drittel der Bevölkerung zum Glauben, Sacharja 13,8, aber zwei Drittel werden umkommen, und dann wird das in Erfüllung gehen, was Römer 11 sagt, und dann wird ganz Israel gerettet werden. Gut, es ist der Drittel, aber der Drittel wird dann das Ganze sein. Und mit diesem Volk, alles Bekehrte, alles Wiedergeborene, schließt Gott offiziell diesen Bund.
Und jetzt kommt etwas Besonderes, und da mache ich mir Pause. Der Herr Jesus erklärt uns Hebräer 8: Als Mensch auf der Erde wäre er nicht Priester im zweiten Tempel, denn er ist aus dem Stamm Juda, nicht aus dem Stamm Levi. Aber er hat sich selber geopfert am Kreuz, und jetzt lesen wir dazu Hebräer 9, Verse 11 und 12. Liest uns das jemand vor, bitte?
Christus aber ist gekommen als Hoher Priester der zukünftigen Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist, und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für alle Mal in das Heiligtum hineingegangen und hat uns eine ewige Erlösung erworben.
Also, der Herr Jesus ist der himmlische Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, nicht nach der Ordnung Aarons, das erklärt der Hebräerbrief, und er ist mit seinem Blut in den Himmel hineingegangen ins Heiligtum, und dort hat er das Blut gesprengt auf die Bundeslade im Himmel. Und das ist das Blut des neuen Bundes.
Und jetzt ist klar: Offenbarung 11,19. Da sieht Johannes eben die Bundeslade nicht auf Erden, sondern im Himmel, und das ist nicht die Bundeslade des alten Bundes, sondern die Bundeslade des neuen Bundes. Damit wird klargemacht: Jetzt werden zwar noch schreckliche Dinge über Israel kommen in der Drangsalzeit, aber das mit dem neuen Bund, das ist schon längst geregelt. Und Israel wird das Ziel erreichen, und Gott wird dieses Volk wieder offiziell als Ammi, mein Volk, anerkennen und wird eben mit diesem Volk offiziell den neuen Bund schließen.
Johannes, der das gesehen hat, das war fantastisch: die Bundeslade im Himmel. Ja, und dann gleich heißt es in dem Vers 19: Die Bundeslade wurde in seinem Tempel gesehen, und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und Erdbeben und ein großer Hagel. Schrecklich, was Israel erleben wird, aber dieser neue Bund steht, und das ist der ewige Bund, wie Hebräer 13 ihn nennt. Der wird nicht mehr abgelöst durch einen weiteren Bund. Das war ja der riesige Irrtum von Lessing. Der hat ja einen solchen Unsinn geschrieben. Also ich meine jetzt nicht natternderweise, auch schon das ist ja völlig daneben, man könne nicht wissen, was die Wahrheit ist, aber der hat ja diesen Gedanken ausgeführt: Ja, wer kann uns sagen, dass quasi das Neue Testament das Letzte ist, dass dann nicht wieder etwas anderes kommt und so weiter. Die Bibel macht klar: Der neue Bund ist der ewige Bund, der nie mehr abgebrochen wird. Das bleibt, und das ist ein Trost für Israel.
Und jetzt verstehen wir im nächsten Kapitel, schauen wir nach der Pause an diese Frau mit der Sternenkrone. Das ist Israel, das durch die große Drangsal hindurchgehen muss, aber wissen darf: Gottes Treue ist da, und das Blut des neuen Bundes spricht für dieses Volk. Ja, machen wir jetzt bis um zwanzig Minuten Pause.

Das Bild der Frau und ihre Deutung als Israel

Nun kommt eine weitere Phase in der Vision von Johannes auf Patmos. Er sieht eine Frau, bekleidet mit der Sonne, der Mond ist unter ihren Füßen, und sie trägt eine Krone mit zwölf Sternen.
Das Bild der Sterne kennen wir zum Beispiel aus der Josefs Geschichte. Josef träumt in 1. Mose 37 von elf Sternen sowie von Sonne und Mond, die sich vor ihm verbeugen. Seine Brüder verstehen, dass diese Sterne seine Brüder bedeuten. Ich kann mir das kurz aufschlagen. Die sich vor ihm verbeugen sollten, das hat sie sehr empört, dass ihr kleiner Bruder, also kleiner war siebzehn Jahre alt, aber größere finden ja, kleinere Siebzehnjährige sind kleine solche Dinge träumt.
Liest jemand 1. Mose 37,9? Siehe, noch einen Traum hatte ich, und siehe, die Sonne und der Mond und elf Sterne beugten sich vor mir nieder. Und er erzählte es seinem Vater und seinen Brüdern. Da schalt ihn sein Vater und sagte zu ihm: Was ist das für ein Traum, den du gehabt hast? Sollen wir etwa kommen, ich und deine Mutter und deine Brüder, um uns vor dir zur Erde niederzubeugen? Und seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn, aber sein Vater bewahrte das Wort.
Jawohl, also diese elf Sterne symbolisieren ganz klar die elf Brüder von Josef, die Stammväter wurden der elf Stämme Israels, während Josef dann Stammvater wurde des zwölften. Eines Tages werden die Brüder sich vor Josef verbeugen, was sich dann später erfüllt hat, nachdem Josef Herrscher in Ägypten, gerade unterhalb des Pharaos, geworden war.
Nun sehen wir hier die Verbindung: Ein Stern kann einen Stammvater Israels symbolisieren, und Jakob versteht sofort Sonne und Mond, ja, das bin ich, der Stammvater Israels. Nach Abraham, Isaak, kam Jakob und dann eben die zwölf Söhne, Väter der zwölf Stämme Israels. Jakob versteht sofort also Sonne, Mond, das meint den Stammvater Israels und die Stammmutter.
Nun, diese Frau in Offenbarung 12 trägt eine Krone mit zwölf Sternen. Das können wir von daher ableiten, entsprechend den zwölf Stämmen Israels. Und eben entsprechend Sonne und Mond im Traum von Josef finden wir das auch hier wieder: eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond unter ihren Füßen.
Und nun sehen wir: Diese Frau ist schwanger, und mehr als das, sie ist bereits in den Geburtswehen. Und wen gebiert sie? Ja, welcher Vers? Liest du mal?
Und sie gebar einen Sohn, ein männliches Kind, der alle Nationen hüten soll mit eisernem Stab, und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron.
Ein männlicher Sohn, der alle Nationen weiden soll mit eisener Rute. Wer das Alte Testament kennt, der weiß sofort, auf welche Stelle hier angespielt wird. Das ist Psalm 2,9. Habe ich gesagt, das geht sofort. Psalm 2, liest du mal, 2,9?
Mit eisernem Zepter willst du sie zerschmettern, wie ein Töpfergefäß sie zerschmeißen.
Jawohl, jetzt sehen wir die Parallele. Hier in Offenbarung steht: mit eisernem Stab. Das entspricht diesem eisernen Zepter. Und dann steht aber in Offenbarung: „Er wird sie mit dem eisernen Stab weiden“, aber in Psalm 2 steht: „zerschmettern“.
Ja, es ist so, der hebräische Text wird ja geschrieben mit Konsonanten, also nur mit Mitlauten. Und die Vokale, die setzt man ein, wenn man gut Hebräisch kann. Geht das? Braucht es keine Anzeichen für die Vokale. Wenn man nicht so gut Hebräisch kann, dann braucht man die Punkte und Striche, die die Masoreten im Mittelalter hinzugefügt haben, als Lesehilfe.
Nun, das gibt es ganz relativ selten. Da kann man einen Text mit den Konsonanten ein Wort so oder so lesen. Ja, also zum Beispiel, wenn man nur das Wort hätte, S, scharfes S, P, R, dann kann man das lesen als Sefer, dann heißt das Buch. Aber man könnte das gleiche Wort lesen als Zafar, dann heißt es: er erzählte. Aber man könnte es auch lesen als Siper, dann würde es heißen: er erzählte, zählen, erzählen, das ist auch im Hebräischen sehr nah beieinander, aber man muss einfach die Vokale ändern.
Aber man muss jetzt keine Angst haben, es ist nicht so, dass man ständig ein bisschen anders lesen könnte. Im Normalfall ist es absolut zwingend, wie man lesen muss. Aber es gibt so Ausnahmen, und das ist jetzt eine. Es ist nämlich so, dieses Wort zerschmettern, „du wirst zerschmettern“, kann man lesen als „terroän“, dann heißt es „du wirst sie zerschmettern“ oder „du wirst sie zerschmettern“ oder „du wirst sie zerschmettern“. Tir-em und dann heißt es: Du wirst sie weiden. Und jetzt sind wir in Offenbarung 12 wird das Wort eben als Tir-em gelesen und dann heißt es eben mit eisnem Stab sie weiden.
Aber es ist ganz klar, dass der Bezug eben ist Offenbarung 12 zu Psalm 2,9. Aber Frage: Wer spricht in Psalm 2 zu wem? Lies mal vor, Vers 7.
Also, du sagst, hier spricht Jesus Christus vom Vater. Und das können wir ganz einfach bestätigen, denn im Neuen Testament wird dieser Vers wiederholt zitiert, im Hebräerbrief. Zum Beispiel, und da wird klargemacht, dass wirklich hier dieser Satz „Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt“, dass das der Vater gesagt hat zu Jesus Christus als Mensch hier auf Erden. Es geht hier also darum, dass der Messias Gottes Sohn sein sollte als Mensch durch diese übernatürliche Zeugung, wie sie in Matthäus 1 und auch Lukas 1,2 beschrieben wird, dass eben die Jungfrau Maria durch das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes schwanger wurde. Und auf diese Weise ist Gott der Vater des Menschen Jesus Christus.
Gerade Muslimen muss man immer wieder erklären, wenn man vom Sohn Gottes spricht: Ihr müsst nicht so schockiert sein, denn euch hat man immer von Jugend an erzählt, die Christen, das sind so schlimme Leute, die glauben, Jesus sei der Sohn Gottes, und das würde ja bedeuten, das wäre eine Gotteslästerung, als hätte Gott mit Maria Liebe gemacht, also diese Ausdrucksweise. Die wird so benutzt von den Muslimen, darum sage ich das so, ich spreche nicht so, aber in anderen Zusammenhängen würde ich also nicht so sprechen. Aber die Muslime sagen das so, und die sagen, wir sind schockiert, das ist Gotteslästerung. Und da muss man sagen: Ja, natürlich wäre das Gotteslästerung, aber ich kenne keinen Christ, der sowas glaubt, das ist etwas ganz anderes.
Und in eurem Koran steht ja sogar, Allah habe Isa, das ist der islamische Jesus, der aber nicht der Jesus der Bibel ist, Allah hätte Isa im Mutterleib der Maria aus dem Nichts erschaffen. Welche Sure ist das? Das ist Sure 19, wenn es mir recht ist.
So wird das also dort gesagt, und dann muss man erklären: Seht ihr, Muslime glauben selber, dass Allah machen kann, dass die Jungfrau Maria ein Kind bekommt. Aber mit dem Jesus der Bibel ist das anders. Er ist nicht aus dem Nichts erschaffen worden, sondern er ist von jeher existiert, und er wurde Mensch. Und in Hebräer 10 hören wir die Stimme des Herrn Jesus, die sagt: Einen Leib hast du mir bereitet. Und das hängt nun eben zusammen mit diesem Wunder, dass Gott durch den Heiligen Geist eben das Kind, Jesus, im Mutterleib auf übernatürliche Art hat werden lassen, und das wird eben bezeichnet als Zeugen, aber ohne irgendwelche solche lästerlichen Nebengedanken. Da ist die Bibel völlig fremd.
Und so ist es aber wichtig: Der Jesus der Bibel, der war von Ewigkeit her und kam im Fleisch. Man kann den Muslimen auch gleich erklären, und übrigens in 1. Johannes 4, ab Vers 1. Da hat der Apostel Johannes im Injil geschrieben, denn die Muslime nennen das Neue Testament Injil, das heißt eigentlich Evangelium, aber damit meinen sie das ganze Neue Testament. Johannes hat im Injil geschrieben, dass über 500 Jahre bevor Muhammad gekommen ist: Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind. Und dann wird gesagt, wenn ein Geist sagt, dass Jesus Christus nicht im Fleisch gekommen ist, dann ist er nicht aus Gott, das ist der Geist des Antichrists. Und jeder Geist, der bekennt, Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, aus Gott, das bedeutet, wenn bekannt wird, dass der Herr Jesus eben schon vorher da war, und zwar von Ewigkeit her, ist er und er wurde Mensch, das bedeutet, er kam im Fleisch, ja? Und der Koran leugnet, Jesus im Fleisch gekommen. Und daran können wir den Geist erkennen, sagt 1. Johannes 4.
Das ist natürlich ein Schock für einen Muslim, aber seht ihr, es steht geschrieben, und das hat Johannes geschrieben schon lange vorher, ja, ihr habt die Bibel gefälscht, sagt er. Ja, wann wurde die Bibel gefälscht? In der Zeit von Mohammed. Wir haben Bibelhandschriften aus der Zeit von Mohammed, vielleicht vorher, wir haben Handschriften aus der Zeit vor Mohammed, aber die sind so wie die Handschriften, die sagen dasselbe wie die Handschriften aus der Zeit von Mohammed, vielleicht nach Mohammed, aber wir haben auch Handschriften aus dem achten, aus dem neunten, zehnten, elften, zwölften, dreizehnten, vierzehnten, fünfzehnten Jahrhundert, und die sagen auch dasselbe. Ja, wir haben 5 Handschriften vom Neuen Testament, und damit können wir ganz genau sagen, was ursprünglich im Neuen Testament geschrieben worden ist. Das ist nicht geändert worden, es war immer so. Also es war wirklich über 500 Jahre im Voraus so in der Bibel aufgeschrieben.
Achtung, wenn ein Geist kommt, der leugnet, Jesus ist im Fleisch gekommen, ist nicht aus Gott. Also, und schon das Alte Testament macht also deutlich: Der Messias wird als Mensch Gottes Sohn sein, in dem Sinn, dass eben Gott ihn auf eine übernatürliche Weise in diese Welt kommen lässt. Du bist mein Sohn, heute habe ich dich erzeugt.
Und jetzt in Psalm 2,2, da wird klar, dass dieser Psalm wirklich vom Messias spricht. Liest jemand Vers 2?
Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.
Jawohl, also hier geht es um den Herrn, gegen den sich die Großen der Welt auflehnen, und gegen seinen Gesalbten. Weißt du, was im Hebräischen steht für seinen Gesalbten? Ja, Maschiach. Also man könnte genauso hier in der deutschen Übersetzung schreiben: wider den Herrn und wider seinen Messias oder griechisch seinen Christus. Ja, also es ist klar, in diesem Psalm 2 geht es um den Messias, der eben als Mensch Gottes Sohn sein würde.
Und dann ist sehr schön der letzte Vers. Kann das jemand dazu lesen?
Küsst den Sohn, damit er nicht zornig wird und ihr nicht umkommt auf dem Weg, denn wie leicht kann sein Zorn brennen, wo in allen, die sich bergen, bei ihm.
Jawohl, also küsst den Sohn. Übrigens im Hebräischen sind das zwei verschiedene Wörter. In Vers 7: „Du bist mein Sohn“, das ist das Wort „Ben“. Und in Vers 12 wird das aramäische Wort Bar verwendet, weil es bedeutet Sohn, Ben und Bar.
Jetzt ist es so, der Herr Jesus ist tatsächlich in zwei verschiedenen Hinsichten Sohn Gottes. Er ist Sohn Gottes als Mensch dadurch, dass er eben durch den Heiligen Geist gezeugt wurde, in der Jungfrau Maria. Aber er ist auch Sohn Gottes von Ewigkeit her. Und das sehen wir zum Beispiel in Johannes 16,27. Wer liest? Johannes 16,27 und dann speziell 28.
Denn der Vater selbst hat euch lieb, weil ihr mich geliebt und geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin von dem Vater ausgegangen und in die Welt gekommen, wieder verlasse ich die Welt und gehe zum Vater.
Jawohl! Wenn der Herr Jesus nur Gottes Sohn wäre als Mensch, dann wäre also Gott sein Vater geworden damals, als er im Mutterleib der Maria empfangen worden war, nicht wahr? Aber hier sagt der Herr Jesus mehr, er sagt: Ich bin von dem Vater ausgegangen und in die Welt gekommen. Natürlich, im Vers vorher sagt er: Ich bin von Gott ausgegangen, das stimmt ja auch, er ist vom Himmel aus von Gott ausgegangen. Aber Vers 28, da sagt er: Ich bin von dem Vater ausgegangen, er war beim Vater und kam in die Welt. Also der Vater war schon, bevor er in die Welt gekommen war, sein Vater. Und er kam in die Welt und ging wieder zurück zum Vater.
Und in Hebräer 7, dort wird erklärt, dass Melchisedek, der König Melchisedek von Salem, ein Hinweis auf Jesus Christus ist. Dort wird erklärt in Hebräer 7: Melchisedek wird in der Bibel einfach beschrieben. Da ist er. Kein Vater, keine Mutter wird von ihm erwähnt, es wird nichts gesagt von der Geburt, vom Ende seines Lebens, kein Geschlechtsregister wird aufgeführt, einfach Melchisedek ist da, und damit ist er dem Sohn Gottes ähnlich gemacht. Ohne Anfang und ohne Ende. Nicht einfach, er ist, sagen wir, Christus ähnlich gemacht, sondern er ist dem Sohn Gottes ähnlich gemacht. Ohne Anfang, ohne Ende. Also das ist die ewige Sohnschaft des Herrn Jesus, und das müssen wir unterscheiden.
Und da ist es eben auch schön, das kann man sich fragen: Einmal steht hier Ben, Vers 7, und das andere Mal steht Bar. Warum benutzt der Heilige Geist zwei Wörter? Und tatsächlich, wenn wir das Neue Testament studieren, verstehen wir, der Messias sollte auf zwei Arten Sohn Gottes sein, von Ewigkeit her und seit seiner Menschwerdung.
Ja, und jetzt ging es ja darum, eben den Bezug zu machen zu Psalm 2. Die Frage war diese Frau mit der Sternenkrone: Wer ist sie? Das ist also die Mutter des Messias. Und jetzt kommt die Frage: Ist das also Maria? Das ist die Auslegung der katholischen Kirche. Ja, und die katholische Kirche betrachtet übrigens Maria als die Schutzpatronin von Europa. Ja, ja, bitte, also sagen Sie das, dass sie alles verstehen, lauter, ja.
Ja, hat der Papst damals diese Flagge gemacht? Weiß jemand, wie das ging? Das hat ein Grafiker entworfen, und das war ein Katholik. Und der hat durch seine Sache gedacht: zwölf Sterne im Kreis als Krone, Hintergrund blau, und wer Kunstgeschichte kennt, blau ist in der Kunst die typische Farbe von Maria. Ja, da muss man darauf achten, wenn Maria im Mittelalter auf den Gemälden dargestellt wird. Das ist die Frau mit dem blauen Kleid. Und darum ist in der katholischen Kunst blau ganz klar die Farbe von Maria und eben die zwölf Sterne.
Nun, damals, als dieses Wappen aufkam, waren es ja zwölf Nationen, die das vereinte Europa ausgemacht hatten, aber dann kamen doch einige dazu. Plötzlich drei dazu bis 15, und nachher kamen doch noch einige dazu bis 28, aber man hat keine Sterne hinzugefügt. Und das ist doch speziell, denn die Amerikaner haben das anders gehalten. Jedes Mal, wenn ein neuer Staat dazu kam und zuletzt auch noch Alaska, dann kam wieder ein Sternchen dazu ins Wappen. Das Wappen war also mutationsfähig.
Aber die EU hat ein nicht mutationsfähiges Wappen, und die Symbolik ist also damit gegeben. Aber es geht uns jetzt um Offenbarung 12: Ist das wirklich Maria oder nicht? Nun, das würde ja passen. Diese Frau gebiert den Messias, aber nachher wird gesagt von dieser Frau, dass sie in die Wüste flieht. Liest noch mal jemand Vers 6?
In die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1260 Tage lang ernähre.
Jawohl, und wir werden jetzt im Weiteren sehen, diese 1260 Tage hier sind die zweite Hälfte der siebzigsten Jahrwoche von Daniel. Der Prophet Daniel in Kapitel 9 schreibt über siebzig Jahrwochen, die die Geschichte Israels charakterisieren. Eine Jahrwoche dauert sieben Jahre, und 69 Jahrwochen sind schon erfüllt worden bis auf das erste Kommen des Herrn Jesus. Dann hat diese Uhr mit den Jahrwochen gestoppt, übrigens genau an Palmsonntag. Und Daniel 9 macht deutlich: Da gibt es einen Aufschub, Aufschub bis in die Endzeit, und dann in der Endzeit kommt nochmals eine Jahrwoche. Das sind die letzten sieben Jahre, bevor Jesus Christus als König der Welt kommt.
Diese sieben Jahre werden beginnen nach der Entrückung, und da wird Europa, das wiedererstehende römische Reich, einen Bund schließen mit Israel für sieben Jahre. Aber diese sieben Jahre sind in der Bibel zweigeteilt in dreieinhalb Jahre und dreieinhalb Jahre. Von den ersten dreieinhalb Jahren hatten wir es doch in Kapitel 11, nur als Erinnerung. Liest jemand 11,3?
Und ich werde meinen zwei Zeugen Vollmacht geben, und sie werden 1260 Tage weissagen mit Sacktuch bekleidet.
Ja, wir haben das ja genau studiert in einer vergangenen Bibelklasse, und da haben wir gesehen, dass zwei Männer sein werden aus Israel, die nach der Entrückung in Jerusalem als ganz spezielle Zeugen auftreten werden, und zwar während den ersten dreieinhalb Jahren. Und hier sieht man übrigens, dass die Jahre der Prophetie Jahre sind zu 360 Tagen. Ich war 1260 geteilt durch 3,5 gibt 360. Das ist genau die Mitte zwischen dem Mondjahr 354 ungefähr und dem Sonnenjahr 365 ungefähr. Also das ist das lunisolare Mond-Sonnen-Jahr der Prophetie, die ersten dreieinhalb Jahre, und die zweiten dreieinhalb Jahre, das wird die große Drangsal sein, der schrecklichste Weltkrieg. Das ist gemeint mit diesen 1260 Tagen.
Wir werden in der nächsten Bibelklasse das noch genauer anschauen, und dann sehen wir, dass diese Frau eben hinweist, die in die Wüste flieht, hinweist auf den Überrest aus Israel. Nach der Entrückung, wenn diese 144.000, die wir aus Offenbarung 7 kennen, die werden fliehen in die Wüste von Moab nach Jordanien, und zwar in dem Moment, wo der Antichrist ein Götzenbild aufstellen wird im Tempel zu Jerusalem, werden sie verstehen: Ah, der Herr Jesus hat gesagt in Matthäus 24,15, wenn ihr das verwüstungbringende Götzenbild, also einen verwüstenden Gräuel, von dem durch Daniel der Prophet geredet ist, stehen seht an heiligem Ort, dann müsst ihr fliehen auf die Berge, denn dann wird große Drangsal sein, so schlimm wie es nie war, seitdem es Menschen gibt, noch je wieder sein wird.
Die werden auf die Berge fliehen, und dann gehen sie über den Jordan nach Moab, das ist das Gebiet östlich von dem Toten Meer in Jordanien. Denn in Jesaja 16 sagt Gott, das werden wir dann nächstes Mal noch lesen, da sagt Gott zu Moab: Nimm meine Flüchtlinge auf und verbirg sie bei dir. Die werden dort durch Araber Unterschlupf finden und durchgebracht werden dreieinhalb Jahre.
Und jetzt ist klar, also diese Frau, das ist nicht Maria, sondern das ist Israel. Natürlich, Maria hat den Erlöser geboren, aber sie gehört zum Volk Israel, darum kann man auch sagen, das Volk Israel hat den Messias hervorgebracht, er ist aus diesem Volk gekommen. Jesus war ein Jude, so heißt ein Buch von Arnold Fruchtenbaum, durch das sich übrigens viele Juden bekehrt haben. Das ist ein echt hilfreiches Buch für Judenmissionen. Also Jesus war ein Jude, er kam aus dem jüdischen Volk, er kam aus dem Volk Israel.
Und hier in der Offenbarung ist also diese Frau ein Bild von Israel, das den Messias hervorgebracht hat, und dann sehen wir gleich das Phänomen der Zeitraffung. Ich habe schon erklärt, die Offenbarung hat Parallelen zur Filmtechnik: Flash forward, Flash backward, aber auch eben Zeitraffung. Im Zeitraffer sieht Johannes folgendes: Vers 5: Und sie gebar einen männlichen Sohn, der alle Nationen weiden soll mit eiserner Rute. Das ist biblisches Weihnachten. Und dann steht Vers 2 von dem Teufel, diesem feuerroten Drachen, Vers 4 am Schluss: Und der Drache stand vor der Frau, die im Begriff war zu gebären, auf dass er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind verschlinge. Das bezieht sich eben auf Herodes, der durch den Kindermord von Bethlehem den Messias ermorden wollte. Aber hier sehen wir hinter die Kulissen: Wer stand hinter Herodes? Das war der Teufel. Herodes war ein teuflischer Mensch.
Und dann nochmals Vers 5: Sie gebar einen männlichen Sohn, der alle Nationen weiden soll mit eiserner Rute, das habe ich später einmal im tausendjährigen Reich. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron. Das ist die Himmelfahrt, dann wirklich im Zeitraffer die Geburt des Messias, den Versuch des Teufels, ihn umzubringen, und dann die Entrückung zu Gott, das ist die Himmelfahrt. Da sind die 33 Jahre so gerafft in der Vision, Vision ist ja wie ein Film und noch mehr.
Gleich danach heißt es: „Und die Frau floh in die Wüste, wo selbst sie eine von Gott bereitete Stätte hat, auf dass man sie daselbst ernähre, tausend zweihundertsechzig Tage.“ Und da wird nochmals Zeitraffung gemacht über die vergangenen zweitausend Jahre hinweg und noch weiter: Ist der Überrest, das Götzenbild sieht in Jerusalem, Flucht ergreift auf die Berge, rüber über den Jordan nach Moab und dort Zuflucht findet, und da werden sie von Arabern ernährt. Es ist eben nicht Petra, wo sie hingehen, sondern Moab. Petra kommt gleich anschließend südlich vom Toten Meer im heutigen Jordanien, und es wird oft gesagt, dass der Überrest nach Petra geht. Aber das sagt die Bibel nicht so, und es ist sogar ein Problem, denn in Petra beziehungsweise in Edom wird ja eine ganz furchtbare Völkerschlacht stattfinden, die der Herr Jesus dort dann führen wird, Jesaja 63, und der Überrest wird da nicht irgendwie vermischt sein in dieses militärische Problem.
Und Moab ist eben auch diese Gegend, die nach Daniel 11,40-45 verschont bleiben wird, wenn der König des Nordens, also der kommende islamische Staat mit dem heutigen Namen Israel, von Norden her überrennen wird und auch andere Länder, aber Moab bleibt verschont. Und darum ist Moab der ideale Ort für diesen Schutz des Überrestes. Der Berg Nebo ist ja gerade auf der Nordverlängerung nach Osten, also am Nordende, wenn man die Linien nach Osten zieht, auf Meereshöhe trifft man den Nebo, aber dann von dort südlich, alles jenseits des Toten Meeres, das ist ungefähr Moab.
Ja, und damit ist klar, es ist nicht Maria, sondern es ist der Überrest aus Israel. Und darum gerade vorher das mit der Bundeslade, und zu zeigen: Gott ist treu, und der neue Bund steht, und das Versprechen, dass Gott dieses Volk wieder offiziell als sein Volk annehmen wird. Israel ist nicht verworfen, sondern war nur auf die Seite gestellt während der Zeit, wo die Gemeinde das Zeugnis übernahm hier auf Erden, aber Israel wird voll wieder als Zeuge eingesetzt, und das ist diese würdevolle Frau mit der Krone von zwölf Sternen.
Ja, aber da machen wir da nächstes Mal weiter. Wir wollen noch zusammen beten.
Herr Jesus, wir danken dir, dass dein Wort so wunderbar ist, und immer wieder werden unsere Herzen brennend, wenn wir sehen, wie wir dich darin finden, deine Herrlichkeit und wie du der Retter, der ewige Sohn Gottes, in diese Welt gekommen bist und wie du alles gut gemacht hast durch dein Opfer am Kreuz. Und danke, dass wir auch wissen, du hast auch die Zukunft in deiner Hand. Du stehst über allem, und du hast die ganze Welt in der Hand, auch unser Leben. Und wenn wir auch sehen, dass diese Welt so schaukelt und im Chaos zu versinken droht, wir wissen, du wirst das letzte Wort sprechen. Wir dürfen mit Hiob sagen: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er auf der Erde stehen. Danke, Herr Jesus, haben wir diese Hoffnung durch die Heilige Schrift und auch diese Hoffnung, dass du wiederkommst, und danke, dass wir dein Kommen zur Entrückung jeden Tag erwarten dürfen und uns immer wieder selber in Erinnerung rufen dürfen: vielleicht heute. Amen.

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