
Römer 8,24-2522.02.2026
Serie•Teil 36 / 48Wir betrachten den Römerbrief
Generierte Mitschrift
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Einleitung und Hinführung zum Bibelwort
Liebe Geschwister, wie schön, dass wir heute Morgen wieder zusammen sein dürfen und dass wir Gottes Wort miteinander betrachten können. Herzlich willkommen auch von meiner Seite. Ihr habt ebenso schön gestanden, das ist ein wunderschöner Anblick.
Lasst uns noch einmal aufstehen und das Wort Gottes auf uns wirken lassen, zu seiner Ehre. Das ist Römer 8,24-25:
Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung. Denn warum hofft auch jemand auf das, was er sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit Ausharren.
Amen! Setzt euch gerne. Der Herr möge sein Wort segnen und durch dasselbe zu uns sprechen.
Als Nächstes kommt dann: Ebenso hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf; wir wissen nicht, was wir beten sollen. Eigentlich hatte ich gedacht, das ist auch ein schönes Thema: der Heilige Geist, wie er uns im Gebet leitet. Und dann nachher kommt die sogenannte Heilskette des Evangeliums, nicht die Heilskette, sondern die Heilskette des Evangeliums. Dann habe ich gedacht, darüber möchte ich auch sprechen.
Und dann habe ich mir diese beiden Verse, die wir gelesen haben, angeschaut. Dann ist mein Herz so richtig da wieder hineingefallen, und ich habe mich dann in diese beiden Verse verliebt, so dass wir doch jetzt nur die beiden haben. Und die anderen kommen später.
Wir haben doch Zeit mit dem Römerbrief, oder was denkt ihr? Lasst uns nicht rasen, sondern reisen!
Die Gewissheit der Errettung als fester Ausgangspunkt
Das achte Kapitel des Römerbriefes ist ein so zentrales Kapitel, ein Schlüsselkapitel im ganzen Buch, das ohnehin eines der schönsten Bücher in der Heiligen Schrift ist.
Luther übersetzt diesen Vers oder dieses Wort: „Wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung.“ Das hört sich so an, als seien wir errettet, aber doch nicht wirklich, als ob alles noch offen sei. Und deshalb sagen auch viele: Man kann nicht wissen, ob man gerettet ist, das kann man nur hoffen.
Als ich einem evangelischen Pfarrer einmal bezeugte, dass ich meines Heils gewiss bin, sagte er zu mir: „Herr Wegert, aber wir dürfen uns nicht etwas anmaßen. Man kann nicht wissen, dass man in den Himmel kommt, das kann man nur hoffen.“ Dann hat er sich auf dieses Wort berufen und mir gesagt: Wir sind zwar gerettet, aber doch auf Hoffnung.
Man hört auch manche Christen in Freikirchen sagen: Ich bin zwar gerettet, meine Sünden sind mir vergeben, und ich bin ein Gotteskind, aber ob ich am Ende das Ziel erreiche, das kann ich angesichts meiner Unzulänglichkeit nicht sagen, das kann ich nur hoffen, sagen sie.
Eine solche Denk- und Redeweise widerspricht dem Evangelium und auch dem Apostel. Denn er schreibt nicht: Wir sind zwar gerettet und wir hoffen es, oder: doch auf Hoffnung. Sondern er schreibt: Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet.
Auf Hoffnung hin sind wir errettet. Sein Hauptsatz lautet: Wir sind gerettet. Unsere Errettung, die steht fest, wir sind es.
Der Herr sagt: Wer an den Sohn glaubt, der bekommt nicht irgendwann vielleicht das ewige Leben. Sondern was hat er gesagt? Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer an den Sohn glaubt, der bekommt es nicht nur, sofern er darauf hofft. Vielleicht bekommt er es, vielleicht bekommt er es nicht. Sondern es heißt: Wer an den Sohn glaubt, der hat es.
Und wenn ich einmal ewiges Leben geschenkt bekommen habe, dann kann man mir das auch nicht mehr wegnehmen. Denn dann wäre das, was ich geschenkt bekommen habe, kein ewiges Leben, dann wäre es nur zeitliches Leben. Man kann ewiges Leben nicht geben und wieder wegnehmen. Wenn ich es wieder wegnehme, dann habe ich vorher kein ewiges Leben bekommen, denn es war nicht ewig, wenn ich es wieder losgeworden bin.
Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Seit dem Tag, an dem Christus uns errettete, sind wir errettet. Uns ist vergeben, wir sind mit Gott versöhnt, wir sind vor ihm gerechtfertigt, alles im Perfekt. Das dürfen wir nie vergessen, wenn Paulus schreibt: Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden.
In diesem Satz, in Verbindung mit der Hoffnung, steht: Wir sind bereits errettet worden. Wir befinden uns im sicheren Zustand der Errettung.
Was christliche Hoffnung wirklich ist
Aber was will der Apostel mit dem Ausdruck sagen: Auf Hoffnung hin sind wir errettet worden?
Er versteht unter Hoffnung, liebe Gemeinde, nicht einen vagen Wunsch, der sich vielleicht erfüllt, aber vielleicht auch nicht. Nach dem Motto: Ich hoffe, dass morgen schönes Wetter wird. Und so, wie ich es hoffe, wissen wir: Es ist halt offen. Meine Hoffnung bedeutet gar nichts. Es kann auch ganz schlechtes Wetter sein.
Für Paulus ist Hoffnung aber nicht eine unsichere Erwartung. Er schreibt, und da wollen wir uns zwei Bibelstellen anschauen: 1. Thessalonicher 5,8: „Wir aber wollen angetan sein mit dem Brustpanzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil.“
Meistens erinnern wir uns bei dem Wort Helm an den Helm des Heils, von dem in Epheser die Rede ist. Aber hier, an die Thessalonicher, schreibt er von dem Helm der Hoffnung, den wir aufsetzen sollen.
Wozu setzt man einen Helm auf? Wenn du Motorrad fährst, kommt vorher der Helm. Warum machst du das? Warum setzt die Polizei bei einem Demonstrationseinsatz einen Helm auf, und Soldaten, wenn sie an die Front müssen, einen Helm zur Sicherheit? Der Helm soll schützen.
Die christliche Hoffnung ist also keine vage Angelegenheit. Die Hoffnung der Christen ist ein Schutz, sie ist unsere Bewahrung, ganz konkret.
Dir fliegen gerade viele böse Dinge um die Ohren, vieles, was dich mutlos, was dich sogar verzweifeln lassen will. Darüber reden wir nicht, das behältst du alleine in deinem Herzen. Wenn es so ist bei dir, dass du auch ganz verzagt heute Morgen hier reingekommen bist, dann gebe ich dir den Rat des Paulus: Setz den Helm auf, den Helm der Hoffnung.
Erinnere dich, dass du errettet bist und dass diese deine Errettung eine unaussprechlich ewige Herrlichkeit zur Folge hat. Erinnere dich, dass Paulus einige Verse zuvor geschrieben hat, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.
Wenn auch du seufzt wie die Schöpfung, wie wir in den Versen vorher gelesen haben, und dein Körper zerfällt, die Schmerzen dich müde machen, deine Familie zerrüttet ist, dann setz den Helm der Hoffnung auf. Zieh dich mit Hoffnung an, gürte dich mit Hoffnung, den Helm der Zuversicht auf die Herrlichkeit des Himmels.
Und diese Hoffnung, dieser Helm der Hoffnung, bewahrt dir den Blick auf die Ewigkeit. Und darauf kommt es jetzt an. Er bewahrt dir eine große Freude, sogar mitten im Leid.
Der Blick auf die kommende Herrlichkeit
Dieser Helm der Hoffnung schützt uns davor, dass uns vor lauter Trübsal der Blick auf unser verheißenes Land nicht verloren geht: der Blick auf das neue Jerusalem, der Blick auf die ewige Stadt, deren Baumeister Gott ist. Die lebendige Hoffnung der Christen ist es, dass uns die Aussicht darauf bewahrt, dass wir bald keine Sünde mehr haben, dass unsere Heiligung vollständig vollendet sein wird und keiner mehr Blödsinn macht von uns. Dass kein Flecken und kein Runzeln mehr an uns zu sehen sein wird, dass wir im Himmel nur noch gesund sein werden, dass wir kein Fieber mehr haben und keine Entzündung.
Oh, wie wunderbar! Da gibt es keinen Rollstuhl, keinen Krebs, kein Krankenhaus, keine Kriminalität, keine Polizei, keine heulenden Rettungsfahrzeuge mit Blaulicht, keine Feuerwehr, keine Gefängnisse, keine Tränen, keinen Krieg und keinen Hunger mehr. Da gibt es keinen Friedhof und keine Särge, sondern nur noch Freude, Frieden und ewige Herrlichkeit. Halleluja, Amen! Das ist die Hoffnung! Das ist der Helm der Hoffnung: das zu sehen und diesen Blick sich zu bewahren.
Ja, wir seufzen wie die ganze Schöpfung, wir leiden, aber wir verzweifeln nicht, sondern wir sind mitten im Leid trotzdem voller Hoffnung, denn wir sind errettet. Wir haben, wie es in Vers 23, dem Vers zuvor, heißt, die Erstlingsgabe des Heiligen Geistes empfangen. Wir sind mit ihm versiegelt und dürfen sogar die sichere Auferstehung unseres Leibes erwarten. Welch eine Zukunft!
Die Welt hat diese Zukunft nicht, die Welt hat diese Hoffnung nicht, von der wir gesprochen haben. Sie kann keinen Helm der Hoffnung aufsetzen. Sie kennt nur Verzweiflung, nur Tod, nur Asche. Weltmenschen haben keine Auferstehungshoffnung, darum lassen sich viele verbrennen, und in unserem Land ist ein regelrechter Verbrennungskult entstanden. Aber ihr wisst doch: Feuer steht für Vernichtung, und genau das ist es, was die Welt erwartet. Ihre Hoffnung ist Tod, Verbrennung und Vernichtung.
Deswegen lehrt die Bibel, das darf ich an dieser Stelle einfach mal einschieben, jedenfalls kann ich es nicht finden, dass wir am Ende unsere Leiber verbrennen lassen sollen. Damit sagen wir eigentlich: Wir haben keine Hoffnung. Gottes Kinder folgen nicht dieser Philosophie des Todes. Darum sagt Paulus im ersten Korintherbrief auch nicht: Es wird gesät eine Handvoll Asche in die Erde, sondern es wird gesät. Hört mal, was wird gesät? Ein natürlicher Leib wird gesät. Ist das Asche? Nein, es wird ein natürlicher Leib gesät.
Wir lassen unseren natürlichen Leib in die Erde legen als ein Zeichen dafür, dass er auferstehen wird. Damit verbinden wir eine Botschaft. Wir folgen dem Apostel, wenn er sagt: Es wird gesät in Verweslichkeit. Also ein Leib; Asche ist nicht mehr verweslich. Und auferweckt in Unverweslichkeit. Es wird gesät ein natürlicher Leib, nicht eine Handvoll Asche. Und es wird auferweckt ein geistlicher Leib.
Ja, unsere Errettung, die wir auf Erden bereits empfangen haben, beinhaltet, wie Paulus im 2. Korintherbrief sagt, eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz gekommen ist, das, was denen bereitet hat, die ihn lieben.
Also ihr müden christlichen Kämpfer, zieht die Hoffnung an, setzt den Helm auf, den Helm der Hoffnung. Lest täglich in der Bibel von den großen ewigen Verheißungen. Betet sie durch, glaubt sie und lebt sie. Trachtet nach dem, was droben ist und nicht was auf Erden ist. Euer Herz erfreue sich schon hier auf Erden an dem, was euch in der Herrlichkeit bei Christus erwartet.
Doktor Martin Lloyd-Jones empfiehlt seinen Lesern: Mit dem Haupt seid schon im Himmel, mit den Füßen allerdings noch auf Erden. Das ist es. Die Bibel lehrt uns, dass wir in dieser Welt als die Hinwegeilenden leben sollen.
Leben als Fremde auf dem Weg nach Hause
Ich erinnere mich an liebe Verwandte noch aus meiner Kindheit, zuhause in meinem Elternhaus. Sie kamen aus dem Rheinland, und mein Vater hatte dort einen größeren Garten. Er schaffte es nicht mehr allein, ihn umzugraben, denn er war krank, und meine Mutter natürlich auch nicht. Und ich war damals noch so ein kleiner Bubs.
Dann war aber schon ihre Bahn bereit. Sie sollten schon irgendwann nachmittags um vier Uhr am Hauptbahnhof sein, um abzureisen. Und dann haben sie gesagt: Eigentlich haben wir nicht mehr viel Zeit, aber gib uns ein paar Stiefel und einen Kittel. Gib uns einen Spaten, und wir fangen an und graben um.
Ich kann mich noch erinnern: Diese Verwandten haben innerhalb kürzester Zeit meinen Eltern den Garten umgegraben und dabei immer auf die Uhr geguckt. Das erinnert mich heute noch, das habe ich nie vergessen. Sie haben gegraben und immer zur Uhr geguckt, gegraben und immer zur Uhr geguckt. Sie wollten pünktlich sein und die Zucht nicht verpassen.
So sind wir Christen. Wir helfen hier, wo wir können, aber wir sind auf der Abreise. Unser Zug kommt, wir wollen nach Hause. Unser Herz ist im Himmel, wenn auch unser Leib hier noch auf der Erde ist. Aber wirklich richtig was zu tun haben wir hier nicht. Unsere Heimat ist im Himmel, Halleluja! Lasst euch davon heute erfüllen, ihr Lieben!
Hebräer 11 sagt, es spricht von den Glaubenden schon im Alten Testament: Diese alle sind im Glauben gestorben. Und obwohl sie das Verheißene nur von ferne gesehen haben, waren sie doch davon überzeugt und haben es willkommen geheißen. Und sie haben bekannt, dass sie Gäste ohne Bürgerrecht und Fremdlinge hier auf Erden sind.
Weißt du das? Hier auf dieser Erde sind wir Fremde. Wir sind hier fremd, das ist hier nicht unsere Heimat. Unsere Heimat ist dort.
Denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, dass sie ein Vaterland suchen. Und hätten sie dabei jenes im Sinne gehabt, von dem sie ausgegangen waren, so hätten sie ja Gelegenheit gehabt, zurückzukehren. Nun aber trachten sie nach einem Besseren, nämlich einem Himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.
Das heißt: Ein Christ ist von Hoffnung erfüllt auf das, was kommt, auf der Grundlage seiner schon empfangenen sicheren Errettung. Er lebt in Zuversicht, er lebt in Hoffnung, er lebt auf das Ewige, auf das Wahre und auf das Bleibende. Und das erfüllt seine Seele. Darum setzt er den Helm des Heils auf.
Paulus sagt: Wir sind auf Hoffnung hin errettet. Es gibt noch eine andere Bibelstelle, die unsere sichere christliche Hoffnung beschreibt. Das ist in Hebräer 6,19, auch ein wunderbares Wort: Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele.
Der Anker der Seele in stürmischen Zeiten
Sehen wir: Die biblische Hoffnung ist nicht vage, nicht windig und ungewiss, sondern sie ist, wie wir gesagt haben, wie ein starker Schutzhelm. Sie ist aber auch wie ein sicherer, fester Anker, ein Anker für unsere Seele. Das heißt: Verankere dich in den Zusagen Gottes.
Verstehst du das? Verankere dich, bohre dich hinein in diese Hoffnung, die du hast. Sie ist real, sie ist wirklich, sie ist im Grunde genommen das einzig Wirkliche, das wir überhaupt haben. Es ist die Herrlichkeit.
Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele. Wie kannst du das? Wenn die Ängste kommen und dich wie mächtige Meeresfluten davontreiben, dann denke an den Anker deiner Seele. Dann erinnere dich an die feste Hoffnung. Dann lies in der Bibel viel über den Heimgang der Heiligen, über die Wiederkunft Jesu, über die Auferstehung der Toten, über die himmlische Herrlichkeit.
Lass die Hoffnungsliteratur, wie ich die Bibel nenne, deine Speise für deine Seele sein. Trinke Hoffnung, sättige dich mit Hoffnung. Lass dich nicht mehr treiben von den Angstnachrichten dieser Welt, von den Krankheitsdiagnosen, von den Erschütterungen in deiner Familie, sondern hab deine Gedanken bei Jesus. Lebe im Evangelium der Hoffnung als einem sicheren und festen Anker in einer unruhigen und stürmischen, aufgewühlten Welt.
Ich sage dir: Es wird dir bald besser gehen. Du wirst nicht scheitern, denn die Hoffnung, sagt Römer 5,5, lässt nicht zuschanden werden. Wir haben also gelernt, was Paulus mit den Worten meint: Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Wir sind sicher errettet, aber die Auswirkungen dieser Errettung sind noch nicht voll zutage getreten. Wir sind errettet auf Hoffnung hin, und diese Hoffnung setzen wir auf. Diese Hoffnung ist unser Anker, der unser ganzes Leben hält.
Halleluja, und alle sagen Amen: Hoffnung! Sie macht uns stark, auf eine Weise, die die Welt nicht kennt.
Geduldiges Warten auf das Unsichtbare
Paulus geht nun weiter in unserem Text. Er weiß, dass wir Schwierigkeiten haben, in Hoffnung zu leben oder auch im Glauben zu leben. Hoffnung und Glaube sind Zwillinge. Wir möchten gerne sehen, und wenn wir nicht sehen, dann werden wir ungeduldig.
Deshalb schreibt er als Nächstes in den Versen 24 und 25: Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung. Denn warum hofft auch jemand auf das, was er sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren.
Hier kommt Paulus auf das uns allen schwerfallende Ausharren zu sprechen. Wer wartet schon gerne beim Arzt, zum Beispiel? Das sind ein, zwei oder gar drei Stunden, und das ist heutzutage keine Seltenheit. Besonders schlimm ist es, wenn du am Ende noch nicht sicher sein kannst, dass du überhaupt noch drankommst. Denn die Arzthelferin hat schon durchgegeben, es könnte sein, dass der Doktor zu einem Notfall muss, aber bleiben Sie mal vorsichtshalber noch hier. Dann heißt es, dass der Arzt eventuell weg muss, und dann wartest du, wartest du, und am Ende kommt nichts dabei heraus. Dein Ausharren ist umsonst.
Aber wenn die Dame am Empfang sagt, es dauert ein wenig, aber der Arzt hat mir gesagt, er möchte Sie unbedingt sehen, dann fällt dir das Warten nicht so schwer. Stimmt das? Wenn du sicher bist, der Arzt selbst hat Interesse, dich zu sehen, und er gibt schon durch: Sie soll nicht nach Hause gehen, ich möchte sie noch sehen, den Patienten, dann harrst du in der gewissen Hoffnung. Dann harrst du aus in der Hoffnung, dass es ganz sicher zu einer Begegnung mit dem Arzt kommt. Die feste Zusage einer Behandlung erleichtert dir das Warten.
Ein schöneres Beispiel ist vielleicht der Urlaub, den du für den Sommer gebucht hast. Na, habt ihr schon? Du hast die feste Buchungszusage, dass du ins Quartier kommen kannst. Du kannst jetzt noch nicht fahren, du musst noch warten, aber weil du weißt, dass der Zeitpunkt mit jedem Tag näher rückt, fällt dir das Ausharren nicht mehr so schwer.
Oft habe ich Beschäftigte sagen hören, denen der Arbeitsstress zu viel geworden war: Oh, ich bin so froh, dass ich in wenigen Wochen Urlaub habe. Bis dahin schaffe ich es ja wohl noch, aber ich habe Urlaub. Das ist ja schön. Diese Gewissheit schenkt Kraft. Die Lasten und Beschwernisse deiner täglichen Mühsal werden erträglicher durch eine feste Hoffnung, nämlich: Ich habe bald Urlaub. Oder: Ich habe bald Ruhe und Freude für immer. Halleluja.
Diese Gewissheit schenkt dir Kraft, noch durchzuhalten und dich mit deinen Überforderungen zu versöhnen. Also harrst du geduldig aus. Wenn du keinen Urlaub hättest, es nie einen geben würde, dann würdest du verzweifeln und am Ende sogar zusammenbrechen. Aber da winken schöne, schöne Urlaubstage. Die Buchungsbestätigung hast du in deiner Hand. Das macht die verbleibenden harten Arbeitstage viel leichter.
Die Hoffnung auf die ewige Ruhe bei Christus
Liebe Freunde, dieses Bild zeigt, wie es Christen in ihrer Trübsal geht. Ihnen winkt ewiger Urlaub. Ja, ihr dürft euch freuen, ihr habt bald Urlaub.
Also, noch weiter jetzt hier, kommt, wir spucken in die Hände, wir machen weiter, wir harren aus, wir sind geduldig, wir haben bald Urlaub! Oh, ich kann euch sagen, da ist die Nordsee und die Ostsee und die Südsee und die Alpen und die Berge, das ist alles Pipifax. Ich mache Urlaub in himmlischen Höhen, Halleluja, für immer, für immer. Das kann man ja gar nicht ausdenken.
Also, Bruder, Schwester, ich möchte dich ermutigen: Halt noch aus! Das ist die Botschaft, die Paolo hat. Halt noch durch, nicht mehr lange, und dann hast du nicht Urlaub, sondern dann hast du ewige Ruhe, dann hast du das ewige Leben, wo dich nichts mehr quält, wo keine Bürde, keine Trübsal, keine Tränen und kein Leid und kein Tod mehr ist, keine Enttäuschung und keine Zerrüttung und kein Unfrieden. Halt aus, nur noch eine kurze Zeit, und dann sehen wir Jesus. Welch eine gewaltige Motivation zum geduldigen Ausharren!
Und aushaltend ist das: Ja, jetzt seufzen wir wie die ganze Schöpfung, aber sind auf Hoffnung hin errettet. Es gab ein Lied unter dem Titel, das frage ich jetzt mal die älteren Geschwister in unserer Mitte, vielleicht hier oder auch am Livestream. Ich habe früher ein Lied gehört, es ist noch nicht so lange her, das hieß Halt aus bis dann. Hold on oder hold fast till then, ein fantastisches Lied.
Ich habe den David gefragt, ob er das kennt. Norma, kennst du das? Ich habe dich gar nicht über Norma schütteln mit dem Kopf. Aber versuch es mal rauszufinden, Norma. Versprecht ihr mir, dieses Lied bis nächsten Sonntag zu suchen und auch gefunden zu haben, nicht wahr? Ich würde mich freuen, wenn wir dieses Lied mal singen könnten.
Halt aus bis dann, denn du hast bald Urlaub, du hast bald das Ziel erreicht. Halt aus, lieber Chris, halt durch, du kannst es, denn du hast eine sichere Hoffnung. Die Welt kann nicht aushalten, sie kann nicht geduldig hoffen. Sie hat nichts zu hoffen, sie sitzt im Wartezimmer, aber der Arzt kommt nicht. Sie wartet auf Urlaub, aber sie hat kein Ticket. Welch eine Verzweiflung!
Für dich aber macht es Sinn zu hoffen. Du bist auf Hoffnung hin errettet, und du wartest mit Geduld auf die Dinge, die du noch nicht siehst. Du weißt aber, dass Gott nicht lügt. Paulus baute seinen gesamten Aposteldienst darauf. Er führte ihn aus auf der Grundlage, wie sagt er in Titus 1,2-3: Aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens bin ich euer Apostel, das Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat.
Gott gibt Hoffnung, und er sagt: Ich bin da und ich komme. Und ich lasse euch nicht allein, ich bringe euch durch. Und dieser Gott, der kann nicht lügen, sondern er sagt die Wahrheit. Seine Verheißungen sind Ja und Amen. Amen!
Wer von euch glaubt dem lebendigen Gott? Dann hebt mal eure Hand. Wer glaubt dem lebendigen Gott, dass seine Hoffnung wahr ist und dass er nicht lügen kann, wie herrlich ist das!
Die innere Ausrichtung des Christen
Nun, ihr Lieben, dieses Warten ist ein heißes Begehren. Christen warten nicht in erster Linie auf den Tag, an dem sie das Elend hier verlassen dürfen. Das ist noch ein Aspekt, den ich auch noch mit hineinbringen möchte, der hier in dem Text eigentlich mit verborgen ist.
Manchmal sage ich zu meiner Frau angesichts der immer verrückter werdenden Welt: Ach Schatz, ich bin froh, wenn wir hier bald abhauen können. Dann sagt sie gleich: Ja, aber unsere Kinder, die müssen noch durch alles durch. Ich wünsche euch alles Gute, ihr schafft das noch. So sollen wir noch so lange hierbleiben, bis die das auch geschafft haben. Und dann haben die auch schon wieder Kinder. Ja, für mich sollte das gehen. Nein, nein, nein, nein, nein, Gott hat für jede Generation seine Kraft, sagt der Amen. Er hat für jede Gänse. Aber das ist manchmal so diese Neigung. Dann ist das manchmal so schwer. Und dann haben wir uns beiden, wir sind ja durchs Leben geflogen, kann man ja sagen, aber jetzt haben wir das Gefühl, dann geht es nur noch wie eine Schnecke. Und dann sind wir froh, wenn wir durch sind hier mit dem ganzen Erdental.
Aber das sollte eigentlich nicht wirklich unsere Motivation sein, ihr Lieben. Unsere Hoffnung ist nicht, dass wir hier bald abhauen können. Der Gedanke, das Elend hier unten endlich loszuwerden, steht sehr schnell im Vordergrund. Manchmal seufzen Gläubige: Wann nimmt Gott mich hier endlich weg? Das Wichtigste ist für sie bloß, hier raus. Aber unsere Motivation darf eine andere sein, eine bessere sein, nicht einfach bloß hier weg. Sondern der Schwerpunkt liegt darauf, dass unsere Freude ist, Christus zu sehen. Wir wollen nicht aus negativen Gründen hier weg, sondern aus positiven Gründen, weil uns etwas Schöneres, etwas Herrlicheres erwartet. Jesus erwartet uns.
Unsere Motivation ist schöner: nicht einfach bloß weg hier, sondern unser Schwerpunkt liegt darauf, Christus zu sehen. Unsere wahre Freude liegt nicht darin, hier wegzukommen, sondern sie liegt darin, bald Jesus und seine Herrlichkeit zu sehen. Deswegen hat Paulus gesagt: Ich habe Lust, abzuscheiden, um endlich aus diesem Jammertal rauszukommen. Hat er so gesagt? Er hat gesagt: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein. Ich habe nicht Lust, um endlich das Elend hier verlassen zu können, sondern ich möchte bei Jesus sein. Er will nicht wegen des Negativen hier weg, sondern wegen des Positiven. Er will diese Erde nicht verlassen, weil das Böse ihn treibt, sondern weil der Himmel ihn zieht.
Er schreibt den Philippern: Brüder, ich strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt. Es ist fast, als wenn er auf Zehenspitzen steht, als wenn er hinauf will zu seinem geliebten Herrn. Ich jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. Er ist so erfüllt von der himmlischen Berufung, dass es ihm wie dem Psalmisten geht: Meine Seele harrt auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen, mehr als die Wächter auf den Morgen.
Wir sehen: Das christliche Leben ist Hoffnung. Wir sind Hoffnungsträger, wir sind errettet auf Hoffnung hin, und deshalb können wir durchhalten. Deshalb werfen uns die Bedrängnisse der Zeit nicht um. Christen sind wie ein Fels in der Brandung. Vor Unglücksbotschaften fürchten sie sich nicht, denn sie vertrauen fest dem Herrn. Hoffnung, ewige Hoffnung, ist der Anker, der sichere Anker ihrer Seele.
Die Welt loslassen und den Himmel suchen
Und wenn wir zum Schluss fragen: Wie können wir geistlich eine solche Kondition erreichen? Das ist doch der Punkt, ihr Lieben. Wir lassen uns doch von der Welt immer wieder vereinnahmen. Wir verlieren uns in diesem täglichen Einerlei, das ist doch die ganze Geschichte.
Wie können wir geistlich zu einer solchen erwartungsvollen, geduldigen, ausharrenden Kondition gelangen, dass wir unbeirrt die Trübsale in dieser Welt erleiden, auch in ihnen ausharren und auf den Tag des Herrn warten?
Wir müssen, liebe Gemeinde, ihr lieben christlichen Freunde alle, unser Verhältnis zu dieser Welt überprüfen. Hängen wir an dieser Welt, können wir diese Predigt vergessen, die ich gehalten habe. Dann können wir auch vergessen, was Paulus geschrieben hat: Wir sind auf Hoffnung hin errettet.
Lassen wir uns von den Einflüssen dieser Welt beschallen. Dass jetzt die Regierungen schon dabei sind, für Jugendliche Social Media zu verbieten, das bedeutet doch etwas. Wenn die Welt schon anfängt, diesen medialen Konsum als Suchtgefahr zu sehen, an der junge Menschen zugrunde gehen, dann muss doch bei uns als Gotteskindern schon lange die Alarmglocke schallen. Dann müssen auch wir doch schon eine Entscheidung treffen.
Wollen wir uns mit dem ganzen Kram dieser Welt besudeln, oder wollen wir es liegen lassen und lieber unsere Bibel lesen, auf die Knie gehen, beten, unseren Gott suchen und den Helm der Hoffnung aufsetzen? Wollen wir den Anker unserer Hoffnung sicher machen, damit wir in dieser Welt bestehen und weit überwinden durch den Christus, der uns mächtig macht?
Ja, was wollen wir denn? Das ist, wovor wir gestellt sind. Wir werden von dieser Erde nicht loskommen, wenn wir sie noch lieben und voll in ihr drinhängen. Die Bibel sagt es, Johannes schreibt es: Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust, der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Du wirst nicht voll Freude und Hoffnung aus dieser Welt ausziehen, wenn du immer wieder nach Sodom zurückschaust, wie Lots Frau sich immer wieder umgedreht hat. Erst wenn dein Herz, wie wir vorhin gesagt haben, ganz von der Erde gelöst ist, wirst du voll Hoffnung und Freude sein auf Gottes bessere Welt.
Das erinnert mich auch wieder an ein altes Lied:
Von der Erde reiß mich los,
mache meinen Glauben groß,
gib mir einen neuen Sinn,
nimm mich ganz, mein Jesus, hin!
Von der Erde reiß mich los.
Und dann halte dich von der Sünde fern. Sünde verdunkelt deine Hoffnung. Sünde verdunkelt deine Hoffnung. Sie raubt dir diese Hoffnungskraft, diese Freude, diese Zuversicht und zieht dich weg von Christus. Tötet daher die Glieder deines Leibes, wie Paulus uns kürzlich im Römerbrief gesagt hat: Augenlust, Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, böse Begierden, sündhafte Leidenschaften.
Wenn solche Dinge samt der Liebe zur Welt uns erfüllen, dann vergiften wir die frische Luft der himmlischen Hoffnung, in der wir leben sollten. Darum sagt Paulus: Trachte nach dem, was droben ist, und nicht nach dem, was in der Welt ist. Und vergiss es nie: Du bist auf Hoffnung errettet.
Zeugnisse einer himmlisch geprägten Familie
Im alten England fand man ganz zum Schluss ein Blatt Papier im Familienbuch. Darauf hatte ein zehn- bis zwölfjähriges Mädchen zum Tode ihres Vaters geschrieben: Heute hat uns Papa verlassen und ist in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes gegangen.
Wie konnte ein kleines Mädchen im Alter von gerade einmal etwas über zehn Jahren solche Worte schreiben? Es kam daher, dass ihre Familie in einem Klima der himmlischen Herrlichkeit lebte. Sie war in Himmelsluft aufgewachsen.
Kultivierst du zu Hause den Himmel, bist du mit Freude erfüllt von der Hoffnung und dem, was der lebendige Gott dir versprochen und dir als dein ewiges Erbteil zugesagt hat. Die Errettung auf Hoffnung hin war in jener Familie lebendig, die Ewigkeit war bei ihnen ständig gegenwärtig. Sie lebten nicht erdwärts, sondern himmelwärts.
Ich möchte auch noch, dass Gertrud auf den letzten Metern unseres Hierseits noch mehr himmelwärts lebt. Wir sind Fremdlinge hier auf dieser Erde, aber da ist ein Schatz in deiner Seele, ein Anker, eine Festigkeit, eine Klarheit, eine Gewissheit, eine Wahrheit. Wir werden bald Jesus sehen, von Angesicht zu Angesicht. Wir sind nämlich auf Hoffnung hin ausgerichtet, auf Hoffnung hin gerettet.
Wie ist es bei dir zu Hause? Wollen die Leiden euch zerbrechen? Seid ihr am Verzweifeln und Hadern mit Gott? Oder könnt ihr mit Freuden sagen: Angesichts der großen Hoffnung, die wir haben, harren wir aus in Geduld, denn bald schon werden wir alle Jesus sehen.
Sind wir durch und durch von dieser Hoffnung erfüllt, so dass unsere Füße noch auf Erden, aber unser Herz doch schon im Himmel wohnt, so können wir mit Paulus sagen: Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.
In Jesu Namen. Halleluja, Amen.
Schlussgebet und Segensbitte
Wir stehen miteinander auf. Herr, ich danke Dir, dass Du heute Morgen Menschen zu dieser Hoffnung einlädst, zu diesem Leben, zu dieser Freude. Ich bitte Dich, Herr, schalte Licht ein mitten in der Traurigkeit, mitten in der Niedergeschlagenheit, mitten in der Verzweiflung, mitten im Unglauben und mitten im Zweifel.
Herr Jesus, lass die Hoffnung in dieser Versammlung aufleuchten, damit wir sie alle ergreifen und den Helm der Hoffnung aufsetzen. Lass uns trotz Leid und Schmerz mit Zuversicht durch diese Welt gehen, damit wir uns alle Zeit freuen in dem Herrn, unserem Gott. Denn wir sind errettet auf Hoffnung hin, in Jesu Namen.
