Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 500: Vom Umgang mit Kritik
Die Kritik Jesu an den Pharisäern und ihre Motive
Jesus warnt die Pharisäer und spricht dabei drei Dinge an: ihre Prioritäten, ihre Selbstdarstellung und ihre Außenwirkung.
Oder anders ausgedrückt: Pharisäer haben kein Interesse an Gerechtigkeit und Liebe zu Gott. Ihnen geht es vielmehr um eine religiöse Show, bei der sie im Mittelpunkt stehen. Ihr Vorbild verführt andere dazu, unwissentlich die eigene Gottesbeziehung zu zerstören.
Lassen Sie mich diese drei Punkte in drei Fragen umwandeln, mit denen wir uns selbst prüfen können: Wie viel Pharisäer steckt in mir?
Frage eins:
Selbstprüfung: Drei Fragen zum eigenen Glaubensleben
Frage eins: Interesse an Gerechtigkeit und Liebe zu Gott
Habe ich ein Interesse an Gerechtigkeit und Liebe zu Gott? Und wenn ja, woran zeigt sich dieses Interesse in meinem Leben?
Woran zeigt sich ganz praktisch, dass ich mich nach Gottes Gerechtigkeit ausstrecke? Wo bin ich konkret dabei, über Gerechtigkeit nachzudenken beziehungsweise Sünden in meinem Leben zu bekämpfen?
Wie sieht es mit meiner Liebe zu Gott aus? Die Liebessprache Gottes ist ja bekanntlich der Gehorsam. Was motiviert mich zur Heiligung und zur Frömmigkeit? Ist es Liebe? Oder ist es die Furcht vor Strafe beziehungsweise der Wunsch, Gott zu manipulieren?
Gibt es in meinem Leben die Tendenz, bestimmte Gebote zu halten und andere bewusst zu ignorieren?
Frage zwei: Abhängigkeit vom Applaus anderer Menschen
Wie sehr bin ich vom Applaus anderer Menschen abhängig? Wie viel geistliches Leben bleibt bei mir noch übrig, wenn niemand zuschaut?
Kann ich ohne Probleme damit leben, wenn man mich übersieht und meinen Beitrag zum Gelingen eines Projektes nicht erwähnt? Reicht es mir, dass Gott weiß, was ich tue? Oder bin ich tief enttäuscht, wenn man meinen Einsatz in der Gemeinde nicht würdigt, während andere, die viel weniger geleistet haben, im Rampenlicht stehen?
Frage drei.
Frage drei: Bin ich ein Segen für meine Geschwister?
Bin ich ein Segen für meine Geschwister? Können sich andere an mir orientieren? Ist mein Lebensstil, Stichwort Gehorsam, und meine Motivation, Stichwort Selbstdarstellung, vorbildlich?
Habe ich bereits verstanden, dass mein Verhalten immer Spuren im Leben anderer hinterlässt? Dass es gar nicht anders geht, als ein Vorbild zu sein – sei es ein gutes oder ein schlechtes?
Das sind die Fragen, die ich mir stelle, wenn ich die Weherufe des Herrn Jesus lese. Und anscheinend bin ich damit nicht allein.
Unterschied zwischen Pharisäern und Gesetzesgelehrten
Ich hatte das ja schon gesagt: Jesus war nicht der einzige geladene Gast (Lukas 11,45).
Aber einer der Gesetzesgelehrten antwortete und sprach zu ihm: „Lehrer, indem du dies sagst, schmähst du auch uns.“
Fangen wir mit der Frage an, wer die Gesetzesgelehrten im Vergleich zu den Pharisäern sind.
Bei den Pharisäern handelt es sich um eine religiöse Gruppe, die sich streng an die Tora und vor allem an die mündliche Überlieferung, die Halacha, hielt. Pharisäer glaubten an die Auferstehung, an Engel und an ein kommendes Gericht. Das unterschied sie von anderen religiösen Gruppen wie zum Beispiel den Sadduzäern.
Die Gesetzesgelehrten oder Schriftgelehrten waren keine religiöse Bewegung, sondern Fachleute für die Auslegung, Kommentierung und Anwendung der Tora. Sie fungierten in der Gesellschaft als Lehrer, Richter und juristische Experten.
Jetzt haben wir den Unterschied: Die Pharisäer waren eine theologische Gruppe, während Gesetzesgelehrte eine berufliche Funktion ausübten. Viele Pharisäer waren auch Gesetzesgelehrte, aber nicht alle Gesetzesgelehrten waren Pharisäer.
Die Reaktion der Gesetzesgelehrten auf Jesu Kritik
Lukas 11,45: Aber einer der Gesetzesgelehrten antwortete und sprach zu ihm: Lehrer, indem du dies sagst, schmähst du auch uns.
Hier haben wir es anscheinend mit einem Gesetzesgelehrten zu tun, der selbst kein Pharisäer war. Er macht dem Herrn Jesus nun einen Vorwurf. Mit „indem du dies sagst“ ist gemeint: Indem du die Pharisäer so scharf kritisierst, schmähst du auch uns. Jesus, bist du dir darüber im Klaren, dass du auch die Gesetzesgelehrten mit dem, was du sagst, beleidigst?
Ich denke, dass Jesus das wusste. Die Frage ist: Warum fühlen sich die Gesetzesgelehrten angegriffen? Ganz einfach: Weil sie die theologische Grundlage für das in Gottes Augen falsche Verhalten der Pharisäer gelegt haben. Mit ihrer Auslegung der Tora haben sie den Boden für die religiöse Show der Frommen bereitet. Sie sind verantwortlich für genau die Dinge, die Jesus kritisiert.
So wie bei den Pharisäern wird Jesus auch die Gesetzesgelehrten mit drei Weherufen verurteilen. Bevor wir uns jedoch den ersten Wehruf in der nächsten Episode anschauen, möchte ich kurz auf ein interessantes Phänomen eingehen. Nennen wir es einen Mangel an Einsicht.
Lukas 11,45: Aber einer der Gesetzesgelehrten antwortete und sprach zu ihm: Lehrer, indem du dies sagst, schmähst du auch uns.
Die Gesetzesgelehrten beklagen sich bei Jesus darüber, dass er sie schmähte. Sie empfinden das, was er sagt, als Beleidigung und Kritik. Und indem sie es so empfinden, kommen sie anscheinend gar nicht auf den Gedanken, tiefer darüber nachzudenken.
Mir begegnet dieses Verhalten leider immer wieder, vor allem nach Predigten, die etwas direkter ins Leben der Zuhörer sprechen. Solche Predigten wollen aufrütteln und natürlich auch ein wenig provozieren – aber nicht auf böse Weise.
Es gibt eine Provokation, die den anderen heruntermacht, um sich selbst auf dessen Kosten zu profilieren. Diese Art von Provokation meine ich nicht. Auf diese Weise sollte ein Prediger nie auftreten.
Ich meine eher das, was Jesus hier tut: Er spricht Sünde deutlich an, nimmt kein Blatt vor den Mund und provoziert Buße. Aber genau dazu kommt es leider nicht – weder bei den Pharisäern noch bei den Gesetzesgelehrten. Beide scheinen nicht willens zu sein, sich ehrlich mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen.
Genau das haben sie mit manch einem Predigtbesucher gemeinsam. Deshalb nutze ich jetzt diese fünfhundertste Episode, um die Frage zu stellen: Wie geht man richtig mit Kritik um?
Die Gesetzesgelehrten machen es falsch. Sie empfinden das Gesagte nur als Beleidigung. Aber wie macht man es richtig? Vor allem dann, wenn es in den Sprüchen Salomos gerade die Weisen sind, die konstruktive Kritik als eine Chance zur Veränderung betrachten.
Antwort: Höre zu und denke in Ruhe über das Gesagte nach.
Sprüche 15,31-32: Ein Ohr, das auf heilsame Mahnung hört, wird inmitten der Weisen bleiben. Wer Zucht fahren lässt, verachtet sich selbst; wer aber auf Zurechtweisung hört, erwirbt Verstand.
Wer auf Zurechtweisung hört, erwirbt Verstand. Deshalb Vorsicht, wenn wir uns immer ganz schnell gekränkt und beleidigt fühlen. Wirklich Vorsicht!
Nicht jede Kritik soll uns verletzen. Es gibt Menschen, die uns wehtun wollen, natürlich. Aber es gibt auch solche, die es wirklich gut mit uns meinen, wenn sie uns auf unsere Fehler hinweisen.
Deshalb mein Tipp: Wenn du kritisiert wirst, denke darüber nach, was gesagt wird. Überlege, ob etwas an dem Gesagten dran sein könnte. Wenn du dir unsicher bist, geh ins Gebet, frage Freunde, die dich gut kennen.
Glaube nicht jeden Tadel, aber schmettere Kritik auch nicht einfach ab, nur weil du dich getroffen fühlst und eingeschnappt bist.
Lasst uns dabei nie vergessen, was der Prediger sagt:
Prediger 7,5: Besser das Schelten des Weisen zu hören als das Loben der Toren.
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie du in der letzten Woche mit Kritik umgegangen bist.
Das war’s für heute. Wenn du einen Fehler im Podcast findest, dann schreibe mir bitte eine E-Mail an kontakt@frogwords.de.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Umgang mit Kritik: Eine biblische Perspektive
Deshalb nutze ich jetzt diese fünfhundertste Episode, um die Frage zu stellen: Wie geht man richtig mit Kritik um?
Die Gesetzesgelehrten machen es falsch. Sie empfinden das Gesagte nur als Beleidigung. Aber wie macht man es richtig? Vor allem dann, wenn es in den Sprüchen Salomos gerade die Weisen sind, die konstruktive Kritik als eine Chance auf Veränderung betrachten.
Die Antwort lautet: Höre zu und denke über das Gesagte in Ruhe nach.
Sprüche 15,31-32: Ein Ohr, das auf heilsame Mahnung hört, wird inmitten der Weisen bleiben. Wer Zucht fahren lässt, verachtet sich selbst, wer aber auf Zurechtweisung hört, erwirbt Verstand. Wer auf Zurechtweisung hört, erwirbt Verstand.
Deshalb Vorsicht, wenn wir uns immer ganz schnell gekränkt und beleidigt fühlen. Wirklich Vorsicht! Nicht jede Kritik soll uns verletzen. Es gibt Menschen, die uns wehtun wollen, natürlich. Aber es gibt auch solche, die es total gut mit uns meinen, wenn sie uns auf unsere Fehler hinweisen. Und...
Praktische Tipps zum Umgang mit Kritik
Deshalb mein Tipp: Wenn du kritisiert wirst, denke darüber nach, was gesagt wird. Überlege, ob etwas an dem Gesagten dran sein könnte.
Wenn du dir unsicher bist, geh ins Gebet und frage Freunde, die dich gut kennen. Glaube nicht jeden Tadel, aber schmettere Kritik auch nicht einfach ab, nur weil du dich getroffen fühlst und eingeschnappt bist.
Lasst uns dabei nie vergessen, was der Prediger sagt: Prediger 7,5 – besser das Schelten des Weisen zu hören als das Singen der Toren.
Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, wie du in der letzten Woche mit Kritik umgegangen bist.
Das war's für heute. Wenn du einen Fehler im Podcast findest, dann schreibe mir bitte eine E-Mail an kontakt@frogwords.de.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
