Wir hören von Pastor Wilhelm Busch zunächst eine Kurzbotschaft mit dem Thema „…“.
Einführung in das Thema des Glaubens an Jesus Christus
Wir hören von Pastor Wilhelm Busch zunächst eine Kurzbotschaft mit dem Thema „Wir hören von Jesus Christus, König und Herr“. Danach folgt eine Strophe des Liedes, das er von einer Evangelisationsreise durch Norwegen mitgebracht hat. Im Anschluss hält er einen Vortrag über das Thema „Buddha, Mohammed oder Christus“.
Es ist eine merkwürdige Tatsache, dass eigentlich alle Menschen an Gott glauben. In der Vergangenheit wurden große Feldzüge geführt, um zu beweisen, dass es keinen Gott gibt. Ich habe jedoch den Eindruck, dass diese Feldzüge vollständig gescheitert sind. Mir ist jedenfalls, und ich komme seit langem mit vielen Menschen zusammen, keiner begegnet, der gesagt hätte, Gott lebt überhaupt nicht.
Wenn ich Menschen zu Gott rufe, sagen sie: „Ja, Herr Pastor, ich habe eine Religion und ich habe einen Glauben.“ Doch dabei ist noch etwas ganz Merkwürdiges zu beobachten. Obwohl alle Welt an Gott glaubt, wie sie sagt, finde ich nirgendwo Menschen, die an ihrer Religion oder an ihrem Glauben richtig fröhlich werden.
Wo ist ein Mensch, dessen Angesicht strahlt, weil er Gott kennt? Wo ist einer, der Freudensprünge machen möchte, dem die Freude aus allen Knopflöchern blitzt, weil er an Gott glauben kann? Wir haben eine Religion, in der man an Gott glaubt, aber eine Religion, die drei Dinge nicht kann: Sie macht uns nicht froh, sie erneuert unser Leben nicht und sie tröstet uns nicht, wenn wir traurig sind.
Die zentrale Rolle Jesu Christi im Glauben
Und sehen Sie, da liegt doch ein ganz großer Fehler. Wo liegt dieser Fehler? Wir reden von Gott, aber wir kennen ihn ja gar nicht wirklich.
Es gibt nur eine einzige Methode, Gott wirklich kennenzulernen: Man muss Jesus kennenlernen. Es gehört zu den atemberaubendsten Ereignissen, die je geschehen sind, dass Gott die Mauer zerbrochen hat, die uns von ihm trennt. Er ist in seinem Sohn Jesus Christus zu uns gekommen.
Nun müssen Sie verstehen: Dieser Jesus ist nicht nur gekommen, damit Gott uns näherkommt. Sondern er hat gleich unsere allergrößte Not in Angriff genommen. Wissen Sie, was unsere allergrößte Not ist? Das ist unsere Sünde.
Es sagt doch keiner, er wisse nicht, was seine Sünde ist. Das wissen wir ganz genau. Oh, wie viele schmutzige Geheimnisse gibt es im Leben der Menschen von heute! Wie ist die ganze sexuelle Frage allmählich zu einem so notvollen Gebiet geworden! Wie viel Lüge gibt es unter uns, wie viel Streit und Hass!
Sagen Sie nicht, die anderen sind schuld. Bei jedem Streit sind die anderen schuld? Ihr Streit ist in jedem Fall Sünde. Sie leben ohne Gott, Sie können nicht beten, Sie lesen die Bibel nicht, Sie entheiligen die Sonntage – sehen Sie, das ist Sünde!
Und Jesus ist von Gott in die Welt gekommen, um unsere Sünde anzugehen. Haben Sie einmal davon gehört, dass Jesus ans Kreuz geschlagen wurde? Gehen Sie mit mir nach Golgatha. Da hängt er mit durchbohrten, angenagelten Händen. Wissen Sie, warum er da hängt? Weil er unsere Sünde wegträgt.
Gehen Sie zu Jesus. Kehren Sie von Ihrem bisherigen Leben um. Bei ihm bekommen Sie Vergebung der Sünden und Frieden mit Gott. In dem Augenblick, in dem Sie zu Jesus gehören, haben Sie ein ganz anderes Leben als vorher, als Sie nur so allgemein an Gott glaubten.
Wenn Sie zu Jesus gehören, dann haben Sie einen Heiland, der Sie froh macht. Jesusleute sind sehr glückliche, sehr frohe und sehr strahlende Menschen. Sie haben einen Heiland, der ihr Leben erneuert. Es wird völlig anders.
Sie werden das schon erfahren in dem Augenblick, in dem Sie mit Jesus umgehen. Und es ist ein Heiland, der Sie tröstet. Es ist wundervoll, welch reichen Trost Menschen von Jesus in allen dunklen Stunden haben!
Liedstrophe als Ausdruck des Glaubens
Hören Sie auf mit einem Aller-Feld-Wald-und-Wiesen-Gottesglauben und suchen Sie Jesus! Jesu Name bringt Ruhe, Frieden und wunderschöne Freude.
Allen Menschen will er zum Sieg verhelfen, besonders denen, die in Sünden Not leiden. Er führt sie von bösen Wegen und lenkt die Seele hin zu Gott.
Jesu Name ist mir teuer. Ich weiß es, mein Herz ist entbrannt. Dank sei dir, o mein Erlöser, wenn durch mich Rettung geschieht.
Vergleich der großen Religionsstifter: Mohammed, Buddha oder Christus?
Ich möchte heute mit Ihnen über das Thema Mohammed, Buddha oder Christus sprechen. Diese Frage wird mir häufig gestellt: Kann ich nicht genauso gut Mohammedaner sein? Wäre es nicht besser, Buddhist zu sein? Warum sollte man Christ sein?
Sie werden verstehen, dass ich Ihnen jetzt nicht ausführlich den Islam und den Buddhismus erklären kann. Ich möchte nur auf die entscheidenden Punkte hinweisen.
Alle Religionsstifter – Mohammed, Buddha und Konfuzius – sind sich darin einig, dass sie uns sagen, was wir tun sollen. Alle Religionen geben Regeln dafür, was der Mensch tun muss. Von der primitivsten Religion bis zur subtilsten gilt immer: Du musst dies tun, du musst jenes tun, du musst jenes tun.
Im Evangelium ist es grundsätzlich anders. Das Evangelium der Bibel beginnt nicht mit: Du musst dies tun, du musst das tun. Stattdessen teilt es uns eine unerhörte Botschaft mit: Gott hat etwas getan. Gott hat etwas für dich getan.
Er hat die Mauer eingeschlagen, die seine Welt, seine Dimension, von unserer dreidimensionalen Welt trennt, und ist in seinem Sohn Jesus mitten unter uns gekommen. Er hat seinen Sohn für uns gegeben.
Das zentrale Wort des Evangeliums lautet: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab, auf dass alle, die das annehmen, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Johannes 3,16).
Verstehen Sie? Alle Religionen sagen dem Menschen: Du musst dies tun. Das Evangelium sagt: Tu erst einmal gar nichts, sondern hör zu – Gott hat etwas für dich getan.
Die Herausforderung der Lebenshilfe und das Wesen des Evangeliums
Ich gebe zu, dass man das selbst in der Christenheit nicht mehr richtig versteht. Es ist mir tatsächlich passiert, dass nach einem Vortrag, in dem ich darüber sprach, ein gebildeter junger Mann zu mir kam und sagte: „Ja, Herr Pfarrer, Sie müssten das, was Sie jetzt gesagt haben, mehr konkretisieren. Sehen Sie, Gott tut etwas, Kreuz Jesu, Auferstehung Jesu – das sind doch Dinge, mit denen wir nichts anfangen können. Sie müssten von konkreten Problemen unseres Lebens reden. Zum Beispiel von sexuellen Fragen, wie wir mit Geld umgehen, wie wir mit den Eltern fertig werden.“
Ach, sagte ich, meinen Sie also, ich müsste mehr Lebenshilfe geben, Lebensregeln? „Ja, genau das!“
Ach, sagte ich, damit bin ich also glücklich wieder auf dem Weg aller Religionen? Ich soll den Leuten sagen, was sie tun sollen. Das nennt die Bibel Gesetz. Das Evangelium ist nicht Gesetz.
Lebensregeln, Lebenshilfe – zunächst nicht. Das fällt noch ab, nachher. Sondern es ist zunächst die unerhörte, große Botschaft, die gehört und angenommen werden muss: Der lebendige Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, hat für dich, kleinen Menschen, schuldigen Menschen, etwas getan.
Er hat seinen Sohn, den Herrn Jesus Christus, gegeben. Er hat ihn sterben lassen am Kreuz, so wichtig war ihm das. Als die Apostel am ersten Pfingsttag zu der Volksmenge gepredigt haben, da sagten die Leute: „Wir hören Sie die großen Taten Gottes reden, nicht Lebensregeln, wir hören kein Gesetz, wir hören nicht, was man tun soll, sondern wir hören, wie Sie die großen Taten Gottes erzählen.“
Gott hat seinen Sohn für uns sterben lassen, Gott hat seinen Sohn ins Grab legen lassen, Gott hat seinen Sohn von den Toten auferweckt, Gott hat seinen Sohn zu Rechten erhöht, Gott gibt ihn uns als Heiland.
Biblische Bilder zur Erlösung durch Jesus Christus
Wenn Sie das doch verstehen wollten: Das Evangelium spricht davon, dass der lebendige Gott etwas für uns tut. Die Bibel verwendet viele Bilder, um deutlich zu machen, was Gott getan hat.
Zum Beispiel braucht sie das Bild vom Sklavenmarkt. Da steht ein netter junger Mann, der in Sklaverei geraten ist – erniedrigt, geschlagen, gejagt, rechtlos. Dann kommt ein guter Herr über den Markt und kauft ihn los. „Za, Lösegeld, du bist frei!“ Dieses Bild braucht die Bibel, um zu zeigen, dass Jesus uns durch sein Blut erkauft hat von der Hetze, mit der Teufel und Welt uns verfolgen, vom Tod, ja, vom Tod erkauft, von uns selbst. Denn wir machen uns ja selber unglücklich. Jesus hat uns von uns selbst erkauft und zu seinem Eigentum gemacht – zum Eigentum Gottes.
Die Bibel braucht auch ein anderes Bild: Gott lebt, und wir sollten Gottes Kinder sein und so leben, wie es ihm gefällt. Doch keiner von uns hat das auch nur einen Tag getan. Wir sind Gott alles schuldig geblieben – Reinheit, Wahrheit, Liebe. Unser Schuldkonto ist riesig, wir können es nicht bezahlen. Im Gericht Gottes, das sicher kommen wird, sind wir verloren. Aber dann kommt Jesus, der unbezahlt für uns stirbt. Er wird unser Bürge, der für uns eintritt, der für uns bezahlt und alles in Ordnung bringt.
Ein weiteres Bild, das die Bibel braucht, ist das vom Gewand. Wir haben schmutzige Kleider, das wissen wir ganz genau. Wenn mir jemand sagt, er sei ganz rein und habe keine Flecken, glaube ich das nicht – und ich glaube es auch selbst nicht. Nun kommt Jesus, und wir dürfen ihm unser schmutziges Gewand geben. Er schenkt uns dafür das helle Kleid seiner Gerechtigkeit.
Die Bibel braucht auch das Bild vom Versöhner: Gott ist unser Feind geworden, er steht gegen uns. Nun stellt sich Jesus zwischen Gott und uns. Er trägt den Zorn Gottes und unsere Schuld. So wird er zum Versöhner zwischen Gott und den Menschen.
Ich sage noch einmal: Die Bibel braucht noch viel mehr Bilder, um das deutlich zu machen, was ich in einem Satz sagen möchte. Das Evangelium sind nicht zunächst Lebensregeln, sondern die Botschaft: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab. Er hat etwas für uns getan.
Entscheidung für Christus oder andere Religionen
Wenn Sie mich fragen: Mohammed, Buddha oder Christus? Dann sage ich: Wenn Sie Lebensregeln, religiöse Regeln oder religiöse Gesetze suchen, dann gehen Sie zu Mohammed oder Buddha. Wenn Sie aber Geschenke des lebendigen Gottes haben wollen, dann kommen Sie zu Jesus Christus.
Damit komme ich zum Zweiten, was hier zu sagen ist. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir den Unterschied zwischen Religion und Offenbarung verstehen. Sehen Sie, Religion ist das Suchen des Menschen nach Gott. Stellen Sie sich eine dicke Wolke vor, und hinter der Wolke verborgen ist ein lebendiger Gott. Der Mensch kann ohne Gott nicht leben, deshalb sucht er Gott. Er tastet sich hinein in die Wolke – das sind die Religionen.
Der Mensch streckt seine Hände nach Gott aus, er verirrt sich in der dunklen Wolke, aber er findet Gott nicht. Allen Religionen ist gemeinsam: Man hat Gott nicht gefunden, es gibt in keiner Religion Gewissheit. Und da hat ein Mann im Alten Testament einmal geschrien: „Oh, dass du die Wolke zerrst und herabführst! Wir können dich nicht finden, wir können nicht zu dir kommen. Nun komm du doch zu uns!“ Diesen Schrei hat Gott gehört. Er ist in Jesus zu uns herabgefahren und hat sich in Jesus offenbart.
Jesus Christus ist die Antwort Gottes auf alle Religionen. Der Buddhismus ist ein quälendes Suchen nach dem, was man Gott nennen könnte. Der Buddhismus nennt es gar nicht Gott. Der Islam ist ein quälendes Suchen nach Gott. Das Evangelium spricht von Jesus als der Antwort Gottes auf unsere Religion. Religionen sind von unten nach oben gerichtet, sie führen nicht zum Ziel. Jesus ist von oben nach unten gekommen, da nimmt Gott die Verbindung mit mir auf.
Mohammed, Buddha oder Christus? Sehen Sie, um Muslim oder Buddhist zu sein, muss man religiös sein. Sind Sie religiös? Ich auch nicht. Seien wir ehrlich: Wir sind es ja gar nicht. Jesus ist nicht für religiöse Leute gekommen, sondern für Sünder, suchende, hungrige Herzen, die Kinder des lebendigen Gottes werden wollen.
Als Jesus über die Erde ging, gab es religiöse Leute, die Schriftgelehrten, Priester, Pharisäer, und sie lehnten ihn ab. Dann gab es total unreligiöse Menschen: Dirnen, Räuber, Schwarzhändler, einfache Leute aus der Masse, die genau wussten, was im Leben zählt. Viele Dinge fielen ihnen nicht in Ordnung, und sie nahmen ihn an. Sie begriffen, dass er uns nicht eine religiöse Bewegung bringt, sondern Rettung und Frieden mit Gott, dem lebendigen Gott selbst.
Konfuzius, Buddha oder Christus? Wenn Sie Religion wollen, religiöse Erhebung, religiöse Gefühle, religiöses Tun, religiöse Werkerei, dann werden Sie Buddhist oder Muslim. Wenn Sie aber den Heiland wollen, den der lebendige Gott in diese Welt geschickt hat, dann werden Sie ein richtiger Christ.
Ich möchte zum Schluss Folgendes sagen: Ich habe neulich in einer großen Jugendversammlung gesagt: Jesus wartet auf Sie. Daraufhin griff mich eine Zeitschrift heftig an und sagte, da stehe Grausamkeit im Raum, wie „trink Coca-Cola“ oder „wasch dich mit der und der Seife“, damit könnten sie nichts anfangen. Man bat mich um eine Antwort, und ich sagte: Darauf kann ich nicht antworten. Darauf ist nichts zu antworten.
Gott hat seinen Sohn gesandt, nicht einen Religionsstifter, sondern seinen Sohn, einen Heiland für Sünder, für alle hungrigen Menschen und für alle, deren Seelen nach Leben verlangen. Der eine sagt: „Ich verstehe nichts, ich höre nichts“, und geht an ihm vorüber. „Ich habe ihm nichts zu sagen.“ Der andere aber begreift, dass hier nicht ein Angebot unter tausend Angeboten unserer Zeit ist, sondern dass das Bibelwort Recht hat: Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben, wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.
Hier wird uns das Leben, das ewige Leben, Gott selbst angeboten. Nun müssen wir zugreifen. Dass Jesus sichtbar bleibt, ewig ausgemacht, zeigt die ganze Welt, denn alles ist nach seinem Tod in seine Hand gestellt, nach ihm an. Kreuz und Leid hat er überwunden, hat er zum Grund gesehen, verschwunden der Wind.
Da Jesus sieht, sei’s, dass die Winde am Mist in Trotz und Blüten schauen, sei’s, dass sie nicht mit ihren Lüften messen, wenn sie in Frieden wachen. Wie zeigen es dir die Not und wenden sich unsere doch niemals viele Karrieren. Sie umziehen mir blaue Messer dich und blaue Kämpfer mich. Wie du uns führst durch deine Finsternis, wir folgen dir so dir.
„Gott ja, aber warum Jesus?“, lautet das Thema des folgenden Vortrags von Pastor Busch. Als ich als junger Mann in mein Pfarramt kam, fiel mir ein Buch in die Hand, das mich außerordentlich beeindruckt hat. Es stammt von dem amerikanischen Indienmissionar Stanley Jones. Da erzählt er von seiner Arbeit unter indischen Studenten und sagt: Es war für mich quälend, da ich dauernd von ihnen mit einer Fülle von Fragen und Problemen überfallen wurde – Fragen des christlichen Dogmas, Fragen christlicher Institutionen, Fragen, die sich auf die Kirchengeschichte bezogen.
Das ist ja keine sehr glorreiche Geschichte. Ich war unablässig beschäftigt, das Christentum zu verteidigen oder auf solche Fragen Antwort zu geben. Dann habe ich gemerkt, so komme ich gar nicht weiter. Da habe ich eines Tages beschlossen, eine Frontverkürzung vorzunehmen. Es war mir klar: Diese Fragen der Kirchengeschichte, des Dogmas, der verschiedenen Konfessionen und Institutionen beschäftigen Menschen ja nicht so, dass ihr Gewissen getroffen wird.
Und so habe ich die Frontverkürzung vorgenommen: Ich habe beschlossen, nur noch den Christus zu verkündigen, den auferstandenen Christus, der heute, jetzt über die Landstraßen Indiens geht und an hungrige Menschen sein Wort wahrmacht: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört, zu dem werde ich eingehen.“
Wie gesagt, dieses Buch hat mich außerordentlich beeindruckt, denn mir ging es genau so. Ich war in einem riesigen Arbeiterbezirk und bekam dauernd Fragen gestellt: Was ist mit der Kirche los? Mit den verschiedenen Konfessionen? Warum gibt es dies oder jenes Dogma in der Kirche? Warum ist in der Kirchengeschichte dies oder jenes geschehen? Da sagte ich mir: Jetzt will ich nur noch den Christus verkündigen, der durch diese Bergarbeiterbezirke geht und Menschen ruft.
So möchte ich es jetzt auch machen. Ich möchte mit Ihnen zur Quelle gehen. Ich möchte mit Ihnen von Jesus Christus reden. Sehen Sie, was heute so Christentum heißt – Institutionen, Kirchen, Kirchensteuer und vieles mehr – das vergleiche ich oft mit dem Rhein bei der Mündung. Da ist so viel hineingeflossen, dass er ganz schmutzig ist. Aber wenn man den Rhein oben bei der Quelle sieht oder noch bei Schaffhausen, da ist er rein und schön.
So wollen wir an den Anfang gehen und nach Jesus Christus fragen. Von ihm hören wir im Neuen Testament. Jesus ist eine anziehende Gestalt. Lassen Sie mich zunächst drei kurze Geschichten von ihm erzählen.
Jesus sprach einmal vor Tausenden von Menschen. Plötzlich gibt es am Rand eine Unruhe, so eine Unruhe, dass Jesus nicht weitermachen kann. Was war denn da los? Oh, da war etwas Furchtbares geschehen. Ein Aussätziger war herangekommen und hatte versucht, sich in die Menge zu mischen. Aussatz – der verfault am Menschen bei lebendigem Leibe.
Außerhalb der Menge steckt er an. Darum wurden im Altertum die Aussätzigen in die Wüste, in die Steppe gejagt. Ich kann mir vorstellen, wie das war, als dieser Aussätzige herankam: Die Leute schrien, „Geh zurück! Mach dich fort!“, sie hoben Steine auf, um ihn wegzujagen. Aber sie wichen natürlich vor ihm zurück. Er bekam Platz, es entstand eine Gasse mitten durch die Menge, und durch die kam er – gerade auf Jesus zu.
Dann steht dieser elende Mensch vor Jesus, ach nein, er fällt vor ihm nieder. Ein schrecklicher Anblick: Dieser mit eiterbedecktem Kopf, vielleicht sind die Ohren schon abgefault und die Nase – ein elendes Menschenbild vor Jesus. Und sehen Sie, da geschieht das, was immer geschehen muss: Unser Elend und Jesus müssen zusammenkommen.
Wie geht die Geschichte weiter? Sie denken, Sie wissen es, Sie sagen, er wird ihn geheilt haben. Nein, da kommt vorher noch etwas Wundervolles. Da kommt ein Satz, den ich ungeheuer liebe. Ich könnte mir vorstellen, dass Jesus einen Schritt zurücktritt vor diesem ekelhaften Anblick des Aussätzigen. Aber Jesus tritt einen Schritt vor und legt ihm seine Hand aufs Haupt. Er rührt ihn an.
Die Leute haben geschrien: „Ein Aussätziger darf man nicht anfassen, das steckt doch an!“ Aber Jesus rührt ihn an. Es ist unbeschreiblich, dieses Bild: die Hand des Heilandes auf dem Haupt eines Aussätzigen. Und dann wird er geheilt. Aber das scheint mir fast nebensächlich. Wichtig ist: Jesus ekelt sich vor keinem. Dem Herrn Jesus ist kein Elend so groß, dass er es nicht anrührt.
Die zweite Geschichte, die ich von Jesus erzählen möchte: Man hat ihn zum Tode verurteilt. Man hat ihn zum Tode verurteilt, weil er den Anspruch erhob: „Ich bin von oben, ihr seid von unten.“ Sie können keine Zeile aus dem Munde Jesu lesen, ohne diesen Anspruch zu hören. Ich komme aus einer anderen Dimension. Ich komme aus der Welt Gottes in die dreidimensionale Welt zu euch herein als der Fremde, als der ganz Andere, als der, der eigentlich gar nicht hierhergehört.
Paulus drückt es so aus: Der Sohn Gottes entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an. Der Anspruch Jesu, dass er aus einer anderen Welt kommt, dass er der Sohn Gottes ist, ist so unerhört, dass er bis heute die Menschen aufregt, sie zum Spott oder Hass und Widerspruch bringt. Damals konnten sie es nicht ertragen und verurteilten ihn zum Tode wegen Gotteslästerung. Dann wurde er ans Kreuz geschlagen.
Ich möchte dieses Kreuz vor Ihre Augen stellen: Da ist er, der Gewaltige, der Sturmstiller, der Tote aus den Gräbern rief, der die Tausende sättigte – ohnmächtig angenagelt. „O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenkrone.“ Von dieser Stunde an können Sie das Bild des Kreuzes aus der Welt nicht mehr entfernen. Es hat die abendländische Welt bestimmt und geprägt.
Die dritte Geschichte, die ich erzählen will, geht so: Man hat Jesus in ein Felsengrab gelegt, man hat eine Steinplatte davor getan und sie versiegelt. Dann hat man römische Soldaten davor aufgestellt, damit ja niemand an das Grab herankommt. Und dann geschieht es: Am dritten Morgen laufen diese Wächter entsetzt nach Jerusalem hinein und berichten, er ist auferstanden, er kam aus dem Grab.
Ich hätte nicht den Mut, hier zu sprechen, wenn ich nicht ganz bestimmt wüsste, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er ist mir begegnet, so wie er Menschen begegnen kann und begegnet zu allen Zeiten, in allen Kontinenten und in allen Jahrhunderten.
Es ist merkwürdig, wenn Sie das Neue Testament lesen, wie dieser Jesus als schlichter Lehrer, der durchs Land zieht, auf der einen Seite unerhörte Ablehnung findet und auf der anderen Seite erstaunlichen Glauben. Genauso geht es heute mit dem auferstandenen, lebendigen Jesus.
Wie kommt es, dass die einen ihn annehmen und die anderen leidenschaftlich ablehnen? Ich glaube, es ist so: Es gibt Menschen, deren Leben ist unendlich glatt. Sie haben eine Weltanschauung, die null zu null aufgeht. Sie rechnen damit, dass sie mit dem Leben einigermaßen fertigwerden können. Auf religiösem Gebiet sind sie mit sich selbst zufrieden. Sie sagen: „Dieser Jesus passt gar nicht in mein Leben herein.“ Diese werden nie einen Zugang zu Jesus finden, wenn nicht ein Wunder geschieht.
Aber es gibt andere Menschen, die an die Abgründe des Lebens geraten sind, wo der Mensch nicht mehr fertig wird – mit sich selbst, mit den Problemen seines Lebens, mit seiner Schuld, mit seinem Alltag. Wo das Schrecken Gottes vielleicht auf ihn fällt, wo das Gewissen aufschreit, wo das Grauen vor der Welt einen trifft. Es gibt Menschen, die über sich selbst erschrecken, Menschen, die merken: „Mein Weg ist ja gar nicht, wie er sein sollte.“
Solche Leute, die an die Abgründe des Lebens gekommen sind, horchen auf, wenn sie Jesus begegnen. So ist es bis zum heutigen Tage. Die mit der glatten Lebenswanderung werden mich wahrscheinlich hier auslachen und sagen: „Wir verstehen gar nicht, wovon du sprichst.“ Aber es kann von heute auf morgen geschehen, dass Gott vor ihnen den Abgrund aufreißt. Vielleicht denken sie dann daran, dass jetzt Jesus ihnen begegnen will.
Lassen Sie mich noch etwas genauer von diesen Abgründen des Lebens reden, die die Bibel uns zeigt und denen wir im eigenen Leben begegnen. Der größte Abgrund tut sich auf, wenn wir begreifen, was Schuld in unserem Leben ist.
Ist Ihnen eigentlich schon einmal die Schrecklichkeit der Schuld aufgegangen – Schuld, die wir nicht entfernen können? Lassen Sie mich ein kleines Erlebnis erzählen von einem Freund, dem die Augen für die Unlöslichkeit der Schuld aufgingen.
Ein kleines Erlebnis: Dieser Freund hatte einen prachtvollen Vater. Während der Semesterferien war er als Student zu Hause. Er hatte ein kleines Zimmer oben im Haus. Eines Tages rief der Vater von unten seinen Sohn. Der streckte den Kopf heraus und fragte: „Was ist los?“ Da sagte der Vater: „Du, ich muss einen Gang in die Stadt machen. Willst du mich nicht begleiten?“
„Ach“, sagte der Sohn, „ich habe gerade so eine wichtige Arbeit vor mir, ich bin so in meinen Gedanken verstrickt, ich habe schlechte Zeit.“ Und dann ging der Vater allein. Acht Tage später war der Vater tot. Es war nicht wie in der Großstadt, wo man die Leiche gleich wegholt. Er wurde im Haus aufgebahrt. Nach der Sitte des Hauses hielt der Sohn in der Nacht Wache am offenen Sarg seines Vaters.
Dann fiel ihm ein, wie der Vater ihn vor acht Tagen gebeten hatte, ihn zu begleiten, und er hatte Nein gesagt. Er hatte ihm einen kleinen Liebesdienst verweigert. Da sagte er: „Vater, bitte rufe mich doch noch einmal! Ich würde gern den hundertfachen Weg jetzt mit dir gehen. Vater, fordere mich noch einmal auf!“ Aber der Vater blieb still.
Als er das stumme Gesicht seines Vaters sah, so erzählt er, verstand er, dass er diese kleine Lieblosigkeit in alle Ewigkeit nicht mehr reparieren und gutmachen kann. Zum ersten Mal begriff er, dass man Schuld nicht gutmachen kann – nie und nimmer.
Ich wünsche Ihnen allen die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, dass Sie einmal begreifen, was Schuld in Ihrem Leben ist – Schuld und Sünde nennen. Ich glaube, man kann diese Ehrlichkeit aufbringen, wenn man ins Licht Gottes kommt. Dann werden Sie verstehen, was es heißt: Jesus kann Schuld wegnehmen. Er kann sie aus meiner Vergangenheit wegradieren. Dafür ist er gestorben. Das Blut Jesu Christi macht mich rein von aller Sünde.
Ich darf einen Tausch machen: Ich darf ihm, der am Kreuz hing und lebt, meine Schuld geben, und er gibt mir seine Gerechtigkeit. Es ist wichtig, dass wir das verstehen. Wir sind ja so großartige Leute geworden. Wir verstehen es, mit der Schuld unseres Lebens sehr schnell fertigzuwerden. Wir leugnen sie, wir vergessen sie, wir gehen darüber hinweg. Solange wir das fertigkriegen, geht der Weg unseres Lebens glatt und fröhlich weiter.
Und wenn wir mal siebzig sind, bekommen wir schöne Jubiläumsreden gehalten. Aber wenn Gott uns unser Gewissen weckt und unsere Schuld uns, wie es in der Bibel heißt, vor die Augen stellt, dann ganz bestimmt wird er es tun im Gericht. Wir werden in seinem Gericht stehen.
Die Bibel sagt, dass Sünde alles ist, was gegen Gott getan ist. Und das ist Wirklichkeit, die man nicht wegschwätzen und wegvergessen kann. Sünde ist Realität. Da kann ich tausendmal sagen: Ich denke nicht darüber nach oder ich nehme es nicht ernst – sie ist eine Wirklichkeit und liegt auf uns.
Wenn uns die Augen dafür aufgehen, wie David sagt: „An dir allein habe ich gesündigt“, dann stehen wir vor einem Abgrund. Dann merken wir, dass wir dem Gericht Gottes verfallen sind, dem eligen Gericht.
Aber wenn der Abgrund aufgerissen ist, wenn die Schuld da ist, mein Gewissen mich verklagt, dann muss Gott selbst es mir sagen, ob es möglich ist, dass er Sünde vergibt. Und dann, wie ich schon sagte, dürfen wir an Jesu Kreuz es ablesen: Die Strafe, meine Strafe, liegt auf Jesus, auf dass ich Frieden hätte.
Wir brauchen alle – jetzt sage ich das Wort, das wir nicht hören wollen und das doch das wichtigste Wort für unser Leben ist – wir brauchen alle Vergebung der Sünden. Und niemand im Himmel und auf Erden kann uns Vergebung der Sünden geben als allein Jesus, der sie geben kann, weil er das Gericht am Kreuz dafür getragen hat.
Jesus ist gekommen und hat die Bande und Stricke des Todes zerrissen. Unser Durchbrecher ist nun vorhanden. Wir wissen: Gottes, der wacht, nicht frei. Bringe zu Ehren aus Sünden und Schande. Jesus ist gekommen und bringt die Wande. Jesus ist gekommen, die Quelle der Gnaden. Kommt, dürstet und trinkt, wer will. Holt für euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Fülle! Hier kann das Herz sich laben und baden. Jesus ist Trauer, die Quelle der Gnade.
Zum Schluss noch ein ganz persönliches Wort von Pastor Busch: Ich war junger Offizier im Ersten Weltkrieg, und da hörte ich Jesu Wort: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen.“ Hören Sie: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen.“
Damals ging ich in ein zerschossenes französisches Bauernhaus, in dem noch ein Raum erhalten war. Ich schob den Riegel vor, kniete nieder und sagte: „Herr Jesus, ich habe gemerkt, dass du lebst und mein Erretter bist. Du hast gesagt: ‚Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen.‘ Jetzt komme ich also zu dir. Ich glaube, dass es richtig ist, dich jetzt einfach beim Wort zu nehmen. Ich kann dir nichts versprechen, ich habe einen sehr labilen Charakter, aber du hast gesagt: ‚Wer zu mir kommt, ganz egal wie er ist, den will ich nicht hinausstossen.‘ Jetzt lege ich mein Leben in deine Hand. Du sollst mein Herr sein, mach aus meinem Leben, was du willst.“
So muss man es machen. Ich kenne keinen anderen Weg. Nun wünsche ich Ihnen allen, dass Sie dahin kommen, wo Sie sagen können: Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält.
Dein Geist in meinem Herzen wohnen und meine Sinne und Verstand regier, dass ich den Frieden damals schreck und kühl und dir darum den Herzen sing und spiel. Wie...
Umgang mit Kritik und die Einzigartigkeit Jesu
Ich möchte zum Schluss Folgendes sagen: Neulich habe ich in einer großen Jugendversammlung gesagt, Jesus wartet auf Sie. Daraufhin griff mich eine Zeitschrift heftig an. Sie schrieb, es herrsche ein Grauen im Raum, und fragte, ob ich Coca-Cola trinke oder mich mit dieser oder jener Seife wasche. Mit solchen Dingen könnten sie nichts anfangen.
Man bat mich, darauf zu antworten. Ich sagte, darauf könne ich nicht antworten, denn darauf gibt es keine Antwort. Gott hat seinen Sohn gesandt, nicht einen Religionsstifter, sondern seinen Sohn, einen Heiland für Sünder, für alle hungrigen Menschen und für alle, deren Seelen nach Leben verlangen.
Der eine sagt: „Ich verstehe nichts, ich höre nichts“, und geht an ihm vorüber. Er hat ihm nichts zu sagen. Der andere aber begreift, dass hier nicht ein Angebot unter tausend Angeboten unserer Zeit vorliegt, sondern dass das Bibelwort Recht hat: Wer den Sohn Gottes hat, hat das Leben, wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht. Hier wird uns das Leben, das ewige Leben, Gott selbst angeboten. Nun müssen wir zugreifen.
Dass Jesus sichtbar bleibt, ist ewig ausgemacht. Das zeigt uns die ganze Welt, denn alles ist nach seinem Tod in seine Hand gestellt. Nach ihm ist das Kreuz herausgerungen, er hat zum Grund gesehen, der Wind ist verschwunden.
Da Jesus sieht, sei es, dass der Wind am Mist in Trotz und Blüten schaut, sei es, dass sie nicht mit ihren Lüften misst, wenn sie in Frieden wacht. Wie zeigen es dir die Not, und wenden sich unsere doch niemals viele Karrieren. Sie umzieht mir blaue Messer dich und blaue Kämpfer mich.
Wie du uns führst durch deine Finsternis, wir folgen dir so dir.
Persönliche Erfahrungen und die Bedeutung des auferstandenen Christus
Gott ja, aber warum Jesus? lautet das Thema des folgenden Vortrages von Pastor Busch.
Als ich als junger Mann in mein Pfarramt kam, fiel mir ein Buch in die Hand, das mich außerordentlich beeindruckt hat. Es stammt von dem amerikanischen Indienmissionar Stanley Jones. Er erzählt darin von seiner Arbeit unter indischen Studenten. Er sagt, es war für ihn quälend, da er dauernd von ihnen mit einer Fülle von Fragen und Problemen überfallen wurde. Es waren Fragen des christlichen Dogmas, Fragen zu christlichen Institutionen und Fragen, die sich auf die Kirchengeschichte bezogen. „Das ist ja keine sehr glorreiche Geschichte“, sagt er. Er war unablässig beschäftigt, das Christentum zu verteidigen oder auf solche Fragen Antwort zu geben.
Dann hat er gemerkt, so kommt er gar nicht weiter. Eines Tages entschloss er sich, eine Frontverkürzung vorzunehmen. Es war ihm klar, dass diese Fragen der Kirchengeschichte, des Dogmas, der verschiedenen Konfessionen und der Institutionen die Menschen nicht so beschäftigen, dass ihr Gewissen getroffen wird. Deshalb nahm er die Frontverkürzung vor: Er beschloss, nur noch den Christus zu verkündigen, den auferstandenen Christus, der heute, jetzt über die Landstraßen Indiens geht und an hungrigen Menschen sein Wort wahrmacht: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird, zu dem werde ich eingehen.“
Wie gesagt, dieses Buch hat mich außerordentlich beeindruckt, denn mir ging es genau so. Ich war in einem riesigen Arbeiterbezirk und bekam dauernd Fragen gestellt: Was sei mit der Kirche los? Was mit den verschiedenen Konfessionen? Warum gebe es dies oder jenes Dogma in der Kirche? Warum sei in der Kirchengeschichte dies und jenes geschehen? Da sagte ich mir, jetzt will ich nur noch den Christus verkündigen, der durch diese Bergarbeiterbezirke geht und Menschen ruft.
So möchte ich es jetzt auch machen. Ich möchte mit Ihnen zur Quelle gehen. Ich möchte mit Ihnen von Jesus Christus reden. Sehen Sie, was heute so Christentum heißt: Institutionen, Kirchen, Kirchensteuer und vieles mehr. Das vergleiche ich oft mit dem Rhein bei der Mündung. Dort ist so viel hineingeflossen, dass er ganz schmutzig ist. Aber wenn man den Rhein oben bei der Quelle sieht oder noch bei Schaffhausen, da ist er rein und schön. So wollen wir an den Anfang gehen und nach Jesus Christus fragen.
Drei Geschichten aus dem Leben Jesu
Von Jesus hören wir im Neuen Testament als von einer anziehenden Gestalt. Lassen Sie mich zunächst drei kurze Geschichten von ihm erzählen.
Jesus sprach einmal vor Tausenden von Menschen. Plötzlich gab es am Rand eine Unruhe, so stark, dass Jesus nicht weitermachen konnte. Was war da los? Ein furchtbares Ereignis: Ein aussätziger Mann war herangekommen und hatte versucht, sich unter die Menge zu mischen. Aussatz ist eine Krankheit, bei der der Mensch bei lebendigem Leib verfault. Weil sie so ansteckend und grauenvoll war, wurden Aussätzige im Altertum in die Wüste oder Steppe verbannt.
Ich kann mir vorstellen, wie die Leute reagierten, als dieser Aussätzige näherkam. Sie schrien: „Geh zurück! Mach dich fort!“ Sie hoben Steine auf, um ihn wegzujagen. Doch die Menschen wichen vor ihm zurück. So entstand eine Gasse mitten durch die Menge, und durch diese kam er direkt auf Jesus zu. Dann steht dieser elende Mensch vor Jesus – nein, er fällt vor ihm nieder. Ein schrecklicher Anblick: Sein Kopf ist mit Eiter bedeckt, vielleicht sind die Ohren schon abgefault, die Nase zerstört – ein elendes Menschenbild vor Jesus.
Und dann geschieht das, was immer geschehen muss: Unser Elend und Jesus müssen zusammenkommen. Wie geht die Geschichte weiter? Sie denken, Sie wissen es, Sie sagen, er wird ihn geheilt haben. Doch vorher kommt etwas Wundervolles. Ein Satz, den ich ungeheuer liebe. Ich könnte mir vorstellen, dass Jesus einen Schritt zurücktritt vor diesem ekelhaften Anblick des aussätzigen Mannes. Aber Jesus tritt einen Schritt vor und legt ihm seine Hand aufs Haupt. Er rührt ihn an.
Die Leute schreien auf: „Ein Aussätziger darf nicht angefasst werden, das steckt doch an!“ Aber Jesus rührt ihn an. Dieses Bild ist unbeschreiblich: die Hand des Heilandes auf dem Haupt eines Aussätzigen. Und dann wird er geheilt. Doch das scheint mir fast nebensächlich. Wichtig ist, dass Jesus sich vor keinem ekelt. Dem Herrn Jesus ist kein Elend zu groß – er rührt es an.
Die zweite Geschichte, die ich von Jesus erzählen möchte: Man hat ihn zum Tode verurteilt. Er wurde verurteilt, weil er den Anspruch erhob: „Ich bin von oben, ihr seid von unten.“ Sie können keine Zeile aus dem Munde Jesu lesen, ohne diesen Anspruch zu hören. Er sagt: „Ich komme aus einer anderen Dimension. Ich komme aus der Welt Gottes in die dreidimensionale Welt zu euch herein – als der Fremde, als der ganz andere, als der, der eigentlich gar nicht hergehört.“
Paulus drückt es so aus: „Der Sohn Gottes entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an.“ Der Anspruch Jesu, dass er aus einer anderen Welt kommt, dass er der Sohn Gottes ist, ist so unerhört, dass er bis heute die Menschen aufregt, sie zum Spott, Hass und Widerspruch bringt. Damals konnten sie es nicht ertragen und verurteilten ihn zum Tode wegen Gotteslästerung. Schließlich wurde er ans Kreuz geschlagen.
Ich möchte dieses Kreuz vor Ihre Augen stellen: Da ist er, der Gewaltige, der Sturmstiller, der Tote aus den Gräbern rief, der Tausende sättigte – ohnmächtig angenagelt. „O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenkrone.“ Von dieser Stunde an können Sie das Bild des Kreuzes aus der Welt nicht mehr entfernen. Es hat die abendländische Welt bestimmt und geprägt.
Die dritte Geschichte, die ich erzählen will, geht so: Man hat Jesus in ein Felsengrab gelegt, eine Steinplatte davor getan und sie versiegelt. Dann stellte man römische Soldaten davor, damit ja niemand an das Grab herankomme. Und dann geschieht es: Am dritten Morgen laufen diese Wächter entsetzt nach Jerusalem hinein und berichten, dass er auferstanden ist – er kam aus dem Grab.
Ich hätte nicht den Mut, hier zu sprechen, wenn ich nicht ganz bestimmt wüsste, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Er ist mir begegnet, so wie er Menschen begegnen kann und begegnet zu allen Zeiten, auf allen Kontinenten und in allen Jahrhunderten.
Unterschiedliche Reaktionen auf Jesus Christus
Es ist merkwürdig, wenn man das Neue Testament liest, wie dieser Jesus als schlichter Lehrer, der durchs Land zieht, auf der einen Seite unerhörte Ablehnung erfährt und auf der anderen Seite erstaunlichen Glauben. Genauso verhält es sich heute mit dem auferstandenen, lebendigen Jesus.
Wie kommt es, dass die einen ihn annehmen und die anderen ihn leidenschaftlich ablehnen? Ich glaube, es ist so: Es gibt Menschen, deren Leben ist unendlich glatt. Sie haben eine Weltanschauung, die null zu null aufgeht. Sie rechnen damit, dass sie mit dem Leben einigermaßen fertig werden können. Auf religiösem Gebiet sind sie mit sich selbst zufrieden und sagen: „Dieser Jesus passt gar nicht in mein Leben hinein.“ Diese Menschen werden nie einen Zugang zu Jesus finden, wenn nicht ein Wunder geschieht.
Aber es gibt andere Menschen, die an die Abgründe des Lebens geraten sind. Dort wird der Mensch mit sich selbst und den Problemen seines Lebens nicht mehr fertig – mit seiner Schuld, mit seinem Alltag. Oh, da fällt vielleicht das Schrecken Gottes auf ihn, das Gewissen schreit auf, das Grauen vor der Welt trifft ihn.
Es gibt Menschen, die über sich selbst erschrecken, Menschen, die merken: Mein Weg ist ja gar nicht so, wie er sein sollte. Solche Leute, die an die Abgründe des Lebens gekommen sind, horchen auf, wenn sie Jesus begegnen.
Und so ist es bis zum heutigen Tage. Die mit der glatten Lebenswanderung werden mich wahrscheinlich hier auslachen und sagen: „Wir verstehen gar nicht, wovon du sprichst.“ Aber es kann ja von heute auf morgen geschehen, dass Gott vor ihnen den Abgrund aufreißt. Vielleicht denken sie dann daran, dass jetzt Jesus ihnen begegnen will.
Die Schwere der Schuld und die Notwendigkeit der Vergebung
Lassen Sie mich noch etwas genauer von den Abgründen des Lebens sprechen, die die Bibel uns zeigt und denen wir im eigenen Leben begegnen. Der größte Abgrund tut sich dann auf, wenn wir begreifen, was Schuld in unserem Leben bedeutet. Ist Ihnen eigentlich schon einmal die Schrecklichkeit der Schuld aufgegangen? Schuld, die wir nicht entfernen können?
Lassen Sie mich ein kleines Erlebnis von einem Freund erzählen, dem die Augen für die Unlöslichkeit der Schuld aufgingen. Es ist ein ganz kleines Erlebnis: Dieser Freund hatte einen prachtvollen Vater. Während der Semesterferien war er als Student zu Hause. Er hatte ein kleines Zimmer oben im Haus. Eines Tages ruft der Vater von unten seinen Sohn. Der streckt den Kopf heraus und fragt: „Was ist los?“ Da sagt der Vater: „Du, ich muss einen Gang in die Stadt machen. Willst du mich nicht begleiten?“
„Ach“, sagt der Sohn, „ich habe gerade so eine wichtige Arbeit vor mir, ich bin so in meinen Gedanken verstrickt, ich habe schlechte Zeit.“ Und dann geht der Vater allein. Acht Tage später ist der Vater tot. Es war nicht wie in der Großstadt, wo man die Leiche gleich wegholt. Er wurde im Haus aufgebahrt, und nach der Sitte des Hauses hielt der Sohn in der Nacht Wache am offenen Sarg seines Vaters.
Da fällt ihm ein, wie der Vater ihn vor acht Tagen gebeten hat, ihn zu begleiten. Und er hatte Nein gesagt. Er hatte ihm einen kleinen Liebesdienst verweigert. Da sagt er, so erzählt er, zu dem Toten: „Vater, bitte bitte mich doch noch einmal. Ich würde gern den hundertfachen Weg jetzt mit dir gehen. Vater, fordere mich noch einmal auf!“ Aber der Vater blieb still.
Und als er das stumme Gesicht seines Vaters sah, so erzählt er, verstand er, dass er diese kleine Lieblosigkeit in alle Ewigkeit nicht mehr reparieren und gutmachen kann. Zum ersten Mal begriff er, dass man Schuld nicht gutmachen kann – nie und nimmer.
Ich wünsche Ihnen allen die Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, dass Sie einmal erkennen, was Schuld in Ihrem Leben ist – Schuld und Sünde genannt. Ich glaube, man kann diese Ehrlichkeit aufbringen, wenn man ins Licht Gottes kommt. Dann werden Sie verstehen, was es heißt: Jesus kann Schuld wegnehmen. Er kann sie aus meiner Vergangenheit wegradieren. Dafür ist er gestorben. Das Blut Jesu Christi macht mich rein von aller Sünde.
Ich darf einen Tausch machen: Ich darf ihm, der am Kreuz hing und lebt, meine Schuld geben, und er gibt mir seine Gerechtigkeit. Es ist wichtig, dass wir das verstehen. Wir sind ja so großartige Leute geworden. Wir verstehen es, mit der Schuld unseres Lebens sehr schnell fertig zu werden. Wir leugnen sie, wir vergessen sie, wir gehen darüber hinweg. Und solange wir das fertigkriegen, geht der Weg unseres Lebens glatt und fröhlich weiter.
Und wenn wir mal siebzig sind, bekommen wir schöne Jubiläumsreden gehalten. Aber was, wenn Gott uns unser Gewissen weckt und uns unsere Schuld, wie es in der Bibel heißt, vor die Augen stellt? Ganz bestimmt wird er es tun – im Gericht. Wir werden vor seinem Gericht stehen.
Die Bibel sagt, dass Sünde alles ist, was gegen Gott getan ist. Das ist Wirklichkeit und kann man nicht wegschwätzen oder vergessen. Sünde ist Realität. Da kann ich tausendmal sagen: Ich denke nicht darüber nach oder ich nehme es nicht ernst – sie ist eine Wirklichkeit und liegt auf uns.
Und wenn uns die Augen dafür aufgehen, wie David sagt: „An dir allein habe ich gesündigt“, dann stehen wir vor einem Abgrund. Dann merken wir, dass wir dem Gericht Gottes verfallen sind, dem ewigen Gericht.
Aber wenn der Abgrund aufgerissen ist, wenn die Schuld da ist und mein Gewissen mich verklagt, dann muss Gott selbst mir sagen, ob es möglich ist, dass er Sünde vergibt. Und dann, wie ich schon sagte, dürfen wir es an Jesu Kreuz ablesen: Die Strafe, meine Strafe, liegt auf Jesus, damit ich Frieden habe.
Wir brauchen alle jetzt das Wort, das wir nicht hören wollen und das doch das wichtigste Wort für unser Leben ist: Wir brauchen alle Vergebung der Sünden. Niemand im Himmel und auf Erden kann uns Vergebung der Sünden geben außer Jesus allein. Er kann sie geben, weil er das Gericht am Kreuz dafür getragen hat.
Jesus ist gekommen, um Bande und Stricke des Todes zu zerreißen, wie es in der Bibel heißt. Unser Durchbrecher ist nun vorhanden. Wir wissen: Gottes Gnade wacht über uns.
Bringen wir zur Ehre aus Sünden und Schande: Jesus ist gekommen und bringt die Wande. Jesus ist gekommen, die Quelle der Gnade. Kommt, dürstet und trinkt, wer will! Holt für euren verderblichen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Fülle!
Hier kann das Herz sich laben und baden, denn Jesus ist die Quelle der Gnade.
Persönliches Zeugnis und Einladung zum Glauben
Zum Schluss noch ein ganz persönliches Wort von Pastor Busch. Ich war junger Offizier im Ersten Weltkrieg, und da hörte ich Jesu Wort: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen.“ Hören Sie, wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen.
Damals ging ich in ein zerschossenes französisches Bauernhaus, in dem noch ein Raum erhalten war. Ich schob den Riegel vor, kniete nieder und sagte: Herr Jesus, ich habe gemerkt, dass du lebst und mein Erretter bist. Du hast gesagt: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstossen. Jetzt komme ich also zu dir.
Ich glaube, dass es richtig ist, dich jetzt einfach beim Wort zu nehmen. Ich kann dir nichts versprechen, ich habe einen sehr labilen Charakter, aber du hast gesagt: Wer zu mir kommt, ganz egal wie er ist, den will ich nicht hinausstossen. Jetzt lege ich mein Leben in deine Hand. Du sollst mein Herr sein. Mach aus meinem Leben, was du willst.
So muss man es machen, ich weiß keinen anderen Weg. Und nun wünsche ich Ihnen allen, dass Sie dahin kommen, wo Sie sagen können: Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält.
Dein Geist soll in meinem Herzen wohnen und meine Sinne und meinen Verstand regieren, damit ich den Frieden damals schrecklich und kühl empfand und dir darum in meinem Herzen singe und spiele. Wie?
