Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 633: Jesus und die Kinder
Markus 10,13-14
Einführung in den Konflikt um die Kindersegnung
Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren sie an.
Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: „Lasst die Kinder zu mir kommen, wehrt ihnen nicht.“
Wir haben es hier mit einem Konflikt zu tun. Eltern kommen und bringen ihre kleinen Kinder zu Jesus. Was wollen sie? Jesus soll ihre Kinder anrühren. Was genau damit gemeint ist, lesen wir bei Matthäus.
In Matthäus 19,13-14 heißt es: „Dann wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflegte und betete. Die Jünger aber fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst die Kinder und wehrt ihnen nicht, zu mir zu kommen.“
Die Eltern wollen, dass Jesus ihren Kindern die Hände auflegt und für sie betet. Das ist das, was man tut, wenn man einen Menschen segnet: Man legt ihm die Hände auf und betet für ihn. Hier eben für kleine Kinder.
Und wie reagieren die Jünger? Unwirsch!
Auch in Lukas 18,15 lesen wir: „Sie brachten aber auch die kleinen Kinder zu ihm, dass er sie anrührte. Als aber die Jünger es sahen, fuhren sie sie an.“
Die Frage ist: Warum reagieren die Jünger so ablehnend?
Wir wissen es nicht genau, aber für sie war eine Kindersegnung anscheinend etwas so Nebensächliches und Unwichtiges, dass sie dazwischen gingen und die Eltern anfuhren.
Die Perspektive der Jünger und Jesu Reaktion
Irgendwie ist das schon verständlich. Hier steht ihr Rabbi, der Tote auferweckt, das Evangelium predigt und reihenweise Kranke gesund macht. Und dann soll er sich auch noch um Kleinkinder kümmern?
Ich gehe mal davon aus, dass die Jünger es wirklich gut meinen. Sie sind nicht einfach gegen Kinder, sondern sie sorgen sich um das Wohlergehen ihres Meisters. So in der Art: Nimmt das denn überhaupt kein Ende? Und jetzt bringt ihr auch noch eure Babys, damit Jesus sie segnet? Könnt ihr unserem Herrn nicht etwas Privatsphäre und Ruhe gönnen? Man kann sie, wie gesagt, verstehen.
Spannend ist jedoch, wie Jesus hier reagiert. Er bleibt nämlich völlig entspannt und hat kein Problem damit, auch noch Kinder zu segnen. In Lukas 18,16 heißt es: Jesus aber rief sie herbei und sprach: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht.
Hier weist Jesus seine Jünger zu Recht zurecht: Lasst die Kinder zu mir kommen, wehrt ihnen nicht. In seinen Augen ist jeder wichtig. Jeder darf zu ihm kommen und seinen Segen erhalten. Kinder haben ein Recht auf die Begegnung mit Jesus.
Bedeutung der Kinder in der heutigen Gesellschaft und im Glauben
Warum ist das für uns wichtig? Ganz einfach: Heute wird der Wert eines Menschen oft an seiner Leistung oder seinem Nutzen für die Gesellschaft gemessen. Je kleiner und schwächer jemand ist, desto unbedeutender erscheint er.
Und nun kommt Jesus und fordert uns auf, Kinder und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Dabei geht es nicht nur um ihre körperlichen und seelischen Bedürfnisse, sondern auch um ihre geistlichen. Es ist wichtig, die kleinen Kinder vor Menschen zu schützen, die ihnen schaden wollen – vor allem vor denen, die sie von Jesus fernhalten.
Kinder haben ein Recht auf die Begegnung mit Jesus. Sie haben ein Recht auf seinen Segen, so sieht es zumindest der Schöpfer.
Dann gibt es aber auch neue Atheisten, wie Richard Dawkins, Sam Harris oder Christopher Hitchens. Für sie ist religiöse Erziehung und Unterweisung eine Form von geistlichem Missbrauch. Sie fordern für die Erziehung von Kindern absolute Neutralität gegenüber allem Göttlichen oder Übernatürlichen sowie eine ausgeprägte wissenschaftliche Bildung.
Ich will das hinter diesem Denken stehende naturalistische Menschenbild jetzt gar nicht hinterfragen. Vielmehr möchte ich zeigen, wie Jesus dazu steht. Er hat nämlich eine ganz andere Meinung.
Er weist die Jünger zu Recht zurecht, weil die Eltern davon abhalten, ihre kleinen Kinder zu Jesus zu bringen. Jesus möchte also, dass Kinder mit ihm in Kontakt kommen.
Jesu Auftrag und die Bedeutung der Handauflegung
Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht. Wie wir bereits in den Episoden 402 bis 405 sowie 410 und 411 gelernt haben, ist es sogar ausgesprochen gefährlich, sich den Kindern und den Kleinen im Glauben in den Weg zu stellen. Wer das tut, sollte sich einen Mühlstein um den Hals hängen und sich im Meer versenken.
Überall dort, wo ideologische Systeme christlichen Eltern verbieten, ihre Kinder im Glauben zu erziehen, werden diese Systeme zu Feinden Gottes. Gott will, dass Kinder Zugang zu seinem besonderen Segen erhalten. Wer sich dem in den Weg stellt, bekommt es mit dem Schöpfer zu tun.
Wir müssen uns an dieser Stelle fragen, ob wir den Auftrag verstehen, den Gott uns als der Ekklesia des Messias gegeben hat. Was er möchte, ist völlig klar: Markus 10,16: „Und er nahm sie in seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie.“
Das ist, was Jesus will. Er will Kinder berühren und segnen. Er will ihnen die Hände auflegen und damit zum Ausdruck bringen, dass sie Teil der Gemeinschaft sind. Das ist, was Handauflegung bedeutet. Handauflegung bringt zum Ausdruck: Du gehörst zu mir, ich will dich.
Wir dürfen diesen Gedanken gern auf die Kinder unserer Gemeinde übertragen. Sie mögen noch nicht bekehrt sein, aber sie gehören dazu. Und zwar nicht nur als lästiges Anhängsel. Wenn Gott sie sieht, dürfen wir sie nicht übersehen.
Wenn Jesus seinen Jüngern das Gebot gibt, die Eltern durchzulassen, dann dürfen wir als Gemeinde den Eltern nicht im Weg stehen.
Die Verantwortung der Gemeinde für Kinder
Gemeinde ist eben nicht nur eine Sache für Erwachsene. Als Gemeinschaft tragen wir die Verantwortung für die Kinder, die Gott den Eltern unter uns anvertraut hat. Gemeinde soll eine Segensgemeinschaft sein. Wir sollen einander segnen, aber auch alles daran setzen, dass Gott jedes Gemeindeglied und auch jedes Kind segnen kann.
Wenn der Herr Jesus sich durch Handauflegung mit kleinen Kindern identifiziert, ihre Bedürfnisse ernst nimmt und ihnen Gutes wünscht, dann sollen wir das auch tun. Merkt ihr, wie es hier drei Handlungsrahmen gibt?
Zum einen sind da die Eltern, die zu Jesus kommen. Ihr Verhalten fordert uns heraus mit der Frage, ob wir engagiert genug sind, unsere eigenen Kinder zu Jesus zu bringen. Beten wir für sie? Leben wir ihnen ein authentisches und attraktives Glaubensleben vor? Bewahren wir sie vor Leuten oder Einflüssen, die ihnen schaden?
Dann gibt es die Jünger, die uns mit der Frage konfrontieren, ob wir als Gemeinschaft genug tun, um Kindern den Zugang zu Jesus zu ermöglichen. Wo gibt es gemeindliche Strukturen, die es Kindern schwer machen, von Jesus zu hören und zum Glauben zu finden? Wo gibt es womöglich Gläubige, die durch ihr Verhalten für Kinder zum Fallstrick werden?
Und zuletzt gibt es Jesus selbst, der uns zeigt, wie Gott über Kinder denkt. Er nimmt sie an, ohne Bedingungen zu stellen. Er sieht sie nicht nur als zukünftige Gemeindeglieder, sondern als Menschen, die schon jetzt wertvoll sind und Anteil an seiner Liebe verdienen. Sein Handeln ist zugleich Vorbild und Auftrag: Geh so mit Kindern um, wie Jesus es tut.
Abschluss und praktische Impulse
Was könntest du jetzt tun? Höre dir noch einmal die Themenreihe über Handauflegung an. Den Link findest du im Skript.
Das war es für heute. Bete jetzt für die Kinder in deiner Gemeinde, dass sie zum Glauben an den Herrn Jesus finden.
Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.
