Sei getrost – Gott kennt und lenkt die Zukunft
Daniel 8,1-2714.07.2024
Serie•Teil 7 / 10Daniel
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Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Hoffnung, die an Grenzen stößt
Große Träume von einer besseren Welt, die gab es immer mal wieder. „I have a dream“ – wer kennt sie nicht, diese Worte von Martin Luther King, gesprochen beim Marsch auf Washington 1963, wo er seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass die Zeit der Rassentrennung und des Kampfes in den USA bald ein Ende haben würde.
Oder vielleicht das Lied „Wind of Change“ von den Scorpions mit dem ikonischen Pfeifen am Anfang, die Hymne der deutschen Wiedervereinigung. Viele werden sich erinnern. Dort in diesem Lied haben die Scorpions besungen, wie nun nach der Zeit des Ost-West-Konflikts eine Zeit des Friedens kommen würde.
Nun, heute klingt ein solcher Zukunftsoptimismus vergangener Jahre relativ naiv, nicht wahr? In den USA hat der Klassenkampf und vor allem der Rassenkonflikt wieder ganz neu an Dynamik zugenommen. Und während sich noch vor wenigen Jahren kaum jemand vorstellen konnte, dass es in Europa mal wieder Krieg geben würde und der Ost-West-Konflikt für alle Zeit zu Ende zu sein schien, nehmen wir heute erschrocken wahr, dass es doch ganz anders ist. Der Ost-West-Konflikt hat eine ganz neue Dynamik und eine bedrohliche Form angenommen.
Wie sieht es bei dir aus mit großartigen Zukunftsvisionen? Träumen für die Zukunft? Vielleicht sind deine Träume anderer Natur. Vielleicht träumen die Teens unter uns von der Zeit, wenn endlich die Schule vorbei ist. Ich meine damit nicht nur die Sommerferien, sondern wenn die Schulzeit vorbei ist, man endlich erwachsen ist und man selbst entscheiden kann.
Andere, die ein bisschen älter sind, träumen vielleicht von der Ehe, von Kindern, von Familie oder von Karriere. Vielleicht träumen einige der Älteren unter uns davon, dass es doch wieder besser wird mit der Gesundheit, dass man nochmal wieder fit wird.
Nun, wir alle neigen dazu, Träume zu haben, Hoffnungen zu haben, und immer wieder haben wir einen gewissen Zukunftsoptimismus. So ging es wahrscheinlich auch dem Propheten Daniel einst.
Wir befinden uns in einer Predigserie durch das Buch Daniel, und am Anfang des Buches begegnet uns der fünfzehnjährige Daniel, ungefähr ein junger Teenager. Er hatte wahrscheinlich noch kurze Zeit vorher große Hoffnungen und Pläne für ein Leben in Jerusalem. Er war ein junger Mann am Königshof. Doch diese Hoffnungen waren schnell dahin, als er verschleppt wurde ins Exil nach Babylon.
Wir haben in den letzten Wochen viel gehört über die Dinge, die er dort erleben musste, über die Ups und Downs seines Lebens. Nun, Daniel wusste vom Propheten Jeremia, dass die Zeit des Exils siebzig Jahre dauern sollte. Das hat der Prophet Jeremia vorher schon vorausgesagt, und Daniel kannte diese Vorhersage.
Heute kommen wir zu Kapitel 8, und in Kapitel 8 ist Daniel schon über sechzig Jahre, gut sechzig Jahre in Babylon. Nur noch zehn Jahre, nur noch zehn Jahre im Exil. Ich kann mir gut vorstellen, dass Daniel Träume von einer besseren Zeit hatte, für die Zeit danach. „I have a dream“, möge der Wind of Change kommen.
Und in diese Situation hinein gab Gott ihm ein erschreckendes Gesicht, in anderen Worten: eine Vision. Wir haben diese Vision gerade in der Textlesung gehört, in den ersten vierzehn Versen, in Daniel 8.
Wahrscheinlich hast du dich gefragt: Was soll das bedeuten? Nun, genau diese Frage hat sich Daniel auch gestellt. Was hat es damit auf sich? Wir werden gleich sehen, dass Daniel diese Frage stellt und dass Gott in seiner Barmherzigkeit dann den Engel Gabriel sendet, um Daniel die Vision zu erklären.
Dabei wird Daniel erfahren, dass die Zukunft nicht großartig wird, sondern dass noch Zeiten von viel größerem Schrecken kommen werden, schwere Zeiten für sein Volk. Aber Gott zeigt ihm durch diese Vision auch, dass er die Zukunft fest in seiner Hand hat. Er weiß, was geschehen wird, und er lenkt es. Und er wird am Ende alles zu einem guten Abschluss bringen, und das Böse wird ein Ende haben.
Das ist das, was wir in unserem Predigttext sehen, was wir gleich bedenken wollen. Und wir werden sehen, dass das alles Daniel am Ende erlaubt, obwohl er manches nicht versteht und ihn vieles erschreckt, doch getrost weiter seinen Platz einzunehmen, da, wo Gott ihn hat, und sein Leben weiterzuleben.
Und ich möchte für uns beten, dass der Herr sein Wort auch in unserem Leben so gebraucht. Ich bete mit uns.
Gottes Wort gibt Orientierung
Himmlischer Vater, danke für dein heiliges Wort, durch das du uns ins Leben sprichst und durch das du uns ein Fenster öffnest hinein in Dinge, die für unsere Augen verborgen sind: Dinge über dich, geistliche Wahrheiten, aber auch Dinge über das, was noch kommen wird. Und so ist es mein Gebet, dass die heutige Predigt über diesen schweren Text uns hilft, eine realistische Zukunftserwartung und doch zugleich auch Hoffnung zu haben. So sprich du durch dein Wort, darum bitten wir in Jesu Namen. Amen.
Ich möchte mit uns jetzt insbesondere die Verse 15 bis 27 anschauen, also die zweite Hälfte des Kapitels. Ich werde dann immer wieder zurückgreifen auf das, was wir eben schon gehört haben, weil der zweite Teil des Kapitels den ersten erklärt. Wir wollen das in vier Abschnitten tun.
Wir werden zuerst die Verse 15 bis 19 betrachten und dort sehen, wie Gott Daniel durch Gabriel erklärt, was diese Vision auf sich hat. Wir werden sehen: Gott ist ein Gott, der uns helfen will zu verstehen, was um uns herum geschieht.
Dann werden wir in den Versen 20 bis 25a sehen, dass Gottes Volk noch viel Widerstand und Leid erleben wird.
Dann werden wir in den Versen 25 und 26 sehen, dass Gott danach eines Tages alles Böse besiegen wird.
Und das führt schließlich in Vers 27 dazu, dass Daniel auf die Erklärung der Vision so reagiert, dass er letztendlich getrost weiterlebt.
Meine Hoffnung ist, dass diese Vision so auch uns helfen wird.
In die Verse 15 bis 19 aus Daniel 8. Ich möchte uns diese Verse lesen, direkt folgend auf das, was wir gerade in der Textlesung aus den ersten 14 Versen gehört haben. Da heißt es:
Und als ich, Daniel, dies Gesicht sah und es gern verstanden hätte, siehe, da stand einer vor mir, der aussah wie ein Mann. Und ich hörte eine Menschenstimme mitten über dem Ulei rufen und sprechen: Gabriel, lege diesem das Gesicht aus, damit er es versteht. Und Gabriel trat nahe zu mir. Ich erschrak aber, als er kam, und fiel auf mein Angesicht. Er aber sprach zu mir: Merk auf, du Menschenkind, denn dies Gesicht geht auf die Zeit des Endes. Und als er mit mir redete, sank ich in Ohnmacht zur Erde, auf mein Angesicht. Er aber rührte mich an und richtete mich auf, sodass ich widerstand. Und er sprach: Siehe, ich will dir kundtun, wie es gehen wird zur letzten Zeit des Zorns; denn auf die Zeit des Endes geht das Gesicht.
Bei dem, was du gesehen hast, hast du dich gefragt, ob es irgendeine Bedeutung hat. Ich höre immer mal wieder von Geschwistern, dass sie so ganz beeindruckende Träume hatten und sich dann fragen: Wollte Gott mir damit etwas sagen? Manchmal fangen sie dann an, wild zu spekulieren und zu rätseln, was Gott ihnen damit vielleicht gerade sagen wollte.
Ich finde es interessant zu sehen, dass Daniel nicht spekuliert. Er will auch gerne wissen, was es damit auf sich hat, das lesen wir hier deutlich. Und wir lesen dann, dass Gott diesen Wunsch erhört. Gott lässt Daniel nicht rätseln und spekulieren, weil Gott kein Gott ist, der mit uns Verstecken spielt. Es ist wichtig, dass wir das wissen. Wenn Gott will, dass wir etwas verstehen, dann gibt er uns nicht ganz kryptische Andeutungen, die wir nicht verstehen können. Wenn Gott uns etwas zu sagen hat, dann wird er dafür sorgen, dass er das, was er uns zu sagen hat, so sagt, dass wir es verstehen können.
Das ist genau das, was er hier bei Daniel tut. Und so hört Daniel dann eine Menschenstimme. Das ist die Stimme Gottes, die in menschlicher Form zu ihm spricht und dem Engel Gabriel dann die Anweisung gibt, Daniel die Vision zu erklären. Gott will, dass Daniel die Vision versteht, und Gabriel soll sie ihm erklären. Und Gabriel erklärt gleich zu Beginn, was es letztendlich mit all dem auf sich hat. Er sagt: Es geht letztendlich um die Zeit des Endes, die letzte Zeit des Zorns. Wie wir das genau zu verstehen haben, werden wir noch weiter bedenken. Ich möchte nur, dass wir das am Anfang sehen: Gott schenkt einen Einblick in die ferne Zukunft. Er spielt kein Verstecken, sondern Daniel soll verstehen, was er verstehen muss.
Und so sehen wir dann ab Vers 20, dass Gabriel Daniel deutlich macht, dass diese Vision verkündet, dass Gottes Volk noch schwere Zeiten bevorstehen. Ich lese uns noch einmal diese Verse:
Der Widder mit den beiden Hörnern, den du gesehen hast, bedeutet die Könige von Medien und Persien. Der Ziegenbock aber ist der König von Griechenland. Das große Horn zwischen seinen Augen ist der erste König. Dass aber vier an seiner Stelle wuchsen, nachdem es zerbrochen war, bedeutete, dass vier Königreiche aus seinem Volk entstehen werden, aber nicht so mächtig wie er. Aber gegen Ende ihrer Herrschaft, wenn die Frevler Überhand nehmen, wird aufkommen ein frecher und verschlagener König, der wird mächtig sein, doch nicht so mächtig wie sie. Er wird ungeheures Unheil anrichten, und es wird ihm gelingen, was er tut. Er wird die Starken vernichten, und gegen das heilige Volk richtet sich sein Sinnen. Und es wird ihm durch Betrug gelingen, und er wird überheblich werden, und unerwartet wird er viele verderben und wird sich auflehnen gegen den Fürsten aller Fürsten.
Wie schon in den Kapiteln 2 und 7, durch den Traum von Nebukadnezar in Kapitel 2 und die Vision, die wir letzte Woche gehört haben, die Vision Daniels, verkündet Gott hier noch einmal, dass zukünftige Königreiche kommen werden. Aber die Vision ist anders, denn während wir in Kapitel 2 und Kapitel 7 letztendlich nur im geschichtlichen Rückblick dann Rückschlüsse darauf ziehen konnten, um welche Reiche es sich handelt, ist das hier ganz anders. Gott offenbart ganz konkret, welche Reiche auf das Reich Babylon folgen werden.
Er erklärt: Das erste Tier, das ist immer ein Volk. Das Horn oder die Hörner sind Könige. Das erste Volk ist das Volk der Meder und Perser, eigentlich zwei Völker, die vereint sind, und so sieht er diesen Widder mit zwei Hörnern. Tatsächlich hatten zu der Zeit, als Daniel die Vision empfing, die Perser gerade die Meder unterworfen und vereinigten sich jetzt zu einem großen Reich, in dem die Perser ganz klar die Kontrolle hatten. Deswegen ist das eine Horn deutlich größer als das andere.
Also dieses Doppelregime der Meder und Perser, das würde nun als das nächste große Reich aufstehen. Es war im Osten, östlich von Babylon, und von dort würde es nicht weiter Richtung Indien ziehen, sondern es würde sich Richtung Westen, Norden und Süden entwickeln und dort Kriege führen und sich ausbreiten. All das geschah, oder fing zumindest an zu geschehen, noch zu Lebzeiten Daniels.
Aber dann hatte Daniel ab Vers 5 einen Ziegenbock gesehen, einen Ziegenbock, der in Windeseile aus dem Westen kam und dann den Widder, also die Meder und Perser, in gewaltigem Zorn besiegen würde. In Vers 21 erklärt Gabriel Daniel, dass das Griechenland ist, der König von Griechenland. Und tatsächlich wissen wir aus dem Geschichtsunterricht, dass 200 Jahre später Alexander der Große von Griechenland aus einen großen Eroberungskrieg führen würde. In unvorstellbar großem Tempo breitete sich das Reich aus Richtung Osten. Das Reich der Meder und Perser wurde vernichtend geschlagen, das Reich breitete sich weiter aus bis nach Indien und bis nach Ägypten im Süden. Und dann starb Alexander noch in jungen Jahren. All das wissen wir, wenn wir im Geschichtsunterricht aufgepasst haben. Und das wird genau hier vorhergesagt.
Als er aber am stärksten geworden war, zerbrach das große Horn, und es wuchsen an seiner Stelle vier andere Hörner nach den vier Winden des Himmels. Genauso war es: Das Reich wurde dann zerteilt, es waren vier Territorien, vier Teile, die dann weiter regiert wurden. Genau das wird hier weiter erklärt, dass vier Königreiche aus dem einen Volk entstehen würden, die aber alle nicht so mächtig sein würden wie das Reich von Alexander dem Großen.
Ist es nicht faszinierend, wie Gott die Zukunft so präzise beschreibt? Es ist absolut faszinierend, wie wir in der Bibel immer und immer wieder teilweise sehr präzise Vorankündigungen bekommen von Dingen, die zu der Zeit der Abfassung noch überhaupt nicht erwartbar waren, sich noch nicht einmal andeuteten. Ich frage mich, wenn du heute hier bist und noch nicht wirklich an Gott glaubst, noch nicht wirklich glaubst, dass die Bibel Dinge offenbaren kann, die wir Menschen nicht wissen können ohne die Bibel: Ich frage mich, wie du dir das erklärst.
Weißt du, es gibt immer wieder den Versuch, dann Dinge wegzuerklären. Da werden Argumente vorgebracht: Ja, das ist alles dann viel später geschrieben worden. Es gibt keine wissenschaftlichen Indizien, die diese Thesen unterstützen. Ganz im Gegenteil. Wir wissen, dass der antike Historiker Josephus und auch andere frühe Quellen berichten, wie als Alexander der Große in die Region kam, wo das Volk der Juden lebte, einige hohe Priester zu Alexander kamen und ihm diese Stellen aus dem Propheten Daniel zeigten. Er war in großes Erstaunen versetzt und hatte Ehrfurcht vor dem Gott der Juden und hat deshalb die Juden relativ gut behandelt.
Lieber Skeptiker, ich denke, es ist ein Gebot intellektueller Ehrlichkeit, zumindest in Erwägung zu ziehen, dass es tatsächlich einen Gott gibt, der die Zukunft kennt.
Nur geht die Vision noch weiter. In Vers 22 wurde die Reichsteilung beschrieben, und da heißt es weiter:
Und aus einem von ihnen wuchs ein kleines Horn, also aus einem der vier nach der Reichsteilung wuchs ein kleines Horn, also später aus einem der vier Königreiche wuchs ein kleines Horn, das wurde sehr groß nach Süden, nach Osten und nach dem herrlichen Land hin.
Wir können uns vorstellen, das herrliche Land ist das gelobte Land. Und es wuchs bis an das Heer des Himmels und warf einige von dem Heer und von den Sternen zur Erde und zertrat sie. Ja, es wuchs bis zum Fürsten des Heeres und nahm ihm das tägliche Opfer weg und verwüstete die Wohnung seines Heiligtums. Und es wurde Frevel an dem täglichen Opfer verübt, und das Horn warf die Wahrheit zu Boden, und was es tat, gelang ihm.
Gabriel erklärt dann ab Vers 23, dass es sich auch bei diesem kleinen Horn um einen König handelt, einen König, der einen Teil des griechischen Weltreichs übernehmen würde und der offensichtlich dem Volk Gottes viel Leid zufügen würde. Wiederum wissen wir aus den Geschichtsbüchern, dass das tatsächlich so kommen würde. Noch einmal 170 Jahre nach Alexander oder 160 Jahre nach Alexander kam Antiochos Epiphanes, und dieser Antiochos zog tatsächlich gegen das Heilige Land, gegen Israel, und trieb dort sein Unwesen. Er verbot das im Alten Testament angeordnete tägliche Opfer, das Morgen- und das Abendopfer. Er entweihte den Tempel, richtete dort ein Götzenbild für den Gott Zeus auf, und er trat die Wahrheit zu Boden. Die heiligen Schriften wurden zu Boden geworfen, zertreten. Und viele Juden wurden ermordet. Jeder, der sich gegen ihn stellte, wurde ermordet. Ein ganz brutales Regime, eine grausame Zeit für die Juden.
All das wird hier in dieser Vision angedeutet, und damit wird Daniel gesagt: Gib dich nicht der Illusion hin, dass nach dem babylonischen Exil dann alles einfach gut werden würde. Es werden noch ganz schwere Zeiten kommen, ja, noch viel schlimmere Zeiten kommen.
Und Gabriel macht deutlich: Dieser Kampf, das, was dort geschehen wird, das ist nicht nur einfach der Kampf zwischen verschiedenen Königreichen. Das Ganze hat eine kosmische Dimension. Wenn hier die Rede ist vom Fürsten des Heeres oder vom Fürsten aller Fürsten, dann ist klar, wer damit gemeint ist. Der Fürst aller Fürsten ist der Herr aller Herren, der König aller Könige. Es ist ein kosmischer, es ist ein geistlicher Kampf, in dem jemand sich gegen Gott selbst auflehnen wird.
Tatsächlich wird Daniel dieses schlimme Treiben von Antiochos noch zweimal in seinen Prophetien sehen und hören. In Kapitel 9, Vers 27, wenn wir nächste Woche dazu kommen, lesen wir, dass er, also dieses Horn, dieser König Antiochos der Epiphanes, Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen wird, und dem Heiligtum wird stehen ein Gräuelbild, das Verwüstung anrichtet. Und in Daniel 12, Vers 11 wird man noch einmal von der Zeit hören, da das tägliche Opfer abgeschafft und das Gräuelbild der Verwüstung aufgestellt wird.
Also Daniel musste wissen: Das wird alles noch geschehen. In gewisser Weise waren die Kapitel 2 und 7, diese Visionen von zukünftigen Königreichen, natürlich sehr spannend. Das waren Großmächte, die nacheinander folgen würden. Das war in gewisser Weise einfach interessant von weltpolitischer Perspektive her. Aber was wir hier jetzt hören, das betrifft das Volk Gottes ganz elementar.
Ich hatte überlegt, ob ich das überhaupt erwähnen soll, aber es ist ein ganz interessantes Buch: Daniel ist das einzige Buch der Bibel, das in zwei verschiedenen Sprachen geschrieben ist. Bis Kapitel 7, von Kapitel 2 bis Kapitel 7, ist alles in Aramäisch, quasi in der Weltsprache, in Englisch der damaligen Zeit. Das sollen alle hören. Und jetzt ab Kapitel 8 geht es im Hebräischen weiter. Das ist für die Juden. Ihr müsst wissen, was euch bevorsteht. Das ist für euch, ganz speziell für euch. Daniel musste wissen, was kommen wird. Es wird noch schlimmes Leid kommen, es wird noch viel schlimmer werden.
Nun, lieber Christ, ich frage mich, ob dir klar ist, dass das auch für dich und für uns gilt. Durch sein heiliges Wort gibt Gott Daniel einen Einblick in die Zukunft. Und durch sein heiliges Wort gibt Gott uns heute auch Einblick in die Zukunft. Und Gottes Wort macht sehr deutlich, dass noch schwere Zeiten kommen werden, Zeiten der Trübsal, der Bedrängnis, des Leidens.
Deswegen, ihr Lieben, lasst uns nicht anfangen, Gott zu zweifeln, wenn wir durch Zeiten des Leidens gehen müssen. Der Herr hat uns nichts anderes versprochen. Tatsächlich ist es Ausdruck seiner großen Barmherzigkeit, seiner großen Fürsorge, dass er uns durch sein Wort auf solche Zeiten vorbereitet, damit sie uns eben nicht unerwartet treffen. Genau das tat er damals schon im Leben von Daniel.
Das Ende des Bösen und die Hoffnung auf Christus
Aber dann macht Gott Daniel ab Vers 25b auch deutlich, dass diese Leidenszeiten ein Ende haben werden. All das Schlimme, all das Böse wird eines Tages gerichtet und besiegt werden. So lesen wir es über das kleine Horn ab Vers 25b: Er, also dieser König, wird zerbrochen werden, ohne Zutun von Menschenhand.
Dies Gesicht von den Abenden und Morgen, das dir hiermit kundgetan ist, ist wahr. Du sollst das Gesicht aber geheim halten, denn es ist noch eine lange Zeit bis dahin.
Wenn hier also die Rede davon ist, dass dieser König, Antiochos Epiphanes, zerbrochen werden wird, ohne Zutun von Menschenhand, dann ist klar, wer ihn richtet: kein Mensch, sondern Gott selbst. Genauso wird es kommen, genauso kam es. Er wurde gerichtet, das Böse findet ein Ende.
Wir wissen, dass auch diese Verheißung in der Geschichte wahr geworden ist. Im Jahr 164 vor Christus starb Antiochos plötzlich. Jerusalem wurde befreit, Judas Makkabäus führte einen Aufruhr an, und so wurde der Gottesdienst im Tempel wieder aufgenommen. Die Zeit der 2300 Abende und Morgen, an denen nicht geopfert werden konnte, würde ein Ende haben. Der Gottesdienst würde weitergehen.
Und so endet letztendlich diese Vision und die Erklärung des Engels Gabriel. Und nun fragen wir uns: Ja gut, spannend, aber was hat das jetzt konkret mit uns zu tun? Das war damals alles noch in der Zukunft, aber wir können zurückschauen, es ist ja vorbei. Die Meder und Perser kamen, sie hatten ihre Blütezeiten, dann gingen sie wieder. Alexander der Große kam und siegte, dann starb er, und seine Nachfolger regierten für eine Weile. Irgendwann kam auch Antiochos Epiphanes, aber auch seine Tage sind inzwischen längst gezählt. So faszinierend diese Prophetien sind, letztendlich ist das alles geschehen. Was hat das also mit uns zu tun?
Nun, es ist sehr, sehr interessant, dass Jesus Christus die Prophetie von Daniel in seiner Endzeitrede aufgreift. Tatsächlich zitiert er aus dem Propheten Daniel genau von dem Ereignis, bei dem Antiochos Epiphanes dieses Gräuelbild im Tempel aufrichtet. Und er sagt, dass das erst noch geschehen wird. Sehr verwirrend. Alle wissen, es ist geschehen, aber Jesus sagt zu seinen Jüngern in Markus 13,14: Wenn ihr aber sehen werdet, das Gräuelbild der Verwüstung stehen, wo es nicht soll, wer es liest, der merke auf.
Kann man sich vorstellen: Alle haben aufgemerkt. Und dann kündigt er an, dass diese schlimmen Zeiten noch kommen werden. Dann redet er weiter über diese Zeiten. Wir nehmen erst einmal an, dass damit zunächst das Jahr 70 nach Christus gemeint ist, als die Römer den Tempel zerstörten. Aber dann lesen wir weiter, und dann wird deutlich: Jesus redet letztendlich von der Zeit seiner Wiederkehr, vom Tag, an dem der Menschensohn wiederkommen wird.
Ich glaube, was wir hier zu sehen bekommen, ist, dass Jesus sagt, dass die Prophetie von Daniel mehrere Erfüllungshorizonte hat. Was ich damit meine, ist: Das, was knapp 400 Jahre zuvor geschehen war, würde noch einmal geschehen und immer wieder geschehen. Es sind nur Schatten eines kosmischen Konflikts, der sich in immer neuen Episoden abspielt.
Deswegen sagt Gabriel zu Daniel: Das, was du zu sehen bekommst, handelt nicht einfach nur von einer fernen Zukunft, es handelt vom Ende der Zeit, von der Zeit des Endes. Genau davon redet Jesus in seiner Endzeitrede. Er zitiert dieses Ereignis, das 165 oder 167 vor Christus geschehen ist. Er redet darüber 30 nach Christus, redet über etwas, was in der Zukunft liegt, und fährt dann fort. Er schaut über die Zeit hinweg bis zu dem Tag, der uns noch bevorsteht: das Ende aller Dinge.
Und so bereitet Jesus uns darauf vor, aufbauend auf der Vision, die Daniel hatte, dass weitere Bedrängnisse kommen werden für das Volk Gottes, für die, die zum Herrn gehören.
Nun, aber Daniel hatte ja auch gesehen, dass das Böse besiegt wird. Und in der Tat: 500 Jahre, 550 Jahre, nachdem Gabriel einst zu Daniel gesandt worden war, würde derselbe Engel Gabriel noch einmal gesandt werden, zu einer Jungfrau, zu Maria. Und er würde ihr verkünden, dass sie schwanger werden würde durch den Heiligen Geist und einen Sohn gebären würde. Über diesen Sohn sagt der Engel Gabriel, der hier in unserer Prophetie zu Daniel spricht, Worte wie diese: Dieser Sohn wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben.
Alle anderen Könige kommen und gehen, dieser König regiert in Ewigkeit. Nun, auch diese Ankündigung des Engels Gabriel würde sich erfüllen. Wir wissen darum: Eine Zeit später wurde Jesus Christus geboren. Er würde das Leben leben, das wir hätten leben sollen, vollkommen gut. Aber letztendlich war er nicht gekommen, nur um ein Vorbild zu sein, ein Wundertäter, der den Menschen Gutes tut. Nein, er war gekommen, um das zu tun, was der angekündigte Sieger tun würde über den Feind Gottes: allem Bösen ein Ende machen, das Böse besiegen.
Deswegen nahm er, bevor er den Thron einnahm, einen anderen Platz ein. Deswegen ging er ans Kreuz von Golgatha. Er gab dort sein Leben, um die Schuld der Welt, also das Böse, auf sich zu nehmen und es zu besiegen. Er hat dort triumphiert über den Teufel. Er hat dem kosmischen Kampf, dem großen geistlichen Kampf, in gewisser Weise das Ende eingeläutet, weil er den Sieg errungen hat.
Nachdem er am Kreuz gestorben ist, ist er auferstanden, am dritten Tage aufgefahren in den Himmel. Und wir haben in Daniel 7 genau davon gehört. Auch das hatte Daniel schon gesehen: wie der Menschensohn zum Thron des Vaters kommt, sich zur Rechten des Vaters setzt und dort Macht, Ehre und Reich empfängt. Er ist der Retter, er ist der ewige Herr, er ist der Herrscher, der für alle Ewigkeit regiert.
Eines Tages wird er von dort wiederkommen, und erst dann wird letztendlich allem Bösen ein Ende gemacht werden. Dieser Tag wird kommen. Die Bibel verkündigt uns diesen zukünftigen Tag, den Tag, an dem alles Böse tatsächlich und endgültig ein Ende haben wird.
Die Frage für dich ist: Wirst du dann zu denen gehören, die ihn anbeten und ihren Gottesdienst fortsetzen? Oder wirst du zu denen gehören, die in diesem kosmischen Kampf letztendlich auf der anderen Seite gestanden haben?
Wenn du heute hier bist und dich noch nicht klar zu Jesus Christus bekennst, dann möchte ich dir das sagen: Ob dir das bewusst ist oder nicht, du magst denken, du seist doch ganz neutral und ein freundlicher, neutraler Beobachter aller Dinge. Die Bibel macht deutlich: Es gibt nur zwei Seiten in diesem Kampf. Entweder bist du für ihn oder du bist gegen ihn. Entweder du stehst bei ihm oder du stehst gegen ihn. Entweder du betest ihn an oder du ignorierst ihn und wirst von ihm gerichtet.
Christian hat vorhin in der Einleitung gesagt, dass dieser Gott zu fürchten ist, hat er dort zitiert aus dem Propheten Daniel. Er ist zu fürchten, denn er ist ein gerechter Richter, aber er ist zugleich der Retter und Nothelfer für jeden, der zu ihm kommt. Ich möchte dich einladen: Lerne diesen Retter und Herrn kennen, du brauchst ihn mehr, als du denkst.
Wir, die wir ihn kennen, wir dürfen getrost sein. Wir dürfen wissen, dass all das Böse ein Ende finden wird. Gott hat es verheißen. So wie einst Daniel von Gott einen Einblick in die Zukunft bekam, schenkt Gott uns auch einen Einblick in die Zukunft. Dabei muss uns klar sein, dass uns eine Zeit des Leidens und Widerstands noch bevorsteht, und mir ist wichtig, dass wir das heute mitnehmen.
Ich weiß, das ist nicht die erbauliche, fröhliche Sonntagspredigt. Aber Daniel 8 steht in unseren Bibeln, weil Gott uns vorbereiten will. Weil Gott nicht will, dass wir uns einem naiven Zukunftsoptimismus hingeben. Ganz ehrlich: Viele Träume werden noch zerplatzen, und der Wind des Wandels wird uns womöglich noch sehr stark ins Gesicht blasen.
Die Bibel lehrt uns, dass wir Christen ganz allgemein damit rechnen müssen, weil noch eine Zeit der Trübsal und Bedrängnis kommen wird. Bist du bereit dafür? Und auch ganz individuell und persönlich: Die Bibel macht deutlich, dass, bevor wir in die Herrlichkeit des Herrn einziehen werden, dem letztendlichen Ziel aller Träume, wir durch das Tal der Todesschatten gehen müssen. Vor der Herrlichkeit steht Leid, und wir sollten darauf vorbereitet sein.
Wenn wir eine so realistische Zukunftserwartung haben, dann können wir getrost auch durch solche Krisen und Leidenszeiten gehen, im Wissen darum, dass sie nicht das letzte Wort haben. Denn die Tage der Trübsal und des Leidens werden enden. Alles Böse wird ein Ende finden. Einen Schatten davon hat Daniel zu sehen bekommen. Seine Botschaft ist eine Botschaft für uns hier und heute, eine Botschaft, die uns Hoffnung und Zuversicht geben soll.
Ich möchte deutlich sagen: Die Welt, in der wir leben, hat keine Denkkategorien für Zeiten großer Trübsal und Not. Die Welt, in der wir leben, kann sich aus all dem keinen Sinn machen. Und die Konsequenz ist, dass, wenn solche Zeiten in der Welt kommen, Menschen, die Gott nicht kennen und Gott nicht vertrauen, in Panik geraten und verzweifelt sind. Und, ihr Lieben, Gott rüstet uns zu, damit es uns nicht so gehen muss und wir inmitten solcher Zeiten Hoffnungsträger sein können, damit wir dieser hoffnungslosen Welt Worte der Hoffnung verkündigen können.
Ich möchte schließen, indem wir kurz betrachten, wie Daniel nun auf die göttliche Offenbarung reagiert. Wir lesen in Vers 27: Und ich, Daniel, war erschöpft und lag einige Tage krank. Danach stand ich auf, verrichtete meinen Dienst beim König, und ich verwunderte mich über das Gesicht, und niemand konnte es mir auslegen.
Daniel hatte sich wahrscheinlich erhofft, dass nach der Zeit im babylonischen Exil einfach alles gut werden würde. Aber Gott hat ihm nun offenbart: Es wird nicht so kommen. Es kommen noch schwere Zeiten auf Gottes Volk zu. Ich glaube, wir alle können gut nachvollziehen, warum Daniel erst einmal erschöpft darniederlag. Aber Gott hat ihm auch klargemacht, dass alles Leid, aller Widerstand, all das Böse eines Tages ein Ende haben würde.
Und so konnte er, auch wenn er vieles nicht verstand, vieles nicht einordnen konnte, wenn vieles ihm wahrscheinlich viel Angst machte, letztendlich wieder aufstehen, seinen Platz einnehmen und einfach weitermachen.
Meine Ermutigung für uns ist, dass wir dem Gottesmann Daniel folgen, dass wir von ihm lernen. Das Wissen darum, dass uns noch schwere Zeiten bevorstehen, kann uns das Herz schwer machen, wird uns manchmal das Herz schwer machen. Und wenn dann große Leiderfahrungen kommen, dann kann es sein, dass wir sprachlos zurückbleiben, dass es uns erst einmal sehr zusetzt, dass wir sagen: Was soll das alles? So war das auch bei Daniel.
Und dann ist es gut, wenn wir einander haben, wenn unser Bruder, unsere Schwester durch schwere Leidenszeiten geht, dass wir einander ermutigen und stärken können für den Weg, der vor uns liegt. Nicht im Sinne von hoffnungsgebenden, aber bedeutungslosen Plattitüden wie: Kopf hoch, wird schon wieder. Das ist alles, was die Welt zu bieten hat. Nein, wir können wahren biblischen Trost und gewissen Zuspruch geben, dass unser Herr und Gott alles in seiner Hand hält. Er weiß, was geschieht, er lenkt, was geschieht, und er bringt alles zu einem guten Ende.
Ihr Lieben, deswegen ist es so wichtig, dass wir uns regelmäßig versammeln als Gottes Volk. Gerade auch wenn es dir nicht gut geht, komm in die Versammlung der Gläubigen. Gib uns eine Chance, dir zu verkündigen, dass der Sieg am Kreuz bereits errungen wurde. Gib uns eine Chance, dich daran zu erinnern, dass der Herr wiederkommen wird und allem Leid ein Ende machen wird. Wir brauchen das gerade in solchen Zeiten.
Lasst uns Acht haben aufeinander, dass wir einander, wenn wir sehen, hier leidet jemand, Zuspruch geben können. Und so dann, dass, wenn die Zeiten kommen, wo Trübsal und Bedrängnis allgemein Überhand nehmen, wir aneinander Seite stehen können, untereinander trösten und anspornen können, den Weg des Glaubens weiterzugehen. Denn das Ziel ist nahe.
I have a dream, aber keinen Menschen gemacht, einen sicheren Traum. Ein Traum von ewigem Frieden und Glück, der wahr werden wird, wenn Gott wiederkommt in Jesus Christus. Der Wind der Veränderung wird eines Tages kommen, und eines Tages, nach einer Zeit der Trübsal, wird er all das Böse wegblasen. Was dann bleibt, ist wahrhaft Herrlichkeit.
Meine Hoffnung und mein Wunsch für uns als Gemeinde ist, dass wir im Wissen darum aufstehen, nach einer Zeit, die uns vielleicht erst einmal das Herz schwer gemacht hat, und unseren Weg weitergehen, Schritt für Schritt, bis der Tag da ist und der Herr kommt.
Ich bete mit uns.
Der Blick auf das Ziel
Himmlischer Vater, danke, dass du uns durch dein Wort Hoffnung gibst. Hoffnung über alle Trübsal, über alles Leid, über alles Verwirrende in dieser Welt hinaus.
Herr, wir bekennen dir, dass es uns geht wie Daniel. Vieles verstehen wir nicht. Vieles verwirrt uns, manches macht uns das Herz schwer.
Oh, wie gut ist es zu wissen, dass du an unserer Seite bist! Danke, dass du uns einlädst: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch Ruhe geben. Bei dir können wir Frieden finden.
Und danke, dass du verheißen hast, dass du eines Tages wiederkommen wirst. Das ist gewiss. Schenk uns diese feste Zuversicht, sodass wir getrost vorangehen können als Hoffnungsboten in dieser Welt. Amen.
