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1. Mose 25, 30 - 1. Mose 27, 46

27.03.2008
SerieTeil 19 / 30Das erste Buch Mose
Hier entscheidet sich alles an einer Frage: Lebst du für den schnellen Gewinn heute – oder für das, was morgen zählt? Esau zeigt, wie teuer ein kurzer Genuss werden kann.

Einleitung und Rückblick auf die bisherige Auslegung

Wir wollen jetzt weitermachen in der Sache mit Esau und Jakob, Kapitel 25. Wir waren heute Vormittag bis Vers 29 gekommen.
Jakob kochte ein Gericht. Da kam Esau vom Feld und war müde. Er sprach zu Jakob: Lass mich doch essen von dem Roten, dem Roten da, denn ich bin müde. Daher nannte man ihn Edom, das heißt der Rötliche oder das Rote.
Aber Jakob sprach: Verkaufe mir heute dein Erstgeburtsrecht.
Ich habe schon gesagt: Das Erstgeburtsrecht war etwas Besonderes. Der Erstgeborene ist ein spezielles Eigentum für den Herrn. Das erfahren wir auch im zweiten Buch Mose, Kapitel 13, wo von den Erstgeborenen die Rede ist. Das heißt: Der Erstgeborene gehört dem Herrn in besonderer Weise. Und in der Zeit des mosaischen Gesetzes bekommt der Erstgeborene dann einen doppelten Anteil am Erbe, 5. Mose 21,17. Dort heißt es: Den Erstgeborenen soll er anerkennen, dass er ihm zwei Teile gebe von allem, was in seinem Besitz gefunden wird; ihm gehört das Recht der Erstgeburt, 5. Mose 21,17.
Das Erstgeburtsrecht beinhaltete auch das Vorrecht, das geistliche Haupt der nachfolgenden Generationen zu sein. Das war im Fall von Isaak also etwas Besonderes, natürlich sehr besonders wichtig, wenn Könige sogar aus ihm herauskommen sollten. Der Erstgeborene hat also, was die Zukunft betrifft, große Ehre. Zum Beispiel in Psalm 89,28 ist von David die Rede: „Ich will ihn machen zum Erstgeborenen, zum Höchsten der Könige der Erde.“ Er war ja der Letztgeborene, aber Gott will ihn machen zum Erstgeborenen, zum Höchsten der Könige der Erde.
Und der Segen Abrahams ging auf den über, der das Erstgeburtsrecht hatte, vor allem der Erdbesitz, das verheißene Land und die große Nachkommenschaft. Das erfahren wir dann in Kapitel 28,4: „Der Herr gebe dir den Segen Abrahams“, sagt dort Isaak. 1. Mose 28,4: Er gebe dir den Segen Abrahams, dem Erstgeborenen nämlich, jedenfalls dem, der das Erstgeburtsrecht hat.
Also hier ist Jakob sehr schlau und macht sich die Charakterschwäche seines Bruders Esau zunutze. Er ist ein echter Jude. Mit einem Wucherpreis verkaufte er das Essen.
Esau antwortete: „Ich sehe, ich muss noch sterben. Was nützt mir dann das Erstgeburtsrecht? Was habe ich heute davon?“ Jetzt ist die Gegenwart wichtiger als die Zukunft. Dieses Leben ist wichtiger als irgendetwas, was nach meinem Tod geschieht. Das ist das Denken Esaus. Das Diesseits ist viel wichtiger als das, was später nach dem Tod geschieht. Lass uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Diese Philosophie, wovon auch Paulus gesprochen hat, 1. Korinther 15,32: Lass uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.
Wenn die Zukunft nicht wichtig ist, dann ist Essen wichtig. Dann ist momentane Befriedigung wichtig. Im Hebräerbrief erfahren wir, dass Esau der Prototyp für einen nach dem Fleisch ausgerichteten Menschen ist, ein Unzüchtiger und Profaner, also einer, dem nichts heilig ist, Hebräer 12,16. Man kann das in Hebräer 12,16 lesen. Da geht es um das Jagen nach dem Frieden und so weiter, Vers 14, und dann Vers 16: Sie sollen aufpassen, dass nicht irgendein Unzüchtiger da sei oder ein Profaner. Das Wort hier heißt ein Unheiliger, einer, dem nichts heilig ist, ein Weltlicher wie Esau, der für ein Essen seine Erstgeburt weggab.
Diesseits ist wichtig. Esau selber ist jetzt nicht der Unzüchtige, sondern der Profane, der Weltliche. Aber das Denken ist das Gleiche. Der Unzüchtige denkt sich auch: Hier und jetzt will ich meinen Genuss. Der Glaube denkt umgekehrt: Wenn das Sichtbare aufgelöst wird, dann ist das Unsichtbare wichtiger. Dann ist jene Welt wichtiger.
Jakob sprach: Schwöre mir heute. Und er schwor ihm und verkaufte so dem Jakob sein Erstgeburtsrecht. Da gab ihm Jakob Brot und das Linsengericht, und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete Esau das Erstgeburtsrecht, und er hat geschworen.
Es gibt ja dann weitere Nachkommen von Esau, die Edomiter. Und ein ganz berühmter Nachkomme der Edomiter ist Herodes. König Herodes war ein Idumäer, ein Edomiter, in Matthäus 2. Er spottet, oder spottet über die Israeliten: Ihr mit eurem Messias. Hier und jetzt wird regiert, und jetzt wird genossen. Hier und jetzt genießen wir.
Der Apostel Paulus spricht zu den Korinthern: Ihr seid schon gesättigt, ihr seid schon reich, ihr herrscht ohne uns. Wo wäre es doch, dass ihr herrschtet? Ihr wollt jetzt regieren, 1. Korinther 4,8. Das ist auch falsches Denken.
Es ist gefährlich, dass ein Christ sein Erstgeburtsrecht verliert, das sagt der Hebräerschreiber. Dort in Hebräer 12: Seht zu, dass keiner unter euch da ist, der sein Erstgeburtsrecht verkauft, so wie Esau. Jetzt in diesem Sinn zu verstehen, dies hier. „Ihr seid die Gemeinde der Erstgeborenen“, sagt der Hebräerbrief. Die Gläubigen sind die Gemeinde der Erstgeborenen. Alle Gläubigen sind Erstgeborene, das ist Hebräer 12, auch gerade in diesem Zusammenhang, Vers 23. Die Gläubigen sind alle Erstgeborene. Sie haben alle das Erstgeburtsrecht. Sie sind im Himmel eingetragen, Hebräer 12,23: Ihr seid gekommen zur Festversammlung, zur Gemeinde von Erstgeborenen.
Alle Gläubigen haben dieses Erstgeburtsrecht. Wir sind eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe, Jakobus 1,18. Wir sind gewissermaßen eine Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe. Er hat uns geboren, er hat uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, Jakobus 1,18. Nach seinem Willen hat er uns geboren durch das Wort der Wahrheit, damit wir eine Art Erstlingsfrüchte seiner Geschöpfe seien, Jakobus 1,18.
Also: Gläubige haben das Erstgeburtsrecht. Sie sollen es nicht verkaufen für irdische Befriedigung. Man kann nicht alles haben, Befriedigung hier und jetzt. Manchmal muss man zurückstecken, um Christi willen.
Jedenfalls war das diese tragische, das zeigt diesen tragischen Charakter Esaus. Später offenbarte sich das noch mehr, wir kommen darauf hin.

Die Hungersnot als Prüfung und Gottes erneute Zusage

Kapitel 26: Nun kommt eine Hungersnot ins Land. Das hat er jetzt davon, der Esau, jetzt ist er schon wieder hungrig. Es kommt eine Hungersnot ins Land, eine andere als die frühere, die in den Tagen Abrahams gewesen war. Und Isaak zog zu Abimelech, dem König der Philister, nach Gerar.
Also im verheißenen Land: Das ist nicht das erste Mal und nicht das einzige Mal, dass Hungersnot im verheißenen Land ist. Aber es ist auch immer wieder Prüfungszeit. Und hier macht sich Isaak Gedanken, wohin er ziehen soll. Eine Option wäre, nach Ägypten zu ziehen, wie der Vater damals. Und es heißt dann: Da erschien ihm Jahwe und sprach: Zieh nicht hinab nach Ägypten, sondern bleibe in dem Land, das ich dir sage.
Der Herr erleichtert es ihm und gibt ihm eine Korrektur, jedenfalls einen klaren Befehl: Zieh nicht nach Ägypten! Und er erneuert ihm dann die Verheißung. Hier ist die erste Erscheinung Jahwes an Isaak, und er wird ihm noch einmal erscheinen, später dann am Ende des Kapitels.
Vers 3: Halte dich auf in diesem Land, und ich werde mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen werde ich diese Länder geben. Und ich werde den Eid aufrechterhalten, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Denk an Beerscheba beziehungsweise denk an Moria, dort, wo Gott geschworen hat: Ich werde deinen Samen vermehren wie die Sterne des Himmels und werde deinem Samen alle diese Länder geben. Und durch deinen Samen werden gesegnet werden alle Völker der Erde, weil Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine Rechte, meine Gebote, meine Satzungen und mein Gesetz.
Also um Abrahams willen hält Gott sein Versprechen. Und jetzt bleibt Isaak dort, wo er war, im Südland, also in Gerar. Er wohnte ja schon im Südland, und jetzt dort in der Nähe von Mamre ist ja auch dann das Philisterland gewesen. Und er wohnt jetzt in Gerar, bleibt dort, wo ja auch sein Vater eine Zeit lang in der Nähe dort gewohnt hatte, im Philisterland.
Und die Männer des Ortes erkundigten sich nach seiner Frau, und er sagte: Sie ist meine Schwester. Denn er fürchtete sich zu sagen: Meine Frau, indem er dachte, die Männer des Ortes möchten mich sonst töten wegen Rebekka, denn sie ist schön von Aussehen.
Ja, Isaak ist nicht besser als sein Vater Abraham. Er wiederholt hier eine Lüge. Vielleicht sind das so Gewohnheitssünden, die man auf die Kinder überträgt, oder? Es ist oft so, dass man gewisse Gewohnheitssünden auf Kinder überträgt. Jedenfalls macht er es genau gleich wie sein Vater. Mangelnder Glaube wiederum.

Fehltritte, Segen und die Brunnen als geistliche Lektion

Als er nun eine Zeitlang dort war, blickte Abimelech, der König der Philister, durchs Fenster. Und er sah, wie Isaak mit Rebekka, seiner Frau, liebkoste oder scherzte. Das Wort ist eigentlich das Wort für Lachen. Isaak heißt ja Lachen, der Lacher. Er lachte mit Rebekka.
Aber das Wort kann auch mehr bedeuten. Hier war es offensichtlich ein Umgang, bei dem Abimelech sofort merkte: So geht man nicht mit einer Schwester um, so geht man nur mit einer Frau um. Es war also mehr als nur ein bloßes Scherzen. Vertraut, scherzte, ist dann ... Ja, ein bisschen vertraut, ja, das ist schon ein bisschen besser als nur einfach scherzte. Also er ist vertraut mit ihr umgegangen, so eine Art Liebkosen und so.
Jedenfalls so, dass die Heiden sogar wussten, wie man mit einer Frau umgeht und wie man mit einer Schwester umgeht. Das ist ein Unterschied. Und wie man auch immer das Wort übersetzt, es ist jedenfalls mehr als nur ein bisschen Herzens- und Scherzenssache. Also was Isaak hier mit Rebekka machte, war mehr, als was nur Geschwister machen. Das war Abimelech klar. Das geht hier, das machen nur Eheleute.
Übrigens, wir haben mehrere solche Ausdrücke in 1. Mose 16,5. Da hatten wir, ich bin damals nicht darauf eingegangen, den Ausdruck „in die Arme geben“, die Frau in die Arme geben. Vielleicht will man das kurz noch anschauen. Denn heute geht man viel zu lose um mit dem anderen Geschlecht, und in der Bibel wird uns gezeigt: Hier ist ein Abstand. Und wenn man jemanden in die Arme von jemand anderem gibt, dann ist klar, was das bedeutet. Sarah sagt: Ich habe meine Magd in deinen Schoß oder in deine Arme gegeben. Also jedenfalls in ... Wie heißt sie jetzt wörtlich? In deinen Schoß, ja, an deine Brust sozusagen, ja, da hat man sie umarmt, ja, gegeben.
Da können wir etwas lernen, oder? Die Frau eines anderen hat nichts zu tun an meiner Brust. Wenn das der Fall ist, dann heißt das hier schon: Ich habe sie dir gegeben als Ehefrau. Und heute ist man sich dessen zu wenig bewusst. Man geht heute schon mehr und mehr, ich habe das festgestellt, recht lose um mit dem anderen Geschlecht. In der Bibel ist das nicht so. Die Bibel kennt einen gewissen heiligen Abstand zwischen den Geschlechtern. Das wollte ich nur hier darauf aufmerksam machen.
Paulus sagt auch: Es ist gut, eine Frau nicht zu berühren. Und er meint heiraten, oder? Aber er nimmt das Wort berühren. Ich sage: Wieso soll ich nicht eine Frau berühren? Kann ich? Aber das Wort berühren hat schon ein Ziel, oder? Es beginnt mit berühren, aber man hat ein Ziel, man hat eine Richtung eingeschlagen und man möchte mehr und mehr und mehr berühren. Das heißt, man soll sich schon bewusst werden: Es gibt einen gesunden Abstand zum anderen Geschlecht. Das musste man früher nicht sagen, heute muss man das sagen. Früher war das klar, aber heute ist das nicht mehr so klar.
Jetzt gehen wir zurück, Vers 9. Da rief Abimelech den Isaak und sagte: Siehe, fürwahr, sie ist deine Frau. Und er stellte ihn zur Rede. Und Isaak wird von einem Heiden zurechtgewiesen, das ist sehr demütigend. Aber er lässt sich sagen, er nimmt das an, und er hat Buße getan darüber.
Beachten wir die hohe Moral von diesem heidnischen König, oder die hohe Moral bei Todesstrafe bei Ehebruch. Abimelech gebot allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder seine Frau antastet, soll getötet werden. Jedenfalls Todesstrafe bei Ehebruch mit der Frau eines Fremden.
Und Isaak säte in jenem Land und erntete in jenem Jahr hundertfältig. Denn der Herr segnete ihn. Das zeigt uns, dass Isaak Buße getan hat, oder? Sonst hätte der Herr nicht gesegnet. Isaak säte, und der Herr segnet hundertfältig. Segen, das Thema ist Segen. Isaak ist ja der Gesegnete. Und es geht um den Segen.
Dann werden Wasserbrunnen gegraben. Isaak ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, Vers 18, die sie zu Zeiten Abrahams, seines Vaters, gegraben hatten, die die Philister nach Abrahams Tod verstopft hatten. Und er benannte sie mit demselben Namen, mit denen sie sein Vater benannt hatte.
Auch gruben Isaaks Knechte im Tal und fanden dort einen Brunnen mit lebendigem Wasser, fließendem Wasser. Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser gehört uns. Da nannte er den Brunnen Esek, das bedeutet Zank, weil sie mit ihm gezankt hatten. Esek, Zank.
Dann gruben sie einen anderen Brunnen, darüber zankten sie auch. Darum nannte er ihn Sitna, Anfeindung. Da brach er von dort auf und grub einen anderen Brunnen. Darüber zankten sie nicht. Darum nannte er ihn Rechobot, weiter Raum, und sprach: Nun hat Jahwe Raum geschaffen, dass wir im Lande fruchtbar sind.
Danach zog er von dort nach Beerscheba, dort, wo er ursprünglich gewesen war. Und der Herr, Jahwe, erschien ihm in jener Nacht und sprach: Ich bin der Gott Abrahams, deines Vaters. Also jetzt erscheint ihm der Herr noch einmal, ein zweites Mal. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir, und ich werde dich segnen und deinen Samen vermehren um Abrahams, meines Knechtes, willen.
Gott erinnerte ihn wieder an die Verheißung, als er wieder an dem Ort war, wo er sein sollte, wo er ursprünglich war. Und er baute dort einen Altar und rief den Namen Jahwes an. Und er schlug dort sein Zelt auf, und Isaaks Knechte gruben dort einen Brunnen.
Viermal werden hier Brunnen gegraben. Und man kann hier eigentlich noch recht viele praktische Lektionen aus der Brunnengeschichte für sich herausnehmen. Ich habe hier fünf Lektionen aus der Brunnengeschichte für mich aufgeschrieben, also Anwendungen, fünf Anwendungen aus der Brunnengeschichte.
Die erste Anwendung, Vers 18: Graben müssen wir. Graben müssen wir. Das Wasser ist schon da. Gott gibt uns seine Schätze nicht ohne Arbeit und ohne Forschen. Aber wir haben das lebendige Wort, das Wasser, die lebendige Quelle. Es ist da, aber wir müssen graben. Es wird uns nicht alles in den Mund gegossen. Sie haben die Brunnen aufgraben müssen, die die anderen verschüttet hatten. Manchmal ist das mühevoll. Aber der Herr belohnt uns mit gutem und frischem Wasser.
Zweite Lektion, die ich für mich habe: Wir können nicht vom Brunnen unserer Väter leben. Das heißt, unsere Väter haben schon viel Gutes in der Bibel gefunden und haben uns gutes Wasser aufbewahrt. Aber wenn man Wasser lange aufbewahrt, dann ist es mit der Zeit abgestandenes Wasser, das schmeckt dann nicht mehr so gut. Wir müssen auch selber graben. Wir sollen nicht nur stehenbleiben bei dem Guten, was wir von den Männern Gottes, die vor hundert Jahren und vor zweihundert und dreihundert Jahren gelebt haben, haben.
Ich habe übrigens sehr viele gute Kommentare. Jemand hat mich gefragt nach guten Büchern. Ich nehme sehr viele gute Kommentare, vor allem die alten deutschen, bibeltreuen Kommentare, wie Lange, Dexel, Zahn und Karl Delitzsch. Die nehme ich sehr, sehr gerne, und ich habe sehr viel von ihnen gelernt. Aber stehen bleiben kann man auch nicht da.
Andere bleiben stehen bei irgendwelchen ... Ich bin in der Brüderbewegung aufgewachsen, und da hieß es: Da gibt es immer bestimmte Namen. Und diese Namen sind einfach alles. Der eine heißt John Nelson Darby, und was der geschrieben hat, das ist non plus ultra, das ist einfach alles. Und das stimmt nicht. Stimmt, ich habe vieles Falsche, und vieles ist auch nicht so super. Aber irgendwie hängt man an diesen Namen. Jeder hat so seine Lieblingsnamen und Lieblingsleute, und was der gesagt hat, das ist einfach alles. Nein, wir müssen immer wieder forschen.
Wir sollen das Gute lernen von anderen Brüdern, und es gibt sehr, sehr viel Wertvolles. Aber wir sollen nicht nur da stehenbleiben. Man kann immer auf beiden Seiten vom Pferd fallen, oder? Die einen verwerfen alle Kommentare, die sagen nur noch Bibel lesen, und berauben sich der guten Gaben, die Gott gegeben hat. Und andere fahren ganz ab auf irgendwelche Leute und haben nur noch diese Menschen vor sich, Menno Simons, oder haben wir heute zu Mittag gelesen oder zum Frühstück gesprochen, nur Menno Simons, nur was er geschrieben hat, sonst nichts. Es gibt so Leute, ja, lesen nicht mehr die Bibel, sondern lesen nur noch, was der geschrieben hat. Das ist falsch, oder?
Wir können nicht vom Brunnen der Väter leben und vom Graben der Väter. Wir sollen auch selber graben. Und es ist frisch, wenn man etwas entdeckt. Vielleicht stellt man dann fest, nachdem man sich gefreut hat an dem, was man entdeckt hat, dass die schon vor hundert Jahren und vor zweihundert Jahren das alles schon entdeckt haben. Aber ich habe es nicht gewusst, dass sie das entdeckt haben. Aber dann ist es auch schön, dann weiß man, man ist in guter Gesellschaft.
Drittens: Jeder, der gräbt, findet Lebenswasser, Vers 19. Der Herr belohnt. Da gruben sie im Tal und fanden dort sogar fließendes Lebenswasser, in einem Brunnen mit fließendem, einem Quellbrunnen also. Jeder, der gräbt, findet. Wer sucht, der findet, gilt auch hier. Im Griechischen heißt es: Wer beständig sucht, der findet. Wer fortwährend sucht, der findet.
Viertens: Wenn es um Lebenswasser gestritten wird. Das gibt es leider auch, dass man um das lebendige Wasser streitet. Nicht nur um Brunnen, nicht nur um irdische Brunnen, sondern auch um geistliche Brunnen kann man streiten. Streite nicht, man kann köstliche Wahrheiten der Bibel zerreden und zerdiskutieren, und dann sind sie nichts mehr, wenn Leute herumstreiten. Ein Knecht ist ja so nicht streiten. Nicht zanken in dem Sinne, zanken, ja, sehr diskutieren, wo es nur noch darum geht, wer Recht hat. Das ist nicht das Ziel.
Es geht gar nicht darum, dass wir Recht haben. Es geht darum, dass wir auch verbaut werden. Das ist jetzt Vers 20 und 21. Was hat Isaak gemacht? Er hat verzichtet, nicht auf dem Recht beharrt. Lieber eine Diskussion verlieren und einen Bruder gewinnen, als eine Diskussion gewinnen und einen Bruder verlieren. Manchmal kann man einfach nachgeben, einfach vorläufig nachgeben. Es ist noch nicht Aller Tage Abend, einfach nachgeben, nach dem Motto von Römer 14 auch. Man muss manchmal einfach vorläufig sagen: Ja, jeder sei seiner Meinung gewiss, vorläufig, wir arbeiten ja weiter.
Nur eine Meinung ist wahr, also aber jetzt, vorläufig müssen wir miteinander leben. Dann sollen wir uns nicht stehen lassen, man lässt sich nicht stehen, sondern man will nicht einander bekritteln, so ist es. Nicht zanken, einander bauen, aufbauen.
Fünftens: Wer auf Zank verzichtet und nachgibt, der bekommt vom Herrn weiten Raum, Vers 22, weiten Raum. Der Herr geht weiter, okay, dann graben wir woanders. Und dann graben sie einen anderen Brunnen, darüber zankten sie nicht. Und der Herr sagt: Nun hat Jahwe Raum geschaffen.
Oft ist es ja so, wenn man diskutiert mit Geschwistern ... Mir hat ein Rat viel geholfen: Wo die Tür offen ist, dort will ich das nutzen. Wenn die Gelegenheit da ist, dass ich es kann, die offene Tür nutzen. Wenn die Tür geschlossen ist, dann hat es keinen Sinn, die Tür einrennen zu wollen. Manchmal hat man Menschen, bei denen man merkt: Du kommst nicht an, sie wollen das nicht hören. Christen, Geschwister, aber du merkst, es ist verschlossen, du hast keine Chance. Es gibt nur Streit und lange Diskussionen mit keinem Ergebnis.
Nein, das ist nicht der Auftrag, lange Zeit und Diskussionen und Energie zu verwenden, und dann ist es gar keine Auferbauung. Wenn die Tür offen ist, wenn die Herzenstür offen ist, wo der Herr Möglichkeit gibt, hineinzusprechen, wunderbar. Wenn die Tür nicht offen ist, weitergehen, aber freundlich bleiben.
Manchmal gibt es natürlich Menschen, die eine Irrlehre verbreiten können, das ist etwas anderes, wo die Gemeinde gefährdet wird, das ist ganz etwas anderes. Da müssen wir ganz klar Stellung beziehen. Ganz klar, scharf heißt hier mit scharfem Verstand Gottes Wort ansetzen. Er mahne sie scharf oder korrigiere, weise sie scharf zurecht, nämlich durch Scharfsinn, durch ganz klare Bibelstellen, so und so und so. Und wenn das Gottes Wort sagt, dann sagen wir nicht: Aber ich meine, das heißt irgendwie etwas anderes. Das, was da steht, steht da. Also wir haben auch die Aufgabe, die Irrlehrer schon in die Schranken zu weisen, wenn sie uns, wenn sie spalterisch handeln wollen. Das war nur so ein Exkurs.
Gehen wir wieder zurück. Wo waren wir? Vers 26. Und Abimelech ging zu ihm von Gerar mit Ahusad, seinem Freund, und Pichol, seinem Heerführer. Ich bin mir nicht sicher, ob Pichol auch nicht ein Titel ist, denn mittlerweile sind ja schon 80 Jahre vergangen seit dem letzten Treffen mit Abraham. Da war auch ein Abimelech und ein Pichol. Nun, je nachdem, wenn sie sehr jung waren damals, dann können sie jetzt 80 Jahre älter sein. Es könnte aber auch sein, dass Abimelech und Pichol Titel sind. Abimelech heißt ja übersetzt Vaterkönig, Vaterkönig, Abimelech, Vaterkönig.
Jedenfalls Abimelech ging zu ihm von Gerar mit Ahusad, seinem Freund, und Pichol, seinem Heerführer, und sie sprachen: Wir haben deutlich gesehen, dass Jahwe mit dir ist. Darum haben wir uns gesagt: Es soll ein Eid sein zwischen uns und zwischen dir. Also die gleiche Taktik wie damals. Sicher ist sicher. Komm, wir wollen einen Bund schließen, dass du uns nichts Übles tust, so wie wir dich nicht angetastet haben und wie wir dir nur Gutes erwiesen haben und dich haben ziehen lassen in Frieden. Du bist nun einmal ein Gesegneter Jahwes.
Und sie merken: Der Segen des Herrn ruht auf Isaak. Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Interessant, sein Vater hat sie noch zurechtgewiesen wegen dem Brunnen, oder? Aber Isaak nicht. Nicht streiten. Ich weiß nicht, ob ich das jetzt positiv oder negativ deuten soll, aber es war ihm nicht sein Auftrag, jetzt da noch die Zurechtweisung zu bringen, das lag ihm nicht, er zieht sie nicht zur Rechenschaft. Er nannte ihn Scheba, also dann wird dann hier gegessen, getrunken, ich habe einen Vers ausgelassen, Vers 30, gegessen, getrunken, und dann: Sie standen des Morgens früh auf und schwuren einer dem anderen, und Isaak entließ sie, und sie zogen von ihm in Frieden.
Und es geschah an jenem Tag, da kamen Isaaks Knechte und berichteten ihm wegen des Brunnens, den sie gegraben hatten. Das ist jetzt der vierte Brunnen. Ich habe ja schon gesagt: Abraham baute Altäre, Isaak baut Brunnen, gräbt Brunnen, und viermal, bei allem ist es viermal. Also Abraham war der Anbeter und Isaak war der, der sich nähert von dem Brunnen Gottes. Und er nannte ihn Scheba; daher der Name der Stadt Beerscheba. Also eine Doppelbedeutung hier. Zuerst hieß Beerscheba deshalb, weil er geschworen wurde, Brunnen des Schwurs, und hier heißt er Scheba. Der Herr, der Name der Stadt Beerscheba, bis auf diesen Tag.
Ah ja, bei Abraham waren sieben, sieben Schafe, die er beiseite gestellt hat, und sieben heißt auch Scheba, also sieben Brunnen und Schwurbrunnen, Doppelname, sieben Brunnen und Schwurbrunnen.
Esau war vierzig Jahre alt, da nahm er zur Frau Judith, die Tochter Beeris des Hethiters, und Basmat, die Tochter Elons des Hethiters. Und sie waren Herzeleid für Isaak und Rebekka. Hier heißt es bei Luther, wörtlich und auch bei anderen, aber es heißt hier ganz wörtlich: Sie wurden eine Bitternis des Geistes für Isaak und Rebekka. Sie waren eine Bitternis des Geistes, also innerlich. Es ist schon sehr schwer zu verkraften, diese Sache. Kummer, Herzenskummer, ja. Der Geist, das Innere des Menschen, wurde schwer bekümmert durch diese Sache.
Eine Frage zu dem Brunnen: Ist das nicht eigentlich ein Gottessegen? Er musste immer weiter weg, bis er in sein Land wieder zurück war, bis Gott ihn sozusagen wieder zurückgeschickt hat. Und dort, wo er kam, ging er dann zum Philister rüber und brach dadurch das immer wieder. Kann man dann schlussendlich wieder zurück, wo er sein sollte, in Beerscheba. Dort erschien ihm auch der Herr, und dort gab auch der Bund. Vorher hatte er eigentlich auch Segen erlebt, es war sehr viel Unsegen. Durch diese Brunnen, die verstopft wurden, der Unsegen, ja. Und auch durch seine Lüge, die er dort in Beerscheba hat. Oh ja, ja, stimmt. Jetzt ist er jedenfalls wieder auf dem Platz, wo er sein soll, und genau dort erscheint ihm der Herr in Beerscheba, ja, doch, danke.

Die Familiengeschichte als Spiegel von Charakter, Schuld und Verantwortung

Esau heiratet also vierundvierzig Jahre früher als Jakob. Vierundvierzig Jahre früher. Jakob heiratete erst mit vierundachtzig Jahren.
Ich habe das auf der Tafel aufgeschrieben, diese Rechnung, wie man auf das Alter von Jakob kommt. Es geht, man kommt haargenau dorthin, es sind genügend Angaben in der Bibel.
Da haben wir Jakob hundertdreißig Jahre alt, im dritten Jahr der Hungersnot, oder? Also, im dritten Jahr der Hungersnot, 130 Jahre alt. Das heißt, wir rechnen die zwei Jahre Hungersnot, die schon verlaufen sind, und minus die sieben Jahre der guten Jahre. Dann kommen wir darauf, dass er 121 Jahre alt war, als Joseph vor Pharao stand, oder? Die sieben Jahre Fülle, zwei Jahre Hunger.
Das heißt, als Joseph dreißig Jahre alt war, denn Joseph war damals dreißig, war Jakob 121. Also war Jakob bei der Geburt Josephs 91.
Kapitel 30, Vers 22 beziehungsweise Vers 25 sagt uns genau, wann Joseph geboren ist. Joseph ist geboren, genau nachdem diese sieben Jahre, diese insgesamt 14 Jahre, abgelaufen waren, die Jakob in dem fremden Lande war, oder? Sechs Jahre blieb er noch, um für Laban zu arbeiten, und sieben Jahre vergingen, als die Kinder geboren wurden, und Josef war der Letzte. Also im Laufe von sieben Jahren sind die Kinder geboren. Das wissen wir ganz genau, weil da steht: Als Josef geboren war, überlegt sich Jakob, er zieht jetzt nach Hause. Und dann spricht er mit Laban, und dann sagt er, er soll doch noch bleiben.
Wir erfahren dann, dass er noch sechs Jahre geblieben ist, insgesamt 20 Jahre. Sieben plus sieben plus sechs. Deshalb müssen wir diese sechs und diese sieben abrechnen. Dann wissen wir also, dass Joseph im siebten Jahr geboren ist, beziehungsweise vielleicht Anfang des achten. Einfach im siebten Jahr. Sieben Jahre ist er jetzt schon im Lande, ist er jetzt schon verheiratet, sieben Jahre verheiratet. Jetzt rechnen wir die sieben Jahre weg. Das heißt, er heiratete mit vierundachtzig.
Jetzt ziehen wir noch einmal die sieben Jahre weg, die er für Rahel gearbeitet hat. Dann war er siebenundsiebzig, als er flüchtete und Rahel dann kennenlernte. Das heißt, er war siebenundsiebzig, als er dann auch alles in der gleichen Zeit, als er den Vater betrogen hat und den Bruder betrogen hat, war Jakob schon siebenundsiebzig Jahre alt. 177, gefroren und ledig. Also ein alter Mann schon. Aber gut, wenn man 130 Jahre alt wird, dann sind das die 147 Jahre alt wird, dann ist man gerade im besten Alter, 177.
Man kann dann auch weiterrechnen, als der Vater starb. Der Vater wollte viel zu früh sterben. Der Vater Isaak, der wollte um 43 Jahre zu früh sterben. Isaak denkt ans Sterben, Kapitel 27, Vers 1. Da war Isaak, Jakob war 77, oder? Und Isaak war sechzig Jahre älter. 137 war Isaak in Kapitel 27, Vers 1, sechzig Jahre älter, denn mit sechzig, als Isaak sechzig war, bekam er die Zwillinge. Also Jakob war siebzig und Isaak war 137. Gestorben ist er erst mit 180, also dreiundvierzig Jahre später.
Und diese dreiundvierzig Jahre später, das fällt genau in die Zeit, als der Vater dann tatsächlich gestorben ist, der Vater Isaak. Da war dann Jakob hundertzwanzig Jahre alt, und das war genau die Zeit, wo Josef im Gefängnis war, noch die letzten Jahre, knapp ein, zwei Jahre vor der Befreiung Josefs. Da haben Isaak und Esau den Vater begraben. Josef war dann schon lange weg. Der Isaak, ja, der Isaak war abgelehnt.
Also Kapitel 27, Vers 1, ein sehr, sehr wichtiges Kapitel. Es geschah, als Isaak alt geworden und seine Augen zu schwach waren, um zu sehen, da rief er Esau, seinen älteren Sohn, und er sagte zu ihm: Mein Sohn. Und er sagte zu ihm: Hier bin ich. Und er sprach: Sieh doch, ich bin alt geworden, und ich weiß nicht, wann ich sterben werde. So nimm nun deine Jagdgeräte, deinen Köcher und deinen Bogen, und geh hinaus aufs Feld und erjage mir ein Erjagtes, ein Wild, und mache mir ein Essen, wie ich es gern habe, wie ich es liebe, und bringe es mir herein. Essen, wie ich es liebe, bringe es mir herein, dass ich esse, dass meine Seele dich segne, ehe ich sterbe.
Es geht um den Segen. Es geht um den Segen. Das ist so eine Sache mit dem Segen. Ich habe eine sehr gute Kassette gehört von einem Bruder, von diesem David Gooding aus Nordirland, und möchte ein bisschen von dem Bruder, also von dem, was ich da gehört habe, erzählen, damit wir uns ein bisschen hineinfühlen in diese ganze Situation.
Überhaupt mit dem Segen, wie ist das mit dem Segen? Wir haben schon davon gesprochen: Wenn Gott segnet, dann ist das wunderbar, und wir freuen uns, wenn Gott segnet. Wir sind gläubig, wir gehorchen, der Herr segnet als Folge, weil wir gehorchen, und dann geht es uns gut, und wir genießen.
Aber dann gibt es eben diese Gefahr. Wenn viel Segen da ist, gibt es gleichzeitig wieder Gefahr, oder? Und genau das hat Isaak erlebt. Der Herr hat ihn gesegnet, und er hatte viele Tiere, und er hatte hundertfältige Ernte. Also der Mann wurde mächtig reich durch den Segen des Herrn. Es war nicht schlecht. Er hatte viel zu essen, und er kam so richtig auf den Geschmack von Essen und dankte dem Herrn dafür, für jedes Essen. Er war glücklich und froh über das gute Gefühl, das man haben kann, wenn man so richtig einen guten Braten, so einen Hirschbraten, gegessen hat. Da freut man sich.
Und uns geht es auch so. Wir können uns auch auf das Geistliche übertragen, oder? Wir erleben Segen, wir sind gehorsam, wir erleben Segen. Und dann danken wir dem Herrn für die schönen und fröhlichen Gefühle, die wir haben. Oder wenn wir sündigen und wir tun Buße, dann sind wir traurig über die Sünde, und dann tun wir Buße, und dann bekommen wir gute Gefühle, weil der Herr uns vergibt, und es ist wieder alles wunderbar. Und wir freuen uns über die herrlichen Gefühle.
Und dann, je nachdem, gibt es Leute, die mehr gefühlsbetont sind. Das ist ja anders, die haben da nicht so große Probleme. Aber man denkt sich: Ah, das ist so schön. Und dann singen wir Loblieder zur Ehre des Herrn, und das ist wunderbar. Und dann irgendwie mit der Zeit meinen wir, das Gefühl, das ich habe beim Singen, ist so schön, und anstatt dass ich singe für den Herrn, singe ich für mich. Oder das Gefühl, das ich habe, wenn ich jetzt Vergebung der Sünden habe oder wenn ich das und jenes tue, das ist so schön. Und dann verschiebt sich die Betonung auf das Gefühl.
Und leider ist es in vielen, vielen Gemeinden schon lange, lange passiert. Man hat zum Beispiel Lieder gesungen, die recht auf das Gefühl gehen, weil man sich dachte: Das Gefühl ist doch so schön. Es ist schön, den Herrn zu loben. Oder da gibt es ein Liederbuch, bei uns in der Schweiz gibt es ein Liederbuch, das heißt: Es ist schön, dich zu loben. Ach, es ist so schön, dich zu loben. Wer steht hier im Zentrum? Ich, meine Gefühle. Und ich verwende das Loben für meine Gefühle.
Und dann spricht man von Anbetung und verwechselt, oder von Lobpreis. Heute spricht man ja oft von Lobpreis. Wir machen einen Lobpreisgottesdienst, Lobpreisgottesdienst. Und was man meint, ist eine halbe Stunde irgendwie sich in eine Stimmung hineinsingen. Und das ist eine ganz besondere Art von Liedern.
Ich habe vor kurzem ein Referat gehalten über Musik in Moldawien war das und über die Gefahren dieser charismatischen Lieder. Das kommt wie automatisch, das merkt man gar nicht. Und die Gemeinden, die so gegen die Charismatik waren, das waren vor allem die Brüdergemeinden, wo wirklich klare Lehre war. Ich kenne das sehr gut, weil ich komme da raus aus den Brüdergemeinden, und ich weiß, wie man wirklich gesagt hat: Nein, Charismatisches wollen wir nicht. Und dann stellt man fest, dass gerade da jetzt diese charismatischen Lieder drin sind.
Und ich weiß nicht, wie das in anderen Gemeinden ist, aber Tatsache ist: Das ist wie eine Eigendynamik, und es ist einfach so schön und so schön und so schön, und man meint, man lobt den Herrn und betet den Herrn an, aber eigentlich betet man sich an, sich selber und die eigenen Gefühle. Und bei uns heißt das: Ja, ich möchte, dass dieses Lied gesungen wird. Warum? Ja, weil es so schön ist. Es ist einfach so schön.
Schön und schön können verschieden sein. Es kann etwas schön sein, weil es mich zum Herrn hinführt, in seine heilige Gegenwart. Es kann aber auch etwas schön sein, weil es irgendwelche vom Fleisch her meine gewissen Sinne in mir weckt, Sinnlichkeit in mir weckt. Nach Fühlen, Schmecken, Riechen kommen wir jetzt gerade drauf bei Isaak.
Isaak war es sehr wichtig, dass er in der richtigen Stimmung ist, wenn er segnet. Und deshalb denkt er sich: Komm, bevor ich dich segne, gehst du jetzt und holst mir so und machst mir so einen richtigen guten Braten. Und wenn ich dann den Braten rieche und wenn ich gegessen habe, geschmeckt habe, wie der Herr das Feld gesegnet hat und die Jagd gesegnet hat und die Küche gesegnet hat, ah, dann kann ich jetzt segnen. Jetzt werde ich dich segnen, oder? Also mach mir was, dass ich in Segnungsstimmung komme, und dann werde ich dich segnen. Mach mir ein Essen, wie ich es gern habe.
Was wird ihn motivieren zum Segnen? Etwas Essen, der Braten. Was können wir selber davon lernen? Wir müssen uns immer wieder fragen: Was kann ich lernen? Was ist für mich hier wichtig? Wovon soll ich mich motivieren lassen?
Isaak hat entschieden, sich von seinen Sinnen leiten und motivieren zu lassen. Das war der Fehler. Isaak war gesegnet, und wir wollen nicht zu negativ reden von Isaak. Aber es gibt eine Gefahr des Segens, dass es uns gut geht und dass wir dann plötzlich emotional werden.
Er hatte fünf Sinne. Fünf Sinne hatte Isaak. Zwei haben vielleicht nicht mehr so gut funktioniert, einer ganz sicher nicht mehr gut. Das waren die Augen, die waren schon fast blind. Und auf die Ohren wollte er sich auch nicht so recht verlassen, denen wollte er nicht so recht Vertrauen schenken. Aber es bleibt ja noch der Tastsinn und der Geruchssinn und der Geschmackssinn. Und er hat sich gedacht, auf die drei kann er sich verlassen: tasten, riechen und schmecken.
Hätte er sich doch auf das verlassen, was er gehört hat, er wäre nicht getäuscht worden. Aber er verlässt sich auf das Fühlen, Riechen und Schmecken, Berühren, und er segnete den Mann, der vor ihm war. Merken wir nicht auf das Wort, auf das Hören. Gott hat uns das Ohr gegeben. Wer ein Ohr hat, der höre. Der Herr sagt nicht: Wer ein Auge hat, der sehe. Oder wer eine Zunge hat, der schmecke. Er sagt: Wer ein Ohr hat, der höre.
Und gerade das Ohr, auf das hat er sich nicht verlassen wollen. Er hat schon überhaupt in letzter Zeit, hat er schon lange Zeit nicht mehr über Gottes Wort nachgedacht, denn das ist ihm so in Vergessenheit geraten, was damals Gott zu seiner Frau sah, wie er sich geoffenbart hat: Der Jüngere, der Ältere wird dem Jüngeren dienen. Der Jüngere soll der Erstgeborene sein, sozusagen. Aber das Essen, das Fühlen und das Tasten, das war ihm wichtig.
Da sollen wir aufpassen. Unsere Emotionen können uns stark täuschen. Die Emotionen dürfen uns nicht leiten. Von denen wollen wir uns nicht leiten lassen.
Man will heute vom Wort Gottes, wenn man wecken, also wenn man heute so einen Gottesdienst hat, es geht in die Richtung möglichst viel Vorprogramm und Stimmung, Stimmung und Stimmung und dann zum Schluss noch ein bisschen eine kurze Predigt, aber bitte nicht zu lange. Ich war irgendwo, ich sollte predigen, da haben sie gesagt: Ja, es sind die Kinder da und so, also bitte 35 Minuten höchstens. Und als ich dann anfangen wollte, kam mein Bruder und sagte: Nicht länger als 20 Minuten! Ich dachte mir: Was kann ich in 20 Minuten sagen? Ich brauche 35 Stunden für 1. Mose!
Immer weniger Wort und mehr für das Emotionelle. Auf der anderen Seite gibt es aber ein Liedgut, und ich bin sehr, sehr glücklich hier, das möchte ich sagen, weil es nämlich auch ein Lied gibt, das den Text betont. Es gibt ein Lied, das den Inhalt betont. Es gibt ein Lied, wo die Komposition so gemacht ist, und wenn die Begleitung auch entsprechend ist, dann geht das in die richtige Richtung. Das, was betont gehört beim Gesang, ist der Text. Und die Melodie macht einen Text feierlich, das Singen macht einen Text feierlich, ein Lied, eine Aussage wird feierlich dadurch.
Es ist ganz etwas anderes wie so ein fleischlich sinnliches Lied, wonach der Rhythmus immer stärker wird und so weiter. Das ist wie eine Eigendynamik. Der Rhythmus wird immer stärker, anfangend tut es mit zz zz zz, und dann wird es ein bisschen stärker, und da kommt nächstes und nächstes. Und es ist dann immer ein gleicher Rhythmus, immer ein durchgehender Schlag, und das wird immer stärker, immer stärker. Und dann endet das dann bei, wo wir schon in vielen Gemeinden sind, also elektronische Taktschläger, die uns leiten, nicht mehr atmender Rhythmus, sondern elektronischer Rhythmus. Und völlig natürlich überbetont.
Das ist also sehr aktuell, was wir hier haben. Und Isaak ist hier in Gefahr.
Was ist zu sagen über diese Ehe hier? Rebekka und Isaak, es hat alles so gut angefangen. Und jetzt waren sie so weit voneinander entfernt. Es sind natürlich viele Jahre verflossen, aber die Richtung war falsch. Also anstatt noch enger zu werden und zusammenzuwachsen, sind sie auseinandergewachsen mit der Zeit, trotz des Segens, den der Herr gegeben hat.
Was ist schiefgelaufen, fragt man sich. Was ist in dieser Ehe schiefgelaufen? Das ist ja ein Ende einer langen Entwicklung. Das sind ja Gewohnheiten, die man sich da über Jahre eingeübt hat. Unterschiedliche Meinung gab es offensichtlich über die ganze Frage der Erbschaft und des Segens. Und Rebekka hatte den Jakob als Lieblings- als Muttersöhnchen und Liebling, und Isaak den Esau als den Clanchef, Sippenchef. Sie hat sich schon innerlich klar entschieden dafür: Das wird ein guter Chef werden, dem kann man die Zukunft anvertrauen, diesem Esau.
Die Rebekka will, dass ihr geliebter Jakob gesegnet ist. Was ihr Motiv ist, ist im ersten Moment nicht ganz so richtig klar. Das Ziel ist sicher richtig, aber der Weg ist der falsche, und es kommt zu lauter Problemen, lauter Problemen. Von Gebet lesen wir nichts, und wir lesen auch nichts, dass Jakob irgendwie sich hingesetzt hat und gesagt hat: Herr, ja, wie soll ich denn diese Verheißung damals, wie soll ich das verstehen, was bedeutet denn das, dass der Ältere den Jüngeren dienen wird? Und so nichts, das steht nicht mehr im Raum. Diese Aussage, jedenfalls bei Isaak nicht mehr, sie sind weit voneinander entfernt. Und sie machen auch nicht den Versuch, dass sie sich wieder zusammenfinden. Die Kommunikation ist irgendwie erstorben, und die Rebekka spricht nicht mit dem Isaak, sondern mit dem Jakob. Als sie erfährt, dass der Isaak den Esau segnen will, redet sie mit dem Jakob statt mit dem Isaak. Große, große Fehler.
Ich möchte jetzt, bevor wir den Text durchgehen, einige dieser Leute einzeln ein bisschen betrachten mit uns. Jakob war, einiges ist negativ und einiges ist positiv bei Jakob. Das ist so ein gemischter Charakter. Deshalb ist er mir sehr, sehr sympathisch, denn man findet sich, also ich finde mich da drinnen immer wieder. Da läuft was gut, und da läuft es wieder nicht gut. Einerseits will er dem Herrn dienen, von ganzem Herzen. Er will den Segen, und er will die Zukunft, er will, was Gott will. Andererseits ist er schnell bereit zum Betrug, zu geheimen Handlungen. Er wird auch recht vorschnell mit der Zunge, werden wir später dann noch erfahren. Er wird auch leicht zornig. Aber er hat positive Seiten: Er kann beten, das kann er, und er will den Segen. Er legt Wert auf das Erstgeburtsrecht.
Und Isaak hat viele Fehler gemacht. Alter bedeutet nicht automatisch Reife. Isaak ist irgendwo stehen geblieben. Sein Vater war noch im Alter mächtig gereift, war bereit, den Sohn auf den Altar zu legen. Er selber ist nicht bereit, seinen geliebten Sohn auf den Altar zu legen, seinen Esau zu opfern. Er ist nicht bereit. Auch wenn da ein Wort Gottes gibt, das sagt, es ist nicht der Esau, er ist nicht bereit, will den falschen Sohn segnen, weil ihm das Essen so gut schmeckt. Geistlich ist er nicht so scharfsichtig, als ob die Blindheit seiner leiblichen Augen sich ein bisschen auch auf das Geistliche geschlagen hat, so scheint es.
Nun, später hat er dann doch noch gelernt. Später hat er dann auch noch Jakob im Glauben gesegnet, zuerst hat er ihn im Unwissen gesegnet, aber dann hat er ihn im Glauben gesegnet, in Kapitel 28. Da hat also Isaak schon auch noch etwas zu sagen, Isaak hat schon auch etwas gelernt. Er blieb nicht völlig im Dunkeln, er wiederholte den Segen, und dann in besonderer Weise in Kapitel 28 am Anfang.
Aber in Bezug auf die Söhne hat er schon etwas versagt, oder? Er hat nicht diese Söhne zu dem gemacht, was sie hätten werden sollen. Er hat den Esau, den er doch so liebte, den kanonitische Frauen heiraten lassen, und zum Schluss endet es, dass der Esau vier Frauen heiratet von den Kanaanitern, vier gleich. Und er leidet darunter. Und mit dem Jakob konnte er nicht viel anfangen, er hat keine wirkliche Beziehung zu dem Jakob, so scheint es. Auch Jakob zum Vater nicht. Jedenfalls nicht so, wie sie sein sollte.
Und in Bezug auf seine Ehe hat er auch versagt. Irgendwie ist er nicht richtig umgegangen im Laufe der Jahre mit seiner Frau Rebekka. Kommunikation ist erstorben.
Esau, was ist mit Esau, wenn wir den noch anschauen? Esau, nun, Gott ist ihm immer schon egal gewesen. Und die Zukunft und die Verheißung Gottes, das war nicht seine Sache. Jetzt kommt zutage, was in seinem Herzen ist. Er will Befriedigung hier und jetzt. Er will Essen jetzt. Er will Frauen jetzt. Und wenn sie Kanaaniterinnen sind und wenn sie vier sind. Er ist ein Lügner, Kapitel 25. Später erfahren wir das, er lügt. Er lügt einfach den Vater an und sagt, der Jakob hat mir das Erstgeburtsrecht einfach weggestohlen. Das hat er nicht. Er hat es verkauft. Das heißt, Jakob hat es verkauft und der eine hat es gekauft, der Esau. Doch, Esau hat es gekauft. Esau hat es verkauft und Jakob hat es gekauft.
Und dann ist er bereit, Jakob umzubringen, und zwar geplanter Mord, geplanter Mord, mit kühler Überlegung. Jetzt wird sichtbar, was rauskommt, was vorhanden ist in diesem Esau. Jakob ist auch ein Betrüger, aber Jakob ist ein Betrüger, der einmal umkehren wird. Jakob ist ein Betrüger, der ein schlechtes Gewissen hat, während er betrügt. Esau nicht.
Und Rebekka, was ist mit ihr? Rebekka ist die Vorgängerin der Jesuiten. Die Jesuiten, das waren die frommen Leute, die gesagt haben: Der Zweck heiligt die Mittel. Also wenn es der katholischen Kirche dient, dann dürfen wir alles machen. Wenn es Gott dient, dann sind alle Mittel recht. Der Zweck heiligt die Mittel, und wenn es Lügen und Betrügen ist, alles ist erlaubt, wenn es der Sache Gottes dient. Sie will den Segen Jakobs um jeden Preis, und sie ist ihrem Sohn gar keine Hilfe, im Gegenteil. Sie verführt ihren Sohn zur Lüge und zum Betrügen, und sie lehrt ihm, wie man das Gewissen dann noch beruhigen kann. Sie lehrt ihm, wie man ein Heuchler wird, ein frommer Heuchler.
Und es bringt, es bringt. Der Jakob sagt ihr: Ja, aber was ist, wenn das ein Fluch draus wird, wenn da jetzt der Vater draufkommt und er verflucht mich? Was sagt sie, Vers 13: Der Fluch sei auf mir, mein Sohn. Der Fluch sei auf mir, mein Sohn. Höre nur auf meine Stimme. Hör auf die Mama. Na, mit 77. Aber er hat jahrelang geübt, auf die Mama zu hören.
Und der Fluch kam, und der Schaden, den die Rebekka angerichtet hat, war groß. Den Ehemann betrogen, den Esau vergrämt und seinen Hass erregt bis zum Tode, Jakob in die Verbannung geschickt, den eigenen Ruf geschädigt und letztlich beide Kinder verloren, denn der Esau zieht auch weg.
Dass der Fluch sei auf mir, ist das also eine Floskel oder geht das wirklich so einfach, dass man sagen würde, der Fluch möge mich nicht treffen? Nun, die Tatsache ist, dass es genau so kam, wie sie sagte. Ob sie es mit viel Gedanken sagte oder nicht, weiß ich nicht. Aber sie will ja den Jakob ermutigen: Schau, wenn der Vater dich verflucht, es soll mich treffen, ich mache das sozusagen, ja, ich habe alles im Griff. Ja, und der Fluch kam auf sie, dann geht das irgendwie.
Gott nimmt das sehr ernst. Deshalb soll man die Leute, die fluchen, ja auch daran erinnern, wie gefährlich das ist, was sie tun.
Ja, die Rebekka will auch den Segen, oder? Hier und jetzt. Man fragt sich, von wem der Esau gelernt hat, von wem der Esau die Philosophie hat: von hier und jetzt. Ja, man kann hier sehr viel lernen über Familie und Ehe, man kann hier sehr viel lernen, und wir lernen ja unser ganzes Leben lang in diesem Gebiet Ehe und Familie. Und hier werden wir ermutigt, es richtig zu machen, nicht falsch zu machen, wie es hier passiert ist.
Da gibt es Kinder, die man unwillkürlich ein bisschen vernachlässigt, ohne dass man es so beabsichtigt hat. Aber man vernachlässigt sie, weil sie irgendwie nicht so sind, wie man sie ist. Der eine liegt einem vielleicht mehr, der andere liegt einem weniger. Man vernachlässigt sie. Die Beziehung ist mit den einen vielleicht nicht so gut wie mit dem anderen. Und dann müssen wir Buße tun und schauen, wie wir das verbessern können, wie wir wirklich zu allen Beziehungen aufbauen können.
Rebekka, eine starke Frau. Isaak, ein nicht so starker Mann, wie er sein sollte. Und Rebekka spielt die Sachen, spielt die Kinder, spielt also den Mann aus, sozusagen, und betrügt und manipuliert den Mann dann zum Schluss auch. Wir kommen da gleich drauf.
Eine starke Frau, das heißt, nur eine solche starke Frau konnte diese Voraussetzungen erfüllen. Und das ging aus dem Vater aus, kannte er seinen Sohn nicht, weil es ist doch logisch, dass wenn ein schwächerer Persönlichkeitsmann eine starke Frau bekommt, das hält mitstand, oder jedenfalls gibt es Probleme. Ja, mir kam der Gedanke noch nicht, ob das letztlich dann aber haben ein bisschen hier auch noch ein bisschen einen Teil der Lebensgefahr zu weisen. Aber diese ganze Verzahnung.
Ja, jedenfalls Probleme sind sicher da gewesen. Auf der anderen Seite, es ging so gut, es hat gut begonnen. Und sie haben gebetet, und sie haben Kommunikation am Anfang, ganz sicher. Aber im Lauf der Jahre, das heißt hier, hat doch der Isaak im Lauf der Jahre sich da etwas eingespielt, und Gewohnheiten eingespielt, die er nicht hätte zulassen sollen.
Es ist ja nicht so, dass ein Mann, der eine starke Frau hat, der ist verloren. Die Stärken schlagen im Algorithmus vor. Das ist etwas, was Sie bei Kreuzkampfen und im Kurzleben, was Stärken bedeutet, charakterliche Stärken. So muss die Komponente werden, genau wie die Komponente. Vielleicht ist das so. Ja, ja. Ich konnte auch nicht sagen, dass das von vorne programmiert war, aber das sind Ausgangsorgane. Das war so, weil er gesagt hat, dass wir liegen auf genau der gleichen Meinung, wenn das nicht überwacht wird von den Herren oder wenn wir das nicht unterstellen, dann können uns ganz reich schief gehen.
Ja, gut, was ist mit Stärke gemeint? Einerseits Willensstärke, oder? Rebekka war sicher sehr willensstark. Willensstark, ganz sicher, oder? Sie war auch ein bisschen ein Draufgänger und Kämpfertyp schon, so wie auch der Esau dann ja auch gewesen ist. So schnell hat sie auch nicht nachgegeben. Das ist eine gute Gabe, wenn sie mit Demut verbunden ist. Genau, das sind ja wertvollste Gaben. Und man wünscht sich solche Leute.
Auf der anderen Seite hat Isaak auch wertvolle Gaben, sehr wertvolle Gaben. Das heißt, es hängt dann nicht an diesen Charaktereigenschaften, ob jemand gebraucht oder nicht gebraucht werden kann oder wie sich seine Ehe entwickelt und so weiter. Es hängt letztlich doch daran, wie jetzt Bruder Jakob gesagt hat, dass der Herr unseren Charakter wirklich verwenden kann und dass wir am Herrn hängen. Dann kann die Sache sehr gut werden.
Auch eine starke Frau oder eine willensstarke Frau kann sich unterordnen, kann lernen, sich unterzuordnen. Auch eine Rebekka kann lernen, sich einem Isaak unterzuordnen und kann ihm umso mehr eine gute Hilfe sein. Aber es scheint so, dass sie letztlich ein bisschen das Haupt der Familie bleibt, so im Hintergrund, eigentlich doch das Haupt.
Und nachdem diese ganze Sache ja, vielleicht sollten wir vorher lesen und dann kommen wir hier weiter darauf zurück, lesen wir Vers 7 oder Vers 6: Rebekka sagte zu ihrem Sohn Jakob und sagte: Siehe, ich habe deinen Vater zu deinem Bruder Esau so und so reden hören. „Bring mir ein Wildbrett und bereite mir ein schmackhaftes Gericht, dass ich esse und dass ich dich vor Jahwe segne vor meinem Tode.“
Nun, mein Sohn, höre auf meine Stimme, dem, was ich dich heiße. Geh doch zur Herde und hole mir von dort zwei gute Ziegenböcklein. Ich will sie zu einem schmackhaften Gericht bereiten für deinen Vater, wie er es gerne hat. Sie weiß, was er gerne hat, und sie weiß, wie sie ihn umwickeln kann. „Du sollst es deinem Vater bringen, dass er esse, damit er dich segne vor seinem Tode.“
Da sagte Jakob zu Rebekka, seiner Mutter: Mein Bruder Esau ist ein haariger Mann, und ich bin ein glatter Mann. Vielleicht wird mein Vater mich betasten. Also seine Gewissensbisse sind eigentlich die: Vielleicht kommt der Vater drauf. Nicht in erster Linie: Das ist ja Sünde. Sondern: Was ist, wenn der Papa draufkommt, wenn der Vater merkt, dass ich ihn betrüge? Dann werde ich Fluch auf mich bringen und nicht Segen.
Seine Mutter sagte zu ihm: Dein Fluch komme auf mich, mein Sohn. Höre nur auf meine Stimme und gehe und hole mir. Es ist eine Befehligung von der Mama. Und er ging und holte und brachte sie seiner Mutter. Später wird er es auch so machen, später wird er es so machen mit seinen eigenen Frauen. Er wird ein Spielball seiner Frauen. Das werden wir dann nachher noch erfahren.
Wahrscheinlich hat er sich gedacht: So eine Ehe wie Papa und Mama möchte ich nicht haben. Ich werde es besser machen, der hat es schlimmer gemacht. Aber der Herr ist nicht, der Herr wird, es ist nicht das Ende von Jakob, überhaupt nicht. Der Herr arbeitet an ihm. Und Jakob lässt den Herrn an sich arbeiten, werden wir später dann sehen. Esau nicht, Esau lässt Gott nicht an sich heran.
Rebekka nahm die Kleider Esaus und ein Ziegenböcklein. Das Ziegenböcklein zog sie über seine Hände und über die Glätte seines Hauses. Und dann kommt dieser Betrug. Der Vater segnet, und der Vater verlässt sich auf seine Gefühle, auf das Fühlen, Tasten und Riechen, nicht auf das Ohr. Er betastete ihn und sagte: Die Stimme ist Jakobs Stimme, Vers 22, die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände. Hätte er sich auf sein Ohr verlassen.
Und er erkannte nicht, denn seine Hände waren haarig wie die Hände seines Bruders Esau, und er segnete ihn. Und er sagte: Bist du wirklich mein Sohn Esau? Und er sagte: Ich bin's. Da sagt er: Reich es mir her, dass ich esse von dem Wildbret meines Sohnes, damit meine Seele dich segne. Und er reichte es ihm hin, und er aß, und er brachte ihm Wein, und er trank.
Sein Vater Isaak sagte zu ihm: Tritt doch herzu und küsse mich, mein Sohn. Und er trat hinzu und küsste ihn, und er roch den Geruch, ah, es stimmt doch, stimmt doch, der Geruch macht alles klar. Er roch den Geruch seiner Kleidung, und er segnete ihn und sagte: Siehe, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch eines Feldes, das Jahwe gesegnet hat. Und Gott gebe dir vom Tau des Himmels und von der Fettigkeit der Erde und Fülle von Korn und Most. Völker sollen dir dienen und Völkerschaften sich vor dir niederbeugen. Sei Herr über deine Brüder, und vor dir sollen sich niederbeugen die Söhne deiner Mutter. Wer dir flucht, sei verflucht, und wer dich segnet, sei gesegnet.
Dann kommt Esau und stellt der Vater mit Schrecken fest, dass er den Falschen gesegnet hat. Ich habe ihn gesegnet, und er wird auch gesegnet sein. Segne mich auch, mein Vater, segne mich auch, mein Vater. Vers. Er fängt zum Weinen an, mit großem und bitterlichem Geschrei über die Massen. Also das ist schon sehr stark betont: großes und bitterliches Geschrei über die Massen schrie er und sagte zu seinem Vater: Segne mich auch!
Und er sagte: Dein Bruder ist mit Betrug gekommen, hat deinen Segen weggenommen. Ist es nicht, und jetzt sagt der Esau: Ist es nicht, weil man ihm den Namen Jakob gegeben, dass er mich nun zweimal überlistet hat? Es ist eine Lüge, es ist eine Lüge. Das erste Mal hat er ihn nicht überlistet. Mein Erstgeburtsrecht hat er weggenommen, nein, hat er nicht weggenommen. Und siehe, nun hat er meinen Segen weggenommen. Ja, den hat er betrogen.
Und er sagte: Hast du mir keinen Segen aufbehalten? Da antwortete Isaak und sagte zu Esau: Siehe, ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt und alle seine Brüder ihm zu Knechten gegeben. Mit Korn und Most habe ich ihn versehen. Und nun, was könnte ich für dich tun, mein Sohn? Und Esau sagte zu seinem Vater: Hast du nur diesen einen Segen, mein Vater? Segne mich auch, mein Vater. Und Esau erhob seine Stimme und weinte.
Und dann kommt der Segen des Vaters für den Esau, und es ist mehr ein Fluch als ein Segen, oder? Siehe, fern von der Fettigkeit der Erde wird dein Wohnsitz sein, ohne Tau des Himmels von oben her, und von deinem Schwerte wirst du leben und deinem Bruder wirst du dienen. Und es wird geschehen, wenn du umherschweifst, wirst du sein Joch zerbrechen von deinem Halse. Also es ist mehr ein Fluch als ein Segen, und er muss umherschweifen. Er ist weg von zu Hause und wird ein Mann, der irgendwo im Gebirge seiert und da oben wohnt.
Esau feindete Jakob an wegen des Segens, womit sein Vater ihn gesegnet hatte, und Esau sagt in seinem Herzen: Es nahen die Tage der Trauer um meinen Vater, dann werde ich meinen Bruder Jakob erschlagen.
Ja, die Rebekka erfährt wiederum, dass Esau den geliebten Jakob erschlagen möchte. Was macht sie jetzt? Jetzt wäre es eigentlich an der Rebekka gewesen, dass sie zu Isaak gegangen wäre und sagte: Isaak, ich bin schuld, ich habe das alles angezeigt, ich habe die Familie auseinandergerissen, und ich habe dich betrogen. Und sie hätte jetzt die Familie zusammenrufen können, sie hätte sich ihnen zeigen können, dass auf sie alles, dass das auf sie zurückzuführen ist.
Was macht sie nicht? Nichts. Was macht sie? Sie spricht wieder nicht mit dem Isaak, sondern sie spricht mit dem Jakob. Sie geht zum Jakob und sagt: Jakob, du musst weg. Du musst weg, höre mein Sohn, höre auf meine Stimme. Man merkt hier, wie sie schon bestimmt und klar ihm zeigt, wo es lang geht sozusagen. Mach dich auf, flieh zu meinem Bruder Laban nach Haran und bleib einige Zeit bei ihm. Einige Zeit, bis der Grimm deines Bruders sich wendet. Keine Angst, ich habe alles im Griff, alles im Griff. Bis der Zorn deines Bruders sich von dir abwendet und er vergisst, was du ihm getan hast, dann will ich dich hinsenden und dich von dort holen lassen.
Hat sie wirklich alles im Griff gehabt? Sie wird ihn nie mehr wiedersehen. Als sie dann zurückkehrt, lesen wir nichts mehr von Rebekka. Und von wegen einige Zeit: zwanzig Jahre ist nicht einige Zeit, und sie hat ihn nie geholt.
„Warum soll ich euer beide zugleich beraubt werden an einem Tage?“ Und Rebekka sagte zu Isaak. Und jetzt kommt sie zu Isaak und weint vor dem Isaak: „Oh, ich bin des Lebens überdrüssig wegen der Töchter Hets. Wenn Jakob eine Frau nehme von den Töchtern Hets, wie diese von den Töchtern des Landes, wozu sollte mir das Leben?“
Was macht die Frau? Wie kriege ich denn Isaak dazu, dass er meint, er hätte seinen Sohn nach Haran geschickt? In Wirklichkeit hat sie ihn schon lange geschickt. Jetzt muss alles nach außen hin so der Vater noch mehr manipuliert werden, dass er meint, er hätte den Bub dorthin gestellt, äh, den Mann dorthin gestellt. Aber wisst ihr, die Eltern reden ja noch mit, wenn sie hundert Jahre alt sind, auch noch vom Bub und vom Mädchen. Aber ja, also was macht hier diese Frau? Sie manipuliert ihren Ehemann.
Wer hat hier eigentlich die Initiative in der Familie? Wer leitet hier eigentlich, wer führt hier? In den nächsten zwanzig Jahren haben sie vielleicht gestritten, wer die Idee gehabt hat, Kinder wegzuschicken, Jakob wegzuschicken. Oder zwanzig Jahre nicht, aber vielleicht jedenfalls war es wahrscheinlich nicht die Harmonie, die man sich vorstellen kann, die beste Harmonie, nachdem jetzt Jakob fort ist. Sie verliert ihre Kinder. Und es kommt ganz anders, als sie sich das alles so vorstellt. Ganz anders. Den Rest ihres Lebens muss sie von ihrem Liebling getrennt verbringen. Und es gab kein Mobiltelefon.
Ja, die Kinder, beide Kinder, oder? Ja, der kann auch dann nicht mehr im Hause sein, Hause bleiben. Wieso hat er gesagt, wenn der Vater stirbt, dann... Ach so, aber euer beide, euer beide!
Ja, das meine ich. Ich meine die beiden Kinder. Aber mir scheint, dass es um die Kinder geht. Und sie verliert ja auch den Esau ohnehin, sie verliert ihn sowieso. Ehret euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten. Was der Mensch sät, das wird er ernten. Sie hat erreicht, was sie wollte. Aber der Segen ist für sie wie ein Fluch. Gott ist gerecht und weise und sehr gütig. Er will die Strafe der Sünde, will er gerne abnehmen bei Bekenntnis, aber die Folgen bleiben.
Wir wissen nicht, wer Buße getan hat von allen, aber Isaak jedenfalls, Isaak kommt dahin, dass er den richtigen, den Jakob dann wirklich segnet, in Kapitel 28, Vers 3 und 4. Also hier Familien, Familienlektionen für Familienleben und Eheleben, dass man über die Ehe selber nachdenkt. Das hat Isaak zu wenig getan, über seine Ehe nachzudenken.
Sind Reparaturen nötig, wenn das Auto irgendwie einen Ton von sich gibt, so seltsame Geräusche, Misstöne, dann schicken wir es schnell in den Service, und wenn es in der Ehe vorkommt, dann leben wir damit. So soll es nicht sein. Dann müssen wir zum Ehemechaniker, zum Herrn oder auch zu Geschwistern, die uns helfen können.
Interessant ist, dass sie oft merken es die Frauen zuerst, wenn in der Ehe irgendwas nicht so laufen soll, wie es läuft. Die Männer, wir hatten eine Eheselsorge, und wenn man die Frau gefragt hätte, auch vorher, auch bevor wir in die Seelsorge kamen, wenn man die Frau gefragt hätte: Wie geht es in der Ehe? Sie sagt: Furchtbar, furchtbar. Wenn du ihn gefragt hättest, wie geht es in der Ehe? Ja, gut, kein Problem. Und er wollte nicht in die Eheselsorge, bis sie ihn endlich dazu gebracht hat. Und dann merkte er mit der Zeit, es stimmt vieles nicht.
Das Verhältnis zu den Kindern überdenken, nachdenken über die Kinder. Was genau ist das Problem? Warum hat er gelogen? Warum lügt das Kind? Nicht einfach: Das Kind lügt, fertig, das muss bestraft werden. Ja, warum lügt das Kind? Was läuft hier nicht in Ordnung? Gibt es irgendetwas zu korrigieren? Und dann Aussprache, Kommunikation.
Dein Bruder hat mein Wort gesagt, es hat mich tief getroffen. Er hat gesagt: Hauptsein heißt, Haupt hinhalten, das Haupt hinhalten, bereit sein, alles daran zu geben. Hauptsein heißt Arbeit und heißt Hingabe und heißt bereit sein zu sterben. Aber aus dem Jagdgottbruch war man nicht reagiert auf die Lüge. Warum hat der Bär nicht reagiert? Hier in dem zwanzten Vers. Ja, der Herr, dein Wort hat es mir gelegen, dein Gott, er sagte dein Gott. Nicht mein Gott, noch nicht. Nicht mein Gott, dein Gott. Man merkt in allem, dass... Nicht Lüge, aber diese Karte muss man da hinhören. Hören schon, ja, dein Gott. Er ist noch nicht richtig bekehrt. Die Bekehrung wird erst stattfinden.
Ja, aber von der Seite des Vaters, ja. Bitte?
Von der Seite des Vaters, dass der Vater nichts gemerkt hat. Ah, okay. Der Vater hätte merken können, er hat eine Beziehung zwischen ihm, dass die Beziehung stimmt. Beziehung zu Gott und, und, und, ja. Gut, aber Jakob muss ja hier im Deo mit dem Esau spielen. Und dass der Esau das sagt, das war wahrscheinlich klar. Das heißt, er will. Das ist ein guter Wunder. Da ist auch was klar, ja.
Also der gute Anfang garantiert hier nicht ein gutes Ende, das kann man hier lernen, Lektion. Ein guter Anfang einer Ehe garantiert nicht ein gutes Ende. Aber umgekehrt stimmt es natürlich auch: Ein schlechter Anfang garantiert nicht ein schlechtes Ende in einer Ehe. Das merkt man ja auch bei Jakob, oder? Relativ schlechter Anfang.
Ich denke, wir müssen Pause machen hier, wir haben jetzt schon überzogen. Machen wir Pause hier.