
Wann kommt das Ende?
Wann wird der Tempel zerstört? Wann kommt Jesus wieder? Was sind die Zeichen?
Matthäus 24,1-5106.01.2009
Serie•Teil 1 / 2Zeichen der Zeit - die Endzeitrede Jesu auf dem Ölberg
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Einführung in das Thema und die historische Ausgangslage
Guten Abend, meine Damen und Herren.
Ich möchte Sie alle ganz herzlich begrüssen zu diesem Vortragsabend mit dem aktuellen Thema: Zeichen unserer Zeit – die Endzeitrede Jesu Christi auf dem Ölberg.
Die Endzeitrede Jesu wurde in den Evangelien in drei Berichten überliefert. In Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21 können Sie diese Texte zu Hause in Ihrer Bibel nachlesen.
Sie sehen hier auf dem Bild den Ölberg, und zwar vom Tempelberg aus gesehen. Dazwischen liegt das Kidrontal.
Nun ganz kurz die Vorgeschichte zur Ölbergrede Jesu. Sie führt uns zurück zu jenem Dienstag vor Karfreitag. Den ganzen Tag über war Jesus Christus im Tempel zu Jerusalem. Eine ganze Reihe von Kapiteln in den Evangelien berichtet über diesen Dienstag, über diesen einen Tag. Es gab harte Auseinandersetzungen mit verschiedenen Gruppen des Judentums, mit zahlreichen Feinden dort im Tempel. Allein im Matthäusevangelium lesen Sie nach Matthäus 21,23 bis zum Schluss des Kapitels 23.
An diesem Tag wurde richtig deutlich, wie die führende Schicht im Judentum Jesus Christus als Messias, als verheissenen Erlöser, zum Hauptsache ablehnte. Am Ende dieses Tages ging Jesus Christus aus dem Tempel hinaus mit seinen Jüngern. Beim Hinausgehen zeigte er ihnen nochmals diese herrlichen Gebäude des Zweiten Tempels in Jerusalem. Das war ein Prachtwerk der Architektur in der Antike. Mit seinen 144 Quadratmetern könnte man alle berühmten Kathedralen von England unterbringen und hätte noch Raum übrig.
Da kündigte Jesus Christus die Zerstörung des Tempels an, als Konsequenz seiner Ablehnung als Messias. Danach ging der Herr durchs Kidrontal auf den Ölberg. Von dort aus hat man den schönsten Ausblick auf den Tempelplatz, weil der Ölberg etwas höher gelegen ist als der Tempelberg in Jerusalem.
Der Herr setzt sich dorthin, und die Jünger stellen unter dem Schock der Ankündigung der Zerstörung des geliebten Tempels verschiedene Fragen, insgesamt vier Fragen. Sie finden nicht alle vier in einem der Evangelien. Sie müssen also wirklich alle Evangelienberichte kombinieren, dann kommen Sie auf diese vier Fragen.
Erstens: Wann wird die Zerstörung des Tempels stattfinden? Diese Frage kommt in allen drei Berichten vor.
Zweitens: Was wird das Zeichen der Zerstörung des Tempels sein? Diese Frage kommt nur in Lukas 21 vor. Das hat seine guten Gründe.
Drittens: Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft? Erstaunlich! Die Jünger Jesu glaubten also, dass dieser Jesus, dass dieser Messias, wiederkommen wird. Und sie wollten wissen, was das Zeichen sein wird, wenn die Zeit eintreten sollte, da diese Wiederkunft erfolgen wird.
Viertens: Was ist das Zeichen der Endzeit?
Nun, eigentlich sind das zwei und zwei Fragen. Denn zwei Fragen beschäftigen sich mit der Zerstörung des Tempels: Wann wird die Zerstörung des Tempels sein? Also zeitlich. Und was wird das Vorzeichen der Zerstörung sein?
Dann haben wir zwei Fragen, die sich mit der Wiederkunft Jesu beschäftigen: Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft? Was ist das Zeichen der Endzeit? Eben dieser Zeit, wenn der Messias wiederkommen soll.
Man kann also sagen: Zwei Fragen im Zusammenhang mit dem Tempel betreffen Ereignisse, die nach dem ersten Kommen Jesu stattfinden sollten, nämlich die Zerstörung des Tempels als eine der Konsequenzen der Verwerfung des Messias. Und dann betreffen zwei Fragen Ereignisse unmittelbar vor dem zweiten Kommen Jesu: das Zeichen seiner Wiederkunft, das Zeichen der Endzeit.
Wir können also sagen: Zwei Fragen haben zu tun mit der Anfangszeit, und zwei Fragen haben zu tun mit der Endzeit. Im ersten Johannesbrief, Kapitel 1, Vers 1, wird das Kommen Jesu Christi vor 2000 Jahren bezeichnet als Anfang. Darum beginnt dieser Brief mit: Was von Anfang war. Dann spricht Johannes darüber, wie er Jesus Christus gesehen und gehört hat, und so weiter. Das war also der Anfang. Und das Ende, das ist eben die Zeit, wenn Jesus Christus wiederkommt.
Nun, die Bibel spricht ja schon im Alten Testament über zwei Erscheinungen des Messias, des verheissenen Erlösers für Israel und alle Völker. Ein erstes Mal sollte der Messias kommen als der leidende Messias, der für unsere Sünden als Opfer sterben sollte, der Gerechte für uns Ungerechte, um uns zu Gott zurückzuführen. Das ist zum Beispiel in Jesaja 53 im Alten Testament angekündigt, in Psalm 22 und so weiter.
Und dann haben auch schon die Propheten im Alten Testament davon gesprochen, dass der Messias in der Endzeit ein zweites Mal kommen wird, als der herrschende Messias, der als König der Welt und Richter der Welt Gerechtigkeit und Frieden in diese Welt hineinbringen würde.
Aber zwischen diesen beiden Erscheinungen des Messias sollte eine Zeitperiode liegen. Was in dieser Zeitperiode geschehen sollte, das war auch schon durch die Propheten des Alten Testaments ausführlich verkündigt worden.
Nun, etwas, was folgen sollte auf das Kommen des leidenden Messias, war die Zerstörung des Tempels und der Stadt Jerusalem, der Hauptstadt der Juden. Das war schon im Alten Testament angekündigt worden, und Jesus Christus hat diese Ankündigung wiederholt an diesem besagten Dienstag.
In diesem Zusammenhang ist also zu sehen, was die Jünger gefragt haben: Wann wird der Tempel zerstört? Was ist das Zeichen?
Nun, das Ende dieser langen Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen des Messias bezeichnet die Bibel als Endzeit. Sie verstehen das sehr gut, wenn Ihnen damit deutlich wird, dass die Endzeit in der Bibel nicht vom Weltuntergang spricht, sondern einfach vom Ende der langen Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen des Messias.
Nun, wie gesagt: In der Endzeit soll der Messias wiederkommen, und die Jünger fragen: Was ist das Zeichen, dass eben diese lange Zeit zum Ende kommt? Was ist das Zeichen der Endzeit? Und was ist das Zeichen der Wiederkunft, der bevorstehenden Wiederkunft Jesu? Das sind Fragen drei und vier.
Die ersten zwei Fragen hängen also zusammen mit der Anfangszeit, die dritte und die vierte Frage hängen zusammen mit der Endzeit.
Wir werden nun die Antwort Jesu anschauen im Blick auf die Anfangszeit, und danach werden wir auch die Antwort Jesu anschauen im Zusammenhang mit der Endzeit.
Die erste Warnung und die Verführung durch falsche Messiasse
Bevor der Herr Jesus Christus über diese Zeichen der Zerstörung des Tempels und über die Zeichen seiner Wiederkunft spricht, gibt er eine ganz allgemeine Warnung. Diese betrifft die Zeit zwischen seinem ersten und seinem zweiten Kommen.
Er kündigt nämlich zuerst, und das ist in allen drei Berichten der Evangelisten so aufgeführt, vor dem Kommen von falschen Messiasen. Nachdem er, der von Gott bestätigte Messias, der über dreihundert Prophezeiungen aus dem Alten Testament über den Messias durch sein Kommen erfüllen konnte, verworfen wurde, sollte dann eben den Weg freigeben für viele falsche Messiasse, die danach kommen würden.
Ich lese aus Matthäus 24,4. Da beginnt die Antwort. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Passt auf, dass euch niemand verführe, denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus. Christus ist das griechische Wort Christos für hebräisch Messias. Also viele werden kommen und sagen: Ich bin der Messias, und sie werden viele verführen.
Und dann, in Vers 6, beginnt der Herr Jesus, ein erstes Zeichen der Endzeit zu erwähnen. Er sagt: Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsnachrichten hören. Dieses Wörtchen aber ist ganz wichtig, denn es setzt sich ab von dieser allgemeinen Warnung vor den falschen Messiasen. Und dann beginnt, wie wir gleich sehen werden, im Folgenden eine Auflistung von mehreren Endzeitzeichen.
Hier haben Sie eine Liste mit über 50 falschen Messiasen, die im Judentum nach der Zeit von Jesus Christus bis heute aufgetreten sind. Es ist ein echter Schock! Durch all die Jahrhunderte hindurch kamen falsche Messiasse, und die haben zum Teil grosse Teile des Judentums auf brutale, hinterlistige und gemeine Art mit sich gerissen.
Das begann mit Theudas, dem falschen Messias, der in den Jahren 44 bis 46 auftrat. Dann kam der falsche Messias aus Ägypten, 52 bis 58, dann der namenlose Prophet im Jahr 59. Etwas später Menachem, der Galiläer, um 66 nach Christus, dann Jonathan der Weber, gerade nach 70 nach Christus, dann Lukas um 115, Bar Kochba in der Zeit um 100 bis 135 nach Christus. Der hat die Juden, die Masse der Juden, verführt zu einem zweiten Aufstand gegen die Römer, bei dem dann mehr als eine Million Juden umgekommen sind. Und da haben wir gemerkt, was mit dem los war.
Und so geht es weiter mit dem Moses-Messias von Kreta um 440, dem Messias von Syrien um 643 usw. usf. Es gibt einen ausführlichen Vortrag auf CD von mir über diese 50 falschen Messias.
Nun, das geht so durch die Jahrhunderte hindurch. Im Mittelalter zum Beispiel David Alroy von Kurdistan, 1120. Hier dann Abraham Abulafia in Spanien, 1240, und folgende. Und so geht das weiter durch die ganze Geschichte, bis der letzte falsche Messias Rabbi Menachem Mendel Schnersson aus New York war, der dann 1994 gestorben ist.
Und immer noch sieht man in Israel Bilder mit seinem Kopf drauf, und da steht Melech Maschiach, König Messias. Und es gibt wohl Tausende von Juden, die warten, bis er aufersteht. Da können sie noch lange warten.
Es ist wirklich ganz grausam, aber Jesus Christus hat gewarnt. Und es ist ein Grundprinzip: Wenn man die Wahrheit ablehnt, wird man offen für alle möglichen Verführer.
Die Zeichen der Anfangszeit und ihre geschichtliche Entfaltung
Nun, wir beschäftigen uns mit der Antwort Jesu über die Endzeit und dann eben auch über die Anfangszeit. Wir schauen uns zunächst einmal an, wie der Herr Jesus in Lukas 21, Vers 12, über die Anfangszeit spricht.
In den Versen davor hat er bereits einige Endzeitzeichen erwähnt. Dann greift er zurück, und zeitlich ist es dort so festgelegt: Vor diesem allem aber, also lange vor der Endzeit. Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, um euch vor Könige und Statthalter zu führen um meines Namens willen. Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen.
Nun realisieren wir: Hier wird von einer Verfolgung der Jünger Jesu gesprochen, die eindeutig eine jüdische Verfolgung ist. Denn sie werden an Synagogen überliefert werden, um dort bestraft zu werden. Nun, in der ganzen Kirchengeschichte war das so: Es gab eine jüdische Verfolgung im ersten Jahrhundert. Aber später war das eigentlich kein Thema mehr, da haben andere die Juden verfolgt. Und da sind wir nun eben in dieser Zeit des ersten Jahrhunderts, in der Jesus sagt: Aber diese Verfolgung wird euch eine Gelegenheit sein, um Zeugnis von mir, dem Erlöser, abzulegen.
Nun, wie hat sich das erfüllt? Im Jahr 32 wurde Jesus Christus gekreuzigt, also eben wenige Tage nach diesem Dienstag, am Freitag, Karfreitag. Am dritten Tag ist Jesus Christus auferstanden, gesehen von 500 Augenzeugen. Dann ist er 40 Tage nach seiner Auferstehung vom Ölberg her aufgefahren, und zehn Tage später war Pfingsten. Und ab Pfingsten haben die Jünger Jesu begonnen zu predigen in Jerusalem und dann in Judäa und so weiter. Sie haben gepredigt: Jesus Christus ist auferstanden, wir haben ihn gesehen. Und damit hat er auch die Prophezeiungen über den auferstandenen Messias erfüllt.
Aber es gab von der Führerschaft des Judentums damals eine massive Verfolgung. Die Apostel Jesu wurden verhaftet, die Judenchristen allgemein wurden massiv verfolgt. Das können Sie alles nachlesen in der Apostelgeschichte. Da findet man die ersten dreissig Jahre der Kirchengeschichte. Die begann zunächst mit jüdischen Christen. Es ist genau so gekommen: Sie wurden so überliefert, und sie konnten dabei Zeugnis ablegen.
Und weiter sagte der Herr Jesus: Um euch vor Könige und Landpfleger zu führen. Landpfleger, Prokuratoren, römische Prokuratoren. Nun lesen Sie in der Apostelgeschichte weiter, und dann finden Sie ein erstes Beispiel in Apostelgeschichte 23. Der Apostel Paulus wurde als Gefangener vor den Prokurator, den Landpfleger Felix, gebracht. Das war schon mal einer. Das geschah im Jahr 58. Das hier ist nämlich die Beantwortung der Frage: Wann wird das geschehen? Im Jahr 58 war er vor einem Landpfleger. Aber im griechischen Grundtext ist Landpfleger in der Mehrzahl, und Sie haben ja in der Schule gelernt: Mehrzahl ist zwei und mehr.
Nun, in Apostelgeschichte 25, Sie lesen einfach ein bisschen weiter in der Bibel, sehen Sie, wie dann später Paulus vor den Landpfleger Porcius Festus gestellt wurde. Da sind wir im Jahr 59. Also das muss alles zuerst geschehen, bevor der Tempel zerstört wird. Sie werden euch vor Landpfleger stellen, und dann heisst es: und auch vor Könige. Und Sie finden in der Apostelgeschichte ein erstes Beispiel im Jahr 60. Wurde Paulus vor König Agrippa gestellt, das war ein Unterkönig des Kaisers in Rom. Der war König über alle Könige.
Nun, dieser Porcius Festus, der verstand vom Judentum nichts und wusste nicht, wie er Paulus behandeln sollte. Und er war froh, als König Agrippa auf Besuch kam, und der war sehr bewandert im Judentum. Und so hat er Paulus vorgeführt, und Paulus konnte eine wunderbare Rede halten, Apostelgeschichte 26, und diesem König Zeugnis von Jesus Christus ablegen. Er hat dann so hämisch gesagt: In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden. Aber das war natürlich nicht ernsthaft gemeint, sondern etwas spöttisch. Nur hat er gemerkt: Paulus ist gar nicht gefährlich. Er sagt dem Landpfleger, man hätte Paulus freilassen können.
Aber dummerweise, ich sage das in meinen eigenen Worten, hat er sich auf das oberste Gericht, auf den Kaiser, berufen. Jetzt muss er zum Kaiser gehen. Und tatsächlich wird Paulus dann in der Folge durch eine römische Begleitung von Soldaten nach Rom gebracht, vor Kaiser Nero. Aber dann muss er warten, bis die Ankläger aus Israel kommen würden. Im römischen Recht gab es eine Formel: Wenn zwei volle Jahre die Ankläger nicht erscheinen, dann wird man freigesprochen. Und die Apostelgeschichte endet damit, dass Paulus zwei volle Jahre in Rom als Gefangener wartet. Was heisst das? Danach wurde er freigelassen. Aber er konnte noch vor Kaiser Nero, dem obersten König des römischen Reiches, Zeugnis von Jesus Christus ablegen.
Sie werden euch vor Könige, in der Mehrzahl, stellen. Im Jahr 62 war ein Judenchrist vor einem zweiten König gestellt. Wann? Alle diese Dinge müssen zuerst geschehen! Also man konnte ganz schön die Geschichte verfolgen: Aha, jetzt haben wir schon zwei Landpfleger, mindestens zwei müssen das sein. Wir haben jetzt schon zwei Könige, mindestens zwei müssen es sein.
Jetzt gehen wir weiter: Lukas 21,20. Wenn ihr aber Jerusalem von Heeren umzingelt seht, dann erkennt, dass ihre Verwüstung nahegekommen ist. Jetzt haben wir das Zeichen der Verwüstung. Und wie war das? Im Jahr 66 nach Christus gab es in Galiläa einen spontanen Volksaufstand der Juden gegen die Römer, um sich endlich von diesem unterdrückenden Joch zu befreien. Am Anfang hatten die Juden unglaubliche militärische Erfolge, und die Römer haben dann immer mehr Legionen zusammengezogen, übrigens letztendlich ein Drittel der Legionen aus dem ganzen römischen Reich, um diesen Aufstand brutal niederzuschlagen. Sie haben ganz Galiläa zurückerobert, dann auch die jüdischen Siedlungen in Transjordanien, heutiges Jordanien, da haben sie gelebt, und auch in Judäa.
Am Schluss, im Jahr 68, sind die Legionen am Toten Meer entlanggegangen und haben die Siedlung von Qumran in Asche gelegt. Da wurden die Rollen aus der Siedlung dann in den Höhlen versteckt. Das sind diese Höhlen, wo man die Rollen dann im Jahr 1947 bis 1956 wiedergefunden hat. Und dann ist die römische Legion hinaufgegangen, nach Jerusalem, um die Hauptstadt zu erobern.
Und dann geschah es: Kaiser Nero beging Selbstmord. Das gab sofort Aufruhr im Römischen Reich. Wer sollte Nachfolger werden? Vespasian, der General in Israel, stoppte den Krieg. Er wollte Kaiser werden. Er ging nach Rom, aber genau in dem Moment, wo man die Heerlager um Jerusalem herum aufgestellt hatte. Und jetzt lesen Sie nochmals den Evangelientext: Wenn ihr aber Jerusalem von Heeren umzingelt seht, dann erkennt, dass ihre Verwüstung nahegekommen ist, dass alsdann die Judäer auf die Berge fliehen und die in ihrer Mitte, in Jerusalems Mitte, sind, daraus entweichen und die auf dem Lande sind nicht in sie hineingehen. Denn dies sind Tage der Rache.
Also alle Judenchristen sollen dann fliehen, um ihr Leben auf die Berge. Und dann kommt die Katastrophe, denn dies sind Tage der Rache. Und tatsächlich, im Jahr 68, haben die Judenchristen aufgrund des Lukas-Evangeliums realisiert: Das ist genau das Zeichen der Zerstörung, jetzt kommt es, und jetzt müssen wir gehen. Wir dürfen nicht mehr in Jerusalem bleiben, auch nicht mehr zum Passafest gehen. Sie sind auf die Berge des Westjordanlands gegangen, dann über den Jordan nach Pella, heutiges Jordanien. Und dort hat König Agrippa II., der ja diese Rede von Paulus gehört hatte, sie als friedliebende Bürger aufgenommen, weil er wusste: Judenchristen sind nicht staatsgefährdend.
Und Vespasian wurde in Rom Kaiser, und dann hatte er seinen Sohn Titus beauftragt, den Krieg in Israel zu beenden. Im Frühjahr 70 erschien Titus im Land Israel. Es war gerade um die Passerzeit, also die gleiche Zeit, wie damals im Jahr 32 die Kreuzigung stattgefunden hat. Dann sah er, wie alle Juden zum Passafest nach Jerusalem gingen, denn das Gesetz Moses schrieb vor, dass das Passalam nur im Tempel zu Jerusalem geschlachtet werden darf. So mussten alle gehen. Viele Juden aus dem Ausland kamen nach Jerusalem, gingen in die Stadt Jerusalem hinein, und dieser Titus wartete, bis die Stadt zum Bersten voll war.
Ein Augenzeuge damals, Josephus Flavius, überliefert: 2,7 Millionen Menschen waren in Jerusalem zum Passafest. Aber kein einziger Judenchrist, also ein Jude, der an Christus als Messias glaubte, ging mehr nach Jerusalem. Die hatten auch das Lukasevangelium gehört. Und dann, als die Stadt eben voll war, schloss Titus den Belagerungsring. In hundertvierzig Tagen machte er die Stadt Jerusalem dem Erdboden gleich. Der Augenzeuge Josephus Flavius, der ein Buch geschrieben hat, das wir heute noch haben, Der jüdische Krieg, berichtet von mehr als einer Million Toten. Und am Ende wurde auch der herrliche zweite Tempel in Staub und Asche gelegt.
Beim Tempelbrand wurde das Feuer schliesslich so heiss, dass das Gold an den Aussenseiten begann zu fliessen. Es floss in die Ritzen zwischen den Steinen und den Bausteinen, und die geldgoldgierigen römischen Soldaten begannen, die Steine abzubrechen, um noch etwas Gold aus den Ritzen zu holen. Und so wurde der ganze Tempel abgerissen, dem Erdboden gleichgemacht. So hat sich das im Jahr 70 erfüllt.
Also Jesus Christus hat die Antwort gegeben, wann, indem er diverse Stufen angekündigt hatte, und zwar im Klartext, nicht irgendwie symbolisch, sondern so, wie es geschehen sollte. Und dann schliesslich dieses Zeichen im Jahr 68, und dann kam die Zerstörung des Tempels. Ab dem Jahr 70 wurden die Juden dann in einem jahrhundertelangen Prozess aus ihrem eigenen Land herausgerissen und unter alle fünf Kontinente der Welt zerstreut.
Der Herr Jesus beschreibt das so in Lukas 21, Vers 22: Denn dies sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht, eben schon im Alten Testament. Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen. Es ist schwierig, als Schwangere zu fliehen. Denn grosse Not wird in dem Lande sein und Zorn über dieses Volk, und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter allen Nationen, und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.
Das jüdische Volk soll zerstreut werden unter alle Völker, und Jerusalem soll von fremden Völkern ständig zertreten werden. Genau so ist es gekommen. Die Juden wurden zerstreut, und durch zweitausend Jahre hindurch waren es ständig nichtjüdische Völker, die Jerusalem beherrscht haben, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden. Und dann sollte eine Wende kommen. Und in den weiteren Versen spricht Jesus Christus wieder über Zeichen der Endzeit. Dieses bis hier führt also in die Endzeit, aus der Anfangszeit in die Endzeit. Ich hoffe, Sie haben das gut nachvollzogen.
Rückkehr des jüdischen Volkes und die Deutung der Endzeit
Nun ein wichtiger Punkt: Die Propheten im Alten Testament haben angekündigt, dass in der Endzeit dieses zerstreute jüdische Volk wieder gesammelt und zurückgeführt werden wird ins Land der Vorfahren.
Ein Beispiel: In Hesekiel 38,8 wird zu einem Feind gesprochen, der in der Endzeit Israel angreifen wird, aus dem äußersten Norden von Israel aus gesehen. Sie können jetzt selbst herausfinden, welches Volk das ist. Nur ein kleiner Tipp: Am Nordpol wohnt niemand.
Und da sagt Gott: Am Ende der Jahre, also in der Endzeit, sollst du in das Land kommen, das vom Schwert wiederhergestellt sein wird, zu einem Volk, das aus vielen Völkern gesammelt sein wird, auf die Berge Israels, welche beständig verödet dalagen. Ja, es wird herausgeführt sein aus den Völkern.
In der Endzeit ist das jüdische Volk aus vielen Völkern gesammelt, und das Land Israel, später Palästina genannt, sank während zweitausend Jahren ab zu einer unansehnlichen Wüste. Höhepunkt im neunzehnten Jahrhundert: Da kamen die Juden, begannen zurückzukehren, und das Land wurde wieder fruchtbar gemacht.
Also, Sie sehen, es ist doch schon eindrücklich, dieser Antiparallelismus: Der leidende Messias, dann werden die Juden zerstreut und unter alle Völker verstreut; der herrschende Messias, und davor werden die Juden zurückgeführt. Und das nennt die Bibel die Endzeit.
Und das ist doch schon sehr aktuell für uns, denn wir wissen: Ab 1882 haben Juden begonnen, zurückzukehren ins Land der Vorfahren. Damals fand die erste Einwanderungswelle aus Russland statt. In Hesekiel 36 finden wir so wunderbar beschrieben, was wir feststellen können für 1882 bis 2009. Gott spricht zu seinem Volk Israel: Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen.
Nun, meine Damen und Herren, wir sind Augenzeugen davon, wie drei Millionen Juden aus allen fünf Kontinenten, aus über hundert Ländern, in unserer Zeit, in unserer Epoche, zurückgekehrt sind ins Land der Vorfahren. So etwas hat es noch nie gegeben. Und so können wir also sagen: Die Endzeit ist eigentlich eine Periode von bereits 127 Jahren. Das ist diese Epoche, in der die Juden in einen Prozess der Rückkehr hineinkommen, und am Ende davon wird dann Jesus Christus als Richter der Welt kommen.
Nun, die Propheten haben viele Ereignisse angekündigt, die in dieser Endzeit stattfinden sollen. Ich habe das mit diesen grünen Strichen so symbolisch angedeutet. Zurzeit schreibe ich an einem Buch, das wahrscheinlich den Titel haben wird: Leben wir wirklich in der Endzeit? Und da behandle ich 150 Prophezeiungen aus der Bibel, die von der Endzeit sprechen und die sich bereits erfüllt haben in der Zeit von 1882 bis 2009. Einige davon werden wir eben als Zeichen der Zeit aus der Endzeitrede auf dem Ölberg heute Abend anschauen.
Aber diese 127 Jahre können schön abgesteckt werden gegenüber diesen fast 2000 Jahren der Zerstreuung der Juden unter allen Völkern. Übrigens, die Anfangszeit war ja eigentlich auch eine Periode, und zwar damals von 135 Jahren. Nicht wahr: Um die Zeitenwende wurde Jesus Christus geboren in Bethlehem, da kam der Messias. Dann, dreißig Jahre später, trat er auf als Prediger im ganzen Land Israel, und er ging auch in den Libanon, hat auch dort gewirkt. Und drei Jahre später wurde er auf Verlangen des obersten jüdischen Gerichtshofs von den Römern gekreuzigt, vor den Toren Jerusalems.
Es kam die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70, und die Juden wurden schon zu Tausenden aus dem Land hinausgeführt als Kriegsgefangene der Römer. Weitere Ereignisse, die die Propheten vorausgesagt hatten, haben sich als Folge der Verwerfung des Messias erfüllt. Und schliesslich, im Jahr 135, das war am Ende dieses zweiten Aufstandes unter dem falschen Messias Bar Kochba, haben die Römer in einer unvergleichlichen Wut und einem Hass auf die Juden diesen Aufstand so brutal niedergeschlagen, dass, wie ich schon gesagt habe, mehr als eine Million umgekommen sind. Und da war wirklich der Judenstaat am Ende, absolut am Ende.
Im Jahr 70 schien das schon so zu sein, als Jerusalem zerstört wurde, aber sie haben sich dann wieder aufgerafft. Aber mit 135 da war es fertig. Also: Vom Kommen des Messias bis zum totalen Untergang des Judenstaates als Folge der Verwerfung des Messias, das war eine Periode von 135 Jahren.
Und dann kam die Zeit des von Ghetto zu Ghetto wandernden Juden, gehasst, geächtet, nirgends zu Hause, ständig verfolgt durch all die Jahrhunderte hindurch und zu Millionen vernichtet: insgesamt 13 Millionen Tote. Vom Jahr 70 bis heute 13 Millionen tote Juden, es ist unfasslich.
Die Geburtswehen der Endzeit und ihre ersten fünf Zeichen
Nun kommen wir zu den Zeichen in der Endzeitrede Jesu im Blick auf die Endzeit. Nicht wahr, die Jünger baten um zwei Zeichen: Was ist das Zeichen der Endzeit, was ist das Zeichen einer Wiederkunft? Aber der Herr gab ihnen in seiner Rede eine ganze Serie von Zeichen, weit über zwanzig Zeichen.
Wichtig ist: Diese Zeichen werden Geburtswehen genannt. In Matthäus 24 erwähnt der Herr Jesus einige Zeichen, und dann sagt er in Vers 8: Alles dieses aber ist der Anfang der Geburtswehen. Also werden diese Zeichen Geburtswehen genannt. Und Sie wissen: Geburtswehen sind Zeichen, die deutlich machen, jetzt kommt das Ende der Schwangerschaft, die Geburt.
Aber diese Zeichen kommen nicht nur einmal, und dann weiß man: Jetzt kommt die Geburt, und davor die Leiden. Sondern diese Wehen wiederholen sich. Sie sind zyklisch, sie kommen immer wieder, und im Allgemeinen werden sie intensiver und schmerzhafter. Dazwischen wird es wieder ein bisschen ruhiger, dann nimmt es wieder zu. Sie wissen, wie das geht.
Folgendes nun feststellen: Diese Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen von Jesus Christus wird im Neuen Testament das gegenwärtige Zeitalter genannt, Epheser 1,19-21. Diese Periode wird verglichen mit der Zeit der Schwangerschaft, die ja auch jeweils eine Periode von etwa neun Monaten ist, nicht genau, je nachdem. Darum muss man eben auf die Zeichen der Zeit der Schwangerschaft achten.
Also: So wie die Wehen das Ende der Schwangerschaft ankündigen, so sollen diese mehr als zwanzig Zeichen das Ende dieser langen Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen Jesu ankündigen. Ich glaube, jetzt haben wir alle das Konzept hier erfasst.
Und nun spricht der Herr Jesus zuerst über fünf Zeichen, und die nennt er den Anfang der Wehen. Und zwar sind das erstens Massenkriege, zweitens Revolutionen, drittens Hungersnöte, viertens Seuchen, fünftens Erdbeben. Die sollen als Anfang der Wehen einsetzen. Und natürlich werden sie sich dann immer wieder wiederholen und fortsetzen.
Aber wir wollen jetzt einmal den Blick ganz besonders darauf werfen, wie sich diese Zeichen als Anfang der Wehen erfüllt haben. Und dann sagt der Herr Jesus: Danach werden die Christen, werden die Jünger Jesu, verfolgt werden. Achten Sie auf diese zeitlichen Bestimmungen. Aber das alles ist nur der Anfang der Geburtswehen.
Weltkriege als erstes Zeichen
Nun schauen wir uns das erste Zeichen an in der Endzeitrede Matthäus 24. Ihr werdet aber, jetzt wird abgesetzt zu dieser Warnung vor den falschen Messiasen, von Kriegen und Kriegsnachrichten hören. Passt auf, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich. Es ist zwar der Anfang, es ist zwar das Ende, aber es ist noch nicht das Ende.
Nun, was wir hier zusammenfassen können, ist als erstes Zeichen: Weltkriege. Und zwar sagt der Herr Jesus: Ihr werdet von Kriegen und Kriegsnachrichten hören. Kriegen, das ist etwas mehr in der Nähe. Kriegsnachrichten, das ist schon weiter. Das weist also schon auf eine geografische Ausweitung dieser Kriege hin. Und dann steht in Vers 7: Nation gegen Nation, Königreich gegen Königreich. Hier geht es um Massenkriege. Kriege hat es schon immer gegeben, aber hier geht es um Massenkriege als Zeichen.
Und nun, wir haben gesehen: 1882 begannen die ersten Juden, Tausende aus Russland heimzukehren ins Land der Väter. Die erste Aliyah, die erste Einwanderungswelle, geht bis 1903. Als sie dann versiegt war, gab es wieder neue Verfolgung der Juden in Russland, und da kam die zweite Welle, 1904 bis 1914, und brachte wieder Tausende. Und dann brach der Erste Weltkrieg aus.
Sie haben gut gehört: der Erste Weltkrieg. Warum ist das nicht der Zehnte Weltkrieg? Ganz einfach, weil es noch nie einen Ersten Weltkrieg gegeben hatte in der Weltgeschichte. Ein Krieg, bei dem alle fünf Kontinente betroffen waren. Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 forderte etwa zwanzig Millionen Tote. Das hat man noch nie gesehen in der Weltgeschichte. Bereits wurden chemische Massenvernichtungswaffen eingesetzt, und man sagte danach: nie mehr so etwas. Und dann kam ein paar Jahre später der Zweite Weltkrieg, noch viel schlimmer, mit etwa sechzig Millionen Toten und dem Einsatz zum ersten Mal von Atomwaffen.
Also, ich meine, das ist doch schon erstaunlich. Genau in der Zeit, in der Juden beginnen zurückzukehren, kommt dieses neue Phänomen auf. Und hier sehen Sie auf der Karte all diese grünen Länder und so etwas wie Orange. Das waren kriegsbeteiligte Gebiete, Länder dieser Welt. Sie sehen: Alle fünf Kontinente sind beteiligt. Nur was grau ist, war außerhalb, in der Schweiz, hier Spanien und natürlich dieses Loch im Käse ganz in der Mitte, die Schweiz, und dann noch in Skandinavien. Ja, also unglaublich.
Das ist ein ganz neues Phänomen, und so konnte man in der Schweiz hören von Kriegen in Deutschland, in Frankreich, Italien, in Österreich und von Kriegsgerüchten bis eben in weit entlegenen Ländern dieser Welt. Im Zweiten Weltkrieg war das noch schlimmer. Sie sehen, nur die grauen Gebiete waren nicht beteiligt, aber praktisch die ganze Welt war direkt oder indirekt beteiligt.
Nun habe ich folgendes Schema gemacht. Sie sehen: Die Juden kehren zurück ab 1882, und dann der Erste Weltkrieg 1914 und dann der Zweite Weltkrieg 1939. Aber der Jesus sagt in Lukas 21,9: Aber das Ende ist nicht so gleich. Aber Sie sehen, all diese Prediger, die schon damals in der Zeit des Ersten Weltkrieges auf der Kanzel gepredigt haben: Jesus kommt wieder, bist du bereit? Das waren nicht eigenartige Enthusiasten. Die hatten Recht, sie lebten bereits in der Endzeit. Aber das Ende sollte nicht so gleich sein.
Revolutionen, Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben
Zweiter Punkt: Revolutionen
Lukas 21,9: Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen, griechisch akatastasiai, hören werdet, so erschreckt nicht; denn dies muss zuvor geschehen. Aber das Ende ist nicht sogleich.
In der Parallelstelle Markus 13,8 heißt es: Und es werden Hungersnöte und Unruhen, tarachai, sein. Dies sind die Anfänge der Geburtswehen.
Empörungen, akatastasiai, bedeutet Volksaufstände. Tarachai, Unruhen, bedeutet Störungen der gewöhnlichen Ruhe, Erregungen, Bestürzungen, Tumulte.
Nun schauen wir uns das einmal an: Die Juden kehren zurück, 1882. Dann bricht 1905 die russische Revolution aus, bis 1907. Aber die Zaren können die Macht halten. Viele Menschen werden jedoch auf der Straße durch die Soldaten der Zaren erschossen. Und dann kommt 1917 im Ersten Weltkrieg die Oktoberrevolution. Die Kommunisten übernehmen die Macht in Russland, und in der Folge entsteht die Sowjetunion als ein Machtblock, der schreckliche Auswirkungen auf die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts haben sollte, bis hin zum Kalten Krieg, der uns während Jahren hier in Europa ernsthaft bedroht hat.
Aber 1911 stürzt China in die Revolution, und es folgen Bürgerkriege und Unruhen bis 1949. Und das ist, meine Damen und Herren, nicht in einem Winkel der Welt geschehen. China ist ein wichtiger Teil der Menschheit. Und dann später kommt die Kulturrevolution unter Mao 1966, und da sind Unmengen, Millionen von Menschen umgebracht worden. Dann kam die islamische Revolution in Persien 1979, und da entsteht der islamische Fundamentalismus. Und dann die Volksaufstände eins und zwei in Israel.
Aber mir geht es jetzt ja besonders darum, den Anfang der Wehen zu sehen. Schauen Sie nochmals: Die Juden kehren zurück ab 1882, dann kommt die russische Revolution 1905, die chinesische Revolution ab 1911, der Erste Weltkrieg 1914, die russische Revolution 1917 und dann der Zweite Weltkrieg 1939. Jetzt kennen Sie es bald auswendig, aber die Römer haben ja schon gesagt: Repetitio mater studiorum est, die Mutter des Lernens ist die Wiederholung.
Dritter Punkt: akute Hungersnöte
Der Jesus sagt in Matthäus 24,7: Und es werden Hungersnöte sein an verschiedenen Orten.
Nun, als Folge des Ersten Weltkrieges gab es grausame, akute Hungersnöte. Akut bedeutet, Menschen haben wirklich nichts mehr zu essen, nicht einfach zu wenig, sondern nichts mehr, und sie sterben. Und dann gab es Hungersnöte als Folge der kommunistischen Revolutionen. Und schauen Sie mal, zum Beispiel 1932 in der Ukraine und in Russland eine Hungersnot mit acht Millionen Toten. Wer spricht heute noch von dieser Katastrophe? Oder die Eltern unter uns denken vielleicht noch zurück: 1958 bis 1962, das war die Zeit, als die Kommunisten in China den großen Sprung nach vorne wagten, und das hat wohl die größte Hungersnot der Weltgeschichte ausgelöst: 43 Millionen Tote in China.
Aber es geht uns jetzt eben um den Anfang der Wehen. Die Juden kehren zurück, russische Revolution 1905, chinesische Revolution 1911, Erster Weltkrieg 1914, russische Revolution 1917 und dann Hunger als Folge des Ersten Weltkrieges und der russischen Revolution. Hunger in der Ukraine 1932, Zweiter Weltkrieg mit grauenhaften akuten Hungersnöten. Aber das Ende ist nicht sogleich.
Ich muss in diesem Zusammenhang auch über chronische Hungersnöte sprechen. Das bedeutet, man hat schon etwas zu essen, aber ständig zu wenig. Und das ist ja das große Problem des zwanzigsten Jahrhunderts und des beginnenden einundzwanzigsten Jahrhunderts. Man hat darum auch das zwanzigste Jahrhundert bezeichnet als das Jahrhundert der Hungersnöte, in dem Hunderte von Millionen Menschen chronischen Hunger gelitten haben. Und wir haben uns daran gewöhnt, wie Jahr für Jahr acht Millionen Menschen an chronischem Hunger gestorben sind. Und das geht heute so weiter.
Natürlich ist die Weltbevölkerung von 1900 bis 2000 gewachsen, von 1,6 Milliarden, ja, so wenig waren es damals, auf 6,5 Milliarden. So etwas hat es ja noch nie gegeben in der ganzen Weltgeschichte. Zur Zeit Jesu gab es schätzungsweise 300 Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Und es ist zwar so, dass es genügend Nahrungsmittel gibt für alle Menschen, aber Sie wissen um all die Ungerechtigkeiten in der Verteilung, und da sind viele Diktatoren in der Dritten Welt daran direkt schuld. Aber das ist ein anderes Thema.
Nicht wahr, heute Abend werden 850 Millionen bis eine Milliarde mit chronischem Hunger zu Bett gehen. Es werden Hungersnöte sein an verschiedenen Orten, und zwar in Dimensionen, wie die Welt das noch nie gesehen hat.
Vierter Punkt: Seuchen, Epidemien
Matthäus 24,7: Und es werden Hungersnöte und Seuchen sein an verschiedenen Orten.
Der griechische Ausdruck loimoi bedeutet Seuchen, Epidemien, Krankheiten. Und nun: Nach dem Ersten Weltkrieg 1918 und 1919 wütete die spanische Grippe. Innerhalb von Wochen sind Millionen von Menschen weggerafft worden. Diese Grippe war so, Tamiflu gab es nicht. Diese Grippe war so aggressiv, Massen wurden weggerafft. Mehr Amerikaner sind gestorben an dieser Grippe als auf dem Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges.
Sie wissen, darum hat man ja heute so Angst davor, dass eben quasi zyklisch wieder eine solche Grippeepidemie kommen könnte. Darum die ganze Angst vor einer Vogelgrippe usw., die wieder auf die gleiche Art wüten könnte. Forscher, niemand weiß es genau, schätzen, dass die Spanische Grippe 40, 50 bis 100 Millionen Menschen weggerafft hat.
Aber schauen Sie mal, diese ganze Verknüpfung der Zeichen, das finde ich so großartig, ich meine großartig in dem Sinn, weil es effektiv so eindrücklich nachvollziehbar ist. Aber im 20. Jahrhundert später kommt dann die Seuche Aids mit Abermillionen von Betroffenen und Abermillionen, die schon gestorben sind. Hepatitis B und C, ein schreckliches Problem. Pocken hat zum Beispiel in den 50er Jahren, so sagt die Homepage der WHO, unzählige Menschen betroffen, jedes Jahr etwa 50 Millionen Ansteckungen. Also man könnte schätzen, vielleicht etwa 500 Millionen Tote im 20. Jahrhundert. Und die WHO hat vor einigen Jahren gemeldet: 100 Millionen Nikotintote. Tote wegen des Rauchens.
Aber mir geht es jetzt vor allem um den Anfang der Wehen. Sie sehen die Rückkehr der Juden ab 1882, die russische Revolution, dann die chinesische Revolution, der Erste Weltkrieg, die russische Revolution, die Oktoberrevolution, Hunger, spanische Grippe, 40 bis 100 Millionen Tote, Hunger als Folge der Revolutionen, Hunger in der Ukraine, Zweiter Weltkrieg, Hunger. Sehen Sie die Verknüpfung der Ereignisse? Das ist so unglaublich. Aber das Ende ist nicht sogleich.
Fünfter Punkt: Erdbeben
Matthäus 24,7: Und es werden Hungersnöte und Seuchen und Erdbeben sein an verschiedenen Orten.
Jetzt schauen Sie mal: Indien 1905, ein Erdbeben mit 19 Toten. 1908 in Messina, Sizilien und Kalabrien, also in Europa, ein Erdbeben mit 72 Toten. Dann China 1920, gerade nach dem Ersten Weltkrieg, nach der spanischen Grippe, 200 Tote. Ich spreche nicht über die Verletzten. Japan 1923, 150 Tote. China 1927, 41 Tote. Und so könnte man weitergehen. Turkmenien 1948, 100 Tote. Und so geht das weiter. Speziell erwähne ich 1976 China, 800 Tote. Und so geht das weiter bis Pakistan 2005, 90 Tote.
Ich habe mal zusammengerechnet: Im zwanzigsten Jahrhundert gab es circa 140 schwere Erdbeben mit insgesamt etwa 2,3 Millionen Toten. Es ist furchtbar. Und natürlich sagen dann Geologen, und zu Recht: Erdbeben hat es schon immer gegeben. Ja, natürlich, das ist ja nichts Neues. Man liest auch in der Bibel davon, zur Zeit von Hiob vor viertausend Jahren: schreckliche Erdbeben.
Aber der Punkt ist der: Noch nie hat es so viele Menschen gegeben auf der Erde, und darum sind die Erdbeben so viel verheerender. Und zweitens: Wenn Sie die Weltkarte studieren, dann sehen Sie, die besonders erdbebengefährdeten Gebiete sind normalerweise auch ungewöhnlich hoch bevölkert. Warum sind die ausgerechnet dorthin gegangen? Das ist ja furchtbar! Und dann sieht man noch: Die meisten dieser Gebiete sind Gebiete von armen Völkern, die auch nicht das Geld haben, um besser zu bauen, sich besser zu schützen. Es ist wirklich ein schreckliches Weh.
Lukas 21,11: Und jetzt werden große Erdbeben sein an verschiedenen Orten.
Nun, Sie sehen, das Schema vervollständigt sich immer mehr. Juden kehren zurück, Erdbeben 1905, russische Revolution 1905, Erdbeben 1908 da in Europa, chinesische Revolution 1911, Erster Weltkrieg und so weiter und so fort. Diese Verknüpfung genau dieser fünf Zeichen! Aber das Ende ist nicht sogleich.
Verfolgung, Abfall und Zerstörung des Vertrauens
Und jetzt kommt es: Die Punkte sechs, sieben und acht nehme ich zusammen: Christenverfolgung, Tod, Hass.
In Matthäus 24 sagt der Herr Jesus nach diesen fünf Punkten: Dann werden sie euch, er spricht seine Jünger an, seine Nachfolger, in Drangsal überliefern und euch töten. Und ihr werdet von allen Nationen gehasst werden um meines Namens willen.
Ab den Zwanzigerjahren beschlossen die Kommunisten der Sowjetunion die systematische Vernichtung des Christentums. In der Folge werden Millionen von Christen getötet. Millionen getötet werden ist das eine, aber die Christen werden systematisch über Jahrzehnte hinweg verfolgt, unterdrückt, in der Schule ausgelacht, geschlagen usw., ausgegrenzt. Und der Westen hat die ganze Zeit weggeschaut. Wann hat es Demonstrationen gegeben im Westen gegen die Christenverfolgung in der Sowjetunion?
Da könnte man Leute sagen, die sagen: Ja, es gibt Religionsfreiheit in Moskau, es gibt eine offene Kirche in Moskau. Ja, und da will man ein paar Millionen Christen dort hineinbringen in die Kirche. So ist es gegangen. Ist das Liebe? Ist es nicht vielmehr Hass, wenn man einfach die Augen wegwendet und die kommen so in Massen um, griechische Orthodoxe, Baptisten und so weiter, einfach wegen ihres christlichen Bekenntnisses?
Aber schauen Sie: Der Jesus sagt „Dann“. Und so haben wir in unserem Schema all diese fünf Punkte mit Erdbeben, Revolutionen, Massenkriegen und Seuchen, Hungersnöten und dann ab den Zwanzigerjahren: Sie werden euch in Drangsal überliefern und euch töten. Meine Damen und Herren, genau so verläuft die Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts.
Und übrigens: Nach dem Ersten Weltkrieg kommt dann die dritte jüdische Einwanderungswelle, dann die vierte, dann die fünfte und so weiter. Es läuft, es läuft genau so durch das ganze Jahrhundert hindurch.
Ich muss in diesem Zusammenhang noch erweiternd sagen: Die grösste Anzahl christlicher Märtyrer wurde im zwanzigsten Jahrhundert ermordet, insgesamt schätzt man 45,5 Millionen. Das sind 65 Prozent aller Märtyrer aus 2000 Jahren Kirchengeschichte. Und zwar geschah das vor allem durch die Kommunisten in der Folge von 1917 und durch die Islamisten mit dem Wiedererwachen des Islams in unserer Zeit, ganz grauenhaft. Und da werden Hunderttausende, Millionen getötet. Grausam verfolgt, und der Westen schaut konsequent weg. Ist das Liebe?
Heute sind 200 Millionen Christen in 25 Ländern bedroht durch Misshandlung, Gefängnis und Tod, speziell in den kommunistischen Ländern wie Korea und eben ganz besonders in den islamischen Ländern, hier grün und blau eingezeichnet. Eine grauenhafte Christenverfolgung im Irak, und die Masse im Westen schaut weg.
Neunter Punkt: Abfall von Gott durch Zwang.
Der Herr Jesus sagt in Matthäus 24,10: Und dann werden viele abfallen. Und genau so ist es gekommen. Die Kommunisten töten Millionen von Christen ab den 1920er Jahren, und in der Folge geben Millionen von Menschen in Russland, in Osteuropa den christlichen Glauben auf, weil die Kommunisten sie zum Atheismus zwingen und in der Schule systematisch indoktriniert werden: Es gibt keinen Gott, und wer an Gott glaubt, ist psychisch krank, der ist verrückt. Den muss man mit Medikamenten behandeln. So kamen unzählige in die Kliniken und wurden psychisch zerstört. Das hat dazu geführt, dass eben diese Verfolgung, dass Millionen dann gesagt haben: Gut, wir haben nichts mehr mit Christentum zu tun. Russland, das ein Land war, das sehr religiös war, hat den christlichen Glauben verabschiedet.
Zehnter Punkt: Denunzieren.
Also, der Herr Jesus sagt: Und dann werden viele abfallen. Und was ist jetzt die Folge? Und werden einander überliefern und einander hassen. Nun, die kommunistischen Geheimdienste arbeiteten mit der Bevölkerung zusammen. Man hat also die Leute eben eingespannt, dass sie sich gegenseitig denunzieren und sagen: Die Leute dort in diesem Haus, die unterrichten ihre Kinder in biblischer Geschichte. Diese Leute dort, die gehen da in eine Gemeinde. Und die Leute dort. Und man konnte nicht mehr wissen, welche Nachbarn vertrauenswürdig sind und welche nicht. Und so haben viele einander überliefert: ständiges Denunzieren durch Nachbarn, Lehrer, Mitarbeiter auf der Arbeit etc.
Elfter Punkt: Zwischenmenschliches Vertrauen zerstört.
Der Jesus sagt: „Und werden einander überliefern und einander hassen.“ In diesem Klima der Angst, wo man keinem mehr wirklich vertrauen kann, weil er vielleicht ganz freundlich guten Tag sagt, auf Russisch oder Rumänisch oder was auch immer, und man weiss nicht: Arbeitet er mit dem KGB, mit der Sekuritate zusammen? Und so entstand ein Klima des Hasses in der Gesellschaft.
Zwölf: Verfolgung durch Familienangehörige.
In Markus 13,12 sagt der Herr Jesus sogar: Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern, und der Vater das Kind, und Kinder werden sich erheben wider die Eltern und sie zum Tode bringen.
Immer wieder, wenn ich so mit russlanddeutschen Christen zusammen bin, dann frage ich sie ein bisschen aus: Wie war das da in Kirgisistan, wie war das in Tadschikistan, wie war das in der Ukraine, wie war das da in Sibirien? Und dann können sie erfahren, dass das wirklich geschehen ist. In der eigenen Familie wurde zusammengearbeitet mit den Geheimdiensten. Grauenhaft!
An dieser Stelle muss ich noch so als Klammer einschieben: Im Zweiten Thessalonicherbrief spricht Paulus auch über einen Abfall in dieser Endzeit. Aber da ist dann eben auch dieser freiwillige Abfall des Westens mit eingeschlossen. Im Zweiten Thessalonicher 2,3 sagt er: Denn dieser Tag, das heisst der Tag der Wiederkunft des herrschenden Messias, kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall komme.
Und wir haben gesehen, genau im 20. Jahrhundert und besonders ab den 1960er Jahren haben sich Millionen von Menschen in Deutschland, in der Schweiz, in ganz Europa, in Nordamerika vom Christentum verabschiedet. Die liberale Theologie, an den offiziellen Unis gelehrt, verwirft eigentlich alle Grundlagen des Christentums. Die Bibel ist ein menschliches Buch voller Fehler, der Jesus Christus sei nicht wirklich auferstanden, sein Tod war nicht ein Versöhnungstod für unsere Sünden, Jesus Christus wird nicht körperlich wiederkommen und so weiter und so fort.
Und man kann sagen: Das Abendland im Westen wendet sich freiwillig vom Christentum ab, im Osten unter Zwang, im Westen eigentlich im gleichen Jahrhundert freiwillig. Überhaupt keinen Stellenwert mehr in der Gesellschaft. Wenn irgendeine Podiumsdiskussion am Fernsehen stattfindet und man ein aktuelles ethisches Thema durchnimmt, da fragt doch niemand ernsthaft danach, was dazu in der Bibel steht. Vielleicht lädt man einen Pfarrer ein und hofft, dass der so antiquierte Ideen auch noch dazu bringt, damit das Ganze etwas mehr Einschaltquoten bringt, ja, ist ja lustig. So ist das geschehen in unserer Zeit.
Ja, jetzt haben wir so viel gearbeitet, jetzt brauchen wir eine kurze musikalische Erholung.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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