Johannesevangelium
Wir fahren weiter im Johannesevangelium mit einigen charakteristischen
Merkmalen und Besonderheiten.
Ausdrücke wie Liebe, lieben oder geliebt
kommen mit Abstand am häufigsten hier vor. In Matthäus 19, Markus 9, Lukas
36 und in Johannes 63 Mal.
Das Leben, leben sind eindeutig typische Wörter für das Johannesevangelium. In Matthäus 13, Markus 7, Lukas 14 und Johannes 56 Mal.
Das Licht oder erleuchten in Matthäus 7, in Markus 4, in Lukas 7 und Johannes 33 Mal. Die Statistik kann uns also schon etwas helfen.
Oder Begriffe wie Wahrheit, wahrhaftig etc. kommen in Matthäus 6, in Markus 6, in Lukas 5 und in Johannes 56 Mal vor.
Herrlichkeit, verherrlichen in Matthäus 8, in Markus 4, in Lukas 22 und in Johannes 42 Mal. Da merken wir, dass das Begriffe sind, die ganz wichtig sind, um dieses Evangelium verstehen zu können.
Da habe ich schon letztes Mal erklärt, dass der Vater so oft erwähnt wird, über 120 Mal. Es geht ja hier um den Sohn Gottes im Schoß des Vaters. Wenn es um den Sohn geht, geht es auch um den Vater. Die Beziehung zwischen dem ewigen Sohn und dem ewigen Vater.
Der Name Jesus kommt hier am häufigsten vor. In Matthäus 171, Markus 96, Lukas 99 und Johannes 253 Mal. Und Jesus heißt auf Deutsch «Der Ewige ist Rettung». Und hier wird der ewige Gott, der ewige Sohn vorgestellt.
Ausdrücke wie der eingeborene Sohn kommen nur hier vor. Der Eingeborene heißt, der einzige in seiner Art. Das hat nichts damit zu tun, dass der ewige Sohn in der Ewigkeit geboren worden wäre, sondern er ist der Einzige in seiner Art. Und er wird auch nur hier das Wort genannt, ein Ersatzname für Jahwe, der Ewige.
Das Leben, leben sind eindeutig typische Wörter für das Johannesevangelium. In Matthäus 13, Markus 7, Lukas 14 und Johannes 56 Mal.
Das Licht oder erleuchten in Matthäus 7, in Markus 4, in Lukas 7 und Johannes 33 Mal. Die Statistik kann uns also schon etwas helfen.
Oder Begriffe wie Wahrheit, wahrhaftig etc. kommen in Matthäus 6, in Markus 6, in Lukas 5 und in Johannes 56 Mal vor.
Herrlichkeit, verherrlichen in Matthäus 8, in Markus 4, in Lukas 22 und in Johannes 42 Mal. Da merken wir, dass das Begriffe sind, die ganz wichtig sind, um dieses Evangelium verstehen zu können.
Da habe ich schon letztes Mal erklärt, dass der Vater so oft erwähnt wird, über 120 Mal. Es geht ja hier um den Sohn Gottes im Schoß des Vaters. Wenn es um den Sohn geht, geht es auch um den Vater. Die Beziehung zwischen dem ewigen Sohn und dem ewigen Vater.
Der Name Jesus kommt hier am häufigsten vor. In Matthäus 171, Markus 96, Lukas 99 und Johannes 253 Mal. Und Jesus heißt auf Deutsch «Der Ewige ist Rettung». Und hier wird der ewige Gott, der ewige Sohn vorgestellt.
Ausdrücke wie der eingeborene Sohn kommen nur hier vor. Der Eingeborene heißt, der einzige in seiner Art. Das hat nichts damit zu tun, dass der ewige Sohn in der Ewigkeit geboren worden wäre, sondern er ist der Einzige in seiner Art. Und er wird auch nur hier das Wort genannt, ein Ersatzname für Jahwe, der Ewige.
Es geht also um die Liebe Gottes in diesem Evangelium. Und diese
Liebe hat der ewige Sohn von Ewigkeit her von dem ewigen Vater erlebt. Und
nun ist er in die Welt gekommen, um uns diese Liebe zu erklären. Und um all
die, die ihn aufnehmen würden, zu Kindern Gottes zu machen, damit sie die
gleiche Liebe erleben. Und so sagt der Herr Jesus in diesem Evangelium,
dass er die Seinen so liebt, wie der Vater ihn geliebt habe.
Merken wir,
was das für Dimensionen sind? Und Gott, der Ewige, ist das Leben. Von ihm
kommt alles Leben und darum ist dieser Begriff in diesem Evangelium so
wichtig, wo so oft über das ewige Leben gesprochen wird. Und diese Liebe,
dieses Leben gehören zum Wesen Gottes genau so wie das Licht. Gott ist
Licht. Und darum wird so oft über Licht und erleuchten gesprochen, oder
über Wahrheit.
Übrigens, das Wort Wahrheit, Griechisch aletheia, heißt
wörtlich übersetzt unverborgen. Die Vorsilbe A ist ja die Verneinung, wie
zum Beispiel in atonal oder asymmetrisch, und aletheia heißt somit «nicht
verborgen». Das heißt, Wahrheit ist die Darstellung der Dinge, wie sie
sind, nicht wie sie einem erscheinen. Wahrheit ist die objektive
Darstellung der Dinge, so wie sie sind. Und der Herr Jesus ist in diese
Welt gekommen, um uns zu zeigen, wer Gott ist, was der Mensch ist und so
weiter.
Datum und Kanonizität. Der Schreiber Johannes war ein Apostel Jesu
Christi, Matthäus 10,2. Und darum musste dieses Evangelium aufgenommen
werden als Gottes Wort. Johannes schrieb sein Evangelium, gemäß den
außerbiblischen, frühchristlichen Quellen, um das Jahr 95 n. Chr.
Also ganz spät, als vielleicht 95 Jahre alter Mann mit einem Rückblick von
etwa 60 Jahren. Das gibt dem Evangelium so ein besonderes Gepräge.
Die
Grobstruktur. Wir haben
a) Einführung (Prolog) Johannes 1,1-18
b) Die Offenbarung am Anfang seines Dienstes 1,19-2,12
c) Das Leben 2,13-8,1
Da geht es im Text ganz besonders immer wieder um das Leben, um diesen Begriff, der ja einer der Hauptbegriffe ist.
Da geht es im Text ganz besonders immer wieder um das Leben, um diesen Begriff, der ja einer der Hauptbegriffe ist.
d) Das Licht 8,2-12,50
Da finden wir auch den Vers: Ich bin das Licht der Welt.
Da finden wir auch den Vers: Ich bin das Licht der Welt.
d') Die Liebe 13,1-17,26
Dieser Teil ist beherrscht durch den Begriff der Liebe. Der Herr Jesus im Obersaal mit den Jüngern spricht so viel über seine Liebe, über die Liebe des Vaters.
Dieser Teil ist beherrscht durch den Begriff der Liebe. Der Herr Jesus im Obersaal mit den Jüngern spricht so viel über seine Liebe, über die Liebe des Vaters.
c') Der Tod, die Passion 18,1-19,42
Der, der das Leben ist, ist als Mensch in den Tod gegangen. Das ist so krass.
Der, der das Leben ist, ist als Mensch in den Tod gegangen. Das ist so krass.
b') Die Offenbarung am Ende seines Dienstes 20,1-21,23
Und es ist so auffällig, dass wir nur im Johannesevangelium so eine Beschreibung von dem Anfang seines Dienstes haben. Und dann diese ausführliche Beschreibung zum Schluss über das Ende seines Dienstes. Das ist typisch für das Johannesevangelium und wir merken nun, wie b sich mit b' spiegelt.
Und es ist so auffällig, dass wir nur im Johannesevangelium so eine Beschreibung von dem Anfang seines Dienstes haben. Und dann diese ausführliche Beschreibung zum Schluss über das Ende seines Dienstes. Das ist typisch für das Johannesevangelium und wir merken nun, wie b sich mit b' spiegelt.
a') Anhang 21,24-25
Und so sehen wir, wie das Evangelium
in so einer Spiegelstruktur geschrieben worden ist, so dass die Einführung
sich mit dem Anhang spiegelt, die Offenbarung am Anfang seines Dienstes mit
der Offenbarung am Ende seines Dienstes, der Teil c, das Leben, mit Teil
c', der Tod und das Licht spiegelt sich mit der Liebe. Gott ist Licht und
Gott ist Liebe. Das sind Wesensmerkmale Gottes.
Apostelgeschichte
Nun gehen wir weiter zur Apostelgeschichte. Die beginnt in Kapitel 1 mit
den Worten:
Den ersten Bericht habe ich verfasst, o Theophilus, von allem,
was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren, bis zu dem Tage, an
welchem er aufgenommen wurde.
Das ist das Lukasevangelium, das ja auch an
Theophilus gerichtet ist. Er beschreibt also, was Jesus anfing sowohl zu
tun als auch zu lehren und geht weiter bis zur Himmelfahrt. Und nun kommt
hier in der Apostelgeschichte die Fortsetzung. Die Apostelgeschichte ist
also zusammen mit dem Lukasevangelium ein Doppelwerk.
Autor ist wieder der
Arzt Lukas, der aber auch Historiker war, wie wir wissen. Er ist der
einzige Bibelautor, von dem wir wissen, dass er kein Israelit war und er
hatte ein ganz besonderes Interesse an der Gnade, die die Grenzen Israels
sprengt. Das haben wir schon in seinem Evangelium gefunden. Und nun
schreibt er ein Buch über die Weltmission, und zwar über die ersten drei
Jahrzehnte des Christentums, der christlichen Mission.
Er war ein
Mitarbeiter des Apostel Paulus und das merken wir in der Apostelgeschichte
an den Wir-Berichten. Man liest also die Apostelgeschichte und kommt dann
nach Kapitel 16,10 und plötzlich ändert sich das sie, sie auf
wir. Und das bedeutet, jetzt ist Lukas in dem Missionsteam des
Apostels Paulus mit dabei. Aber er sagt nicht: Theophilus, stell dir vor, und dann
ging ich mit Paulus auf die Weltmissionsreise. Das macht er nur, indem er
von dem sie auf das wir wechselt. Das zeigt seine Bescheidenheit. Und dann
haben wir 20,6-28,31 wieder einen Wir-Bericht, wo also Lukas wieder mit
dabei war.
Abfassungszeit. Die Apostelgeschichte endet mit der zweijährigen
Gefangenschaft des Apostel Paulus in Rom um 62 n. Chr. Sie berichtet
nichts mehr über den Ausgang des Prozesses vor Kaiser Nero. Das habe ich ja
schon letztes Mal erklärt. In den Kapiteln davor beruft Paulus sich auf den
Kaiser. Man liest zum ersten Mal das Buch durch und fragt sich: Was
geschieht nun? Jetzt geht er nach Rom, um vor den Kaiser gestellt zu
werden. Was wird der dazu sagen? Wie geht das aus? Er ist zwei volle Jahre
gefangen in Rom und dann hört die Apostelgeschichte auf. Die Pointe wird
nicht berichtet.
Das macht deutlich, dass das Buch geschrieben wurde, als
der Prozess noch nicht abgeschlossen war. Und somit wurde das
Lukasevangelium vor 62 n. Chr. geschrieben. Möglicherweise in der
Zeit, als Paulus so lange in Cäsarea unter Felix und Porcius
Festus gefangen war. Was machte der Freund Lukas, der mit ihm da war? Er konnte da große
Forschungsreisen unternehmen und die Augenzeugen befragen und das Material
für das Lukasevangelium zusammenfügen. Das macht Sinn.
Charakteristische Ausdrücke und Besonderheiten. Im Gegensatz zu Paulus,
der in seinen Briefen immer Provinznamen gebraucht, werden in der
Apostelgeschichte vor allem die Gebietsnamen als geographische
Bezeichnungen verwendet. Es ist nützlich zur Kenntnis zu nehmen, dass
Paulus und Lukas unterschiedliche Namen gebraucht haben.
Den offenen
Schluss habe ich schon angesprochen. Es zeigt, dass, obwohl das Buch der
Apostelgeschichte fertig ist, die Weltmission nicht zu Ende ist. Der offene
Schluss soll also literarisch zeigen, dass die Geschichte weitergeht. Wir
können sagen, wir stehen heute immer noch in denselben Spuren der ersten
Zeugen des Heilandes der Welt.
Jetzt zur Struktur des Buches. Eine
Grobstruktur ergibt sich durch zwei Personen, Petrus und Paulus. In den
Kapiteln 1-12 steht der Dienst des Petrus im Zentrum und in den Kapiteln 13-
28 der Dienst des Paulus mit den vier Missionsreisen. Nun, nach Galater 2,7-10 war Petrus als Führer der Zwölf ein Apostel der Beschneidung, das heißt
für die Juden. Aber dort wird erklärt, dass Paulus im Gegensatz zu den
zwölfen Apostel der Vorhaut, das heißt für die Nichtjuden. Und so können
wir das Buch also teilen.
In den Kapiteln 1-12 geht es also um den
apostolischen Missionsdienst im Blick auf Israel und in den Kapiteln 13-28
im Blick auf die Völker.
Aber es gibt auch eine Einteilung gemäß dem Missionsbefehl im
Schlüsselvers 1,8:
Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige
Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in
Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.
Also ein Vierpunkte-Programm: Jerusalem – Judäa – Samaria – bis an das Ende
der Erde. Nun, in Kapitel 1,1-26 haben wir den Missionsbefehl. Dann kommen
Kapitel 2,1-7,60: Das Evangelium wird verkündigt in Jerusalem. In
Apostelgeschichte 8,1-4 kommt das Evangelium wegen der Christenverfolgung
nach Judäa. Und gleich darauf, Kapitel 8,5-25, geht Philippus nach
Samaria, das heißt, das Evangelium kommt nach Samaria. In den Kapiteln 8,26-28,31 ist das Evangelium auf dem Weg bis an das Ende der Erde und es
wird geführt bis nach Rom.
Nun ist noch Folgendes zu sagen. Wir haben
gerade in diesem vierten Teil drei Bekehrungsgeschichten. Die Bekehrung von
drei Noahsöhnen. In 8,26-40 ein Sohn Hams, der Kämmerer aus dem Sudan,
Äthiopien, wo er her war, war der Sudan. Apostelgeschichte 9,1-30beschreibt die Bekehrung eines Sohnes Sems, der Saulus von Tarsus, als
Jude. Und dann kommt in Apostelgeschichte 10,1-11, 18 die Bekehrung eines
Sohnes Japhets, der Hauptmann Kornelius. So wird also mit diesen drei
Biographien gezeigt, wie die Gnade alle Grenzen Israels sprengt und nun
hingeht zu allen Noahsöhnen.
In Kapitel 11,19-30 haben wir die Entstehung der Gemeinde unter den
Nationen in Antiochien. Dort finden wir bekehrte Heiden. Das ist die erste
Gemeinde, die beschrieben wird als nichtjüdische Gemeinde. Und sie wird zum
Ausgangspunkt für die paulinische Heidenmission.
Sehen wir die
Verschiebung? Jerusalem, das Zentrum im Alten Testament, und jetzt wird
Antiochien. Wenn ich fragen würde: Wo war das Antiochien?, dann würde es
wahrscheinlich einige geben, die das nicht wüssten. Das liegt in der
heutigen Südtürkei. Das hat sich übrigens Atatürk im letzten Moment noch
von Syrien geholt. Und deshalb ist es türkisch, sonst wäre es syrisch. Also
eigentlich etwas ganz Unbedeutendes. Bei Jerusalem wüsste wohl jeder, wo das
liegt. Nämlich dort auf der Weltkarte, wo nicht mal genügend Platz ist um
den Namen dort drauf zu schreiben, sondern das muss man immer ins
Mittelmeer hinein schreiben. Also Jerusalem ist klar, aber jetzt wird eine
unbedeutende Stadt zum Ausgangspunkt für die Weltmission. Also Jerusalem
verliert die ursprüngliche Bedeutung in Verbindung mit der Gemeinde.
Apostelgeschichte 12,1-23 die Befreiung des Apostel Petrus aus dem
Gefängnis. Und dann folgt in Apostelgeschichte 12,24-15,34 die erste
Missionsreise des Paulus. Darauf bis 18,22 die zweite Missionsreise des
Paulus und darauf bis 21,26 die dritte Missionsreise und dann bis zum
Schluss die Romreise, das heißt die vierte Missionsreise des Apostel
Paulus.
Es gibt auch noch eine wunderbare Einteilung von David Gooding,
nachzulesen in dem Buch: True to the Faith, A fresh approach to the Acts of
the Apostles. Und zwar teilt er die Apostelgeschichte nach dem Refrain ein.
Die Apostelgeschichte hat einen Refrain. Wenn man die Apostelgeschichte so
liest und zu diesem Refrain kommt und nicht realisiert, dass das ein
Refrain ist, dann fragen die Leser: Warum kommt das jetzt plötzlich, diese
Merkung hier? Manchmal sieht man den Zusammenhang noch mehr, manchmal aber
auch nicht. Woher kommt das? Das sind Markierungen. Durch den Heiligen
Geist wird hier markiert, jetzt ist ein Teil zum Schluss gekommen und jetzt
kommt ein neuer Teil. Und zwar geht es in diesem Refrain in Variationen
immer um das Wachstum, es ist ja ein Missionsbuch, um die Ausbreitung des
Evangeliums.
Apostelgeschichte 6,7:
Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem vermehrte sich sehr und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam.
Und das Wort Gottes wuchs, und die Zahl der Jünger in Jerusalem vermehrte sich sehr und eine große Menge der Priester wurde dem Glauben gehorsam.
Apostelgeschichte 9,31:
So hatten denn die Versammlungen durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurden erbaut und wandelten in der Furcht des Herrn und wurden vermehrt durch den Trost des Heiligen Geistes.
So hatten denn die Versammlungen durch ganz Judäa und Galiläa und Samaria hin Frieden und wurden erbaut und wandelten in der Furcht des Herrn und wurden vermehrt durch den Trost des Heiligen Geistes.
Apostelgeschichte 12,24:
Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich.
Das Wort Gottes aber wuchs und mehrte sich.
Apostelgeschichte 16,5:
Die Versammlungen nun wurden im Glauben befestigt und vermehrten sich täglich an Zahl.
Die Versammlungen nun wurden im Glauben befestigt und vermehrten sich täglich an Zahl.
Apostelgeschichte 19,20:
Also wuchs das Wort des Herrn mit Macht und nahm überhand.
Also wuchs das Wort des Herrn mit Macht und nahm überhand.
Apostelgeschichte 28,30-31:
Er aber blieb zwei ganze Jahre in seinem eigenen gemieteten Hause und nahm alle auf, die zu ihm kamen, indem er das Reich Gottes predigte und die Dinge, welche den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert lehrte.
Er aber blieb zwei ganze Jahre in seinem eigenen gemieteten Hause und nahm alle auf, die zu ihm kamen, indem er das Reich Gottes predigte und die Dinge, welche den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert lehrte.
Nun, Gooding teilt die Apostelgeschichte ein nach diesem Refrain. Das
ergibt sechs Teile. Und er stellt fest, dass jeder Teil ein ganz bestimmtes
Thema hat. Zum Beispiel hat der erste Teil das Thema: Das Christentum und
die jüdische Hoffnung auf das Reich des Messias. Der zweite Teil: Anbetung
und Zeugnis im Christentum. Und so weiter und so fort. Man muss sowieso das
Buch lesen, damit man es verstehen kann. Aber ich möchte zeigen, warum es
sich lohnt, diese Einteilung zu machen. Jeder dieser sechs Teile wird von
Gooding nun nach einzelnen sinngemäßen Abschnitten aufgeteilt.
Und dann gibt es jedes Mal eine Zweiteilung. Und wenn er diese einander gegenüber stellt, stellt er fest, dass sie sich immer gegenseitig spiegeln, und das sechs Mal. Das funktioniert und geht immer auf. Es gibt immer eine totale Spiegelung inhaltlich, so dass dann eben der Abschnitt, der dann in einem anderen gespiegelt wird, den anderen durch seine Spiegelung erklärt. Das ist ganz toll.
Und dann gibt es jedes Mal eine Zweiteilung. Und wenn er diese einander gegenüber stellt, stellt er fest, dass sie sich immer gegenseitig spiegeln, und das sechs Mal. Das funktioniert und geht immer auf. Es gibt immer eine totale Spiegelung inhaltlich, so dass dann eben der Abschnitt, der dann in einem anderen gespiegelt wird, den anderen durch seine Spiegelung erklärt. Das ist ganz toll.
Übrigens gibt es das Gleiche zum Lukasevangelium von
Gooding. Das Buch heißt einfach: The Gospel of Luke. Dort macht er diese
Zweiteilung, wie ich das gesagt habe: Das Kommen Jesu Christi und das
Weggehen Jesu Christi. Und jeder dieser zwei Teile besteht wiederum aus
fünf Teilen. Und jeder Teil spiegelt sich, hat eine Spiegelachse und
spiegelt sich. So konsequent. Also es macht richtig Freude, es ist kein
trockenes Buch. Es heißt ja: A fresh approach, also ein erfrischender
Zugang zur Apostelgeschichte.
Ich habe hier noch eine Zusammenstellung gemacht über die Chronologie.
- Himmelfahrt und Pfingsten: 32 n. Chr.
- Steinigung des Stephanus: ca. 33 n. Chr.
- Bekehrung des Saulus: ca. 33 n. Chr.
- Jerusalem-Besuch von Paulus, drei Jahre nach seiner Bekehrung: 36 n. Ch.
- Paulus ein Jahr in Antiochia: 49 n. Chr.
- Jerusalem-Besuch, vierzehn Jahre nach dem ersten Besuch: 49 n. Chr.
- Missionsreise: 50 n. Chr.
- Missionsreise: 50-52 n. Chr.
- Missionsreise: 52-59 n. Chr.
- Missionsreise, Romreise: 59-62 n. Chr.
Übrigens war er da in Rom zwei volle Jahre gefangen. Und dieser Ausdruck
«volle Jahre», war damals ein juristischer Ausdruck, zwei volle Jahre, weil
ein Angeklagter nach Ablauf von zwei vollen Jahren freigelassen wurde, wenn
die Ankläger vor Gericht nicht erschienen. Wir kommen noch darauf, dass
Paulus tatsächlich dann freigekommen ist. Also die zwei vollen Jahre deuten
schon die Befreiung an, obwohl sie bei der Abfassung der Apostelgeschichte
noch nicht stattgefunden hat.
Galaterbrief
Ja, jetzt gehen wir zu den Paulusbriefen in Verbindung mit der
Apostelgeschichte. Und das macht die Briefe so lebendig und so echt aus dem
Leben gegriffen. Wir haben die erste Missionsreise des Paulus und da
entstand der Galaterbrief.
Der Galaterbrief richtet sich ja an die
Gemeinden in Galatien. Und da stellt sich schon eine große Frage: Ja welche
Gemeinden sind da im Visier, die süd- oder die nordgalatischen Gemeinden?
Das wird ja so diskutiert.
Ja, die südgalatischen Gemeinden, das wäre die
Gegend von Ikonium, Lystra und Derbe, die ersten Versammlungen auf der
ersten Missionsreise in Apostelgeschichte 14. Und durch Nordgalatien ging Paulus erst viel später, Kapitel 16, und da wird auch nichts Besonderes
erzählt.
Datum. Ja, warum schreibe ich, dass der Galaterbrief so alt ist, also um
49 n. Chr. geschrieben wurde, am Ende von Apostelgeschichte 14 und
vor dem Apostelkonzil in Apostelgeschichte 15?
Das ist ganz einfach. In
Apostelgeschichte 15 ging es um die gleiche Frage wie im Galaterbrief:
Müssen nichtjüdische Menschen, die zum Glauben an den Messias Jesus kommen,
sich beschneiden lassen, um damit quasi Juden zu werden, um gerettet zu
werden? Die Galater wurden nämlich von Irrlehrern besucht, die gesagt
haben: Das ist ja alles toll, was der Paulus mit euch gemacht hat, aber es
fehlt noch etwas, ihr müsst euch auch beschneiden lassen und die jüdischen
Feste feiern.
Und dann schreibt Paulus den Galaterbrief, so hart wie
keiner. Er macht sogar den Vorschlag, dass die Irrlehrer sich kastrieren
lassen, wenn sie so auf Beschneidung aus sind. Ich wollte, dass sie sich
abschnitten, sagt Paulus, die euch aufwiegeln. Das ist hart, wie man es sich
nicht vorstellen kann, aber das zeigt auch den Ernst. Man darf Christen,
die keinen jüdischen Hintergrund haben, auf keinen Fall ins Judentum
hineinführen, weil das Christentum weder jüdisch noch heidnisch, sondern
etwas völlig Neues ist. Das kommt aus der Ewigkeit. Gott hat das verborgen
und erst jetzt mit dem Kommen Jesu Christi und dem Heiligen Geist
geoffenbart.
Und darum kämpft der Galaterbrief so klar. Aber der
Galaterbrief bringt nicht das Argument: die Apostel haben doch die Frage
geklärt in Apostelgeschichte 15, was wollen wir noch über diese Frage
diskutieren? Also wäre der Galaterbrief nach Apostelgeschichte 15geschrieben worden, dann würde er natürlich dieses Konzil als das Zeugnis
anführen. Aber das konnte er noch nicht, weil es eben noch grad davor war.
Darum ist die nordgalatische Theorie unglaubhaft.
Die Grobstruktur.
1. Der biographische Teil.
Da beschreibt Paulus seine Autorität als Apostel, Galater 1-2.
Da beschreibt Paulus seine Autorität als Apostel, Galater 1-2.
2. Der lehrhafte Teil.
Es geht um Rechtfertigung aus Glauben allein, Galater 3-4.
Es geht um Rechtfertigung aus Glauben allein, Galater 3-4.
3. Der praktische Teil.
Das Thema: Wandel im Geist, Galater 5-6.
Das Thema: Wandel im Geist, Galater 5-6.
Also es ist der älteste Paulusbrief. So muss man den Galaterbrief sehen.
Jetzt gehen wir schon auf die zweite Missionsreise. Paulus kam ja nach
Europa, Apostelgeschichte 16. Er kam nach Europa, nach Philippi und dann
ging er weiter nach Thessalonich und da entstand die Gemeinde in
Thessalonich, beschrieben in Apostelgeschichte 17,1ff. Da können wir also
sehen, das war um 50 n. Chr.
1. Thessalonicherbrief
Paulus ging dann weiter nach Korinth,
Apostelgeschichte 18. Und von dort aus hat er diesen ersten Brief
geschrieben, von Korinth aus. Das können wir also durch Vergleich des
Thessalonicherbriefes mit dem Text der Apostelgeschichte 17-18 ganz klar
etablieren. Und darum wissen wir also, dass er um 50 n. Chr.
geschrieben wurde.
Paulus hat also dort in Thessalonich gepredigt, die sind
zum Glauben gekommen und dann gab es eine furchtbare Verfolgung und Paulus
musste weg. Er hatte so eine innerliche Unruhe, was jetzt geschieht, da es
diesen Jungbekehrten schlechter ging als vorher. Werden die den Glauben
aufgeben? Ja, wenn wir den Leuten erzählen, wenn du dich bekehrst, dann
geht es dir nachher besser, aber es geht ihnen nachher schlechter, das ist
dann keine gute Voraussetzung. Das sollten wir nie so predigen. Es geht ja
auch gar nicht darum, ob es einem dann besser geht, sondern darum, dass man
nicht mehr in die Hölle kommt, sondern stattdessen in die himmlische
Herrlichkeit zu Jesus Christus.
Also, Paulus hatte Angst und so hat er Timotheus geschickt, um das
abzuklären. Und Timotheus kommt zurück und berichtet: Die sind standhaft,
die machen Fortschritte im Glauben.
Und so schreibt er den 1.Thessalonicherbrief und sagt:
Wir danken für euch, für eurer Wachstum im
Glauben und wir hören, wie das Wort Gottes von euch ausgeht. Ihr seid ein
Vorbild geworden für alle in den griechischen Provinzen Achaja und
Mazedonien und von euch aus ist das Wort des Herrn an jedem Ort erschollen,
so dass wir nicht nötig haben, irgendetwas zu sagen.
Ja, wie geht das? Ja,
wir nehmen den Text doch ernst, oder? Ja, wie soll das gegangen sein, an
jedem Ort erschollen?
Nun, Thessalonich liegt am Mittelmeer. Die Gemeinde
war ganz nah am Hafen und sie haben sich gefragt: Wie können wir von hier
aus wirksam missionieren? Da kommen doch Leute aus der ganzen Welt. Das war
einer der größten internationalen Schiffshäfen. Da haben sie
Schiffmannsmissionen gemacht. Und die Bekehrten sind dann in die ganze Welt
ausgegangen. Und noch was Tolles, die wohnten an der Via Ignatia, das war
ja quasi die römische Autobahn von Europa zum Orient. Das war also die
wichtigste Handelsstraße von West nach Ost. Die haben sich nur mit den
Händlern einlassen müssen und so konnte das Evangelium wirkungsvoll in die
ganze Welt ausgehen.
Also, wir sehen, echter frischer Glaube hat wirklich
Phantasie, wo man sich fragt: Wie und wo könnten wir evangelisieren, was
könnten wir bei uns gut einsetzen und ausnützen? Das ist doch schön, oder?
Die Grobstruktur.
Die vorbildliche Gemeinde, 1. Thessalonicher Kapitel 1.
Der vorbildliche
Dienst des Apostel Paulus, Kapitel 2.
Leben in der Heiligung, Kapitel 3-4,
12.
Die Entrückung und der Tag des Herrn, Kapitel 4,13 bis zum Schluss.
Da
wird also schön unterschieden zwischen der Entrückung, dem Kommen des Herrn
für die Gemeinde, und dem Tag des Herrn, das Kommen des Herrn mit der
Gemeinde. Das gehört also zum Grundkurs. Viele meinen, das kommt dann ganz
zum Schluss oder gar nie, aber das gehört zum Grundkurs.
2. Thessalonicherbrief
Dieser wurde etwas später geschrieben, wieder an
die Thessalonicher, ca. 50-51 n. Chr., aus Korinth.
Nun hatte sich ein
neues Problem ergeben. Da sind Leute zu Besuch gekommen und die haben
gesagt: Euch geht es ja megaschlecht und wisst ihr warum? Ihr seid bereits
in der großen Drangsalzeit. Das ist der Tag des Herrn, der Tag des
Gerichts.
Die haben ihnen den prophetischen Fahrplan so gründlich durcheinander gebracht, wie das viele auch heute noch machen. Aber mit welchen Methoden?! Paulus schreibt in 2. Thessalonicher 2:
Die haben ihnen den prophetischen Fahrplan so gründlich durcheinander gebracht, wie das viele auch heute noch machen. Aber mit welchen Methoden?! Paulus schreibt in 2. Thessalonicher 2:
Ich bitte euch, Brüder, im
Blick auf unser Versammeltwerden zu dem Herrn Jesus hin, dass ihr nicht
schnell erschüttert werdet in der Gesinnung, weder durch Wort, noch durch
Geist, noch durch Brief als durch uns, als ob der Tag des Gerichts bereits
da sei.
Die haben also gefälschte Briefe bekommen unter dem Namen von
Paulus. Briefe als durch uns. Und natürlich auch Offenbarungen, durch
Geist. So spricht der Herr, und dann kommt die Botschaft des Trostes in der
Drangsalzeit. Das war also eine harte Sache, nicht nur Verfolgung, sondern
jetzt auch solch massive Verführungen. Die waren ja jung im Glauben. Und da
wird ihnen das erklärt.
Und wisst ihr, wie die merken konnten, dass der 2. Thessalonicherbrief echt ist und nicht dieser eine Fälschung? Ja, schauen wir mal, 2. Thessalonicher 3,17:
Und wisst ihr, wie die merken konnten, dass der 2. Thessalonicherbrief echt ist und nicht dieser eine Fälschung? Ja, schauen wir mal, 2. Thessalonicher 3,17:
Der Gruß mit meiner, des Paulus, Hand,
welches das Zeichen in jedem Briefe ist; so schreibe ich.
Der Gruß mit
meiner, des Paulus Hand.
Der hat nicht die Hand ausgestreckt bis nach Thessalonich, oder? Sondern er hat diesen Schluss nicht diktiert, sondern eigenhändig geschrieben. Und der eigenhändige Schluss war immer das Zeichen für die Echtheit. So schreibe ich. Thessalonicher: Aha, jetzt vergleichen wir das mal mit den anderen Briefen und mit dem 1. Thessalonicherbrief, den wir ja schon vorher hatten. Wow, da ist überall ein anderer Schriftzug. Also 1. Thessalonicher echt, 2. Thessalonicher echt und das andere schmeißen wir raus. So ging das mit dem Kanon.
Der hat nicht die Hand ausgestreckt bis nach Thessalonich, oder? Sondern er hat diesen Schluss nicht diktiert, sondern eigenhändig geschrieben. Und der eigenhändige Schluss war immer das Zeichen für die Echtheit. So schreibe ich. Thessalonicher: Aha, jetzt vergleichen wir das mal mit den anderen Briefen und mit dem 1. Thessalonicherbrief, den wir ja schon vorher hatten. Wow, da ist überall ein anderer Schriftzug. Also 1. Thessalonicher echt, 2. Thessalonicher echt und das andere schmeißen wir raus. So ging das mit dem Kanon.
1. Korintherbrief
Nun gehen wir weiter zur dritten Missionsreise. Da entstand ja die
Korinthergemeinde in Apostelgeschichte 18, von wo aus die
Thessalonicherbriefe geschrieben wurden. Zeit und Ort der Abfassung des 1.
Korintherbriefes, 54 n. Chr. und zwar aus Ephesus, wie man dem
letzten Kapitel entnehmen kann. Paulus war in Apostelgeschichte 19 in
Ephesus und von dort aus hat er den ersten Korintherbrief geschrieben.
Die
Grobstruktur ist ganz einfach.
- Einheit der Gemeinde kontra Spaltungen, 1. Korinther Kapitel 1-4
Es gab da so
verschiedene Gruppen in der Gemeinde. Das ist sehr gefährlich, man kann
in der Gemeinde so Interessensgruppen bilden und dann können die
beginnen, so dynamisch gegeneinander zu agieren. Und am Schluss fällt
dann die ganze Gemeinde auseinander.
- Ordnung der Gemeinde kontra Chaos.
Da gab es schwerwiegende Sünde in
der Gemeinde, die nicht gerichtet wurde. Und daran geht eine Gemeinde
zugrunde. Da wird also hier in der Unordnung, im Chaos, Ordnung
gewirkt. Das geht bis Kapitel 11.
- Geistliche Gaben kontra Missbrauch, Kapitel 12-14
- Die Lehre von der Auferstehung kontra Irrlehre.
Es waren tatsächlich
solche dort, die sagten, es gibt keine Auferstehung.
- Dienst für den Herrn.
Am Ende von Kapitel 15 wird nämlich aufgerufen
zur Hingabe im Dienst und das finden wir noch weiter in Kapitel 16.
2. Korintherbrief
Der 2. Korintherbrief wurde auch an die Gemeinde in Korinth adressiert,
aber abgefasst um 56 n. Chr. und in Mazedonien geschrieben. Das
entnehmen wir dem Brief selbst, in 2. Korinther Kapitel 2,12ff und 7,5ff. Und wann war
Paulus in Mazedonien? Ja, gehen wir weiter zu Apostelgeschichte 20,1. Dort
geht er nach Mazedonien. Und so kam von dort her der 2. Korintherbrief.
Die
Grobstruktur.
- Der herrliche Dienst des Apostel Paulus, 2. Korinther Kapitel 1-7
2. Geben nach Gottes Gedanken, Kapitel 8-9.
Da haben wir ganz
grundsätzliche Belehrungen über das Geben von Spenden für Mission und
Gemeinde.
- Verteidigung des paulinischen Apostelamtes, Kapitel 10-13
Es gab
immer noch solche in Korinth, die Paulus als Apostel in Frage stellten.
Der Römerbrief
Er wurde an die Gemeinde in Rom geschrieben. Und zwar
wurde er um 57 n. Chr. aus Korinth geschrieben. Sehen wir, jetzt
müssen wir wieder zurückdrehen. Das sieht man in Römer 16,1. Da wird eine
Schwester aus Kenchreä für die Gemeinde in Rom empfohlen, dass man sie
aufnehmen soll. Kenchreä lag wenige Kilometer östlich von Korinth und darum
konnte Paulus also die Schwester aus der Nachbargemeinde empfehlen, wenn
sie nach Rom ging, wo niemand sie kannte. Dann wird Gajus erwähnt in Römer 16,
23. Der kommt auch im Korintherbrief vor. Das sind so Hinweise darauf,
woher der Römerbrief kam. Also von Griechenland nach Italien.
Die
Grobstruktur habe ich letztes Mal schon erklärt. Das lassen wir darum und
gehen jetzt weiter. Da sind wir schon bei der ersten Gefangenschaft in Rom.
Und diese Zeit war für das Briefeschreiben sehr fruchtbar. Das ist
tragisch, als Weltmissionar und dann noch als der Apostel für die Heiden,
und er ist gebunden. Aber er hat Briefe geschrieben.
Epheserbrief
Der Epheserbrief ist an die Gemeinde in Ephesus. Die Gemeinde gibt es
schon in Apostelgeschichte 19. Geschrieben wurde der Brief um 62 n.
Chr., nämlich am Ende der Gefangenschaft. Es geht da um die erste
Gefangenschaft in Rom. Paulus schreibt (Epheser 3,1 und 4,1 und 6,20),
dass er ein Gefangener ist. Der Übermittler war Tychikus. (Der übrigens
auch erwähnt wird als Übermittler des Kolosserbriefes. Das wird noch
wichtig für den Kolosserbrief.)
Die Grobstruktur.
- Die Ehre der himmlischen Stellung der Gemeinde, 1-3
- Praktische Konsequenzen daraus, 4-6
Also Menschen, die die himmlische Stellung der Gemeinde kennen und sich
darüber freuen, sind nicht so mystische Leute, die da irgendwo herumfliegen
und nichts im Sinn haben mit Familienleben und Arbeit, sondern es sind ganz
normale Leute, die lernen sich in den Schwierigkeiten, auch in denen der
menschlichen Beziehungen, zurechtzufinden.
Philipperbrief
Die Adressaten sind die Gläubigen der Gemeinde in
Philippi, die ja in Apostelgeschichte 16 als erste europäische, durch
Paulus gegründete Gemeinde entstanden war.
Zeit und Ort der Abfassung: 62
n. Chr. während der ersten Gefangenschaft in Rom.
Und die
Grobstruktur habe ich eigentlich letztes Mal auch schon erklärt.
Übrigens,
in Apostelgeschichte 16 haben wir ja zum ersten Mal einen Wir-Bericht von
Lukas. Er ist also mit dabei. Er erlebt die ganze Geschichte mit Philippi
und dem Erdbeben und Lydia und so weiter. Und dann heißt es in Kapitel 17
plötzlich: sie, sie, sie. Apostelgeschichte 17,1:
Nachdem sie aber durch
Amphipolis und Apollonia gereist waren, kamen sie nach Thessalonich, wo die
Synagoge der Juden war.
Was heißt das? Lukas blieb in Philippi. Aber er
schreibt nicht: Theophilus, weißt du, Paulus ist weitergegangen, aber ich
blieb in Philippi. Und was habe ich da gemacht? Gemeindeaufbau! Nein, das
schreibt er nicht. Das hat er wohl gemacht, aber er hat nicht mit glühenden
Augen davon erzählt. Das hat er gemacht, aber wie kam er wohl auf die Idee,
dass Gott ihn da haben will?
Philippi war ja eine römische Stadt, wo man
besonders Veteranen aus der Legion angesiedelt hat und das war sogar von
Steuern befreit. Toll, nicht wahr? Das waren Leute, die hatten es ein
bisschen besser als andere. Und bei denen ist manchmal noch gut, wenn ein
Arzt sich um sie bemüht, der ihnen zeigt, dass man intellektuell sein kann,
aber trotzdem die Nase nicht unbedingt nach oben haben muss. Er war einfach
der richtige Mann für diese schwierigen Leute, die meinten, sie seien ein
bisschen mehr. Und so hat er in Philippi Aufbauarbeit gemacht.
Und Paulus hat den Philipperbrief geschrieben und hat gesagt: Unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, woher wir unseren Herrn Jesus Christus erwarten. Ist ja schon toll, wenn man in einer Stadt ist, wo man keine Steuern bezahlt, aber vergesst nicht, liebe Philipper, unser Bürgertum ist im Himmel.
Und Paulus hat den Philipperbrief geschrieben und hat gesagt: Unser Bürgerrecht ist in den Himmeln, woher wir unseren Herrn Jesus Christus erwarten. Ist ja schon toll, wenn man in einer Stadt ist, wo man keine Steuern bezahlt, aber vergesst nicht, liebe Philipper, unser Bürgertum ist im Himmel.
Es ist so
schön, wenn man diese Beziehungen herausarbeitet. Dann wird das lebendig
und man kann viele Anwendungen für heute machen.
Kolosserbrief
Der Kolosserbrief ging an die Gemeinde in Kolossä, auch wiederum 62 n.
Chr. während der ersten Gefangenschaft in Rom. Wie gesagt, der
Übermittler war Tychikus, also der Mann, der schon den Epheserbrief, und
das muss man sich jetzt mal vorstellen, von Italien in die Türkei bringen
musste, nach Ephesus. Und nicht so weit davon ist eben Kolossä, und so
konnte er den Kolosserbrief auch gleich noch mitnehmen.
Die Grobstruktur
habe ich letztes Mal erklärt.
Philemonbrief
Wir gehen schon zum Philemonbrief. Die Adressaten sind Philemon und seine
Frau Appia, sowie Archippus, der übrigens in Kolosser 4,17 plötzlich
erschreckt wird. Man muss sich die Situation einmal vorstellen. Der
Kolosserbrief wird zum ersten Mal verlesen ...
