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Philipper 1,1 - Philipper 2,18

Der Philipperbrief - Teil 1/3
Philipper 1,1-2,1814.09.2013
SerieTeil 1 / 3Der Philipperbrief
Warum kann ein Gefängnisbrief so viel Freude haben? Weil nicht Erfolg zählt, sondern ob Christus dein Maßstab ist – im Alltag, im Streit und sogar im Sterben.

Einführung und Grundgedanke des Briefes

Ich möchte alle ganz herzlich begrüßen zu diesem Bibelstudientag heute Morgen mit dem Thema Einführung in den Philippabrief.
Ich habe versucht, den Philippabrief in wenigen Sätzen so zu umschreiben: Der Philippabrief, geschrieben aus dem Gefängnis in Rom, ist eine wunderbare Abhandlung über die Lebensführung der Christen als eine Schicksalsgemeinschaft in einer feindlichen Welt. Er betont, dass die Christen durch Sinn für Mission, Demut, Einheit, Zusammenhalt und Freude im Herrn ausgezeichnet sein sollen. Der Herr Jesus Christus, das vollkommene Vorbild, soll den Christen stets als Ansporn vor Augen stehen. Der Weg des Christen ist ein Laufen in der Rennbahn, wobei Jesus Christus selbst das alleinige Ziel sein soll.
Ich lese die ersten Verse aus dem Philippabrief:
Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi, allen Heiligen in Christus Jesus, die in Philippi sind, mit den Aufsehern und Dienern: Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.
Ich danke meinem Gott bei aller meiner Erinnerung an euch alle, allezeit in jedem meiner Gebete, indem ich für euch alle das Gebet mit Freuden tue, wegen eurer Teilnahme an dem Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt, indem ich eben dessen in guter Zuversicht bin, dass der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es vollführen wird bis auf den Tag Jesu Christi.
Wie es für mich recht ist, dass ich diesen Betreff euer aller denke, weil ihr mich im Herzen habt und dass sowohl in meinen Banden als auch in der Verantwortung und Bestätigung des Evangeliums ihr alle meine Mitteilnehmer der Gnade seid. Denn Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne, mit dem Herzen Christi Jesu.
Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht, damit ihr prüfen möget, was das Vorzüglichere sei, auf dass ihr lauter und unanstößig seid auf den Tag Christi, erfüllt mit der Frucht der Gerechtigkeit, die durch Jesus Christus ist, zur Herrlichkeit und zum Preis Gottes.

Wer schreibt, an wen, und warum das wichtig ist

Bei jedem Bibelbuch ist es ja wichtig, dass man grundsätzliche Fragen stellt, wie: Wer ist der Autor? Wer waren die ersten Adressaten? Was können wir über Zeit und Ort der Abfassung wissen? Und so weiter.
Vers 1 beantwortet gleich die Frage nach dem Autor: Paulus, und zwar zusammen mit Timotheus. Es ist auch so, dass dies bis in die frühchristliche Zeit zurück bezeugt ist, also sehr früh. Polykarp zum Beispiel lebte von 69 nach Christus bis etwa 155 nach Christus. Er schrieb als ein Mann, der die Apostel noch gekannt hatte und der selbst auch in einer Gemeinde als Ältester durch den Apostel Johannes eingesetzt worden war. Er schrieb einen Brief an die Gemeinde in Philippi und erwähnt dort in Kapitel 3, dass der Apostel Paulus ihn geschrieben habe. Also haben wir hier ein außerbiblisches Zeugnis aus einer Generation, die die Apostel noch gekannt hat und die auch den Philipperbrief so bezeugt.
Das war ja ganz grundsätzlich wichtig bei der Erkennung des Kanons des Neuen Testaments. Epheser 2,20 sagt, dass die Gemeinde aufgebaut ist auf der Grundlage der Apostel und Propheten. Und so war es wichtig, damit ein Buch als von Gott inspiriert, als zum Wort Gottes gehörig, anerkannt werden konnte, dass der Beweis geliefert werden konnte, dass der Autor ein Apostel Jesu Christi war. Also einer der zwölf Apostel im Blick auf Israel, auf das zwölfstämmige Volk, oder der Apostel Paulus, der Apostel für die Heidenvölker. Dann gab es noch die Möglichkeit eines Propheten, der durch diese Apostel anerkannt war, so wie zum Beispiel Markus, Lukas, Judas und Jakobus, die auch Schriften im Neuen Testament verfasst haben. Sie waren keine Apostel, aber sie waren von den Aposteln anerkannte Propheten.
Und so gab es in der Kirchengeschichte nie ein allgemeines Konzil, das den Kanon festgelegt hätte. Es war etwas, das nicht festgelegt werden musste, sondern etwas, das erkannt werden musste: Welche Schriften stammen von den Aposteln und Propheten? Das ist die Basis für die Gemeinde. So hat sich das also ergeben, dass es nie ein weltweites Konzil gegeben hat in der Geschichte, das das festgelegt hätte, obwohl das immer wieder behauptet wird. Aber es ist nicht wahr.
Das lokale Konzil von Hippo, etwa 397, hatte zwar das Bekenntnis abgelegt, die 27 Bücher des Neuen Testaments anzuerkennen, aber dieses Konzil hatte ja keine weltweite Bedeutung, sondern war nur lokal. Und trotzdem ist es eben ein Wunder, dass die gesamte Christenheit darüber absolut eins wurde, welche 27 Bücher zum Neuen Testament gehören. Aber eben: Das hängt damit zusammen, dass man ganz gründlich untersucht hat, wer die Autoren waren und ob man das belegen kann. Und alle gefälschten Schriften wurden verworfen. Der Philipperbrief aber kann bis in die früheste Zeit zurück als vom Apostel Paulus stammend belegt werden.
Wer sind die Adressaten? Auch das wird ja gleich in Vers 1 beantwortet: die Gemeinde in Philippi. Und es wird hier betont: alle Heiligen mitsamt den Aufsehern und Diakonen. Ich habe in meiner Bibel ganz speziell „alle“ angemerkt. Das ist sehr auffällig, dass dies hier so betont wird. Und das wird eben im Philipperbrief weiter betont, wie wichtig jeder einzelne Gläubige ist.

Die Gemeinde in Philippi und ihre Entstehung

Unter Besonderheiten, Punkt eins: Die Wichtigkeit jedes einzelnen Gläubigen. Das sieht man hier in Vers 1: Paulus und Timotheus, Knechte Jesu Christi, an alle Heiligen in Christus Jesus.
Aber dann haben wir schon in Vers 4 gelesen: Ich danke meinem Gott bei aller meiner Erinnerung an euch, allezeit in jedem meiner Gebete, indem ich für euch alle das Gebet mit Freuden tue. Auch da wird wieder betont: Für jeden einzelnen in Philippi ist Grund zur Freude des Apostels, sodass er für ihn danken kann.
Und dann haben wir in Vers 7 das zweimal gefunden: Wie es für mich recht ist, dass ich dies im Betreff euer aller denke, weil ihr mich im Herzen habt und das sowohl in meinen Banden als auch in der Verantwortung und Bestätigung des Evangeliums ihr alle meine Mitteilnehmende Gnade seid. Da gab es keine Mitläufer in Philippi, alle waren ganz mit dabei.
Vers 8: Denn Gott ist mein Zeuge, wie ich mich nach euch allen sehne mit dem Herzen Christi Jesu. Also hatte der Apostel Paulus eine Sehnsucht nach jedem Einzelnen in Philippi.
Übrigens: Was hier mit „Herzen Christi Jesu“ übersetzt ist, heißt im Griechischen ganz wörtlich „Eingeweide“, also mit den Eingeweiden. Das ist das griechische Wort für innere Gefühle. Aber in Verbindung mit den Opfern ist das besonders interessant. In 3. Mose 1 findet man ja das Brandopfer, das Opfer, das auf das Opfer Jesu Christi zur Verherrlichung Gottes hinweist. Dort wird betont, wie das Opfer zerlegt werden musste, das Tieropfer, das Brandopfer, in alle seine Einzelteile. Und da werden eben auch die Eingeweide speziell erwähnt. Alles wurde quasi gesondert und dann als Ganzopfer Gott dargebracht, eben auch die Eingeweide.
Das, was der Herr Jesus innerlich empfunden hat, die Liebe zum Vater, die Liebe zu den Verlorenen, die Liebe zu uns, das hat ihn getrieben, sich so hinzugeben. Darum hat es schon einen besonderen Klang, wenn Paulus sagt: Wie ich mich nach euch allen sehne mit den Eingeweiden Christi Jesu.
Und dann ist noch zu erwähnen Kapitel 4, 21-22. Es geht ihm noch um das Thema, die Wichtigkeit jedes Einzelnen: Grüßt jeden Heiligen in Christus Jesus! Es grüßen euch die Brüder, die bei mir sind. Es grüßen euch alle Heiligen, und besonders die aus des Kaisers Hause. Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist. Amen!
Auch da nochmals zweimal: Jeder Heilige soll gegrüßt werden, aber auch alle Heiligen da in Rom grüßen die Philipper.

Missionsanfang, europäische Wende und römischer Hintergrund

Wenn wir gerade schon bei den Adressaten sind, ist es wichtig, daran zu denken, wie diese Gemeinde entstanden ist. Das wird in Apostelgeschichte 16 beschrieben. Dort haben wir die zweite Missionsreise des Apostels Paulus vor uns, und es ist sehr interessant, wie der Autor der Apostelgeschichte nur ganz fein andeutet, was da hinter den Kulissen geschehen ist.
In Apostelgeschichte 16 sind Paulus und seine Mitarbeiter zunächst noch in der Türkei, in der heutigen Türkei. Dann kam diese Vision, dieser Traum: In Apostelgeschichte 16,9 ruft ein mazedonischer Mann Paulus zu: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“ Dieser Traum war eigentlich der Anlass, dass Paulus den Kontinent wechselte und von Asien nach Europa hinüberkam.
Zu diesem Ruf „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns!“ lesen wir in Vers 10: „Als er aber das Gesicht gesehen hatte, suchten wir alsbald nach Mazedonien abzureisen, indem wir schlossen, dass der Herr uns gerufen habe, ihm das Evangelium zu verkündigen.“ Also selbst für den Apostel Paulus war das nicht ganz klar, was dieser Traum bedeutete und ob das wirklich von Gott war. Aber nebenbei gesagt: Das war auch nicht irgendein Traum, sondern ein Traum, der an einer Schlüsselstelle in der Heilsgeschichte gegeben wurde. Denn er führte den Apostel der Heiden nach Europa.
Darum hat der Philipperbrief auch eine so feierliche Bedeutung. Er ist das Dokument der ersten europäischen Gemeinde, die durch den Apostel Paulus gegründet wurde. In Apostelgeschichte 16,10 heißt es aber: „Als er aber das Gesicht gesehen hatte, suchten wir alsbald nach Mazedonien abzureisen, indem wir schlossen, dass der Herr uns gerufen habe.“ Das schließt ein, dass Paulus diesen Traum seinen Mitarbeitern erzählte, sie darüber sprachen und alle gemeinsam zu dem Schluss kamen: Das ist ein Traum, der von Gott gekommen war. Dann gingen sie nach Europa.
Aber das ist hier das erste Mal in der Apostelgeschichte, dass ein Wir-Text vorkommt. Und was bedeutet das? Der Autor der Apostelgeschichte, Lukas, war mit dabei. Er sagt das aber nicht ausdrücklich. Er sagt nicht: „Vortrefflichster Theophilus, an ihn hat er ja das Lukasevangelium, den ersten Teil, und dann auch die Apostelgeschichte gerichtet, denk einmal, da bin ich mit dem Völkerapostel Paulus nach Europa gereist.“ Sondern es ist ganz fein angedeutet. Man muss einfach merken: Es ist nicht mehr wie in Vers 6, wo es heißt: „Sie durchzogen aber Phrygien und die galatische Landschaft“, oder in Vers 7: „Als sie aber gegen Mysien hinkamen, versuchten sie ...“; sondern es wechselt plötzlich in Vers 10 auf „wir“. Und der aufmerksame Leser muss feststellen: Aha, jetzt ist Lukas mit dabei.
Dann wird berichtet, wie diese Gemeinde entstanden ist: zuerst durch die Evangelisation am Fluss, unten in diesem Frauenhauskreis, in diesem jüdischen Umfeld, und dann durch dieses wunderbare Ereignis im Gefängnis mit Erdbeben und dem Selbstmordversuch des Kerkermeisters. So entstand diese Gemeinde ganz dramatisch.
In Kapitel 17, beziehungsweise in Apostelgeschichte 16,40, sehen wir dann, wie Paulus nach dieser Gründungszeit in Philippi, die sehr kurz war, weiterging: „Als sie aber aus dem Gefängnis herausgegangen waren, gingen sie zu der Lydia; und als sie die Brüder gesehen hatten, ermahnten sie sie und gingen weg.“ Nachdem sie aber durch Amphipolis und Apollonia gereist waren, kamen sie nach Thessalonich, wo die Synagoge der Juden war. Nach seiner Gewohnheit aber ging Paulus zu ihnen hinein und unterredete sich an drei Sabbaten.
Ja, merken wir: Es ist nicht mehr „wir“, sondern „sie“. Und daraus schließen wir, dass Lukas nicht mehr weiterging. Wo blieb er? In Philippi. Was hat er dort getan? Gemeindeaufbauarbeit. Aber kein Wort davon. Im Text muss man es selber herausfinden, dass Lukas vom Herrn ganz klar die Weisung bekommen hat: Jetzt muss ich da einen besonderen Dienst in Philippi tun. Das zeigt seine Bescheidenheit.
Das ist also diese Gemeinde in Philippi, und sie wurde von Anfang an speziell durch Lukas betreut. Nun müssen wir doch wissen, ich habe das auch auf dem Skript aufgeführt: Philippi. Der Name geht übrigens zurück auf Philippus, den König von Mazedonien, den Vater von Alexander dem Großen. Zu seiner Ehre gab man diesem Ort den Namen Philippi.
Später hatten die Römer diesen Ort ihrer Herrschaft einverleibt, und dann wurde er zu einer Kolonie für Veteranen der Legion. Also Leute, die sich ein Leben lang um die Herrschaft und Ausbreitung des Römischen Reiches verdient gemacht hatten, wurden dort angesiedelt. Ferner wurden aber auch andere Leute aus Italien nach Mazedonien und Griechenland umgesiedelt und mussten dort wohnen. Sie bekamen jedoch ein ganz besonderes Vorrecht. Denn Philippi war eine Stadt, in der italisches Recht galt. Sie wurden betrachtet, als würden sie in Italien, dem Kerngebiet des Römischen Reiches, wohnen. So waren sie steuerbefreit und hatten römisches Bürgerrecht.
Also müssen wir uns vorstellen: Das waren ein bisschen bessere Leute, und sie zahlten auch keine Steuern. Sie fühlten sich in dieser Stadt Philippi sehr wohl. Und in diesem Zusammenhang muss man eben auch Kapitel 3,20-21 lesen, wo der Apostel sagt, wo unser wirkliches Ziel ist: „Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichförmigkeit mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen.“

Zeit, Ort und Überbringung des Briefes

Nicht wahr, wenn man keine Steuern bezahlen muss, ist das schon ein toller Ort. Es gibt in der Schweiz gewisse Orte, und das Wissen die Reichen dort, dass man weniger Steuern bezahlt, aber gar keine, nicht wahr?
Und diesen Leuten muss der Apostel Paulus sagen: Vergesst aber nicht unser wahres Bürgertum, das ist im Himmel, nicht in Philippi. Und von dort her kommt der Höchste aller Herrscher. Da ist ein König, Philippus, Vater von Alexander dem Grossen, ein Nichts dagegen. Auch der römische Kaiser, der Philippi zu einer römischen Kolonie gemacht hat, ist ein Nichts dagegen. Denn wir erwarten aus dem Himmel, wo wir das Bürgertum haben, den, der Jesus Christus als Heiland ist. Und das ist der, der Kraft hat, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen. Also, es sind ganz feine Anspielungen.
Und nun die nächste Frage nach Autoren, Adressaten: Wann wurde dieser Brief abgefasst, und wo? Der Brief, den wir gleich noch sehen, geht klar hervor: Paulus war gefangen in Rom. Was hier beschrieben wird, ist die Gefangenschaft von sechzig bis zweiundsechzig nach Christus, die am Schluss der Apostelgeschichte noch beschrieben wird. Lukas schreibt in Apostelgeschichte 28, wie Paulus nach Rom kam, weil er sich auf das höchste Gericht, das Gericht des Kaisers, berufen hatte. So musste er dort als Gefangener warten, bis seine Ankläger aus Israel nach Rom anreisen würden. Aber die kamen nicht.
So endet die Apostelgeschichte, in Apostelgeschichte 28, Vers 30: „Er aber blieb zwei ganze Jahre in seinem eigenen gemieteten Hause und nahm alle auf, die zu ihm kamen, indem er das Reich Gottes predigte und die Dinge, welche den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert lehrte.“ Der Ausdruck zwei ganze Jahre ist sehr bemerkenswert, weil das ein Begriff aus dem römischen Recht ist. Wenn die Ankläger während zwei voller Jahre nicht zur Verhandlung erscheinen, dann wird der Angeklagte freigesprochen. Und so sehen wir hier: In Apostelgeschichte 28 sind wir gerade am Schluss dieser Gefangenschaft, die eben von sechzig bis zweiundsechzig, also zwei Jahre, gedauert hatte.
Und der Apostel Paulus schreibt im Philipperbrief, wie wir gleich noch sehen werden, davon, dass er jetzt Zuversicht hat, dass er bald frei werden würde. Und zwar können wir schon einmal vorausgreifend Kapitel 2, Vers 24 lesen: „Ich vertraue aber im Herrn, dass auch ich selbst bald kommen werde.“ Im Zusammenhang sagt er, er schickt Timotheus, damit er zu den Philippern geht, aber hier sagt er, ich vertraue, dass er selber bald kommen würde. Also war es klar: Er wird wieder frei, und so ist es auch geschehen.
Übrigens spielt er darauf nicht nur hier in Kapitel 2, Vers 24 an, sondern auch in 1,26-27. Auch im Philemonbrief, Vers 22, und auch in Hebräer 13,19 spricht er davon. Darum ist also klar: Der Brief wurde abgefasst um 62, gerade am Ende der ersten Gefangenschaft.
Übermittelt wurde der Brief durch Epaphroditus, in 2,25. Da erwähnt Paulus: „Ich habe es aber für nötig erachtet, Epaphroditus, meinen Bruder und Mitarbeiter und Mitstreiter, aber euren Abgesandten und Diener meiner Notdurft, zu euch zu senden, da er ja sehnlich nach euch allen verlangte und er sehr bekümmert war, weil ihr gehört hattet, dass er krank war. Denn er war auch krank, dem Tode nahe. Aber Gott hat sich über ihn erbarmt, nicht aber über ihn allein, sondern auch über mich, auf dass ich nicht Traurigkeit auf Traurigkeit hätte. Ich habe ihn nun desto eilender gesandt, auf dass ihr, wenn ihr ihn seht, wieder froh werdet und ich weniger betrübt sei. Nehmt ihn nun auf im Herrn mit aller Freude und haltet solche in Ehren. Denn um des Werkes willen ist er dem Tod nahegekommen, indem er sein Leben wagte, auf dass er den Mangel in eurem Dienste gegen mich ausfüllte.“
Also hier wäre klar: Die Philipper hatten Epaphroditus aus Griechenland nach Rom geschickt, zu Paulus im Gefängnis beziehungsweise in dieser Halbgefangenschaft, wie wir gesehen haben, in seinem eigenen gemieteten Hause. Das bedeutete, zusammengebunden mit zwei römischen Soldaten, zu besuchen. Und wie wir dann aus Kapitel 4 noch sehen werden, übermittelten sie ihm auch eine Gabe der Gemeinde, um ihn finanziell zu unterstützen. Und bei diesem Besuch in Rom wurde Epaphroditus schliesslich todkrank. In der Zwischenzeit hatten die Philipper das gehört. Er war sehr in Sorge, und jetzt kann der Apostel Paulus im Philipperbrief schreiben, dass es so war. Er war wirklich fast tot.
Der Ausdruck ist nämlich sehr stark, Vers 27: „Denn er war auch krank, dem Tode nahe.“ Die Fussnote der alten Elberfelder, die ja sehr genau ist, schreibt: „Eigentlich gleich dem Tode gleich.“ Also, der war wirklich ganz am Ende. Und das Erstaunliche ist: Der Apostel Paulus hat nicht ein Wunder gemacht, Hände aufgelegt, sondern es war eine ganz grosse Not für ihn. Und er sagt: „Denn er war auch krank, dem Tode nahe; aber Gott hat sich über ihn erbarmt, nicht aber über ihn allein, sondern auch über mich, auf dass ich nicht Traurigkeit auf Traurigkeit hätte.“ Er ist also nicht ein bisschen krank geworden, und der Apostel Paulus hat ihn geheilt, sondern der war wirklich todkrank, und schliesslich hat der Herr sich über ihn erbarmt, ihn wiederhergestellt, damit Paulus nicht eben Traurigkeit auf Traurigkeit hätte, damit es einfach nicht zu viel wird für ihn.
Ja, interessant, wir kommen dann später nochmals darauf zurück, nur andeutungsweise: Paulus hat ihn nicht geheilt. Und wir haben auch einen weiteren solchen Fall in 2. Timotheus 4: Trophimus liess sich krank in Milet zurück. Warum hat Paulus ihn nicht geheilt? Oder Timotheus hat ja ständig mit Übelkeit zu kämpfen und mit Bauchproblemen. Er ist in 1. Timotheus 5, und da sagt er, er solle aufhören, immer nur Wasser zu trinken. Denn Trinkwasser damals war nicht von der Qualität wie bei uns, sondern er solle auch ein bisschen Wein dazunehmen, wie das üblich war damals, um das Wasser etwas zu desinfizieren. Da hat man Wein stark verdünnt mit Wasser getrunken, und das soll jetzt Timotheus auch tun. Er sagt ihm nicht: Im Namen des Herrn, du bist geheilt. Warum nicht?
Und dann muss man sich in dem Zusammenhang noch die Frage stellen: Wo finden wir in der Zeit der Gemeinde ab Pfingsten ein Beispiel, wo die Apostel einen Gläubigen geheilt haben durch ihre Gabe der Heilung? Das ist kein Problem: Keinen einzigen. Es waren immer Ungläubige, wenn der Apostel Paulus Zeichen und Wunder getan hat unter den Heiden. Das waren Zeichen für die Ungläubigen. Aber wir lesen von keinem einzigen Fall, wo er durch seine Wundergabe, seine Gabe des Heilens, einen Gläubigen geheilt hätte. Und natürlich ist das etwas anderes als Heilung durch Gebet, wie wir das auch im Jakobusbrief finden, dass Älteste gerufen werden sollen, damit sie beten sollen. Das ist nicht die Gabe des Heilens.
Aber wenn wir sehen: Die Gabe des Heilens, kein einziges Beispiel im Neuen Testament, wo die Apostel und auch andere, die die Gabe der Wunder hatten, wie Philippus und Stephanus, einen Gläubigen geheilt hätten. Eigenartig, aber wir kommen später nochmals darauf zurück.
Das war alles so ein bisschen vorausgreifend, eben im Zusammenhang: Wer hat den Brief geschrieben, wo wurde er verfasst, wer hat ihn übermittelt? Natürlich Epaphroditus, der dann wieder zurückging nach Philippi, hat den Brief auch gleich mitgenommen. Der Apostel Paulus hat noch mehr solche Briefe geschrieben, damals eben um 62 nach Christus, am Ende der Gefangenschaft. In der gleichen Zeit wurde der Epheserbrief, der Kolosserbrief und der Philemonbrief verfasst, und auch der Hebräerbrief. Ich habe überall die Stellen angegeben, wo das gesagt wird, und dass der Hebräerbrief von Paulus stammt, das haben wir ja schon gesehen bei der Betrachtung des Hebräerbriefes. Ich erinnere nur an 2. Petrus 3, wo Petrus auf den Hebräerbrief anspielt und sagt, dass der von Paulus stammt.
Ja, und dann wurde der Apostel Paulus tatsächlich nochmals frei und reiste umher, und zwar sehen wir aus dem Titusbrief, dass er nach Kreta ging, zum Beispiel. Und in Titus 3 spricht er von seinem Überwintern in Nikopolis. Das findet man nirgends in der Apostelgeschichte im Zusammenhang mit den vier Missionsreisen des Apostels. Da muss man sich fragen: Wann war er da zum Überwintern in Nikopolis? Ganz einfach auf seiner fünften Missionsreise, wenn man so will, also nach der Befreiung, nach Apostelgeschichte 28.
Und dann im ersten Timotheusbrief spricht er davon, wie er in Mazedonien wieder war. Und das haben wir ausserbiblisch bestätigt, auch aus der frühen Zeit der Christenheit, dass der Apostel Paulus schliesslich auch nach Spanien gegangen ist. Das war ja sein Herzenswunsch, den er in Römer 15 ausgedrückt hatte. Er sagte dort: „Ich möchte gerne einmal zu euch kommen, ihr Römer, und dann möchte ich über euch hinaus nach Spanien weitergehen.“ Und das ist tatsächlich geschehen, und zwar über Rom. Aber im Römerbrief war das noch nicht zu sehen, dass er dann zwei Jahre als Gefangener in Rom sein würde, aber dass er nach Rom dann nach Spanien gehen würde.
Übrigens war Spanien das einzige Gebiet im Römischen Reich rund um das Mittelmeerbecken, wo man mit Griechisch nicht durchkam. In Spanien musste man Lateinisch sprechen. Nun, für den Apostel Paulus war das kein Problem, der konnte ja auch mit den Barbaren auf der Insel Melite sprechen, der konnte mit den Barbaren sprechen bei Derbe und Lystra. „Er sagt ja in 1. Korinther 14, ich rede mehr in Sprachen als ihr alle“, war kein Problem.
Ja, also das zu diesen Briefen der Gefangenschaft, damit man sieht, zu welcher Gruppe der Philipperbrief gehört. Aber jeder dieser Briefe hat einen ganz anderen Charakter, hat also nicht einfach ein paarmal dasselbe oder ungefähr dasselbe geschrieben. Jeder Brief ist eine Perle mit Eigenheiten für sich.
Ja, und dann wurde Paulus, und zwar offensichtlich in Troas, 2. Timotheus 4,13, nochmals verhaftet und kam dann in die Todeszelle nach Rom. Und der 2. Timotheusbrief klingt dann ganz anders, nicht mehr: „Ich habe jetzt Zuversicht, dass ich bald zu euch kommen werde“, sondern er sagt: Jetzt ist die Zeit des Abscheidens gekommen. „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet“, 2. Timotheus 4. Und dann wurde er durch Kaiser Nero enttaubt, weil er römisches Bürgerrecht hatte. Petrus hatte kein römisches Bürgerrecht, er wurde von Nero in der gleichen Zeit durch Kreuzigung hingerichtet.

Dank, Gemeinschaft und die Freude des Evangeliums

Ja, also, jetzt gehen wir zurück zu diesen Eingangsversen. Nach dem Gruss, Verse 1 und 2, kommt ein Dankesgebet, Verse 3 bis 8. Wir haben schon gesehen, dass der Apostel Paulus dieses Dankgebet mit Freuden für jeden Einzelnen in Philippi tut. Und er sagt auch, warum, in Vers 4 in der Mitte: indem ich für euch alle das Gebet mit Freuden tue wegen der Teilnahme am Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt. Teilnahme, oder wörtlich: Gemeinschaft am Evangelium.
Unter Besonderheiten, Punkt 3, habe ich aufgeführt, dass wir fünf bemerkenswerte Stellen im Philipperbrief haben, wo der Begriff der Gemeinschaft vorkommt: Gemeinschaft am Evangelium, dann in Vers 7 Gemeinschaft an der Gnade, in Kapitel 2, Vers 1 geht es um die Gemeinschaft des Heiligen Geistes, und dann in 3, Vers 10 die Gemeinschaft der Leiden und schliesslich Gemeinschaft im Geben und Nehmen, Kapitel 4, Vers 15.
Nun, der Apostel Paulus freut sich so an den Philippern, weil sie von Anfang an so missionarisch gesinnt waren. Alle waren voll mit dabei, eben bei allem, was die Evangeliumsverkündigung betrifft. Und darum hatten sie auch den Apostel Paulus in Rom so am Herzen und schickten Epaphroditus hin, um ihn nochmals auch finanziell zu unterstützen.
Und der Apostel Paulus sagt: Das ist bei euch so vom ersten Tag an bis jetzt. Das sind schon einige Jahre gewesen. Er hat nicht aufgehört, es ist nicht abwärts gegangen, vom ersten Tag an. Und wenn er sagt: vom ersten Tag an, hat das schon eine besondere Bedeutung. Da kam Paulus mit seinen Mitarbeitern, unter anderem Lukas, nach Philippi. Und in der Apostelgeschichte sehen wir, dass er immer so vorging: In jeder Stadt, in jedem Ballungszentrum suchte er zuerst eine Synagoge, um eben einen Brückenkopf zu haben.
Wenn sich Juden bekehrten, dann waren das zwar junge Christen, aber sie kannten bereits das Alte Testament. Und wenn dann die Heiden aus der gleichen Stadt sich auch bekehrten, waren die bereits in der Lage, sie zu unterweisen, sodass der Apostel Paulus nicht lange an einem Ort bleiben musste. Er konnte dann wieder zu einem weiteren Ballungszentrum gehen. So war eben gewährleistet, dass eine junge Gemeinde sich stabil entwickeln konnte.
Und dazu kommt, dass die Juden, weil sie mit dem Alten Testament aufgewachsen waren, auch was die Moral anbetrifft eine Stabilität mitbrachten, die bei denen, die aus dem Heidentum kamen, ganz anders war. Die mussten alles neu lernen. Und die Judenchristen, die mussten vieles neu lernen, aber die kamen im Normalfall aus intakten Familien, wo klar war, was Moral angeht, was Heirat anbetrifft, was das Problem der Unzucht anbetrifft usw.
So war sein Vorgehen: zuerst eine Synagoge und dann die Heiden. Und natürlich ist es auch das Prinzip von Römer 1, wo der Apostel Paulus sagt, dass das Evangelium Gottes Kraft ist zum Heil für jeden Glaubenden, dem Juden zuerst, als auch dem Griechen. Also da wird auch klar, dass, obwohl er der Apostel für die Heiden war, es eine Priorität der Judenmission gab. Das muss man all denen sagen, die Judenmission ablehnen. Nicht wahr, es ist ja unglaublich, das gibt es ja manchmal. Nein, die Juden, die müssen wir nicht evangelisieren, da wird Gott selber zum Ziel kommen. Nein, dem Juden zuerst, als auch dem Griechen, und das hat der Apostel Paulus auch umgesetzt.
Aber in Philippi war es eben speziell: Es gab keine Synagoge. Aber dafür gab es diesen Gebetskreis, einen jüdischen Gebetskreis unten am Fluss. Und Apostelgeschichte 16 zeigt, wie der Apostel Paulus zu diesen Frauen gegangen ist, die also einfach behelfsmässig eine Zusammenkunft hatten mit Bibellesen und Beten. Und da war auch eine heidnische Frau, Lydia, diese Purpurkrämerin. Sie war zum Judentum übergetreten, beziehungsweise sie hat sich bekehrt zu dem Gott des Alten Testaments. Und sie kam dann auch durch die Evangelisation von Paulus dort am Fluss zum Glauben.
Es gab keine Synagoge, weil es keinen Minjan gab. Um eine Synagoge zu bilden, müssen nach rabbinischem Recht zehn Männer da sein. Minjan heisst Zahl, aber der Minjan meint die Mindestzahl von zehn, um eine Synagoge zu sein. Und da gab es eben nicht die zehn Männer. Aber es gab jüdisch gläubige Frauen, und die wurden evangelisiert. Und der Herr tat das Herz der Lydia auf. Und da beginnt das vom ersten Tag an.
Das ist so schön, wenn es hier in Vers 5 steht: Eure Teilnahme an dem Evangelium vom ersten Tag an bis jetzt. Das begann dort, als der Herr der Lydia das Herz auftat. Und dann hat der Herr auch die Gefängnistüren geöffnet und dadurch auch das Herz des Kerkermeisters. Schliesslich öffnete er auch die Türen seines Hauses, denn der Kerkermeister hat dann die ausgepeitschten Silas und Paulus zu sich nach Hause genommen. Und die ganze Familie, alle im Haus, haben das Evangelium gehört, haben sich bekehrt, wurden getauft. So hat das alles angefangen.
Aber da ist so viel drin, ja, vom ersten Tag an bis jetzt. Und das wissen wir, weil wir die Apostelgeschichte haben. Die Apostelgeschichte gibt uns eben so die Hintergrundkarte, um die einzelnen Briefe des Neuen Testaments gut einordnen und besser verstehen zu können.

Der Tag Christi, die Bitte um geistliche Reife und die Struktur des Briefes

Ja, und dann sagt der Apostel Paulus: Ihr seid so missionarisch, und darum danke ich Gott mit Freuden für euch. Und er sagt weiter, dass er ganz zuversichtlich ist, dass Gott, der in ihnen ein gutes Werk angefangen hat, es vollführen wird bis auf den Tag Jesu Christi.
Was ist der Tag Jesu Christi? In Vers 11 wird er genannt: der Tag Christi. Wenn wir dieses Wort Christus, Christos, auf Griechisch zurückübersetzen auf Hebräisch, dann ergibt das: Tag des Messias, Yom Maschiach. Das ist ein Begriff, der in den rabbinischen Schriften ein fester Ausdruck ist für die Zeit, wenn der Messias kommt, um hier auf Erden zu herrschen.
Also wird hier der ganze Bogen gespannt bis auf den Tag Christi, bis auf den Tag Jesu Christi, also den Tag von Jeshua Hamashiach, dem Messias Jesus. Warum bis dorthin, warum nicht nur bis zur Entrückung? Die Entrückung geht ja dem tausendjährigen Reich einige Jahre voraus. Dann werden die Gläubigen in die himmlische Herrlichkeit geführt. Sie werden vor dem Richterstuhl Christi erscheinen, nach 2. Korinther 5,10, und dann wird der Lohn zugesprochen.
Aber dann wird Jesus Christus mit allen Gläubigen der Gemeinde, übrigens auch des Alten Testaments, wiederkommen auf den Ölberg. Sacharja 14 sagt: Der Herr wird kommen und alle Heiligen mit ihm. Und dann wird er allen Gläubigen entsprechend ihrem Lohn auch ihre Herrschaftsaufgaben verteilen. Und dann wird auch angesichts der Welt alles klar werden, wie der Herr die einzelnen Gläubigen beurteilt hat.
Und so wird hier eben der Bogen gespannt bis dorthin. Der Apostel Paulus sagt: Ich bin überzeugt, dass er nicht nur angefangen hat, sondern dass er das alles bis ans Ziel, bis ins tausendjährige Reich, wenn er mit Christus herrschen wird, zum Ziel führen wird. Und das tut er eben für alle so mit Freuden, weil sie auch Mitteilnehmer der Gnade sind. Das heißt, sie haben richtig mitgelebt mit all dem, was der Apostel Paulus erfahren hat und wie er Gottes Hilfe und Gnade erlebt hat. Darum liebt er sie so.
Und dann finden wir in den Versen neun bis elf nicht einen Dank, sondern eine Bitte. Und um dieses bete ich, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht. Also er betet, dass ihre Liebe größer wird, wächst, aber nicht eine blinde Liebe. Eine blinde Liebe kann viel Torheit anrichten. Und darum sagt er, dass eure Liebe noch mehr und mehr überströme in Erkenntnis und aller Einsicht.
Das braucht es. Es braucht nicht nur Liebe, sondern sie muss auch richtig geleitet sein. Das ist ähnlich wie der Apostel Paulus in Römer 10 im Blick auf das orthodoxe Judentum sagt: Ich gebe ihnen Zeugnis, dass sie Eifer haben für Gott, aber nicht nach Erkenntnis. Und es ist wirklich so, dass gut gemeint manchmal das Gegenteil von gut sein kann.
Darum diese Bitte mit dem Ziel, damit ihr prüfen möget, was das Vorzüglichere sei. Ich weiß nicht, ob das in allen Übersetzungen so klar hervorkommt, dass das ein Komparativ ist, also nicht nur, damit ihr prüfen möget, was das Gute sei, sondern das Vorzüglichere, also das, was noch besser ist als gut. Und da sehen wir: Das ist nicht das Gleiche, wenn wir etwas richtig machen. Es ist einfach gut. Aber der Apostel Paulus sagt, wir sollen lernen, eben herauszufinden, was ist, wenn mehrere gute Sachen zur Auswahl stehen, was ist das Bessere?
Ein interessanter Gedanke: Es geht also nicht nur um gut und falsch, sondern es geht um gut und besser. Und das sollen sie eben erkennen können. Was ist das Bessere? Und das auch wieder im Blick auf den Tag des Messias, dass am Schluss Gott verherrlicht wird eben durch ihr Leben. Dann, wenn der Lohn verteilt wird, wird das alles offenbar und sichtbar werden.
Und dann beginnt ein neuer Teil. Sehen wir unter Struktur, da habe ich ja den ganzen Philipperbrief eingeteilt in vier Teile. Das heißt, ich habe das eingeteilt; diese Einteilung ergibt sich aus dem Brief inhaltlich. Und zwar kann man das schön auf die Kapitel verteilen, die vier Teile.
Kapitel eins hat das Thema: Christus, unser Lebensinhalt. Da kommt dann auch dieser Vers vor: Das Leben ist für mich Christus. Also Christus, unser Lebensinhalt.
Dann Teil zwei: Christus, unser Lebensvorbild. Kapitel zwei. Und dort wird gezeigt, wie der Herr Jesus, der ewige Gott, sich in sieben Stufen erniedrigt hat, und er wird uns als Vorbild der Demut vorgestellt.
Dann der dritte Teil: Das ist Kapitel drei. Christus, unser Lebensziel. Der Apostel Paulus erklärt dort, dass er das Ziel anschauend jagt in der Rennbahn, und dieses Ziel ist Jesus Christus.
Und dann Kapitel vier entspricht dem vierten Teil: Christus, unsere Kraft. Dort finden wir diesen wunderbaren Vers: Ich vermag alles durch den, der mich stärkt. Aber wir werden gleich noch sehen, was dieses Alles bedeutet. Das bedeutet nicht, dass wir einfach auf allen Gebieten immer erfolgreich sein müssten. So werden wir noch sehen, was das genau bedeutet.
Aber so haben wir diese Vierteilung des Briefes: Christus, unser Lebensinhalt; Christus, unser Lebensvorbild; Christus, unser Lebensziel; Christus, unsere Kraft. Und jeder Teil kann wieder in zwei Unterteile aufgesplittert werden.
Also in unserem Teil eins haben wir Gebet für Philippi, und zwar Dank und Fürbitte, 1,3-11, das haben wir gesehen. Und jetzt kommt der zweite Unterteil: Leiden und Evangelisation, 1,12-30.

Leiden, Evangeliumsfortschritt und die Freude trotz Gefangenschaft

Und lesen wir da weiter:
Ich will aber, dass ihr wisst, Brüder, dass meine Umstände mehr zur Förderung des Evangeliums geraten sind, so dass meine Bande in Christus offenbar geworden sind in dem ganzen Prätorium und allen anderen. Das Prätorium bezeichnet die militärische Garde des Kaisers in Rom. Er sagt also hier, es ist für alle ganz klar geworden, dass er völlig unschuldig ist.
Es ist ja so schön: Der Apostel Paulus konnte eben nicht sagen, diese zwei Jahre in römischer Gefangenschaft, das waren verlorene Jahre. Sondern er konnte ständig Leute in seinem gemieteten Haus in der Gefangenschaft empfangen und über das Reich Gottes lehren. Und das letzte Wort dort in der Apostelgeschichte im Deutschen, als ich das vorhin vorgelesen habe, ist nicht so deutlich, aber im Griechischen ist das letzte Wort ungehindert. Er lehrte die Dinge vom Reich Gottes ungehindert, obwohl er gefangen war. Das Wort konnte ungehindert weitergehen.
Und da konnte er auch die kaiserliche Garde erreichen, und es sind sogar Leute aus dem Kaiserhaus, das können natürlich auch die Bediensteten mit einschließen, zum Glauben gekommen. Denn am Schluss haben wir ja gelesen, Kapitel 4, Vers 22: „Es grüssen euch alle Heiligen, und besonders die aus des Kaisers Hause.“ Das ist fantastisch, nicht wahr? So kam das Evangelium bis nach Rom und bis in das Kaiserhaus hinein und brachte Frucht. Nero kam nicht zum Glauben, und er wurde auch einer der schlimmsten Christenverfolger. Aber er hat das Evangelium klar von Paulus gehört, und andere eben aus des Kaisers Haus wurden gerettet.
Ich fahre weiter. Vers 13: In dem ganzen Prätorium und allen anderen, und dass die meisten der Brüder, indem sie im Herrn Vertrauen gewonnen haben, durch meine Bande vielmehr sich erkühnen, das Wort Gottes zu reden ohne Furcht.
Nicht wahr, wenn jetzt bei uns plötzlich gewisse Gläubige wegen ihres Dienstes in der Schweiz verhaftet würden, das würde dazu führen, dass sich viele Gläubige beginnen, noch mehr zu ducken. Aber jetzt sagt er: Er ist da gefangen in Rom, aber die Situation hat sich so entwickelt, dass das vielen Gläubigen erst recht Mut gemacht hat, selber auch das Evangelium zu verkündigen ohne Furcht.
Und dann Vers 15: Etliche predigen Christus auch aus Neid und Streit, etliche aber auch aus gutem Willen, diese aus Liebe, indem sie wissen, dass ich zur Verantwortung des Evangeliums gesetzt bin, jene aus Streitsucht verkündigen Christus nicht lauter, indem sie meinen, meinen Banden Trübsal zu erwecken. Was denn? Wird doch auf alle Weise, sei es als Vorwand oder in Wahrheit, Christus verkündigt, und darüber freue ich mich.
Ja, ich werde mich auch freuen, denn ich weiss, dass dies mir zur Seligkeit ausschlagen wird durch euer Gebet und durch Darreichung des Geistes Jesu Christi, nach meiner sehnlichen Erwartung und Hoffnung, dass ich in nichts werde zuschanden werden, sondern mit aller Freimütigkeit, wie allezeit, so auch jetzt Christus hoch erhoben werde an meinem Leib, sei es durch Leben oder durch Tod.
Ja, also viele predigen, aber jetzt sehen wir drei Gruppen. Gewisse predigen Christus aus Neid und Streit, dann gewisse aus gutem Willen, und dann die, die wirklich löblich sind, diese aus Liebe. Und der Apostel Paulus freut sich einfach darüber, dass die frohe Botschaft verbreitet wird.
Darf man das nicht so viel verbreiten, dass er sich nicht so sehr auf die Glauben richtet, sondern auf die Glauben der Glauben der Glauben der Glauben der Glauben der Glauben der Glauben. Nicht falsch verstehen: Das ist nicht irgendwie eine Grundlage, um zu sagen, wenn jemand das Evangelium mit Irrtum vermischt verkündigt, dass wir sagen, ja, sind wir doch froh, dass hauptsächlich das Evangelium verkündigt wird. Hier geht es ja nicht darum, dass bei diesen drei Gruppen das Evangelium mit Irrtum vermischt verkündigt wird. Aber die Leute, von denen er sagt, aus Neid und Streit, die haben offensichtlich zwar die Wahrheit verkündigt, aber ihre Gesinnung war verwerflich.
Wir wissen, wie traurig es ist: Es gibt diesen Futterneid unter Gläubigen. Sie sind manchmal so eigenartig, sie sind eifersüchtig auf andere, auf ihre Begabungen, auf das, was als Frucht aus ihrem Dienst entsteht. Und dann wollen sie sich vielleicht selber auch noch mehr profilieren. Das ist dann aus Neid und Streit. Sie verkündigen zwar die Wahrheit, aber es ist schrecklich, dass das überhaupt möglich ist. Und 1. Korinther 3 sagt, das ist Fleischlichkeit.
Aber eben, das ist noch wichtig: Das ist nicht also eine Grundlage, um falsche Evangelien, das mit Falschem vermischt ist, irgendwie gutzuheissen. Das wird in der heutigen Zeit oft so gemacht, dass man denkt, man muss das Positive sehen. Aber wenn Gift dabei ist, dann muss man sagen: Oft sind gerade die, die viel Wahrheit verkündigen, verbunden mit Irrtum, die gefährlichsten Leute. Denn die, die offensichtlich nur Unsinn erzählen, auf die hören die wenigsten. Aber wenn einer zum Beispiel 80 Wahrheit verkündigt und dann noch 20 Gift, das sind die ganz gefährlichen Leute.
Aber niemand käme auf die Idee, zu sagen: Freuen wir uns doch darüber, dass Schlangengift aus 80 Prozent Protein besteht. Ich esse gerne morgens Eier. Und das ist Protein, und das gibt so Kraft für den neuen Tag. Aber eben beim Schlangengift ist es dann so, dass 20 noch dazukommt, und das ist das tödliche Gift. Das ist Schlangengift: 80 gutes Protein und dann noch das Tödliche mit dabei.
Ja, gehen wir weiter. Jetzt haben wir gesehen, wie der Apostel Paulus sagt, er freut sich, dass Christus verkündigt wird, und auch in Zukunft wieder sich darüber freuen. Jetzt haben wir den Begriff der Freude schon dreimal gehabt: Kapitel 1, Vers 4, das Gebet mit Freuden, und hier die Freude über die Evangeliumsverkündigung durch andere, jetzt in der Gegenwart und auch in der Zukunft.
Ich habe unter Besonderheiten Punkt 2 aufgeführt, dass man sechzehnmal Freude findet im Philipperbrief. Und zwar das Hauptwort Freude, Chara. Ich habe alle Stellen hier aufgeführt. Ich beginne mit Kapitel 1, Vers 4, dann 25, 2, Vers 2 und so weiter. Jeder kann für sich in jeder dieser sechzehn Stellen herausfinden, was der Grund der Freude ist. Es sind ganz verschiedene Gründe. Und wenn man nicht so gut weiss, worüber man sich freuen soll, dann kann man hier ganz viele Anregungen finden.
Und dann kommt das Verb vor, sich freuen, Chairo, eben hier zweimal im Vers 18, und dann habe ich angegeben weiter verschiedene Male in Kapitel 2, 3 und 4. Und natürlich am besten kennen wir Kapitel 4, Vers 4: Freut euch in dem Herrn allezeit, und abermals will ich sagen: Freut euch. Da kommt es zweimal vor im gleichen Vers. Und das ist ja eigentlich auch der Schlüsselvers zum Philipperbrief: die Freude im Herrn.
Und dann kommt auch vor zweimal Sich mitfreuen, Synchairo, Kapitel 2. Ja, das gibt sechzehn Stellen. Und dann kommt auch noch ein anderes Wort vor: gutes Mutes sein, eupsycheo. Das heisst also: Psycho, das ist seelische Empfindung, und Eu heisst wohl, gut, gute seelische Empfindung, gutes Mutessein. Ja, das ist schon erstaunlich: Ein Mann im Gefängnis, und er schreibt so ausführlich über Freude.

Christus als Lebensinhalt und die Hoffnung über den Tod hinaus

Ja, jetzt machen wir Pause, eine Viertelstunde. Wir fahren jetzt weiter in Philipper 1, Vers 21.
Der Apostel Paulus hat also darüber berichtet, wie das Evangelium ausgebreitet wird, durch ihn, durch andere, und dass es ihm darum geht, dass Christus eben verherrlicht wird. Und am Schluss von Vers 20 sagt er noch: sei es durch Leben oder durch Tod. Das ist dann das Zeugnis, das sich abschliesst.
Und da kommen wir jetzt zu Vers 21: Denn das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn. Das ist der Schlüsselvers für Kapitel 1: Christus, unser Lebensinhalt.
Nun ist es im Deutschen nicht ersichtlich, wenn es heisst: Das Leben ist für mich Christus. Der Ausdruck „das Leben“ ist nicht dasselbe wie in Johannes 14, Vers 6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Das Leben bedeutet in Johannes 14, dass Leben überhaupt, auch der Ursprung allen Lebens, in Gott ist, und der Herr Jesus ist in Person das Leben.
Aber hier ist es das Verb „leben“, englisch „to live“, ja, nicht „live“, sondern „to live“: leben. Und mit dem Artikel ist es zu einem Substantiv gemacht, also „das Leben“. Das heisst das fortdauernde Existieren hier auf Erden. Der Inhalt meines fortdauernden Lebens hier auf Erden ist Christus. Das ist hier der Sinn, und darum habe ich eben den Titel so gesetzt: Christus, unser Lebensinhalt.
Das Leben ist für mich Christus, und das Sterben Gewinn. Und jetzt wird der Vorhang zum Jenseits gelüftet: Wenn aber das Leben im Fleisch mein Los ist, das ist für mich der Mühe wert, und was ich erwählen soll, weiss ich nicht. Ich werde aber von beidem bedrängt, indem ich Lust habe, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser. Das Bleiben aber im Fleisch ist nötiger um euretwillen. Und in dieser Zuversicht weiss ich, dass ich bleiben und mit und bei euch allen bleiben werde zu eurer Förderung und Freude im Glauben, auf dass euer Rühmen in Christus Jesus meine Talben überströme durch meine Wiederkunft zu euch.
Ja, jetzt erklärt der Apostel Paulus also in diesen Versen: Wenn man als Christ stirbt, ist das ein Gewinn. Das ist so eine andere Botschaft als das, was wir in dieser Welt und in unserer Gesellschaft hören. Die moderne Medizin versucht alles, um uns die Möglichkeit zu geben, eben den Eindruck zu bekommen, der letzte Inhalt sei hier im Diesseits. Und es ist auch so, dass oft Leuten, die ganz schwer krank sind, auch nicht gesagt wird, was wirklich Sache ist. Gut, man tastet ja auch ein bisschen ab: Wollen die Leute das wirklich hören oder nicht?
Und es ist ein Riesenproblem in unserer Gesellschaft, und das kann man bei all denen in Erfahrung bringen, die in Gesundheitsberufen arbeiten: So viele Leute können mit dem Tod, mit dem Sterben überhaupt nicht umgehen. Und wenn dann plötzlich darüber gesprochen wird, dann gibt es Verwirrung und Durcheinander und unter den Angehörigen Streit. Also furchtbar.
Und der Apostel Paulus kann als Christ sagen: Sterben ist gewinnen. Aber es ist ihm klar: Jetzt ist noch nicht der Moment, ich habe noch einen weiteren Auftrag. Eben, das war die erste Gefangenschaft, aus der er dann frei wurde und noch weiter dienen konnte. Das ist ein ganz anderes Wort als in 2. Timotheus 4, wo er sagt: Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet.
Aber er weiss: Nein, ich muss noch da sein, und es ist ganz wichtig, eben gerade auch für euch Philipper. Es ist nötig. Aber nichtsdestotrotz kann er sagen: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser. Ganz wörtlich steht im Griechischen, das erklärt die alte Elberfelder in der Fussnote eigentlich um vieles mehr. Also er sagt: Ich werde von beidem bedrängt, von dem Gedanken, hier zu sein und weiter zu dienen, aber auch von dem Gedanken, bei Christus zu sein.
Und da sehen wir auch, wie unsinnig und verkehrt diese Irrlehre ist, die so verbreitet ist, wo gesagt wird, dass, wenn die Gläubigen sterben, dann hört ihr Bewusstsein auf, dann sind sie tot, und dann, bei der Auferstehung, kommt das wieder. Das lehren zum Beispiel die Zeugen Jehovas, das lehren auch die Sieben-Tags-Adventisten usw. Es ist vollkommen falsch. Der Apostel Paulus sagt: Nein, ich werde bei Christus sein, in Gemeinschaft mit ihm. Also genau so, wie Jesus sagt in Lukas 23, Vers 43 zu dem Mitgekreuzigten: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein, mit mir im Paradies.
Ich habe unter Besonderheiten Punkt eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs geschrieben: die Freude auf das Paradies. Da habe ich diese Stelle angegeben aus Lukas 23: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Die Zeugen Jehovas wollen das verändern, indem sie sagen: Im Grundtext steht ja kein Punkt und keine Kommas und keine Doppelpunkte, ja? Also das müsste man so lesen: Ich sage dir heute, du wirst mit mir im Paradies sein. So ein Unsinn!
Nicht wahr, wir sind keine Chinesen oder keine Thais. Die haben das Problem, dass in ihrer Sprache eben keine Zeitformen vorhanden sind. Die Verben sind gleich, ob es Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft ist, und dann muss man mit Zeitmarkern angeben, was jetzt gemeint ist, und so kann man sich verständlich ausdrücken. Aber in einer Sprache wie Griechisch, wo man so genau die Zeiten ausdrücken kann, muss man nicht sagen: Ich sage dir heute. Es ist ja klar, dass er das jetzt sagt. Das müsste man nicht mal auf Thailändisch so sagen, dann ist ja klar, wenn ich dir sage. Also jetzt ist und nicht morgen, ja?
Ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Denn der Gekreuzigte sagte: Herr, gedenke meiner, wenn du in deinem Reich kommst. Er sagte: Wenn du dann einmal als herrschender Messias wiederkommst, dann vergiss mich nicht. Und der Herr sagt: Nein, nicht erst dann. Heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Und in Offenbarung 6,9-11 haben wir eine interessante Stelle. Da werden Seelen von Märtyrern beschrieben, die im Himmel sind, und zwar beim Altar, das heisst also vor dem himmlischen Tempelhaus, das der Herr Jesus übrigens nennt in Johannes 14 das Haus meines Vaters. In Johannes 2 nennt er den Tempel in Jerusalem das Haus seines Vaters, und Johannes 14 spricht vom himmlischen Tempel, in dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen.
In Offenbarung 6,9-11 sieht Johannes Seelen von Märtyrern beim Altar im Himmel, und die können sprechen. Die sind bei vollem Bewusstsein, die können beten, und Gott spricht zu ihnen und gibt ihnen Verheissung. Also das zeigt: Auch wenn der Körper stirbt, dann besteht die Seele und der Geist weiter, und zwar bei vollem Bewusstsein. Und das ist auch das, was wir aus der Geschichte in Lukas 16,19-31 lernen. Das ist nicht ein Gleichnis. Es wird auch nicht gesagt, dass der Herr dort ein Gleichnis erzähle. Es ist eine Geschichte.
Und in Gleichnissen kommen ja nie Eigennamen vor, aber dort lesen wir von einem armen Lazarus, und es kommen in Gleichnissen auch nie historisch bekannte Personen vor. Aber dort geht es um Mose und die Propheten und Abraham. Das ist eine Geschichte. Und der Gläubige, der arme Lazarus, wird in den Schoss Abrahams getragen. Die Rabbiner haben das Paradies genannt: Paradies oder auch Schoss Abrahams, das sind Synonyme. Und dort wird auch gesagt, dass er jetzt getröstet wird.
Also die heimgegangenen Gläubigen, die werden nicht einfach das Bewusstsein von dem, was hier war, verlieren, sondern die werden ja dann sogar getröstet über all das, wo sie in ihrem Leben keinen Trost bekommen haben. Das ist schon erstaunlich.
Ja, und darum sagt der Apostel Paulus: Ich habe Lust, abzuscheiden, es ist weit besser, bei Christus zu sein. Aber jetzt muss ich noch bleiben. Und in Vers 26 wieder sagt er, er kommt nochmals nach Philippi.

Einheit, Demut und das Vorbild Christi

Und jetzt kommt eine Ermahnung an die Philipper: Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus, auf dass, sei es, dass ich komme und euch sehe oder abwesend bin und von euch höre, dass ihr feststeht in einem Geist, indem ihr mit einer Seele mitkämpft für den Glauben des Evangeliums und euch in nichts erschrecken lasst von den Widersachern. Das ist für sie ein Beweis des Verderbens, für euch aber des Heils, und zwar von Gott. Denn euch ist es in Bezug auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, da ihr denselben Kampf habt, den ihr an mir gesehen habt und jetzt von mir hört.
Also, hier ruft der Apostel Paulus diese Gläubigen, die bekannt waren dafür, dass sie am Evangelium so interessiert sind und sich dafür einsetzen, dazu auf, dass das weitergehen muss. Sie sollen so leben, dass es würdig dem Evangelium entspricht, und sie sollen weiterhin kämpfen. Und zwar betont er: in einem Geist, mit einer Seele.
Das Thema der Einheit der Gläubigen spielt im Philipperbrief eine große Rolle. Gerade unter Punkt sieben, Besonderheiten, unmittelbar nach der Freude auf das Paradies, habe ich geschrieben: Einheit der Gläubigen. Da finden wir den Ausdruck: feststehen in einem Geist, mit einer Seele mitkämpfen, da in Vers 27.
Aber dann in Kapitel 2, Vers 2, werden wir lesen: Sie sollen einerlei gesinnt sein, dieselbe Liebe habend, einmütig, eines Sinnes. Und dann Vers 3, Kapitel 2, Vers 3: nichts aus Parteisucht tuend. In Kapitel 2, Vers 20 klagt der Apostel: Denn ich habe niemanden gleichgesinnt, der von Herzen usw., als im Zusammenhang mit Timotheus. Dann sagt er in Kapitel 3, Vers 15: Wenn ihr etwas anders gesinnt seid, dann wird Gott euch dies auch noch klar machen. Und in Kapitel 4, Vers 2 ermahnt er zwei Schwestern in der Gemeinde, die Probleme miteinander hatten, einerlei gesinnt zu sein im Herrn.
Das zeigt also, wie wichtig diese Einheit unter den Gläubigen ist.
Aber das dürfen wir nicht verwechseln mit dem, was heute als Einheit propagiert wird. Heute wird Einheit propagiert in dem Sinn, dass man über die Unterschiede hinweggeht. Dann ist es ja keine Einheit. Wenn man sagt: Ja, wir sind alle eins, und wir sollten uns auch organisatorisch miteinander verbinden, in Allianzen usw. Ja gut, damit die Welt sieht, dass wir eins sind. Wenn ihr nicht eins seid in der Lehre, dann ist das eigentlich eine Farce. Da ist ja gerade nicht die Einheit in der Gesinnung.
Dann müsste man eben alles, was ein Hindernis ist, um die Dinge gleich zu sehen aus dem Wort Gottes, müsste man da kämpfen. Aber das wird so propagiert: Nein, Lehre trennt, Liebe eint. Also sind die Lehrfragen nicht so wichtig. Aber dann hat man nicht Einheit, dann ist es eine gespielte Einheit, es ist ein Theater.
Und wenn man eben diese Stellen liest: einerlei gesinnt, einmütig, eines Sinnes, dann schließt das eben auch die Einheit in der Lehre mit ein. Und wenn man sagt: Ja gut, aber da haben wir keine Einheit, ja, da muss man sich fragen: Woran liegt es? Hat das Wort Gottes die volle Autorität, oder macht man Abstriche an der Autorität? Ist man durch den Zeitgeist geprägt anstatt durch das Wort Gottes? Dann müssen wir diese Probleme angehen. Der Zeitgeist darf doch nicht bestimmend sein, sondern das Wort Gottes.
Und so macht es eben Sinn, wenn der Apostel Paulus als Ermahnung sagt, sie sollen einerlei gesinnt sein. Da muss man darum kämpfen.
Jetzt kommen wir zu Kapitel 2: Christus, unser Lebensvorbild. Jetzt geht es weiter mit dem Thema dieser Einheit: Wenn es nun irgendeine Ermunterung gibt in Christus, wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, also eine Gemeinschaft unter Gläubigen, die durch den Heiligen Geist bewirkt wird. Er führt in alle Wahrheit, sagt Johannes 16, und so kann er die Gemeinschaft des Geistes wirken, wenn irgendeine innere Gefühle und Erbarmungen.
So erfüllt meine Freude, dass ihr einerlei gesinnt seid, dieselbe Liebe habend, einmütig, eines Sinnes, nichts aus Parteisucht oder eitlem Ruhm tuend, sondern in der Demut einer den anderen höher achtend als sich selbst, ein jeder nicht auf das Seinige sehend, sondern ein jeder auch auf das der anderen.

Die Erniedrigung und Erhöhung des Herrn Jesus Christus

wo Jesus Christus uns vorgestellt wird in seiner siebenfachen Erniedrigung als das vollkommene Vorbild: „Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, welcher, da er in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, gottgleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte oder entäusserte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam ward bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuze. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist, auf das in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der himmlischen und irdischen und unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes des Vaters.“
Ich habe unter Besonderheiten, wir haben gerade den Punkt gehabt: Einheit der Gläubigen. Dann kommt die Gottgleichheit des Sohnes, und danach die siebenfache Erniedrigung des Messias Jesus, 2. Vers 5 bis 8. Das haben wir jetzt vor uns.
Zuerst wird gesagt, dass Jesus Christus, da er in Gestalt Gottes war, oder wörtlich: „in der Gestalt Gottes seiend“, also fortdauernd. Das Wort Gestalt bringt im Deutschen nicht das zum Ausdruck, was Morphe im Griechischen hier bedeutet. Meistens kann man das griechische Neue Testament gut auf Deutsch übersetzen, und da gibt es manchmal gewisse Ausdrücke, die schwierig sind, weil man nicht genau das Entsprechende im Deutschen findet. Aber dann muss man es einfach erklären, und darum erkläre ich, was Gestalt Gottes heisst.
Morphe ist nicht einfach eine äussere Erscheinung, sondern das umfasst das gesamte Wesen, innerlich und äusserlich, also das Sein, das Wesen. Christus war in der Gestalt Gottes, das heisst eben, er, der wirklich wesenhaft Gott ist. Das bedeutet allmächtig, allwissend, allgegenwärtig usw.
Und jetzt erklärt der Apostel Paulus, dass Christus Jesus, in der Gestalt Gottes seiend, also der ewige Gott, es nicht für einen Raub achtete, gottgleich zu sein. Beim Teufel war das so: Er wurde ja als Cherub geschaffen. Diese Dinge erfahren wir aus Hesekiel 28 und Jesaja 14. Er war als einer der höchsten Engel geschaffen, als Cherub, Thronwächter Gottes im himmlischen Tempel, und er wollte sein wie Gott. Also er wollte Gottgleichheit an sich reissen, als ein Raub. Aber hier sagt der Apostel Paulus, Jesus Christus hat das nicht als einen Raub angesehen, gottgleich zu sein, weil er es eben war. Er musste das nicht irgendwie unrechtmässig an sich reissen, aber er war ganz anders.
Obwohl er der ewige Gott ist, hat er sich erniedrigt, im Zusammenhang mit seiner Menschwerdung vor über zweitausend Jahren. Das ist eine Erniedrigung in sieben Stufen.
Zuerst heisst es: „welcher, der in Gestalt Gottes war, es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst zu nichts machte“ oder wörtlich: sich selbst entäusserte oder entleerte. Was bedeutet dieser Ausdruck? Der Herr Jesus wurde Mensch, und damit gab er als Mensch seine Allmacht auf. Und es war wirklich so: Als er als Kind in die Krippe gelegt wurde, da konnte er nicht gehen. Das kam erst später. Lukas 2 erzählt, wie der Herr Jesus dann aufwuchs und zunahm an Weisheit und Gnade.
Also, er hat als Mensch seine Allmacht aufgegeben und auch seine Allwissenheit. Darum steht in Lukas 2, er nahm zu an Weisheit. Er wurde ein wirklicher Mensch, und als Mensch wusste er nicht alles. Und darum sagt er auch in Markus 13,32: Von jener Stunde seiner Wiederkunft weiss niemand als nur der Vater, auch nicht der Sohn. Als Mensch hat er auf seine Allwissenheit verzichtet und auch auf die Allgegenwart, denn als er geboren wurde in Bethlehem, war er nicht in Rom, er war geboren in Bethlehem. Und als er in den Evangelien beschrieben umherreiste, da war er immer nur an einem Ort. Wenn er beim Jakobsbrunnen war, bei Sichar, dann war er nicht in Jerusalem.
Und das war eine unvorstellbare Erniedrigung, Entäusserung. Aber ganz wichtig: Der Herr Jesus hat nie aufgehört, der ewige Gott zu sein. Das geht ja gar nicht. Wenn man aufhören könnte, Gott zu sein, dann wäre man gar nicht Gott. Er ist von Ewigkeit her Gott. Darum ist es auch so unsinnig, wenn jemand Gottgleich werden will. Ich meine, ausser Gott ist ja alles, was es gibt, ein Geschöpf, und Geschöpfe haben alle einen Anfang, und wir können das nicht plötzlich nachholen, die verpasste Ewigkeit. Das geht nicht!
Aber der Herr Jesus hat sich eben so erniedrigt, und gleichzeitig blieb er weiterhin Gott. Und das sehen wir auch in den Evangelien. Natürlich, der Herr Jesus hat geschlafen in dem Schiff, Markus 4, und die Jünger wecken ihn aus Angst vor dem Sturm. Er steht auf und befiehlt dem Sturm, und er verstummt sogleich. Wichtig ist: Der Herr Jesus sagt nicht „im Namen Gottes verstumme“, sondern er sagt „verstumme“. Er befiehlt der Natur in seiner eigenen Autorität. Und da sehen wir seine Allmacht über die Natur. Und er kann Tote aufwecken als Mensch, und nicht einfach im Namen Gottes, sondern er sagt: „Lazarus, komm heraus!“ Er hat seine Gottheit nie aufgegeben, aber indem er Mensch wurde, ist er Gott und Mensch in einer Person.
Und das ist natürlich so etwas Geheimnisvolles. Eben als Mensch ist er nicht allgegenwärtig, aber als Gott ist er es. Und wie geht das? Es ist ein so grosses Geheimnis, dass der Herr Jesus selber sagte in Matthäus 11: Niemand erkennt den Sohn als nur der Vater. Das ist so geheimnisvoll.
Aber welche Einheit seine Gottheit und Menschheit darstellt, das sehen wir in Johannes 3. Da kam nachts Nikodemus zu ihm. Der Herr Jesus sagt dort in Johannes 3,13, und so steht es im Mehrheitstext: Der Sohn, niemand ist in den Himmel hinaufgefahren, als nur der vom Himmel herabgefahren ist, der Sohn des Menschen, der im Himmel ist, wörtlich: der Seiende, der im Himmel. Wie geht das jetzt? Wenn hier stehen würde: der Sohn Gottes, der im Himmel ist, dann würde man verstehen: er, der ewige Sohn. Aber dort steht: der Sohn des Menschen, der im Himmel ist. Also Sohn des Menschen, das weist gerade auf seine Menschheit hin, und als Mensch war er nicht allgegenwärtig, und trotzdem sagt er: der Sohn des Menschen, der im Himmel ist, weil er Gott und Mensch in einer Person ist. Das ist eine Einheit. So kann er diesen Titel als Mensch benutzen und trotzdem von seiner Allgegenwart sprechen. Das ist so schön daran.
Oder auch umgekehrt: In 1. Korinther 15 heisst es, dass der Herr Jesus herrschen wird durch das ganze tausendjährige Reich hindurch, und dann am Schluss wird das Reich dem Gott und Vater übergeben, und dann heisst es, dann wird auch der Sohn ihm unterworfen sein. Ja, wie geht das? Er ist doch Gott gleich! Ja, aber hier steht nicht der Sohn des Menschen, ihm unterworfen sein, sondern der Sohn. Ja, er wird als Mensch sich dann eben Gott, dem Vater, unterwerfen, wenn er das ganze Reich ihm zurückgibt, aber da wird ein Ausdruck benutzt, der eigentlich auf seine Gottheit hinweist und das Attribut seiner Menschheit. Man kann es nicht auseinanderreissen. Das ist eine vollkommene Einheit von Gott und Mensch in einer Person, und das kommt eben hier zum Ausdruck.
Also als Mensch hat er sich so erniedrigt, und dann lesen wir: „und Knechtsgestalt annahm.“ Das ist der zweite Punkt. Also er hat, als er Mensch wurde, auf Allmacht, Allwissenheit, Allgegenwart verzichtet. Und jetzt zweitens: Er hat die Stellung als Knecht eingenommen. Und darum lesen wir in Hebräer 5,8 von dem Herrn Jesus, dass er den Gehorsam gelernt habe. Das darf man ja nicht falsch verstehen. Das bedeutet nicht, dass der Herr Jesus lernen musste, zu gehorchen, wie unsere Kinder das lernen müssen. Die müssen das lernen, weil sie innerlich einen Widerstand haben gegen Gehorsam. Sie sind geborene Rebellen. Wir waren sie ja schon, und dann Sie auch, und Sie müssen das lernen.
Aber bei dem Herrn Jesus, den Gehorsam lernen, bedeutet: Er musste nie gehorchen. Er war von Ewigkeit her dem Vater gleich und dem Geist Gottes gleich, in einer ewigen glücklichen Gemeinschaft. Aber jetzt, als er in diese Welt kam, hat er die Stellung eines Knechts eingenommen, und das war etwas ganz Neues. Die Erfahrung des Gehorsams hat er so neu erfahren, erlebt. Aber interessant ist: In Hebräer 5,8 steht: „Obwohl er Sohn war, hat er an dem, was er litt, den Gehorsam gelernt.“ Es steht dort nicht: weil er Sohn war, hat er den Gehorsam gelernt, sondern obwohl er Sohn war.
Ich weiss, es gibt doch viele Leute, wenn man mit ihnen spricht über Jesus Christus, den Sohn Gottes, dann meinen sie: Ja, wenn er Sohn Gottes ist, dann ist er dem Vater unterworfen. Und die Bibel sagt ja, dass er von Ewigkeit her Sohn Gottes ist. Wir machen da einen Denkfehler, wenn man das meint, nicht weil wir denken, ein Sohn gehorcht seinem Vater. Das ist normal, wenn ein Kind ist.
Aber ich denke an eine Gemeinde in Zürich vor Jahren, da hat man immer zwei Männer zusammengesehen. Und der eine war etwa fünfundsechzig und der andere so ungefähr fünfundzwanzig Jahre älter. Die sind immer zusammen, das war Vater und Sohn, und die haben auch zusammen gewohnt. Ja, jetzt, wie war das mit dem Gehorsam? Merkt man: Hier, dieses Verhältnis von Vater und Sohn, das war nicht ein Verhältnis von Gehorsam, also dass der eine immer abwaschen muss und der andere befiehlt. Nein, das drückt aus ein Verhältnis von Liebe. Der Vater war Witwe, und so haben sie zusammen gelebt, Vater und Sohn. Das ist so eine schöne Illustration. Da geht es überhaupt nicht um die Frage des Gehorsams, um Jesus als der ewige Sohn Gottes. Er sagt selber in Johannes 17: Du hast mich geliebt vor Grundlegung der Welt; verherrliche mich mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Das war diese ewige Beziehung der Liebe zwischen dem ewigen Vater und dem ewigen Sohn. Und jetzt wird klar: Das hat also nichts zu tun mit Unterwerfung, der Ausdruck Sohn Gottes. Darum sagt Hebräer 5: Obwohl er Sohn war, hat er den Gehorsam gelernt.
Und dann der dritte Punkt: „Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist.“ Da könnte man sagen, das ist doch das Gleiche. Er wurde ja Mensch, und darum ist er eben ein Knecht. Nein, Knechtsgestalt annehmen, das hätte auch bedeuten können, ein Engel werden. Engel sind auch Diener Gottes. Darum steht auch in Hebräer 1,14: Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt um der willen, welche die Seligkeit ererben sollen? Engel sind auch Diener, aber der Herr Jesus wurde ein Mensch.
Also er hat sich entäussert, dann wurde er ein Knecht, aber nicht ein Engel, sondern die dritte Stufe: er wurde ein Mensch. Und als Mensch konnte er sterben. Engel können nicht sterben. Unmöglich, Engel können nicht sterben. Aber bei den Menschen ist das möglich, und der Herr Jesus wurde ein Knecht, der schliesslich sterben konnte für unsere Sünden. Das ist nochmals eine Stufe der Erniedrigung. Also er wurde ein wirklicher Mensch, das bedeutet, dass er in Gleichheit der Menschen geworden ist.
Aber dann kommt die vierte Erniedrigung: „in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden wurde.“ Da muss man erklären: Das griechische Wort für Gestalt hier ist nicht das Gleiche wie oben in der Gestalt Gottes. Sondern hier, Schema, bedeutet die äussere Erscheinung. Nicht wahr, dass er ein wirklicher Mensch wurde, das wird schon vorher gesagt, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist. Aber er hätte ja auch ein totaler Übermensch sein können. Nicht wahr, dass die Menschen einfach gesehen hätten: Da ist eine Menschenerscheinung, aber ganz anders. Nein, aber er wurde ein richtiger Mensch, so dass man in seinem ganzen Verhalten sah: Er war echt menschlich.
Und darum lesen wir auch über sein Wachstum als Kind in Lukas 2, wie er zunahm an Weisheit. Wir lesen auch davon, wie er sich seinen Eltern unterstellt hat. Die haben ihm befohlen, und er hat sich dem unterstellt. Dann lesen wir in den Evangelien auch, wie der Herr Jesus geschlafen hat im Schiff, Markus 4. Wir lesen auch, wie er müde war von der Reise, Johannes 4, und Durst hatte, wir lesen in Johannes 4 beim Jakobsbrunnen. Und wir lesen auch, wie er Hunger hatte in der Wüste, Matthäus 4. Und wir lesen auch, wie der Herr Jesus niedergeschlagen war, traurig war, aber auch, wie er frohlockte in Matthäus. Also er war ein richtiger Mensch, nicht irgendwie etwas quasi Unmenschliches, sondern ein richtiger Mensch. Aber das war nochmals eine Demütigung oder eine Erniedrigung, denn wenn die Menschen ihn so gesehen haben, dann haben sie gedacht: Das ist absolut einer von uns, genau gleich wie wir. Nein, er war Gott, der Mensch geworden war, aber er hat sich auch so richtig, wirklich als Mensch benommen, „in seiner Gestalt wie ein Mensch erfunden wurde“.
Und dann steht weiter: „sich selbst erniedrigte.“ Man kann als Mensch, ein wirklicher Mensch sein hier auf Erden und über alle Befehle befehlen, ja, so ähnlich wie ein Obama oder noch ein bisschen mächtiger. Aber der Herr Jesus sagt in Johannes 10,45: Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen. Er hat den Menschen gedient und hat sogar seinen Jüngern die Füsse gewaschen. Das ist nochmals eine Erniedrigung. Wir werden wie ein Mensch erfunden, aber doch über alle regieren, aber nein, der Herr Jesus wurde zum Diener aller.
Aber die Erniedrigung geht noch weiter, indem er gehorsam wurde bis zum Tode. Ja, er hätte gehen können bis zum Füssewaschen, aber Johannes 13 sagt im Zusammenhang mit der Fusswaschung: Da er die Seinen, die in der Welt waren, liebte, liebte er sie bis ans Ende. Telos, Ende, heisst im Griechischen auch Tod, bis zum Tod. Wir kennen das im Deutschen auch. Wenn sein Ende gekommen ist, dann ist das sein Tod. Ja, er liebte sie bis ans Ende, bis in den Tod. Er ging bis zum Letzten, aber er hätte ja irgendwie sterben können.
Und die siebte Erniedrigung ist: „ja zum Tode am Kreuze.“ Das war der schändlichste Tod, den man sich denken konnte vor zweitausend Jahren. Das war der Tod der wirklich schrecklichsten Menschen. Solche wurden gekreuzigt, und der Herr Jesus hat diesen Tod auf sich genommen.
Und darum kommt dann eben seine Erhebung. Vers 9: „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben“, wörtlich im Griechischen: über alle Massen hoch erhoben. Nun, diese siebenfache Demütigung wurde gegeben als Beispiel für unsere Gesinnung. Wenn unser Herr so war, dann sollen wir auch wie er sein. Und wenn wir eben nicht parteisüchtig sind, 2. Vers 3, sondern diese Gesinnung haben, dann kommen wir viel besser zurecht mit unseren Geschwistern und auch mit unseren Mitmenschen.
Aber dann sehen wir: Wenn jemand sich erniedrigt, dann wird Gott ihn erhöhen. Gott hat ihn hoch erhoben, und zwar ging das in drei Stufen. Er wurde erhoben aus dem Grab am dritten Tag, und dann in der Himmelfahrt vierzig Tage nach der Auferstehung in den Himmel, und dann hat er sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes. Und zwar als Mensch ist er auf dem Thron Gottes gesessen, hat er sich auf den Thron gesetzt. Er ist Mensch geblieben, weil er ein wirklicher Mensch war, nie aufgehört. Er ist als Mensch auferstanden, als Mensch in den Himmel, als Mensch hat er sich auf den Thron Gottes gesetzt.
Und darum, wenn der Herr Jesus heute als Mensch im Himmel ist, ist er nicht bei uns. Er wird aber wiederkommen als Mensch bei der Entrückung, und wenn er kommt als König, wird er kommen als der Sohn des Menschen auf den Wolken des Himmels. Er wird als Mensch zurückkehren. Und trotzdem sagt der Herr in Matthäus 28: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“ Wie geht das? Weil er nie aufgehört hat, Gott zu sein. Als Gott ist er allgegenwärtig, aber als Mensch nicht.
Und nun hat er diesen höchsten Platz eingenommen, in der dreifachen Erhöhung, die übrigens in Jesaja 52,13 vorausgesagt wird. Bevor die Leiden des Messias im Kapitel 53 beschrieben werden, heisst es: „Siehe, mein Knecht wird erhoben“, aus dem Grab, erhöht werden in der Himmelfahrt und sehr hoch sein zur Rechten Gottes.
Und nun haben wir gelesen, dass Gott ihm einen Namen gegeben hat. Seither: Übrigens, im Griechischen macht man keinen Unterschied zwischen Name und Titel. Also Name kann bedeuten Eigenname oder kann bedeuten Titel. Was ist jetzt gemeint? Ja, es steht hier nachher: „auf das in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge.“ Ja, aber den Namen Jesus hat er ja bekommen bei der Beschneidung mit acht Tagen. Aber hier bekommt er diesen Namen in der Erhöhung. Ja, das wird ja nachher erklärt: „auf dass im Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der himmlischen und irdischen und unterirdischen, und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes des Vaters.“
Herr, auf Griechisch Kyrios. Diesen Titel hat der Herr Jesus bekommen mit seiner Erhöhung. Und „in dem Namen Jesu“ bedeutet das, dass wir ihn jetzt eben nennen „Herr Jesus“ und nicht mehr nur Jesus. Das ist ja gerade so typisch in den Evangelien: Da sehen wir den erniedrigten Sohn Gottes, und dort heisst es meistens Jesus. Aber dann ab der Apostelgeschichte und in den Briefen sehen wir, dass er so oft und ganz üblicherweise genannt wird „Herr Jesus“ oder „Herr Jesus Christus“. Das ist eine ganz wichtige Sache, dass wir darauf achten. Wir sollten ihn nicht, wenn wir von dem Herrn Jesus sprechen, nicht dauernd Jesus nennen. Natürlich, wenn wir über seine Erniedrigung sprechen, sein Leben auf der Erde, dann wie die Evangelisten: Sie sagen, Jesus kam in seine eigene Stadt, Jesus weinte. Aber dass wir immer wieder ausdrücken: Herr Jesus, und damit seine Herrschaft anerkennen. Und so sagt 1. Korinther 12,3: Niemand kann ausser in der Kraft des Geistes sagen: Herr Jesus, Kyrios Jesus.

Bewährung im Alltag, Licht in der Welt und das Opfer des Dienstes

Gut, da hat einmal ein Muslim am Bahnhof in einer indischen Stadt einen Evangelisten, der gerade auf den Zug wartete und die Zeit ausnützen wollte mit Predigen, gesagt: Die Bibel ist falsch. Warum? Es steht doch in der Bibel, man kann Herr Jesus nur sagen durch den Geist Gottes, ja. Habe ich den Geist Gottes? Nein. Hör mal gut zu, Herr Jesus, siehst du, die Bibel ist falsch.
Und dann sagt er: Warte mal schnell. Da hat er die Leute im Bahnhof zusammengerufen: Kommt mal hierher, da ist ein Mensch, der möchte euch ein Zeugnis ablegen. Und da sollten wir das nochmals wiederholen. Dann ist er verschwunden.
Es geht nicht darum, dass man diese Wörter über die Lippen bringt, sondern es geht darum, dass man das wirklich als ein Bekenntnis ausdrückt. Und darum ist es wirklich wertvoll, wenn wir den Herrn Jesus, eben Herr Jesus oder Herr Jesus Christus, nennen, im Bewusstsein: Er ist Herr in meinem Leben, und zwar über alle Gebiete meines Lebens. Und dann ist es wertvoll. Und das können wir nur durch den Geist Gottes tun.
Darum ist es so schade, wenn so oft einfach über Jesus gesprochen wird, als wäre er auf einer ähnlichen Stufe wie wir. Nein, Gott hat ihm diesen Titel gegeben.
Wir gehen weiter, Vers 12: Daher, meine Geliebten, gleich wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein als in meiner Gegenwart, also in Apostelgeschichte 16, sondern jetzt vielmehr in meiner Abwesenheit, bewirkt eure eigene Seligkeit mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken nach seinem Wohlgefallen.
Interessant: Die eigene Seligkeit bewirken heißt es also, wir sollen uns selber retten. Und wir sind doch nicht ganz gerettet. Im Epheserbrief, den er ja parallel zum Philipperbrief geschrieben hat, der Apostel Paulus, da sagt er in Kapitel 2, Vers 8: Denn durch die Gnade seid ihr errettet mittels des Glaubens, und das nicht aus euch, Gottesgabe ist es, nicht aus Werken, auf dass niemand sich rühme. Und hier sagt er: Eure eigene Seligkeit bewirkend. Wie geht das?
Nun, Seligkeit, das ist im Griechischen einfach das Wort Soteria, Rettung. Das wird im Deutschen eben manchmal übersetzt mit Rettung oder mit Seligkeit. Hier wäre es besser, man hätte einfach übersetzt: Rettung. Bewirkt eure eigene Rettung mit Furcht und Zittern. Aber es ist ja das Gleiche.
Nein, es ist nicht das Gleiche. In der Bibel wird ja gesprochen über unsere ewige Rettung. Und das ist abgeschlossen, sagt Epheser 2, Vers 8: Ihr seid durch Gnade errettet. Sie müssen nicht noch einmal errettet werden, sie sind errettet.
Aber das Wort retten wird auch gebraucht im Sinn von retten aus gefährlichen Situationen. Der Apostel Paulus sagt in 2. Korinther 1, wie er in Ephesos in Todesgefahr war und wie Gott ihn gerettet hat. Aber das hat nichts zu tun mit der Rettung vor der Hölle, sondern er wurde aus dieser Todesgefahr gerettet.
Aber im Neuen Testament wird das Wort auch gebraucht im Sinn von Rettung aus Versuchung. Und in dem Sinn müssen wir jeden Tag gerettet werden. Wir werden ständig mit Gefahren und Schwierigkeiten konfrontiert. Und hier in Philipper 2: Was ist die große Gefahr? Dass die Gläubigen eben nicht demütig sind und auch nicht als Parteisucht handeln, ebenso wie auch diese Leute, die gepredigt haben aus Neid und Streit.
Und wie kann man davor gerettet werden? Nun, indem wir immer wieder neu das Vorbild des Herrn Jesus vor Augen stellen, wie er sich erniedrigt hat, und dass wir auch diesen Weg gehen. Und so können wir Tag für Tag unsere eigene Rettung bewirken mit Furcht und Zittern, mit Ehrfurcht vor Gott. So einfach.
Da sollen Sie wirklich darauf schauen: Wenn es irgendeinen Trost, irgendeine Ermunterung gibt, dann erfüllt diese Freude, dass ihr eben eines Sinnes seid, nichts aus Parteisucht tut. So hat das Kapitel begonnen. Und da müssen Sie sich einsetzen. Aber Sie dürfen gleichzeitig wissen, dass Gott in uns wirkt und dass er eben so wirkt, dass das Wollen und auch das Umsetzen, das Wirken, eben auf ihn zurückgeht. Da sind wir auch nicht auf uns selber gestellt. Sondern Gott bewirkt in uns den Wunsch, dass wir so den Weg gehen, und er gibt uns auch Gelingen, dass wir das umsetzen können.
Und dann heißt es weiter: Tut alles ohne murrende und zweifelnde Überlegungen, auf dass ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr scheint wie Himmelslichter in der Welt, darstellend das Wort des Lebens, mehr zum Ruhm auf den Tag Christi.
Es lohnt sich, beim Bibellesen sich alle Namen der Gläubigen anzustreichen. Der Apostel Paulus spricht nicht einfach über die Gläubigen, sondern in Vers 12 sagt er: Meine Geliebten. Vers 15 nennt er sie unbescholtene Kinder Gottes. Streicht das bei mir immer blau an, zum Beispiel mit Farbstift, übermalen. Da findet man die Ausdrücke sofort. Das ist so ein Reichtum, wenn man da schnell durchblättert und sieht, wie Gott die Erlösten nennt. Und wenn man das durch die ganze Bibel hindurchmacht, findet man Hunderte von Namen: unbescholtene Kinder Gottes, dann Vers 16: Himmelslichter in der Welt usw.
Also hier werden wir verglichen mit Sternen. Wir leben in einer dunklen Welt. Aber wie soll die Welt wissen, was Wahrheit ist, wenn nicht die Gläubigen da wären als Zeugnisse? So sind wir wie Sterne in der Dunkelheit, die himmlisches, göttliches Licht verbreiten.
Und wir sehen, wie die Gesellschaft beschrieben wird. Die römische Gesellschaft gleicht ja sehr stark unserer modernen Gesellschaft in allen möglichen Hinsichten: moralisch und so weiter, moralisch, religiös und philosophisch und wissenschaftlich. So viele Parallelen. Aber er sagt: inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts. Wenn man verdreht ist, dann ist man auf die falsche Seite. Und noch verkehrt, dann ist nochmals gedreht, der Kopf unten. So ist das also wirklich verdreht in jeder Hinsicht, und da sollen wir in dieser Welt göttliches Licht verbreiten.
Und dann lesen wir noch weiter: mir zum Ruhm auf den Tag Christi, dass ich nicht vergeblich gelaufen bin, noch auch vergeblich gearbeitet habe. Also wieder: Das geht auf den Tag des Messias. Dort wird der Apostel Paulus einmal seinen Lohn bekommen für das, was er auch unter den Philippern gewirkt hat und was ihn zum Ziel geführt hat.
Und dann kommt noch zum Schluss Vers 17: Wenn ich aber auch als Trankopfer über das Opfer und den Dienst eures Glaubens gesprengt werde, so freue ich mich und freue mich mit euch allen. Gleicherweise aber freut auch ihr euch und freut euch mit mir.
Man hat gemerkt, wie oft Freude vorkommt. Und jetzt vergleicht also der Apostel Paulus sich als Trankopfer. Das Trankopfer war ein Krug mit Wein, der am Schluss, wenn ein Brandopfer auf dem Altar in Jerusalem dargebracht worden war, in der Schlussphase beim Altar ausgegossen wurde. Und dieser Wein, der da ausgegossen wurde beim Opfer, spricht natürlich nochmals von dem Blut Christi.
Und wir lesen ja in Johannes 19: Als der Herr Jesus gestorben war am Kreuz, hat ein Soldat einen Speer genommen und seine Seite geöffnet. Dann ist das Blut, übrigens schon getrennt, Flüssigkeit und die schweren Bestandteile, darum als Blut und Wasser herausgekommen. Der sichere Beweis seines Todes, denn die Blutsenkung hat bereits eingetreten, der Beweis, dass es kein Scheintod war. Aber das war das Blut zur Erlösung. Das ist im Zusammenhang mit dem Trankopfer, das am Schluss so ausgegossen wurde.
Und jetzt sagt der Apostel Paulus: Und es ist auch so, dass ich schliesslich, ihr seid wie ein Opfer für Gott, und am Schluss werde ich noch ausgegossen, wenn ich nach abgeschlossenem Dienst schliesslich sterben werde. Dann ist die ganze Arbeit vollendet und abgeschlossen. Und das ist verbunden mit Freude. So freue ich mich, aber nicht nur für sich, sondern: und freue mich mit euch allen, weil euer Glaube zum Ziel gekommen ist. Und dann sagt er: Aber auch sie sollen sich freuen, und sie sollen sich zusammen mit ihm freuen. Jede Art von Freude und Aspekt der Freude wird hier erwähnt.

Ausblick auf die Fortsetzung

Und dann kommt jetzt: Wir müssen aber aufhören. Wir machen das nächste Mal dann weiter.
Der zweite Teil des Philipperbriefes: Jetzt haben wir also Teil zwei, Christus als unser Lebensvorbild. Den ersten Teil haben wir gesehen: Demut und Treue bis zum Ende, Verse 1 bis 18. Und jetzt kommt als Illustration eines treuen, demütigen Dienstes das Beispiel von Timotheus und Epaphroditus.
Sie illustrieren anhand von zwei Personen, wie sie ihr Leben ganz für Jesus Christus hingegeben haben. Und so soll das bei allen Gläubigen sein.
Ja, dann wollen wir hier für heute Schluss machen. Bis morgen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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