Das vierte Buch Mose, Teil 3/3
Roger Liebi
Audioabschrift – Samstag-Bibel-Seminar Erolzheim 05.04.2008
4. Mose 14, 39 - 4. Mose 36, 13
Uns wird also das Versagen des Volkes in 4. Mose so Schritt für Schritt
vor Augen geführt. Die Klage Mirjams und Aarons, dann die Kundschafter des
Landes, die keinen Glauben haben, dann die Klage des Volkes gegen das Land.
Und in 4. Mose 14, 39-45 folgt ein eigenwilliger Versuch der Eroberung des
Landes. Obwohl Gott gesagt hat, ihr werdet nicht hineinkommen, versuchen
sie es eigenwillig zu erobern. Das endet natürlich mit einer Katastrophe.
Und dann kommt 4. Mose 15. Plötzlich ein Kapitel über Opfer. Warum wird
dieses Opferkapitel hier eingefügt? Gehört das nicht in 3. Mose hinein?
Plötzlich hier in die Wüstenwanderung hinein, das Opferkapitel. Nun, ganz
wichtig, Vers 2-3: Rede zu den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn
ihr in das Land eurer Wohnsitze kommet, das ich euch geben werde, und ihr
dem HERRN ein Feueropfer opfert, ein Brandopfer oder ein Schlachtopfer, um
ein Gelübde zu erfüllen, oder eine freiwillige Gabe, oder an euren Festen,
um dem HERRN einen lieblichen Geruch zu bereiten, vom Rind- oder vom
Kleinvieh:". Ja, wichtig ist dieser Satzteil: Wenn ihr in das Land eurer
Wohnsitze kommet.
Auch in Vers 18: Rede zu den Kindern Israel und sprich
zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommet, wohin ich euch bringen werde, so
soll es geschehen, wenn ihr von dem Brote des Landes esset, so sollt ihr
dem HERRN ein Hebopfer heben:". Gott gibt hier plötzlich Anweisungen über
den Opferdienst später im Land. Ja, wenn er diese Anweisungen gibt, dann
heißt das, sie werden das Land auch erreichen. Nicht eigenwillig, wie das
grad geschehen ist in Kapitel 14, aber so wie Gott es gesagt hat. Die
Erwachsenengeneration stirbt und die nächste Generation wird aber ans Ziel
gelangen. Also darin liegt eine Ermutigung für Israel. Das Volk würde einst
das Ziel erreichen.
In 4. Mose 15, 32-36 wird eine Geschichte erzählt, wie jemand das
Sabbatgebot brach, in frecher Auflehnung gegen Gott. Er wird auf Gottes
Anweisung hin getötet, gesteinigt. Nun, wir müssen uns überlegen, was
bedeutet der Sabbat. Das Volk Israel, das jüdische Volk, geht in die Woche
hinein und lebt gewissermaßen auf den zukünftigen, letzten Tag der Woche
hin. Das ist der Tag der Ruhe. Und das war die Haltung Israels im Alten
Testament. Man wartete, bis dass einmal der Messias kommen würde und er
sollte das Volk dann in die Ruhe hineinführen.
> Im Christentum, im Neuen
Testament finden wir kein Sabbatgebot mehr. Der einzige Festtag, der im
Neuen Testament festgehalten wird, das ist der dem Herrn gehörende Tag,
Offenbarung 1, 10.
Ein Ausdruck, der nur dort so formuliert vorkommt, das
ist der Tag des Herrn, der Sonntag, der Auferstehungstag. Und nicht zu
verwechseln mit dem Tag des Herrn als dem Gerichtstag Gottes. Das ist im
Griechischen eine andere Formulierung.
Und so lebt der Christ aus der Erfüllung des vollendeten Werkes des Herrn Jesus, das bestätigt ist von Gott durch die Auferstehung, durch die Auferweckung des Herrn Jesus. Aus dieser Erfüllung heraus geht er in die Woche hinein. Er muss nicht darauf warten, bis es am Ende einmal kommen wird, sondern die Erfüllung ist bereits da. Und darum ist der erste Tag der Woche der Festtag und aus dieser Erfüllung heraus gehen wir in die Woche, während eben Israel im Alten Testament dieses Warten auf den Messias hatte, bis er die Ruhe bringen würde.
Und diese Ruhe war ja verheißen, dass Gott sie ihnen einmal
im Land geben würde. Und jetzt sehen wir, Gott sagt, wenn ihr ins Land
kommt, dann sollt ihr die Opfer so und so darbringen. Und hier finden wir
einen Mann, der völlig verächtlich über das Sabbatgebot hinweg geht, das
eben von dieser Verheißung Gottes spricht, dass er einmal sein Volk in die
Ruhe hineinführen wird. So wird uns klar, warum das überhaupt hier erzählt
wird.
Nicht wahr, in der liberalen Theologie ist man ja sicher, dass dieses
Kapitel 15 über die Opfer gar nicht in das 4. Buch Mose gehört. Das muss
sich irgendwie dorthin verirrt haben bei der Redaktion oder so. Ja, die
sagen ja, die fünf Bücher Mose sind gar nicht von Mose, sondern die wurden
aus verschiedenen Quellen später zusammengesetzt, redaktionell
zusammengesetzt. Und die stolpern dauernd über solche Dinge. Aber wenn wir
aus dem Vertrauen auf Gottes Wort heraus lesen, finden wir plötzlich, dass
da alles seine Ordnung hat. Und da ist Plan dahinter, warum es genau an
dieser Stelle die Sache mit dem Sabbatbruch gibt.
Und jetzt kommt Kapitel 16, die Rotte Korahs. Korah, Dathan und Abiram,
samt 250 Männern stehen auf und reden gegen Mose und gegen Aaron. Sie
sagen: Warum habt ihr eine besondere Stellung? Wir können doch genauso wie
ihr. Mose symbolisiert eigentlich den Herrn Jesus, der von Gott her
gekommen ist und uns sein Wort gebracht hat. Aaron symbolisiert den Herrn
Jesus als Hohenpriester, der unsere Sache vertritt und als unser
Stellvertreter zu Gott geht. Darum wird ja der Herr Jesus in Hebräer 3, 1
Apostel und Hohenpriester unseres Bekenntnisses genannt. Als Apostel ist er
von Gott her gekommen und hat zu uns gesprochen und als Hohenpriester ist
er von uns aus gegangen und wendet sich an Gott. Also dieser Aufstand, im
Licht des Neuen Testamentes, entspricht eigentlich einem Aufstand gegen das
Wort Gottes und gegen das stellvertretende Opfer des Herrn.
Und genau so
ist es auch gekommen in der Christenheit. In der liberalen Theologie wird
die Autorität der Bibel als Gottes Wort schon längst vollständig verworfen.
Also wer in Deutschland irgendwo an einer Uni Theologie studieren will, der
wird so belehrt, dass die Bibel nicht Gottes Wort ist und er wird da nicht
lernen, dass das Opfer des Herrn Jesus am Kreuz das ist, was vor Gott
genügt, um uns mit Gott zu versöhnen. Das ist ein Aufstand der Rotte
Korahs.
Und Gott sagt in Vers 5: Und er redete zu Korah und zu seiner ganzen
Rotte und sprach: Morgen, da wird der HERR kundtun, wer sein ist und wer
heilig ist, dass er ihn zu sich nahen lasse; und wen er erwählt, den wird
er zu sich nahen lassen." Das mussten sie also mit Pfannen antreten im
Vorhof der Stiftshütte und da sollte klar werden, ob Gott sie annimmt oder
nicht. Und schließlich ging Feuer aus, verzehrte sie, die Erde öffnete sich
und hat die ganze Rotte Korahs verschlungen.
Und es ist interessant, im
Neuen Testament wird ganz direkt auf diese Geschichte Bezug genommen, in 2.
Timotheus 2. Es ist ja interessant, 2. Timotheus ist ein Endzeitbrief, und
da steht in Kapitel 2, Vers 19, nachdem von Irrlehren gesprochen wird, wie
Philetus und Hymenäus, die den Glauben anderer zerstören: Doch der feste
Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt, die sein sind;
und: Jeder, der den Namen des Herrn nennt, stehe ab von der
Ungerechtigkeit!" Und dann wird gesprochen davon, dass es in einem großen
Haus, silberne und goldene Gefäße gibt, aber auch hölzerne und irdene. Die
einen sind zur Ehre Gottes, die anderen zur Unehre. Die goldenen und
silbernen Gefäße stellen wahre Gläubige dar und die hölzernen und irdenen
Gefäße sind solche, die nur den Glauben bekennen, solche die zur Unehre
Gottes sind. Und jetzt wird gesagt in Vers 21: Wenn nun jemand sich von
diesen wegreinigt, so wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt, nützlich
dem Hausherrn, zu jedem guten Werke bereitet."
Was ist der Zusammenhang mit 4. Mose 16, ganz direkt? 4. Mose 16, 5:
Morgen, da wird der HERR kundtun, wer sein ist und wer heilig ist, dass er
ihn zu sich nahen lasse; und wen er erwählt, den wird er zu sich nahen
lassen." In der ältesten griechischen Bibel-übersetzung, der Septuaginta,
die wurde ja oft im Neuen Testament von den Aposteln zitiert, steht dort:
Der HERR kennt, die sein sind. Das ist also ein direktes Zitat von dort.
Der feste Grund Gottes steht und hat dies Siegel, der HERR kennt, die sein
sind. Er weiß, welche echt sind und welche nicht, welche Rebellen und
welche wahre Gläubige sind. Und dann ist es weiter interessant, in Vers 19b-
21 steht: Da erschien die Herrlichkeit Jehovas vor der ganzen Gemeinde.
Und Jehova redete zu Mose und zu Aaron und sprach: Sondert euch ab aus der
Mitte dieser Gemeinde, und ich will sie vernichten in einem Augenblick!"
Dann Vers 24: Rede zu der Gemeinde und sprich: Hebet euch ringsum weg von
der Wohnung Korahs, Dathans und Abirams." Verse 26-27**: Und er redete zu
der Gemeinde und sprach: Weichet doch von den Zelten dieser gesetzlosen
Männer und rühret nichts an, was ihnen gehört, dass ihr nicht weggerafft
werdet in allen ihren Sünden! Und sie hoben sich ringsum weg von der
Wohnung Korahs, Dathans und Abirams. Und Dathan und Abiram traten heraus
und standen am Eingang ihrer Zelte mit ihren Weibern und ihren Söhnen und
ihren Kindlein."
Es geht da um Absonderung. Und was steht da auf dem Siegel? Der HERR
kennt, die sein sind' und Jeder, der den Namen des HERRN nennt, stehe ab
von der Ungerechtigkeit.' Er soll sich trennen, so wie man sich damals von
der Rotte Korahs trennen musste. Also nochmals: Sondert euch ab, hebt euch
ringsum weg, weichet doch von den Zelten dieser Gesetzlosen. Und dann sind
sie auch weggegangen, Vers 27. Also es geht genau um dieses Thema: Der HERR
kennt, die sein sind und da wird angesprochen die Sache mit der Rotte
Korahs. Und es wird gezeigt, wie wichtig es ist, sich von Solchen zu
trennen!
Das ist ein ganz klarer Aufruf, wenn es sich zum Beispiel um die
Frage der Staatskirche oder die ganze liberale Theologie handelt, die ja
dem Aufstand der Rotte Korahs gegen Gott entsprechen, sich davon zu
trennen, um eben nicht mitschuldig zu werden, wie es dort steht in Vers 27:
Weichet doch von den Zelten dieser gesetzlosen Männer und rühret nichts
an, was ihnen gehört, dass ihr nicht weggerafft werdet in allen ihren
Sünden!"
Das erinnert übrigens an den Aufruf aus Babylon hinauszugehen. Das
geistliche Babylon ist die römisch-katholische Kirche in der Offenbarung,
das ist die Hure, die ihren Sitz auf den sieben Hügeln hat. Und da steht in
Offenbarung 18, 4: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht ihrer
Sünden mitteilhaftig werdet." Also auch hier ein ganz klarer Aufruf, aus
ihr hinaus zu gehen. Und wenn man nicht geht, wird man mitschuldig. Ja, das
zu 4. Mose 16.
Dann kommt 4. Mose 17, der blühende Stab Aarons. Nachdem Aaron so in
Frage gestellt worden ist, ob er wirklich der von Gott auserwählte Priester
ist, sagt Gott, dass alle Fürsten der verschiedenen Stämme ihren Stab,
worauf ihr Name stand, abgeben sollen. Und die Stäbe wurden von Mose in das
Zelt der Zusammenkunft gebracht und vor die Bundeslade gelegt. Übrigens da
sieht, Mose hatte einen absolut freien Zutritt in das Aller-heiligste. Wir
haben ja in 4. Mose 7, 89 schon gesehen, wie der Herr zwischen den Cherubim
vom Deckel herab mit Mose geredet hat.
Also bei Mose war es nicht so wie
bei Aaron, der nur einmal im Jahr, an Jom Kippur, hinein durfte. Er hatte
einen freien Zugang. Und das gab es nachher nie mehr; das war absolut
einzigartig. Und so konnte er auch an diesem Tag in das Allerheiligste
gehen und die Stäbe vor der Bundeslade niederlegen.
Ich lese 4. Mose 17, 8:
Und es geschah des anderen Tages, als Mose in das Zelt des Zeugnisses
hineinging, siehe, da hatte der Stab Aarons, vom Hause Levi, gesprosst: er
hatte Sprossen getrieben und Blüten gebracht und Mandeln gereift." Also in
Vers 7, da legt er sie hinein und in Vers 8, am andern Tag, hatte er
gesprosst. Er hat Sprossen getrieben und Blüten gebracht und Mandeln
gereift.
Ja, wovon spricht das? Wir kennen die Symbolik schon vom goldenen
Leuchter her, was die Mandelblüten bedeuten, nämlich die Auferstehung. Und
zwar die Auferstehung dessen, der als Erster aus den Toten auferstehen
sollte, um nie mehr zu sterben. Alle die vor dem Herrn Jesus auferweckt
worden sind, die sind wieder gestorben. Er ist der Erste, der auferweckt
worden ist und nicht mehr stirbt!
Mit diesem Stab wird also Aaron von Gott ausgezeichnet, dass er der von Gott auserwählte Hohepriester ist.
Mit diesem Stab wird also Aaron von Gott ausgezeichnet, dass er der von Gott auserwählte Hohepriester ist.
Und das
ist natürlich ein schöner Hinweis auf den Herrn Jesus, der uns im
Hebräerbrief zehnmal als unser Hohenpriester vorgestellt wird und der von
Gott bestätigt worden ist, indem er nicht nur als Opfer in den Tod gegangen
ist, sondern von Gott aus den Toten auferweckt worden ist. Der jetzt seinen
Priesterdienst tut im Himmel für uns. Der für uns betet, Hebräer 7, 25:
Daher vermag er auch völlig zu erretten, die durch ihn Gott nahen, indem
er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden." Der Herr Jesus betet als
auferstandener Hohepriester im Himmel.
Ist doch eigenartig, warum steht da:
Er vermag völlig zu erretten? Geht es da um Ungläubige? Nein, es steht ja
da: Er vermag völlig zu erretten, die durch ihn Gott nahen. Das sind doch
Gläubige, die als Priester zu Gott kommen. Aber was heißt das: völlig
erretten? Das heißt er vermag sie völlig zu erretten aus allen Gefahren der
Wüstenwanderung. Die wahren Gläubigen werden das Ziel erreichen, weil der
Herr Jesus, eben unser auferstandener Hohepriester im Himmel, betet und uns
völlig aus allen Nöten herauszureißen vermag, um uns für sein Himmelreich
zu bewahren.
Ja, dann kommt 4. Mose 18. Da wird das levitische Priestertum noch einmal
besonders betont und hervorgehoben. Das ist die logische Konsequenz aus
dem, was wir in 4. Mose 17 gefunden haben, wie eben der Hohepriester von
Gott beglaubigt wird. Und da wird auch gezeigt, was für ein herrliches
Vorrecht das ist für den Stamm Levi, dass sie diesen Tempeldienst bekommen
haben. Ich lese 4. Mose 18, 20: Und der HERR sprach zu Aaron: In ihrem
Lande sollst du nichts erben und sollst kein Teil in ihrer Mitte haben; ich
bin dein Teil und dein Erbe inmitten der Kinder Israel." Also sie haben das
Vorrecht; sie bekommen nichts vom Land, aber der HERR ist ihr Erbteil,
indem sie ihm auf eine ganz besondere Weise dienen durften als Priester im
Tempel.
Und jetzt kommt Kapitel 19, das Opfer der jungen roten Kuh. Das ist so spannend. Das ist ein
ganz erstaunliches Opfer. Und ich muss sagen, das ist jetzt das zentrale
Kapitel im vierten Mosebuch. So wie das zentrale Opfer im zweiten Buch Mose
das Passah war in Kapitel 12 und der Jom Kippur, Kapitel 16, das zentrale
Thema im dritten Mosebuch, so ist im vierten Mosebuch das zentrale
Opferkapitel die rote junge Kuh. Es geht hier um das Problem, dass man
unrein wird, wenn man Tote berührt. Und zwar nicht nur so, wie wir das
gehabt haben in 3. Mose 15, wie man zum Beispiel bei der Periode unrein ist
oder der Mann nach einem Erguss einen Tag lang unrein ist. Sondern, wenn
man einen Toten berührt hat, dann musste man ein Ritual durchmachen von
sieben Tagen, bis man wieder gereinigt war. Das hat dazu geführt, dass man
natürlich möglichst vermieden hat, Tote zu berühren. Das ist natürlich auch
praktisch, um viele Krankheiten zu vermeiden.
Wenn man denkt, in der Medizin hat man das erst im 19. Jahrhundert
versucht einzuführen. Das war ja Dr. med. Semmelweiß, ein österreichischer
Arzt, der sagte: Meine Studenten müssen zuerst die Hände waschen, wenn sie
Sektionen durchgeführt haben, um eine Entbindung vornehmen zu können. Und
er wurde verspottet von einem Kollegen. Wissenschaftler haben ihn
verspottet. Das waren die modernen Wissenschaftler im 19. Jahrhundert. Der
Mann ist in einer Psychiatrie verendet. Der ist innerlich völlig zerbrochen
am Schluss, aber er hat das doch so praktiziert und bei ihm hatte man am
wenigsten Kindbettfieber. Ein Drittel aller Geburten in den Spitälern
Europas endeten mit Kindbettfieber, die Mutter starb. Das war katastrophal.
Die haben ihre Sektionen gemacht, wissenschaftlich Arbeit, und danach
gleich die Geburtshilfe. Übrigens waren die Universitätsspitäler die
Schlimmsten, dort hatte man die höchste Todesrate. Die haben am meisten mit
den Leichen gearbeitet. Also die wissenschaftlichsten Spitäler waren auch
die Schlimmsten. Also bei Semmelweiß hat das funktioniert, der konnte die
Todesrate drastisch reduzieren. Es dauerte aber noch eine ganze Zeit, bis
solche antiseptischen Maßnahmen in den Spitälern allgemein eingeführt
wurden. Semmelweiß war natürlich ein Jude. Als Jude hat man natürlich von
Kind auf gelernt, dass man Tote nicht berühren soll, weil man sich damit
unrein macht.
Und wenn man dann unrein geworden ist, muss man sich im Ritualbad
reinigen, waschen und noch mehr: Man brauchte die Asche der jungen roten
Kuh. Also es war so, die rote Kuh musste aus dem Lager hinausgeführt werden, - Eigentlich ist es ein Sündopfer - und zwar genau östlich in Verlängerung
des Eingangs des Zeltes der Zusammenkunft, ganz nach Osten hinaus. Und dann
musste die Kuh dort geschächtet und zu Asche verbrannt werden. Und diese
Asche musste gesammelt werden. Wenn jemand einen Toten berührt hatte, dann
musste er sich anmelden. Am dritten Tag wurde dann mit einem Ysopstab
Quellwasser, in das ein wenig von dieser Asche hineingetan wurde, auf ihn
gesprengt. Und dann am siebten Tag nochmals. Natürlich musste er auch die
Ritualbäder nehmen. Nach sieben Tagen wurde er dann als rein erklärt. Und
da wird erklärt in diesem Kapitel, dass aber derjenige, der die rote Kuh
berührt, ebenfalls unrein wird. Und da haben die Rabbiner gesagt, dass ist
das Schwerste, was es gibt in der Bibel, das Opfer der roten Kuh. Das Opfer
reinigt, aber die Berührung des Opfers macht unrein. Wie geht das? Die
Rabbiner schreiben: Selbst Salomo, der weise König, wusste nicht das
Geheimnis der roten Kuh. Aber im Licht des Neuen Testaments verstehen wir
das. Wir können das Rätsel lösen. Das ist ganz einfach: Der Herr Jesus
wurde als Sündopfer außerhalb des Lagers zur Sünde gemacht. Und Gott musste
sich darum von ihm abwenden. Er hat sich mit unserer ganzen Unreinigkeit
der Sünde identifiziert. Aber genau durch dieses Opfer werden wir, die
Unreinen, rein. Das ist das Geheimnis.
Man kann dies erst verstehen, wenn man die Erfüllung in dem Messias vor
Augen hat. Die Rabbiner verstehen das bis heute nicht. Sie sagen, das ist
etwas von dem Schwierigsten, was es gibt. Ja und in Jerusalem machte man
das dann so, in der Verlängerung des Tempels nach Osten, außerhalb der
Stadt, also auf dem Ölberg, wurde die rote Kuh geschlachtet und zu Asche
verbrannt. Wir wissen heute ganz genau wo das war. Für diejenigen, die
schon in Jerusalem waren: Auf dem Ölberg sieht man doch ganz oben eine
Kirche, das ist die russische Auffahrtskirche, und die steht auf dem
höchsten Punkt des Berges. Dort war der Altar der roten Kuh. Wenn man von
diesem Punkt eine Linie zieht zum Allerheiligsten, das ist der Fels auf dem
Tempelberg, heute im Felsendom, dann gibt es eine Linie, die exakt im
rechten Winkel zur Ostmauer der Stadt, des Tempelbezirks, ist. Diese Mauer
hat immer die gleiche Linie gehabt seit Salomo. Das ist also ein gesamter
typologischer Plan. Der höchste Punkt des Tempelberges ist verbunden über
diese direkte Linie mit dem höchsten Punkt des Ölberges, dem Ort der roten
Kuh, im rechten Winkel zur Mauer. Und wie kommt der Mauerverlauf zustande?
Ganz einfach. Der Fels im Allerheiligsten war der Eckstein des Tempels und
die westliche Böschung des Felsens ist parallel zu dieser Mauer. Das heißt,
die Mauer hat man extra so gebaut, dass sie parallel steht zum Eckstein des
Tempels. Und ebenso höchster Punkt mit höchstem Punkt im rechten Winkel
dazu. Das ist phantastisch.
Aber jetzt wird es noch phantastischer. Warum ist der Ort der roten Kuh
im Osten außerhalb der Stadt und des Tempels? Und hier, außerhalb des
Lagers und außerhalb des Zeltes der Zusammenkunft? Ja, was bedeutet die
Ostrichtung in der Bibel? In welcher Richtung wurden Adam und Eva aus dem
Paradies hinaus getan? Nach Osten! Also, es war so, das Paradies und der
Baum des Lebens, die Gemeinschaft mit Gott war im Westen. Und der Standort
des Menschen von Gott getrennt, heimatlos, ist im Osten. Und so beginnt das 1. Buch Mose, der Mensch, der in Gemeinschaft war mit Gott, wird wegen der
begangenen Sünde nach Osten hinausgetan. Aber am Schluss von 2. Mose sehen
wir die Stiftshütte und die ist ausgerichtet nach Osten. Und so kommt der
Mensch dort zurück in die Gemeinschaft mit Gott; die Schechina ist im
Westen. Das ist genau der Weg, von Gott weg und der Weg zurück. Und die
rote Kuh ist also ein Bild des Herrn Jesus, der eben unser Sündopfer
geworden ist, der unseren Platz in der Gottesferne eingenommen hat, um uns
von der Unreinigkeit der Sünde zu befreien. Und dieses Kapitel steht
natürlich speziell im 4. Buch Mose, weil das das Buch der Wüstenwanderung
ist und dies gekennzeichnet durch das tägliche Sterben ist. Die kamen
ständig mit den Toten in Berührung und brauchten die Reinigung. So lernte
man, dass der Tod verunreinigt. Der Tod verunreinigt, aber es gibt ein
Opfer, das uns rein macht.
Merken wir, ist doch interessant, die ganzen levitischen Gesetze über
Verunreinigung? Wir haben gesehen in 3. Mose 15, daß die Quelle des Lebens
verunreinigt. Und das Ende des Lebens verunreinigt auch. Das sind die zwei
grundsätzlichen Lehren, die es braucht, um das Evangelium zu verstehen. Das
Evangelium sagt uns, der Mensch ist von Natur aus als Sünder geboren. Er
hat schon von Natur aus, von seinen Eltern eine sündige Natur geerbt. Und
ein Sünder kann nur einen Sünder zeugen, eine Sünderin kann nur einen
Sünder auf die Welt bringen. Und der Tod verunreinigt. Das ist die
Veranschaulichung der Wahrheit aus Römer 6, 23: Der Lohn der Sünde ist der
Tod. Die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus." Ja, also
das ist das tiefe Geheimnis der roten Kuh, die eben zu Staub gemacht wird,
zu Asche. Im Land Israel hat man das übrigens dann so praktiziert, ein
Drittel der Asche wurde im Tempelbezirk irgendwo aufgelagert, ein Drittel
auf dem Ölberg und ein Drittel wurde im ganzen Land verteilt in den
Synagogen, um das Ritual durchführen zu können. Der Talmud sagt an einer
Stelle, dass es von Mose bis ins Jahr 70 nach Christus neun Opfer von roten
Kühen gegeben hat. Also ganz selten. Ich meine, schon der Jom Kippur ist ja
selten. Ein Tag im Jahr, dieser besondere Opfertag der hinweisen sollte auf
das eigentliche Opfer des Herrn Jesus. Aber das kommt als Vorbild am
nächsten dem wahren Opfer, nur neun Opfer bis der Herr Jesus kam und der
Tempel dann unterging. Also ein ganz spezielles Opfer muss man sagen.
Ich habe erklärt, wie die Juden seit dem Jahr 70 keinen Tempel mehr
hatten und so haben sie sich auch lange keine Mühe mehr gegeben, diese
roten Kühe zu halten. Die wurden nach sehr strengen Vorschriften
ausgewählt. Sie musste ja vollkommen sein, ohne Fehl und da wurde auch
gesagt, dass sie keine Wurzeln haben durfte, wo verschiedenfarbige Haare
herauswachsen. Sie musste also perfekt diese Röte haben und das war jetzt
ein Problem im Blick auf den Bau des dritten Tempels. Ja, wenn wir keine
roten Kühe haben, können wir nie beginnen, weil alle ja unrein sind durch
die Berührung mit dem Tod. Wie können wir das Priestertum überhaupt
reinigen. Wir brauchen zuerst die Asche der roten Kuh. Und in der
Zwischenzeit ist das Problem gelöst. Es gibt wieder diese roten Kühe. Es
gab ja sogar einmal in Newsweeks einen Artikel, ganz spontan ist in Galiläa
in einem Kibbuz eine rote Kuh geboren worden, die die Anforderungen
erfüllt. Das war phantastisch. Da hat also ein weltweites Echo ausgelöst
und da stand in dem Artikel: Die einen möchten sie am liebsten schlachten
und die anderen am liebsten erschießen. Natürlich wollen diejenigen die Kuh
erschießen, die Angst haben, dass wenn da ein dritter Tempel gebaut wird,
dann gibt es Krieg im Nahen Osten. Und die, die so schnell wie möglich
schlachten wollten, waren die Orthodoxen, die den Tempel am liebsten sofort
bauen möchten. Und so haben wir jetzt also die Kuh. Und das ist ja ein
Risiko. Im Talmud steht, wie alt eine junge rote Kuh sein darf. Dort steht
zwei Jahre, aber sie könnte auch fünf Jahre sein. Aber es ist besser zwei
Jahre. Warum? Weil mit jeden Tag die Gefahr wächst, dass andersfarbige
Haare wachsen. Und darum, wenn so eine rote Kuh da ist, wird man ein
bisschen nervös. Da muss man los, mit dem Messer los. Aber inzwischen hat
Melody, so heißt diese Kuh, schon längst andersfarbige Haare bekommen. Aber
das Problem hat man nun anders gelöst. Es gibt inzwischen mehrere rote
Kühe, die bereit sind. Wenn es also sein müsste, könnte man loslegen. Ja,
das zu dieser roten Kuh.
Jetzt Kapitel 20. In den ersten beiden Versen stirbt Mirjam, die
Schwester von Mose. Sie gehört eben auch zu dieser Generation, die
ausgezogen war und sie hatte nicht diese Auszeichnung bekommen wie Kaleb
und Josua. Dann kommen die Verse 3-13. Da kommt die Klage gegen Durst. Und
Gott sagt Mose, er solle mit dem Felsen sprechen, aber Mose schlägt den
Felsen mit dem Stab. Es kommt Wasser heraus, aber Gott sagt: Wegen deines
Ungehorsams wirst du nicht ins Land kommen. Das ist eine schwierige
Geschichte. Aber wenn wir die geistliche Bedeutung anschauen, verstehen wir
das alles. Nicht wahr, wir kennen schon eine Geschichte mit Wasser aus dem
Felsen, 2. Mose 17, grad nach dem Auszug aus Ägypten. Und dort hatte Mose
den Felsen geschlagen, weil Gott es so gesagt hatte. Aber hier sagte Gott,
er soll mit dem Felsen sprechen, ihn nicht schlagen. Warum einmal so und
einmal so? Ganz einfach. Im Hebräischen steht für Fels nicht einfach Fels.
In 2. Mose 17 steht «Zur» und in 4. Mose 20 steht «Sela'». Der Unterschied
ist der, Zur ist ein Felsblock, während Sela' ein Felsmassiv ist. Der Zur,
der Felsblock, der niedrig ist im Vergleich zum Felsmassiv, ist ein Bild
von dem erniedrigten Christus. Der hat sich erniedrigt bis zum Tod am
Kreuz. Und der Herr Jesus musste von Gott geschlagen werden am Kreuz. Es
gefiel dem HERRN, ihn zu zerschlagen; er hat ihn leiden lassen. Für unsere
Sünden hat Gott ihn geschlagen, nebst dem, was die Menschen gemacht haben.
Das hat keine Sünde weggebracht. Aber Gott hat ihn bestraft für unsere
Sünden. Das Gericht, das wir im Feuersee verdient hätten, hat Gott über ihn
gebracht in den Stunden der Finsternis, als er ihn verlassen hatte. Und so
musste der erniedrigte Christus geschlagen werden und dann kam Wasser
heraus, ein Bild des Heiligen Geistes, nach Johannes 7, 37-39.
Nun Sela', das Felsmassiv, spricht von dem erhöhten Christus. Nicht wahr,
Philipper 2, 5-11., der Christus hat sich siebenfach erniedrigt bis zum
Tod, aber nicht irgendein Tod, sondern bis zum Tod am Kreuz. Und dann heißt
es: *Darum hat Gott ihn auch über die Maßen hoch erhoben und ihm einen
Namen gegeben, der über jedem Namen ist."** Und das Felsmassiv hier spricht
eben von dem erhöhten Christus, der jetzt zur Rechten Gottes ist. Und er
wird nie mehr geschlagen werden. Er ist ein für allemal gestorben und jetzt
sollen wir mit dem erhöhten Christus reden im Gebet. Und Mose hat eben
gegen Gottes Vorschrift verstoßen und hat in seiner Ungeduld den Felsen
geschlagen. Wir denken, es ist so hart, die Bestrafung von Mose.
Aber es ist eben so, je verantwortlicher eine Stellung ist, die jemand einnimmt in seinem Dienst vor Gott, desto strenger behandelt Gott Sünde. Es ist ein Unterschied, wenn jemand, der eine führende Funktion hat, die gleiche Sünde begeht, wie jemand, der keine führende Funktion hat.
Es ist immer schlimm,
aber Gott nimmt den Führer strenger in die Pflicht.
Dann geht es weiter in 4. Mose 20. Es geht um nutzlose Verhandlungen. Das
Volk Israel möchte gerne durch Edom, durch Südjordanien hindurch, aber die
Edomiter sind feindlich gesonnen. Dann wird in den Versen 22-29 der Tod
Aarons beschrieben. Sie müssen alle auch gehen, Mirjam, Mose, Aaron.
Und schließlich 4. Mose 21. Wieder lehnt sich das Volk auf und es redet
gegen Gottes treue Fürsorge. Und da kommen diese Seraphschlangen, die
feurigen Schlangen. Das ist eine Schlangenart, die einen brennenden Bis
verursacht. Darum heißen sie Seraph-schlangen. Seraph heißt brennen, feurig
brennen. Und da schreit Mose zum Herrn. Das Volk sagt, wir haben gesündigt.
Und Gott gibt die Anweisung zur Herstellung der ehernen Schlange, die
erhöht befestigt wird an eine Fahnenstange.
Man fragt sich: Wieso eine
Schlange und nicht ein Lamm? Nun alles drückt etwas aus. Das Lamm drückt
aus, der Herr Jesus war bereit, sich hinrichten zu lassen, ohne sich zu
wehren, so wie ein Lamm sich nicht wehrt, wenn es zur Schlachtung geführt
wird. Aber die Schlange ist der Inbegriff der Sünde, denn durch die
Schlange kam ja die Sünde in die Welt, 1. Mose 3, und das symbolisiert den
Herrn Jesus, der zur Sünde gemacht werden sollte. Er war immer der
vollkommen Heilige, auch in den Stunden der Finsternis, aber weil Gott ihn
mit unserer Sünde identifiziert hat, wird dieses Symbol der Schlange
benutzt. Und der Herr Jesus erklärt gegenüber Nikodemus, so wie Mose in der
Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Menschensohn erhöht werden, auf
dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben
habe. Und jeder, der diese Schlange anschaute, wurde geheilt von dem Bis.
Und wer das nicht wollte, wurde nicht geheilt, sondern starb. Eine ganz
eindrückliche Illustration des Opfers des Herrn Jesus und des Lebens, das
durch sein Sterben möglich geworden ist.
Dann haben wir im gleichen Kapitel einen Freudengesang beschrieben, das
Brunnenlied, in den Versen 16ff**. Damals sang Israel dieses Lied. Ja, wir
sehen, in der Geschichte Israels hat das Singen eine ganz wichtige Rolle
gespielt. Und wo kommt es zum ersten Mal vor, dass sie gesungen haben? Nach
dem Durchzug durchs Rote Meer. Das ist auch das erste Mal in der Bibel,
dass zur Anbetung Gottes gesungen wird. Also das Lied der Erlösung, oder,
so muss ich sagen, die Erlösung macht es möglich, dass wir singen können
zur Ehre Gottes. Und sobald der Glaube sich ändert, ändert sich auch die
Musik.* Mose und Josua waren später auf dem Berg Sinai und da hören sie
etwas da unten. Und Josua sagt, das ist Kriegsgeschrei. Mose sagt, das ist
nicht Kriegsgeschrei, das ist Wechselgesang. Ja, wieso meinte Josua das sei
Kriegsgeschrei? Was ist typisch für Kriegsmusik?
Bei Kriegsmusik ist es typisch, dass der Schlag wie ein Metronom immer gleich ist, der Grundschlag. Denn das macht aggressiv und schaltet das Denken aus. Richtige Musik ist nie so, dass jeder Schlag gleich ist.
Der Schlag muss sich
ständig ändern. Wer würde das Lied, eine feste Burg ist unser Gott, so
singen, dass jeder Schlag gleich ist? Niemand würde das so singen. Dort wo
ein Satzteil zu einem Komma hin kommt, wird verlangsamt, und dann wird das
Tempo wieder aufgenommen und wo ein Punkt kommt, wird wieder verlangsamt.
Und das empfindet man in der Musik als das, was Ruhe ausstrahlt. Und wir
reden ja auch nicht so. Das wäre ja Rap. Das geht auf die Nerven schon nach
kurzer Zeit. Ja, Rap drückt die Sprache in ein Zeitgefängnis.
Aber Sprache
ist so, dass sie sich eben dehnt und dann wieder verlangsamt, wieder kommt.
Das ist angenehm. Und Musik, von Anfang an, auch im Alten Testament, war
immer ausgerichtet am Sprachrhythmus. Aber in den Kulten, wo man eine Musik
entwickeln wollte, wo das Denken ausgeschaltet wird, und wo die Leute
aggressiv werden für den Krieg, da hat man eben das Tamm-Tamm eingesetzt
und zwar so, dass jeder Schlag exakt gleich ist. So funktioniert Rockmusik.
Das muss so sein, sonst fährt man nicht darauf ab. Das ist der Punkt.
Und Josua sagt, das ist Kriegsmusik.
Das war nicht Kriegsmusik, aber die
Musik hat sich geändert, denn der Glaube hatte sich geändert. Sie sagten
zum Goldenen Kalb, das ist der HERR, das ist euer Gott, der euch aus
Ägypten herausgeführt hat. Morgen ist ein Fest dem HERRN. Sie glaubten
schon an den HERRN, aber sie identifizieren das mit Götzendienst. Und so
hat sich also die Musik geändert.
Aber die Musik spielt eine wichtige Rolle
im Glaubensleben des Volkes Gottes und da haben wir wieder ein Beispiel, wo
man in der Wüste singt. Ich habe auf dem Blatt verschiedene Stellen aus dem
Neuen Testament aufgeführt, es gibt aber noch mehr, über das Singen. Das
sind ganz wichtige Stellen, weil sie uns zeigen, was Singen ist nach Gottes
Gedanken im Neuen Testament. Zu diesen Stellen gehören: Epheser 5, 18-21;
Kolosser 3, 16 und Jakobus 5, 13.
Dann kommt 4. Mose 22-25, die Geschichte mit Bileam. Die Moabiter haben
Angst vor den Israeliten und sie holen einen Propheten, ganz weit weg, vom
Euphrat oben. Und er soll das Volk verfluchen. Und dieser Mann ist ein ganz
komischer Mann. Bileam – sein Name bedeutet übrigens Verschlinger des
Volkes' – wird in Josua 13, 22 Wahrsager genannt und in 2. Petrus 2, 16
Prophet. Das war also ein Mann, der eine Kenntnis vom wahren Gott hatte und
auch gewisse Offenbarungen bekommen hatte. Aber der gleiche Mann hatte auch
Kontakt mit bösen Geistern. Ganz eigenartig diese Mischung von Licht und
Finsternis. Und die Bibel spricht im Neuen Testament von dem Weg Bileams
(2. Petr 2, 15). Das war dieser Weg. Er wollte einen geistlichen Dienst"
tun, aus Liebe zum Geld. In Judas 11 wird gesprochen über den Irrtum
Bileams. Er hat gemeint, Gott verwirft sein Volk, das er auserwählt hat.
Und in Offenbarung 2, 14 wird über die Lehre Bileams gesprochen. Es gelang
ihm nicht das Volk zu verfluchen und dann hat er eben schließlich dem König
von Moab gesagt: Weiß du, es geht nicht mit dem Verfluchen, aber wenn du
sie zur Sünde verführst, dann greift Gott ein. Lade doch diese Leute ein
und die Mädchen von Moab sollen sie verführen zur Prostitution beim
Baalkult. Und das ist geschehen und dann hat Gott Tausende niedergeschlagen
in Israel.
Das Volk Gottes kann nicht verworfen werden, Gott hat es auserwählt. Aber wenn das Volk Gottes sich in die Sünde, ins Böse begibt, dann muss Gott eingreifen.
Und das war diese böse Lehre des Bileam. Aber
später, in Josua sieht man das, wurde dieser Wahrsager und Prophet
schließlich getötet von Israel.
Ja, und dann müssen wir langsam zum Schluss kommen. Jetzt kommt der
dritte Teil: Vorbereitungen für die Landnahme, Kapitel 26-36. Jetzt am
Schluss der Wüstenwanderung wird das Volk noch einmal gezählt. Und da sieht
man die traurige Bilanz, das Volk ist sogar ein bisschen geschrumpft.
Dann
kommt 4. Mose 27. Da ist ein Mann, der hatte Töchter, fünf Töchter und
keinen Sohn. Der Vater ist gestorben und die Töchter fragten sich: Ja wie
ist das denn, wenn wir ins Land kommen? Bekommen wir dann auch ein Erbteil?
Unser Vater ist verstorben, wir haben keine Brüder und wir sind Frauen. Und
da gehen sie zu Mose und reden vor der ganzen Gemeinde Israels und sagen:
Gib uns ein Erbteil. Mose ist überfordert. Diesen juristischen Fall hat es
noch nie gegeben. Die Frage wurde noch nie gestellt. Dann geht er zu dem
Herrn und der Herr sagt: Die Töchter Zelophchads haben recht geredet. Diese
sollen auch ein Erbteil bekommen. Da wird das also geregelt. Wir haben hier
Frauen vor uns, die unverschämt sind, Vers 4. Die gehen zu Mose und sagen:
Gib uns ein Eigentum unter den Brüdern unseres Vaters. Und Gott verteidigt
sie: Die Töchter Zelophchads haben recht geredet. Das war eine gute
Unverschämtheit, weil sie Gottes Land liebten, Gottes Segen, und den
wollten sie haben. In diesen Bereichen darf man unverschämt sein, sonst
nicht. Und das ist ganz schön, wie Gott ihnen Recht gibt und diese Töchter
Zelophchads kommen dann später bei der Landnahme im Buch Josua wieder vor.
Das sind also entschiedene Frauen, die das Land der Verheißung lieben. Ein
Vorbild für jede gottgemäße Frau.
In 4. Mose 27, 12-23 wird Josua zum Nachfolger für Mose bestimmt. Und
dann kommt in 4. Mose 28-29 die Opfer für die Feste des HERRN. In 4. Mose
30 geht es um Gesetze über Gelübde. In 4. Mose 31 geht es um den Krieg
gegen Midian. Und dann geht es in 4. Mose 32 um Transjordanien. Dort sollen
die Stämme Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse ein Erbteil bekommen
außerhalb des Landes Kanaan. 4. Mose 33 gibt eine geographische Übersicht
über die Wüstenwanderung. Zuerst von Ägypten zum Horeb, dann vom Horeb bis
Kadesch, dann von Rithma bis Kadesch und schließlich von Kadesch bis in die
Ebene von Moab. In 4. Mose 34 wird das verheißene Land beschrieben mit
seinen Grenzen. Es ist interessant, die Südgrenze dort ist der Bach
Ägyptens. Das ist das Wadi El-Arish, also ein Winterbach in der Negevwüste.
Dort in der Nähe geht heute die Grenze zwischen Israel und Ägypten durch.
Aber den Bach Ägyptens darf man nicht verwechseln mit dem Strom Ägyptens
aus 1. Mose 15. Gott sagt zu Abraham, das Land der Verheißung wird gehen
vom Strom Ägyptens bis zum Euphrat. Der nahar mizrajim, das ist der Nil.
Und nachal mizrajim ist der Bach Ägyptens, Wadi El-Arish.
Also hier wird nicht die endgültige Grenze gezeigt in 4. Mose 34, sondern
das Land, wie es verteilt werden sollte unter Josua.
Aber Gott hat noch
mehr vor. Und zwar in Hesekiel 47 haben wir ja die Landverteilung am Anfang
des 1000-jährigen Reiches mit Gebieten von Libanon und Syrien und
Jordanien. Aber die Südgrenze ist El-Arish. Aber die Israeliten werden sich
dann vermehren im 1000-jährigen Reich. Und in Jesaja steht, es wird so
schnell gehen, bis man dann sagen wird, mir ist es zu eng geworden. Und
dann wird die Grenze geweitet bis zum Nil. Das heißt also die ganze
Sinaiwüste wird aufblühen, wie das in Jesaja gesagt wird. Das wird alles
bevölkert werden. Das wäre mal ein interessantes Thema für eine UNO-Rede.
Die ganze Sinaihalbinsel wird dann zu Israel gehören und dann rauf bis zum
Euphrat. Das wäre auch interessant das mal mit dem syrischen Präsidenten
zusammen anzuschauen.
Ja, und dann werden in 4. Mose 35, 9-34 die sechs Zufluchtsstädte
beschrieben. Die sind so interessant. Also in 4. Mose 35, 1-29 die 48
Levitenstädte. 48 Städte im ganzen Land sollten ausgesondert werden, damit
Leviten dort leben könnten. Ich habe ja gesagt, der Stamm Levi sollte kein
Erbteil bekommen. Der HERR ist ihr Erbteil. Aber unter allen Stämmen
zerstreut sollten sie 48 Städte zum Wohnen bekommen. Und das ist etwas ganz
Schönes.
In 1. Mose 49 hat ja Jakob den Segen über die zwölf Söhne
gesprochen. Und bei Levi, weil er sich so schwer vergangen hatte, zusammen
mit Simeon, hat er einen Fluch ausgesprochen und gesagt: Levi soll
zerstreut werden in Israel. Aber später bei dem goldenen Kalb hat der Stamm
Levi dem Herrn die Treue gehalten und hat da nicht mitgemacht. Und so hat
Gott diesen Stamm gesegnet: Ihr sollt das Priestertum bekommen anstelle der
Erstgeborenen. Eigentlich hätten immer die Erstgeborenen das Priestertum
bekommen, aber Gott hat dann gesagt, nein, ich mache das anders, der Stamm
Levi bekommt das. Und jetzt wurde der Fluch in Segen umgewandelt. Denn der
Stamm Levi wurde zwar zerstreut in ganz Israel, aber als ein Segen, denn
sie durften der Priesterstamm sein, der diese 48 Städte hat.
Und dann
sollten sechs Levitenstädte davon Zufluchtsstädte sein. Wenn jemand zum
Beispiel im Wald gearbeitet hat mit der Axt und plötzlich sprang das Eisen
ab und traf den Kopf eines anderen und dieser starb, da gab es die Gefahr,
dass die Angehörigen dachten, er sei ein Mörder. Der hat ihn umbringen
wollen und hat das so mit der Waldarbeit getarnt. Und dann konnten nahe
Verwandte eine Jagd machen und ihn aus Rache umbringen. Und da sagt Gott,
dann soll er in eine dieser sechs Zufluchtsstätte fliehen und die müssen
ihn schützen vor dem Bluträcher. Er soll dann vor Gericht gestellt werden
und da musste dann alles geklärt werden, was da wirklich war. Also diese
Zufluchtsstädte waren da, um Zuflucht zu finden in einer plötzlichen Not,
die ins Leben hinein kam. Also diese Zufluchtsstädte reden alle von Gott,
der unsere Zuflucht ist, gerade in Nöten, wo wir gar nichts Böses wollten,
aber plötzlich ist etwas Schlimmes geschehen. Er kann Zuflucht schenken
auch in solchen Zeiten.
Und dann kommt das letzte Kapitel, 4. Mose 36. Nochmals Anweisungen,
Gesetze über Frauenerbrecht im verheißenen Land. Da kommen wieder diese
Töchter Zelophchads. Eine ganz interessante Familie. Ja, wir haben gut
verteilt, drei Jungs und drei Mädchen. Aber dieser Zelophchad hatte eben
eine Mädchenfamilie, das gibt es auch. Übrigens, im Neuen Testament, wer
hatte denn da eine Mädchenfamilie? Philippus hatte vier Töchter, und alle
weissagten. Also Weissagen bedeutet ja nach 1. Korinther 14, reden zur
Erbauung, Tröstung und Ermahnung. Das waren Töchter, die konnten jemandem
im richtigen Moment das richtige Wort sagen. Das war eine spezielle
Familie, der Vater Evangelist und alle Töchter Prophetinnen.
