
Josaphat in der Glaubensschule Gottes
Einleitung: Die Dringlichkeit des Textes und die Not Josaphats
Zweite Chronik Kapitel zwanzig
Das ist heute ein Text, der so wahnsinnig wichtig ist, möchte man sagen. Er zeigt so sehr, wie das Neue Testament im Alten Testament sichtbar wird, dass ich nur zittere und bebe, ob ich Ihnen das auch deutlich machen kann.
Wir hatten gehört, dass der junge König Josafat wieder in große Not gerät. Ein großes feindliches, heidnisches Heer zieht gegen ihn heran. Moabiter, die Kinder Ammon, die Meoniter und die vom Gebirge Edom ziehen gegen Josafat.
Nun gerät er also in große Not. Er ist ein Kind des Friedens, aber nun kommt so ein Heer heran! Letztes Mal hatten wir schon gehört, dass Josafat ein wundervolles Gebet spricht.
Können Sie hören? Rede ich laut genug? Werde ich überall vernehmlich verstanden?
Die Zusage Gottes und das Gebet des Volkes
Und nun lesen wir weiter in Vers 13. Im zweiten Buch der Chronik, Kapitel 20, Vers 13 steht:
„Und ganz Juda stand vor dem Herrn mit ihren Kindern, Frauen und Söhnen. Aber auf Jahasiel, den Sohn Zacharias, den Sohn Benajas, den Sohn Jehiels, den Sohn Matanjas, einen der Leviten aus den Kindern Asafs, kam der Geist des Herrn mitten in der Gemeinde. Er sprach: ‚Hört zu, ganz Juda und ihr Bewohner Jerusalems, und du, König Josaphat! So spricht der Herr zu euch: Fürchtet euch nicht und verzagt nicht vor diesem großen Heer. Denn ihr kämpft nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Gott.‘“
Diesen Satz sollte man sich, wenn man eine eigene Bibel hat, besonders dick unterstreichen. Er fasst das ganze Evangelium des Römerbriefs, des Galaterbriefs und der Offenbarung zusammen: „Denn ihr kämpft nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Gott.“
Weiter heißt es: „Morgen sollt ihr zu ihnen hinabziehen. Siehe, sie kommen den Höhenzug von Seir herauf. Gott wird auf sie treffen, wenn sie das Tal erreichen, das vor der Wüste Jeruel endet. Aber ihr werdet in dieser Angelegenheit nicht kämpfen. Tretet nur vor, steht still und seht das Heil des Herrn, das er euch, Juda und Jerusalem, bringen wird. Fürchtet euch nicht und verzagt nicht! Morgen werdet ihr sehen, wie der Herr euch den Sieg schenkt.“
Daraufhin beugte sich Josaphat mit seinem Gesicht zur Erde. Ganz Juda und die Bewohner Jerusalems fielen vor dem Herrn nieder und beteten ihn an.
Die Notwendigkeit einer Glaubensschule in der heutigen Zeit
Meine Freunde, manchmal denke ich mit Wehmut an die Zeiten zurück, bevor ich Jugendpfarrer wurde – das war im Jahr 1931. Damals hatten junge Leute noch Zeit, Leiter zu sein. Wenn sie um sechs Feierabend hatten, dann waren sie fertig.
Heute jedoch ist das anders. Ein junger Mann ist ab sechs Uhr nicht fertig, sondern von da an beginnt der Unterricht. Das ist etwas Fantastisches, wie die Deutschen ausgebildet werden, nicht wahr? Jeder deutsche kleine Professor, jeder deutsche Mindestzehn-Examiner – das meine ich nicht negativ, sondern durchaus positiv – bekommt keinen Brief mehr.
Ich wundere mich immer wieder, wie viele Schulen es gibt und wie viel Unterricht angeboten wird. Ich habe einen Schwager, der im Kultusministerium in Stuttgart arbeitet und alle Berufs- und Fachschulen betreut. Mit ihm bin ich einmal durch Württemberg gefahren, und ich war erstaunt, was es alles gibt: Landwirtschaftsschulen, wo man lernt, wie man Hühner hält und Eier legt, Webschulen, wo man das Weben lernt, und für alles und jedes gibt es Schulen.
Und nun ist es doch so, wenn wir in der Welt als Kinder Gottes stehen wollen und einmal sterben müssen, meine Freunde, wenn wir einmal selig werden wollen, dann ist es nicht so wichtig, sondern viel wichtiger, dass man richtig glauben lernt.
Ich denke immer, es wäre nicht so nötig, neben Haushaltungs-, Web- und technischen Schulen auch Schulen des Glaubens zu haben. Schulen, in denen man richtig glauben lernt – also den errettenden Glauben, nicht irgendeinen Glauben, der wie ein Feldball oder eine Wiese ist, sondern den wirklichen, errettenden Glauben.
Eigentlich sollte ja eine Bibelschule eine Glaubensschule sein, nicht wahr? Und das gilt für jeden Gottesdienst. Sehen Sie, dieser Text hier ist eine richtige Lektion, eine richtige Lektion für die Glaubensschule.
Aufbau der Glaubensschule: Schüler, Haltung, Lehrer und Unterricht
Ja, in dieser Geschichte wird erzählt, wie Israel in die Glaubensschule kommt. Das wollen wir uns jetzt ansehen.
Zuerst betrachten wir die Schüler, dann die Haltung der Schüler. Anschließend sehen wir uns den Lehrer und den Unterricht an. Diese vier Punkte möchte ich heute versuchen zu besprechen.
Der zweite Punkt wird dabei besonders wichtig sein und immer wieder auftauchen.
Die Schüler: Josaphat und sein Volk in Not
Erstens: Die Schüler, die Schüler sind, sind Josaphat und sein Volk in einer ganz großen, hoffnungslosen Not. Sie befinden sich in einer Situation, in der sie nicht alleine fertigwerden können, am Ende eines Weges stehen.
Meine Freunde, es kann nicht jeder Beliebige in eine Schule aufgenommen werden. Jeder muss eine Aufnahmeprüfung bestehen. Wenn man mich an einer Webschule anmelden wollte, hätte das nicht funktioniert. Es gibt gewisse Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, wenn man eine Schule besuchen möchte.
Und wenn man in die Glaubensschule gehen und dort Schüler werden möchte, müssen ebenfalls bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Diese sind hier genannt: Solange man mit den Herausforderungen des Lebens fertig wird, wird man kaum in die Glaubensschule aufgenommen werden. Man möchte nicht hineingehen und wird noch gar nicht angenommen.
Die Aufnahmeprüfung für die Glaubensschule lautet: Bist du mit dir selbst fertig? Ich lasse heute dem Propheten Jesaja das wundervolle Wort sagen: „Du zerarbeitest dich in der Menge deiner Wege, und weil du das Leben in deiner Hand hältst, fährst du fort.“ Solange das so ist – „Ich zerarbeite mich in der Menge meiner Wege, bin überall dabei und finde immer noch Leben in meiner Hand“ – solange braucht man nicht in die Glaubensschule zu gehen.
Aber dann kommt der Moment, den Josua erlebt, wenn plötzlich ein Heer gegen ihn steht. Wir haben so ein Plakat für unsere Evangelisationen – ein großes, schräges, gelbes Kreuz. Da sagt jemand: „Das ist ja gar kein Kreuz.“ Ein anderer antwortet: „Das ist mein Weg. Ich habe entdeckt, er endet mir nichts.“ Sehen Sie, da fängt die Glaubensschule an.
Eben, zwei Minuten vor der Bibelstunde spricht ein Junge mich an: „Haben Sie fünf Minuten Zeit? Es geht um etwas Wichtiges.“ Und dann sagt er: „Ich muss sprechen. Da ist diese und jene Sünde. Ich weiß, was Sünde ist, und ich werde nicht mitkämpfen. Können Sie mir helfen?“ Sehen Sie, da fängt die Glaubensschule an.
Wenn der Feind zu groß ist, wenn eine Anfechtung kommt, die Macht der Sünde – ich kenne das als den, der mich anklagt, mit Recht anklagt. Oder wenn ich die Abgründe des Teufels erkenne, ganz egal wie, wenn ich merke, jetzt ist mein Weg zu Ende, ich kann so nicht weitermachen, dann bin ich richtig für die Glaubensschule.
Nun könnten Sie sagen: „Das hast du als Jugendpfarrer, das ist doch komisch. Dann kannst du ja wenig Schüler in deiner Glaubensschule haben.“ Denn diese liebe, frische, blühende Jugend ist doch noch voller Leben und findet das Leben in ihrer eigenen Hand. Aber haben Sie eine Ahnung? Diese jungen Leute kapieren oft viel eher als manche alten, biertrinkenden Philister, dass sie längst am Ende sind, dass sie nichts Gutes tun können, dass sie ihr Leben nicht meistern können, dass Gott sie verklagt, dass ein Gewissen sie verklagt.
Sie kapieren das oft viel besser. Und da ist gar nicht so viel Jubel, sondern viel heimliche Verzweiflung. Darum sind viele Jungs im Weidehaus, darum.
Die Haltung der Schüler: Beten als Ausdruck der Glaubensschule
So, jetzt kommt das Zweite: Die Haltung der Schüler.
Als wir in die Schule gingen, legten unsere Lehrer immer großen Wert auf die Haltung. Man musste immer gerade so dasitzen. Wahrscheinlich habe ich deshalb als alter Mann immer Ischias, weil ich damals in der Schule immer so gerade sitzen musste.
Wie ist aber die Haltung dieser angefochtenen Schüler in der Schule des Glaubens? Sie sitzen nicht aufrecht, sondern sie knien nieder. Sie beten, sie beten. Sehen Sie, wir im Weiglerhaus in unserer Jugendarbeit knien beim Beten immer nieder. Oft höre ich: „Mensch, ihr seid ja so rückständig, oder?“ Nun ja, ich fürchte, das wird eines Tages das Allermodernste sein, dass man seine Knie vor Jesus wirklich beugt.
Denn in der Bibel steht: Darum hat Gott ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen ist, damit sich im Namen Jesu aller Knie beugen. Es wird eine Zeit kommen, in der das Allermodernste sein wird, dass man nicht mehr daran vorbeikommt, sich vor ihm niederzuknien. Darum wollen wir heute nicht nach Modeströmungen fragen, sondern wir knien.
Wir hatten eben einen höheren Schülerkreis, was schön war, und am Ende der Stunde sind wir miteinander niedergekniet. Ich will sagen: Es kommt nicht auf die äußere Haltung an. Für mein persönliches Gebet kann ich mir kaum vorstellen, anders als auf den Knien zu beten.
Aber ich erinnere mich an Pastor Christli, der bei der Zähringer Zugkonferenz sagte: „Es hat mir sehr Freude gemacht. Ich bin als alter Mann oft müde, und eines Tages war ich ganz froh, als ich entdeckte, dass ich auch auf der Couch liegen und doch mit Jesus reden kann.“ Das war für mich eine frohe Entdeckung, und da hatte er Recht.
Ich denke, wenn er auf der alten Christliebe, viele haben ihn gekannt, auf der Couch lag und betete, lag sein Herz doch auf den Knien vor Gott. Sehen Sie, das ist die Haltung der Glaubensschüler: Sie fangen an, mit dem Herrn zu reden.
Wollen Sie noch einmal hineinschauen? Das ganze Juda stand vor dem Herrn. In 2. Chronik 20,5 heißt es: „Josaphat trat unter die Gemeinde Judas im Haus des Herrn und sprach: ‚Herr, Gott unserer Väter!‘“ Und in Vers 18 heißt es: „Da beugte sich Josaphat mit dem Antlitz zur Erde, und das ganze Juda fiel nieder und betete an vor dem Herrn.“
So sind Glaubensschüler: Sie fangen an zu beten! Können Sie denn eigentlich beten? Das bedrückt mich immer mehr. Seit dreißig Jahren predige ich das Evangelium in Essen, und viele können nicht einmal das Einfachste: mit dem Heiland reden! Schütten Sie Ihr Herz aus! Und wenn Sie nur sagen: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ oder Ihre täglichen Nöte vorbringen.
Aber die Haltung der Glaubensschüler ist, dass sie anfangen, mit dem Herrn zu reden.
Ein Beispiel für Glaubenshaltung: Die Geschichte von Fridtjof Nansen
Ich habe heute eine Geschichte gelesen, die mich sehr beeindruckt hat. So habe ich eine heimliche Liebe zu Norwegen entwickelt, weil die Norweger so nett sind und zu meinen Versammlungen kommen, wenn ich dort bin. Das schätze ich sehr.
Von Jugend an hatte ich eine besondere Liebe zu Norwegern, vor allem zu dem großen Norweger Fridtjof Nansen. Für die Jungen ist das kein bekannter Name mehr, aber in meiner Jugend war Fridtjof Nansen der Mann, der den Nordpol erobert hat.
Wenn ich heute am Flughafen in Kopenhagen stehe und ein Flugzeug nach Florida über Grönland abfliegt, das über den Pol fliegt, wird mir schwindelig. Als ich jung war, versuchte Fridtjof Nansen, den Pol zu erreichen. Heute fliegen sie in Stöckelschuhen darüber, ich war damals mit Pfennigabsätzen unterwegs.
Damals, als es noch ein echtes Abenteuer war, wagte sich Fridtjof Nansen unter Lebensgefahr an die Expedition. Er ließ sein Schiff im Eis einfrieren und wollte sich vom Eis über den Pol treiben lassen. Er erzählte in seiner Lebensbeschreibung eine ergreifende Geschichte, die ich gerade heute gelesen habe.
Er war mit zwei Grönländern vom Schiff aufgebrochen zu dieser Expedition. Sie schlugen ihr Lager auf dem Eis auf und glaubten, sie seien auf festem Land. Doch nach einem langen, erschöpften Schlaf erwachten sie und entdeckten, dass sie nicht auf Festlandeis lagen, sondern auf einer Scholle, die auf dem Meer nach Süden trieb.
Es ist erschütternd, wie sich dieser Forscher ausrechnet: Je weiter die Scholle nach Süden treibt, desto schneller schmilzt sie. Das konnte er genau berechnen, bis wann das Eis zusammenschrumpft oder auseinanderbricht unter dem Lager. Er hatte noch eine bestimmte Anzahl Tage zu leben, während er überlegte, wie er seine Forschungsergebnisse retten könnte.
Unterdessen gingen die beiden Grönländer ins Zelt und blieben etwa zehn Stunden verschwunden. Das irritierte sogar Nansen. Dann kamen sie zurück und sagten zu ihm, sehr kühl berichtete Nansen das: „Wir werden gerettet. Wir haben gebetet, und der Herr hat uns die Gewissheit gegeben, dass wir gerettet werden.“
Das ist Beten, wie ich es eigentlich nur aus dem Gefängnis kenne, wo man Zeit hat, mit dem Herrn zu reden und darauf wartet, dass er antwortet. Wo findet man sonst solche Stille? Ich kenne es nur aus dem Gefängnis.
Fridtjof Nansen lächelte und dachte: Wenn das den armen Burschen Mut macht, will ich ihnen das nicht wegreden. Und dann, wie durch ein Wunder, kam eine Strömung, die die Scholle packte und sie zurück nach Norden trieb. So landeten sie sicher am Festlandeis.
Merkwürdig war, dass die Männer sich nicht wunderten, sondern nur ins Zelt gingen, um Gott zu danken, dass er sein Wort gehalten hatte. Dann kam nur noch der Satz von dem großen Forscher Fridtjof Nansen: „Von da an habe ich jeden Tag mit ihnen gebetet.“ Wunderschön!
Deshalb habe ich jeden Tag mit ihm gewünscht. Das war nicht irgendein junger oder dummer Pastor, der dafür Gehalt bekommt, solche Sachen zu sagen, sondern das schrieb Fridtjof Nansen in sein Tagebuch und veröffentlichte es später mitten im Grönlandeis oder im Polareis.
Das ist die Haltung der Glaubensschüler: Sie fangen an, mit dem Herrn zu reden, besonders über ihre geistlichen Dinge. So erhalten sie Erkenntnis des Heils, werden selig und Kinder Gottes.
Der Lehrer der Glaubensschule: Jahasiel und der Geist Gottes
Jetzt kommt drittens die Glaubensschule. Dabei muss man vom Lehrer sprechen. In der Schule ist die Hauptsache der Lehrer, nicht die Schüler. Deshalb müssen wir jetzt schleunigst endlich vom Lehrer reden – vom Herrn Lehrer. Wer ist der Lehrer?
Zunächst ist der Lehrer dieser prachtvolle Prophet Jahasiel. Wollen Sie mal in Vers 14 hineinschauen? Er ist ein Mann von altem Adel. Er kann ein beeindruckendes Geschlechtsregister aufstellen: Der Sohn Zacharja hat einen Sohn, Benenja hat einen Sohn, Jels hat einen Sohn, Matanjas, und so kommt er bis zu dem alten Freund Davids, dem Asser. Auf diesen kam der Geist des Herrn mitten in der Gemeinde, und er sprach.
Wie schön wäre es, wenn die Gemeinde auch im Glaubensunterricht geisterfüllte Lehrer hätte! Das ist eine herrliche Sache. Der Geist des Herrn kam mitten in die Gemeinde, sodass niemand mehr fragte: „Hast du dein zweites theologisches Examen bestanden?“ Nein, jeder begriff, dass jetzt durch ihn der Geist des Herrn redet.
Ich will ja nicht dagegen sagen – verstehen Sie das – das zweite theologische Examen? Ich habe es ja auch mal gemacht. Nicht, dass ich es entwerten wollte. Aber ich fürchte, dass wir in unserer Christenheit kaum noch eine Ahnung davon haben und deshalb auch keine Sehnsucht nach geisterfüllten Lehrern, also Lehrern des Evangeliums, Predigern. Man fragt nicht mehr nach theologisch gebildeten Leuten. Schlichte Christen wollen jemanden, bei dem sie ihre bekannten Vokabeln hören. Wenn er das sagt, dann ist es richtig. Sie fragen gar nicht, ob der Mann eine Ausrüstung mit dem Heiligen Geist hat.
Das wird heute alles vom Pfarrer verlangt, nicht? Wenn er predigt, soll er zeitgemäß sein, nicht die Sprache Kanaans reden, sondern moderne Sprache. Meine Freunde, das macht ja alles gar nichts. Und wenn der Mann stottert und Sprache Kanaans redet, sodass einem die Haare zu Berge stehen, wenn er den Geist Gottes hat, dann klappt die Sache. Dann ist Glaubensschule da.
Wir sollten wieder viel mehr in unserer Christenheit darum beten: Herr, gib doch mal wieder Prediger und Zeugen, die voll Heiligen Geistes sind, deren Zeugnis das Herz bewegt. Ich sehe da meine Siegerländer Freunde sitzen. Schlichte Brüder in der Hammerhütte hatten oft ein Zeugnis. Da konnten sie alles dagegen einwenden, sie haben mich richtig deutsch geredet. Da konnten sie immer rote Striche am Rand machen, und Theologen konnten Gegenteiliges sagen. Aber es ergriff die Herzen, es brach die Gewissen, es stellte das Kreuz Jesu in die Mitte. Und da kamen Menschen zum Glauben.
Nun ist es schön, dieser geisterfüllte Zeuge hier hat so einen schönen Namen. Das ist also toll, dieser Jahasiel. Und sein Name heißt: „Gott wird sorgen“. Er will Glaubensunterricht geben. Man ist festgefahren, es gibt ein riesiges Heerlager da draußen, Ruhe! Gott wird sorgen, wird versorgen. Ruhe für Gott wird sorgen, Silenzium! Hört, Gott wird sorgen an! Er braucht hier gar nicht mehr zu sagen. Verstehen Sie, sein Name war ein Programm – herrlich!
Mir kommt das manchmal so vor, als wäre das ein Zeichen, wie solche Männer Gottes aus dem Alten Bund Leute aus einem Guss waren. Nun, es ist kein Zufall, dass sein Name so zusammentraf mit dem, was wir sagen wollten. Aber es weist uns darauf hin: Menschen aus einem Guss. Nein, in den Predigten hinterher sind sie ganz arme Kadetten, die auch Polizeichindfunden oder so. Sondern Menschen aus einem Guss.
Das ist im Grunde unsere aller Sehnsucht. Glauben Sie, wer mit dem Christentum angefangen hat, hat doch das Verlangen: Ich möchte jetzt ein Mensch aus einem Guss sein. Nun, Gott hat ihn dazu gemacht. Unser Gott tut das nicht schmerzlos, sondern er tut es, indem er uns viel Schmerzen bereitet.
Wenn wir zum Glauben gekommen sind, Jesus gehören und wissen: Ich bin durch Jesu Blut mit Gott versöhnt, und nun möchten wir gern Menschen werden, die aus einem Guss sind, die auch Kinder Gottes sind – in Wort und Werk, in allem Wesen – dann geht das nicht anders, als dass unsere alte Natur beständig sterben muss. Sie stirbt endgültig im Tode, aber sie muss hier durchs Sterben durch, nicht?
Ich habe so gern den Vers: „Sieh mich in dein Sterben, lass mit dir gekreuzigt sein, was dein Reich nicht kann ererben.“ Wenn wir das lernen, nicht wahr, unter Jesu Kreuz jeden Tag – das ist eine tägliche Sache, unter der Natur zu sterben – dann sind wir auf dem Weg, Menschen aus einem Guss zu werden, nicht? Wie Jahasiel.
Ich will Ihnen bewusst auch den Namen seines Vaters übersetzen. Jahasiel, der Sohn Zacharjas. Zacharja heißt: Der Herr gedenkt. Können Sie sich vorstellen, ein Volk in Notfahrt, sie beten, und dann sagt der König: Jetzt sagt der Herr gedenkt, der Sohn von der Herr gibt Sorgen zu uns. Ja, das war also wie programmiert. Ist das nicht wundervoll?
Irgendwas haben diese Leute für Namen gehabt! Wenn ich unsere albernen Namen so in Deutschland ansehe, weil da manchmal was schlecht wird. Sie können ja jedes Kind fragen: Wie heißt du? – „Ich bin dann und dann getauft worden.“ Das ist noch aus Adoptierzeiten, und das ist wie nachgerecht, das können Sie genau feststellen. Nein, nein, was hatten diese Leute für schöne Namen! Wir sollten uns auch gut überlegen, welche Namen wir unseren Kindern geben, nicht?
Mich hat mal Vater Wilhelm genannt, der nie tun soll, damals war der Kaiser Wilhelm, nicht? Also kehren wir zu dem Lehrer zurück. Der Lehrer war ein Mann aus einem Guss, ein Prophet, voll Heiligen Geistes.
Der wahre Lehrer: Gott selbst
Aber nun würden wir doch, wenn wir ganz ehrlich sind, sagen: Nicht Jahaseel war der Lehrer der Gemeinde, sondern doch der Herr selbst.
Bitte sehen Sie hinein in Vers 15: So spricht doch der Herr zu uns. So spricht der Herr zu euch. Er ist ja nur das Mundstück auf der Posaune Gottes, der Jahaseel. Er ist die Nadel auf dem Grammophon Gottes. Der Herr selber spricht und unterrichtet sein Volk.
Dazu muss ich jetzt ein Beispiel aus dem Glaubensunterricht geben. Wenn Sie wirklich ein Kind Gottes sein wollen, versöhnt durch Jesu Blut, Eigentum des lebendigen Gottes, dann müssen Sie lernen, von Gott selbst gelehrt zu werden. Man kann auch sagen: durch Herrn Jesus oder durch den Heiligen Geist. Nicht der Mann mit vollem Geist, sondern vom Herrn selbst gelehrt zu werden.
Sehen Sie, in diesen Tagen darf ich ein Beispiel gebrauchen: Ein junger Mann kommt zu mir. Er hat eine Frage über sein Verhältnis zu seiner Braut. Ich gebe ihm die Antwort, doch er widerspricht. Ich sage: So und so ist der Wille Gottes, er widerspricht erneut. Da sage ich: Wenn Sie es genau wissen, warum fragen Sie mich dann? Auf Wiedersehen!
Da sagt er: Überzeugen Sie mich, hier steht es auf Gottes Wort. Und da sagte ich zu ihm: Passen Sie auf, Sie sind doch ein Jesusjünger. Ja, sagt er, bin ich, wirklich von Herzen. Da sage ich: Dann wissen Sie schon längst das, was ich Ihnen gesagt habe. Oh ja, das ist wahr. Und dass Sie wollen, dass Sie nicht gehorsam sind. Es war, sagt er, eigentlich weinen Sie es nicht. Da habe ich gesagt: So, jetzt sage ich Ihnen weiter nichts mehr.
Sehen Sie, in der Bibel steht: So spricht der Herr, ich will dich mit meinen Augen leiten. Sehen Sie, wenn ich zum Beispiel in der Bibel studiere und denke: Das haut jetzt nicht richtig hin, dann schaue ich mal zu meiner Frau hin. Die sagt dann: Schon richtig, nicht? Oder zu Paul hier, dann nickt er oder hält mal die Uhr hin oder so. Da braucht man gar nicht zu reden. Menschen, die sich gut kennen, können sich mit den Augen leiten, sehen Sie, mit den Augen leiten.
Und wenn der Herr sagt: Ich will dich mit meinen Augen leiten, dann sollten Christen gar nicht so viele Probleme haben. Sie wissen ganz genau, was los ist. Entweder sie gehören dem Herrn oder sie haben nicht die nötige Stille, sich von seinen Augen leiten zu lassen.
Ich habe dem jungen Mann so ein paar Stellen gesagt: Es soll keiner dem anderen sagen, er kenne den Herrn, sondern sie werden alle selber gelehrt sein vom Herrn. Da beschreibt der Herr die Gemeinde des Neuen Testaments, in der man im Heiligen Geist lebt. Sie werden selber gelehrt sein vom Herrn.
Oder in Hesekiel 36, 26: Ich will euch ein neues Herz geben und will meinen Geist in euer Inneres legen. Ich will meinen Willen in euer Herz schreiben und will solche Leute unter euch machen, die mein Gebot halten und danach wandeln. Ich will meinen Willen in euer Herz schreiben.
Es ist Anspruch davon zu sprechen, dass wenn einer Christ wird, unter der Leitung des Geistes Gottes steht und in der Bibel lebt, dass er dann vom Herrn selbst geleitet wird. Nur oft ist es merkwürdig, wie Menschen, die sich bekehren, aber gar nicht selbst merken, dass ihr Leben nicht zusammenpasst und sie das ablegen müssen. Da braucht man ihnen gar nichts zu sagen: Sie werden vom Herrn selbst gelehrt.
So ist im Grunde der Lehrer in der Glaubensschule der Herr selbst, der uns von einer Klarheit zur anderen führen will.
Der Unterricht in der Glaubensschule: Vertrauen statt Kampf
Und nun kommt – und das Unselige ist, dass es schon wieder halb ist. Aber ja, sparen wir das jetzt nicht: der Unterricht selbst, der Unterricht selbst.
Wollen Sie mal dreimal tief atmen? Jetzt kommt nämlich die Hauptsache: der Unterricht selbst. Wir müssen das mal lesen, Vers 15, zweite Hälfte: „Ihr sollt euch nicht fürchten noch zagen vor diesem großen Haufen, denn ihr streitet nicht, sondern Gott.“
Also der Unterricht: Zugegeben, die Not ist riesig. Der Prophet, der Geist Gottes, der Herr selbst gibt zu: Es ist ein großer Haufen. Er bagatellisiert die Sache nicht. Christen sind nicht solche dämlichen Optimisten wie jener Mann, der aus dem achten Stock eines Wolkenkratzers fiel und beim vierzigsten Stock sagte: „Es ist bis jetzt gut gegangen, wird auch weiter gut gehen.“ Zu der Sorte wollen wir uns nicht rechnen, nicht wahr? Oder: „Das ist alles halt so schlimm, oder das kann Seemann nicht erschüttern oder nur rankommen.“ Das ist alles, liebe Freunde, zu wem?
Zugegeben: Es ist ein großer Haufen. Zugegeben, deine Kraft ist viel zu schwach, auch nur einen Schritt auf dem Weg zum ewigen Leben zu tun. Zugegeben, ich habe nicht ein bisschen Kraft, irgendeiner wirklichen Anfechtung, die Satan mir ins Weh schickt, Widerstand zu leisten. Da kapituliere ich sofort. Zugegeben, ich kann nicht eine einzige Sünde, die mich am jüngsten Tag verklagen wird, aus meinem Leben ausradieren. Sie stehen da im Buche Gottes: großer Haufen, nicht wahr?
Zugegeben, dass man schwermütig werden kann, wenn man sich fragt, ob Gott einen überhaupt noch anguckt – und wenn es gebissen erwacht. Zugegeben, dass, na sagen wir mal, wenn die Kommunisten kommen und man muss aus der Kirche austreten und man kommt als Prediger ins Gefängnis und KZ wieder, dass ich keine Lust und keine Kraft mehr dazu habe, nicht wahr? Verstehen Sie! Also alles, was gegen unseren Glauben steht, das ist immer zu groß für uns, das ist zu groß für uns. Das ist erst der Glaubensunteren.
Aber B: „Ihr sollt euch nicht fürchten.“ Es ist also furchtbar egal, ob der Teufel noch hundertmal so mächtig ist, als er jetzt ist, oder einer, der es verkehrt dem jüngeren Mann gesagt hat, was der Buschvik kann bei mir zum neuen Leben kommen. Sie kennen ja nicht meine scheußlichen Erbanlagen.
Also zugegeben, dass einer schlimmere Erbanlagen hat als der andere, wir sehen, einen schlechteren Start im Heilungsleben. Zugegeben, dass wir so intellektuell sind und darum so schlecht glauben können, dass tausend Zweifel kommen. Das ist egal, ob das alles noch zehnmal größer ist: Du sollst nicht fürchten.
Das ist das Zweite, was im Glauben und Recht gehört, weil doch Herr jetzt anfangen will. Ist es ganz wurscht, ob der Feind hunderttausend oder fünfhunderttausend zählt? Das spielt ja gar keine Rolle. Das heißt, Christen wägen nicht die Schwierigkeit.
Was ist das zweite Verleben? Zugegeben, der Haufen ist groß. Zweitens: Christen wägen nicht die Schwierigkeit.
Sehen Sie, wie im Kirchenkampf bei den Nazis? Da war jede Woche einmal eine Pfarrversammlung, und da hatte sich so eingebürgert, dass da immer einer einen Bericht über die Lage gab. Und es wurde nur gesagt: neue Verachtungen und neue Verordnungen in Sicht, Jugendarbeit verboten. Und da wurde jedes Mal uns das Herz schwer: „Mensch, was kommt auf uns zu?“
Und da habe ich mir eines Tages entschlossen: abgeschrieben, ich komme nicht mehr. Es scheint mir für einen Glauben unmöglich zu sein, dass wir immer bloß die Feinde zählen. Hier wird gesagt: „Christ, zählst du dich, sondern ihm gilt: fürchtet euch nicht.“
Jetzt kommt Drittes: Wir brauchen nicht zu streiten. Da steht uns ein Liederbuch voll mit Streiter Christi frisch voran. Aber hier steht’s, bitte, hier steht’s Gottes Wort, Vers 15 am Schluss: „Denn ihr streitet nicht.“ Vers 17: „Aber ihr werdet nicht streiten.“
Und, meine Freunde, das ist Evangelium. Der Herr wird streiten. Wenn ich denke, dass der Teufel mich aus der Bahn bringen will, wie soll ich da wieder stehen? Gar nicht. Er wird streiten. Er hat gestritten, ob Golgatha um mich erkauft.
Wenn ich denke, in welchen Unruhen und Nöten man jeden Tag ist, nicht? Na, ich brauche gar nicht zu streiten. Er will die Dinge in die Hand nehmen.
Verstehen Sie, was Glaubensunterricht heißt? Eine ganz fantastische Ruhe kriegen: Er wird streiten.
Ja, was soll ich denn tun? Das steht auch hier, bitte.
Viertens, Vers 17: Tretet, ihr werdet nicht streiten dieser Sache, bitte tretet hin und steht und seht das Heil.
Was ich tun kann, ist wirklich hintreten und mich aufstellen und sehen das Heil Gottes. Das heißt Neues Testament, das Kreuz: Herr, du hast mich erkauft, Herr, du hast für meine Sünde bezahlt.
Wenn der Teufel wieder Schmerzen macht, Herr, du hast mich ja herausgerissen aus den Tiefen der Hölle, dass ich hinstehe und sehe die Auferstehung Jesu. Hör gar nicht hin, wenn die Welt es hasst und gar nicht möchte. Sieh die Auferstehung: „Jesus, er mein Heiland lebt!“
Ich hänge mich an der Rücksäule, sehr Jesus, wenn doch Gott dich auferweckt hat, wenn er dich auferweckt hat, dann sind ja meine Schwierigkeiten la farge, werde er wohl auch noch mit Gertis werden.
Nicht hinstehen, das Heil Gottes stehen. Sehen Sie, das stimmt überein mit der ganzen Liebe. Wie heißt Psalm 4,3: „Welche ihn sehen, deren Angesicht wird nicht zuschanden.“ Lesen Sie im Römerbrief: Wir sind allemal in der Welt verurteilt, unter Gottes Gericht. Wir können nichts gut machen, Gottes Sonne brennt über uns.
Und dann hat Gott Jesum in seinem Blut hingestellt, seinen Gnadenstuhl. Und jetzt: Sieh nicht deine Schwachheit, Römer 4. Sieh nicht deine Ohnmacht an, wie Abraham sein erstaubter Leib nicht ansieht, sondern sieh aufs Kreuz und sag: Eigentum Gottes, er wird alles lieber hier für mich erledigen.
„Ja“, sagen Sie, „das ist doch noch unmöglich.“ Ja, dann klappen Sie die Bibel zu und wären gottlos, wenn es unmöglich ist, das schrieb er.