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König Josia I

2. Chronik 34,14-2812.03.2025
SerieTeil 1 / 3Die 8 Erweckungskönige von Juda im 2. Chronikabuch
Josia hört Gottes Wort und zerreißt seine Kleider. Die Frage ist brutal aktuell: Was passiert, wenn du merkst, dass dein Leben nicht zu dem passt, was Gott sagt?
Guten Abend, ich begrüsse alle herzlich. Wir stehen in 2. Chronika 34 und studieren den achten Erweckungskönig Josia.
Wir haben gesehen, wie dieser Mann, oder man müsste in dem Fall sagen: dieser Junge, mit 15 oder 16 Jahren begann, Gott zu suchen. Dann, mit 19 oder 20 Jahren, begann er, den Götzendienst im Königreich Juda abzuschaffen. Schliesslich, mit 25 oder 26 Jahren, nämlich im achtzehnten Jahr seiner Regierung, begann er in 2. Chronika 34,8 mit der Renovation des Salomonstempels.
Das führte dazu, wie wir letztes Mal gesehen haben, dass der Hohepriester Hilkija die originale Schriftrolle von Mose wiederfand. Wir haben letztes Mal gesehen: Gemäss der Vorschrift in 5. Mose 31 musste das fünfte Buch Mose neben der Bundeslade platziert sein. Aber durch all diese Vernachlässigung und auch Verunstaltung des Tempels durch gottlose Könige ist da manches durcheinander gekommen. Und bei der Renovation findet also der Hohepriester das Buch des Gesetzes.
Im Jahr 566 vor Christus, also im letzten Jahr der Wüstenwanderung, hat Mose acht Abschiedsreden gehalten, gerade vor seinem Tod. Und das hat er alles aufgeschrieben im fünften Buch Mose. Das fünfte Buch Mose musste eben bei der Bundeslade im Tempel aufbewahrt werden. Und das wurde gefunden.
Wenn wir das ausrechnen, entspricht das achtzehnte Jahr von Josia in der strikten Chronologie dem Jahr 623 oder 622 vor Christus. Da fand dann diese grosse Erweckung statt, durch die Entdeckung der Bibel.
Können wir lesen, ab Kapitel 34, Vers 14? Das ist dann schon eine Wiederholung, aber des Zusammenhangs wegen bitte schon ab Vers 14.
Und als sie das Geld herausnahmen, das in das Haus des Herrn gebracht worden war, fand der Priester Hilkija das Buch des Gesetzes des Herrn durch Mose. Da hob Hilkija an und sprach zu Schafan, dem Schreiber: Ich habe das Buch des Gesetzes im Haus des Herrn gefunden. Und Hilkija gab Schafan das Buch.
Und Schafan brachte das Buch zum König und erbrachte ferner dem König Nachricht und sprach: Alles, was der Herr deinen Knechten übergeben worden ist, das tun sie. Sie haben das Geld, das sich im Haus des Herrn befand, ausgeschüttet und es in die Hand derer gegeben, die zur Aufsicht bestellt sind, und in die Hand derer, die das Werk betreiben.
Und Schafan, der Schreiber, berichtete dem König und sprach: Der Priester Hilkija hat mir ein Buch gegeben. Und Schafan las darin vor dem König.
Und es geschah, als der König die Worte des Gesetzes hörte, da zerriss er seine Kleider. Und der König gebot Hilkija und Achikam, dem Sohn Schafans, und Abdon, dem Sohn Michas, und Schafan, dem Schreiber, und Asaja, dem Knecht des Königs, und sprach: Geht hin, befragt den Herrn für mich und für die übrig gebliebenen in Israel und in Juda wegen der Worte des aufgefundenen Buches. Denn gross ist der Grimm des Herrn, der sich über uns ergossen hat, weil unsere Väter das Wort des Herrn nicht gehalten haben, um nach allem zu tun, was in diesem Buch geschrieben steht.
Da gingen Hilkija und diejenigen, die der König gesandt hatte, zur Prophetin Hulda, der Frau Schallums, des Sohnes Tokhats, des Sohnes Hasras, des Hüters der Kleider. Sie wohnte aber in Jerusalem im zweiten Stadtteil, und sie redete auf diese Weise zu ihr.
Danke, bis dahin.

Der Fund, der alles verändert

Also, letztes Mal haben wir diesen grandiosen Fund im Tempel gesehen: das Buch des Gesetzes, Vers 14. Hilkija, der hohe Priester, geht damit zu Schafan, dem Schreiber. Das heißt, das war ein Berufsschreiber. Und das ist auch eine Wiederholung: Er war in der Lage, diese Rolle zu lesen, die damals 943 Jahre alt war.
Die hebräische Schrift hat sich ja von Mose an die ganze Zeit ständig verändert. Schriften, von denen man nicht wüsste, aus welcher Zeit sie stammen, kann man datieren, weil wir genau wissen, in welcher Epoche man wie Hebräisch geschrieben hat. Die Schrift zur Zeit von Mose sah wirklich ganz anders aus als die hebräische Schrift in der Zeit von König Hosea. Aber er, als Berufsschreiber, war in der Lage, noch die originale Rolle zu lesen.
Das sind übrigens ausgesprochen Bildzeichen, und zwar geht das effektiv zurück auf die ägyptischen Hieroglyphen. Sie wurden aber völlig anders verwendet. Diese Schrift wurde als erste Buchstabenschrift erfunden. Die ältesten Inschriften, die man in Ägypten vor einigen Jahren gefunden hat, datiert man etwa auf 1840 v. Chr. Und das Interessante ist: Wenn man das mit der strikten Chronologie der Bibel vergleicht, entspricht das genau der Zeit von Josef in Ägypten.
Also, jetzt ohne zu viel zu behaupten: Die Tatsache ist einfach, dass gerade um die Zeit von Josef die Buchstabenschrift zum ersten Mal weltweit aufkommt. Und das sollte dann später eben die Schrift sein, die Mose benutzte, um die fünf Bücher Mose als erste Bücher der Bibel zu schreiben, auch das Buch Hiob und den Psalm 90. Das war die Bibel Israels schließlich am Ende der Wüstenwanderung nach dem Auszug aus Ägypten. Und dann kam ein Bibelbuch nach dem anderen dazu.
Aber das Gewaltige ist: Diese Bilderschrift hat einen wichtigen Zusammenhang. Wenn wir zum Beispiel Psalm 119 aufschlagen, das ist der längste Psalm der Bibel mit 176 Versen, dann sieht man unschwer, dass Psalm 119 in Strophen eingeteilt ist, und zwar immer zu acht Versen. Also Psalm 119, Verse 1 bis 8, dann die nächste Strophe 9 bis 16 und so weiter. Es gibt also 22 Strophen, und es ist so, dass jeder Vers in der ersten Strophe mit dem ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnt, mit Aleph. Die zweite Strophe beginnt immer mit Bet, dann die dritte mit Gimel und so weiter bis Taw.
Das Interessante ist nun, dass man Zusammenhänge erkennen kann zwischen dem Bild, das der Buchstabe darstellt, und dem Inhalt. Aber eben: Das war in der Zeit von Mose klar erkennbar. In der folgenden Zeit wurde das immer abstrakter, und so kann man in der späteren Schrift oft nur noch, wenn man den Hintergrund weiß, das Bild erkennen. Ich möchte ganz kurz Beispiele geben, einfach so als kleine Perlen.

Bilder im Alphabet und ihre geistliche Sprache

Zweite Strophe: Sie beginnt immer mit Bet, und Bet heißt übrigens Haus. Das ursprüngliche Zeichen ist ein Haus, mit einer kleinen Türöffnung. Und in Vers 11 lesen wir, Jerry, liest du? In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige. Ja, also das Herz als Haus, in dem das Wort Gottes wohnt. Und wir lesen ja in Kolosser 3,16 im Neuen Testament: Lasst das Wort des Christus reichlich unter euch wohnen.
Und ein weiteres Beispiel: Vers 73. Das ist die Strophe, die immer mit Jud beginnt, und das ist eigentlich eine Hand. Und da steht in Vers 73, bitte: Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; gib mir Einsicht, und ich will deine Gebote lernen.
Und schließlich Vers 123: Meine Augen schmachten nach deiner Rettung und nach der Zusage deiner Gerechtigkeit. Ja, das ist der Abschnitt mit dem Buchstaben Ein, und das bedeutet Auge. Und hier haben wir: Meine Augen schmachten nach deiner Rettung. Das ist der alttestamentliche Blick auf den kommenden Erlöser, die Augen auf den Erlöser gerichtet.
Und die Verse ab 129, die beginnen immer mit P, und P stellt einen Mund dar. Und da steht in Vers 131: Ich habe meinen Mund weit aufgetan und geächzt, denn ich habe verlangt nach deinen Geboten. Ja, muss man auch nicht groß erklären: meinen Mund, also der lächelnde Mund des Erlösten nach dem Wort, um davon zu trinken.
Und als letztes Beispiel noch die letzte Strophe, das ist 169 bis 176, das ist ein Taff, und das war eben ursprünglich ein ganz klar erkennbares Kreuz. Und ausgerechnet dort steht in Vers 174: Ich sehne mich nach deiner Rettung, Herr, und dein Gesetz ist meine Wonne. Ja, das alttestamentliche Sehnen nach der Rettung Gottes durch das Kreuz. Und auch in Vers 170: Lass mein Flehen vor dich kommen, errette mich nach deiner Zusage. Auch da wieder die Rettung in Verbindung mit dem Kreuzeszeichen. Und dann sehr schön: Das Kreuz spricht von dem Tod, der Leben brachte. Vers 175: Lass meine Seele leben, und sie wird dich loben, und deine Rechte mögen mir helfen. Und abschließend der letzte Vers: Ich bin umhergeirrt wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Knecht, denn ich habe deine Gebote nicht vergessen. Jawohl, der alttestamentliche Gläubige, der weiß, dass Gott der gute Hirte ist. Herr Jesus sagt: Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe, Johannes 10, und er sucht das verlorene Schaf, um es zu retten.
Also ganz eindrücklich: Es gibt auf meinem Kanal Roger Libby live einen Bibelschuldentag, an dem wir den ganzen Psalm 119 so betrachtet haben im Zusammenhang mit der Bedeutung der Bildzeichen. Also, der langen Rede kurzer Sinn: Schafan, dieser Berufsschreiber, hatte eben eine hebräische Kenntnis, die die normalen Juden damals übertraf. Er konnte diese Schrift lesen und war vertraut mit diesen Bildzeichen, die auch eben in späteren Texten immer noch eine Rolle spielen, und nicht nur im Psalm 119, das war jetzt ein Beispiel. Da spielt im Alten Testament noch mehr eine Rolle. Er konnte das Lesen und benutzte diese Fähigkeit, um dann eben auch vorzulesen.
Wir haben gesehen, in Vers 19 oder Vers 18 liest du nochmals, Jerry, 18, 19: Und Schafan, der Schreiber, berichtete dem König und sprach: Der Priester Hilkia hat mir ein Buch gegeben. Und Schafan las darin vor dem König. Und es geschah, als der König die Worte des Gesetzes hörte, da zerriss er seine Kleider. Und der König gebot Hilkia und Achikam, dem Sohn Schafans, und Abdon, dem Sohn Michas, und Schafan, dem Schreiber, und Asaja, dem Knecht des Königs, und sprach.
Aber die Reaktion ist so eindrücklich: Zum ersten Mal in seinem Leben hört der König das fünfte Buch Mose, und die Reaktion ist, er wird so ergriffen von diesem Wort und ist so entsetzt, weil er glaubt, dass jedes Wort darin auch Wahrheit ist, dass er seine Kleider zerreißt. Und zwar, das sagt er ja später in Vers 21: Was ist der Grund, warum er so entsetzt ist? Die Väter haben das Wort nicht gehalten. Ja, und? Ja, also er rechnete damit, dass der Zorn Gottes Israel treffen würde. Und das heißt also, all diese Ankündigungen im fünften Buch Mose, dass wenn Israel eben nicht auf das Wort Gottes hören würde, dass dann das Gericht Gottes übers sie käme, das hat er geglaubt. Er war von der Wahrheit überzeugt, und darum war er so entsetzt und wollte wissen: Und jetzt, was geschieht mit uns? Aber das schauen wir uns nachher genauer an.
Er ist entsetzt über den Grimm, den Zorn des Herrn, und wir können gerade mal aufschlagen: 5. Mose. Lies du, Jerry, in 5. Mose 31, ab Vers 16. Und der Herr sprach zu Mose: Siehe, du wirst dich zu deinen Vätern legen, und dieses Volk wird sich aufmachen und den fremden Göttern des Landes nachhuren, in dessen Mitte es kommt. Und es wird mich verlassen und meinen Bund brechen, den ich mit ihnen geschlossen habe. Und mein Zorn wird an jenem Tag gegen es entbrennen, und ich werde sie verlassen und mein Angesicht vor ihnen verbergen. Und es wird verzehrt werden, und viele Übel und Drangsale werden es treffen, und es wird an jenem Tag sagen: Haben nicht darum diese Übel mich getroffen, weil mein Gott nicht in meiner Mitte ist? Ich aber, ich werde an jenem Tag mein Angesicht ganz verbergen wegen all des Bösen, das es getan hat, weil es sich an die Götter zugewandt hat.
Hier wird vorausgesagt, dass wenn Israel dann nach dem Tod von Mose über den Jordan ins verheißene Land gehen würde, dass Israel tatsächlich von Gott abfallen würde und in Götzendienst fallen würde, was ja eben, wie wir das in den vergangenen Betrachtungen gesehen haben, der Fall war. Mit den Königen waren sie ständig im Götzendienst. Und da wird also vorausgesagt, dass dann der Zorn Gottes über sie kommen würde. Vers 17: Mein Zorn wird an jenem Tag gegen es entbrennen, und Gott sagt: Ich werde sie verlassen. Und er sagt, es wird eine Gottesfinsternis über sie kommen, wenn es heißt: Ich werde mein Angesicht vor ihnen verbergen. Das ist wie bei der Sonnenfinsternis: Die Sonne ist zwar da, aber sie wird durch den Mond. Das Licht wird durch den Mond abgedunkelt.
Und es war ja Martin Buber, der diesen Begriff geprägt hat: Gottesfinsternis. Er war ja wegen der Nazis nach Amerika geflohen, also er hat es noch geschafft, vor der Judenvernichtung bewahrt zu bleiben, und nach dem Krieg hat er dann in Amerika Vorträge gehalten. Die sind dann zusammengefasst worden in einem kleinen Büchlein, das heißt Gottesfinsternis. Er hat dieses Wort geprägt, das hat es im Deutschen gar noch nicht gegeben, das war ja seine Stärke, neue Wörter zu kreieren. Das hat er ja auch in der Bibelübersetzung eben von Buber und zusammen mit Rosenzweig sehr schön bewiesen. Er hat versucht, das Hebräische im Deutschen so wiederzugeben, dass die Wortgewalt des Hebräischen hervorkommt. Und zum Beispiel den zweiten Vers der Bibel, und die Erde war oder wurde wüst und leer, übersetzte er mit wüst und leer, Irrsal und Wirrsal, weil er ausdrücken wollte: Im Hebräischen steht ein Wortspiel, Tohu wa Wohu, und das hat er dann mit Irrsal und Wirrsal übersetzt.
Ja, und so hatte das Wort geprägt: Gottesfinsternis, um zu sagen, im zwanzigsten Jahrhundert und gerade seit der Judenvernichtung durch die Nazis ist es so geworden, dass zwar Gott da ist, er existiert, aber viele Zeitgenossen in der westlichen Welt nehmen Gott nicht mehr wahr, das Licht ist wie verborgen. In früheren Zeiten war das Gottesbewusstsein viel breiter da unter den Menschen, und im Westen, ganz besonders seit der Judenvernichtung, ist das ganz anders geworden. Und wie Sie sagen: Wo ist Gott? Es gibt keinen Gott, die Atheisten, oder ja, vielleicht gibt es einen, aber man kann es ja nicht wissen, das sind die Agnostiker. Und so kann man wirklich sagen, das ist so eine Zeit, wo Gott in besonderer Weise gegenüber der westlichen Welt sein Angesicht verbirgt.
Und das hat Gott hier Israel gegenüber eben vorausgesagt: Das wird über Israel kommen, wenn sie in Götzendienst fallen, und dann werden sie unter das Gericht Gottes kommen. Und schauen wir noch in Kapitel 29, da wird bereits beschrieben, wie das dann sein wird, wenn das Gericht Gottes über sie gekommen ist, und zwar Vers 23. Da geht es um den Grimm Gottes. Und Vers 23: Und alle Nationen werden sagen: Warum hat der Herr diesem Land so getan? Weshalb diese große Zornglut? Und man wird sagen: Weil sie den Bund des Herrn, des Gottes ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen geschlossen hatte, als er sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und hingingen und deren Göttern dienten und sich vor ihnen niederbeugten, Göttern, die sie nicht kannten und die er ihnen nicht zugeteilt hatte. Da entbrannte der Zorn des Herrn über dieses Land, so dass er den ganzen Fluch übergebracht hat, der in diesem Buch geschrieben ist. Und der Herr hat sie herausgerissen aus ihrem Land, im Zorn und im Grimm und in großem Unwillen, und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es an diesem Tag ist.
Ja, und das ist doch eindrücklich. Da wird also gesagt, dass der Zorn Gottes über Israel kommt, es wird das Land verlieren und wird in ein anderes Land gehen. Und das hat sich dann wenige Jahre nach der Entdeckung der Bibel zur Zeit von Josia auch so erfüllt, nämlich: Von wann bis wann hat Josia regiert nach der strikten Chronologie? 641 bis 610. Vier Jahre später kam die Armee von Nebukadnezar gegen Jerusalem. Das wird beschrieben in Daniel 1,1. Wir können das alles offen lassen, 5. Mose, 2. Chronika, und wir schlagen dazu auf Daniel 1,1. Da geht es um das dritte Jahr der Regierung Jojakims, das ist das Jahr 606 v. Chr., also vier Jahre nach dem Tod von Josia. Lies du, Jerry, 1 bis 2.
Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Königs von Juda, kam Nebukadnezar, der König von Babel, nach Jerusalem und belagerte es. Und der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Hand und einen Teil der Geräte des Hauses Gottes, und er brachte sie in das Land Schinar, in das Haus seines Gottes. Die Geräte brachte er in das Schatzhaus seines Gottes.
Begann die babylonische Gefangenschaft der Juden. Da wurde ein Teil der Bevölkerung deportiert. Die weiteren Verse sprechen dann hier in Daniel 1 ausdrücklich über Daniel und seine Freunde Hananja, Mischael und Asarja, die nach Babylon deportiert wurden, zusammen mit vielen anderen. Auch Tempelschätze wurden aus dem Salomontempel entführt und in den Götzentempel von Marduk, dem Stadtgott von Babylon, gebracht. Wenige Jahre später, 592, kommt es zur zweiten Deportation. Da wurde unter anderem der Prophet Hesekiel weggeführt nach Babylon. Hesekiel 1, ab Vers 1 spricht davon. Und dann die schlimmste Deportation war dann die dritte Phase 586 v. Chr. Nach längerer Belagerung zerstören die Babylonier Jerusalem vollständig und auch den Tempel, den Salomontempel. Der wird in Schutt und Asche gelegt, und da war dann die große Masse, die deportiert wurde nach Babylon. Das wird alles beschrieben in 2. Chronika 36. Da findet man übrigens alle drei Phasen. Es gab dann noch etwas später, 582, noch eine vierte Phase, das war die Phase, die nur noch in Jeremia 52 erwähnt wird.
Wegführung in ein anderes Land, genau das, was wir in 5. Mose 29 gefunden haben, Vers 27: Und der Herr hat sie herausgerissen aus ihrem Land im Zorn und im Grimm und in großem Unwillen und hat sie in ein anderes Land geworfen, wie es an diesem Tag ist. Hier in 5. Mose 29 wird es beschrieben, wie die Menschen, wenn sich das einmal erfüllen wird, wie sie dann sprechen werden nach der Erfüllung. Das ist Prophetie, so konkret, aber davon war noch nichts zu sehen zur Zeit von Josia. Und jetzt hört er da bei der Vorlesung, was kommen wird, er ist entsetzt und fragt sich: Ja, wie wird sich das jetzt erfüllen? Und ihm wurde dann gesagt, durch die Prophetin Hulda, nämlich war es beruhigend, das haben wir gar noch nicht gelesen, wir nehmen es gleich vorweg: In Vers 27, aber nachher lesen wir den ganzen Abschnitt noch. Die Prophetin Hulda sagt dem König: Weil dein Herz weich geworden ist und du dich vor Gott gedemütigt hast, als du seine Worte über diesen Ort und über seine Bewohner hörtest und du dich vor mir gedemütigt und deine Kleider zerrissen und vor mir geweint hast, so habe ich es auch gehört, spricht der Herr. Siehe, ich werde dich zu deinen Vätern versammeln, und du wirst zu deinen Gräbern versammelt werden in Frieden, und in deinen Augen soll all das Unglück nicht anzehn, da ich über diesen Ort und über seine Bewohner bringen werde. Und sie brachten dem König Antwort.
Und dann geht es noch vier Jahre, und erst dann beginnt die babylonische Gefangenschaft. Also ganz erstaunlich, wenn man das so deutlich sieht: die Präzision der biblischen Prophetie.

Die Gesandtschaft und ihre Hintergründe

Aber jetzt haben wir ein bisschen vorausgegriffen. Wir gehen noch einmal zu dem Punkt hin: In Vers 19 zerreißt der König seine Kleider und befiehlt, dass eine Gesandtschaft zur Prophetin Hulda gehen soll, um zu erfahren: Wie steht es jetzt? Was hat das fünfte Buch Mose jetzt direkt für seine Zeit zu bedeuten?
Und wen schickt er dahin? Können wir das zusammentragen? Ja, bitte, wer geht als Delegation?
Hilkija, das wäre der Hohepriester. Und weiter?
Ja, also Schafan, der Schreiber, selbst auch. Aber nicht nur er, sondern auch sein Sohn.
Jawohl. Hatte er noch mehr Söhne?
Ja, wie viele?
Vier.
Vier, ja. Achikam, dann Gemarja, Jeremia 36, dann Elasah, Jeremia 29 kommt er vor, und noch einer: Jaasanja, Hesekiel 8.
Und wir werden jetzt noch weiter deutlich sehen: Dieser Schafan, das war wirklich ein gottgegebener Mann, der seine großen Fähigkeiten als Sprachspezialist in den Dienst des Herrn stellte. Er setzte sie nicht zu seiner Ehre ein, sondern zur Ehre des Herrn und zum Segen des ganzen Volkes Israel.
Achikam war wirklich einer, der in den Fußstapfen seines Vaters trat. Also wunderbar: ein Vater, der mit seinem Sohn zusammen dem Herrn dient. Das haben wir hier. Also ganz ähnlich wie das Paulus in Philipper 2 sagt von Timotheus. Er war zwar nicht sein leiblicher Sohn, aber er kam eben durch ihn zum Glauben, und darum nennt er ihn wiederholt in 1. und 2. Timotheus mein Kind Timotheus. Und in Philipper 2 sagt er, dass Timotheus mit ihm dient, wie ein Sohn seinem Vater.
Es gab so eine ganz besondere Beziehung. Und hier nun auch wirklich biologisch Vater und Sohn, die zusammen dem Herrn dienen. Das ist schon etwas Besonderes, weil wenn man die Kinder gleich nach der Geburt auf dem Arm trägt, muss man sagen: Keine Mutter und kein Vater weiß, was aus diesem Kind wird. Es ist eine Ungewissheit. Denn natürlich kann man ganz viel von dem, was einem so wertvoll ist, an die nächste Generation weitergeben. Aber ob die das übernimmt und sich zu eigen macht, das ist offen. Und bei Achikam war das der Fall.
Und übrigens Gemarja, der zweite Sohn, Jeremia 36: Was war das für einer? Das war einer, der, wenn man das so sagen kann, vom Geheimdienst Babylons gut bekannt war. Es ist nämlich ganz erstaunlich: Als die Babylonier Jerusalem belagert haben, wie gesagt ab 606, 592, 586, da wirkte ja als Prophet wer ganz hervorstechend? Es gab mehr als jemanden.
Ja, Jeremia! Jeremia! Und Jeremia trat als Prediger auf im Tempel, in der Öffentlichkeit und im Stadttor. Und er hat verkündigt: Ihr müsst euch den Babyloniern ergeben, dann wird die Stadt verschont bleiben und der Tempel. Aber Jeremia wurde gehasst und abgelehnt. Sein Leben war ein großer Leidensweg, und die Babylonier wussten genau, wer Jeremia war, weil man das im Buch Jeremia nachlesen kann.
Als dann Jerusalem schließlich fiel, 586, wurde Jeremia aus dem Gefängnis, also er war in einen Brunnen hinuntergeworfen worden, das war schlimmer als ein Gefängnis, und mit Feuchtigkeit, herausgeholt. Und der hatte dann besondere Privilegien. Und die kannten auch seinen Schreiber Baruch, der das Buch Jeremia geschrieben hat, von dem er übrigens noch ein originales Siegel hat, einen Siegelabdruck von Baruch, dem Schreiber. Und darauf ist sogar sein Fingerabdruck drauf, sensationell.
Und dieser Baruch war auch bekannt, und der hatte die Freiheit, der musste nicht in die Gefangenschaft, der konnte leben. Die wussten genau, wo die standen. Und Gedalja war auch bekannt, und darum hat Nebukadnezar ihn eingesetzt als Statthalter im Land Juda. Er hatte also ein solches Ansehen und Vertrauen. Wo er genau stand, der hat sich eben an das Wort von Jeremia gehalten, wurde dann eben Statthalter. Aber man muss eben über Jeremia 36 weiterlesen bis in die vierziger Kapitel, und dann sieht man: Schließlich wurde er, Gedalja, ermordet. Der wurde umgebracht von feindlichen Juden, die eben politisch auf der anderen Seite standen und auch eben, was es war, Gottes betreffend, nicht auf Jeremia hörten. Er wurde umgebracht.
Ein treuer Mann. Aber Schafan konnte auch nicht wissen, dass einer seiner Söhne dann so enden würde, mit Ermordung. Aber eben, er ist in der Herrlichkeit. Und Elasah in Jeremia 29, der spielte eine ganz wichtige Rolle, indem er eine Botschaft von Jeremia aus Israel, Juda nach Babylon bringen musste, als Ermutigung für die Weggeführten. Also auch ein Mann, den Gott gebrauchen konnte, dem das Wort Gottes weitergab.
Und dann bleibt noch ein Vierter: Jaasanja in Hesekiel 8. Und Hesekiel sieht ihn in der Vision, wie er als Fürst in Juda, der hat eine hohe Position. Das war eine Adelsfamilie, die Familie Schafan. Er war ein Fürst, und Hesekiel sieht in der Vision in einem geheimen Raum im Salomonstempel, wie er in der Mitte steht, von einer ganzen Reihe von Ministern, und die treiben Götzendienst. Der war sogar ein Anführer im Götzendienst, ein Sohn von Schafan.
Ich habe das jetzt nur so kurz in der Übersicht gezeigt. Wir sind jetzt nicht den Stellen einzeln nachgegangen, weil es gibt einen Livestream schon, den wir einmal an einem Bibelstudientag gemacht haben über die Familie Schafan, wo wir also die Stellen ganz genau anschauen von all diesen Söhnen. Da sieht man, welchen Reichtum man da im Wort hat. Man liest hier von Schafan, aber wenn man dann nachgeht und die Familie unter die Lupe nimmt und die genau anschaut, dann findet man ganz wunderbare Details. Und auch noch zwei Enkel, die könnte man dann auch noch dazunehmen, die haben wir dort auch behandelt, wie die sich eben für die Sache des Herrn eingesetzt haben.
Ja, und jetzt gehen wir zurück: Also Schafan und sein Sohn Achikam. Wer noch?
Wie, Abdon, jawohl, und Asaja, dem Knecht des Königs.
Knecht bedeutet hier nicht ein niedriger Angestellter, sondern „Knecht des Königs“ ist eigentlich die Ausdrucksweise im Althebräischen für einen Minister des Königs. Also, die müssen hingehen und den Herrn befragen, und zwar im Blick für wen. Was will er genau wissen? Gottes Auskunft über wen?
Jawohl, wer sind denn die Übergebliebenen von Israel? Wie? Nicht weggeführt worden, wohin? Die babylonische Gefangenschaft kommt ja erst nach Assyrien. Ja, siehst du, darum habe ich gefragt, weil es gab ja schon die Wegführung der zehn Stämme, genannt Israel, im Gegensatz zu Juda, und das geschah ja um 720 v. Chr., um die Zeit von Hiskia, wie wir damals bei dem siebten Erweckungskönig gesehen haben. Und da haben die Assyrer eine Restbevölkerung im Land zurückgelassen und die Masse weggeführt nach Assyrien. Und Josia hatte für diese Restbevölkerung aus dem abgefallenen Nordreich, das eben untergegangen war, ein Herz. Und er wollte wissen: Was ist Gottes Plan mit denen aus den zehn Stämmen, die noch da im Land waren?
Und dann die dritte Gruppe, die hast du auch erwähnt: die Übergebliebenen in Israel und in Juda. Das sind dann Benjamin und Juda, also die Untertanen im Südreich, in dem, wie wir auch schon früher gesehen haben, auch Mitglieder der zehn Stämme lebten, nämlich die, die schon längst übergelaufen waren vom Nordreich ins Südreich. Aber eben, er wollte wissen: Was ist mit den zehn Stämmen, was ist jetzt mit dem Südreich Juda, wie denkt Gott darüber? Und er erkennt also, dass der Grimm des Herrn groß ist. Und sehen wir: Den gleichen Ausdruck Grimm haben wir in 5. Mose gefunden, darauf bezieht er sich.
Und da gehen sie eben zur Prophetin Hulda, Vers 22. Ja, gab es in dieser Zeit nur die Prophetin Hulda? Nein, auch den Propheten Micha. Der Prophet Micha wäre auch in dieser Epoche, und weiter der Prophet Jeremia. Jeremia wirkte auch damals. Und dann der Prophet Habakuk war auch in dieser Epoche. Bei ihm können wir nicht genau sagen, ab welchem Jahr, also er könnte auch schon da gewirkt haben, Habakuk. Aber der König schickt sie zur Prophetin Hulda. Das ist interessant, also er schickt sie zu einer Frau.
Und wo wird sie gefunden? Sie wohnt in Jerusalem, und zwar dort weiß man genau wo. Ja, im zweiten Stadtteil. Das ist also nicht wahr: Jerusalem hat ja seinen Anfang gefunden auf dem Südabhang des Berges Moria oder Zion, und von dort aus hat David sich die Stadt erweitert. Er hat seinen Palast am Nordende der Stadt angehängt, und sein Sohn Salomo hat dann weiter ausgebaut über den Ofel, so heißt der weitere Bezirk des Südabhangs, bis gerade zum Tempelplatz. Auf dem Ofel hat Salomo seinen Palast gebaut, und dort kann man auch heute noch seine Bäckerei sehen. Und dann hat er hinaufgebaut bis auf die Bergeshöhe und den ersten Tempel gebaut, den Salomonstempel. In der Zeit nach Salomo hat sich dann die Stadt nach Westen auf die Nachbarhügel ausgeweitet, und das ist dann eben der zweite Stadtteil.
Also wir können die schon so ungefähr lokalisieren. Aber warum wird das hier so genau gesagt? Weil sie zu ihr, wo haben sie sie angetroffen? Bei ihr zu Hause, ja. Also das ist eben schon ein deutlicher Unterschied: Prophetinnen sind nicht in der Weise aufgetreten wie Propheten. Eben Jeremia trat auf in der Öffentlichkeit, im Stadttor, das war ja der große Begegnungsort, wo auch der Sitz des Gerichts war oder sein konnte, dann im Tempelvorhof, um dort die Öffentlichkeit zu erreichen. Aber die Prophetin Hulda wird hier gesehen, was sich zu Hause. Aber sie verkündigt das Wort mit einer Klarheit. Sie sagt in Vers 23, liest du nochmals nur den Anfang:
Und sie sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels, sagt dem Mann, der euch zu mir gesandt hat.
Also eindrücklich, das Wort hat göttliche Autorität: So spricht der Herr, der Gott Israels. Und es ist eine Botschaft an einen Mann gerichtet, und zwar nicht irgendeinen, sondern den König.
Wenn wir das vergleichen mit anderen Prophetinnen: Welche Prophetinnen kennen wir noch?
Wie? Debora. Schlagen wir mal auf Richter 4. Richter 4 und 5 beschreibt die Zeit von Debora, und da wird das so vorgestellt, dass effektiv Männer damals Mühe hatten mit Führung. Die haben ihre Verantwortung nicht wahrgenommen, also eine ähnliche Zeit wie heute, wo viele Männer irgendwie frustriert sind und gar nicht mehr so scharf sind, Führungsaufgaben zu übernehmen, weil man dann plötzlich mit Frauenquote kommt und man eigentlich die Fähigkeit für eine Aufgabe hat, aber die wird nicht gewährt, um die Frauenquote zu erfüllen. Und das frustriert irgendwie, wenn man so Zusatzbedingungen einbaut, und man wird auch sehr schnell als Mann verschrien, als Macho. Ja, es gibt solche, und das ist eklig, aber solche, die es nicht sind, werden sehr schnell verdächtigt, eben dass sie machtgierig sind und so weiter und patriarchal und so weiter. Und das frustriert.
In der Zeit von Debora war das genau so, dass Männer eigentlich nicht wirklich führen wollten. Und jetzt lesen wir in Richter 4, Vers 4: Und Debora, eine Prophetin, die Frau Lapidots, richtete Israel in jener Zeit, und sie wohnte unter der Deborapalme zwischen Rama und Betel auf dem Gebirge Ephraim, und die Kinder Israel gingen zu ihr hinauf zum Gericht.
Ja, bis dahin. Die Prophetin ist Richterin in Israel. Wir haben kein weiteres Beispiel in der Bibel vorher, wo eine Frau das Richteramt innehat, und auch später nicht. Aber da, warum? Weil Männer das nicht übernehmen wollten. Und das Richteramt beinhaltete ganz stark, dass man eben bei Streitigkeiten und Unklarheiten als Richter erklären musste, was die Bibel dazu sagt, was das Gesetz Mose zu dem und zu dem und zu dem Fall sagt. Das machte niemand, und da hat sie sich gesagt: Ich bin bereit, das zu machen. Aber wo macht sie das? Unter der Deborapalme.
Wo wäre der normale Ort gewesen für das Gericht? Im Stadttor. Erst im Jahr 1901 sehen wir das zum Beispiel, dann in Ruth 4 und so weiter. Immer das Stadttor ist der typische Ort, öffentlicher Ort, wo man eben zur Qualitätssicherung, eben den Gerichtssitzungen beiwohnen konnte und auch sehen konnte, ob da gerecht, recht gesprochen wurde oder nicht. Aber Debora hat sich gesagt: Ich übernehme zwar diese Aufgabe, aber ich mache das nicht so, dass ich ins Stadttor gehe, sondern ich mache das bei sich zu Hause. Und zwar unter der Deborapalme. Und hier hilft Biologiekenntnis beim Bibellesen.
Wir sind ja hier zwischen Rama und Betel, auf dem Gebirge Ephraim, das ist also der nördliche Teil des heute so genannten besetzten Westjordanlandes, von dem die UNO sagt, das gehört Israel nicht. Aber nach der Bibel ist das Kernland des Landes Israel. Und da auf diesem Gebirge, also im nördlichen, so genannten Westjordanland, in Israel sagt man Jescha, das ist die Abkürzung für Juda und Samaria, also im Teil, den man heute Samaria nennt, da war sie. Und dort wachsen keine Palmen. Das ist biologisch nicht der Ort. Die Palmen muss man suchen unten in der Arava, also in der jüdischen Wüste, in der Tiefebene bei Jericho. Das ist sogar die Palmenstadt in 5. Mose 34 und auch heute voll von Palmen und wunderbaren Medjool-Datteln und auch andere Gebiete, aber nicht dort.
Und die hatte also dort eine Palme, damit man, wenn man den Ort zum ersten Mal aufsuchen musste, leicht die Adresse finden konnte, ohne GPS. Also, da unter der Deborapalme, hat sie sich schon was überlegt.
Und wenn du noch weiterliest, Jerry, noch eine Perle dazu:
Und sie sandte hin und ließ Barak, den Sohn Abinoams, von Kedes-Naftali rufen, und sie sprach zu ihm: Hat nicht der Herr, der Gott Israels, geboten: Geh hin und zieh auf den Berg Tabor und nimm mit dir zehntausend Mann von den Kindern Naftali, von den Kindern Sebulon, und ich werde Sisera, den Heerobersten Jabins, zu dir heranziehen an den Bach Kischon samt seinen Wagen und seiner Menge, und ich werde ihn in deine Hand geben.
Danke, mal bis dahin. Also: Sie schickt Leute zu Barak und lässt ihm sagen: Der Herr hat dich bereits berufen, und du bist nicht gegangen. Und jetzt muss sie ihn nochmals rufen. Sie sagt: Hat nicht der Herr, der Gott Israels, geboten: Geh hin, zieh auf den Berg Tabor. Das hat er nicht gemacht. Sie lässt ihm diesen Ruf Gottes nochmals bringen.
Und die Reaktion von Barak in Vers 8: Und Barak sprach zu ihr: Wenn du mit mir gehst, so gehe ich; wenn du aber nicht mit mir gehst, so gehe ich nicht.
Das ist doch unglaublich, ja, das reicht doch, das ist empörend. Also zum zweiten Mal der Ruf Gottes: Das ist deine Aufgabe. Und er sagt: Nein, das mache ich nicht, außer du gehst mit mir. Das kann es ja nicht sein. Und ich meine, Debora war ja nicht seine Frau, die hatte schon einen Mann. Nicht wahr, in Vers 4 haben wir ja gelesen: Debora, eine Prophetin, die Frau Lapidots. Was war eigentlich mit Lapidot? Sein Name heißt zwar Fackeln, Feuerfackeln, aber so viel Licht verbreitete er nicht, der hatte auch das Richteramt nicht übernommen. Aber Debora, also es war eine Ehe, das war nicht, die war nicht auf der gleichen Wellenlänge, und trotzdem ist sie treu den Weg gegangen.
Und nun sagt sie also als Antwort in Vers 9: Da sprach sie: Ich will gewiss mit dir gehen, nur dass die Ehre nicht dein sein wird auf dem Weg, den du gehst, denn in die Hand einer Frau wird der Herr Sisera verkaufen. Und Debora machte sich auf und ging mit Barak nach Kedes.
Man muss sich vorstellen: Also sie hat unter dem General den zweiten Platz und dann folgenden zehntausend Soldaten. Aber sie macht ganz klar: Ich übernehme nicht die Aufgabe des Generals. Den General unterstützen, das mache ich, aber nicht der General sein. Und damit war dann auch nicht sie, die die Soldaten da herumbefehligte, aber trotzdem war sie die Unterstützung von dem General, also hatte eine abgeleitete Autorität. Die Frau hat sich ganz genau überlegt, was sie macht und was sie nicht macht. Und das war eine Gewissensnot, zu wissen, was ist jetzt richtig, wie kann ich das in einer schwierigen Zeit umsetzen und trotzdem meine Stellung als Frau nach Gottes Gedanken nicht zu verlassen. Also ganz eindrücklich. Und da sind wir eben auch bei Hulda, weiterer Prophetin im Alten Testament.
Ja, wie? Hanna, ja, das ist doch gut, wir kommen gleich auf Hanna. Ich würde zuerst noch im Alten Testament bleiben, dann gehen wir rüber zum Neuen. Und zwar Mirjam, 2. Mose 15, nach dem Durchzug durchs Rote Meer, das ganze Volk singt ein herrliches Siegeslied. 2. Mose 15,1: Damals sangen Mose und die Kinder Israel dem Herrn dieses Lied und sprachen.
Und dann wird erklärt weiter in Vers 22, in Vers 20 bitte:
Aber sie hörten nicht auf Mose, 2. Mose 15,20. Und Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm das Tamburin in ihre Hand, und alle Frauen zogen aus hinter ihr her mit Tamburinen und Reigen, und Mirjam antwortete ihnen: Singt dem Herrn, denn hoch erhaben ist er; das Pferd und seine Reiter hat er ins Meer gestürzt.
Ja, also Mirjam, die Prophetin, was macht sie?
Ja, also sie ist die Leiterin der Frauen. Also sie hat schon Autorität, aber sie führt nicht das Volk wie Mose, aber sie führt die Frauen. Und ja, ist also hier eine Frau mit Namen, denn wir finden ja nach dem Auszug aus Ägypten bei der Zählung für Mose 1 gab es 600 wehrfähige Männer ab zwanzig und höher. Wenn man sich da überlegt: Frauen, dann gibt es schon 1,2 Millionen. Wenn man sich da noch überlegt: die Kinder, dann gibt es eben ein Volk von mehreren Millionen, das aus Ägypten auszog. Mirjam führt die Frauen, und das ist in Größenordnung von 600, das war nicht eine Kleinigkeit. Aber eben auffällig: Sie ist die Führerin der Frauen.
Aber wir sehen bei ihr ein Problem später während der Wüstenwanderung in 4. Mose 12, liest du die Verse 1-3:
Und Mirjam und Aaron redeten gegen Mose wegen der kuschitischen Frau, die er genommen hatte, denn er hatte eine kuschitische Frau genommen. Und sie sprachen: Hat der Herr nur mit Mose allein geredet? Hat er nicht auch mit uns geredet? Und der Herr hörte es. Der Mann Mose aber war sehr sanftmütig, mehr als alle Menschen, die auf dem Erdboden waren.
Ja, da sehen wir, Mirjam hatte ein Problem mit Mose. Und zwar, was war das Problem? Eifersucht. Also schon klar, Vers 2: Hat der Herr nur mit Mose allein geredet? Hat er nicht auch mit uns geredet? Natürlich. Aber Gott macht dann in den weiteren Versen klar, indem er Mose verteidigt, dass er als Prophet eine ganz besondere Nähe zu Gott hatte, mehr als andere Propheten. Das haben die irgendwie so gespürt, und darum kam diese Eifersucht auf, bei Mirjam und auch bei Aaron. Das war ja der Hohepriester, war der nicht zufrieden, dass er schon die zweithöchste Stellung hatte? Nein. Da war also eine Eifersucht da, aber interessant ist, dass dann nicht gesagt wird: Wir sind eifersüchtig. Ja, wer macht das schon? Sondern sie greifen ihn an wegen seiner Ehefrau.
Zipporah aus Midian, hier wird sie genannt kuschitische Frau, weil offensichtlich zwischen den Midianitern und den Kuschitern war eine genetische Verbindung. Und klar, das war nicht eine Israelitin, und darum könnte man sich Fragen stellen: War das eigentlich vorbildlich, dass Mose, der Volksführer, ausgerechnet eine Nichtisraelitin geheiratet hatte? Aber in 5. Mose 7 sagte ein Israelit, sie dürfen nur aus dem Volk Israel Frauen nehmen, und Frauen dürfen nur Männer nehmen aus dem Volk Israel. Ja, das war so ein Angriffspunkt.
Bei oberflächlicher Betrachtung, weil der Unterschied immer da war: Wenn eine Frau aus dem Heidentum den Götzendienst aufgab, verurteilte, sich bekehrte und zum Volk Israel übertrat, dann wurde sie eben im Volk Gottes aufgenommen. Da haben wir schöne Beispiele wie Ruth, die sich so bewusst von den Göttern Moabs getrennt hatte, und es ging ihr darum, dem wahren Gott, dem Gott Israels, anzugehören. Und so war das dort möglich. Denn auch die Hure Rahab, die kanaanitische Hure Rahab, die hat später einen Juden geheiratet und kam sogar in den Stammbaum von König David und damit sogar in den Stammbaum des Erlösers. Die durfte heiraten, obwohl sie eine so schlimme Vergangenheit hatte. Aber die hat sich bekehrt, das wurde abgewaschen, gereinigt und konnte so ins Volk Gottes eingefügt werden.
Das war bei Mose eben kein Fall, kein Problem, weil Zipporah eine gottesfürchtige Frau war, und schon ihr Vater war ja ein Priester des wahren Gottes in Midian.
Ja, du wolltest noch, Manuela?
Ja, nein, es ist so: Diese Gesetzgebung, dass jemand sofort als Jude anerkannt wird, wenn die Mutter jüdisch ist, das ist eine Gesetzgebung seit der Zerstörung des Tempels im Jahr 70. Da wurden nämlich die Geschlechtsregister verbrannt, und dann war das Problem in der weiteren Zeit: Wer kann beweisen, ob er Jude ist oder nicht? Da haben die Rabbiner beschlossen: Früher war das mit den Geschlechtsregistern wesentlich die Männerlinie, die Vaterlinie. Aber eine Mutter kann mehr Garantie liefern, wenn sie sagt: Das war einmal mein Baby, das bei mir herausgekommen ist. Vaterschaft ist problematischer, um nachgewiesen zu werden. Und darum sagt man: Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat. Aber das ist in dem Sinne eine nachbiblische rabbinische Regelung. Biblisch ist es schon die Vaterlinie, die ganz besonders wichtig ist, aber nicht nur. Timotheus, Apostelgeschichte 16, hatte einen griechischen Vater, aber eine jüdische Mutter, und er wurde als Volljude anerkannt.
Ist das genügend Antwort, oder?
Ja, ja, ja, also Männer und Frauen konnten übertreten, ja. Und das waren dann Proselyten, und die werden ja an verschiedenen Stellen erwähnt in der Apostelgeschichte, solche Proselyten, die eben Heiden waren, die übergetreten sind zum Volk Gottes und den wahren Gott anbeteten.

Frauen im Dienst Gottes

Gut, jetzt gehen wir aber noch ins Neue Testament zu Hanna, Lukas 2 in der Weihnachtsgeschichte, Lukas 2,36-38, Jerry. Und es war eine Prophetin, Anna da, eine Tochter Panuels aus dem Stamm Aser. Diese war in ihren Tagen weit vorgerückt und hatte sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, von ihrer Jungfrauenschaft an. Und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren, die nicht vom Tempel wich, in dem sie Nacht und Tag mit Fasten und Flehen diente. Und sie trat zu derselben Stunde herzu, lobte Gott und redete von ihm zu allen, die auf Erlösung warteten in Jerusalem.
Ja, also auch sie trat nicht in der Art in der Öffentlichkeit auf wie ein Jeremia und andere Propheten, sondern sie hatte eine Zelle im Tempel, sehr speziell. Und ihr Anliegen war es, für Israel zu beten. Das war eine Beterin. Und zwar war sie eben nur sieben Jahre verheiratet, und damals im Judentum hat man sehr früh geheiratet. Also üblicherweise würde man sie heute, wenn es üblicherweise war, als Teenagerin bezeichnen. Sieben Jahre, und wer weiss, vielleicht war sie dann mit 23, 24, das ist nur eine Schätzung, Witwe. Und dann hat sie sich eben so dem Herrn zur Verfügung gestellt als eine Frau, die für Israel betete, in den Jahrzehnten bevor der Erlöser kam.
Und das Eindrückliche: Wir können so berechnen, die wurde geboren im Jahr 86 vor Christus. Da ist es sehr interessant, wenn man einmal die ganze Geschichte Israels im ersten Jahrhundert studiert, was da geschah ab dem Jahr 86 vor Christus, bis dann Christus geboren wurde. Das war dramatisch, und das waren Ereignisse so etwas von aufwühlend und auch unverständlich. Was da alles geschehen ist, das hat sie alles, alles miterlebt. Aber die wusste: Bald kommt der Messias.
Und dann war sie eine der Ersten, die es erkannte, als Maria und Joseph etwas mehr als einen Monat nach der Geburt in Bethlehem nach Jerusalem kamen, um das Entbindungsopfer von Maria und den Erstgeborenen darzubringen. Und sie erkennt, dass der Messias da ist. Und dann geht sie zu all den Leuten hin, von denen sie wusste, das sind auch solche, die nicht schlafen, sondern erweckt waren und warteten auf das Kommen des Messias. Da hat sie ihren Dienst getan, aber auch so nicht in der Weise in der Öffentlichkeit wie Jeremia, der die grossen Massen im Tempel erreichte, sondern gezielt da, wo sie ihre Kontakte hatte.

Die Antwort der Prophetin und die Gewissheit des Gerichts

Ja, gehen wir zurück zu 2. Chronik 34, wir müssen ja zum Schluss kommen. Liest Luceri jetzt noch die ganze Antwort von Hulda, ab Vers 23 bis 28?
Und sie sprach zu ihnen: So spricht der Herr, der Gott Israels: Sagt dem Mann, der euch zu mir gesandt hat: So spricht der Herr: Siehe, ich will Unglück bringen über diesen Ort und über seine Bewohner, alle Flüche, die in dem Buch geschrieben sind, das man vor dem König von Juda gelesen hat. Weil sie mich verlassen und anderen Göttern geräuchert haben, um mich zu reizen mit allen Machwerken ihrer Hände, so hat mein Grimm sich über diesen Ort ergossen, und er wird nicht erlöschen.
Zum König von Juda aber, der euch gesandt hat, um den Herrn zu befragen, zu ihm sollt ihr so sprechen: So spricht der Herr, der Gott Israels, die Worte betreffend, die du gehört hast: Weil dein Herz weich geworden ist und du dich vor Gott gedemütigt hast, als du seine Worte über diesen Ort und über seine Bewohner hörtest, und du dich vor mir gedemütigt und deine Kleider zerrissen und vor mir geweint hast, so habe ich es auch gehört, spricht der Herr. Siehe, ich werde dich zu deinen Vätern versammeln, und du wirst zu deinen Gräbern versammelt werden in Frieden. Und deine Augen sollen all das Unglück nicht ansehen, das ich über diesen Ort und über seine Bewohner bringen werde. Und sie brachten dem König Antwort.
Also, sie macht klar, das Fünfte Buch Mose wird sich genau so erfüllen, wie es angekündigt worden ist. Und gerade diese Flüche aus 5. Mose 28: Sie nutzt ja jetzt dieses Wort „alle Flüche, die in dem Buch geschrieben sind“, und das besondere Fluchkapitel ist 5. Mose 28. Das wird sich alles erfüllen, und damit auch die Prophetie aus 5. Mose 28,36. Die kannst du noch vorlesen, Jerry:
Der Herr wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einer Nation führen, die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter, und du wirst dort den Göttern dienen aus Holz und Stein.
Ja, danke. Also das ist genau die Prophetie über die babylonische Gefangenschaft, zu einer Nation weggeführt zu werden. Das ist nicht dasselbe, was dann in Vers 64 gesagt wird: Der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde. Das hat sich erst erfüllt bei dem zweiten Verlust des Landes im Jahr 70 nach Christus, als die Römer Jerusalem zerstörten. Da wurde das jüdische Volk weltweit über alle Kontinente zerstreut.
Aber hier in Vers 36, das ist die babylonische Gefangenschaft, denn das musste die Zeit sein, als Israel noch einen König hatte. Später hatten sie keinen König mehr, nur noch einen Fremden, den die Römer über sie gesetzt hatten, den Edomiter Herodes. Aber da haben wir: dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, nicht die Römer. Aber das sollte nicht Josia sein, sondern ein Nachkomme von ihm. Aber das ist so direkt und eindeutig vorausgesagt unter diesen Flüchen von 5. Mose 28.
Und das erwähnt jetzt Hulda: Das wird kommen, aber nicht zu den Lebzeiten von Josia. Und so wusste man: Solange der König lebt, kommt es noch nicht. Dann starb er 610, und vier Jahre später hat es sich tatsächlich begonnen zu erfüllen.
Und was wir noch betrachten müssen, ist die Tatsache, wie Gott sein Herz anschaut. Ich war die Prophetin Hulda hat das alles nicht mitbekommen, was geschah im Königspalast, als Schafan die Rolle vorlas und wie der König reagiert hat. Die sind ja zu ihr gegangen, und sie sagt: So spricht der Herr. Und Gott sagt: Weil dein Herz weich geworden ist.
Sie bekam also die Prophetie über das Wesen von Josia. Hier wird gezeigt, dass Gott wirklich sieht, was in seinem Inneren vorgegangen ist. Das war keine Show, wie bei dem Hohen Priester Kajaphas, der seine Kleider zerriss in Entrüstung bei diesem schrecklichen Scheinprozess gegen den Herrn Jesus. Das war eine reine Show, aber das war echt. Und Gott sagt: Und du dich vor mir gedemütigt? Also Gott hat gesehen, das Herz ist echt demütig geworden, seine Kleider zerrissen. Dieses Symbol hat Gott anerkannt, nicht einfach äußerlich. Und dann sagt er: Und vor mir geweint hast. Gott hat jede Träne wahrgenommen. Und darum hat Gott ihm diese besondere Verheißung gegeben: Er wird in Frieden sterben.
Und jetzt noch zum Schluss Vers 28: Wie wird das Sterben beschrieben, wie wird das hier ausgedrückt? Die meisten von uns sprechen ja nicht so. Er wird im Frieden sterben. Jetzt, ich meine, ja, in Vers 28b genau: im Frieden sterben. Aber jetzt vorher noch 28a: Wie wird das Sterben hier genannt?
Jawohl, also er wird versammelt werden zu den Vätern. Aber es wird noch anders genannt.
Ja, du wirst zu deinen Gräbern versammelt werden, nämlich die Gräber in der Stadt Davids. Die kann man heute noch sehen. In Ostjerusalem sieht man die Gräber der Könige von Juda, dort wurde er begraben, zusammen mit den anderen Königen.
Aber das sind zwei verschiedene Dinge: zu deinen Vätern versammelt werden und zu deinen Gräbern versammelt werden. Es ist ja so, wenn wir sterben, dann wird unser Los zweiteilig. Der Körper bleibt diesseits und verwest und kommt normalerweise ins Grab. Und das wird in der Bibel übrigens auch genannt Scheol, hebräisch für Totenreich, im Neuen Testament Hades, also das Grab.
Und das erklärt auch, warum an manchen Stellen im Alten Testament gesagt wird: Im Grab wird niemand Gott loben. Im Grab ist alles still, und da gibt es keinen Lobgesang. So ist es auf dem Friedhof, es ist Friedhofsruhe. Aber das ist nur der eine Aspekt. Die Bibel ist da noch klar, auch in Prediger 12: Wenn der Körper zum Staub zurückkehrt, kehrt der Geist zu Gott zurück, der ihn gegeben hat.
Und da wird der Geist und die Seele des Erlösten ins Paradies gebracht. Und das nennt die Bibel auch Hades oder Scheol, den Himmel, das Paradies für die Gläubigen. Aber dort ist eben Geist und Seele, der immaterielle Teil des Menschen. Beim verlorenen Menschen geht die Seele an den Ort der Qual, der auch genannt wird das Gefängnis in 1. Petrus 3. Und in Lukas 16, in der Geschichte vom reichen Mann und dem Lazarus, wird auch der Hades genannt, dort der Ort der Qual. Aber er ist bei vollem Bewusstsein, und er kann mit Vater Abraham im Paradies sprechen und sogar Kontakt haben. Aber es ist definitiv: Es gibt keinen Wechsel mehr.
Und hier muss man also sagen: Zu seinen Vätern versammelt werden, das bedeutet, der Geist und die Seele von Josia gingen ins Paradies und waren zusammen mit Abraham, Isaak, Jakob und all den Gläubigen. Aber das andere, du wirst zu deinen Gräbern versammelt werden in Frieden, also das Totenreich ist zweiteilig, kann man sagen: diesseitig, und da ist Friedhofsruhe; jenseitig, und das ist für die Erlösten größte Freude.
Paulus sagt in Philipper 1: Ich habe Lust, abzuscheiden und bei Christus zu sein, es ist weit besser. Und der Herr Jesus sagt dem Mitgekreuzigten, der sich im letzten Moment noch bekehrte: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Also bei vollem Bewusstsein. Und hier sehen wir alttestamentlich diese Zweiteilung, dass nicht dasselbe gemeint ist: Zu deinen Vätern versammelt werden ist eines, und zu deinen Gräbern versammelt werden ist das andere.
Dann wollen wir hier schließen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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