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Epheser 1, 3-6

Epheser 1,3-606.01.2013
SerieTeil 3 / 19Ilvesheim 2013-2014 - Der Epheserbrief
Alles oder nichts: Christus ist nicht nur ein Teil des Lebens, sondern der ganze Reichtum. Wer ihn hat, ist geliebt, angenommen und als Sohn vor Gott gestellt.

Einleitung und Überblick über den Abschnitt

Wir wollen Epheser Kapitel 1 aufschlagen. Wir lesen ab Vers 3, Epheser 1,3, und lesen Sie bitte gern in Ihrer eigenen Bibel.
Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns durch Jesus Christus mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Bereichen gesegnet hat, entsprechend dem, dass er uns vor Grundlegung der Welt in ihm erwählt hat, damit wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe. Er hat uns nämlich im Voraus dazu bestimmt, für sich zur Sohnschaft durch Jesus Christus, nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.
In ihm haben wir durch sein Blut die Erlösung, die Vergebung der Übertretungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er gegen uns überfließen ließ in aller Weisheit und Klugheit. Er hat uns nämlich das Geheimnis seines Willens zu erkennen gegeben, nach seinem Wohlgefallen, das er sich in ihm vorgenommen hatte, im Hinblick auf die Verwaltung der Fülle der Zeiten, alles in Christus zusammenzufassen, sowohl das in den Himmeln als auch das auf der Erde, in ihm.
In ihm sind wir auch zu einem Erbteil gekommen, die wir vorherbestimmt waren nach dem Vorsatz dessen, der alles nach dem Ratschluss seines Willens wirkt, damit wir zum Lob seiner Herrlichkeit seien, die wir zuvor auf den Christus gehofft haben. In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eures Heils, gehört habt und gläubig geworden seid, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Angeld unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit.
Bis hierher.
Wir haben uns gestern die Gliederung der ersten drei Kapitel schon angeschaut, und ich darf daran erinnern: Es geht um die Heilsvorrechte in Jesus Christus, um die Vorrechte, den Reichtum, den wir in Jesus Christus haben. In Kapitel 1 haben wir zwei Gebete, das heißt zuerst einen Lobpreis, das sind diese Verse, die ich gelesen habe, und dann spricht Paulus von seinem Gebet, von seiner Fürbitte für die Epheser. In diesen beiden Gebeten oder Berichten über das Gebet kleidet er schon sehr, sehr viele Wahrheiten.
Kapitel 2 geht es dann weiterhin um die persönliche Auswirkung des Heils und die gesellschaftliche Auswirkung des Heils. Und in Kapitel 3 geht es noch einmal um ein Gebet. Er berichtet, warum er betet und wofür er betet, und es geht noch einmal um die Heilsvorrechte, aber jetzt eigentlich die Fortsetzung seiner Fürbitte für die Epheser.
In diese drei Kapitel packt er sehr, sehr viele Gedanken hinein. Wir haben das schon gesehen, auch an dem, was wir jetzt gelesen haben. Wir wollen uns diese Verse ein bisschen ansehen. Wir haben also dieses Lobgebet, dieses Lob Gottes für die Heilssegnungen. Da haben wir zuerst Vers 3, das ist der Hauptsatz, der Hauptgedanke: Er lobt für die Tatsache, dass Gott uns gesegnet hat durch Christus oder in Christus.
Paulus hat ja eine Person verkündigt. Es war sein Anliegen. Er hat nicht einfach nur eine Lehre verkündigt. Immer wieder liest man das, und er spricht immer wieder auch davon, dass er eine Person verkündigt. Und er weiß: Das, was diese Epheser-Christen brauchen, ist eine Person. Und das, was heute unsere Umgebung braucht, ist eine Person namens Jesus Christus. Das ganze Heil ist in einer Person. Das, was die Christen brauchen, die aus schlimmsten, schwierigsten Verhältnissen kommen, hier in Ephesus, in dieser Metropole von Kleinasien, ist eine Person. Und er weiß: Wenn sie diese Person namens Jesus Christus haben, dann haben sie alles, was sie brauchen für ihr Leben. Und auch für uns ist es wichtig, dass wir immer das Wichtigste im Auge haben.
Er lobt hier Gott dafür, dass er uns gesegnet hat mit jedem geistlichen Segen in Christus. Christus ist das Mittel und auch der Ort, in dem Gott uns gesegnet hat. In Christus und mittels Christus hat Gott uns gesegnet. Und der Segen ist ein geistlicher Segen, haben wir gestern gesagt. Und dieser Segen ist der ganze Segen, den Gott zu geben hat. Es steht hier: mit jedem geistlichen Segen in der Himmelswelt, jeder geistliche Segen. Gott hat nicht mehr zu geben als Christus. Und wenn du Christus hast, dann hast du alles, weil dieser Segen an eine Person geknüpft ist. Deshalb geht es hier um alles oder nichts. Wenn wir Christus haben, haben wir alles. Und das will der Apostel diesen Christen hier in Ephesus klar machen. Und auch wir wollen uns das sagen lassen.
In den Versen 4 bis 14 kommt dann eine Erläuterung zu diesen einzelnen Segnungen. Die ersten Verse sprechen viel von dem Vater, was er getan hat. Er ist der Initiator des Heilsplanes. Dann ist die Rede von dem Sohn, in dem wir das alles haben. Er ist der Vermittler des Heils. Und zum Schluss ist noch der Heilige Geist angesprochen. Die ganze Dreieinheit kommt hier vor. Wir wurden in Jesus Christus gesegnet, und dies entspricht einem langen Heilshandeln Gottes. Das heißt: Gott hat in der Geschichte schon sehr, sehr früh angefangen.
Wenn es um den Segen geht, dann gehen wir ganz, ganz, ganz weit zurück in die Vergangenheit. Die Geschichte beginnt in der Ewigkeit. Die Geschichte, dass Gott gehandelt hat für uns, das beginnt in der Ewigkeit. Und das setzt sich heute in der Gegenwart fort, und das endet in der Zukunft, eine Zukunft, die aber nie endet. Das geht in die ewige Zukunft hinein. Und wir wollen uns diesen wunderbaren Abschnitt hier ein bisschen näher zu Gemüte führen.
Ich habe jetzt um diesen Satz, diesen langen Satz, den wir gerade gelesen haben, um es uns ein bisschen einfacher zu machen, versucht, ein bisschen mit Farben zu arbeiten. Wie Sie sehen, habe ich hier in ihm, habe ich im Rot, also Vers 4: wie er uns in ihm sich erwählte. Gott hat sich uns erwählt, ja, und da sagt er: in ihm hat er sich uns erwählt. Und das Zweite ist: durch Jesus Christus hat er uns bestimmt zur Sohnschaft, im Voraus für sich bestimmt zur Sohnschaft. Und dann sagt er: in ihm, in diesem Christus, haben wir die Erlösung, Vers 7. Und dann sagt er in Vers 9: Er setzte uns nämlich in Kenntnis über das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefallen, das er sich vornahm. In ihm, in Christus, hat Gott sich etwas vorgenommen, einen Heilsplan, und dieser Heilsplan soll verwirklicht werden, in ihm, in Christus. Und dann in Vers 11: In ihm sind wir auch zu einem Erbteil gekommen, zu einem Erbe. Und dann in Vers 13: In ihm wurdet auch ihr versiegelt mit dem Heiligen Geist der Verheißung, am Ende von Vers 13. In ihm wurdet ihr versiegelt mit dem Heiligen Geist der Verheißung.
Wir haben hier also mindestens sechsmal, wie Christus betont wird, und das, was wir in ihm und durch ihn bekommen haben. Es geht hier also um einzelne Segnungen, aber es ist nicht einfach nur, dass er etwas aufzählt, sondern er erläutert das. Es geht hier um Erläuterungen über diese Segnungen. Und wir wollen uns das der Reihe nach anschauen. Es sind hier einige schwierige Wörter dabei und auch schwierige Sachverhalte, und wir brauchen ein bisschen Zeit dazu, aber wir nehmen uns die Zeit.
Das Erste, was wir gelesen haben, heißt: in ihm. Oder ich muss noch einmal zurück zum Text, damit wir das klar haben. Da haben wir: Gott hat uns gesegnet, und dann heißt es in Vers 4 am Anfang: entsprechend dem, dass er ... Und dann geht es weiter. Also der Segen ist in Christus, und dementsprechend, dass er uns erwählt hat, hat er uns gesegnet. Dementsprechend, dass er uns zur Sohnschaft bestimmt hat, hat er uns gesegnet. Dementsprechend, dass wir in ihm die Erlösung haben. Dementsprechend, dass er uns versiegelt hat, und so weiter.
Also das Erste: Er hat uns erwählt. Was ist Erwählung? Da gibt es ja viele Theologen, die da lange Zeit darüber gestritten haben und sich immer noch streiten. Die Sache an sich ist nicht so kompliziert, wenn wir uns einige Bibelstellen anschauen. Was heißt eigentlich: Er erwählte sich uns? Gott hat sich etwas erwählt, und das, was er sich erwählt hat, das sind wir. Uns hat er sich erwählt, steht da. Was heißt das?
In der Bibel, wir müssen jetzt ein paar Bibelferse anschauen, da werden wir feststellen, dass Erwählung mit Liebe zu tun hat. Man erwählt sich jemanden, den man liebt. In 5. Mose 10,15 zum Beispiel – Sie müssen das nicht aufschlagen, Sie können aber gerne – 5. Mose 10,15, da heißt es: Gott hat sich, also Jahwe, „deinen Vätern hat Jahwe sich zugeneigt, um sie zu lieben. Er hat euch, ihren Nachkommen nach ihnen, aus allen Völkern erwählt, so wie es an diesem Tage ist.“ Also hier steht: Gott hat die Israeliten erwählt. Und bevor er das sagt, dass er sie erwählt hat, sagt er, er hat sich euch zugeneigt, um euch zu lieben.
Oder lesen wir noch eine andere Stelle in Matthäus 12,18, da haben wir ein Zitat aus dem Alten Testament auf den Herrn Jesus bezogen. Matthäus 12,18: „Siehe, mein Knecht, den ich mir erwählt, mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen fand.“ Da spricht Gott über seinen Geliebten, und der Geliebte Gottes, das ist der Herr Jesus Christus. Und er nennt ihn nicht nur den Geliebten, er sagt: Das ist mein Knecht, den ich erwählt habe.
Und wenn wir an Erwählung denken, dann denken wir oft an das Auswählen oder wir suchen uns irgendetwas aus. Aber Gott hat sich da nichts ausgesucht, denn in der Ewigkeit gab es niemanden zum Aussuchen. Es gab nur den Herrn Jesus Christus. In aller Ewigkeit hatte Gott nur einen vor sich, ja, das war der Herr Jesus. Aber das war sein Erwählter. Das ist ein Ausdruck, den man verwendet, wenn man etwas sehr, sehr kostbar schätzt. Manche Leute sagen auch von ihrer Ehefrau: Das ist meine Erwählte, oder? Das gibt es manchmal, so sprechen wir. Wie ist meine Frau meine Erwählte geworden? Nun, ich habe sie mal gefragt, und sie hat Ja gesagt. Hätte sie Nein gesagt, dann wäre sie nicht meine Erwählte geworden. Aber jetzt ist sie meine Erwählte. Also sie hat da etwas dazu beigetragen, dass sie meine Erwählte wurde. Und ich schätze sie, und weil ich sie schätze, sage ich: Du bist mir wie ein erlesenes, kostbares Stück, ein erwähltes Stück.
Eine andere Stelle: Jesaja 42,1, das ist jetzt die Stelle im Alten Testament, die auch über den Herrn Jesus spricht: „Siehe, mein Knecht, den ich stütze, mein Erwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.“ Hier wiederum: Das ist ja die Parallelstelle im Alten Testament, mein Knecht, mein Erwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat.
Oder schauen wir auch noch Lukas 9,35. In manchen Bibeln, deshalb habe ich es eingeklammert, steht hier bei Lukas 9,35: Dieser ist mein erwählter Sohn. In der Schlachter-Übersetzung steht „mein geliebter Sohn“, in der Luther-Übersetzung, aber in der Elberfelder Übersetzung steht: „Dieser ist mein erwählter Sohn.“ Ob jetzt erwählter oder geliebter steht, ist eigentlich gleichgültig, denn es bedeutet das Gleiche. Der Erwählte ist der Geliebte.
 Lukas 23,35: Da sprechen die Leute da unter dem Kreuz, die Obersten von den Juden: „Andere hat er gerettet; er soll sich selbst retten, wenn dieser der Christus ist, der Erwählte Gottes.“ Also Christus bekommt diesen Titel, weil er eine ganz besondere Wertschätzung hat vonseiten Gottes.
Also wir merken uns einmal: Erwählung oder das Wort erwählen und erwählt ist ein Liebeswort, ein Liebesausdruck. Und dann schauen wir uns noch weitere Stellen an. Gott hat uns kostbar gemacht. In 1. Petrus 2,6 heißt es: „Siehe, ich lege in Zion einen Eckstein, einen erwählten, einen kostbaren.“ Hier wird das Wort erwählt erklärt mit dem Wort kostbar. Also Gott hat in Zion einen Eckstein hingelegt, der ist erwählt, und jetzt erklärt er, was erwählt heißt, nämlich kostbar. Und jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden. Und weiter, das ist in Vers 6 und auch vorher schon in Vers 4: „Zu ihm kommt ihr als zu einem lebendigen Stein, von Menschen abgelehnt und verworfen, aber bei Gott erwählt, kostbar.“ Also wiederum: Das Erwählte ist kostbar, und kostbar ist erwählt. Und auch in Vers 9 der gleichen Stelle, da wird es nicht auf den Herrn Jesus bezogen, sondern auf die Gläubigen: „Ihr seid ein erwähltes Geschlecht“, weil ihr jetzt zu diesem kostbaren Stein gekommen seid. Zu diesem Kostbaren seid ihr jetzt ihm auch kostbar, ein erwähltes Geschlecht.
Und ebenfalls in Jesaja 43, Jesaja 43,4 und Vers 20, wenn wir diese beiden Stellen lesen, haben wir wiederum die Verbindung zwischen kostbar und erwählt. Jesaja 43,4: „Weil du teuer bist, wertvoll bist in meinen Augen und ich dich lieb habe, werde ich Menschen hingeben an deiner Stadt und Völkerschaften für dein Leben.“ Vers 20: „Die Tiere des Feldes werden mich preisen, Schakale und Strauße, denn ich werde Wasser geben in der Wüste, Ströme in der Einöde, um mein Volk zu tränken, mein erwähltes Volk.“ Mein erwähltes Volk, das, was er erlöst hat, was ihm kostbar geworden ist, das bekommt den Titel erwählt.
Und auch in Römer 16,13 haben wir dasselbe. Römer 16,13: Da grüßt Paulus einen Bruder im Herrn, der heißt Rufus. Das heißt, er will, dass er gegrüßt wird im Römerbrief. Er sagt: Grüßet den Rufus, den Erwählten im Herrn. Also Rufus ist ein Erwählter im Herrn, das heißt, er ist ihm sehr viel kostbar, er ist ihm sehr viel wert.
Und in 1. Timotheus 5,21 erfahren wir, dass es sogar erwählte Engel gibt. 1. Timotheus 5,21: „Ich bezeuge mit Ernst vor Gott und dem Herrn Jesus Christus und vor den erwählten Engeln.“ Nun, als Gott die Engel schuf, da waren sie alle da, und die waren alle kostbar in seinen Augen, alle Engel, so wie sie da waren. Da gab es keinen anderen, da gab es keinen verworfenen Engel, es gab nur erwählte Engel. Alle Engel waren erwählt und kostbar. Einige sind später abgefallen, aber hier geht es um den Ausdruck erwählt, das heißt kostbar.
Und wenn wir das beachten, dann hilft es uns schon weiter. Denn jetzt das Nächste, was jetzt kommt, und jetzt gehen wir wieder zu Epheser 1,4 zurück. Die nächste Frage, die wir uns jetzt stellen, ist: Wo hat Gott sich denn uns damals erwählt? Wo hat er uns erwählt? Schauen wir in den Text hinein. Lesen wir den Text noch einmal: Wo haben wir den Text? Hier. Da heißt es: „entsprechend dem, dass er uns in ihm sich erwählte, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe.“ Wo hat er sich uns erwählt? In ihm. Gott hat sich die Gläubigen in Christus erwählt. Diese zwei kleinen Wörter werden oft übersehen, aber sie helfen uns sehr viel weiter. Es ist der Ort, an dem die Gläubigen sind, und der ist Christus. Und weil sie in Christus drinnen sind, deshalb sind sie erwählt.
Nun sagen Sie: Ja, aber damals waren wir doch gar nicht in Christus drinnen, oder? Damals, vor Grundlegung der Welt, wer war dann schon da? Niemand war da. Aber wie kann denn Gott uns schon da erwählt haben? Nun, indem er Christus erwählt hat und indem er wusste, dass jeder, der eines Tages gläubig wird, in Christus hineinversetzt wird. In dem Sinn hat er uns damals schon erwählt. Natürlich hat er gewusst, dass einmal Menschen existieren werden, und natürlich hat er gewusst, wie viele Leute sich einmal bekehren werden, und er hat sich vorgenommen: Jeder, der sich bekehren wird, den werde ich in Christus hineinversetzen. Und in Christus ist mir jeder Gläubige kostbar.
Sobald man also in Christus hineinkommt, gilt man als kostbar. Aber Gott hat das schon von Ewigkeit her so festgelegt. Obwohl wir noch gar nicht existierten, hat er uns damals schon in ihm, in Christus, erwählt, indem er nämlich den Christus erwählt hat. Der war ihm kostbar und geschätzt und liebevoll geliebt, hochgeschätzt. Und jetzt waren wir in ihm damals schon erwählt, auch wenn wir noch nicht existiert hatten. Also das ist das Besondere.
In Christus – wann war das? Ich habe gerade gesagt: in der Ewigkeit, vor Grundlegung der Welt. Das heißt: in der Ewigkeit, bevor die Schöpfung begann. Das ist die Ewigkeit.
Aber das ist nicht alles. Die Bibel spricht nämlich an anderen Stellen, dass die Erwählung auch in der Zeit geschieht, nicht nur in der Ewigkeit. Und da möchte ich gerne noch ein paar Stellen mit Ihnen aufschlagen. 1. Thessalonicher 1,4. Und die dürfen Sie gerne mit aufschlagen, diese Stelle. 1. Thessalonicher 1,4 spricht der Apostel Paulus von den Thessalonichern, und er freut sich sehr, dass sie zum Glauben gekommen sind. Und er sagt da, Vers 2: „Wir danken Gott allezeit für euch alle und denken an euch bei unseren Gebeten, und wir erinnern uns dabei ohne Aufhören an euer Werk des Glaubens und euer Arbeit der Liebe und Ausdauer der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus vor unserem Gott und Vater.“ Wir wissen ja, Brüder, von Gott Geliebte, um eure Erwählung.
Wir wissen ja um eure Erwählung. Wie weiß denn der Paulus um die Erwählung der thessalonischen Christen? Das war sehr einfach: Er war dabei damals, als sie erwählt wurden. Er sagt auch dann, dass unsere Botschaft nicht im Wort allein zu euch kam, sondern auch in Kraft und im Heiligen Geist. Also er kann sich erinnern, dass die Botschaft aufgenommen wurde und dass sie sich dann bekehrt haben von der Finsternis zum Licht, von den Götzenbildern zu dem lebendigen Gott. Und deshalb weiß er um ihre Erwählung. Das heißt, er hat es mitbekommen, als Gott sie erwählte. Und wann hat Gott sie erwählt? Genau damals, in dem Moment, als sie zum Glauben kamen, hat Gott sie nämlich in Christus versetzt, und in dem Moment waren sie erwählt.
Also wir haben einerseits eine Erwählung in der Ewigkeit, das ist in den Gedanken Gottes. Gott hat sie alle schon in Christus gesehen, und in Christus hat er sich alle schon erwählt. Und dann haben wir eine Erwählung in der Zeit, in dem Moment, wo man antwortet auf den Ruf Gottes.
Schauen wir noch drei Bibelstellen an. Matthäus 22,14, das ist eine sehr bekannte Stelle. Matthäus 22,14 geht eine Einladung zu einem Hochzeitsfest. Der König macht ein Hochzeitsmahl, und er lädt die Menschen ein, sie sollen kommen. Und die wollen aber nicht kommen. Und dann geht die Einladung noch einmal hinaus, bis auf die Straßen und die Gassen und überall hin, und dann werden sie gerufen, und viele kommen. Und da heißt es zum Abschluss dieses Gleichnisses: „Es sind nämlich viele gerufen, aber wenige erwählt.“
Gerufen heißt eingeladen. Eingeladen. Der Ruf ist eine Einladung. Vielleicht steht bei Ihnen in Ihren Bibeln „berufen“; das griechische Wort hat eigentlich „gerufen“, und das Wort rufen heißt im Griechischen auch einladen. Die Engländer haben es richtig, die sagen einfach call. Call heißt rufen, die Griechen auch, die sagen einfach rufen, ja, kaleo. Also Sie dürfen ruhig hier, wenn Sie in der Bibel berufen haben, das klingt eigenartig, das passt hier gar nicht her. Sie sind nämlich gerufen worden, nicht berufen. Berufen wird man, wenn man in eine Firma kommt oder irgendeine hohe Stellung bekommt oder irgendetwas, ja, da gibt es eine Berufung, ja. Aber hier, die wurden eingeladen zu einem Hochzeitsfest.
Also viele sind gerufen, aber wenige sind erwählt. Wer denn? Wer ist denn der Erwählte, wer sind denn die Erwählten? Viele sind gerufen worden, die Einladung ging an alle möglichen Leute überall auf den Straßen. Aber wer sind die Erwählten? Die, die gekommen sind. Die, die geantwortet haben, die hat Gott erwählt. Die sind ihm kostbar, die liebt er. Warum? Ja, weil sie gekommen sind. Und die bekommen ein besonderes Kleid, Hochzeitskleid, und bekommen ein besonderes Essen und so weiter.
Dann eine andere Stelle: Offenbarung 17,14, ist auch sehr aufschlussreich. Da ist von dem Lamm, Jesus Christus, die Rede. Und da heißt es, da ist eine Gruppe, die führt Krieg mit dem Lamm, die werden mit dem Lamm Krieg führen, heißt es dort, Offenbarung 17,14. Und das Lamm wird sie überwinden, weil es der Herr der Herren ist und der König der Könige. Und die, die mit ihm sind, also die mit Christus sind, sind – und jetzt kommt es – die mit ihm sind, sind Gerufene und Erwählte und Treue. Genau diese Reihenfolge. Sie wurden gerufen, eingeladen, dann haben sie auf den Ruf reagiert und haben ihn angenommen, sie wurden Erwählte, weil sie ihn angenommen haben, und nachdem sie ihn angenommen hatten, blieben sie treu. Genau diese Reihenfolge: Man wird gerufen, dann wird man erwählt, und dann bleibt man treu. Gerufene, Erwählte und Treue.
Oder ebenso in 2. Petrus 1,10 haben wir auch noch so eine Stelle. „Deshalb, Brüder, befleißigt euch umso mehr, euer Gerufensein und eure Erwählung festzumachen.“ 2. Petrus 1,10: Befleißigt euch umso mehr, euer Gerufensein, die Tatsache, dass ihr eingeladen worden seid und dass ihr jetzt geladene Gäste seid, und eure Erwählung. Sie wurden eingeladen, haben sich gemeldet, dann sind sie gekommen, deshalb sind sie Erwählte, und nachdem sie jetzt Erwählte sind, müssen sie das festmachen. Saul hat es nicht festgemacht, Saul, der König, der war ein erwählter König, oder? Aber dann hat er seine Erwählung verscherzt, wurde abgesetzt als König. Und hier geht es auch darum, dass Gläubige, sie sind gerufen worden, sie sollen das Gerufensein und die Erwählung festmachen. Hier sollte nicht Berufung stehen. Berufung klingt so, das klingt in unseren deutschen Ohren anders, als der Grieche das hört. Hier sollte gerufen sein oder Ruf oder so etwas dastehen.
Also wenn man kommt, wenn man zur Hochzeit kommt, dann gehört man zu den geladenen Gästen. Das war bei meiner Hochzeit so. Wir haben viele Leute eingeladen, und dann waren einige Leute da, dreihundert Leute, und dann das waren die geladenen Gäste, oder? Wer gekommen ist, war ein geladener Gast. Wenn man nicht gekommen ist, dann war man kein geladener Gast, man ist nicht gekommen. So ist es bei Gott auch. Wenn wir kommen, sind wir geladene Gäste, dann sind wir Gerufene im speziellen Sinn, dann haben wir das Vorrecht, am Mahl teilzunehmen, am ewigen Hochzeitsmahl des Herrn.
Also die Erwählung geschieht faktisch in dem Moment, wo man sich bekehrt. Und keiner kann sagen: Ich kann mich nicht bekehren, weil ich nicht erwählt bin. Das ist ja logisch, niemand ist erwählt, bevor er sich bekehrt. Aber sobald er sich bekehrt hat, ist er erwählt, so einfach ist das. Sobald du dich bekehrst, kommst du in Christus, und wenn du in Christus bist, bist du erwählt, und zwar seit Grundlegung der Welt, weil Gott Christus erwählt hat. Und wenn Gott Christus erwählt hat, damals vor Grundlegung der Welt, und erwählt hat, dass alle eines Tages in Christus hineinkommen, dann gilt die ewige Geschichte von Jesus Christus für dich. Dann bist du einer, der in Ewigkeit erwählt war in Christus. Christi Geschichte ist dann deine Geschichte, und Christi Kostbarkeit ist deine Kostbarkeit. Du bist so kostbar in den Augen Gottes, wie Christus kostbar ist in den Augen Gottes. Deshalb ist unsere Erwählung nur in Christus und nicht außerhalb von ihm.
Gut, es sind dazu Fragen. Wenn Fragen sind, dürfen Sie gerne einfach Fragen stellen. Ob Sie eine Antwort bekommen, ist eine andere Frage, aber fragen darf man.
Noch kurz: Wenn wir zurückgehen zum Text, da steht noch mehr. Da steht auch noch mehr, mit welcher Absicht er uns erwählt hat. Gott hat sich uns erwählt, und da steht eben dieses Wörtchen „sich“. Bei manchen Übersetzungen steht es nicht, aber im Griechischen steht es: Gott hat sich uns erwählt. Das sagen wir manchmal auch im Deutschen so. Ich habe mir etwas vorgenommen, und ich habe mir etwas erwählt. Er hat es für sich getan. Gott hat sich uns erwählt, nämlich für sich hat er das gemacht, im eigenen Interesse. Die Absicht war, um uns zu haben. Es war etwas für sich.
Aber da steht noch mehr. Es steht dort: Gott hat sich uns erwählt, damit wir heilig und tadellos seien vor ihm. Gott hatte ein Ziel, und das Ziel war, dass die, die sich bekehren, in Christus hineinkommen. Und in Christus sind sie Erwählte, und in Christus sind sie Heilige, in Christus sind sie Geliebte und Heilige und Tadellose. Er reinigt uns von unseren Sünden, und er möchte uns in der Ewigkeit haben als Heilige. Er möchte in alle Ewigkeit, dass wir heilig vor ihm sind.
Also das ganze Universum, alles hat Gott letztlich für sich geschaffen, und die Gläubigen hat er in Christus versetzt, damit wir dort vor ihm seien. Also damit wir heilig sein, ist das Erste in Vers 4. Er hat sich uns erwählt, damit wir heilig sein. Heilig heißt abgesondert von der Welt, zugeordnet zu Gott, dass wir ihm gehören. Und heilig sein heißt auch rein. Also wenn er uns haben möchte, dann möchte er uns sauber haben. Deshalb wäscht er uns, er reinigt uns, damit wir heilig sein, und dass wir dann auch heilig bleiben in unserem praktischen Leben, das ist dann sein weiterer Wille natürlich. Und tadellos bleiben.
Aber dann geht es weiter. Der Text sagt, dass wir heilig sein vor ihm, und das ist das Nächste. Gott möchte in alle Ewigkeit Menschen vor sich haben. Steht hier im Text. Das ist wie im Alten Testament. Sie kennen ja die Stiftshütte, oder? Kennt ihr die Stiftshütte? Ja, ich denke schon. Da gab es einen Leuchter in der Stiftshütte. Und was war der Sinn von dem Leuchter? Wenn wir lesen in der Bibel, der Leuchter dort, ein goldener Leuchter, der wurde angezündet, und dann brannte er, egal ob Menschen da waren oder nicht. Das Licht musste immer brennen, musste immer Öl nachgegossen werden. Immer brennt das Licht. Und wozu denn das Ganze? Da steht in 3. Mose 24: Das Licht ist nicht damit man etwas sieht. Das Licht war auch da, wenn niemand da ist. Dann braucht man nichts sehen, und Gott braucht auch kein Licht, der ist nicht blind. Gott kann auch im Finstern schauen. Aber wozu waren diese Leuchten? Da heißt es: damit er vor ihm leuchte, einfach damit er vor ihm in der Gegenwart scheine, dass Gott etwas hat, was einfach immer vor ihm ist. Ein Bild von Jesus Christus, der immer vor Gott ist, und ein Bild von uns. Wenn wir in Christus sind, wir dürfen immer vor Gott sein und mit seinem Licht leuchten.
Und da gab es noch Brote, die wurden jede Woche erneuert. Schaubrote, zwölf Brote auf dem Tisch, auch dort im gleichen Raum. Jeden Samstag haben die Priester das Brot, da haben sie ein neu frisch gebackenes Brot hingelegt, das alte Brot weggetan, und man denkt sich: Für wen ist denn das Brot? Niemand hat das gegessen die ganze Woche lang nicht, bis es alt war, und dann wurde wieder Frisches hingelegt. Gott hat keinen Hunger, Gott braucht kein Brot. Warum liegt das Brot da? Es steht auch in 3. Mose 24: die Brote der Darstellung, der Präsentierung, die wurden einfach präsentiert, damit vor Gott einfach hier Brote liegen. Die Brote stellten das Volk Gottes dar, das Volk ist wie das Brot, sie stellen auch den Herrn Jesus Christus dar, der ist auch das Brot. Einfach weil Gott die so haben möchte, vor sich. Durch den goldenen Tisch werden diese Brote hochgehalten, und die Gläubigen sollen eines Tages und in aller Ewigkeit vor Gott sein, einfach da sein, vor Gott.
Gott hat sich entschieden, mit uns Gemeinschaft zu haben, obwohl er es nicht braucht. Gott ist nicht so einsam. Gott hat alle Ewigkeit einsam durchgestanden? Er war gar nicht einsam, er war zu zweit oder zu dritt, wenn wir es so wollen. Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist, der ist nie einsam, der hat genug in sich. Und als er die Menschen und die Welt erschuf, da hat er sich gedacht: Jetzt möchte ich einfach Gemeinschaft mit diesen Menschen haben. Und damit wir Gemeinschaft haben können, hat er uns in Christus versetzt, denn wir waren Sünder seit dem Sündenfall. Und jetzt nimmt er uns, versetzt uns in Christus, und in Christus sind wir erwählt und kostbar, und in Christus sind wir heilig vor ihm, und in alle Ewigkeit sind wir vor ihm. Und er hat Freude an uns, obwohl er uns nicht bräuchte. Wir brauchen ihn, ja.
Und dann heißt es doch: damit wir etwas seien zum Lob. Wo haben wir das jetzt? Ja, Vers 5: „Er bestimmte uns nämlich im Voraus für sich zur Sohnschaft durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.“ Er hat uns erwählt und er hat uns bestimmt zu Söhnen zum Lob der Herrlichkeit seiner Gnade. Der wollte einfach gelobt werden, wir sollen zum Lob Gottes sein. Deshalb hat er uns erwählt. 1. Petrus 2,9 heißt es: Wir sind ein erwähltes Geschlecht, damit wir kundwerden lassen sollten die lobenswerten Wesenszüge dessen, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht rief. Wir sollen etwas sein, wodurch er gelobt wird, und sein Charakter, seine Wesenszüge gelobt werden.
Sehr, sehr schönes Thema, das Thema der Erwählung. Es ist also nicht so, wie manche meinen: Gott hat sich einige Leute erwählt, „du und du und du, dich erwähle ich, dass du dich bekehren darfst“ – so steht das überhaupt nicht in der Schrift, sondern er hat uns in Christus erwählt und schon lange ehe wir existierten kostbar gemacht. Und wir dürfen uns freuen über unseren Gott, dass wir seine kostbaren Leute sein dürfen.
Und weiter: Wenn wir da jetzt weiterlesen, heißt es: „Und er bestimmte uns nämlich im Voraus“ – Vers 5 – „für sich zur Sohnschaft durch Jesus Christus nach dem Wohlgefallen seines Willens.“ Hier steht das Wort: Er bestimmte uns voraus. Das lateinische Wort heißt „er prädestinierte uns“. Allein wenn man das schon hört, dann denkt man sich: Oh, was ist denn das jetzt? „Er prädestinierte uns.“ „Vorherbestimmung“, dieses Wort wird davon abgeleitet. Was ist das jetzt, Vorherbestimmung?
Nun, wir müssen genau lesen. Wissen Sie, wie oft es vorkommt in der Bibel, die Vorherbestimmung von Christen? Zweimal. Und über das wurde so viel Aufsehen gemacht, einmal hier in der Epheser-Stelle und einmal in der Römer-Stelle, in Römer 8, sonst steht das nicht. In Römer 8,28 und 29 diese Verse und hier Epheser 1,5 und Vers 11. Nur da steht das, Vorherbestimmung in Bezug auf den Christen. Aber was heißt es? Da müssen wir achten, was der Text sagt, dann haben wir es leichter.
Der Text sagt, er bestimmte uns vorher zur Bekehrung? Was steht im Text? Seine Söhne zu sein, zur Sohnschaft. Er bestimmt uns nicht vorher zur Bekehrung. Manche meinen, Gott hat einige Leute vorherbestimmt zur Bekehrung und die anderen vorherbestimmt zur Hölle. Das steht überhaupt nicht in der Bibel. Das sind irgendwelche Philosophien. Die Schrift sagt: Gott hat uns vorherbestimmt zur Sohnschaft, das heißt, Gott hat vorherbestimmt, dass diejenigen, die er in Christus versetzt, die sollen Söhne sein und nicht Sklaven und Engel oder irgendwelche Knechte. Nein, er hat bestimmt, dass sie Söhne sein sollen. Das war das, was er von vornherein so gewollt hat. Das ist ihre hohe Stellung, die sie bekommen. Also nicht zum Verlorengehen wird man bestimmt oder zum Gerettetwerden wird man bestimmt, sondern zur Sohnschaft.
Was ist die Sohnschaft? Das haben wir nicht im Deutschen, oder in unserer Kultur gibt es das nicht. Aber bei den Juden gab es das und bei den Griechen gab es das auch. Da gab es einen Zeitpunkt im Leben eines jungen Mannes, wo der Vater zu ihm gesagt hat: So, jetzt bist du alt genug, und jetzt erkläre ich dich zum Sohn. War er denn vorher nicht der Sohn? Doch, aber man hat keinen Unterschied gesehen. Man hat den Sohn behandelt wie einen Knecht. Die Leute damals haben viele Knechte gehabt, Sklaven, und der Sohn, ob er jetzt Sohn ist oder Knecht, die mussten alle gehorchen, und es war einfach, da gab es gar keinen Unterschied, ja. Aber ab einem gewissen Alter wurde ein riesengroßer Unterschied gemacht. Da hat der Vater gesagt: So, jetzt bist du mir ein Gegenüber. So, jetzt bist du mir ein echter Sohn, jetzt habe ich einen, mit dem ich diskutieren kann, mit dem ich reden kann, mit dem, der mir antwortet. Natürlich war noch immer ein Respekt vorhanden vom Sohn zum Vater hin, aber jetzt wurde der Sohn eingesetzt in die Vorrechte eines Sohnes, in die Verantwortung eines erwachsenen Sohnes, im Unterschied zu der Stellung eines unreifen Sohnes, der wie ein Knecht war.
Im Galaterbrief steht davon. Vielleicht lesen wir die Stelle, dann ist es uns leichter. Im Galaterbrief berichtet der Paulus davon. Galater 4,1: „Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Knecht, von einem Sklaven, obwohl er Herr von allem ist, sondern er steht unter den Vormündern und Verwaltern bis zu der vom Vater festgesetzten Zeit. So waren auch wir, als wir unmündig waren, den elementaren Dingen der Welt als Knechte unterworfen. Aber als die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn aus, geworden aus einer Frau, geworden unter dem Gesetz, damit er die, die unter dem Gesetz waren, freikaufte, damit wir die Sohnschaft empfingen.“
Hier haben wir es. Er hat uns freigekauft, dass wir jetzt die Sohnschaft empfingen. Christus ist gekommen, hat für uns bezahlt, und jetzt sind wir nicht mehr in der Stellung von Sklaven, jetzt sind wir in der Stellung von Söhnen. Und wenn heute ein Mensch sich bekehrt, Gott hat verordnet, dass er ab dem ersten Tag seiner Bekehrung ein Sohn ist. Gott behandelt ihn wie einen erwachsenen Sohn, Gott setzt ihn in die Stellung eines Sohnes ein. Also sobald heute ein Mensch sich bekehrt, in dem Moment ist er sofort ein erwachsener Sohn, auch die Töchter, auch die Schwestern. Frei. Und wir dürfen Gott in die Augen schauen, wir dürfen mit Gott sprechen, Gott geht mit uns um wie mit einem erwachsenen Menschen, wie ein Vater mit seinem erwachsenen Sohn.
Und was heißt jetzt Vorherbestimmung? Vorherbestimmung bedeutet, dass Gott im Voraus es so bestimmt hat, dass alle, die sich bekehren, die zu Christus kommen und in Christus versetzt werden, Söhne sein sollen, erwachsene Söhne. Ich gebe ein Beispiel: Von meiner Tochter. Meine Tochter war damals verlobt oder noch nicht einmal verlobt, vielleicht war sie verliebt. Sie kam eines Tages nach Hause und hatte Babygewand mit. Sie sagt, sie hat es gefunden im Geschäft oder irgendwo, und zwar günstig. Sie sagt: Das wird mein Kind tragen. Sie sagen: Ja, Moment mal, du bist ja noch gar nicht verheiratet oder du hast noch gar keine Kinder. Sie sagt: Egal, aber das werde ich ihm geben. Was hat sie gemacht? Sie hat ihr zukünftiges Baby, das sie noch gar nicht hat und kennt, hat sie vorherbestimmt zum Tragen dieses Kleides. Das ist Vorherbestimmung. Sie hat nicht vorherbestimmt, wer das Kind sein wird, das kann sie ja nicht, und sie hat nicht vorherbestimmt, wie viele Kinder sie haben wird und wie der Name heißt und so weiter, das hat sie nicht vorherbestimmt. Sie hat vorherbestimmt, was es tragen wird. Und genauso, das ist Vorherbestimmung. Gott hat vorherbestimmt, was wir bekommen werden, wenn wir uns bekehren und welche Stellung wir bekommen werden, nämlich die Sohnschaft.
Übrigens auch in Römer 8, die zweite Stelle, die davon handelt, sagt genau dasselbe. Römer 8,29: „Die, die er im Voraus kannte, hat er auch im Voraus bestimmt, seinem Ebenbilde, dem Ebenbilde des Sohnes, gleichgestaltet zu sein, so dass er der Erstgeborene unter vielen Brüdern sei.“ Also hier haben wir es. Gleichgestaltet wie der eine Sohn, so sollen diese anderen werden. Das hat er vorausbestimmt. Gott hat also nicht vorherbestimmt, wer sich bekehrt, er hat vorausgewusst, wer sich bekehrt, das ist etwas anderes. Die hat er vorausgekannt. Aber bestimmt hat er sie zur Sohnschaft, dass sie dem Ebenbild des Sohnes gleichgestaltet werden sollen.
Machen wir hier die Pause? Können wir hier, Herrn Liesingen, ja?