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Worum geht es in der Bibel?

Kreatikon 2023, Teil 14/21
02.10.2023
EVENT - Teil 14 / 21Kreatikon 2023
Was ist eigentlich das Thema und das Ziel der Bibel? Und warum geht es als Christ nicht nur darum, die Bibel zu lesen - sondern auch zu verstehen? In diesem Vortrag nimmt Gorden Winter dich mit, den Bericht am Anfang der Bibel zu entdecken und richtig einzuordnen.

Einführung: Die Person hinter dem Schöpfungsbericht

Guten Morgen. Heute möchte ich mit euch den Schöpfungsbericht anschauen. Allerdings schlage ich vor, ihn umzubenennen in Schöpferbericht. Denn es geht in diesem Bericht gar nicht so sehr um die Schöpfung selbst, sondern um eine Person – und zwar um Gott.

Meiner Ansicht nach geht es dabei viel weniger um naturwissenschaftliche oder andere Erkenntnisse. Hauptsächlich wird uns eine Person vorgestellt: Gott. Das ist sehr wichtig, weil wir ihn nicht wirklich kennen. Vielleicht denken wir, dass wir ihn kennen, doch in Wahrheit ist das oft nicht der Fall. Selbst wenn wir christlich aufgewachsen sind, unsere Eltern gläubig waren und wir in die Gemeinde gehen, kennen wir die Person Gott nicht wirklich. Denn Gott ist eine Person, und eine Person muss sich uns vorstellen. Wir müssen Kontakt zu ihr aufnehmen. Haben wir das nicht getan, kennen wir sie nicht, auch wenn wir von ihr gehört haben oder etwas über sie wissen.

Deshalb gibt es die Bibel. Ich möchte mit euch am Anfang darüber nachdenken, warum es die Bibel eigentlich gibt, wie man sie liest und an wen sie gerichtet ist. Ich weiß nicht genau, wie ihr persönlich mit der Bibel umgeht. Die Bibel gibt es, weil wir Sünder sind – das ist der einzige Grund. Gäbe es keine Sünder, wäre die Bibel überflüssig. Es hätte keine Notwendigkeit bestanden, dass Gott etwas aufschreiben lässt, wenn es nicht den Sündenfall gegeben hätte.

Wenn du dir die Bibel genauer ansiehst, handelt sie zu 99 Prozent von den Folgen der Sünde. Ganz am Anfang gibt es einen kurzen Text, den wir uns gleich ansehen, in dem es noch nicht um Sünde geht. Und ganz am Ende wird von einem neuen Himmel und einer neuen Erde gesprochen. Doch der Großteil der Bibel beschäftigt sich mit Gottes Umgang mit der Sünde.

Ohne Sünde gäbe es keine Bibel. Ohne Sünde wäre Jesus nicht auf diese Welt gekommen, er wäre niemals Mensch geworden. Wir wüssten nicht einmal von seiner Existenz. Ohne Sünde gäbe es keine Gemeinde und auch kein Volk Israel. Alles, was wir in der Bibel finden, ist eine Antwort Gottes auf die Sünde.

Es ist wichtig, dass wir beim Lesen der Bibel verstehen: Wir lesen sie, weil wir Sünder sind. Ohne die Bibel hätten wir nicht die Informationen, die wir brauchen. Das ist für unser Bibellesen sehr entscheidend.

Ich möchte nun einige grundlegende Dinge aus der Bibel zeigen, die wichtig sind, um den Schöpfungsbericht – oder besser gesagt den Schöpferbericht – richtig lesen zu können. Und zwar so, dass es richtig spannend ist. Ich weiß nicht, ob du das Wort „cool“ mit Bibellesen verbindest. Für manche ist Bibellesen ein Muss oder etwas, das man als Christ einfach tun muss. Aber das ist falsch!

Gott hat uns die Bibel nicht gegeben, damit wir sie nur lesen. Gott hat uns die Bibel gegeben, damit wir sie verstehen. Das ist ein großer Unterschied. Vielleicht kannst du dir das merken: Gott will nicht nur, dass du die Bibel liest, sondern dass du sie verstehst. Deshalb liest du – aber das Lesen an sich ist nicht das Ziel. Das wäre eine neue Religion.

Manche Leute beten den Rosenkranz, andere lesen die Bibel. Wenn du denkst, Gott ist zufrieden, weil du Bibel liest, und du kannst das abhaken, dann ist das am Ende auch nur Religion. Das stimmt nicht. Wir haben keinen Gott, der zufrieden ist, wenn wir die Bibel einfach nur lesen. Wir haben einen Gott, der sich uns offenbart und wünscht, dass wir ihn verstehen und kennenlernen.

Das sind zwei ganz unterschiedliche Dinge. Daher ist es gut, wenn du noch einmal darüber nachdenkst, warum du die Bibel liest – oder warum du sie nicht liest. Vielleicht haben dir Leute immer wieder gesagt, dass du Bibel lesen musst, und du hast es satt, das zu hören. Vielleicht hast du einen Bibelleseplan und bist stolz, wenn du ein ganzes Buch geschafft hast. Aber das ist alles Unsinn. Es kann nicht sein, dass Gott so etwas von uns verlangt.

Gott will, dass wir ihn erkennen. Deshalb hat er uns sein Wort gegeben. Wenn wir die Bibel so lesen und uns vorstellen, dass wir die Möglichkeit haben, den lebendigen, allmächtigen Gott zu erkennen, dann gehen wir ganz anders an die Bibel heran. Und...

Die Bibel als Offenbarung Gottes an Sünder

Ich möchte noch einmal darauf zurückkommen, dass uns die Bibel gegeben wurde, weil wir Sünder sind. Stell dir kurz vor: Ein Bildschirm würde sich aus deinem Kopf herausfahren und aufklappen. Darauf stünden all deine Gedanken geschrieben. Wer von euch würde das wollen? Wer möchte das? Keiner will es – niemand. Kein Pastor, kein Ältester, kein Lehrer, kein Papa, keine Mama. Niemand möchte, dass seine Gedanken wirklich bekannt sind.

Warum nicht? Weil wir elende Sünder sind. Wir alle zusammen, ein elender Haufen. Wir wollen nicht, dass man wirklich weiß, wer wir sind und was wir denken. Keiner, niemand will das. Aber einer weiß es – und das ist der Allmächtige. Er weiß, wer wir wirklich sind.

Und nun gibt er uns ein Buch. Er sagt: „Ich möchte, dass du darin liest. Ich will mich dir vorstellen. Ich möchte dir zeigen, wer ich bin, und ich möchte dir zeigen, dass ich dich kenne.“ Kein Wort liegt auf deiner Zunge, ohne dass er es weiß. Kein Gedanke ist gedacht, ohne dass er ihn kennt. Übrigens sind alle deine Tage in einem Buch aufgeschrieben, noch bevor einer von ihnen da war. Das klingt gruselig, aber so ist Gott.

Mit diesem Gott haben wir es zu tun. Er ist keinesfalls zufrieden, wenn wir nur lesen. Das wäre ja ganz verrückt. Er ist nicht zufrieden, wenn wir nur eine Form einhalten, alles gut aussieht und nett ist und wir auch noch lesen. Der Allmächtige hat einen anderen Plan. Darum geht es nicht nur.

Warum ist uns die Bibel gegeben? Wenn ihr die Bibel dabei habt, ist das nicht schlecht. Schlagt bitte einmal 1. Petrus Kapitel 1 auf. Ich möchte euch ein wenig aus der Bibel zeigen, bevor wir in den Schöpfungsbericht schauen. Mein Ziel ist es, euch herauszufordern und euch zu fragen, ob euch diese Dinge klar sind.

 1. Petrus 1,18 sagt: „Indem ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber und Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blut Christi als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken, der vor Grundlegung der Welt erkannt worden ist.“

Hier steht, dass wir alle erlöst worden sind durch Jesus als ein Lamm. Der Plan, dass Jesus ein Lamm wird, dass Jesus ein Lamm ist, wurde vor Grundlegung der Welt gefasst – vor dem Schöpfungsbericht. Bevor diese Welt gemacht wurde, bevor Gott Werke an dieser Welt getan hat, war Jesus als das Sündenlamm auserwählt.

Das heißt, es gab keinen Sündenfall, aber es gab ein Lamm vor der Zeit. Vor all dem, was wir lesen, war klar: Jesus wird ein Lamm. Das ist beeindruckend.

Schlagt bitte Offenbarung Kapitel 22 auf. Wir sind jetzt nach der Zeit in einem neuen Himmel und einer neuen Erde, wie es in Offenbarung Kapitel 21 beschrieben wird. Das ganze Elend dieser Welt ist vorbei, Gott hat alles neu gemacht. Diese Welt gibt es nicht mehr.

In Offenbarung 22,1 steht: „Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes.“ Das Lamm am Ende der Geschichte, das Lamm vor der Geschichte, das Lamm am Ende der Geschichte. Und dazwischen ist die Bibel geschrieben.

Wenn das Lamm vorher war und wenn das Lamm nach aller Geschichte da ist, scheint es wichtig zu sein zu verstehen: Es gibt etwas, das vor der biblischen Geschichte feststand, und es gibt etwas, das nach aller Zeit feststeht. Und das ist Jesus als ein Lamm.

Jesus scheint eine wichtige Rolle in der biblischen Geschichte zu spielen. Er scheint eine wichtige Rolle in meiner Bibellese zu spielen. Hat das mit Jesus zu tun? Hat die Bibel mit Jesus zu tun? Warum lese ich die Bibel? Warum ein Lamm? Warum ein geschlachtetes Lamm vor Grundlegung der Welt?

Vielleicht kannst du dir nur mal kurz vorstellen, dass du diesen Bildschirm hast, der aus deinem Kopf fährt und alle deine Herzensregungen und Pläne jemand anders lesen könnte. Was brauchst du? Ein geschlachtetes Lamm. Für all die Sündhaftigkeit deines Herzens, für die elenden Gedanken und Pläne deines Lebens brauchst du Jesus als ein geschlachtetes Lamm – als einen Preis für deine Erlösung.

Darum geht es. Wenn ich das irgendwie ausspare oder nicht als Fakt über alle Dinge setze, dann sind wir in einer christlichen Religion. Das können wir uns sparen. Alles ohne Jesus können wir uns komplett sparen. Das bringt nichts.

Wir haben keinen Gott, der will, dass wir die Bibel nur lesen. Wir haben einen Gott, der will, dass wir seine Geschichte verstehen. Wir haben einen Gott, der will, dass wir seine Pläne verstehen, dass wir seine Gedanken verstehen. Das ist etwas ganz anderes.

Darum lese ich und frage mich: Was hat Gott für einen Plan? Wer ist er eigentlich? Was will er von mir?

Die Herausforderung, Gott wirklich zu kennen

Ich weiß, diejenigen von uns, die christlich aufgewachsen sind, und meine Kinder sind jetzt auch christlich erzogen, meine Tochter wird achtzehn, die bekommen die Bibel mit der Muttermilch mit, okay? Wir lesen normalerweise jeden Tag zusammen in der Bibel.

Wir treffen uns vor dem Frühstück, lesen gemeinsam und dann gibt es eine Andacht. Ich weiß nicht, es ist immer Bibel. Und soll ich Ihnen etwas sagen? Sie kennen Jesus nicht. Sie kennen ihn nicht. Sie kennen nur eine Theorie. Sie kennen ihn nicht, außer sie kehren von ihrem bösen, sündigen Herzen um. Sonst kennen sie ihn nicht.

Das größte Problem meiner Kinder bin ich. Ich bin ihr Papa, und ich bin ein elender Sünder. Aus mir kommt viel Sünde. Und jedes Kind, das ich gebäre, wird von diesem Sünder geboren und muss unendlich sündig sein. Das geht gar nicht anders.

Darum reicht es nicht, dass wir in der Andacht lesen oder uns nett anziehen oder den Rasen mähen und vorbildlich sind. Wir brauchen das geschlachtete Lamm, jeder von uns ganz persönlich. Das ist die Geschichte von diesem Lamm, das vor Grundlegung der Welt erwählt wurde und ganz am Ende auf dem Thron der Majestät sitzt – wie geschlachtet.

Das ist die Botschaft der Bibel. Und wir müssen das irgendwie an uns heranlassen und uns fragen: Kann ich damit umgehen? Ist das das, was mich antreibt, was mich hält? Stark ist meines Jesu Hand, und er wird mich ewig fassen. Er hat zu viel an mich gewandt, um mich wieder loszulassen.

Das glauben wir. Wir glauben nicht, dass wir nette Leute sind. Wir glauben auch nicht, dass wir vorbildliche Leute sind. Wir glauben nicht, dass wir totale Bibelleser sind und alles richtig machen. Wir glauben, dass wir totale Sünder sind und dass Jesus für uns wie ein Lamm an ein Kreuz genagelt wurde.

Darum lesen wir die Bibel. Das ist der Grund. Darum geht es. Darum lesen wir die Bibel, um diese unglaubliche Geschichte besser zu verstehen. Darum geht es.

Das Passahfest als Bild für das Erlösungswerk Jesu

Ich weiß nicht, ihr zieht Tee so ein bisschen, ihr kennt das: Als das Passamahl, das Lamm geschlachtet worden ist. Da war ja in Ägypten richtig Stress. Sie hatten Plagen hinter sich, mit allem – Dunkelheit, Frösche, Fliegen und Stechmücken. Es war richtig ätzend.

Dann sagt Gott: Jetzt kommt die letzte Plage, die Tötung aller Erstgeburt. Ich werde alle Erstgeburt töten, von jedem Haus und jedem Tier, alle werde ich töten. Aber ihr habt die Chance: Sucht euch ein Lamm aus und bewahrt das ein paar Tage als Familie. Jede Familie ein Lamm. Am vierten Tag tötet ihr das Lamm.

Stellt euch vor, ihr habt das gemacht. Ihr seid ja Russlanddeutsch, bei euch gibt es sicher jemanden namens Heinrich, oder? Heinrich hat sich ein Lamm für seine Familie geholt, er hat fünf Kinder. Dann ist das Lamm bei der Familie. Vier Tage muss aufgepasst werden. Man hat das Lamm in so einem Haus, in einem kleinen Garten, der abgezäunt ist. Das ist das Lamm, und alle finden das Lamm süß und so.

Okay, ihr habt ja Kinder und so. Dann sagt Heinrich: Ja, jetzt ist der vierte Tag, jetzt töten wir das Lamm. Und jetzt kommt es: Wir töten das Lamm und fangen sein Blut auf. Dann gehen wir mit diesem Blut an unsere Tür und streichen die ganzen Türrahmen damit an.

Stellt euch vor, das würde einer bei euch zu Hause machen. Euer Papa würde das machen, ein Lamm schlachten, Blut auffangen, einen dicken Malerpinsel rein tun und die Türrahmen damit anstreichen. Was würden die Kinder machen? Die würden sagen: Papa, was machst du da?

Und genau das steht in der ersten und zweiten Mose. Wenn dein Kind dich fragt: Was machst du da? Dann erzähl ihm die Geschichte von dem Lamm.

Bei mir zu Hause wäre es so: Ich würde ein Lamm schlachten und die Tür einschmieren. Mit dem Blut würden meine Kinder fragen: Was machst du da? Und dann sagt die Bibel: Bitte macht das als ewige Ordnung jedes Jahr, als Erinnerung an dieses gewaltige Ereignis, wie ich euch aus Ägypten herausgeführt habe.

Dann kommt Jesus, und Johannes sieht ihn. Johannes sagt: Siehe, siehe das Lamm, das der Welt Sünde wegnimmt. Dann feiert Jesus das Abendmahl und sagt: Ich feiere mit euch jetzt dieses Passa, und jetzt müsst ihr kurz nachdenken. Ich werde es nicht mehr zu mir nehmen und nicht mehr feiern, bis es erfüllt wird im Reich Gottes.

Das heißt, wenn wir alle mal nicht mehr hier sind und die Ewigkeit auf uns wartet, was wird dann komplett erfüllt werden? Das Passahfest. Das ist ja gar keine Prophetie, es soll da erfüllt werden. Es ist die Story der Bibel, die wird in Ewigkeit erfüllt.

Jesus, das geschlachtete Lamm, wurde von Gott auserwählt, bevor irgendetwas passiert ist. Und ganz am Ende sitzt er als Lamm auf dem Thron der Majestät. Das ist unsere Story, das glauben wir.

Das ist irgendwie schwierig in den Kopf zu kriegen, oder? Wie geht es euch? Das ist krass. Wenn du das verstehen willst, musst du halt die Bibel lesen. Darum haben wir die Bibel, damit wir das besser verstehen.

Wenn du die Bibel liest, ist es nicht schlecht, wenn du weißt, warum sie gegeben ist und was das große Ziel der Bibel ist. Warum lese ich das, und was erwarte ich vom Lesen?

Der Schöpfungsbericht als Offenbarung Gottes

Warum lese ich überhaupt? Nur weil ich lesen soll? Was ist das Ziel meines Lesens? Mit welcher Intention möchte ich jetzt an den Text herangehen? Warum lese ich die Bibel? Darüber möchte ich gerne mit euch nachdenken und so an den Schöpfungsbericht herangehen – an das, was wir dort lesen.

An wen ist der Schöpfungsbericht gerichtet? An Sündern. An Sündern, die Gott nicht kennen. Vielleicht haben sie von ihm gehört, aber sie kennen ihn nicht; er hat sich ihnen noch nicht vorgestellt. Jetzt stellt sich Gott einer verlorenen Menschheit vor – Menschen, die in Finsternis sind und im Reich der Finsternis leben. Sie wissen nicht, welche Pläne Gott hat, und sie kennen nicht sein Ziel oder seine Absichten.

Gott gibt ihnen ein Buch und sagt: Schlag dieses Buch auf und fang an zu lesen, um ihn zu erkennen. Es geht darum, ihn zu erkennen – wer er ist, was er getan hat, was er vorhat und wie ich mit ihm leben kann. Das ist die Bibel. Und der Schöpfungsbericht ist Teil dieser ganzen Aktion.

Mit dieser Brille möchte ich euch gerne die ersten Verse vorlesen und euch fragen, ob ihr euch schon einmal darüber Gedanken gemacht habt:

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war wüst und leer, Finsternis war über der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“ So fängt die Bibel an.

Ich möchte euch fragen: Hast du dir Gott so vorgestellt? Den Gott, zu dem wir uns jeden Sonntag versammeln, im Hauskreis, im Chor – und ich weiß nicht, was er sonst noch alles macht – als jemanden, der etwas schafft, das wüst, leer und finster ist? Stellst du dir Gott so vor, dass er etwas erschafft, das wüst, leer und finster ist, ohne Form, eine leere Wüste voller Finsternis?

Ich stelle mir Gott gar nicht so vor. Ich stelle mir Gott so vor, wie es dann ab Vers 3 steht: „Gott sprach: Es werde Licht.“ So stelle ich mir Gott vor. Gott ist immer Licht und Leben, perfekt, heilig und vollkommen. Das ist Gott.

Aber so fängt die Bibel nicht an. Das Erste, was Gott uns zeigt, was er macht, ist wüst, leer und finster. Vielleicht stellen wir uns Gott falsch vor. Vielleicht haben wir ein Bild von Gott, das es gar nicht gibt. Vielleicht kennen wir ihn gar nicht und praktizieren religiöse Übungen, ohne es zu merken.

Wir haben so dringend nötig, die Bibel zu lesen, um zu erkennen: Wer ist dieser Gott? Was hat er vor? Wie wirkt er? Was tut er? Warum tut er das? Und was ist sein Plan? Das ist wichtig.

So fängt also die Bibel an: Gott macht etwas, das wüst, leer und finster ist. Die Neue-Evangelistische-Übersetzung schreibt das sehr hilfreich: „Die Erde war formlos und leer, Finsternis war bei der Tiefe.“

Ich denke immer wieder darüber nach, wenn ich das lese. Die ersten Verse dieses Buches sind sofort eine maximale Herausforderung. Warum macht er das? Man kann doch mal fragen: Was soll das? Ich gebe euch einen Tipp: Ich schreibe relativ viel in meine Bibeln. Du kannst, wenn du ehrlich bist, ganz oft reinschreiben: „Was soll das? Warum ist das so? Ich verstehe das nicht. Was soll das denn?“

Es ist auch normal, dass wir, wenn wir anfangen, uns mit Gott zu beschäftigen, hier oben ein Riesenfragezeichen bekommen und es nicht verstehen. Wir verstehen ja nicht einmal höhere Physik – wie wollen wir da Gott verstehen? Wenn wir über Gott nachdenken, müssten wir eigentlich daran verzweifeln, weil es uns zu groß ist, was wir da sehen, zu gewaltig, was sich uns zeigt.

Jetzt lese ich euch das Ende des Kapitels vor. Sechs Tage sind vergangen, ihr kennt die Geschichte:

„Gott sah alles, was er gemacht hatte. Siehe, es war sehr gut.“ (1. Mose 1,31)

Ich möchte euch ein paar Fragen stellen, um euch den Text ein wenig lieb zu machen: Braucht Gott sechs Tage, um die Erde zu schaffen? Gar nicht. Überhaupt nicht. Am Ende kommt der neue Himmel, die neue Erde einfach herunter – fertig, Knall.

Er nimmt sich sechs Tage Zeit. Das ist ein Unterschied, oder? Er will sechs Tage. Hätte Gott mit so komischem Material anfangen müssen, das wüst, leer und finster ist? Muss er doch gar nicht. Er hätte sofort etwas Tolles schaffen können.

Er hätte eine Erde schaffen können, die super ist. Am Anfang hätte er schreiben können: „Eine phantastische, lichterfüllte Erde, und Gott begann sie zu gestalten.“ Das steht aber nicht. Da steht, sie war wüst, leer und finster. Am Ende war es sehr gut.

Jetzt möchte ich euch sagen, was ich meine, was hier eigentlich steht: Gott zeigt sich uns, wie er ist und wie er arbeitet. Mit welchem Material er arbeiten kann und dass er sich Zeit lässt, um es sehr gut zu machen. Das steht doch da, oder?

Da steht: Gott hat angefangen zu arbeiten mit einem finsteren, formlosen, leeren Material. Wir würden sagen, das taugt nicht. Wieso benutzt man so etwas? Wer kauft sich so etwas? Gott.

Dann arbeitet er Tag für Tag, Stück für Stück damit, und am Ende ist es sehr gut. So stellt sich Gott uns vor. Das ist, was da steht. Das ist eine wichtige Botschaft für uns heute.

Das ist eine wichtige Botschaft für elende Sünder: Gott kann mit finsterem und formlosen Material arbeiten und daraus etwas sehr Gutes machen. Das ist eine wichtige Botschaft. Ich finde, das ist eine sehr wichtige Botschaft.

Wenn ich mein Leben angucke, denke ich, das ist eine gute Botschaft. Denn ich finde mich oft hier im ersten Vers wieder. Ich denke: Wer soll mir denn helfen? Wer kann mich formen? Wer kann mir Leben geben? Wer kann mich ertragen? Wer kann mir Orientierung geben? Wer hilft mir durch diese Zeit?

Ist das der Gott? Macht er das vielleicht noch einmal in meinem Leben? Ich denke schon.

Gottes Wort als Quelle von Licht und Erkenntnis

Jetzt kommt eigentlich der Burner.

In Vers 3 heißt es: Gott sprach, es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah das Licht und dass es gut war. Er schied das Licht von der Finsternis, nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Es wurde Abend und es wurde Morgen – erster Tag.

Gott beginnt sein Werk so, dass er im zweiten Schritt das Licht erschafft. Wenn Gott sein Werk schon hell, freundlich und lichterfüllt geschaffen hätte, hätten wir nicht gelesen, dass Gott Licht machen kann. Denn wer wäre da schon? Jetzt lesen wir aber, dass Gott, wenn er will und redet, in einer finsteren Situation ein Licht anmachen kann. Das steht hier. Das kann Gott. Ist das nicht cool? Was denkt ihr? Das ist ziemlich cool, oder? Ich finde das auch cool.

Jetzt möchte ich euch etwas zeigen: den zweiten Korintherbrief, Kapitel 4. Wenn ihr keine Bibel habt, schreibt euch das auf. Wenn ihr keinen Stift habt, dann weiß ich auch nicht. Es ist echt wichtig für euch.

Zweiter Korinther 4, Vers 6: Tausende Jahre später schreibt Paulus in eine Ortsgemeinde hinein. Das könnte auch die Gemeinde von Minden sein, muss aber nicht Korinth sein. Er sagt zu den Geschwistern, die dieses Stück lesen: „Denn der Gott, der sprach: Aus Finsternis leuchte Licht, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“

Schaut, was Paulus hier macht. Er schreibt an eine Gemeinde und sagt: „Schlagt doch mal 1. Mose 1,3 auf: ‚Gott sprach: Es werde Licht‘. Das ist der Gott, der jetzt in deinem Herzen ein Licht anmacht.“ Interessant, oder? Paulus sagt, wenn du Jesus erkennen willst, wenn du wissen möchtest, wer der Herr Jesus ist und was Gott mit ihm zu tun hat, und wie die Herrlichkeit Gottes an diesem Mann wirkt, und wie wir in ihm Gott erkennen, dann muss Gott in deinem Herzen ein Licht anmachen – so wie am Anfang der Schöpfung.

Nochmal: „Denn der Gott, der sprach: Aus Finsternis leuchte Licht, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Das ist die Elberfelder Übersetzung, die ich ganz gerne lese, auch wenn sie manchmal kompliziert ist.

Sie schreibt es so: „Denn Gott, der einst dem Licht befahl, aus Finsternis aufzuleuchten, hat es auch in unseren Herzen aufleuchten lassen, dass wir die strahlende Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus erkennen.“

Wie erkennst du Jesus? Du erkennst Jesus dann, wenn Gott das tut, was er im dritten Vers der Bibel tut: Wenn er ein Licht anmacht. Dann erkennst du Jesus. Ist das nicht krass? Das ist ziemlich krass.

Gott schafft einen finsteren Zustand, redet in diesen finsteren Zustand hinein und sagt: „Es werde Licht.“ Und tausende Jahre später sagt Paulus: „Das ist es, was in deinem Leben passieren muss.“ Das ist krass, oder?

Wie passiert das? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber es ist nicht schlecht, wenn das in unserem Leben passiert. Wenn wir Jesus erkennen, oder? Wenn so ein Licht angeht, ist das eine coole Sache. Denn wenn wir Jesus erkennen, erkennen wir die Herrlichkeit Gottes. Nie! Und das könnte vielleicht ganz anders sein, als wir uns das vorstellen.

Wann wird das erste Mal die Herrlichkeit Gottes in Jesus erkannt? Wer weiß das? Als er sechs- bis siebenhundert Liter Wein macht, um ihn für eine betrunkene Hochzeitsgesellschaft zu spenden. Johannes 2.

Normalerweise denkt man: „Wie kommst du jetzt mit dem Wein?“ Man sagt doch immer, den guten Wein nimmt man zuerst, und wenn die Leute betrunken sind, gibt man den schlechteren. Warum kommt Jesus jetzt mit dem guten Wein? Und seine Jünger sahen seine Herrlichkeit und glaubten an ihn daneben. Das ist krass, ja.

Ich stelle mir Gott ganz anders vor. Ich finde nicht, dass Jesus 600 Liter Wein macht für eine Hochzeitsgesellschaft, die ihn ablehnt, die ihn nicht kennt und betrunken ist. So stelle ich mir Jesus gar nicht vor.

Ich stelle mir Jesus auch nicht so vor, dass er draußen schläft und sich vor dem Essen nicht die Hände wäscht. Aber er hat es gemacht. Und der Pharisäer sagt: „Der hat sich nicht die Hände gewaschen.“ Und mit wem ist der eigentlich? Wo schläft der? Warum ist diese Frau zu seinen Füßen? Was macht die denn da? Was ist das für einer? Wenn das ein Prophet wäre, könnte das alles gar nicht sein.

Und dann sagt Jesus: „Das Problem an diesem ganzen Ding bist du.“ Du bist das Problem, weil du nicht erkennst, was hier gerade passiert.

Ich weiß nicht, wie wir uns Jesus vorstellen, und ich weiß nicht, wie wir uns Gott vorstellen. Aber es ist maximal wichtig, dass wir uns Gott so vorstellen, wie er sich in diesem Buch offenbart. Denn alles andere ist ein Fake.

Hier in diesem Buch, und nur in diesem Buch, ist die Offenbarung Gottes. Darum müssen wir es unbedingt lesen.

Wir werden manche Dinge lesen, die uns ganz komisch vorkommen. Ein Beispiel: Bevor Jesus den Wein macht, sagt seine Mutter zu ihm: „Sie haben keinen Wein mehr.“ Dann sagt Jesus: „Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau?“ Wer tut dir jetzt leid? Die Mutter oder Jesus? Was ist deine natürliche Empfindung?

Sie haben keinen Wein mehr. „Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau?“ Was ist deine natürliche Empfindung? Wer hat hier etwas falsch gemacht? Die Frau, die Mutter? Es ist eine Frechheit, zu ihm zu sagen, was er zu tun hat. Eine Frechheit!

Aber wir empfinden das nicht so, oder? Würdest du sagen: „Ja klar, wir denken doch an die arme Mama.“ Nein, nein, nein! Er ist der Allmächtige, gekommen.

Und wie reagiert sie? „Was er euch sagt, das tut.“ Und dann macht er hunderte Liter Wein, und sie sehen seine Herrlichkeit.

So offenbart sich der Herr. Das passt irgendwie nicht in mein Gedankengut. Passt hier nicht rein. Passt alles nicht rein. Ein Lamm vor Grundlegung der Welt, am Ende auf dem Thron, am Anfang Finsternis. Er spricht da hinein. Paulus sagt, so ist es in deinem Leben: Wenn Jesus nicht reinredet, wenn Gott nicht reinspricht, erkennst du ihn nicht. Das passt hier oben alles nicht rein, bei euch nicht und bei mir nicht.

Darum müssen wir die Bibel lesen. Das ist der Grund, warum ich lese, um diesen Gott zu verstehen, der, bevor irgendetwas war, schon einen Plan hatte.

Die Schöpfungstage im Überblick: Ordnung und Leben durch Gottes Wort

Ich möchte euch nun einige Aspekte aus dem Schöpfungsbericht zeigen. Gott sprach: „Es werde eine Ausdehnung inmitten der Wasser, und sie scheide die Wasser von den Wassern.“

Gott machte die Ausdehnung und schied die Wasser, die unterhalb der Ausdehnung sind, von den Wassern, die oberhalb der Ausdehnung sind. Und es geschah so. Gott nannte die Ausdehnung „Himmel“. Es wurde Abend, es wurde Morgen – der zweite Tag.

Gott sprach weiter: „Es sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einem Ort sammeln, damit das Trockene sichtbar wird.“ Und es geschah so. Gott nannte das Trockene „Erde“ und die Sammlung der Wasser „Meer“. Gott sah, dass es gut war.

Dann sprach Gott: „Die Erde lasse Kraut hervorsprossen, Kraut, das Samen hervorbringt, und Fruchtbäume, die Frucht tragen nach ihrer Art, in der ihr Same ist, auf der ganzen Erde.“ Und es geschah so. Die Erde brachte Gras hervor, Kraut, das Samen hervorbringt nach seiner Art, und Bäume, die Frucht tragen nach ihrer Art, in der ihr Same ist. Gott sah, dass es gut war. Es wurde Abend, es wurde Morgen – der dritte Tag.

Was wir hier lesen, beschreibt am Anfang eine unförmige Masse, einen Wasserball im Nichts. Es war dunkel. Dann macht Gott ein Licht an – keine Lichtquelle, einfach nur Licht.

Dann sagt Gott: „Pass mal auf, ich finde, das soll sich jetzt so ausdehnen.“ Stell dir vor, du darfst es dir anschauen: Da ist ein unförmiges Ding im Nichts. Und dann sagt Gott, es soll eine Ausdehnung sein. Du siehst, wie dieses riesige Etwas sich anfängt zu bewegen und plötzlich rund wird. Gott sah, dass es gut war.

Dann sagt er: „Jetzt soll das Wasser sich an einem Ort sammeln.“ Du siehst diesen riesigen Ball, und das Wasser sammelt sich. Die Erde wird sichtbar, und Gott sagt: „Wow, das ist gut!“ Jetzt soll auf dieser Erde Kraut, Bäume und Gras wachsen – und plötzlich wächst es. Gott sagt: „Das bist du, das ist unser Gott, der das so macht.“ Da steht: „Gott sah, dass es gut war.“

Was bedeutet das „Gott sah“? Gott sieht doch alles. Warum steht das hier? „Gott sah“ – das heißt, Gott schaut hin, er interessiert sich für das, was da passiert. Und er sagt: „Es ist gut.“

Wisst ihr, was hier eigentlich passiert? Als allgemeines Prinzip: Gott redet, und sein Wort verändert die Dinge. Dann sagt er: „Das ist gut.“ So ist Gott.

Behalte das bitte: Gott redet, und sein Wort verändert die Umstände. Er beobachtet, was sein Wort bewirkt, und sagt: „Das ist gut.“

Jetzt möchte ich fragen: Ist das dein Gott? Macht er das immer noch? Redet Gott noch durch sein Wort und verändert damit die Umstände? Schaut er sich das noch an und findet es immer noch gut?

Ist das nur ein Bericht oder stellt sich uns hier eine Person vor, wie sie arbeitet und was ihr gefällt? Ich denke, hier wird uns eine Person vorgestellt.

Wenn der zweite oder dritte Vers der Bibel ein Hinweis auf mein finsteres Herz ist, dann könnte ich darüber nachdenken, dass sich meine Lebensumstände eigentlich verändern müssten – auch wenn ich christlich aufgewachsen bin.

Angesichts der Größe Gottes ist alles andere doch nur Klimbim, oder? Meine Kinder sind christlich aufgewachsen, wir lesen viel in der Bibel. Wir waren bei drei Gemeindegründungen dabei, haben Leute bei uns wohnen, machen Straßeneinsätze und all das. Aber soll ich dir etwas sagen? Es ist alles nur Klimbim, wenn ich es mit Jesus vergleiche und in ihm die Herrlichkeit Gottes erkenne.

Aber wie geht das eigentlich? Wie können wir die Herrlichkeit Gottes erkennen? Wie wirkt Gott, und wer ist er eigentlich?

Ich glaube, hier steht, dass Gott Umstände verändern kann – sogar finstere Herzen (vgl. 2. Korinther 4). Durch sein Wort verändern sich die Umstände, sie nehmen Form an.

Ist das vielleicht in meinem Leben so? In unserer Familie? In unserer Gemeinde? Dass sein Wort Dinge verändern kann und er das gut findet?

Wenn das so ist, was sollten wir unbedingt tun? Die Bibel lesen. Das ist doch die logische Konsequenz. Wenn sein Wort verändern kann, dann muss ich sein Wort lesen.

Gibt es in meinem Leben Dinge zu verändern? Aber hallo! Gibt es in deinem Leben Dinge zu verändern – in deinem Herzen, in deiner Ehe, in deiner Beziehung zu deinen Kindern, deinen Eltern, in deiner Gemeinde oder in deiner Schule? Muss da etwas verändert werden, oder ist alles fertig? Ich schätze, es müsste noch weitergehen.

Wie geht es weiter? Gott wirkt durch sein Wort und schaut genau, was sein Wort bewirkt.

Stell dir vor, jemand liest die Bibel, kennt die Bibel, und etwas passiert mit ihm. Er verändert sich, weil Gottes Wort an ihm arbeitet. Gott beobachtet das und sagt: „Gott sah, dass es gut war.“

Das können wir heute erleben und begreifen: Gott wirkt durch sein Wort, verändert Umstände, und er findet das sehr gut.

Gott schafft durch sein Wort aus dem tiefen Nichts und der Finsternis eine Form. Er macht Licht an, ordnet die Dinge, alles kommt an einen Ort und fängt an zu wachsen.

Gott kann durch sein Wort ordnen, Gott kann durch sein Wort Form geben.

Kann er das heute noch? Macht Gott das noch, wenn wir uns mit seinem Wort befassen und er täglich in unser Leben redet? Kommt da Form in unser Leben, kommt da Ordnung?

Ganz bestimmt, denn so ist Gott – und er findet das gut. Das ist doch großartig, oder?

Die Schöpfungstage: Lichter, Leben und Herrschaft

Vierter Tag

Gott sprach: „Es werden Lichter an der Ausdehnung des Himmels, um Tag von Nacht zu scheiden. Sie seien zu Zeichen zur Bestimmung von Zeiten, Tagen und Jahren. Und sie seien zu Lichtern an der Ausdehnung des Himmels, um auf die Erde zu leuchten.“ Und es wurde so.

Gott machte die zwei großen Lichter: das große Licht zur Beherrschung des Tages und das kleine Licht zur Beherrschung der Nacht, dazu die Sterne. Gott setzte sie an die Ausdehnung des Himmels, damit sie auf die Erde leuchten und am Tag wie in der Nacht herrschen. Sie sollten Licht von der Finsternis scheiden. Gott sah, dass es gut war.

Es wurde Abend, es wurde Morgen – vierter Tag.

Was passiert jetzt eigentlich? Es gibt also im Nichts die Erde, die schon eine Form hat, auf der schon ein bisschen Leben wächst. Es gibt Licht, aber drumherum nichts, gar nichts. Und jetzt sagt Gott: „Stell dir vor, das ist wie im Kino. Du sitzt auf einem Sessel und schaust zu. Inmitten des Nichts ist so ein runder Ball.“

Dann sagt Gott: „Es werden Lichter an der Himmelsfeste.“ Und plötzlich entsteht rund um diesen Ball das ganze Universum. Stell dir vor, alles ist voller Sterne. Und ab jetzt kannst du auf deine Uhr schauen. Das ist die Uhrzeit zur Bestimmung von Zeiten und Jahren. Hier fängt die Uhr an. Vorher gab es schon drei Tage – frag mich nicht, wie das geht.

Also, pass auf: Da ist ein Ball, der ist voll und rund. Irgendwo kommt ein Licht her, das Gott gemacht hat. Es wächst schon grünes Zeug, das Wasser hat sich gesammelt, aber es ist mitten im Nichts. Dann sagt Gott: „Es reicht nicht, es soll auf die Erde leuchten.“

Und auf einmal – stell dir vor – Cola, Popcorn, du sitzt und schaust zu. Mit einem einzigen Ziel: dass du auf deine Uhr schauen kannst, zur Bestimmung von Zeiten und Jahren. Krass, das ganze Universum da oben dreht sich so genau, dass du auf die Uhr schauen kannst. Das ist der Grund. „Meine Zeit steht in deinen Händen.“

Das ist wirklich ein krasser Gedanke. Der, der die Zeit erfunden hat, gibt sie nicht mehr aus der Hand. Gottes Wort macht aus Finsternis und formlosen Nichts eine Form. Er macht Licht, ordnet und gibt Orientierung. Das ist Orientierung. Wir lesen: Gott gibt Orientierung.

Wir können Tage und Zeiten unterscheiden und auf die Uhr schauen, weil Gottes Wort spricht. Nun stellt sich die Frage als allgemeines Prinzip: Gibt Gottes Wort immer noch Orientierung? Kannst du durch die Bibel immer noch Zeiten, Jahre und Tage voneinander unterscheiden? Wenn Gott redet, kannst du vielleicht dein Leben besser einordnen und deine Zeit besser einschätzen. Ich glaube schon, Gottes Wort kann das immer noch.

Übrigens: Wenn du auf den Kalender schaust, haben wir das Jahr 2023. Warum? Wieso? Nach Christi Geburt. Gott hat das Ganze noch einmal auf null gedreht. Und jeden Tag, ob gut oder schlecht, ob ein verdammter Tag oder ein herrlicher Tag – wenn du auf einen Kalender schaust, steht da immer: „Nach Christi Geburt“, „Nach Christi Geburt“. Jeder Tag dient zur Bestimmung von Zeiten und Jahren.

Gott kann uns wirklich Orientierung geben. Und wisst ihr, hier beginnt durch Gottes Wort die Zeit. Gott spricht, und Zeit beginnt. Wisst ihr, wie dieser Kalender begonnen hat, auf den wir jetzt schauen? Das Wort wurde Fleisch, und wir sahen seine Herrlichkeit als des Eingeborenen.

Das Wort hat alles auf null gedreht.

Gott sprach: „Es wimmeln die Wasser vom Gewimmel lebendiger Wesen, und die Vögel sollen über die Erde fliegen angesichts der Ausdehnung des Himmels.“

Gott schuf die großen Seeungeheuer und jedes sich regende lebendige Wesen, wovon die Wasser wimmeln, nach ihrer Art, und alles Geflügel nach seiner Art. Gott sah, dass es gut war, und segnete sie. Er sprach: „Seid fruchtbar und mehret euch. Füllt die Wasser in den Meeren, die Vögel sollen sich mehren auf der Erde.“

Es wurde Abend, es wurde Morgen – fünfter Tag.

Jetzt sind wir also da und schauen uns das an: Da gibt es diesen Ball im Universum, überall herum lauter Sterne und Lichter, das Ganze dreht sich – und du hast da noch gar nichts darauf. Dann sagt Gott: „Dieses ganze Unternehmen da, die Wasser, die Erde und die Luft, soll voll sein von Leben. Es soll überall wimmeln, im Wasser, in der Luft, voll von Leben.“

Weil Gott redet, entsteht die Fülle des Lebens. Kann er das immer noch? Kann Gottes Wort das noch machen? Kann Gottes Wort volles Leben geben, überfließendes Leben?

Wir sind nicht gekommen, Geschwister – und hoffentlich sind wir es – nur, um die Bibel zu lesen. Das ist viel zu wenig. Wir sind gekommen, um Leben zu empfangen, Fülle des Lebens, Orientierung, einen Zeitmesser für jeden Tag, etwas, was mein Leben formt, etwas, das Licht in mein Leben bringt, etwas, das mein Leben ordnet und Orientierung gibt: Gottes Wort!

Das kann er ja hier am Anfang, das kann er immer noch.

Gott sprach: „Die Erde bringe lebende Wesen hervor nach ihrer Art, Vieh und Gewürm und Tiere der Erde nach ihrer Art.“ Und es wurde so.

Gott machte die Tiere der Erde nach ihrer Art, das Vieh nach seiner Art und alles, was sich auf dem Erdboden regt, nach seiner Art. Gott sah, dass es gut war.

Gott sprach: „Lass uns Menschen machen, in unserem Bild, nach unserem Gleichnis. Sie sollen herrschen über die Erde, über die Fische im Meer, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich auf der Erde regt.“

Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn, Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie und sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar, mehret euch, füllt die Erde, macht sie euch untertan und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen.“

Gott sprach zu ihnen: „Ich habe euch alles samenbringende Kraut gegeben, das auf der Fläche der ganzen Erde ist, jeden Baum, an dem samenbringende Baumfrucht ist. Es ist euch zur Speise gegeben.“

Den Tieren der Erde, den Vögeln des Himmels und allem, was sich auf der Erde regt und eine lebendige Seele hat, habe ich alles grüne Kraut gegeben.

Es wurde so. Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.

Die besondere Rolle des Menschen als Ebenbild Gottes

Jetzt passiert hier eine ganz ungewöhnliche Sache: Gott schafft noch einmal die Tiere und redet plötzlich zu ihnen. Der Erste, zu dem Gott spricht, sind die Tiere, die die Erde füllen. Danach sagt er das den Menschen.

Und jetzt schau, was hier steht: Er sagt zu dem Menschen, er solle über alles herrschen und es sich untertan machen, denn er ist in Gottes Bild geschaffen. Darüber lohnt es sich, kurz nachzudenken. Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Der Mensch soll ein Herrscher sein. Das ist für uns ein ungewöhnliches Wort, das wir vielleicht nicht so mögen, aber es steht halt da.

Wenn ich dir jetzt sagen würde, ich bin zuhause der Herrscher, ich herrsche über meine Frau und meine Kinder – würdest du das komisch finden? Wahrscheinlich, weil wir das negativ empfinden. Aber das Wort ist positiv gemeint. Herrsche über diese Erde, herrsche über alle Tiere, mach sie dir untertan – das ist positiv gemeint.

Aber wie macht der das? Jetzt bist du Adam. Du schaust hinaus und siehst die Walfische, die Goldfische, die Haie, die Kolibris, die Adler, die Löwen und die Hunde, und du sollst sie alle beherrschen. Ja, was machst du? Wie geht das denn? Mach sie dir alle untertan. Du bist hier, der Herrscher über alle Werke meiner Hände. Was muss der jetzt machen? Er muss erst einmal nachdenken: Wie mache ich das? Wie mache ich mir den Löwen untertan? Und die Walfische und Vögel? Wie geht das überhaupt?

Er muss sich also hinsetzen, planen und überlegen, wie er den Auftrag Gottes erfüllt. Und dieser Auftrag Gottes erfüllte sein ganzes Leben. Das war sein Auftrag. Er ist in das Bild Gottes hineingeschaffen, und weil er in das Bild Gottes geschaffen ist, kann er nachdenken, planen und überlegen, wie er diesen Auftrag umsetzt.

Das können Tiere nicht. Tiere können keine Flöte spielen, sie haben keine Krankenhäuser, keine Baumhäuser, keine Nationen. Die Tiere fangen jedes Mal, wenn sie auf die Welt kommen, bei Null an. Wir geben unser Wissen weiter – das ist der Unterschied zwischen uns und den Tieren. Ein Hund ist heute genauso „dumm“ wie vor 500 Jahren. Der wird nie Klavier spielen können, das kann er einfach nicht. Es ist, wie es ist.

Pferde sind auch nicht besonders klug: Sie bleiben vor dem Zaun stehen, springen nicht einfach drüber. Warum? Weil das eine Pferd dem anderen nicht gesagt hat, dass man hier einfach rüberspringen kann. Das verstehen sie nicht. Aber wir geben unser Wissen von Generation zu Generation weiter, was Tiere nicht tun.

Darum haben wir Handys, Mikrofone, Bücher und Häuser. Wir geben das immer weiter, und Tiere machen das nicht. Wir sind einfach extrem anders als Tiere. Warum? Weil wir in Gottes Bild geschaffen sind. Und weil wir in sein Bild hineingeschaffen sind, sollen wir herrschen, denn Gott ist ein Herrscher.

Dann sagt Gott: Es ist sehr gut, alles ist sehr gut. Okay, das Wort „herrschen“ klingt vielleicht doof, wir mögen das nicht so. Vielleicht könnten wir hier sagen: Trage Verantwortung vor Gott. Ich setze dich in eine Situation, die ich extra für dich geformt habe. Ich setze dich in eine Situation, in der ich alles geordnet habe. Ich setze dich an einen Ort, an dem du dich orientieren kannst. Ich setze dich in eine Situation, in der du Licht empfängst. Und jetzt trage Verantwortung vor mir, denn du bist mein Ebenbild.

Wenn wir das heute machen würden, nehmen wir mal an, du möchtest diesem Gott dienen, Verantwortung tragen. Nehmen wir an, du wirst von deiner Mama und deinem Papa erzogen, und sie sagen dir: Du musst dein Leben ordnen. So etwas gibt es ja. Ich habe auch Kinder, und sie sagen: Du musst ordentlich sein, pünktlich, und alles muss irgendwie klappen.

Äußerlich können wir das ganz gut hinkriegen, da brauchen wir nicht mal Jesus für. Es gibt viele Leute, die nicht gläubig sind und trotzdem pünktlicher und ordentlicher als ich sind. Dafür braucht man Gott nicht.

Aber wenn hier drinnen Ordnung und Orientierung kommen sollen, dann brauche ich Gott. Wenn ich innerlich vor einem Gott leben und Verantwortung tragen soll – was die Berufung meines Lebens ist – dann muss er mir helfen, denn ich kann das ja gar nicht.

Was können wir hier lernen? Nehmen wir an, Gott sagt: Ich schaffe dich in mein Bild, du bist mir ähnlich, und jetzt mach mir alles nach. Was können wir jetzt von Gott nachmachen, nach diesem Kapitel? Wir können sein Wort benutzen, denn er benutzt sein Wort. Wir können uns Zeit lassen und nicht alles auf einmal machen wollen.

Gottes Wort wirkt jeden Tag, immer mehr, bis es irgendwann sehr gut ist. Wenn du ein gutes Leben haben willst und vielleicht am Ende ein sehr gutes Leben, dann brauchst du jeden Tag Gottes Wort. Gott selbst hat jeden Tag durch sein Wort gewirkt, und wir können uns da nicht rausnehmen.

Wir sind nicht gerufen, nur die Bibel zu lesen. Wir sind nicht gerufen, einfach in eine Gemeinde zu gehen. Wir sind nicht gerufen, irgendwie ordentlich und fröhlich mitzuleben oder ein Instrument zu spielen. Wir sind gerufen, Gott zu erkennen, ihn zu verstehen und ihm zu dienen. Das ist viel mehr als irgendwelche Äußerlichkeiten.

Und soll ich dir etwas sagen? Dieser endlose Maßstab, dieser gewaltige Gott, trifft auf ein abgrundtief sündiges Herz – in meinem Leben und in deinem auch. Und wir haben ein echtes Problem. Wie soll das jetzt gehen? Wie soll das funktionieren?

Wenn das Johannesevangelium aufschlägt, steht dort: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit.“ Was in unserem Leben passieren muss, damit wir mit diesem Gott überhaupt leben können, was in unserem Leben passieren muss, damit wir dahin kommen, wo Gott uns haben will, hängt an einer Person: an dem Lamm, erkannt vor Grundlegung der Welt und am Ende auf einem Thron sitzend.

Dieser Text will uns auch dahin führen, dass wir erkennen: Das ist mir zu groß, das verstehe ich nicht. Das kriege ich nicht hin. Ich weiß nicht, wie ich diesen Gott lieben soll. Ich kenne doch mein eigenes Herz.

So wurden vollendet der Himmel und die Erde und all ihr Heer. Und Gott hatte am siebten Tag Ruhe von seinem Werk. Jetzt pass auf, was hier steht: Außer in der Lutherbibel steht hier die Einzahl „sein Werk“, nicht „seine Werke“. Hammer!

Sechs Tage schafft Gott unendlich viele Dinge: ein ganzes Universum, alles voller Tiere, Menschen, Sträucher und Bäume. Aber alles zusammen ist eine einzige Sache, ein einziges Werk. Gott hat also vor, eine Sache zu machen, eine einzige.

Was ist das? Wir sehen hier Gott, der nach einem Plan arbeitet. Was lernst du von Gott im ersten Kapitel? Gott beginnt mit sehr schlechtem, aus unserer Sicht unbrauchbarem Material: wüst, leer und finster. Wer braucht so etwas?

Aber dann ist es sehr gut. Wir sehen, dass Gott es sehr gut macht über einen Zeitraum von sechs Tagen. Er lässt sich Zeit, um es sehr gut zu machen. Und er macht es gut durch sein Wort.

Ich möchte etwas sagen: So ist Gott immer noch. Er hat sich nicht verändert. Er kann immer noch aus einem sehr schlechten Zustand, aus Finsternis und Leere, etwas sehr Gutes machen, wenn er jeden Tag reinredet und wir ihm jeden Tag die Zeit geben, unter sein Wort zu kommen.

Denn sein Wort bringt den Umständen Form, Leben und Orientierung und zeigt uns, wer dieser Gott ist.

Was ist heute das Werk Gottes? Ist er fertig? Ich glaube nicht. Was ist heute das Werk Gottes? Seine Gemeinde, oder? Gott baut seine Gemeinde, die Braut Christi, jeden Tag. Wie macht er das? Jeden Tag durch sein Wort. Und so wird es gut.

Da müssen wir uns rantrauen und sagen: Es reicht nicht, dass ich irgendwie christlich angestrichen bin oder irgendwo hingehe, mitmache oder meine Bibel lese. Ich muss es verstehen. Ich muss mir sagen: Herr, ich will verstehen, was du willst. Was ist dein Plan für mein Leben? Was ist deine Idee? Wer bist du eigentlich? Was willst du von mir? Und wer bin ich?

Du erfährst es in diesem Wort. Heute bist du sein Werk. Heute arbeitet Gott an dir, wenn du sein Kind bist, und er ist mit dir noch nicht fertig – jeden Tag. Du bist ohne ihn finster und leer, und er möchte Licht in dein Leben bringen – das ist der zweite Grund von vier.

Er möchte Form in dein Leben bringen und dich in das Bild Jesu Christi formen – dich und mich. Wie macht er das? Wie formt er dich in das Bild Jesu? Nicht durch Klavierspielen oder Jungschar, sondern durch sein Wort.

Wir brauchen sein Wort, denn durch sein Wort entsteht Leben – nur durch sein Wort. Es ist so wichtig, dass wir das verstehen, dass wir diesem Gott glauben, der sagt: Ich stelle mich euch vor, ich schaffe durch mein Wort, ich lasse mir Zeit.

Ich fange wüst, leer und finster an, mache es sehr gut, und ich bin immer noch so. Ich habe mich nicht verändert.

Dann kommt das zweite Kapitel, und das gehe ich mit euch nur so im Sprungbrett durch, damit ihr es versteht.

Wir lesen, dass Gott den Menschen schafft. Er schaut also zurück und zeigt uns, wie er den Menschen schafft. Und jetzt, was da steht, ist die Bombe.

Gott schafft die ganze Zeit durch sein Wort, und es scheint ja auch zu funktionieren: Gott sprach, es wurde. Gott sprach, es wurde.

Aber dann nimmt er den Menschen, und es steht da: Gott bildete den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens.

Stell dir das vor: Das Ding ist fertig. Hat Gott Hände? Gott formte, er formte den Menschen aus Erde, und dann hauchte er ihn an. Der Erdhaufen beginnt sich zu bewegen.

Was war der Erdhaufen ohne den Hauch Gottes? Wüst und leer, er war gar nichts, nur ein Haufen Erde.

Dann kommt Gott diesem Erdhaufen ganz nah. Gott sagt: Du bist Adam, denn aus der Erde habe ich dich genommen.

Jetzt pass auf: Gott pflanzte einen Garten. Schon mal gelesen? Wie er einen Garten pflanzte? Dort war Kraut, alles voll Gras und Bäume.

Hier steht, er pflanzte einen Garten oder legte einen Garten an. Er nahm den Menschen und setzte ihn in diesen Garten und sagte: Bewahre und bebau ihn.

Krass, was steht hier? Dem Menschen wollte Gott irgendwie formen. Ich denke, wir dürfen sagen: mit seinen Händen. Wir sind seine Hände Werk, das lesen wir öfter im Alten Testament.

Alles schafft er durch sein Wort, majestätisch. Aber als er den Menschen, der in sein Ebenbild kommt, formt, legt er Hand an und haucht ihn an.

Würdest du jemanden gerne in deine Nase hauchen lassen? Nein, kaum. Gott kommt dir so nah, und du lebst.

Dann hat Gott den Garten gepflanzt – das ist sein Garten. Dann nimmt er den Menschen, setzt ihn in den Garten und sagt: Arbeite weiter an dem, was ich angefangen habe.

Ich habe den Garten gepflanzt, ich habe ihn angelegt, und du arbeite weiter.

Was ist das? Der erste Mensch arbeitete an dem, was Gott selbst angefangen hat. Er wirkte an einem Werk, das Gott begonnen hatte, und machte es weiter.

Hat sich das verändert? Glaub nicht. Jesus sagt: Ich will meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden. Dich setze ich da rein, und du arbeitest weiter. Mach mit, arbeite weiter.

Gott hat sich gar nicht verändert.

Was lesen wir also in den ersten Kapiteln? Wir lesen in den ersten beiden Kapiteln etwa vierzig Mal „Gott“. Das ist viel. Gott sprach, Gott sah, Gott nannte, Gott segnete – immer wieder.

Der Hauptgedanke, die Hauptperson der ersten beiden Kapitel ist Gott selbst. Es geht um ihn, es geht darum, ihn zu erkennen. Und wir erkennen ihn an seinem Werk.

Das ist doch bei uns genauso: Wenn ich einen Kuchen backe oder deine Oma, da gibt es einen großen Unterschied. Du erkennst genau an dem Werk, wer den Kuchen gemacht hat.

Du erkennst Gott daran, wie er arbeitet, an seiner Methode. Was ist seine Methode? Er redet, und die Dinge passieren.

Aber wenn es um dich geht, legt er Hand an und haucht dich an. Er möchte, dass du arbeitest.

Hat Gott sich verändert? Glaub nicht.

Legt Gott heute noch Hand an dein Leben an? Möchte Gott heute noch Hand an dein Leben legen und dich möglichst noch in das Ebenbild Jesu Christi formen? Ich glaube schon.

In Hebräer 8 und Hebräer 10 steht: „Ich will mein Gesetz in dein Herz schreiben.“ Krasser Gedanke.

Gott schrieb mit seinem Finger in Steintafeln: „Du sollst, du sollst, du sollst.“ Und jetzt sagt er: Gib mir dein Herz, und ich schreibe da hinein (Hebräer 8, Hebräer 10).

„Ich werde meine Gesetze in dein Herz hineinschreiben, und deiner Sünde will ich nie mehr gedenken.“

Hat Gott schon in dein Herz geschrieben? Hat er schon Hand angelegt? Ist dir das klar, wen wir da haben?

Stell dir vor, der Allmächtige kommt herunter, sieht dein Herz und sagt: Ich will da reinschreiben. Ich möchte dich formen in das Bild des Herrn Jesus.

Ich habe einen Plan mit dir. Du sollst mitarbeiten in meiner Gemeinde.

Ich will dir Orientierung geben, ich will dir Leben geben, ich will dir Licht geben. Ich will es sehr gut machen. Du bist mein Werk, das Werk meiner Hände.

Das ist krass, oder? Das ist unser Gott, und alles, was weniger ist, taugt nicht. Wir brauchen diesen Gott.

Ich glaube, dass die ersten beiden Kapitel eigentlich kein Schöpfungsbericht sind, sondern ein Schöpferbericht.

Hier stellt sich uns eine Person vor, wie sie arbeitet, wie sie ein einziges Werk tut über sechs Tage, wie sie ruht, wie sie den Menschen formt und anhaucht.

Für die Bibelleser: Dieser Text redet über den Herrn Jesus. „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ (Johannes 1,1-14)

„Und das Wort wurde Fleisch, und wir sahen seine Herrlichkeit.“ Das ist Jesus, der hier wirkt.

In Kolosser 1,16 steht: „Alles ist in ihm und zu ihm hingeschaffen.“

Und etwas später liest du die Geschichte von Adam: Gott nimmt ihm die Rippe, formt daraus eine Frau, stellt sie hin, und Adam sagt „Wow!“

Paulus deutet das auf Jesus und seine Gemeinde. Krass, oder?

Dann redet Gott und sagt: „Es werde Licht!“ Paulus sagt, was da steht im dritten Vers der Bibel, ist: Wenn du Jesus erkennst, ist das gemeint.

Denn der Gott, der sprach, der spricht in dein Herz, damit du Jesus erkennst.

Ich hoffe, ich konnte euch herausfordern, darüber nachzudenken: Was lesen wir hier eigentlich? Wie wichtig ist es, über die Bibel nachzudenken?

Vielleicht wäre es eine gute Sache, bevor du das nächste Mal die Bibel liest, zu sagen: Herr, ich möchte dein Wort nicht nur lesen, ich möchte dein Wort verstehen. Ich möchte die Bibel verstehen, und zwar gut.

Die Bedeutung des Neuen Testaments für das Verständnis Gottes

Vielleicht fängst du mit dem Neuen Testament an. Ich will dir einmal das Neue Testament zeigen und damit schließen. Das ist das Neue Testament. Es ist ein Taschenbuch. Einfach ein Taschenbuch. Wie gut kennst du es? Das ist nur ein Taschenbuch. Wie gut kennst du das Neue Testament?

Wir sind doch die Leute, die sagen, wir glauben, die Bibel ist Gottes Wort. Jedes Wort stimmt, total inspiriert, kein Widerspruch. Dann will ich dich fragen: Wenn du das wirklich glaubst, wie viel weißt du vom Neuen Testament? Ist es wirklich wahr, was du da erzählst? Stimmt das? Stimmt das wirklich?

Wie lange brauchst du, um so ein Buch durchzulesen? Wie lange brauchst du, um das Buch fünfmal durchzulesen? Wer ist falsch, wenn er das Johannes-Evangelium fünfmal liest? Sünde? Doch nicht. Du kannst es einfach machen.

Wer erlaubt uns, so zu tun, als ob wir jedes Wort da drin glauben und sagen, das ist die Geschichte von Jesus und alles stimmt, und wir wissen nicht, was hier drinsteht? Was ist das? Wie oft hast du dieses Buch durchgelesen, das Neue Testament?

Was ist der Unterschied zwischen Markus und Matthäus, zwischen 1. Korinther und 2. Korinther? Was ist der Unterschied? Wir glauben doch alles, was da steht, die Bibel, heilig!

Was ist der Unterschied zwischen Apple und Samsung, Android und Apple? Du weißt es sofort, oder? Der Unterschied zwischen Bayern und Barcelona? Du weißt es sofort. Was ist der Unterschied zwischen 1. und 2. Thessalonicher? Was ist der Unterschied? Was steht im Römerbrief?

Wie viel Zeit haben wir wirklich mit dem Neuen Testament verbracht, um uns hinzustellen und zu sagen, wir sind bibeltreu? Wir sagen ja nicht, wir sind bibeltreu, sondern bibeltreu, aber wir lesen fast gar nicht.

Versteht ihr, wir sind nicht gerufen, vielleicht könnt ihr das mitnehmen, die Bibel zu lesen. Das ist nicht unser Auftrag. Wir sind gerufen, die Bibel zu verstehen.

Stell dir vor, du hast eine Prüfung. Du musst ein Taschenbuch dafür lesen, und du hast es nicht verstanden. Du weißt, morgen ist die Prüfung. Was machst du dann? Du liest noch mal.

Jetzt hast du zum Beispiel den Epheserbrief gelesen und du hast ihn nicht verstanden. Und dann denkst du, jetzt muss ich den Galaterbrief lesen, oder? Das ist hirnverbrannt, wirklich. Das ist krank.

Ich kann doch nicht Gottes Wort lesen, es nicht verstehen und einfach weiterlesen. Das ist bekloppt. Ja, wirklich, ich meine das todernst.

Wir degradieren Gottes Wort zu einem Werbeprospekt. Wir lesen etwas, was wir nicht verstehen, und wir lesen einfach weiter. Es ist eine totale Degradierung der Bibel.

Der Wert, den wir diesem Buch beimessen, wenn wir es nicht verstehen und einfach weiterlesen, ist lächerlich. Wir müssen die Bibel lesen, um sie zu verstehen, weil wir sonst nicht machen, was Gott will.

Er will nicht, dass wir nur lesen. Er will, dass wir ihn erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, dass wir in sein Bild hineingeformt werden. Amen. He, he, he!