Unser Predigttext steht ersten Petrusbrief Seite 258 in ihren Bibeln. Die
jungen Leute, und manche anderen, die haben ein ganz großes Vokabular von
Internet, online und was da alles dazugehört, der andere, der das nicht
kennt, fragt. Auch in der Kirche haben wir Fachausdrücke. Der heutige
Sonntag hat ein Spezialwort, so müssen sie nicht ihre Kinder nennen, wenn
ihnen welche geboren werden, Quasimodogeniti. Das ist lateinisch, das ist
gar nicht so geheimnisvoll, das ist der Anfang der lateinischen Übersetzung
des heutigen Predigttextes. Wie die neugeborenen Kinder, und wieder geht es
um die neue Geburt. Also, so ein Fremdwort kann man sicher merken, aber es
ist das wichtigste vom Gottesdienst heute, sondern viel mehr, was damit
gesagt wird. Ab Vers drei: Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus
Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat, oder
neugeboren hat, zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu
Christi von den Toten. Die Wirkung der Auferstehung Jesu ist die neue
Geburt im Leben von Menschen. Zu einem unvergänglichen und unverwelklichen
Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht
durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie
offenbar werde zur letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die er jetzt
eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid, in mancherlei
Anfechtungen, damit euer Glaube als recht und viel kostbarer befunden werde
als das vergängliche Gold, das durch Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis,
und Ehre. Wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihr habt ihn nicht gesehen,
und habt ihn doch lieb. Warum haben Sie ihn nicht gesehen? Der Brief, das
steht doch im ersten Vers, der richtet sich an Gemeinden in der Provinz
Asien. Das schreibt Petrus, der Apostel dorthin: Ihr habt ihn nicht
gesehen, und doch glaubt ihr an ihn, und obwohl er ihn nicht seht, ihr
werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn
ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.
Auch wenn es in den Bergen noch einmal Schnee gibt, es scheint doch
Frühling zu werden. Seit Wochen ist das für mich immer wieder faszinierend,
wenn man das sieht, wie jetzt die Knospen treiben. Wie die Blüten
aufbrechen. Es gibt ja manche Leute, die der Überzeugung sind, die Natur,
das wäre eine Gottheit selber, weil das so faszinierend ist, was da
aufbricht. Wir Christen, wir sagen, ja, es ist schon faszinierend, aber
hinter all dem Schönen, hinter der großen Harmonie steht der ewige Gott,
der das alles schafft, der Schöpfer. Und die Kraft Gottes ist unermesslich.
Der die fernsten Planeten auf ihre Bahnen gebracht hat, hinter dieser
Strahlkraft der Sonne und ihrer Wärme steht der wirkende Befehl unseres
Gottes! Was ist das für eine Bewegung, dass Gott am Schöpfungstag dieses
alles geschaffen hat durch sein Wort, und er sprach, und es geschah. Und in
dieser machtvollen Bewegung erleben wir auch noch, sie werden staunen, den
Frühling, das wird schön werden, das wird herrlich werden, und im Sommer.
Aber Gott wird noch einmal mächtig wirken, wissen Sie das? Ganz anders. Es
wird an jenem Tag sein, wenn Sonne und Mond ihren Schein verlieren. Wenn
die Planeten von ihrer Bahn fallen, wenn die Welt untergeht, und Gott einen
neuen Himmel und eine neue Erde schafft. Es ist noch etwas, eine ganz große
Bewegung, das kann man sich von unserem Denken her überhaupt nicht
vorstellen, was das ist. Das s das ganze Weltall von Gott noch einmal ganz
neu gemacht wird. In der Wiederkunft Jesu. Und jetzt gibt es noch eine
dritte Bewegung Gottes. An die denken die wenigsten. Die dritte große
machtvolle Kraftbewegung Gottes, die hat still auf einem Friedhof vor 2000
Jahren begonnen. Unterschätzen Sie diese machtvolle Bewegung nicht, als
Gott den Jesus von den Toten auferweckt hat. Das war ein Rumoren, einer
Umwälzungen in der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Welt, in der Bibel
wird es uns immer wieder beschrieben, was das bedeutet. Und das ist seitdem
eine solch kraftvolle Bewegung, man kann sie nur beobachten am Wachsen der
Gemeinde Jesu in aller Welt. Wenn Menschen zum Glauben kommen, bekehrt
werden. Mir tut es immer wieder leid, wenn bei Christen diese dritte
Bewegung, die Auferstehungskraft Gottes, wenn die so schüchtern besprochen
wird. Also manche, die wagen es ja gar nicht zu sagen. Manche, die meinen,
das dürfte man in unserer modernen Zeit den Menschen nicht mehr zumuten,
und manche, die sind sogar der Überzeugung, und meinen, ja, vielleicht ist
das ja nur Jesus angedichtet, und da ist nur auch nichts passiert. Aha.
Also wenn das nur Jesus angeblich tätig ist, kann man so schöne Sachen
dichten, so kraftvolle Sachen dichten, kann man die dichten. Da möchte ich
den Kirchen in ihrer Krise raten, dichtet mal schön, damit wieder Leben in
die Bude kommt. Am Ostertag war Leben, obwohl die Christen so schüchtern
und voller Angst waren. Weil Jesus sie mitgenommen hat in seiner
Auferstehungsbewegung. Er hat die Leute offenbar geholt, wie den Paulus. Er
hat andere geholt in seine Teams, sie sind ins Martyrium gegangen. Da war
Glaubenskraft da, weil der auferstandene Jesus schwache Menschen erfüllt
hat. Das ist doch nicht angedichtet, im Gegenteil, sie können bis heute die
Macht des Auferstandenen erfahren. Und ich möchte sie immer wieder bitten,
dass sie viel, viel erleben von dieser Auferstehungskraft, diese enormen
Wirkung. Ich interessiere mich deshalb so sehr für Mission, weil man es da
am besten sieht. Auf Gebieten, wo die Leute in ganz anderen, so oft noch
okkult-dämonischen Bindungen leben. In unserem neuen Brief, den wir den
Dankbrief für die Brüder beilegen, da ist eine Geschichte drin, von einem
Zauberpriester aus Sri Lanka, das haben die uns dort erzählt aus diesem
Bibelseminar Lanka Bible College in Candy. Auf dieser Insel südlich von
Indien, Sri Lanka, der mit seinen Mantras und seinen Zauberpraktiken
ungeheuer viele Menschen beeinflusst hat, aber plötzlich läuft sein
Geschäft nicht mehr richtig, und er wird unruhig, was ist passiert? Sind
die Götter mir feind? Und er unterhält sich mit einem Freund aus seiner
Jugend, und der war inzwischen Christ geworden. Und der sagt, was machst du
denn da mit deinen Zauberpraktiken? Und sie reden einen Nacht lang über
Jesus, den Auferstandenen. Und am Morgen kniet dieser, Baka heißt er,
nieder, und gibt sein Leben in die Hand Jesu. Was ist das? Er ging in sein
Dorf zurück: heute gibt es durch seinen Dienst 70 gläubige Christen an
diesem Platz. In diesem Blättchen schreiben Sie von einem, der zum Glauben
kam, und dann sich mit Zigeunern beschäftigt hat, die ja ganz tief oft in
diesem Aberglauben drin stecken, und da ist eine Zigeunergemeinde mit 200
Menschen gegründet hat, sehen Sie, das bräuchten wir in Deutschland wieder.
Menschen, die mit der Kraft des Auferstandenen Leben, Jugendarbeit treiben,
mit ihren Kollegen reden können, nicht wir, nicht wir haben die Kraft,
sondern dass Christus uns benützt. Durch uns hindurch wirkt, ganz ähnlich
passiert es auch bei uns heute. Jetzt möchte ich Sie fragen, kennen Sie ein
Leben mit Jesus richtig, wirklich, kennen Sie ein Leben mit Jesus wirklich?
Bei uns ist das immer die Not, dass wir von der Tradition leben. Die
meisten von ihnen, die sind Christ geworden durch ihre Voreltern, und dann
ist das wie eine Dressur von einem Hund, man kann mir Praktiken beibringen,
man kann ja Konfirmanden noch Sprüche einpauken, im Religionsunterricht
kann man etwas lernen, dann lernt man gewisse christliche Verhaltensmuster.
Aber es wird nie eine Lebensbeziehung daraus. Es wird nur etwas, das durch
den Kopf durchgeht. Bei der ersten Evangelisation, die Billy Graham damals
in Stuttgart gehalten hat, ich war damals 14 oder 15 Jahre alt, da hat mir
das Bild so gefallen, wie Billy Graham sagte, wenn einer in der Garage
geboren wird, ist er kein Auto. Und wenn einer in einer christlichen
Familie geboren wird, ist er deshalb noch lange kein Christ. Sondern, was
ich benötige, das hat Billy Graham damals schon, wie die Amerikaner das so
konnten, so frech und Unbekümmertheit, gesagt, da brauchen wir eine
Neugeburt. Hast Du die Neugeburt empfangen? Hat Christus in dir das neue
Leben gemacht? Das ist ein Schlüsselwort im Neuen Testament. Das ist nicht
ein Fremdwort, wir haben es hier im ersten Petrusbrief, Petrus ist bei
allen Christen, auch bei den katholischen Christen, hoch im Kurs, Neugeburt
ist ein ökumenisches Anliegen, wenn Sie so wollen, im Petrusbrief ganz
vorne an, so beginnt er seinen Brief, Gott sei Dank, welch eine Freude,
gelobt sei Gott, wir sind neu geboren, wir sind neu geboren durch die
Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Das ist ganz wichtig, als die
ersten Christen sich versammelten, haben sie nicht irgendwo einfach eine
Kultgemeinde fortgesetzt, das gibt es ja in allen Religionen, dass man sich
um irgend etwas sammelt, man macht ein Opfer, oder irgendwelche
Gebetshandlungen, oder man verbeugt sich nach einer Richtung, es war unter
den Christen gar nichts irgendwo von der Praxis, von der formalen Praxis
vorgegeben, das ist auch ganz wichtig, dass wir nicht meinen, darin besteht
das Christentum, in irgendwelchen Formen, wie wir jetzt beten müssen, oder
wie man gewisse Dinge tun muss, sondern was war es, was uns
zusammenbrachte? Jesus ist auferstanden, und er lebt. Und sie haben
begriffen, er will in meinen Leben der Herr sein, er will mein Denken, mein
Fühlen, mein Reden, und alles was ich mache, bestimmen, meine Wünsche,
meine Gedanken, ich darf mit Jesus leben. Ich brauche diese Neugeburt,
dieses neue Leben in meiner Art, so wie ich geboren bin, als Mensch, wie
ich lebe, kann ich kein Christ sein. Ist Ihnen das schon bewusst, so wie
ich bin, kann ich, auch wenn ich noch so sehr will, mit meiner
Willenskraft, kann ich kein Christ sein. Die Propheten im Alten Testament
haben es auch mit ganz eindrucksvollen Bildern unterstrichen und gesagt,
ein Leopard kann, wenn er will, nicht sein Fell ändern. Und wenn einer mit
einer schwarzen Haut geboren ist, kann er nicht durch seine Willenskraft
eine weiße Haut kriegen. Unsere Natur ist das. Eine neue Geburt muss
geschehen! Ja, wie kann denn die Neugeburt geschehen? Noch mal ein Beispiel
von Billi Graham, das er in seinem Buch Friede mit Gott gebraucht, das ist
ganz prima dort beschrieben, wenn sie sich noch einmal ganz ausführlich
damit beschäftigen wollen, wenn er sagt, man kann ein Schwein nehmen, kann
das in seinem Wohnzimmer stellen, und das waschen und mit Parfüm besprühen
und kann ihm eine Rosa Schleife um den Hals machen, und kann sogar schöne
Tücher darüber hängen, aber wenn man das Schwein laufen lässt, wälzt er
sich wieder im Dreck, weil es seine Natur ist, und so sagt die Bibel,
unsere Natur ist, dass wir gottlose Leute sind, wir haben einen Abscheu
gegen Gott. Was unsere Natur ist, das prägt uns, und deshalb verwenden wir
wahrscheinlich unter Christen viel zu viel Mühe, damit, um zu überlegen,
ja, wie erzieht man unsere Kinder? Richtig. Oder: wie führe ich meine Ehe
neu. Wir unterhalten uns ja manchmal ganz lang und sagen, wie komme ich aus
dieser Lebenskrise heraus, ich habe da in meinem Leben viele Fehler, und
ich habe da Schwierigkeiten, ich habe da immer wieder Not mit der Sünde in
meinem Leben. Und wir unterhalten uns über Sünde, wie, statt zu fragen, aus
welcher Kraft lebe ich eigentlich? Das ist das Problem. Wie, wir wissen
alle wie es richtig geht. Aus welcher Kraft lebe ich? Lebe ich aus der
Kraft des auferstandenen Christus? Dass er mein Leben erfüllt. Gelobt sei
Gott der uns nach seiner großen Barmherzigkeit neu geboren hat. Das ist
große und mächtige Wirkung. Jesus ist auferstanden, und das ist ein
objektives Ereignis, das damals passiert ist im Garten von Joseph von
Arimathäa. Und Jesus wurde gekreuzigt, ein objektives Ereignis. Damals. Es
wird für ihr Leben erst bedeutsam, wenn bei ihnen eine neue Geburt sich
ereignet, eine totale Veränderung ihres Wesens, ihres Denkens, ihres
Fühlens. Wenn Christus Herr ihres Lebens wird. Und man versteht das erst,
wenn man dieses Wort ergreift mit der großen Barmherzigkeit. Ich bin ein
verlorener Mensch, ich bin weg von Gott, wenn ich nicht dass sie begreifen,
er will zum mir hinein. Ich bin auch, wenn ich ein anständiger Kerl bin,
bin ich von Gott her gesehen, verloren. Ich bin auf die Seite gestellt.
Aber Gottes Liebe sucht mich. Gott geht mir jetzt nach, und jetzt geht es
heute um mich, um mein Ja, mein Einwilligen, dass ich diese Neugeburt auch
wirklich ergreife: Herr, du musst in mir geboren sein. Es hat ja gar keinen
Wert, wenn du in Bethlehem geboren bist, und nicht in mir, dann hat es
keinen Wert. Dann bin ich ja einer, der ausgeschlossen ist, dann kommt ja
deine Kraft gar nicht in meinem Leben zum Zuge.
Aber jetzt mache ich einen Einschnitt, und sage, warum sieht man von der
Neugeburt nicht mehr bei uns? Warum sieht man nicht mehr? Wir sind ja
solche Leute, die alles mit der Hand fassen. Und wir hätten die Neugeburt
gerne so, dass man sie sichtbar vorzeigen kann, wie einen Personalausweis.
Ich bin neu geboren, guck mal her. Sie haben mir auch schon bemerkt, dass
manche Leute wie Prahlhansen auftreten, und sagen, ich bin neu geboren,
wieder geboren, auf einmal merkt man, da stinkt es im ganzen Leben, und das
ist nichts als Heuchelei und Angeberei. Es ist ja immer wieder schwierig,
wo her kommt das? Weil die geistlichen Dinge sich dem Messbaren entziehen,
und doch sind sie da. So, wie ich Gott nicht messen kann, und nicht in die
Hand nehmen kann, und er ist doch da, und umgibt mich. Und die Neugeburt
ist eine Realität. Ja, hoffentlich spüren die anderen etwas davon. Von
ihrem Christenleben, da gehen machtvolle Bewegungen aus. Wir sehen es ja
oft erst, wenn Menschen gestorben sind, aber die da von dem Leben geht
einem Segensstrom Gottes aus. Nicht die Menschen, es war Christus, der
durch diese Menschen gewirkt hat. Aber man kann es irgendwie nicht selber
messen, man kann nicht prüfen, deshalb legt der Petrus so großen Wert
darauf, und sagt es ist ganz gut, dass zum Christenleben die Traurigkeit
gehört. Das ist jetzt wichtig. Auch die Enttäuschungen, auch die
Niederlagen,. Je länger sie Christ sind, umso mehr leiden sie an die
Niederlagen. Erst habe ich gedacht, ich sei neu geboren und ein für alle
Mal, aber die alte Art meldet sich bei mir immer noch so frech. Und dann
kommt der Zorn bei mir hoch und die Leidenschaft, und unreine Gedanken, und
dann sündige ich, was ist denn da los? Es ist ja schön beim Petrus, dass er
sagt, in diesen Anfechtungen, die ihr erleidet, in dem Anfechtungen werdet
ihr geläutert, da wird euer Glaube immer mehr gereinigt. Es ist gut so.
Dass man immer tiefer an sich erkennt, wie wenig wir neu geboren sind. Wie
wenig wir neu geboren sind, das alte Wesen ist immer noch da. Und erinnert
an das Feuer, wenn der Goldschmied das reine Edelmetall erhitzt, damit es
sich trennt, so muss das in unserem Leben doch seien, darum gehört zum
Christenleben auch das Leiden. Darum gehört zum Christenleben auch Spott,
und Verachtung, und Martyrium. Darum gehört zum Christenleben auch
Niederlagen. Christen sind nicht immer die auf der Straße des Triumphs
vorwärts eilen. Sondern die durch manche Bedrückung und Not hindurch gehen
müssen. Und man kann es gar nicht fühlen, und doch ist es so,. Je mehr wir
geläutert werden. Es war ja neulich mir so groß an diesem Beispiel von
diesem Chemielehrer, Dr. Paul Müller, wie der seine ganzes sechzigjähriges
Multiple-Sklerose-Leiden von dort her sieht, das ist die Läuterung meines
Glaubens. Und ich darf immer mehr die Kraft des Auferstandenen erkennen,
auch wenn meine irdische Körperkraft immer schwächer wird, auch, wenn ich
keine Wunder erlebe. So wird jede kleine Verrichtung, die ich tue, ein
Wunder, durch die ich die Nähe meines Herrn ergreife. Der Glaube wird immer
mehr zu Jesus hingetrieben und immer mehr entdecke ich seine Nähe, und
seine Größe. Mein Glaube wird frei von allen Stützen, ich kann mich bloß
noch auf Christus, den auferstandenen Christus stützen. Es wird ja dann, in
den letzten Stunden unseres Lebens so werden, wenn wir sterben, ich kenne
auch viel schweres Sterben von Christen. Und doch leuchtet in allem
Christensterben das durch, neu geboren zu einer lebendigen Hoffnung. Ich
habe es hier noch nicht so, dass ich es mit der Hand vorweisen kann, aber
in der Hoffnung, in der gewissen Zuversicht, dass ich beim Herrn sein
werde, und dass er mich erlösen wird. Ich möchte vor allem unserem jungen
Freunden hier immer wieder sagen, ich freue mich, dass die jungen Christen
so viel in unserem Gottesdienst sind, ihr könnt viel lernen von den alten
Glaubensmüttern und -vätern. Der alte Schulmeister Kolb von Dagersheim, von
der Hahnschen Gemeinschaft, die wissen, von wem, ich rede. Der hat vor
einem überhitzten Gefühls-Christentum gewarnt. Und das ist aktuell für
unsere Zeit, obwohl der Kolb von Dagersheim schon lange tot ist, in eine
ganz andere Zeit hinein gehört. Ist das doch geblieben. Er sagte: die Leute
brennen oft wie ein Bäckerofen. Aber in der nächsten Zeit sind sie so kalt,
wie der Erdboden. Das Herz ist ein trotzig und verzagt Ding. Und dann sagt
Kolb von Dagersheim: auf Übergeistlichkeit, das ist alles das Übertriebene,
das Extreme, auf Übergeistlichkeit folgt immer Ungeistlichkeit. Nur kein
Pfifferlings-Christentum, das wie manche Pilze über Nacht wachsen soll, die
Auferstehungskraft Jesu, ich zitiere noch Kolb, wirkt sich in langsamem
wachstümlichem Prozess aus. Zuerst der Saft im Stamm, dann die Knospen und
Blätter, dann die Blüte, und endlich die Frucht. Und Letztere ist auch noch
lange nicht reif, wenn sie auch schon angesetzt hat. Es ist ein langsamer
Wachstumsprozess, wo die Neugeburt in meinem Leben Raum gewinnen kann, nur
nicht so viel reden darüber. In dem gleichen Buch, wo ich das heraus
kopiert habe, wird von meinem Urgroßvater Johannes Kulln erzählt, der auf
der Alb war, damals als Lehrer noch in Lauffen war, schrieb begeistert
seinem Vater zurück: ich wollte alle mit Macht ins Reich Gottes hinein
treiben. Da hat der Vater ihn zurück geschrieben: es wäre mir lieber, du
würdest Holz spalten. Lass dein Christentum nicht so feurig werden, sondern
bleibe du einer, wo sich das im Gehorsam bewährt, auch in den schweren
Traurigkeiten deines Lebens. Dass die Neugeburt, die Kraft des
Auferstandenen, sich bei uns wirklich Stück um Stück bewährt. Und sie
wissen, was ich hiermit sagen will. Die Neugeburt der Bewährung bedarf, in
Anfechtung. Damit der Glaube echt wird. Aber dann schreibt noch Petrus von
der großen Freude. Von der großen Freude. Ihr seht jetzt noch nicht, wie
das ist, Christenleben, jetzt möchte ich sagen Neugeburt, ist eine Dynamik.
Mit dem Fremdwort kann man das umschreiben das versteht jeder. Eine
Dynamik, eine Bewegung, die nach vorne treibt. Auch, wenn der äußere Mensch
immer morscher wird, und unser Leib zerfällt, freuen wir uns auf das große
kommende Gottesreich. Wir haben jetzt schon Teil an der großen Bewegung
Jesu, der als der Auferstandene seine Gemeinde baut in allen Nationen,
Völkern und Sprachen. Und wir sind mit hineingenommen mit unserem eigenen
Leben, wir wollen, dass die Kraft Christi immer stärker bei uns zum Zuge
kommt. Wir haben sie nicht gesehen, und haben ihn doch lieb. Die Liebe zu
Jesus, das ist das Bindeglied der großen Freude. Ich kann immer nur das
eine predigen: dass sie das brauchen, die Nähe zu Jesus, dem
auferstandenen, Herrn, der mit ihnen geht, der sie begleitet auf den
schwierigen Weg in, der die Hand auf sie legt und sie segnet auch in den
Niederlagen, der sie wieder Neue sendet zum Dienst. Und dann brauchen sie
gar keine Erfolge, sie brauchen gar keine Bestätigung, sie wissen, Jesus
segnet mein Leben, ich darf an meiner Stelle treu bleiben, und dem Herrn
dienen. Wir werden einmal Augen machen in der Ewigkeit. Was der
Auferstandene in aller Verborgenheit durch sie, durch ihr Leben hindurch
gewirkt hat. Wir werden uns schämen, dass wir nicht mehr mit Jesus
gerechnet haben. Nicht mehr ihm vertraut haben. Sie brauchen gar nicht
sehen, ob das Wort, das Sie sprechen, aufgeht. Erfolg hat, sondern, sie
sollen dienen, dem Herrn treu sein. Ihr werdet euch freuen mit
unaussprechlicher, herrlicher Freude, die Auferstehungsfreude der Christen
ist eine Freude, die niemand wegnehmen kann. Und die weitergeht, bis wir
einmal Jesus sehen in der Herrlichkeit.
Amen.

