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Jesus ist Herr

25.01.2026Philipper 2,9-11
Wir schauen uns Jesus seine Erhöhung, seinen Namen, sein Bekenntnis und sein Ziel an. Wirst du vor Jesus die Knie beugen als sein begnadigtes Kind oder als sein Feind.

Einführung in den Text und historische Einordnung

 Philipper 2, Verse 5-11 lesen wir: „Unter euch sei diese Gesinnung, die auch in Jesus Christus war, der, obwohl er in der Gestalt Gottes war, es nicht als Beute ansah, Gott gleich zu sein, sondern sich selbst entäußerte, indem er die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen gleich wurde. In seiner äußeren Erscheinung als Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.

Dann folgt der Abschnitt, der heute im Zentrum stehen soll: Darum erhöhte Gott ihn auch über alles und gab ihm den Namen, der über jeden Namen ist, damit sich im Namen Jesus jedes Knie beuge – der himmlischen, irdischen und unterirdischen – und jede Zunge bekenne, dass Jesus Christus Herr ist, zur Verherrlichung Gottes, des Vaters. Amen.“

Bevor wir in den Text einsteigen, möchte ich euch mitnehmen in die Zeit, in der dieser Text geschrieben wurde. Wenn wir uns ein wenig hineinversetzen können und vielleicht das eine oder andere Wort, das Paulus benutzt hat, besser verstehen, werden wir nachvollziehen können, welche Bedeutung diese Worte für die Menschen damals hatten.

Denn es gibt eine sehr interessante Geschichte zur damaligen Zeit und zum Ort der Empfänger, der Stadt Philippi. Philippi war eine sehr bedeutende Stadt, denn etwa hundert Jahre vor diesem Brief, genauer gesagt im Jahr 42 vor Christus, fand hier die sogenannte Schlacht von Philippi statt. Wer möchte, kann diese Schlacht gerne nachschlagen.

Diese Schlacht markierte einen entscheidenden Wendepunkt in der römischen Geschichte. Sie bedeutete das Ende der römischen Republik. Nach weiteren Auseinandersetzungen begann die Zeit der Kaiserherrschaft. Das heißt, es endeten die Wahlen, und es begann eine Art Monarchie, in der ein Mann über allen stand: der Kaiser.

Der erste Kaiser, der siegreich aus der Schlacht von Philippi hervorging, war Gaius Octavius, der bei seiner Geburt so genannt wurde. Wahrscheinlich kennt ihr ihn besser unter dem Namen Kaiser Augustus.

Wenn wir verschiedene Papyri oder Inschriften aus jener Zeit betrachten, stellen wir fest, dass man in der Zeit, als er Kaiser wurde, begann, ihn mit besonderen Namen und Titeln zu bezeichnen. Ein solcher Titel war „Kyrios“, was so viel bedeutet wie „Herr“.

Als Kyrios bezeichnete man jemanden, der Autorität besaß, der Eigentumsrechte hatte und Anspruch auf Gehorsam erhob. Der Hausherr war Kyrios über sein Haus, seine Knechte und Sklaven. Diese gehörten ihm, und sie mussten ihm gehorchen.

Dementsprechend war die Bezeichnung „der Herr“, also „Kyrios“, für den Kaiser mehr als nur eine Floskel. Es war nicht einfach ein „Herr Meier“ oder Ähnliches. Nein, der Kaiser beanspruchte mit diesem Titel die höchste Autorität. Er war der oberste Herrscher, und von allen erwartete man absolute Loyalität.

Die Bedeutung der Kaiserverehrung und ihre Herausforderung durch Paulus

Und es bleibt nicht bei diesem Kyros, nicht allein bei diesem Herrn. Im Jahr 72 vor Christus erhält dieser Kaiser Gaius Octavius seinen Ehrennamen Augustus. Augustus bedeutet übersetzt so viel wie „der Erhabene“. Doch das ist nicht alles, was er trägt. Zum Ende seines Lebens hat er eine ganze Reihe von Titeln und Namen. Das wissen wir, weil es ein Markttor in Ephesus gibt, durch das vermutlich kaum jemand hindurchging, ohne die Inschrift zu sehen. Dort steht in großen Lettern, über mehrere Zeilen verteilt, sein Name.

Ich lese nur den ersten Teil seines Namens vor, ihr könnt ja alle Latein: „Imperator Caesar Divi Filius Augustus Pontifex Maximus“. Falls also jemand demnächst einen Sohn bekommt, der noch keinen Namen hat: „Imperator Caesar Divi Filius Augustus Pontifex Maximus“. Das heißt auf Deutsch – und jetzt wird es interessant, wenn wir all die Namen anschauen, die Jesus bekommt – übersetzt: „Imperator Caesar, Sohn des Vergöttlichten, der Erhabene, höchster Oberpriester“.

Damit beginnt eine gottgleiche Verehrung der Kaiser. Er ist der oberste, allererste Herr, der Herr. Und das gilt nicht nur für Europa. Augustus und auch die nachfolgenden Kaiser beanspruchen, wenn sie nicht gar behaupten, gottgleich zu sein, dann zumindest eine gottgleiche Verehrung oder einen göttlichen Abstand. Beispiele sind Nero oder andere Kaiser.

Augustus wird noch viel interessanter, weil er sich sogar als Retter inszenierte. Wir finden Inschriften und Papyri, in denen er buchstäblich als Retter bezeichnet wird. Es geht so weit, dass er als Friedefürst beschrieben wird – als derjenige, der der Welt Frieden brachte, weil er nun der alleinige Herrscher ist. Es gibt keine Auseinandersetzungen mehr zwischen irgendwelchen Parteien. Er hat Frieden gebracht. Auch das sind Inschriften, keine zufälligen Funde. Es wurde vor ihm gesagt, dass seine Geburt der Beginn eines Evangeliums war. Seine Geburt war der Beginn einer frohen Botschaft, die mit Frieden verbunden war.

Die Nachfolger der Kaiser stehen ihm darin in nichts nach. Ihr kennt wahrscheinlich ein wenig von Nero, der zur Zeit von Paulus herrschte und ebenfalls für sich eine gottgleiche Verehrung beanspruchte. Oder später Kaiser Domitian, von dem man berichtet, dass er von anderen forderte, ihn mit „Herr und Gott“ anzusprechen.

Gerade die östlichen Provinzen Roms, und Philippi war eine der östlichen Provinzen, waren geprägt von dieser Kaiserverehrung. Diese gottgleiche Verehrung gehörte fest zur Kultur und zum alltäglichen Leben. Das wissen wir, weil es in der Region und auch in Philippi selbst einige Tempel gab, die zu Ehren von Kaisern erbaut wurden. In Philippi sind mindestens zwei solcher Tempel bekannt.

Genau in dieser Zeit der Kaiserverehrung, dieser gottgleichen Kaiserverehrung, schreibt Paulus seine Worte. Er sagt, dass Jesus hoch erhoben ist und alle sich vor ihm beugen werden. Alle werden bekennen: Jesus ist Herr. Das war keine bloße religiöse Floskel, die Paulus hier schreibt. Es war ein direkter Angriff auf die gesamte Kaiserverehrung. Eine Aussage mit großer politischer Sprengkraft in der damaligen Zeit. Ein Bekenntnis dazu, wer der eigentliche, der überragende Kyrios, der wahre Herr über alle Dinge ist.

Und es war nicht nur Paulus, der mit dieser Aussage einen direkten Angriff auf die Kaiserverehrung machte. Aus der Kirchengeschichte wissen wir, dass die Christen damals verschiedene Begrüßungen hatten. Man begrüßte sich zum Beispiel mit den Worten „Friede sei mit euch“ oder „Friede sei mit dir“, „Friede und Gnade sei mit dir“ oder „mit euch“. Diese Grußformeln finden sich in den Briefen, aber auch Christen untereinander nutzten sie.

Andere grüßten sich mit dem aramäischen Wort „Maranatha“ aus 1. Korinther, was so viel bedeutet wie „Herr, komme bald“ oder „der Herr kommt bald“. Eine der Grußformen war genau das, was Paulus hier schreibt: „Jesus ist Herr“. Das heißt, jede Begrüßung unter Christen war ein Angriff auf den Kaiser.

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet, dass die Christen damals verfolgt wurden. Nicht, weil sie sich gegen den Staat auflehnten oder ungehorsam gegenüber Gesetzen waren, sondern weil sie einen anderen Herrn bekannten und als Kyrios bezeichneten. Dieses Bekenntnis zu einem anderen Herrn unterschied sie vom Rest der Gesellschaft. Es hob sie hervor und führte dazu, dass sie aus römischer Sicht wegen dieses „Aberglaubens“ verfolgt wurden – weil sie an einen anderen Herrn glaubten und nicht an den Kaiser.

Dieses Bekenntnis war also mehr als eine Begrüßung. „Jesus ist Herr“ war nicht einfach nur ein Titel unter vielen. Es war ein Bekenntnis, dass es einen Herrscher über den Kaiser gibt. „Herr“ bezeichnet die höchste Autorität. Bis heute ist die entscheidende Frage, die dieser Text uns stellt, nicht, ob Jesus Herr ist. Auch nicht, ob du ihn als Herrn bekennst. Die entscheidende Frage ist: Wann und wie wirst du ihn als Herrn bekennen? Wann und auf welche Art und Weise musst du bekennen, dass Jesus Herr ist?

Damit kommen wir auch zum heutigen Thema.

Vier zentrale Aspekte des Textes: Erhöhung, Name, Bekenntnis und Ziel

Und wenn es ein Wort gibt, das diesen Abschnitt treffend zusammenfasst, dann ist es dieses Wort. Es ist auch das eine Wort, das als Titel der Predigt gewählt wurde: Herr, Jesus, Jesus ist Herr.

Wir schauen uns vier Punkte in diesem Text an: seine Erhöhung, seinen Namen, sein Bekenntnis und sein Ziel. Paulus beginnt in Vers 9 mit einem Bindewort, mit dem Wort „darum“.

Darum, weil Jesus sich selbst erniedrigt hat, darum, weil er sich selbst zu nichts gemacht hat, darum erhöht ihn Gott, der Vater. Jesus ist das lebendige Beispiel dessen, was er selbst sagt, wie in Matthäus 23: „Wer sich aber selbst erhöht, wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.“

Diese Gesinnung, diese innere demütige Haltung, dieses den anderen nicht nur gleichwertig, sondern höher als sich selbst zu sehen – diese Demut ist nicht nur die Eingangstür in das Reich Gottes. Es ist nicht nur der Eintritt in das ewige Leben. Es soll keinen einzigen hochmütigen Menschen im Himmel geben. Diese demütige Haltung ist nicht nur der Schlüssel zur Einheit in der Gemeinde, das ist das, was Paulus sich von den Kolossern wünscht.

Diese Demut strahlt auch hell hervor in einer Welt, die sich eigentlich nur um sich selbst dreht. Diese Welt, die einen ganzen Monat im Jahr nur dem Stolz des Menschen widmet. Der Stolz wird selbst als erstes von den sieben Dingen genannt, die Gott hasst.

Der Stolz zieht sich, wenn man sich umsieht oder umhört, durch nahezu sämtliche Werbeslogans. Vielleicht kennt ihr den Werbeslogan von L’Oréal: „Weil ich es mir wert bin.“ Andere Werbeslogans heißen etwa „Sei etwas Besonderes“ – ich glaube, das war von Ferrero – oder „Entdecke deinen Moment“. All das zielt auf den Stolz, auf den Hochmut des Menschen ab.

Andere machen sich gute Vorsätze. Ich habe letztes Jahr, glaube ich, auf LinkedIn gelesen, dass sich jemand vorgenommen hat: „Dieses Jahr möchte ich mehr auf mich selbst achten. Ich möchte bewusster an mir teilnehmen, mir Zeit gönnen, in der ich einfach mal auf mich achte.“ Denn genau das ist das Problem in dieser Welt: Wir gehen viel zu wenig an uns selbst heran.

Natürlich ist das nicht immer gemeint, aber kein Wunder, dass Paulus in den folgenden Versen davon schreibt, dass wir wie Lichter, wie hellstrahlende Sterne in einer verdrehten und verkehrten Welt leuchten sollen. In dieser Welt wird das, was Gott hasst, als erstrebenswert dargestellt.

Deshalb sagt Paulus: Ahmt diese Gesinnung nach! Nehmt euch diese innere Einstellung Jesu als Vorbild. Denn Gott widersteht dem Hochmütigen. Aber der Gnade erweist er sich, wer sich selbst erniedrigt. Der wird erhöht werden. Darum erhöhte ihn Gott auch über alles.

Achtet nicht nur auf das „darum“, also auf den Grund seiner Erhöhung, dass er sich selbst erniedrigt hat. Achtet auch darauf, wer hier im zweiten Teil aktiv ist. Seht ihr, Jesus steht nur in den ersten Versen 5 bis 8 aktiv da. Er ist aktiv in seiner Erniedrigung, aber passiv in seiner Erhöhung. Der Vater erhöht ihn auf die höchstmögliche Position, weil er sich selbst gedemütigt hat.

Und das ist genau das, was Jesus selbst sagt: Wer sich selbst erniedrigt – da sind wir aktiv –, der wird erhöht werden. Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass wir uns selbst erhöhen müssen. Das ist unsere passive Rolle.

Die Bedeutung der Erhöhung Jesu

Nun, was bedeutet es eigentlich, dass Gott Jesus über alles erhöht hat? Was heißt es, dass Jesus nach seiner Erniedrigung, nach seiner Menschwerdung, höher gestellt wurde als zuvor? War Jesus Gott, als er Mensch wurde, und ist er jetzt Herr und Gott höher als zuvor? War er vorher perfekt, und ist er jetzt noch perfekter? Was meint man mit „Er ist hoch erhaben“? Hat das etwas an seiner Stellung geändert?

In Johannes 17 bittet Jesus den Vater: „Vater, verherrliche mich bei dir selbst.“ Und dann spricht er von der Herrlichkeit, die er bei Gott hatte, ehe die Welt war. Das bedeutet, die Erhöhung Jesu besteht zu einem großen Teil darin, dass ihm das wiedergegeben wird, was er vor seiner Menschwerdung von Ewigkeit her besaß. Er wird durch die Erhöhung nicht höher gestellt als zuvor, er wird nicht göttlicher oder perfekter als vorher. Er ist, war und bleibt ewig vollkommener Gott.

Dennoch erhält er in seiner Erhöhung mehr, als er in seiner Erniedrigung aufgegeben hat. Er wird nicht mehr Gott als vorher, nicht perfekter als vorher. Aber es gibt einige Punkte, die Jesus im Zuge seiner Erhöhung nach seiner Menschwerdung erhalten hat.

Zum einen wird er als König gekrönt. Er wird als Gottmensch erhöht und sitzt zur Rechten des Vaters, um über alle Dinge zu herrschen. Im Alten Testament wird diese Erhöhung mehrfach verheißen – nicht nur durch einen Propheten, sondern Gott der Vater spricht selbst zum Sohn. Zum Beispiel heißt es in Psalm 110: „Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.“ David blickt hier prophetisch auf Gott und sieht, was der Vater dem Sohn verspricht.

Auch Psalm 2 spricht prophetisch von dieser Erhöhung zum König und Herrscher über alle Dinge. Dort spricht Gott der Vater zum Sohn: „Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben und die Enden der Erde zum Besitz.“ Wieder spricht der Vater zum Sohn.

Im Römerbrief macht Paulus deutlich, dass Jesus auf diese Erde gekommen ist, gestorben und wieder auferstanden, um zu herrschen. Er verbindet die Erniedrigung Jesu mit seiner Erhöhung: „Denn hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, damit er über Tote und Lebende herrsche.“ Paulus zeigt also, dass Jesu Erniedrigung bis zum Tod am Kreuz mit seiner Krönung als König der Könige und Herr aller Herrscher verbunden ist.

Im Epheserbrief heißt es, dass der Vater ihn, den Sohn, aus den Toten auferweckt und zur Rechten gesetzt hat, in den himmlischen Regionen, über jedes Fürstentum, jede Gewalt, Macht und Herrschaft und jeden Namen, der genannt wird – nicht nur in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen. Und er hat alles seinen Füßen unterworfen.

Der Vater hat dem Sohn im Zuge seiner Erhöhung alles unterworfen, wie es mehrfach im Alten Testament verheißen wurde, auch wenn es jetzt noch nicht sichtbar ist. Es wird sich jedoch zeigen, dass er ihm alles unterworfen hat.

Was sehen wir noch? Jesus erhält in seiner Erhöhung die erhabene Stellung als hoher Priester und Fürsprecher für sein Volk, seine Gemeinde. In Hebräer 7 lesen wir, dass er nicht nur zur Rechten des Vaters sitzt, sondern sich auch für uns einsetzt: „Darum kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten.“ Ein solcher hoher Priester war nötig – heilig, unschuldig, unbefleckt von Sünden, abgesondert und höher als die Engel.

Das heißt, seine erhabene Position als hoher Priester und Fürsprecher erhält er im Zuge seiner Erhöhung.

Was sehen wir noch? Jesus erhält mehr Anbetung als je zuvor auf dieser Erde. In Offenbarung 5,11-12 schreibt Johannes: „Und ich sah, und ich hörte die Stimme vieler Engel um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; ihre Zahl war Zehntausende mal Zehntausende und Tausende mal Tausende. Sie sprachen mit lauter Stimme: ‚Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Lobpreis.‘“

Achten Sie darauf: Hier steht nicht „würdig ist Gott“, sondern ausdrücklich „würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist“. Dieses Bild greift Jesaja 53 auf, wo vom leidenden Messias gesprochen wird, der für uns stirbt, wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt.

Was bedeutet das? Jesus ist uns würdig, weil er sich selbst erniedrigt und für uns gestorben ist. Das heißt nicht, dass Jesus nicht auch allein deswegen anbetungswürdig wäre, weil er unser Schöpfer ist und alles geschaffen hat. Aber die Tatsache, dass er bereit war, sich für Sünder zu erniedrigen, die ihn willentlich ablehnen, und für sie zu sterben, zeigt die Größe seiner Liebe, Barmherzigkeit und Gnade mehr als alles andere.

In gewisser Hinsicht können wir sagen, dass die Sünde Gottes demütiges, barmherziges und liebevolles Retterherz offenbarte. Deshalb gebührt ihm noch mehr Anbetung, als ihm eigentlich schon durch seine Gottheit zusteht – durch seine Erniedrigung und Erhöhung.

Schließlich wird ihm als Teil seiner Erhöhung das Gericht übertragen. Jesus selbst sagt in Johannes 5,22: „Denn der Vater richtet niemand, sondern das ganze Gericht hat er dem Sohn übergeben, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.“

In Apostelgeschichte 10 spricht Petrus zu Cornelius und sagt, dass es ihre Aufgabe ist, ernsthaft zu bezeugen, dass Jesus der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und der Toten ist.

Der besondere Name Jesu und seine Bedeutung

Und natürlich können wir auch seinen Namen, der ihm gegeben ist, als Teil seiner Erhöhung sehen. Lange kommt er zum zweiten Punkt: sein Name. Ihm ist ein Name gegeben, der über jeden Namen ist. Denn mit dem Namen Jesus wird sich jedes Knie der himmlischen, irdischen und unterirdischen Generation beugen und bekennen, dass Jesus Christus Herr ist – zur Verherrlichung Gottes, des Vaters.

Nun stellt sich die Frage, was für ein Name damit gemeint ist. Einige würden wahrscheinlich sagen: Ja, Jesus. Wir haben sogar Lieder, in denen wir hören, dass Jesus der höchste Name ist. Aber die Frage ist: Ist Jesus der Name, der ihm gegeben wurde und über allen Namen steht? Ich würde sagen: Nein. Warum?

Zum einen heißt es hier nicht „damit ihm den Namen Jesus“, sondern „damit ihm den Namen Jesu“. Es ist also nicht der Name Jesus an sich gemeint, sondern der Name, den der Vater Jesus gegeben hat als Teil seiner Erhöhung. Jesus war eigentlich sein Name, den er als Teil seiner Erniedrigung erhalten hat.

Zum anderen ist der Name Jesus eigentlich eine Abwandlung des Namens Joshua, was so viel bedeutet wie „Jahwe ist Rettung“. Jesus oder Joshua war damals ein recht gebräuchlicher Name – zur Zeit Jesu, aber auch davor und danach. Der Name an sich war nichts Besonderes. Natürlich hatte er eine schöne Bedeutung, aber vor allem hatte er in Jesus eine besondere Bedeutung. Denn nicht nur der Name selbst sagt „Retter“, sondern über ihm wird gesagt: Dieser Jesus ist der Retter. Das können wir in Tages 1 nachlesen.

Drittens, wie gesagt, bedeutet Jesus „der Retter“. Doch wenn wir den Moment betrachten, den Paulus hier beschreibt, tritt Jesus nicht als gnädiger Retter auf, sondern als König der Könige und Herr aller Herren in seiner ganzen Pracht und Herrlichkeit. Alle werden sich ehrfurchtsvoll vor ihm beugen – nicht vor ihm als Retter, sondern vor ihm als Herrn aller Herren.

Das führt uns zur Antwort, die ihr wahrscheinlich schon kennt, da sie auch der Titel der Predigt ist: Was ist das für ein Name, den er erhalten hat? Denn in dem Namen Jesu, den er erhalten wird, wird sich jedes Knie beugen – der himmlischen, irdischen und unterirdischen Generation. Alle werden gemeinsam bekennen, dass Jesus Herr ist, dass Jesus Kyrios ist.

Was bedeutet „Herr“? Herr ist der Titel für die höchste Majestät und Autorität. Es ist der Titel für den, dem alle Ehre gebührt, den souveränen Herrscher über alle Dinge. In Offenbarung 19, Vers 16 heißt es: „Und er trägt auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben.“ Auf diesem Gewand und auf seiner Hüfte steht nicht „Jesus“, sondern „König der Könige und Herr der Herren“, Herr aller Herren.

Herr macht deutlich, dass er über allem steht. Ihm gehören alle Dinge, und er hat die höchste Autorität. In Psalm 135 heißt es: „Alles, was dem Herrn wohlgefällt, das tut er im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen.“ Das ist die Definition von Herr: Er tut, was ihm wohlgefällt, im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in allen Tiefen.

Dementsprechend heißt es in einem Gebet in 1. Chronik 29: „Dein, o Herr, ist die Majestät und die Gewalt und die Herrlichkeit und der Glanz und der Ruhm; denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein. Dein, o Herr, ist das Reich, und du bist über alles erhaben.“

Wenn wir das Neue Testament lesen, fällt auf, dass Jesus öfter als Herr bezeichnet wird, als dass er als Retter dargestellt wird. Über siebenundfünfzig Mal wird Jesus „Herr“ genannt. In der Apostelgeschichte – und das ist besonders interessant, da dieses Buch von der Verbreitung des Evangeliums in der ersten Christenheit berichtet – wird Jesus nur zweimal als Retter genannt, aber zweiundneunzig Mal als Herr.

Das widerspricht dem Glauben mancher Christen, die meinen, dass man Jesus zwar als persönlichen Retter annehmen kann, es aber optional sei, ihn als Herrn anzuerkennen.

Gehorsam als Folge des Bekenntnisses zu Jesus als Herrn

Segen

Unmittelbar nach unserem Abschnitt beginnt Paulus in Vers zwölf mit den folgenden Worten, die er wiederum mit einem Bindewort einleitet: „Darum, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch vielmehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zagen.“

Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, was die nächste Woche anschaut. Aber nur so viel: Es ist kein Zufall, dass Paulus unmittelbar nach unserem Abschluss, in dem von Jesus als dem Herrn gesprochen wird, auch den Gehorsam der Philipper anspricht. Gehorsam gegenüber diesem Herrn ist nicht nur optional. Wir können Jesus nicht nur als unseren persönlichen Retter anerkennen, aber gleichzeitig nicht als unseren Herrn.

Gehorsam gegenüber diesem Herrn ist nicht nur für besonders geistliche Christen. Es gibt keinen „Christ 2.0“, der sozusagen ein bisschen besser ist, weil er Jesus nicht nur als Retter, sondern auch als Herrn anerkennt. Wer Jesus nicht als Herrn will, kann ihn auch nicht als Retter haben. Und nein, das heißt nicht, dass Gehorsam rettet. Aber Gehorsam ist eine zwingende Folge des neuen Lebens, das Gott in uns gegeben hat.

Wenn Paulus davon spricht, dass wir unsere Rettung verwirklichen sollen, meint er damit nicht, dass wir unsere Errettung erarbeiten müssen. Er meint, dass die Errettung, die wir allein aus Gnade erfahren haben, in unserem Leben sichtbar werden soll – nämlich durch Gehorsam gegenüber diesem Herrn.

Dieser Herr, der eines Tages – und das ist der dritte Punkt – sein Bekenntnis erhält, wird von allen Menschen und allen Engeln als Herr bekannt werden. Egal, in welcher Gruppe du gehörst: Ob du dein Leben lang den Jungen rebelliert hast, ihn vielleicht sogar lächerlich gemacht hast oder dein Leben hier und jetzt schon ihm übergeben hast. Egal, ob du stirbst, bevor er wiederkommt, oder seine Wiederkunft hier auf dieser Erde miterlebst – du kannst ihm nirgendwo entfliehen, tot oder lebendig.

Er rettet oder richtet, weil er in deinen Sünden lebt. Am Ende wirst du anerkennen müssen, dass er über allen Dingen steht. Und letztendlich wird sich nicht nur jeder Mensch, sondern jedes Geschöpf, einschließlich aller Engel – ob heilige oder gefallene Engel – entweder freiwillig aus Ehrfurcht oder gezwungenermaßen mit Zähneknirschen Jesus als Herrn unterwerfen.

Paulus betont: „Jedes Knie wird sich beugen, jedes Knie der himmlischen, der irdischen und der unterirdischen Welt.“ Nun, was ist damit gemeint? Die himmlische Welt umfasst alle heiligen Engel und alle verstorbenen Heiligen, alle verstorbenen Menschen. Die irdische Welt sind alle, die auf der Erde sind, unabhängig davon, ob sie errettet sind oder nicht. Die unterirdische Welt meint alle gefallenen Engel und alle verstorbenen Menschen, die ihr Leben lang Jesus abgelehnt haben.

Alle, alle Zungen werden bekennen, dass Jesus der Herr ist. Das Wort für „Zungen“ wird eigentlich auch in der Rede verwendet, um von verschiedenen Sprachen zu sprechen, also nicht von der Zunge an sich, sondern von unterschiedlichen Sprachen. Das heißt, in jeder existierenden Sprache – sei es die Sprache der Menschen oder die Sprache der Engel – wird man im ganzen Universum dieses Bekenntnis hören: „Jesus Christus ist Herr!“

Die Frage ist: Auf welcher Seite wirst du stehen? Wirst du dich freiwillig aus Ehrfurcht diesem herrlichen Gott und deinem Retter und Herrn unterordnen, der deine Flucht vor ihm will, aus Dank und Ehrfurcht, weil er ein großer Gott ist, weil er ein großer Retter ist? Oder wirst du mit Zähneknirschen bekennen müssen: „Er ist Herr, er ist Herr über alle Dinge“?

All das hat einen einzigen Sinn und Zweck, ein Ziel. Die ganze Erniedrigung Jesu, seine Menschwerdung, sein grausamer Tod am Kreuz, seine Erhöhung als König aller Könige, als Herr aller Ehren – all das hat ein Endziel. Das ist der vierte Punkt: Sein Ziel ist die Verherrlichung Gottes, des Vaters.

Jesus erfüllt sich selbst, er kommt auf die Erde mit dem Ziel, den Vater zu verherrlichen. Er selbst sagt im Johannesevangelium 17: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden, ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, dass ich es tun soll.“

Was macht der Vater? Der Vater erhöht ihn über alle Dinge, über alle Völker, über jeden Menschen. Er übergibt ihm das letztendliche Gericht. Und alle Geschöpfe, ob sie wollen oder nicht, werden sich vor ihm beugen – und das ehrt den Vater.

„Wenn der Sohn geehrt wird, ehrt das den Vater.“ Egal, ob das Engel oder Menschen auf dieser Erde, im Himmel oder in der Hölle sind: Gott, der Vater, wird verherrlicht. Ob du dich am Ende vor Jesus als deinen Retter oder vor Jesus als deinem Richter beugst – Gott wird verherrlicht.

Gott wird verherrlicht, wenn ein Sünder Buße tut, wenn er zum Glauben an Jesus kommt und ihn als Herrn und Retter annimmt. Aber Gott, der Vater, wird auch verherrlicht, wenn stolze, hartherzige Sünder ewig unter seinem gerechten Gericht stehen. Gott wird verherrlicht aufgrund seiner Gnade und aufgrund seiner Gerechtigkeit.

Am Ende werden alle Jesus als Herrn bekennen. Sie werden ihre Knie im Namen Jesu beugen, das heißt, sie werden seinen Willen ihrem Willen unterordnen. Niemand wird ihm widersprechen können. Niemand wird ihm Ungerechtigkeit vorwerfen können. Niemand wird eine Diskussion mit ihm führen. Es wird keine Rebellion gegen ihn geben.

Mit dem Bekenntnis, dass Jesus Herr ist, geht auch die Erkenntnis einher, dass er vollkommen gerecht und jedem gegenüber fair und wahrhaftig ist. Mit dem Bekenntnis, dass Jesus Herr ist, geht auch die Erkenntnis einher, dass keine einzige Verurteilung eines Menschen oder Engels ungerecht wäre.

Das heißt, keiner wird sich entschuldigen können. Jeder wird erkennen, was Paulus bereits vor zweitausend Jahren in Römer 1 geschrieben hat: dass Gott alles erschaffen hat und sich in der Schöpfung gezeigt hat, sodass sie keine Entschuldigung haben.

Es wird niemanden geben, der sich herausreden kann. Es wird niemanden geben, der von diesem Thron Jesu sagen kann: „Doch, hätte ich das gewusst, dann hätte ich dies oder jenes getan.“ Es wird keinen geben.

Stattdessen wird jeder bekennen: „Jesus ist Herr!“ Du wirst erkennen müssen, dass dieser Gott sich als mächtiger Schöpfergott in seinem Universum, in der ganzen Schöpfung, gezeigt hat. Dein von Gott gegebenes Gewissen wird Zeugnis gegen dich ablegen – das Gewissen, das du vielleicht dein ganzes Leben lang zum Schweigen bringen wolltest und es vielleicht sogar geschafft hast, obwohl dieses gottgegebene Gewissen dir immer wieder deine Schuld vor Augen geführt hat.

Vor diesem Herrn wird keiner widersprechen, keiner wird diskutieren, keiner wird ihn infrage stellen, geschweige denn gegen ihn rebellieren. Für diejenigen, die Jesus ihr Leben lang abgelehnt haben, wird dieses Bekenntnis, dass er Herr ist, unfreiwillig sein. Aber es wird unausweichlich sein – eine erzwungene Anerkennung Jesu Christi als souveränen Herrn des Universums und als gerechten Richter.

 Offenbarung 20,11-15 gibt uns einen Einblick, wie es sein wird, wenn alle, die Jesus abgelehnt haben, vor diesem Richterstuhl Jesu erscheinen. Es ist der ernsteste, der ernüchterndste und der tragischste Abschnitt der ganzen Bibel, weil er vollkommen, absolut und ewig ist:

„Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß, und vor seinem Angesicht flohen Erde und Himmel. Und es wurde kein Platz für sie gefunden. Und ich sah die Toten, Kleine und Große, stehen vor Gott, und es wurden Bücher geöffnet. Und ein anderes Buch wurde geöffnet, das ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben stand, entsprechend ihren Werken. Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihnen waren. Und sie wurden gerichtet, jeder nach seinem Werk. Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.“

Jeder wird vor dem Thron Jesu erscheinen. Hier in Offenbarung 20 sehen wir, wie diejenigen, die ihr Vertrauen nicht in Jesus gelegt haben, ihr gerechtes Urteil empfangen.

In einem anderen Abschnitt, Matthäus 25, wird beschrieben, wie Jesus in seine Herrlichkeit kommen wird und einen Unterschied machen wird zwischen seinen Schafen und denen, die nicht zu ihm gehören:

„Und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zu seiner Linken.“

Die entscheidende Frage, die den Unterschied machen wird, auf welcher Seite du stehen wirst, ist nicht, ob du Jesus als Herrn bekannt hast. Die entscheidende Frage wird sein: Wann? Wann hast du oder wann wirst du ihn als Herrn bekennen?

Paulus schreibt im Römerbrief: „Denn wenn du mit deinem Mund bekennst: Jesus ist Herr, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“

Der Unterschied zwischen denen, die errettet werden, und denen, die in den Feuersee geworfen werden, ist im Grunde genommen nur der Zeitpunkt, an dem sie bekannt haben, dass Jesus Herr ist.

Für die einen wird dieser Ausruf „Jesus ist Herr“ ein Ausruf des Sieges sein, ein Ausruf der endgültigen Rettung – für die, die ihr Leben diesem Herrn und Retter anvertraut haben. Die anderen werden mit Zähneknirschen gezwungenermaßen genau dasselbe bekennen müssen.

Deshalb ist die entscheidende Frage auch heute: Es ist nicht, ob du ihn als Herrn bekennen wirst, sondern wann. Wann wirst du ihn bekennen? Wann hast du ihn bekennt? Wann wirst du ihn nicht nur als persönlichen Retter, sondern als deinen Retter und Herrn anerkennen?

Das Ziel der Erhöhung Jesu: Verherrlichung Gottes des Vaters

Und all das hat einen einzigen Sinn und Zweck, all das hat ein Ziel. Die ganze Erniedrigung Jesu, seine Menschwerdung, sein grausamer Tod am Kreuz, seine Erhöhung als König aller Könige, als Herr aller Ehren – all das hat ein Endziel. Nur das ist der vierte Punkt, sein Ziel: die Verherrlichung Gottes, des Vaters.

Nun erledigt Jesus sich, er kommt auf die Erde mit dem Ziel, den Vater zu verherrlichen. Er selbst sagt im Neuen Testament, im Johannes-Evangelium Kapitel 17: „Ich habe dich verherrlicht auf Erden, ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tun soll.“

Was macht der Vater? Der Vater erhöht ihn über alle Dinge, über alle Völker, über jeden Menschen. Er übergibt ihm das letztendliche Gericht, und alle Geschöpfe, ob sie wollen oder nicht, werden sich vor ihm beugen. Und damit wird Gott, der Vater, verherrlicht.

„Wenn der Sohn geehrt wird, ehrt das den Vater.“ Egal, ob die Engel deiner Laufbahn auf dieser Erde, im Himmel oder in der Hölle landen – Gott, der Vater, wird verherrlicht. Ob du dich am Ende vor Jesus als deinen Retter oder vor Jesus als deinem Richter beugst, Gott wird verherrlicht.

Siehst du, Gott wird verherrlicht, wenn ein Sünder Buße tut, wenn er zum Glauben an Jesus kommt und ihn als Herrn und Retter annimmt. Aber Gott, der Vater, wird auch verherrlicht, wenn stolze, hartherzige Sünder ewig unter seinem gerechten Gericht stehen.

Gott wird verherrlicht aufgrund seiner Gnade und aufgrund seiner Gerechtigkeit. Am Ende werden alle Jesus als Herrn bekennen. Sie werden ihre Knie im Namen Jesu beugen, das heißt, sie werden seinen Willen ihrem Willen unterordnen. Niemand wird ihm widersprechen. Niemand wird ihm Ungerechtigkeit vorwerfen können. Niemand wird eine Diskussion mit ihm führen, es wird keine Rebellion gegen ihn geben.

Mit dem Bekenntnis, dass Jesus Herr ist, geht auch die Erkenntnis einher, dass er vollkommen gerecht ist und jedem gegenüber fair und wahrhaftig handelt. Mit dem Bekenntnis, dass Jesus Herr ist, geht auch die Erkenntnis einher, dass keine einzige Verurteilung eines Menschen oder Engels ungerecht wäre.

Das heißt: Keiner wird sich entschuldigen können. Jeder wird erkennen, was Paulus bereits vor zweitausend Jahren im Römerbrief Kapitel 1 geschrieben hat: dass Gott alles erschaffen hat und sich in der Schöpfung gezeigt hat, sodass sie keine Entschuldigung haben.

Es wird niemanden geben, der sich herausreden kann. Von diesem Thron Jesu wird niemand sagen können: „Doch, hätte ich das gewusst, dann hätte ich dieses oder jenes getan.“ Es wird keinen solchen geben.

Stattdessen wird jeder bekennen: Jesus ist Herr. Und du wirst erkennen müssen, dass dieser Gott sich als mächtiger Schöpfergott in seinem Universum, der ganzen Schöpfung, gezeigt hat. Dein von Gott gegebenes Gewissen wird Zeugnis gegen dich ablegen – das Gewissen, das du vielleicht dein ganzes Leben lang zum Schweigen bringen wolltest und es vielleicht sogar geschafft hast, obwohl dieses gottgegebene Gewissen dir immer wieder deine Schuld vor Augen geführt hat.

Vor diesem Herrn wird keiner widersprechen, keiner wird diskutieren, keiner wird ihn infrage stellen, geschweige denn gegen ihn rebellieren.

Für diejenigen, die Jesus ihr Leben lang abgelehnt haben, wird nur dieses Bekenntnis bleiben: dass er Herr ist. Dieses Bekenntnis wird unfreiwillig sein, aber es wird unausweichlich sein – eine erzwungene Anerkennung Jesu Christi als souveränen Herrn des Universums und als gerechten Richter.

Das endgültige Gericht und die Konsequenzen des Bekenntnisses

 Offenbarung 20, Verse 11 bis 15 geben uns einen Einblick, wie es sein wird, wenn alle, die Jesus abgelehnt haben, vor dem Richterstuhl Jesu erscheinen. Dieser Abschnitt ist der ernsteste, ernüchterndste und tragischste Teil der ganzen Bibel, weil er vollkommen, absolut und ewig ist.

In Offenbarung 20,11 heißt es: „Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß. Vor seinem Angesicht flohen Erde und Himmel, und für sie wurde kein Platz gefunden. Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor Gott stehen. Es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das Buch des Lebens. Die Toten wurden gerichtet nach ihren Werken, entsprechend dem, was in den Büchern geschrieben stand. Das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, ebenso der Tod und das Totenreich. Sie wurden gerichtet, jeder nach seinem Tun. Dann wurden der Tod und das Totenreich in den Feuersee geworfen – das ist der zweite Tod. Wer nicht im Buch des Lebens gefunden wurde, wurde ebenfalls in den Feuersee geworfen.“

Jeder wird vor dem Thron Jesu erscheinen. In Offenbarung 20 sehen wir, wie diejenigen, die ihr Vertrauen nicht in Jesus gesetzt haben, ihr gerechtes Urteil empfinden werden.

In einem anderen Abschnitt, Matthäus 25, wird beschrieben, wie Jesus in seiner Herrlichkeit kommen wird und einen Unterschied macht zwischen seinen Schafen und denen, die nicht zu ihm gehören. Dort heißt es, dass vor ihm alle Heidenvölker versammelt werden und er sie scheiden wird wie ein Hirte, der die Schafe von den Böcken trennt. Die Schafe werden zu seiner Rechten stehen, die Böcke zu seiner Linken.

Die entscheidende Frage, die den Unterschied macht, auf welcher Seite man stehen wird, ist nicht, ob man Jesus als Herrn bekannt hat. Die entscheidende Frage ist, wann man ihn als Herrn bekennt. Paulus schreibt im Römerbrief: „Denn wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“

Der Unterschied zwischen denen, die errettet werden, und denen, die in den Feuersee geworfen werden, ist im Grunde nur der Zeitpunkt, an dem sie bekannt haben, dass Jesus Herr ist. Für die einen wird dieser Ausruf „Jesus ist Herr“ ein Ausruf des Sieges und der endgültigen Rettung sein – für die, die ihr Leben diesem Herrn und Retter anvertraut haben. Die anderen werden denselben Ausruf knirschend und gezwungenermaßen bekennen müssen.

Deshalb ist die entscheidende Frage auch heute: Es geht nicht darum, ob du Jesus als Herrn bekennen wirst, sondern wann. Wann hast du ihn oder wann wirst du ihn nicht nur als persönlichen Retter, sondern als deinen Retter und Herrn bekennen?