
Das Seufzen der Schöpfung
Leiden, Seufzen, Hoffnung: Kommt die neue Welt wirklich bald?
Römer 8,18-2302.08.2026
Serie•Teil 35 / 47Wir betrachten den Römerbrief
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Die biblische Sicht auf die gegenwärtige Welt
Ich lade euch ein, aufzustehen mit mir und einen Bibeltext zu lesen aus Römer, Kapitel 8, Verse 19 bis 23. Nehmen wir vielleicht schon noch einmal Vers 18 dazu, das war ja vom letzten Sonntag der Predigttext. Von Vers 18 bis 23 also Römer 8:
Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei. Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mit Seufzen und mit Wehen liegt bis jetzt. Und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes. Amen.
Nehmen wir Platz miteinander.
Ja, hier zeigt Paulus uns das biblische Weltbild. Welche Ansicht haben wir von dieser Welt? Darüber wollen wir uns unterhalten anhand des Textes.
In Vers 18 hat Paulus ja von den Leiden der jetzigen Zeit gesprochen. Jeder von uns weiß, wovon er redet. Wer wollte die Leiden des Lebens leugnen? Keiner! Das tun nicht einmal die Weltmenschen. Auch sie sehen, wie die Schöpfung leidet. Sie sehen die Krankheit, die Armut, die Kriege, die Zerrüttungen auf der ganzen Welt.
Aber die Welt hat einen anderen Blick auf das Leiden der Welt als die Christen. Die Weltmenschen versuchen, philosophisch daran zu gehen, zum Beispiel positivistisch, mit positivem Denken. Die Menschheit hat die Evolution hervorgebracht, und sie glaubt, dass sie immer noch weitergeht. Der Mensch entwickelt sich durch all das Böse hindurch doch letztendlich zum Guten hin, und alles Sein wird sich vervollkommnen. Der Mensch glaubt an Forschung, an Fortschritt, Technik, Wirtschaft, Kultur, Bildung, und er hofft und glaubt und arbeitet mit aller Kraft daran, dass diese Welt letztendlich doch besser wird.
Und so kommt es denn, dass nicht nur Regierungschefs, aber an die erinnern wir uns dann ja im Besonderen: Der amerikanische Präsident redet jetzt also von einem neuen goldenen Zeitalter, Frau Merkel hat damals die Losung ausgegeben: Wir schaffen das, und Barack Obama hat gerufen: Yes, we can. Könnt ihr euch noch erinnern? So, diese drei Sprüche lassen wir mal so stehen. Sie kennzeichnen das Denken der Menschheit. Wir vertrauen uns selber, wir glauben an uns, wir bauen eine gute Welt.
Als 1945 am Ende die halbe Welt in Trümmern lag, haben wir Menschen gesagt: Das machen wir nie wieder, nie wieder Krieg. Und kaum ist einer zu Ende, sind drei andere schon wieder ausgebrochen. Und so geht das bis heute weiter. Der Mensch bleibt aber trotzdem immer noch in diesem evolutionären Gedanken hängen: Es wird doch irgendwie alles besser werden. Der Mensch sieht die Leiden der Zeit, vertraut auf sich selbst und glaubt an die evolutionären Potenziale. Er erhofft am Ende, dass es auf dieser Erde doch irgendwie noch ein Paradies geben wird.
Und der Jonas hat eben schon davon gesprochen, dass es auch Strömungen gibt, christliche Strömungen, die das Evangelium, die Weltsicht der Bibel, sehr gerne vermischen mit menschlichen Denksystemen und Philosophien. Es gibt auch Christen, die hoffen auf eine bessere Welt. Sie glauben, dass ein starker christlicher, ethischer Einfluss die Gesellschaft positiv verändern wird, und das ist der Kampf, den manch einer ausruft. Und so hoffen wir, durch Christianisierung am Ende dann doch so etwas wie ein tausendjähriges Friedensreich auf Erden zu schaffen, und alles wird gut. Nur moralischer werden, wir müssen christliche Werte durchsetzen, wir müssen das Gutmenschentum fördern und auch die Gebote durchsetzen, dann wird alles gut.
Ja, aber Paulus hat an diese Thesen, wie ich sie versucht habe, kurz zusammenzufassen, nicht geglaubt. Wenn ihr den Text in Erinnerung habt: Er hat nicht geglaubt, dass diese Welt jemals besser wird, sondern er glaubte, dass sie immer böser wird. Auch Jesus hat es gesagt: Die Zeiten werden immer böser, die Ungerechtigkeit nimmt Überhand und die Liebe erkaltet, die Kriege nehmen zu, das Elend, der Streit unter den Menschen hört nicht auf.
Paulus glaubte mit unserem Herrn Jesus, dass es für diese Welt, so wie sie ist, keine Zukunft gibt. Er glaubte an ihr desaströses Ende. Und darum lag seine Hoffnung nicht darin, dass sich die gegenwärtige Welt am Ende durch christlich-moralischen Einfluss noch verbessern, noch halten kann. Sondern Paulus sagt: Diese Erde ist der Vergänglichkeit unterworfen.
Damit ist nicht gesagt, dass der Apostel keine Hoffnung hatte. Sie lag nicht in dieser gegenwärtigen gerichtsreifen Welt, sondern, ich nehme es vorweg, sie lag in einer neuen Welt, in einem neuen Himmel und einer neuen Erde, von der die Bibel spricht und von der wir heute Morgen hören werden. Lasst es auf euer Herz wirken.
Nochmal Vers 18: Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll. Paulus’ Hoffnung war die kommende Herrlichkeit, die an uns Glaubenden geoffenbart werden soll. Und dieser Blick auf die kommende Herrlichkeit Gottes ließ in ihm alles verblassen, was diese jetzige Welt an Leiden mit sich bringt. Das war sein Weltbild.
Alles, was für ihn galt, war die bevorstehende Offenbarung Christi in Kraft und Herrlichkeit. Und wir erinnern uns: Das war nicht nur bei Paulus so, sondern das war schon bei dem ersten Erzvater Abraham so. Er hatte eine Verheißung für das irdische Kanaan, aber er lebte dort doch wie in einem fremden Land, denn er wartete auf die Stadt, deren Baumeister und Schöpfer Gott selber ist. Das war sein Weltbild, seine Hoffnung: nicht diese Welt, sondern die Stadt, das neue Jerusalem. Das war Abrahams Hoffnung.
Aber auf dieses Ziel zustrebte nicht nur der Erzvater, nicht nur Paulus, nicht nur alle Kinder Gottes, sondern Paulus schreibt jetzt in unserem Text: Auch die Schöpfung sehnt sich nach diesem gewaltigen Höhepunkt, dem Kulminationspunkt aller Zeiten. Vers 19: Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei.
Das bedeutet, dass an jenem Tag die Erlösten des Herrn für den gesamten Kosmos offenbar werden. Gott selber stellt sie dar. Alle Welt wird sehen, was aus uns elenden Sündern in Jesus Christus geworden ist, wie wir mit ihm und in ihm verherrlicht worden sind. Es ist der Tag, an dem Jesus seine Braut vorstellt, die größte Romanze des Universums: Jesus und seine Braut. Die Söhne Gottes werden vor aller Welt offenbar werden, und sie werden sie sehen und erkennen an jenem Tage der großen Herrlichkeit Gottes.
Und nach diesem Tag der Offenbarung der Söhne Gottes sehnt sich die ganze Schöpfung, Paulus sagt, mit voller Spannung. Es liegt eine Spannung in der Schöpfung. Sie erwartet diesen großen Hochzeitstag, den Tag der endgültigen Erlösung. Und unter Schöpfung sind ja nicht die Menschen zu verstehen, natürlich gehören sie dazu, aber es ist hier insbesondere die Tier- und Pflanzenwelt gemeint.
Die Schöpfung unter Vergänglichkeit und Fluch
Darüber hinaus alles, was die Natur ausmacht: die Flüsse, die Meere, die Berge, die Wolken, Wind und Wetter. Paulus personifiziert den Begriff Schöpfung und sagt, sie befindet sich in gespannter Erwartung, dass die Söhne Gottes offenbar werden, dass der Tag des Herrn kommt.
Nicht nur die Christen warten auf Jesu Wiederkommen, sondern mit ihnen wartet sehnsuchtsvoll auch die ganze Schöpfung. Schon Jesaja 35,1 und viele andere Stellen bezeugen das. Dafür haben wir ja gar nicht die Zeit. Diese prophetischen Texte sind so wunderbar, wenn wir plötzlich davon lesen, dass die Bäume in die Hände klatschen und, wie es hier heißt, die Wüste und Einöde sich freuen und die Steppe verlocken, wenn dieser große Tag unseres Herrn kommen wird.
Warum sehnt sich die Schöpfung so sehr nach der Offenbarung der Söhne Gottes? Weil ihr Schicksal untrennbar mit dem des Menschen verbunden ist. In Vers 20 schaut noch mal rein: Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen. Nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat.
Die Ursache dafür, dass die Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen ist, ist die Sünde des Menschen. Durch sie kam der Tod nicht nur zu allen Menschen, sondern die Folgen der Sünde kamen zur gesamten Natur und Kreatur. Diese schönen Blumen, wie sie blühen, wir freuen uns und warten auf den Frühling. Voller Schönheit und Leben sind sie, aber ein paar Tage später lassen sie den Kopf hängen, und sie landen auf dem Kompost. Sie verwelken und sterben. Nicht nur wir Menschen, sondern auch die Pflanzen sind der Vergänglichkeit unterworfen.
Schau dir ein kleines Baby an. Vor fünf Minuten geboren, du kannst sagen: Ist es nicht süß, hat Gott es nicht wunderbar gemacht? Ja, das hat er. Du sagst, vor fünf Minuten hat es angefangen zu leben. Du kannst aber auch sagen: Vor fünf Minuten hat es angefangen zu sterben. Das gilt für alle Menschen. In dem Moment, in dem du in diese Welt kommst, beginnst du, sie auch wieder zu verlassen. Dein erster Atemzug ist untrennbar mit deinem letzten verknüpft. Welch eine Vergänglichkeit und Nichtigkeit!
Die Bibel ist realistisch. Alles ist ihr unterworfen, sagt Paulus, und er hat recht. Die Bibel lehrt, dass das so ist wegen des Sündenfalls. Der Mensch hat sich durch die Jahrhunderte versucht, sich von dieser Zersetzung und Verwesung zu befreien. Er hat den Impfstoff erfunden, er bekämpft den Krebs und setzt Pflanzenschutzmittel ein, ja. Aber den Vergänglichkeitsprozess dieser Welt kann niemand aufhalten.
Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, durch den, der sie unterworfen hat. Hier ist also auch ein Akteur. Das berichtet uns schon 1. Mose 3,17 und weiter: Und zu Adam sprach Gott: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen. Der Erdboden, die Schöpfung. Mit Mühe sollst du dich davon nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen. Das Seufzen, du sollst das Gewächs des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zurückkehrst zum Erdboden; denn von ihm bist du genommen. Denn du bist Staub, und zum Staub wirst du zurückkehren.
Da ändert kein Philosoph etwas daran. Anhand dieser Worte können wir verstehen, warum die Welt, so wie wir sie sehen, ist, wie sie ist. Sie befindet sich nicht in einem evolutionären Aufwärtsprozess, sondern sie befindet sich, Gott sei es geklärt, unter dem Fluch Gottes. Und darum, liebe Freunde, gibt es insgesamt gesehen, wenn wir den Blick weit, weit richten, keinen Grund zum Optimismus für diese Welt. Auch der nächste Kanzler schafft es nicht, der nächste Präsident schafft es auch nicht, niemand. Die Erde steht unter Fluch.
Einerseits ist die Erde schön, und die Himmel erzählen die Ehre Gottes. Ja, Himmel und Erde sind wunderbar gemacht. Andererseits sehen wir, wie das, was Gott gemacht hat, die Sünde verdorben hat. Die ganze Schöpfung leidet und seufzt, ja, wie sie mit Gottes Absicht zugrunde geht.
Und doch, liebe Gemeinde, am Ende von Vers 20: Hallo, seid ihr alle wach? Ein Wort dürfen wir nicht übersehen. Vers 20: Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, durch den, der sie unterworfen hat, und jetzt auf Hoffnung hin, auf Hoffnung hin.
Aber die Hoffnung dieser Welt liegt nicht in ihrer Selbsterneuerung, in ihrem Fortschritt, sondern sie liegt bei Gott allein, der sie unter Fluch gestellt hat. Der stellt sie auch unter Hoffnung. Denn nahezu alle Bibelleser wissen, worauf ich hinaus will: Der nahezu an gleicher Stelle, an der die Bibel davon spricht, dass die Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen ist, antwortet Gott der Schlange auf ihre listige Verführungskunst. Und er sagt, als das Kind in den Brunnen gefallen war, das Paradies verloren war, dann sagt Gott zu der Schlange: Hör! Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Die Story ist nicht vorbei. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stecken.
Und genau so kam es. Gott setzte der Sünde, dem Tod und dem Teufel durch den Samen der Frau, durch Jesus Christus, ein Ende, indem er sich durch das Kreuz ein Volk von Glaubenden schuf: die weltweite Gemeinde, die Gemeinde der Erstgeborenen, die Kinder des Glaubens, die Söhne des Allerhöchsten.
Bis jetzt hat die Welt die Gemeinde nicht erkannt. Die Gemeinde ist heute ein verborgenes Geheimnis vor aller Welt. Ich weiß nicht einmal, ob der Bürgermeister in Hamburg von der Existenz dieser Gemeinde weiß. Wir sind verborgen. Die weltweite Christenheit beachtet niemand, sie wird verfolgt, sie wird bedrängt, sie ist verborgen. Sie ist ein verborgenes Geheimnis vor aller Welt.
Und das ist die Botschaft des Paulus: Die ganze Schöpfung seufzt, aber sie ersehnt die Offenbarung der Söhne Gottes. Sie soll von der Knechtschaft zur Sterblichkeit, von der Sterblichkeit zur Freiheit der Kinder Gottes gelangen.
Liebe Gemeinde und liebe Freunde, vielleicht ist auch jemand hier, der so etwas noch nie gehört hat. Das ist nicht verwunderlich. Die Menschen kennen die Bibel nicht. Da steht drin, wie die Dinge dieser Welt wirklich sich befinden. Was für ein Tag wird das sein, wenn die Herrlichkeit Gottes durch Jesus in seinen Söhnen vor aller Welt offenbart wird, wenn die gesamte Schöpfung vom Fluch der Vergänglichkeit erlöst wird und sie zur Freiheit der Kinder Gottes gelangt.
Mit anderen Worten: Im selben Augenblick, in dem Gott die Welt einst zum Niedergang verfluchte, sprach er in demselben Augenblick auch das große Wort der Hoffnung für die ganze Erde und die Natur. Eine solche Lehre findest du in keinem anderen Buch der Welt, sondern nur in der Bibel. Die Schöpfung steht unter Fluch, und sie bleibt unter Fluch bis an ihr Ende, und dennoch verheißt der lebendige Gott Hoffnung.
Die Wehen der neuen Welt und die kommende Herrlichkeit
Im nächsten Vers wird Paulus noch intensiver. Wir merken, wie ihn das bewegt. Der Mann ist erfüllt von dem, was er zu schreiben hat, unter der Inspiration des Heiligen Geistes.
Vers 22: Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt. Jetzt führt er dieses Wort ein: Sie liegt in Wehen, bis jetzt. Und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnestellung, die Erlösung unseres Leibes.
Gewaltige Worte! Merken wir, wie die Bibel die Schmerzen der Natur deutet? Sie sagt nicht einfach Klimawandel oder Umweltverschmutzung, sondern Paulus nennt das Ganze Wehen. Der ganze Kosmos liegt in Wehen. Das heißt: Da kommt etwas, da ist etwas Neues im Werden, da wird etwas geboren.
Wenn die Naturkatastrophen Überhand nehmen, die Meere voller Plastikmüll sind, die Fische massenweise sterben und die Jugend der Welt sich letzte Generation nennt, dann wissen Christen: Das sind die Wehen. Wir erkennen die Zeichen der Zeit, liebe Gemeinde. Die Schöpfung liegt in Wehen, das heißt, die Geburt steht vor der Tür. Der Tag der Herrlichkeit Christi kommt.
Das Seufzen der Schöpfung zeigt uns Christen beides: Die Welt liegt im Todeskampf, in der Agonie, ja, und sie wird zugrunde gehen. Aber wir sehen auch: Die Wehen werden stärker, etwas Neues und Herrliches kommt. Halleluja!
Wie beschreibt die Bibel diese kommende Herrlichkeit Christi? Eigentlich müsste man dafür den Rest seines Lebens verwenden, um all das zu lesen, was die Bibel von der kommenden Herrlichkeit sagt. In Matthäus 24 zum Beispiel berichtet die Bibel: Bald aber nach der Drangsal jener Tage. Hier nennt Matthäus das Seufzen der Schöpfung die Drangsal jener Tage. Dann wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Und dann, und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen. Und dann werden sich alle Geschlechter der Erde an die Brust schlagen. Und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.
Die Bibel spricht nicht von einer heimlichen Entrückung der Gotteskinder, sondern die Bibel spricht von der offenen, für alle Welt sichtbaren Erscheinung des großen Gottes, Jesus Christus. Die Menschen werden auf der Erde, die Geschlechter der Erde, an ihre Brust schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft. Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Windrichtungen her, von einem Ende des Himmels bis zum anderen.
Genau so beschreibt Paulus es den bedrängten Thessalonichern zusammengefasst: Sie werden als Bedrängte in jener Zeit Ruhe empfangen bei der Offenbarung des Herrn Jesus vom Himmel her, mit den Engeln seiner Macht, an jenem Tag, wenn er kommen wird, um verherrlicht zu werden in seinen Heiligen und bewundert in denen, die glauben.
Halleluja, da könnte man schwelgen und schwimmen in diesen Verheißungen, die Gott für die kommende Zeit gegeben hat. Wir können es nicht fassen. Wir können es nur glauben, und wir können nur loben und preisen, was bevorstehen wird, wir, die wir uns mitten in Zeiten der Not und der Drangsal und der Leiden befinden. Dieser Zeit Leiden sind nicht wert der ewigen Herrlichkeit, die wir haben werden, wenn jener Tag kommt und für ewig sein wird. Sag doch mal Amen! Halleluja!
Dem Titel schreibt Paulus von der glückseligen Hoffnung und von der Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus. Das Buch der Offenbarung befasst sich von Anfang bis Ende mit der offenbar werdenden Ehre Jesu Christi und fasst seine ewige Majestät mit den Worten zusammen: Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.
Welch eine Glorie, welch eine Herrlichkeit, die eines Tages das gesamte Universum erkennen wird! Und die Könige der Erde und die Großen und die Reichen, so sagt es die Schrift wörtlich, die Könige der Erde, wir sehen sie heute alle in Aktion. Ja, wir sehen sie, wir sehen sie, wie sie diese Erde beherrschen, die Könige der Erde, die Großen und die Reichen. Und die Heerführer und die Mächtigen verbergen sich in den Klüften und den Felsen der Berge und werden zu den Bergen und zu den Felsen sprechen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes. Ihr Stolz wird zerrieben werden in der blendenden Herrlichkeit des kommenden Christus.
Und nach diesem Tag, liebe Gemeinde, liebe Freunde, schaut seufzend die ganze Schöpfung aus. Nach diesem Tag der Offenbarung der Herrlichkeit Jesu Christi. Nicht Evolution, nicht Transformation, nicht mehr Kultur, mehr Bildung retten diese Welt, auch nicht mehr Gesetz und Moral. Diese Welt hat keine Zukunft mehr in ihrem gegenwärtigen Zustand. Aber es gibt eine neue, eine neue Welt.
Die neue Schöpfung und die Hoffnung der Glaubenden
Offenbarung 21
Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut.
Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. Und Gott wird abwischen, Halleluja, sagt es laut, Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen. Und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen, vergangen, vergangen, vergangen, das Erste ist vergangen.
Und er, der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache, ja, ich mache, ich mache, Halleluja, siehe, ich mache alles neu! Halleluja, was für ein Jubel wird das sein, was für eine Freude, was für ein Evangelium, was für eine Zukunft für die Söhne des Allerhöchsten! Ja, jetzt liegt die Schöpfung seufzend danieder, sie liegt aber in Wehen. Und etwas Neues kommt, siehe! Ich mache alles neu.
Und er sprach zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss. Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Dürstenden geben aus dem Quell des Wassers des Lebens umsonst. Wer überwindet, der wird alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.
Joel, hast du das gehört? Halleluja, gepriesen sei der Name des Herrn! Wer möchte dabei sein, wenn Jesus Christus wiederkommt? Und es dauert nicht mehr lange. Wenn der Tag kommt und seine Herrlichkeit offenbart wird vor den Augen der ganzen Welt, vor den Augen des ganzen Universums, dann werden sie Jesus schauen, und wir dürfen mit ihm regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. Welche Freude, welch ein Jubel ist das!
Liebe Gemeinde, es ist wahr: Das Paradies ist verloren gegangen. Aber Gott schenkt es uns wieder, er schenkt es uns wieder und noch viel besser. Ja, die Bibel lehrt die Wiederherstellung aller Dinge. Davon spricht ja schon Jesaja, wenn er schreibt: Da wird der Wolf bei dem Lämmlein wohnen und der Leopard sich bei dem Böcklein niederlegen. Das Kalb, der junge Löwe und das Mastvieh werden beieinander sein, und ein kleiner Knabe wird sie treiben. Die Kuh und die Bären werden miteinander weiden, und ihre Jungen zusammenlagern. Und der Löwe wird Stroh fressen, Halleluja, wie das Rind.
Der Säugling wird spielen am Schlupfloch der Natter, und der Entwöhnte wird seine Hand nach der Höhle der Otter ausstrecken. Sie werden nichts Böses tun noch verderbt handeln auf dem ganzen Berg meines Heiligtums; denn die Erde wird erfüllt sein von der Erkenntnis des Herrn, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken. Dann wird das Seufzen der Schöpfung für immer beendet sein. Sie wird von den Folgen der Sünde und ihrer Vergänglichkeit befreit sein und zu ewiger Schönheit und Frieden gelangen.
Das, liebe Freunde, ist unser christlicher Glaube. Das ist, was ich glaube. Halleluja, das ist, was wir glauben. So steht es geschrieben, in Jesu Namen.
Und was wollen wir nun tun, liebe Gemeinde, zum Schluss inmitten dieser seufzenden Schöpfung? Ja, wollen wir uns für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen, bestimmt für mehr Abrüstung eintreten, ganz gewiss gegen den Hunger in der Welt aufstehen, den CO2-Ausstoß stärker bekämpfen, christliche Werte in die Gesellschaft einführen? Ja, gewiss, wir wollen das Beste suchen und in dieser seufzenden Welt vorbildlich leben, in dieser schmerzerfüllten Welt. Wir leiden mit ihr, und wir verweigern nicht die Verantwortung, die wir auch als Bürger dieser Vergänglichkeit haben und besitzen.
Und trotzdem, ihr Lieben, wo ist der Schwerpunkt unseres Herzens? Unsere Weltsicht erinnert mich an die untergehende Titanic. War es sinnvoll, den Dampfer noch zu reparieren, ihn wieder flott zu machen, um die Vergnügungsreise fortzusetzen? Wäre es vernünftig gewesen, noch den Lichtschalter zu reparieren? Jeder wird sagen: Das wäre Unsinn gewesen. Das Einzige, was damals Not tat, war, die Menschen nur noch in die Rettungsboote zu bringen.
Und das ist es, was wir von Gott als Auftrag bekommen haben: zu suchen und zu retten, was verloren ist. Das war der Hauptgrund, warum Jesus gekommen ist, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, diese Welt in ihrer heutigen Verfassung kann nicht mehr gerettet werden; sie ist, wie wir gelesen haben, der Vergänglichkeit unterworfen. Die Welt, sagt Jesus, vergeht mit ihrer Lust. Die große Aufgabe, die wir hier noch haben, ist Seelenrettung, liebe Gemeinde.
Ich bin gekommen: Wo liegt der Schwerpunkt deines Lebens, wovon ist dein Herz und deine Seele erfüllt? Was ist deine Hoffnung? Ich wünsche dir Gesundheit, ja, lass dich ausbilden, geh einer Arbeit nach, verdiene Geld, hab Erfolg, gründe eine Familie, strebe nach guten Dingen, erfreue dich auch an Urlaub und Freizeit. Aber wisse, wonach du wirklich trachtest. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, dann kommt alles andere nebenbei.
Unsere Hoffnung wird in der Offenbarung der Söhne Gottes und der Herrlichkeit Christi erfüllt. Das ist das große Ziel unseres Lebens. Petrus schreibt an seine Empfänger: Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht. Dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, und die Elemente werden vor Hitze sich auflösen, und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, hört ihr, da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr den kommenden Tag Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden.
Wir erwarten aber, wir erwarten aber, steht auf miteinander, lasst uns alle aufstehen. Wir sagen es zusammen, ich lese es einmal vor, was Petrus schreibt: Wir erwarten aber nach seiner Verheißung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Wollen wir es zusammen sagen? Wir erwarten aber nach seiner Verheißung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Gelobt und gepriesen sei der Name des Herrn. Halleluja, ich weiß wirklich nicht, wo ich heute Morgen mit meiner Freude hin soll. Es ist der Heilige Geist, das ist der Heilige Geist in den Kindern Gottes, die Freude, die uns gegeben ist in dem Heil, das wir durch unseren Herrn empfangen haben, und wir dürfen uns freuen in dieser Zeit des Seufzens und des Schmerzes.
- Jesus kommt bald und wir sind daheim, gelobt sei sein wunderbarer Name.
Und alles Volk noch mal: Ich kann nicht schließen heute, Christian, alles Volk sagt Amen.