Zum Inhalt

Kein Plan? Dein Plan? Gottes Plan!

Jumiko 26, Teil 8/24
11.01.2026Apostelgeschichte 7,22-34
EVENT - Teil 8 / 24Jugendkonferenz für Weltmission 2026
Was passiert, wenn du eine geniale Ausbildung hast, aber keinen Plan? Mose zeigt, wie es ist, mit eigenen Ideen gegen Unrecht anzugehen – und warum das nicht immer klappt. Was, wenn Gottes Plan anders aussieht und Geduld gefragt ist? Wie findest du deinen echten Auftrag im Leben?

Einführung: Gottes Plan im Leben erkennen

Kein Plan, mein Plan, Gottes Plan – so lautet unsere Überschrift für diese Einheit. Wir wollen dazu nicht nur Erfahrungsberichte anhören, sondern auch in Gottes Wort eintauchen. Anhand des Beispiels von Mose möchten wir schauen, was wir daraus lernen können.

Eine kompakte Zusammenfassung zu Mose finden wir in Apostelgeschichte 7. Wer die Geschichte ausführlicher lesen möchte, kann gerne zuhause im 2. Mose, Kapitel 2, beginnen und die folgenden Kapitel lesen.

Ich lese hier aus Apostelgeschichte 7,22-34 vor:

„Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig in Worten und Werken. Als er aber vierzig Jahre alt wurde, gedachte er, nach seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen. Da sah er einen Unrecht leiden, stand ihm bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter. Er meinte aber, seine Brüder sollten verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung bringe.

Aber sie verstanden es nicht. Am nächsten Tag kam er zu ihnen, als sie miteinander stritten, und ermahnte sie, Frieden zu halten. Er sprach: ‚Ihr Männer, ihr seid doch Brüder, warum tut einer dem anderen Unrecht?‘

Der aber, der seinem Nächsten Unrecht getan hatte, stieß ihn von sich und sprach: ‚Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?‘

Mose aber floh wegen dieser Rede und lebte als Fremdling im Land Midian. Dort zeugte er zwei Söhne.

Als vierzig Jahre vergangen waren, erschien ihm in der Wüste am Berg Sinai ein Engel in einer Feuerflamme im Dornbusch. Da Mose das sah, wunderte er sich über die Erscheinung.

Als er aber hinging, um zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu ihm: ‚Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaks und Jakobs.‘

Mose aber fing an zu zittern und wagte nicht hinzuschauen. Da sprach der Herr zu ihm: ‚Zieh die Schuhe aus von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land.

Ich habe gesehen das Leiden deines, meines Volkes, das in Ägypten ist, und habe sein Seufzen gehört und bin herabgekommen, es zu erretten. Und nun komm her, ich will dich nach Ägypten senden.‘“

Was für ein eindrücklicher, kurzer Bericht von Mose!

In den folgenden Minuten möchte ich drei Punkte herausarbeiten:

  1. Geniale Ausbildung und trotzdem ohne Plan
  2. Not und Unrecht begegnen mit eigenem Plan
  3. Warten auf Gottes Plan

Mose: Ausbildung und erste Schritte ohne Gottes Führung

Viele kennen die Geschichte von Mose. Er wurde geboren und sofort versteckt, um nicht von den Ägyptern getötet zu werden. Zuerst blieb er bei seiner Familie, dann legte man ihn in ein Schilfkörbchen auf dem Nil. Dort wurde er von der Tochter des Pharao gefunden. Anschließend verbrachte er noch eine gewisse Zeit bei seiner Herkunftsfamilie, bevor er am Königshof des Pharao, bei der Tochter des Pharao, aufwuchs und ausgebildet wurde.

Genau an dieser Stelle setzen die Verse an, die ich eben gelesen habe. Damit möchte ich zu meinem ersten Punkt kommen: Geniale Ausbildung und trotzdem ohne Plan.

Es heißt: „Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig in Worten und Werken.“ Es geht also um einen Mann, der eine umfassende ägyptische Hochschulausbildung genossen hatte und sich durch seine Worte und Taten auszeichnete.

Wie sieht es bei uns aus? Wie sieht es bei dir aus? Begabt, viel gelernt, vielleicht studiert – und trotzdem noch kein Plan? Wo ist mein Platz, wo ist meine Aufgabe?

Bei Mose sehen wir, dass er zunächst einfach drauflosging. Als er vierzig Jahre alt wurde, dachte er daran, nach seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen. Mal ganz oberflächlich betrachtet, würden wir sagen, er ging mehr oder weniger planlos an die Sache heran und schaute nach seinen Brüdern, den Israeliten.

Eigene Lösungen für Unrecht: Gefahren ohne Gottes Auftrag

Damit möchte ich zum zweiten Punkt kommen: Not und Unrecht begegnen mit eigenem Plan.

Da heißt es: „Und Mose sah einen Unrecht leiden, also einen seines Volkes. Da stand er ihm bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter.“ Das hat mich immer wieder neu bewegt. Mose – er sah. Er nahm das Unrecht wahr, die Ungerechtigkeit, die Not. Und jetzt könnte man beim Thema von der Yumiko sagen: Er war wirklich committed, er war entschlossen, da muss ich etwas tun. Das kann man nicht einfach so laufen lassen.

Er fragt niemanden um Rat, weder Gott noch Menschen. Er schaut sich nur kurz um, ob es Zuschauer gibt, und er zieht seinen eigenen Plan, seine Lösung für diese Ungerechtigkeit, eiskalt durch. Er bringt den Ägypter um. Der eigene Plan endete hier tödlich für einen Menschen. So dramatisch muss es bei dir und bei mir nicht sein. Aber unsere eigenen Pläne, wenn wir ohne Gottes Auftrag handeln, sind meist nicht die besten.

Mose denkt zunächst, seine Tat bleibt unentdeckt, ungesehen. Aber schon am nächsten Tag, als er einen Streit zwischen den Israeliten schlichten möchte, merkt er: Alles zu spät, es wurde wahrgenommen, es wurde gesehen. Und was passiert? Er bekommt Angst, Angst um sein Leben. Ihm wird bewusst: Ich bin schuldig geworden. Daraufhin flieht er in die Wüste.

An dieser Stelle möchte ich einfach kurz einflechten: Selbst die beste Ausbildung bewahrt uns nicht vor Fehlern. Menschlich gesprochen sieht es hier so aus, als käme einer, mit dem Gott Großes vorhat, auf ein Abstellgleis – vierzig Jahre als Hirte in der Wüste. Dazu hätte er sein Studium an der ägyptischen Uni wirklich nicht gebraucht.

Doch bei Gott werden Zeiten anders bewertet. Für Gott ist es eine Vorbereitungszeit, Vorbereitung für den kommenden Dienst, für seinen Auftrag.

Und ich möchte euch heute Morgen fragen: Wie geht es euch? Wie geht es dir? Verfolgst du deine eigenen Pläne und Ziele oder siehst du dich in der Vorbereitungszeit Gottes auf einen kommenden Dienst? Vielleicht bist du auch schon in einem Dienst und wirklich aktiv.

Geduld und Vertrauen: Warten auf Gottes Plan

Ich möchte uns alle ermutigen, besonders auf meinen dritten und letzten Punkt zu achten: das Warten auf Gottes Plan.

Was ist bei Mose passiert? Viele Jahre passierte überhaupt nichts. Wir haben es vorher kurz beim Joel gehört: Dann waren wir endlich bereit, und trotzdem geschah nichts. Keine Antwort. Gott redete nicht. Und jetzt müsst ihr euch das mal auf der Zunge zergehen lassen: Vierzig Jahre vergingen. Vierzig Jahre – das ist beeindruckend!

Doch dann erschien Gott Mose im Dornbusch. Gott begegnete ihm und sprach zu ihm. Ich wünsche mir von Herzen, dass Gott heute auch bei euch, bei uns redet! Hier erklärt Gott, wer er ist: der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Er sagt Mose, dass auch er, der allmächtige Gott, das Unrecht gegen sein Volk gesehen hat und das Seufzen gehört hat.

Vorher hatte Mose das Unrecht gesehen, jetzt bestätigt Gott ihm: „Ich habe es auch gesehen.“ Und Gott möchte zur Rettung des Volkes kommen. Er gibt einen ganz konkreten Auftrag: „Ich will dich nach Ägypten senden.“ Da ist der Auftrag, endlich die Berufung!

Und jetzt könnte es wirklich losgehen. Aber Mose nennt erst noch viele Gründe, warum er den Auftrag nicht annehmen kann. Ihr könnt das gerne nachlesen. Ich finde es eine spannende Bibelarbeit, auch über die Gründe von Mose nachzudenken, warum er dachte, er sei nicht der Richtige.

Schlussendlich zieht Mose los, er nimmt den Auftrag Gottes an. Seht ihr nun den Unterschied? Er ist dieses Mal nicht nur entschlossen, das Unrecht zu unterbinden oder zu handeln, sondern er ist jetzt im Auftrag Gottes unterwegs.

Das ist mir wichtig, auch für euch und für uns: Wir sollen nicht nur irgendwie entschlossen und engagiert sein, nicht nur committed, sondern wirklich nach Gottes Willen suchen. Wir sollen entschlossen sein, zu finden: Herr, was möchtest du? Und wir sollen auch auf ihn warten – auch wenn es lange dauert und uns diese Wartezeit unruhig und kribbelig macht.

Schritt für Schritt. Nicht denken, Mose hat damals alles erklärt bekommen – vom Auszug aus Ägypten über den Durchzug durch die Wüste bis hinein in das Gelobte Land. Nein, Stück für Stück, Schritt für Schritt. Aber es hat Gehorsam gebraucht, und das ist bei uns genauso.

Abschluss: Gottes vorbereitete Werke erkennen und annehmen

Ich möchte uns noch einen Vers aus Epheser 2, Vers 10 mitgeben und ans Herz legen. Dabei möchte ich mich auch selbst immer wieder daran erinnern:

Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir darin wandeln sollen (Epheser 2,10).

Wie genial! Es ist nicht nur so, dass wir jeder Einzelne Gottes Werk sind, geschaffen durch Jesus Christus. Sondern dass er die Taten, die guten Aufgaben und Werke, die wir tun sollen, bereits vorbereitet hat. Jeder hat einen Plan für unser Leben, und wir dürfen ihn mit Jesu Hilfe entdecken.

Was sind denn die vorbereiteten Aufgaben? Was gilt es anzupacken? Es tröstet mich immer wieder, dass wir in vorbereitete Verhältnisse kommen, weil er vorbereitet hat, zu was er uns berufen hat. Dann dürfen wir mit und für Jesus engagiert und entschlossen anpacken.

Diese Veranstaltung soll dazu beitragen, dass ihr die Aufgabe findet, die der lebendige Gott, also Jesus, für euch vorbereitet hat. Hört gut zu in den Vorträgen, informiert euch an den Ständen der Missionen und Bibelschulen und lasst euch auch an der Gebetstation für euch beten.

Zum Abschluss möchte ich jetzt auch noch beten:

Herr Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen, dass du alles vorbereitet hast für jeden Einzelnen von uns. Lass uns nun geduldig und aktiv suchen, was du für jeden von uns bereitet hast. Schenke uns, dass wir es finden und dass dieser Tag auch dazu beitragen kann, die Richtung einzuschlagen, die du von uns gerne haben möchtest. Amen.