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Die Bibel in der Vogelschau - Die 7 Bündnisse und die 7 Heilszeitalter, Teil 2/2

06.01.2009
SerieTeil 2 / 2Die Bibel in der Vogelschau - Die 7 Bündnisse und die 7 Heilszeitalter
Von Mose bis David: Gottes guter Plan startet mit Befreiung, kippt aber schnell in Eigenwillen und Chaos. Die eigentliche Frage bleibt: Warum scheitert der Mensch immer wieder – trotz klarer Führung?

Der Weg von Mose bis David

Wir kommen nun zum vierten Heilszeitalter, von Mose bis David. Wir sehen am Anfang von 2. Mose, wie Gott schließlich Ägypten durch die zehn Plagen richtet. Die Verheißung an Abraham war weiterhin gültig, aus 1. Mose 12,3: Wer dir flucht, den werde ich verfluchen.
Was die Ägypter den Israeliten angetan haben, war nichts anderes als ein Verfluchen des verheißenen Volkes. So kam das Gericht über Ägypten. Aber dieses Gericht bedeutete zugleich den segensreichen Anfang einer neuen Epoche. Gott erlöst Israel, das in Ägypten entstandene Volk, abstammend von Abraham, Isaak und Jakob.
Gott beruft in dieser Zeit Mose als Volksführer. Israel wird befreit und soll in das verheißene Land gehen. Auf dem Weg dorthin, am Sinai, schließt Gott mit Israel einen Bund. Gott vermählt sich mit Israel.
Auf Anweisungen Gottes bauen die Israeliten die Stiftshütte, einen transportablen Tempel, der eigentlich ein Abbild des ursprünglichen Tempels im Himmel war. Mose sah die Vorlage auf dem Berg, und sie sollte kopiert werden. Mit anderen Worten: Sie sollten damit ein Stück Himmel auf Erden haben.
Und in dieser Anfangszeit segnet Mose Israel, ausdrücklich gesagt in 2. Mose 39,43. Das Volk wandert durch die Wüste und nimmt schließlich das verheißene Land unter Josua ein. Alle Segensverheißungen gehen in Erfüllung; das wird ausdrücklich gesagt in Josua 21,43-45.

Der frühe Abfall und die Zeit der Richter

Aber auch hier gibt es eine traurige Entwicklung, und die setzt im Kern schon sehr früh ein. Israel hatte das Gesetz aus Gottes Mund am Sinai zwar bereits mündlich vernommen, es aber noch nicht schriftlich in Händen. Dennoch fiel es schon wieder in Götzendienst, und zwar in der Zeit, als Mose vierzig Tage auf dem Berg war. Sie machten das Goldene Kalb. Das war nichts anderes als eine Fortsetzung des Götzendienstes aus Ägypten, wo der Stierkult, zum Beispiel der Apis-Stierkult, eine ganz wichtige Rolle spielte.
Auch auf der Wüstenreise kam es ständig zu Ungehorsam gegenüber Gott. Nachdem das Land unter Joshua eingenommen war, fiel das Volk immer wieder von Gott ab. Im Buch der Richter finden wir einen siebenfachen Abfall von Gott. Die Richterzeit dauert insgesamt 450 Jahre, wie wir aus Apostelgeschichte 13,20 entnehmen. Diese Zeit ist gekennzeichnet durch den Refrain im Richterbuch: „Ein jeder tat, was recht war in seinen Augen“ (Richter 17,6; 18,1; 19,1; 21,25).
Was war geschehen? Gott hatte Israel am Sinai sein Gesetz gegeben, die Zehn Gebote und Hunderte von weiteren Gesetzen. Dieses Volk erhielt zum ersten Mal die Bibel, zunächst die fünf Bücher Mose, also die ersten Bücher der Bibel, und auch das Buch Joshua. Nach jüdischer Überlieferung gab Mose auch das Buch Hiob. So hatten sie die Bibel, und Gott wollte nun durch die Bibel dieses Volk regieren. Gott wollte eine Theokratie.
Die Gesetze in den Büchern Mose haben alle möglichen Situationen des Alltags geregelt. Das Volk Israel sollte sich einfach an diese Gebote halten. Richter konnten jeweils erklären, wie das gemeint ist und wie man diese Gebote auf praktische Situationen anwenden sollte. Aber nach Mose und Joshua brauchte das Volk keine direkten Führer mehr. Gott wollte es durch die Bibel direkt regieren. Gott wollte eine Theokratie, eine Gottesherrschaft über die Bibel.
Und das funktioniert wunderbar, solange alle sich an die Bibel halten wollen. Aber wir sehen die Tragik: Das Volk fällt immer wieder von Gott ab und will von der Bibel nichts mehr wissen. Natürlich haben immer wieder Richter versucht, das Volk zurückzuführen und wieder auf die Gebote Gottes hinzuweisen. Doch diese ganze Zeit war eben charakterisiert durch: „Ein jeder tat, was recht war in seinen Augen“ und nicht das, was recht war in den Augen Gottes, geschrieben in der Bibel.
So war das eine traurige Zeit, und das Volk Israel hat auch realisiert: Eigentlich funktioniert das alles gar nicht. Aber nicht, weil die Art und Weise schlecht war. Das hätte funktioniert. Es funktionierte nicht, weil die Menschen so schlecht waren und sich nicht an die Bibel halten wollten.

Der Wunsch nach menschlicher Herrschaft

Und schliesslich führt diese ganze Entwicklung zur Zeit des letzten Richters Samuel dazu, dass das Volk Gott als König verwirft, 1. Samuel 8.
Sie sagen: Eigentlich funktioniert das nicht, diese ganze Art der Regierung. Wir wollen sein wie die anderen, die heidnischen Völker. Die haben einen König, der sagt, was sie tun sollen und was sie nicht tun sollen. Da muss niemand etwas denken, die müssen einfach das tun, und irgendwie funktioniert das dann. Aber auf diese Weise, wenn man sich immer an die Bibel halten muss, ergibt das immer Chaos. Und so wünschen sie sich einen König.
 1. Samuel 8, Vers 7: Und der Herr sprach zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen. Denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll.
In Hosea 13, Vers 11 lesen wir, wie Gott zu Israel spricht: Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nahm ihn weg in meinem Grimm.
Gott richtet Israel am Ende dieses Zeitalters, indem er ihnen einen König gibt nach ihren Gedanken: Saul. Und dieser König sollte für Israel zum Verhängnis werden. Er selbst fällt in tiefsten Okkultismus und führt Israel in einen Krieg mit den Philistern, der in einer Katastrophe endet. Und schliesslich stirbt Saul durch Selbstmord im Krieg gegen die Philister. Die Philister nehmen seine Leiche und hängen sie in ihrer Stadt Betschean an die Stadtmauer.
Dieses schreckliche Bild, Israels König, dessen Leiche an der Stadtmauer der Feinde hängt, schliesst dieses Zeitalter ab: Ich nahm ihn weg in meinem Grimm.
Auch da sehen wir zwar einen guten Anfang: die Erlösung Israels, die Gesetzgebung am Sinai, der Bau der Stiftshütte. Aber es folgt eine traurige Entwicklung, die schliesslich dazu führt, dass Gott durch Gericht das Zeitalter abschliessen muss.

David, Jerusalem und der Bund der Verheissung

Nun kommen wir zum fünften Heilszeitalter, von David bis Zedekia. Saul, der König nach dem Herzen der Menschen, die Gott verworfen haben, stirbt, und Gott erwählt David als König nach seinen Gedanken. David sollte der Stammvater des Messias werden, und zwar des Messias, der einmal König sein sollte wie David, aber nicht nur über sein Volk und schließlich auch über die Nachbarvölker, sondern über die ganze Welt. Und Gott erwählt in der Zeit Davids eine Stadt als seine Stadt: Jerusalem.
Davids Sohn sollte nach den Vorbereitungsarbeiten seines Vaters David schließlich den Tempel Gottes bauen, den ersten Tempel aus Stein in Jerusalem, auf dem Tempelberg. 1. Samuel 13,14: Der Herr hat sich einen Mann gesucht nach seinem Herzen, und der Herr hat ihn zum Fürsten über sein Volk bestellt. Ein wunderschöner Anfang, nicht wahr? 1. Samuel 13,1: Gott sagt zu Samuel: Fülle dein Horn mit Öl und gehe hin, ich will dich zu Isai in Bethlehem senden, denn ich habe mir unter seinen Söhnen einen König ersehen.
David wird schließlich König, und er erobert 2. Samuel 5 die Jebusiterstadt Jerusalem und baut dort seinen Palast hin. Er baut auch den Millo, diese gewaltige Steinaufschüttung, die man heute noch in der Davidsstadt in Jerusalem sehen kann. Sie sollte das Terrain, das an dieser Stelle auf dem Bergrücken sehr schmal war, verbreitern, so dass David noch etwa zweihundert Quadratmeter Bodenfläche dazugewann, um dort seinen Palast hinzubauen.
Und dort in Jerusalem, in diesem Palast, schließt Gott einen Bund mit David. 2. Samuel 7 beschreibt ihn, aber auch Psalm 89, Psalm 32 und Jeremia 33 sprechen über diesen Bund mit David. In 2. Chronika 6,6 lesen wir: Gott sagt: Aber ich habe Jerusalem erwählt, dass mein Name daselbst wäre, und ich habe David erwählt, dass er über mein Volk Israel wäre.
Übrigens hat man vor ein paar Jahren, ab 2003, in der Davidsstadt neue Grabungen durchgeführt, und man hat die Überreste von Davids Palast nun tatsächlich gefunden. Diese gewaltigen Steine hier im Bild sind originale Mauersteine von Davids Palast in Jerusalem, in der Ir David, in der Davidsstadt.
 Psalm 89,3: Einen Bund habe ich mit meinem Auserwählten gemacht, habe David, meinem Knecht, geschworen: Bis in Ewigkeit will ich deinen Samen festsetzen und auf alle Geschlechter hin deinen Thron bauen. Gott sagt voraus: David, deine Nachkommen werden Könige sein auf dem Thron über das Volk Israel. Aber nur, wenn sie treu bleiben. Wenn sie untreu werden, werde ich sie bestrafen und züchtigen. Doch diese Königslinie soll nie zu einem Ende kommen, denn am Ende der Zeit wird ein Nachkomme von dir auf deinem Thron sitzen und über die ganze Welt in Frieden und Gerechtigkeit regieren. Das war der Bund mit David.
Hier übrigens sehen wir die Davidsstadt rechts im Bild, noch etwas vom Südabhang des Tempelberges, wo die Davidsstadt war, und dann sieht man hier auch das Kidrontal.

Glanz und Zerfall im Königtum

Nun begann auch dieses Zeitalter gut, mit David und Salomo. David hatte Erfolg im Kampf gegen die Feinde, alle Völker ringsum wurden unterworfen, und Salomo, sein Sohn, konnte schließlich über all diese Völker herrschen, über ein Großisrael, das von Frieden und Gerechtigkeit gekennzeichnet war.
Salomo baute den ersten Tempel in Jerusalem als Zeugnis für den einen wahren Gott. Doch am Ende seines Lebens fiel Salomo selbst in den Götzendienst, und Israel spaltete sich nach seinem Tod in zwei Nationen. Das erwählte Volk wurde zu zwei Völkern: im Norden die zehn Stämme, genannt Israel oder Ephraim, und im Süden die Stämme Juda und Benjamin mit der Hauptstadt Jerusalem.
Im Nordreich regierten nur gottlose Könige. Im Südreich regierten die Nachkommen Davids, aber meist waren auch das gottlose Könige. Und wenn man die Bücher Könige und Chronik liest, findet man ständig diesen Refrain bezüglich dieser Könige und der Tat, was böse war in den Augen des Herrn.
Hier im Bild sehen wir die Königsgräber in der Davidsstadt in Jerusalem. Hier die neunzehn Könige über das Nordreich: Es waren alles gottlose Könige. Und der erste, Jerobeam der Erste, baute in Dan und in Bethel Heiligtümer, wo goldene Kälber verehrt wurden. Man hat das Höhenheiligtum Jerobeams in Dan ausgegraben. Hier sieht man die originale Plattform. Hinter dem Altar, den er gebaut hatte, stand das goldene Kalb in Dan, im äußersten Norden Israels.
Und so verfiel das Nordreich im ägyptischen Götzendienst, und der Baalskult der Kanaaniter kam dazu. Schrecklich, eine Katastrophe.
Hier haben wir die Könige im Südreich, insgesamt zwanzig. Und die, die hier grün hervorgehoben sind, das waren Ausnahmen, unter denen eine Umkehr und eine Reformation stattfand: Asa, Josaphat, Joas, Amatzja, Usia, Jotham, Hiskia und schließlich Josia. Aber alle anderen waren Götzendiener, abgefallene Könige.
Und so musste auch dieses Zeitalter mit Gericht enden. Für das Nordreich kam bereits im Jahr 722 das assyrische Weltreich, vor dem der ganze Nahe Osten damals zitterte, mit seiner Armee und schlug das Nordreich zusammen. Das Nordreich ging unter, die Israeliten der zehn Stämme wurden nach Assyrien weggeführt. Das Kerngebiet lag im heutigen Nordirak, wie man hier sieht.
Das Südreich bestand noch etwas weiter. Doch schließlich kamen die Babylonier, deren Kerngebiet im heutigen Südirak liegt. In den Jahren 606 bis 582 schlugen sie alles zusammen. Es kam zum Untergang des Südreiches, die Juden wurden nach Babylonien weggeführt. Und so kam es zum Ende des Königreiches der Söhne Davids.
Und die große Frage, die in Psalm 89 gestellt wird, war: Was ist mit der Verheißung des Davidsbundes? Du hast doch gesagt, ein Nachkomme von David wird auf dem Thron herrschen, in Frieden und Gerechtigkeit über die Welt. Und jetzt ist alles am Boden zerschlagen und zerstört.
Ja, im Jahr 586 v. Chr. wurde sogar die Hauptstadt Jerusalem zerstört, dem Erdboden gleichgemacht, und der salomonische Tempel in Staub und Asche gelegt. Ein trauriges Ende: zunächst dieser gute Anfang unter David und Salomo, dann diese schreckliche Entwicklung nach unten. Aber immer gab es einen treuen Überrest, haben wir gesehen, und schließlich ein Ende, das das Gericht unumgänglich machte.

Die Zeiten der Nationen und die prophetische Linie bis zur Endzeit

Nun kommen wir zum sechsten Heilszeitalter, und das nennen wir mit biblischer Bezeichnung die Zeiten der Nationen.
Um 606 v. Chr. kommt die babylonische Armee unter Nebukadnezar zum ersten Mal nach Jerusalem und belagert die Stadt. Daniel 1,1 zeigt, wie der Herr selbst das Königreich unter Jojakim in die Hand der Babylonier gibt. Und so wird ab 606 Juda zu einem Satellitenstaat, zu einem Vasallenstaat von Babylon. Die Babylonier sind die Oberherrscher, und die Juden sind quasi diesem Staat unterworfen. Sie verlieren ihre Autonomie.
Aber das war eigentlich doch eine Zeit der Gnade Gottes. In 2. Chronik 36,13 lesen wir von Zedekia, dem letzten König. Und auch er empörte sich gegen den König Nebukadnezar, der ihn bei Gott hatte schwören lassen. Zedekia musste einen Eid ablegen, dass er Babylon treu bleibt als unterworfener König. Und das war im Jahr 597.
Nebukadnezar schließt mit Zedekia einen Bund, den Gott in Hesekiel 17 ausdrücklich nennt: meinen Bund. Und in diesem Bund muss sich Juda mit dem Königsthron der Familie Davids unter die Herrschaft der Heidenvölker stellen. Und damit beginnen die Zeiten der Nationen, wo nicht mehr ein König aus dem Haus Davids absolut herrschen sollte, was letztendlich dazu führen soll, dass der Messias auf diesem Thron über alle Völker der Welt regiert. Sondern jetzt sollte diese Familie Davids ein unterworfenes Königreich sein unter den Heiden. Die Heiden herrschen, das ist der Beginn der Zeiten der Nationen. Der Ausdruck wird in Lukas 21,24 von dem Herrn Jesus benutzt.
In Hesekiel 17,11 wird ausdrücklich gesprochen über diesen Bund mit Zedekia, über den Eid, den er ablegen musste. Und wir sehen: Dieses Kapitel sagt dann, Zedekia hat sich aufgelehnt, hat rebelliert gegen Babylon und so Gottes Bund gebrochen. In Hesekiel 17,19 heißt es: Darum spricht der Herr, der Ewige, also: So wahr ich lebe, wenn ich nicht meinen Eid, den er, Zedekia, verachtet, und meinen Bund, den er gebrochen hat, ihm auf seinen Kopf bringe.
Zedekia hat sich gesagt: Ich hole Hilfe bei den Ägyptern, und dann kann ich mich auflehnen gegen die Babylonier. Aber als dann die Konfrontation mit Babylon zustande kam, kamen die Ägypter nicht zu Hilfe. Und so wurde schließlich das Königreich Judas zusammengeschlagen.
Daniel war ja auch einer der weggeführten Juden, die nach Babylon kamen. Und in Daniel 2,37 sagt er als Prophet Gottes zu Nebukadnezar: Du, o König, du König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht und die Gewalt und die Ehre gegeben hat. Und überall, wo Menschen, Kinder, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels wohnen, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gesetzt.
Damit sagt Daniel durch Gottes Offenbarung: Jetzt ist Babylon die Spitze dieser Welt, und alle müssen Nebukadnezar gehorchen. Er steht am Anfang der Zeiten der Nationen.

Weltreiche, Endzeit und die 70 Jahrwochen

In Daniel 7 wird ein Traum Daniels beschrieben. Er sieht wilde Tiere, die nacheinander aus dem Völkermeer herauskommen. Jedes dieser Tiere symbolisiert, wie der Zusammenhang erklärt, ein Königreich.
Zuerst sieht er einen Löwen mit Adelsflügeln. Das sollte das majestätische Weltreich Babylon zu seiner Zeit symbolisieren. Danach kommt ein gefräßiger, plumper Bär. Er weist auf ein nächstes Weltreich hin, das in der Geschichte kommen sollte: das Reich Medopersien. Drittens erscheint ein schneller Leopard mit Flügeln und vier Köpfen. Er stellt das nächste Weltreich dar, das Reich Alexanders des Großen, also das Reich Griechenlands, das von Europa bis nach Pakistan reichen sollte, bis über den Indus hinaus.
Schließlich sieht Daniel viertens ein furchtbares Tier, eine grausame Bestie mit zehn Hörnern. Sie stellt das nächste Weltreich dar: Rom. Und so haben wir es in der Schule gelernt, nicht wahr? So war die Abfolge der Weltreiche in der Geschichte: Babylon, Medopersien, Griechenland, Rom.
Dann schaut Daniel im Traum zum Himmel, und er sieht einen Menschen, einen Menschensohn, auf den Wolken des Himmels kommen. Er übernimmt dann die Weltherrschaft und bringt Gerechtigkeit und Frieden in diese Welt. Hier sieht er das Reich Gottes unter dem Messias.
Nun, das sechste Heilszeitalter sollte also so aussehen: zuerst Babylon, dann Medopersien, Griechenland, Rom. Und die Prophetie macht deutlich, dass diese Völker auch total versagen. Es ist eine traurige Entwicklung. Gott übergibt zwar die Herrschaft Nebukadnezar, aber all diese Weltreiche erweisen sich als grausame, blutrünstige Bestien. Die ganze Weltgeschichte ist voll von Blut und Grausamkeit. Das sind die Zeiten der Nationen, und danach sollte das Reich Gottes kommen, mit dem Messias. Der Sohn Davids sollte dann die Herrschaft übernehmen.

Das vierte Reich und die Wiederkehr des Messias

Nun schauen wir uns aber das vierte Reich, Rom, noch etwas genauer an. In der Offenbarung sieht Johannes zur Zeit der Römer dieses vierte Tier aus Daniel noch einmal. Ihm wird in Offenbarung 17,8 erklärt: Das Tier, welches du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und ins Verderben gehen.
Hier werden drei Phasen unterschieden, gemäß den absoluten grammatischen Zeiten: es war, ist nicht, wird heraufsteigen. Das hat noch eine besondere Bewandtnis. In der Offenbarung wird Gott genannt: der da ist und der da war und der da kommt. Und die Offenbarung zeigt: Dieses Reich, dieses vierte Reich, wird sich selbst vergöttlichen. Aber das ist eben die Ironie. Was ist das für ein Gott, der war, nicht ist und dann wieder heraufsteigen wird, um ins Verderben zu gehen?
Also drei Phasen. Und das haben wir ja so in der Schule gelernt: Es gab einmal ein römisches Reich. Unter der Herrschaft von Kaiser Augustus kam der Messias zum ersten Mal, in Bethlehem geboren. Aber später ging dann das römische Reich unter, zuerst das weströmische, dann das oströmische Reich. Danach war Europa innerlich zerrissen, bis zum Höhepunkt des Zweiten Weltkrieges. Und danach begann Europa wieder neu aufzusteigen und sich freiwillig zu vereinigen.
Und nun: Das ist genau die Zeit, von der die Offenbarung sagt, es wird wieder dieses römische Reich heraufsteigen aus dem Abgrund, aber um dann ins Verderben zu gehen. Und die Offenbarung sagt, in dieser Zeit kommt dann der Messias zum zweiten Mal, der Jesus kommt als Herrscher der Welt, um das tausendjährige Reich aufzurichten. Offenbarung 19, Wiederkunft. Offenbarung 20, tausendjähriges Reich.
Also, es ist ganz interessant, die Zeit, in der wir leben, weil wir dieses Tier sehen und die Schatten dieses Tieres über Europa.

Die siebzig Jahrwochen und der verborgene Einschub

Nun müssen wir aber noch einige Arbeit leisten. Wir schauen Daniels Prophetie über die 70 Jahrwochen an.
Daniel bekommt eine Vision, und Gott sagt ihm: Ich habe einen Zeitplan für dein Volk, und dieser Zeitplan besteht aus 70 Jahrwochen. Und dann kommt das Friedensreich des Messias.
Ich muss erklären: Eine Jahrwoche bedeutet eine Periode von sieben Jahren. Eine Woche sind sieben Tage, eine Jahrwoche sind hier sieben Jahre. Das heißt, siebzig Jahrwochen bedeuten 490 Jahre, und dann kommt das Reich Gottes, Daniel 9,25.
Damals war Jerusalem in Staub und Asche. So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind sieben Jahrwochen und zweiundsechzig Jahrwochen, also neunundsechzig Jahrwochen, bis der Messias als Fürst kommt. Von dem Moment an, wo ein Erlass ausgeht, das zerstörte Jerusalem wieder aufzubauen.
Hier im Schema sehen wir: Erlass zum Aufbau, der Messias kommt als Fürst. Dazwischen liegen sieben und dann 62 Jahrwochen.
Nun können wir das umrechnen, weil die prophetischen Jahre der Bibel 360 Tage dauern. Also können wir hier rechnen: 69 mal 7 mal 360 Tage, das gibt 173 Tage.
Daniel erklärt, was geschieht, wenn dieser Erlass zum Aufbau Jerusalems herauskommt: Straßen und Gräben werden wiederhergestellt und gebaut werden, und zwar in Drangsal der Zeiten. Und tatsächlich lesen wir in Nehemia 2, wie König Artaxerxes von Persien Nehemia die Erlaubnis gab, die Stadt Jerusalem wieder aufzubauen.
Schon früher hatte Kores, Jahrzehnte früher, den Erlass gegeben, aber in der Folge hat man Jerusalem nicht aufgebaut. Aber in der Folge von Artaxerxes hat man die Stadt wieder aufgebaut, doch die Juden waren damals unter ständiger Bedrohung durch die Feinde. Man liest das in Nehemia 2, 3, 4 usw. In Drangsal der Zeiten.
Das beschreibt eben diese sieben ersten Jahrwochen, 49 Jahre. Innerhalb von 49 Jahren ab dem Erlass sollte Jerusalem wieder aufgebaut werden. Und so wusste man: Aha, man muss nicht von Kores rechnen, denn 49 Jahre danach war Jerusalem noch nicht gebaut. Man muss von Artaxerxes rechnen, denn 49 Jahre danach war die Stadt perfekt, sieben Jahrwochen lang, aufgebaut.
Danach kamen die 62 Jahrwochen. Jetzt können wir hier Jahreszahlen angeben: Artaxerxes hat im Jahr 445 vor Christus den Erlass gegeben. Und wann ist der Herr Jesus als Fürst gekommen? Nur einmal in seinem Leben ritt er am Palmsonntag als Fürst nach Jerusalem ein, und das war nach den Angaben in den Evangelien exakt im Jahr 32 nach Christus.
Und zwar auch im Monat Nisan, wieder wie beim Erlass in Nehemia 2, das heißt März/April. Eine konsequente Durchrechnung aller Tage, die in dieser Zeit abgelaufen sind, ergibt astronomisch exakt, dass 173 Tage hineinpassen zwischen März/April 445 vor Christus und März/April 32 nach Christus.
Und jetzt geht die Prophetie weiter, dann in Daniel 9,26: Und nach den 62 Jahrwochen wird der Messias ausgerottet werden und nichts haben.
Also zuerst waren die sieben Jahrwochen, und dann kam die 62. Am Ende der 62 kam der Herr Jesus als Fürst nach Jerusalem, am Palmsonntag. Und nun sagt der Bibeltext: Nachher wird der Messias ermordet werden. Der Text sagt nicht, wie viel später, aber heute wissen wir: Ja, natürlich, fünf Tage nach Palmsonntag war die Kreuzigung Jesu. Der Messias wird ausgerottet, er hat kein Weltreich aufgerichtet, wird nichts haben.
Und so können wir die Prophetie hier schematisch aufzeichnen: Der Messias kommt als Fürst, und dann wird er ermordet. Jesus Christus wurde gekreuzigt vor den Toren Jerusalems.
Nun schauen wir hier die siebzig Jahrwochen Daniels. Neunundsechzig haben sich also erfüllt. Und dann kam die Kreuzigung. Und jetzt bleibt noch eine siebzigste Jahrwoche, nicht wahr?
Ja gut, machen wir 32 nach Christus plus sieben Jahre, das ergibt 39. Ja, und dann sollte das Reich Gottes kommen, oder? So viel können wir alle rechnen, nicht schwierig. Und da stellt sich jetzt die Frage: Stimmt das?
Und es ist uns allen klar: Nein, das stimmt überhaupt nicht. Ja, irrt die Bibel? Oh, man muss aufpassen, wenn man der Bibel Irrtum unterschiebt. Wir müssen den Text genau lesen. Also machen wir das.
Wir haben gelesen: diese 69 Jahrwochen bis auf den Messias, den Fürsten. Und dann steht nichts von einer siebzigsten Jahrwoche. Dann sagt der Text, der Messias wird ermordet werden. Und jetzt lesen wir weiter: Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören.
Tja, im Jahr 70 zerstörten die Römer Jerusalem wieder neu. Und auch den zweiten Tempel in Jerusalem. Übrigens lesen wir genau: Das Volk wird die Stadt zerstören, aber es ist das Volk des kommenden Fürsten. Wer ist dieser kommende Fürst? Lassen wir das mal offen. Aber das Volk hat die Stadt und das Heiligtum im Jahr 70 zerstört.
Jetzt können wir unser Schema so erweitern: Im Jahr 32 wurde Jesus gekreuzigt, im Jahr 70 nach Christus wurde Jerusalem zerstört. Aber zuerst noch: Der Herr Jesus spricht ja auch in Lukas 21 seine Endzeitrede von dem Untergang Jerusalems. Er sagt im Blick auf das Jahr 70, Lukas 21,24: Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen, und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.
Ja, jetzt können wir das Schema noch weiter ergänzen: Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 und dann Zerstreuung der Juden unter alle Völker. Und genau das ist geschehen. Seither sind die Juden dann in der Folge unter alle fünf Kontinente zerstreut worden, ab dem Jahr 70.
Jetzt lesen wir weiter in Daniel 9,26: Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, und das Ende davon, was ist das Ende davon? Das Ende dieser Strafe Gottes über sein Volk, weil der Messias ermordet wurde, wird durch die überströmende Flut sein. Was ist das, die überströmende Flut? Warten wir mal ab. Und bis ans Ende Krieg, fest beschlossen, von Verwüstungen.
Aha, Jerusalem wird zerstört, der Tempel, und dann gibt es eine Zeitperiode bis in die Endzeit, und da gibt es Krieg und Verwüstung. Also unser Schema können wir so erweitern: Da hängt sich noch eine lange Zeit bis in die Endzeit von Krieg und Verwüstung über Jerusalem an.
Nun, das ist genau so gekommen. Ich habe hier die Liste der wichtigsten Ereignisse ab dem Jahr 70, die zeigen, wie Jerusalem durch die Jahrhunderte hindurch bis in unsere Zeit ständig wieder verwüstet wurde von heidnischen Völkern bis ans Ende.
Was ist das Ende? Nun, die Endzeit. Was ist die Endzeit? Ganz einfach die Zeit, wenn das jüdische Volk aus der weltweiten Zerstreuung zurückkehrt. So sehen wir das aus Hesekiel 38,8: Am Ende der Jahre, in der Endzeit, das ist die Zeit, wenn das jüdische Volk aus vielen Völkern gesammelt wird, zurückgeführt wird ins einstige Land der Vorfahren. Das ist die Endzeit, wenn die Juden zurückkommen.
Also, jetzt können wir das ein bisschen vervollständigen: Nach dieser langen Zeit von Krieg und Verwüstung bis ans Ende kommen dann die Juden zurück. Diese Rückkehr der Juden hat in vielen Phasen begonnen, 1882. Bis heute sind drei Millionen zurückgekehrt aus allen fünf Kontinenten.

Der kommende Fürst und die letzte Drangsal

Und jetzt lesen wir weiter: Daniel 9,27. Und er wird einen festen Bund mit den Vielen schließen für eine Jahrwoche.
Wer ist er? Es muss eine Person sein, die vorher im Text erwähnt wird. Hier hatten wir doch schon den Ausdruck: das Volk des kommenden Fürsten. Aha, das ist der kommende Fürst. Aus welchem Volk? Aus dem Volk, das Jerusalem im Jahr 70 zerstört hat. Aha, ein Herrscher über das Römische Reich in der Endzeit, ein kommender Führer über das neue Europa. Jetzt wird es schon konkreter, ja?
Und der wird einen festen Bund mit den Vielen schließen. Der Ausdruck die Vielen ist in Daniel 11,33 und 12,3 immer wieder ein Ausdruck für die Masse des jüdischen Volkes. Er wird also einen Bund mit dem jüdischen Volk schließen. Oh, da müssen sie aber wieder im Land zurück sein.
Jetzt können wir das so vervollständigen: Daniel 9 macht klar, die 70. Jahrwoche folgt nicht auf die 69. Sondern da kommt zuerst die Kreuzigung, dann die Zerstörung Jerusalems und des Tempels. Dann kommt eine lange Zeit bis in die Endzeit von Krieg und Verwüstung über Jerusalem. Und in der Endzeit, das ist ja die Zeit, wo die Juden zurückkehren, dann wird ein Fürst über das kommende Römische Reich erscheinen, und er wird für sieben Jahre einen Bund schließen. Das ist noch zukünftig. Also Daniel 9 macht klar: Da ist noch vieles dazwischen.
 Daniel 9,27: Und er wird einen festen Bund mit den Vielen schließen für eine Jahrwoche, und zur Hälfte der Jahrwoche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Oh, da werden diese letzten sieben Jahre aufgeteilt in dreieinhalb und dreieinhalb Jahren. Da wird geopfert, und dann werden nach dreieinhalb Jahren die Opfer gestoppt. Ha, interessant, dann muss also wieder ein Tempel in Jerusalem bestehen.
Ab 1967, mit der Eroberung des Tempelbergs durch die israelische Armee, haben viele Organisationen den Bau eines neuen Tempels vorbereitet. Ich habe bereits den Räucheraltar aus Gold gesehen, den Schaubrotisch aus Gold, den siebenarmigen Leuchter und viele andere Geräte, alles bereit für den Gebrauch im kommenden Tempel. Die Opfer werden schon geübt. Und dann kommt diese 70. Jahrwoche. Aber nach dreieinhalb Jahren wird der kommende Fürst von Europa, der kommende Diktator von Europa, diesen Opferdienst in Jerusalem stoppen?
Und dann lesen wir weiter: Und wegen der Beschirmung der Gräuel wird ein Verwüster kommen, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes über das Verwüstete ausgegossen werden.
Beschirmung der Gräuel? Ja. Gräuel bezeichnet in der Bibel immer wieder Götzen, und da sollen also Gräuel beschirmt werden. Und dann kommt ein Verwüster, der alles zerstört. Und dieser Verwüster wird in der Prophetie so oft erwähnt. Das ist der König des Nordens aus Daniel 11,40-45 mit seinen Verbündeten oder der Assyrer aus Jesaja 28,29 und Micha 5, oder diese Armee aus dem Norden in Joel 1 und 2, die Völker von ringsum in Sacharja 12 bis 14, die in der Endzeit das ganze Land Israel zerstören werden. Das ist nun eben diese Überflutung, die ausgegossen werden wird.
Jetzt gehen wir weiter und sehen also diese zweite Hälfte der 70. Jahrwoche. Die hat es in sich. Dort kommt die Katastrophe über das Land Israel. Und der Herr Jesus nennt das in Matthäus 24,20 die große Drangsal, den schrecklichsten Weltkrieg aller Zeiten. Und dann kommt das Ende. Der Herr Jesus wird kommen als Richter der Welt und wird dieses sechste Zeitalter abschließen durch weltweites Gericht.

Das kommende Reich und die Gemeinde als Geheimnis

Auch da sehen wir einen guten Anfang, aber schon ganz früh unter Zedekia eine traurige Entwicklung und schliesslich ein Ende, das Gericht fordert. Eine traurige Entwicklung über all diese Weltreiche, die nur Blut vergossen haben, bis schliesslich der Herr Jesus kommen wird als Richter der Welt. Und er wird das sechste Heilszeitalter abschliessen.
Dann kommt das siebte, das tausendjährige Reich. Der Jesus wird das Reich Gottes hier auf Erden aufrichten nach seiner Wiederkunft in Macht und Herrlichkeit, als König der Welt. Und so wird ein guter Anfang kommen: Gott wird einen Bund schliessen mit Israel, den neuen Bund, auf der Grundlage des Opfertodes am Kreuz. Das ist nun das tausendjährige Reich.
Die Menschheit wird dezimiert sein durch das Gericht Gottes. Aber diese Menschen, die dann ins tausendjährige Reich kommen, werden wieder Kinder haben. Und sie bekehren sich nicht automatisch. Das ist wie bei unseren Kindern: Die müssen sich selber bekehren. Das ist nicht auf der DNS aufgeschrieben, die Bekehrung.
So gibt es auch eine Entwicklung im tausendjährigen Reich. Es kommen immer mehr Generationen, die sich nicht automatisch bekehren. Aber am Schluss, während den tausend Jahren, wird der Teufel gebunden sein. Am Schluss wird er losgelassen, und er kann all diese vielen Menschen, die sich im tausendjährigen Reich nur äusserlich der Herrschaft Jesu unterwerfen werden, zum Aufstand verführen. Offenbarung 20 spricht über den Aufstand von Gog und Magog, den Gott mit Feuer vom Himmel beenden wird.
So endet auch dieses Zeitalter, das gut angefangen hat, aber eine traurige Entwicklung haben wird, mit einem Ende, das Gericht fordert. Und dann kommt der Tag der Ewigkeit, wie 2. Petrus 3 das nennt, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird, die vollkommen sein wird, wo kein Unrecht mehr bestehen wird.
Und so haben wir gesehen: von der Schöpfung bis zur neuen Schöpfung ein göttlicher Plan, der uns einfach staunen lassen muss, immer mit einem Bund beginnend und schliesslich mit Gericht endend. Aber alles zeigt: Gott ist treu, und der Mensch ist der, der versagt. „Gott bleibt treu, auch wenn der Mensch versagt“ – eine herrliche Botschaft.
Und jetzt hoffe ich, alle sind ein bisschen enttäuscht: Sie haben kein Wort von der Gemeinde gehört. Ja, das kommt erst jetzt, und dann schliessen wir ab. Den Höhepunkt habe ich bis zum Schluss aufbewahrt.
Das Zeitalter der Zeitalter, so wird in Epheser 3,21 die Zeit der Gemeinde genannt. Übrigens haben viele Übersetzungen das falsch übersetzt, sie schreiben etwas von Ewigkeit der Ewigkeiten. Es steht wörtlich das Zeitalter der Zeitalter, das heisst das herrlichste Zeitalter, und durch alle Generationen hindurch soll Gottes Name gelobt sein in der Gemeinde.
Es geht hier um das Geheimnis der Gemeinde. Ein Geheimnis ist eine Wahrheit, die Gott im Alten Testament nicht geoffenbart hat und erst nach Pfingsten offenbarte. Und zwar hat Gott einen Plan gehabt: Er wird zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche etwas Wunderbares einschieben, wenn Israel so unter dem Gericht Gottes steht, und zwar war es die Gemeinde.
Wir können es auch so darstellen: Wir haben hier die vier Weltreiche und das Reich Gottes, aber da im Bereich des Römischen Reiches hat Gott zwischen der 69. und 70. Jahrwoche die Gemeinde eingeschoben. In den Paulusbriefen finden wir acht Geheimnisse, und die haben alle zu tun mit der Gemeinde und mit Plänen, die Gott von Ewigkeit her in seinem Herzen hatte, die er aber verschwiegen hatte. Als der Messias verworfen war, hat Gott diese Geheimnisse seinen Aposteln und neutestamentlichen Propheten geoffenbart.
Und die Gemeinde ist in Gottes Plan das Höchste, was es gibt als Geschöpf. Das Höchste für Gottes Herzen ist der ewige Sohn Gottes. Aber ich sage: Das höchste Geschöpf ist nicht Israel, sondern die Gemeinde. Israel als irdisches Volk ist ein Abbild dieses himmlischen Volkes, das Geheimnis der Gemeinde Gottes.
Und wir sehen: Gott hat das so als Überraschung aufbewahrt, um dazwischen hineinzuschieben. Und wie hat sich das realisiert? 57 Tage nach der Kreuzigung war Pfingsten, was sage ich: 57 Tage nach dem Einzug des Herrn Jesus nach Jerusalem, nach Palmsonntag, war dann Pfingsten. Und da kam Gott, der Heilige Geist, herab, um in der Gemeinde zu wohnen. In jedem Gläubigen. Das hat es noch nie gegeben. Und er bleibt in jedem Gläubigen drin und versiegelt ihn. Das ist grandios, das hat es noch nie gegeben, diese Intimität Gottes mit Menschen, ein ganzes Volk, ja, und durch alle Generationen hindurch, bis dann die Umkehr von Pfingsten kommen wird.
Der Geist und die Braut sagen: „Komm!“ Der Heilige Geist wird mit der Gemeinde, der Braut Christi, wieder hinaufgehen. Der Herr Jesus wird bei der Entrückung die Gemeinde abholen und sie in die himmlische Herrlichkeit führen. Und wir sehen: Gott hat das hineingepasst zwischen diesen Jahrwochen hinein. Das heisst, mit der neunundsechzigsten Jahrwoche hat die Uhr Gottes, mit dem prophetischen Plan, gestoppt.
Aber die Ereignisse gingen trotzdem weiter, und die Ereignisse waren vorausgesagt schon im Alten Testament im Zusammenhang mit Israel. Aber die Gemeinde war verschwiegen. Das kam erst nachher, und so wird auch die Entrückung stattfinden, bevor die Uhr wieder beginnt zu ticken für Israel. Darum muss die Entrückung ganz klar sein vor der siebzigsten Jahrwoche. Wenn man das nicht sieht, macht man alles durcheinander. Das geht in Chaos! Und Gott ist ein Gott der Ordnung, auch hier.
Und so haben wir nun eine Übersicht bekommen über die ganze Bibel mit sieben Bündnissen und sieben Heilszeitaltern und dann plötzlich noch diese aufleuchtende Überraschung, das Zeitalter der Zeitalter zwischen der neunundsechzigsten und siebzigsten Jahrwoche. Das betrifft uns ganz persönlich, wenn wir den Herrn Jesus als unseren Retter kennen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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