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Exkurs: Die Bibel in der Vogelschau - Teil 3/3

19.04.2009
SerieTeil 26 / 60Der Messias im Alten Testament (AT)
Warum wirkt Gottes Zeitplan so unterbrochen? Zwischen Israels Geschichte und dem Ende liegt ein verborgenes Zeitalter – die eigentliche Frage ist: Wo stehst du darin?

Überblick über die heilsgeschichtliche Ordnung

Wir kommen ja heute zu Teil drei unseres Themas „Die Bibel in der Vogelschau“. Wir haben ausführlich gesehen, dass die ganze Heilsgeschichte der Bibel, von der Erschaffung der Welt bis ans Ende des Tausendjährigen Reiches und der darauffolgenden Neuschöpfung, in sieben Heilszeitalter eingeteilt werden kann, wobei jedes Heilszeitalter mit einem Bündnis Gottes beginnt.
Wir haben auch gesehen, dass ständig die Grundstruktur die gleiche ist: Gott schließt mit dem Menschen einen Bund und gibt Segen. Doch der Mensch erweist sich als untreu. Es kommt zum Niedergang, der schließlich so weit geht, dass Gott mit Gericht eingreifen muss. So kommt es zum Ende eines Heilszeitalters. Aber gleich darauf schließt Gott wieder einen Bund, gibt Segen, aber es kommt wieder zu Niedergang usw.
Wir waren letztes Mal ausführlich damit beschäftigt, uns die Prophetie über die siebzig Jahrwochen im Buch Daniel vor Augen zu führen.

Die messianische Zielrichtung der siebzig Jahrwochen

Ich wiederhole nochmals aus Daniel 9 für diejenigen, die letztes Mal nicht da waren: So merke auf das Wort und verstehe die Vision.
Siebzig Jahrwochen sind über dein Volk und über deine heilige Stadt bestimmt, um den Abfall zum Abschluss zu bringen und den Sünden ein Ende zu machen und die Ungerechtigkeit zu sühnen und eine ewige Gerechtigkeit einzuführen und Gesicht und Propheten zu versiegeln und ein Allerheiligstes zu salben.
Ein Zeitplan für das Volk Israel, dein Volk, und Jerusalem, deine heilige Stadt: 70 Jahrwochen sollen vergehen, und dann kommt eigentlich der Segen des messianischen Friedensreiches, oder man könnte sagen, des tausendjährigen Reiches. Hier zusammengefasst in sechs Punkten:
Um den Abfall zum Abschluss zu bringen. Das heißt, das Volk Israel, das in früheren Zeiten immer wieder von Gott abgefallen war, wird dahingeführt werden, dass es sich völlig Gott anschließt und eben nicht mehr als Nation von Gott abfällt. Und so soll es auch zu einer völligen Wiederherstellung kommen und Vergebung.
Um den Sünden ein Ende zu machen. Drittens die Ungerechtigkeit zu sühnen: Alles wird vor Gott geordnet werden. Und viertens soll eine ewige Gerechtigkeit eingeführt werden. Endlich wird Gottes Gerechtigkeit auf dieser Erde herrschen.
Die ganze Prophetie der Bibel wird dann zum Abschluss kommen und bestätigt werden durch ihre vollständige Erfüllung. Das bedeutet: Gesicht oder Vision und Propheten zu versiegeln.
Und schließlich sechstens ein Allerheiligstes zu salben. Das bedeutet, der dritte Tempel, so wie er in Hesekiel beschrieben ist, wird gebaut werden und durch Salbung eingeweiht werden.
Interessant ist noch Folgendes: Der erste Tempel, und das ist der Tempel Salomos, und davor die Stiftshütte, beide wurden mit Öl gesalbt, und zwar mit dem Salböl, das Mose noch bereitet hatte. Aber später, nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft im sechsten Jahrhundert vor Christus, da hatte man dieses Salböl nicht mehr. Darum hat man den zweiten Tempel nie gesalbt. Und auch die Hohenpriester, die früher immer mit diesem Öl gesalbt worden waren, konnten nicht mehr gesalbt werden.
Das heißt also, im zweiten Tempel gab es keine gesalbten Hohenpriester, und der Tempel selber war nicht gesalbt. Dieser Tempel wurde ja dann im Jahr 70 nach Christus durch die Römer zerstört, und seither konnten die Juden keinen Tempel mehr bauen. Aber die Prophetie bezeugt, dass in der Endzeit wieder ein Tempel stehen wird, in Jerusalem auf dem Tempelberg. Und diese Prophetie sagt, dass dann, wenn der Frieden und die Gerechtigkeit des Messias kommen, der Tempel gesalbt werden wird.

Die erste Hälfte der prophetischen Zeit und das Auftreten des Messias

Wir haben dieses Mal gesehen, dass eine Jahrwoche eine Einheit von sieben Jahren ist. Das heißt also, diese Prophetie von siebzig Jahrwochen umfasst insgesamt 490 Jahre.
 Daniel 9,25 erklärt: So wisse denn und verstehe: Vom Ausgehen des Wortes, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind sieben Jahrwochen und 62 Jahrwochen.
Wir haben gesehen, dass es im Jahr 445 vor Christus zu diesem Erlass kam, dass Jerusalem wieder neu aufgebaut werden dürfe. Nicht wahr, die Babylonier hatten davor Jerusalem in Staub und Asche gelegt und die Juden nach Babylon in die Gefangenschaft weggeführt. Aber im Jahr 445 v. Chr. durfte unter Nehemia die Stadt wieder neu aufgebaut werden.
Da begannen diese sieben und zweiundsechzig Jahrwochen zusammen, also neunundsechzig Jahrwochen, an deren Ende schließlich der Messias als Fürst kommen sollte. Wir haben das letztes Mal genau umgerechnet, im Wissen darum, dass ein prophetisches Jahr in der Bibel 360 Tage dauert. Das ist die Mischung zwischen Mond- und Sonnenjahr. Und so ergeben 69 Jahrwochen, so gerechnet, 69 mal 7 mal 360 Tage, exakt 173.880 Tage.
Wir haben gesehen: Die Einteilung in sieben und 62 Jahrwochen kommt daher, dass die Prophetie Daniels sagt, Jerusalem werde wieder aufgebaut, aber in einer Zeit ständiger Bedrohung und Drangsal. Das bezieht sich eben auf diese ersten sieben Jahrwochen, ich will sagen auf 49 Jahre, während die Juden ganz stark unter Druck standen, wie das Buch Nehemia das ausführlich beschreibt. Aber in den 49 Jahren nach dem Erlass von Artaxerxes in Nehemia 2 war Jerusalem wieder eine vollkommene Stadt.
Da sehen wir: Diese Zahl sieben hat also eine symbolische wie auch eine wörtliche Bedeutung. Das ist vielleicht noch interessant, weil manche Leute denken, wenn etwas symbolisch eine Bedeutung hat, dann kann es nicht wörtlich sein. Aber in der Bibel kann das sehr oft, ich sage nicht immer, sehr oft beides sein, wie jetzt in diesem Beispiel.
Ein anderes Beispiel wären die sieben Tage der Schöpfung. Da könnte man auch sagen: Ja gut, sieben Tage ist wahrscheinlich ziemlich symbolisch gemeint. Nein, es ist natürlich symbolisch gemeint, denn es heißt, dass Gott in dieser Zeit, in diesem Zeitraum, eine vollkommene Schöpfung ins Dasein gerufen hat. Aber das steht nicht im Gegensatz dazu, dass es nicht auch real sieben Tage gewesen sein kann.
Ja, wir haben also gesehen, dass diese 173.880 Tage exakt hineinpassen in die Zeit von März/April, dem jüdischen Monat Nissan im Jahr 445 vor Christus, bis März/April, das ist wieder Nissan, im Jahr 32 nach Christus. Denn im Passamonat, also Nissan 32 nach Christus, ist der Herr Jesus als Fürst aufgetreten, als er auf dem Esel von der Volksmenge als Messiaskönig gefeiert nach Jerusalem einzog, am Palmsonntag. Das war der einzige Tag in seinem Leben, an dem er als Fürst aufgetreten war.
Bei seiner Geburt wurde er in eine Krippe, in einen Stall gelegt. Das war kein fürstliches Auftreten. Aber auch sein weiteres Leben war kein Leben als Fürst. An diesem einen Tag jedoch trat der Herr als Fürst auf, und die Prophetie sagt eben: Vom Erlass, Jerusalem zu bauen, bis auf den Messias, den Fürsten, sind diese 173.880 Tage.
Damit kann man also einem orthodoxen Juden anhand seiner eigenen Bibel beweisen, dass Jesus von Nazaret wirklich der verheißene Messias des Alten Testaments ist. Und da kommen noch weitere über dreihundert Prophezeiungen hinzu, die durch sein Kommen erfüllt worden sind.
Aber man versteht so auch besser, warum es in Apostelgeschichte 9 von Saulus, später Paulus, heißt, dass er nach seiner Bekehrung in der Synagoge von Damaskus den Menschen dort beweist, dass Jesus der Messias ist, der Christus ist. Und auch von Apollos heißt es am Schluss von Apostelgeschichte 18, dass er öffentlich die Juden kräftig widerlegte. Er selbst war auch Jude, aber damit sind eben die Juden gemeint, die Jesus als Messias ablehnten, indem er bewies, dass Jesus der Messias ist, der Christus.

Der Einschnitt zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche

Aber dann haben wir gesehen, dass der Bibeltext darauf hinweist: „Und nach den 62 Jahrwochen wird der Messias ausgerottet werden und nichts haben.“ Und tatsächlich wurde Jesus fünf Tage nach Palmsonntag auf dem Golgatha-Felsen vor den Stadtmauern Jerusalems gekreuzigt. So kommt dieses Ereignis in unserem Schema einfach im Anschluss an das Ende der 69. Jahrwoche zu stehen.
Nun hatten wir letztes Mal aber ein Problem festgestellt. Das wären jetzt also diese 69 Jahrwochen, aber Daniel 9 spricht ja von 70 Jahrwochen. Es bleiben also noch sieben Jahre übrig. Wenn man diese nun an Palmsonntag anhängt, käme man auf das Jahr 39 nach Christus. Dann sollte eben das Reich Gottes kommen, die Gerechtigkeit Gottes auf Erden.
Nun, wir haben ganz klar gesehen, dass das so überhaupt nicht passt. Aber die Antwort auf dieses Problem haben wir letztes Mal im Text von Daniel 9 selbst gefunden. Wir müssen also nicht irgendwie Zuflucht suchen bei einem anderen Bibeltext, der das ganz anders darstellen würde. Nein, der Text selbst macht klar, dass in diesen sieben und zweiundsechzig Jahrwochen in der Folge der Messias ermordet wird. Und wir haben gesehen: Es kommt noch mehr, bevor dann die siebzigste Jahrwoche erfolgt.
Vers 26, in der Mitte: Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören.
Also wurde hier vorausgesagt, dass Jerusalem wieder zerstört werden soll, und zwar in der Folge der Ermordung des Messias. Das ist schon eindrücklich, weil das dann im Jahr 70 nach Christus tatsächlich stattgefunden hat. Die Römer haben in einem brutalen Krieg Jerusalem in 140 Tagen zu Staub und Asche gemacht. Mehr als eine Million Juden sind dabei umgekommen, und der zweite Tempel, der eben nie gesalbt worden war, ging unter.
Und so sehen wir in Daniel 9: Da finden wir einerseits den ersten Tempel, schon erwähnt, denn der Bibeltext spricht von dem Tempel, der in Trümmern war, in Daniel 9. Und dann spricht er eben von diesem Tempel, der nach der Ermordung des Messias zerstört wird. Das wäre der zweite Tempel. Aber der Bibeltext spricht ja noch von einem künftigen Allerheiligsten, das gesalbt werden soll, und das ist natürlich der dritte Tempel. Das heißt, in demselben Kapitel werden alle drei Tempel erwähnt.
Ich möchte ganz kurz diese drei Stellen angeben. Daniel 9,16 wird der Tempelberg genannt, da heißt es, dass Daniel von der Stadt Jerusalem betet: „Deinem heiligen Berg.“ Und in Vers 17 sagt er: „Und um des Herrn willen, lass dein Angesicht leuchten über dein verwüstetes Heiligtum.“ Also da spricht er über den Tempel, der zu seiner Zeit damals im Jahr 539 vor Christus in Trümmern lag. Das war der salomonische Tempel. Und dann eben Daniel 9,26: „Das Volk der kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören.“ Das ist der zweite Tempel. Und davor in Vers 24 das endzeitliche Heiligtum, das gesalbt wird, am Schluss von Vers 24.

Gericht, Verwüstung und die lange Zwischenzeit

Nun können wir also ergänzend sagen: Das sind die 69 Jahrwochen. Dann kam die Kreuzigung. Fünf Tage später. Der Bibeltext sagt ja nicht, wie viel später, aber allein dadurch, dass gesagt wird, der Messias wird ermordet werden und der Messias wird ausgerottet werden im Anschluss an sein Auftreten als Fürst, ist klar: Das ist ein Ereignis, das auf dieses Auftreten folgt. Wie lange danach, das konnte man aus dem Alten Testament nicht wissen. Rückblickend können wir sagen, das waren fünf Tage.
Und der Bibeltext sagt: Und dann wird dieses Volk kommen und die Stadt und das Heiligtum zerstören. Auch da sagt der Text nicht, wie lange später. Rückblickend können wir sagen: Ja gut, das war dann 38 Jahre später, nämlich im Jahr 70 nach Christus. Und noch immer wird im Bibeltext nicht über eine siebzigste Jahrwoche gesprochen. Der Bibeltext macht deutlich: Da kommen Ereignisse zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche hinein.
Wir haben dann auch Lukas 21,24 angeschaut, wo der Herr Jesus in seiner Endzeitrede am Dienstag vor Karfreitag die Zukunft seines Volkes beschreibt. Er spricht hier von der Verwüstung Jerusalems im Jahr 70 und von der Folgezeit: Sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen, und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden. Also sagt der Herr Jesus: Jerusalem wird nicht nur zerstört werden, sondern das jüdische Volk wird weggeführt werden, zerstreut werden unter alle Nationen. Und so können wir hier diesen Pfeil ergänzen: also Zerstörung Jerusalems und dann Wegführung der Juden unter alle Völker, so wie das auch Mose vorausgesagt hatte, zum Beispiel in 5. Mose 28,64 und folgende.
Nun haben wir gesehen: Daniel 9 geht aber weiter. Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören, das haben wir gesehen. Und das Ende davon wird durch die überströmende Flut sein. Das Ende davon, was bedeutet das? Erinnern wir uns noch vom letzten Mal? Ich frage aus dem Grund, weil der Text ja so dicht ist. Darum ist diese Wiederholung sicher nicht umsonst, weil man das gar nicht auf einmal wirklich erfassen kann und schon gar nicht so erfassen, dass man es dann wiedergeben könnte. Das ist ja immer der Beweis, dass man etwas verstanden hat, wenn man es anderen wieder erklären kann, und zwar ganz einfach, so dass es auch ein zwölfjähriges Kind verstehen kann.
Also mag man sich noch erinnern, was das war, dieser Ausdruck: und das Ende davon. Das Ende wovon? Man kann es so leicht verstehen. Ja, es ist alles ganz korrekt, denn diese Zerstörung der Stadt und des Heiligtums sollte ja ein Gericht Gottes sein über die Masse des Volkes, die den Messias abgelehnt hatte. Das war ein Gericht. Aber wie wir gleich sehen werden, ist das der erste Beginn einer ganzen Serie von Gerichten über das auserwählte Volk. Und das Ende dieser ganzen Gerichtszeit, eben die Zerstörung der Stadt und des Heiligtums, das ist Gottes Gericht. Und das Ende dieses Gerichts wird dann ausgeführt werden durch die überströmende Flut.

Die überströmende Flut und der König des Nordens

Die überströmende Flut ist eine Bezeichnung für einen ganz bestimmten Feind in der Prophetie. Diesen findet man bei Daniel selbst, und zwar ausdrücklich in Kapitel 11.
Wenn wir kurz Daniel 11 aufschlagen, haben wir dort die Prophetie über den König des Nordens und den König des Südens. Alles ist bereits wortwörtlich erfüllt, bis einschließlich Vers 35. Das macht die Sache einfach, denn in diesen Versen geht es immer um den König des Nordens und den König des Südens.
Der König des Nordens war immer Syrien, und zwar Großsyrien, vom heutigen Libanon und Syrien bis nach Pakistan. Der König des Südens war immer Ägypten.
Die Verse 36 und folgende sprechen dann über die Endzeit. In Vers 36 geht es um einen König in Israel, der sich über alles erheben wird. Das ist der Antichrist, der größte falsche Messias, der noch kommen wird.
In Vers 40 steht anschließend: Und zur Zeit des Endes wird der König des Südens mit ihm zusammenstoßen. Das heißt, Ägypten wird mit dem Antichristen einen Zusammenstoß haben. Wann? Zur Zeit des Endes. Das macht also klar, dass sich diese Verse 36 bis zum Schluss nur auf die Endzeit beziehen. Darum sind diese Verse noch nicht erfüllt, weil alles andere schon früher erfüllt wurde.
Ich habe das einmal ausgezählt: In diesen 35 Versen sind es mehr als hundertfünfzig erfüllte Prophezeiungen, also Einzelaussagen, die sich so in der Geschichte nachweisbar erfüllt haben.
Also Vers 40: Zur Zeit des Endes wird der König des Südens, Ägypten, mit ihm, dem Antichristen, zusammenstoßen. Ich weiß nicht, ob alle Übersetzungen das so genau wiedergeben. Ich zitiere nach der alten Elberfelder; das stimmt wirklich mit dem hebräischen Text ganz genau überein.
Dann steht weiter: Und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen, und er wird in die Länder eindringen und wird sie überschwemmen und überfluten. Und er wird eindringen in das Land der Zierde, das ist das Land Israel, das von Milch und Honig fließt. Und viele Länder werden zu Fall kommen. Diese aber werden seiner Hand entrinnen: Edom und Moab und die vornehmsten der Kinder Ammon.
Edom ist das heutige Südjordanien, Moab Mitteljordanien und Ammon Nordjordanien, dort, wo die Stadt Amman ist. Er wird seine Hand an die Länder legen, und das Land Ägypten wird nicht entrinnen. Und er wird die Schätze an Gold und Silber und alle Kostbarkeiten Ägyptens in seine Gewalt bringen. Und Libyer und Äthiopier oder Kuschiten, das ist eigentlich speziell der Sudan, werden in seinem Gefolge sein. Aber Gerüchte von Osten und von Norden her werden ihn erschrecken, und er wird ausziehen in großem Grimm, um viele zu vernichten und zu vertilgen.
Und er wird sein Palastgezelt aufschlagen zwischen dem Meer, das ist das Mittelmeer, und dem Berg der Heiligen Zierde, das ist der Tempelberg. Und er wird zu seinem Ende kommen, und niemand wird ihm helfen.
Hier wird ein künftiger vernichtender Schlag beschrieben, von Syrien natürlich mit allen seinen Verbündeten. Denn in Daniel 11 ist der König des Nordens immer Großsyrien, also von Syrien und Libanon bis nach Pakistan, was heute die islamische Welt ist und einen gemeinsamen Hass gegen Israel teilt. Die werden eindringen und Israel überrennen.
Und jetzt lesen wir nochmals Vers 40: Und zur Zeit des Endes wird der König des Südens mit ihm zusammenstoßen, und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen. Und jetzt kommt es: Und er wird in die Länder eindringen und wird sie überschwemmen und überfluten.
Dieser Angriff wird als eine Überschwemmung, eine Überflutung, beschrieben. Und das ist das letzte Gericht Gottes über sein ausgewähltes Volk in der Folge der Verwerfung des Messias. Das heißt also, dieses ganze Gericht umfasst die Zeit vom Jahr siebzig, der Zerstörung Jerusalems und des Tempels, bis über unsere Zeit hinaus, wenn Israel durch Syrien und seine Verbündeten vollkommen überrannt werden wird.
Dieser Feldzug wird an vielen anderen Stellen auch noch beschrieben, etwa in Joel 1 und 2. Dort wird beschrieben, wie diese Armee von Norden her kommt. Das Land vor dieser Armee ist wie der Garten Eden. Das ist das heute aufgeforstete und aufblühende Land Israel. Und wenn die Armee durch ist, ist alles verbrannt. Das ist das Ende dieses Gerichts über das Volk, das seinen Messias verworfen hatte. Das wird geschehen durch die überströmende Flut.
Aber der Text sagt nun weiter: Und bis ans Ende Krieg, fest beschlossenes von Verwüstungen. Das heißt also, von der Zerstörung Jerusalems und des Tempels im Jahr siebzig bis in die Endzeit soll es eine Kette von Krieg und Verwüstung über Jerusalem geben.
Und da haben wir also gesehen: Der Bibeltext selbst macht klar, die 70. Jahrwoche kommt nicht einfach so schnell. Zuerst die Ermordung des Messias, dann die Zerstörung Jerusalems, und dann kommt eine Kette von Krieg und Verwüstung bis in die Endzeit. Der Abschluss dieser Periode ist dann der Angriff von Syrien auf Israel.

Die Geschichte Jerusalems bis in die Endzeit

Das haben wir letztes Mal kurz angeschaut. Es ist genau so gewesen: Durch die Jahrhunderte hindurch, seit dem Jahr siebzig nach Christus bis in unsere Zeit, ist Jerusalem ständig und immer wieder verwüstet worden. Durch die Römer im Jahr siebzig und hundertfünfunddreißig, dann durch die Perser, Byzanz, durch die muslimischen Araber im siebten Jahrhundert, durch die Türken, durch die Kreuzfahrer, durch Sultan Saladin, später durch die Tataren, dann durch die Osmanen, im Ersten Weltkrieg durch die Engländer, neunzehnhundertachtundvierzig durch die Jordanier.
Und dann kam 1967 der Sechstagekrieg, der eigentlich eine ganz grundsätzliche Wende im Schicksal Jerusalems gebracht hat. Von da an kam auch der Tempelberg, das ist das Wichtigste von Jerusalem, und die Davidstadt, die am Südabhang des Tempelbergs liegt und das Jerusalem zur Zeit Davids war, wieder in die Hand der Juden.
Eine Stelle aus Joel 4, in anderen Bibeln ist es Joel 3, steht aber genau das Gleiche drin, nur die Kapitelzählung unterscheidet sich. In Joel 3 beziehungsweise 4, Vers 1, hören wir die Stimme des Messias. Er sagt: Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Schicksal Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen versammeln und sie in das Tal Joschafat hinabführen, und ich werde daselbst mit ihnen rechten über mein Volk und ein Erbteil Israel, welches sie unter die Nationen zerstreut haben.
Also wird hier gesagt: In dieser Zeitperiode, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn das Schicksal der Stadt Jerusalem gewendet wird, ist das dann die Periode, in der der Messias im Tal Joschafat die Völker versammeln wird, um mit ihnen abzurechnen darüber, wie sie mit seinem Volk Israel, das zerstreut worden ist, umgegangen sind.
Nun, der langen Rede kurzer Sinn: Diese zwei Verse sagen, dass der Messias hier auf der Erde als Richter der Welt im Tal Joschafat, das ist das heutige Kidrontal zwischen Ölberg und Tempelberg, dort stehen wird, dort sitzen wird, in der Zeit, in der das Schicksal der Stadt Jerusalem gewendet wird.
Und darum sehen wir: Der Sechstagekrieg von 1967 war eine ganz wichtige Etappe in der Endzeit. Aber natürlich ist Jerusalem bis heute und auch in Zukunft noch umstritten und umkämpft. Es ist jedoch die Epoche, in der dieses Schicksal ganz deutlich gewendet wurde, im Gegensatz zu all den Jahrhunderten davor, in denen immer heidnische Nationen Jerusalem zertreten haben und unter ihrer Herrschaft hatten. Nie mehr ab dem Jahr siebzig war Jerusalem wirklich in jüdischer Hand.

Die Endzeit als Zeit der Sammlung Israels

Nun, wenn wir gelesen haben, also dieses Festbeschlossene von Krieg und Verwüstung, soll sich erstrecken über Jerusalem bis ans Ende, dann heißt das bis in die Endzeit. Und die Endzeit ist eben die Zeit in der Bibel, wenn das jüdische Volk aus der weltweiten Zerstreuung zurückkehrt.
In Hesekiel 38,8 spricht Gott zu einem Feind in der Endzeit, der aus dem äußersten Norden kommen wird gegen Israel. Und Gott sagt dort in Hesekiel 38,8: Am Ende der Jahre sollst du in das Land kommen. Der Ausdruck am Ende der Jahre ist ein Ausdruck für Endzeit. Es gibt viele Ausdrücke wie die letzten Tage oder die Zeit des Endes oder einfach das Ende.
Und hier: Am Ende der Jahre sollst du in das Land kommen, das vom Schwert wiederhergestellt sein wird, zu einem Volk, das aus vielen Völkern gesammelt sein wird, auf die Berge Israels, welche beständig verödet dalagen, ja, es wird herausgeführt sein aus den Völkern.
Also ist die Endzeit die Zeit, in der die Juden aus allen Völkern gesammelt werden, was ja geschehen ist. Seit 1882 bis heute sind etwa drei Millionen Juden aus allen fünf Kontinenten aus über hundert verschiedenen Ländern zurückgeführt worden ins Land der Väter.
Und so ist das Land, das eigentlich als Wüste, als Ödnis, in den vergangenen Jahrhunderten, seit 70 nach Christus, galt, ein Land, das vom Schwert wiederhergestellt ist, in dem man zum Beispiel 220 Millionen Bäume gepflanzt hat.
Also, die Endzeit ist die Zeit, wenn das jüdische Volk zurückkehrt. Und darum können wir heute erkennen: Aha, wir stehen nun wirklich in der letzten Phase dieser langen Epoche vom Jahr siebzig nach Christus bis ans Ende, wo Krieg und Verwüstung über Jerusalem kommen soll.
Wie gesagt, diese Rückkehr der Juden hat in einem Prozess von vielen Einwanderungswellen begonnen, ab achtzehnhundertzweiundachtzig.

Der Bund des kommenden Fürsten und die erste Hälfte der letzten Woche

Und nun kommen wir zu Daniel 9,27. Jetzt wird plötzlich im Bibeltext die letzte, die siebzigste Jahrwoche erwähnt, und es heißt, dass er einen festen Bund mit den vielen schließen wird für eine Jahrwoche.
Auch hier bleibt es wieder etwas geheimnisvoll: Wer ist denn dieser „er“? Nun, das muss sich auf eine Person beziehen, die vorher im Bibeltext vorgekommen ist. Das haben wir letztes Mal schon angedeutet. Die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 und des Tempels wird ja so umschrieben: Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören. Es heißt also nicht: Der kommende Fürst wird zerstören. Das bezieht sich also nicht auf Titus, den damaligen General der römischen Armee, sondern es wird nur gesagt: Das Volk, also das römische Volk, wird die Stadt und den Tempel zerstören.
Und jetzt spricht Daniel 9,27 von jemandem, der in der Endzeit einen festen Bund schließen wird für eine Jahrwoche. Diese Person muss eine Person sein, die schon im Text vorher genannt worden ist. Und das passt eben genau auf den Fürsten, das Volk des kommenden Fürsten. Das heißt also, diese Person hier ist eine Person, die aus dem römischen Reich aufstehen wird, in der Endzeit.
Nun, wir haben das ja früher bereits behandelt, ich glaube in der ersten Serie dieser drei Serien. Da haben wir gesehen, dass das römische Reich war und dann endgültig untergegangen ist, als Kaiser Franz seine Krone abgelegt hatte, 1806. Da hat allerdings noch vorher Napoleon sich die Krone aufgesetzt, und da wollte das Römische Reich nochmals richtig aufbauen, bis nach Russland. Aber eben 1814 war er auch endgültig abgesetzt.
Und so kam eine Zeit, da es gar kein römisches Reich mehr gab in Europa, bis dann nach dem Zweiten Weltkrieg Europa sich freiwillig begann, in einem Prozess zusammenzufügen zu einem Riesenreich von heute 27 Nationen. Und da wird eben ein kommender Herrscher über das künftige römische Reich beschrieben, der mit den vielen einen Bund schließen wird.
Wer sind die vielen? Das sind die Juden. Aber das kann man natürlich aus dem Wort für sich nicht ableiten. In Daniel 9,27 kommt dieser Ausdruck vor, hier aber auch in Daniel 11,33, 39 und 12,3. Es ist ein stehender Ausdruck im Buch Daniel für die Masse des jüdischen Volkes.
Also wird in der Endzeit dieser kommende Führer einen Bund schließen mit der Masse des jüdischen Volkes für sieben Jahre. Es sind zwei interessante Dinge: Das heißt, in dieser Endzeit muss es wieder ein römisches Reich geben. Und zweitens muss es auch eine Masse von Juden geben, die in dieser Endzeit wieder in einem römischen Reich in ihrem Land leben. Und beides ist hier im Text vorausgesetzt, und beides ist heute eigentlich gegeben.

Jesaja 28 und das falsche Sicherheitsbündnis

Und warum dieser Bund? Was ist der Sinn dieses Bundes? Schlagen wir einmal in Jesaja 28 auf. Das ist eine ganz interessante Stelle, sie bezieht sich auf die Endzeit. Und dort hört man die gottlosen Juden in Jerusalem sprechen.
 Jesaja 28,14: Darum hört das Wort des Herrn, ihr Spötter, Beherrscher dieses Volkes, das in Jerusalem ist! Denn ihr sprecht: Wir haben einen Bund mit dem Tode geschlossen und einen Vertrag mit dem Scheol gemacht. Wenn die überflutende Geißel hindurchfährt, wird sie an uns nicht kommen; denn wir haben die Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und uns in der Falschheit geborgen.
Darum spricht der Herr, der Ewige: Siehe, ich gründe einen Stein in Zion, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, aufs festeste gegründet. Wer glaubt, wird nicht ängstlich eilen.
Also sagen die gottlosen Herrscher in Jerusalem in der Endzeit: Wir haben einen Bund geschlossen. Mit wem? Mit dem Tod und mit dem Scheol, mit dem Totenreich. Nun, hier wird das kommende römische Reich mit dem Totenreich, mit dem Scheol, verglichen. Und interessanterweise kann man sich erinnern: Wir haben doch letztes Mal genau das angeschaut, Offenbarung 17, das Tier mit den zehn Hörnern, das römische Reich. Von ihm wird gesagt: Es war, ist nicht und wird heraufsteigen aus dem Abgrund und ins Verderben gehen.
Und das Wort Abgrund dort im griechischen Text ist Abyssos, der bodenlose Abgrund wörtlich. Das ist ein Ausdruck, der in Römer 10 verwendet wird für das Totenreich. Tatsächlich ist das neue Europa als neues römisches Reich aus der Asche des Zweiten Weltkrieges mit siebzig Millionen Toten aufgestiegen. Und hier wird es quasi Scheol genannt, Totenreich. Und der, der in diesem Reich dann in der Zukunft an der Spitze stehen wird, das ist eben dieser kommende Fürst. Der wird hier genannt: der Tod.
Aber sie sind sich bewusst, diese Spötter in Jerusalem: Wir haben bei der Lüge Zuflucht gesucht, nicht bei Gott. Aber wir haben da einen Sicherheitsbund mit dem Tod und mit dem Totenreich geschlossen. Warum? Wozu? Welche Sicherheit wollen sie?
Vers 15 in der Mitte: Wenn die überflutende Geißel hindurchfährt, wird sie an uns nicht kommen. Die überflutende Geißel – das ist niemand anders als dieser König des Nordens aus Daniel, der in der Endzeit Israel überschwemmen und überfluten wird. Das heißt also, dieses Bündnis ist nichts anderes als ein Sicherheitsbündnis gegen die islamische Gefahr, um im Klartext der heutigen Zeit zu sprechen: Syrien und seine Verbündeten. Um da eben einen Sicherheitsbund gegen die islamische Gefahr von Syrien und seinen Verbündeten zu erhalten.
Aber interessant ist dann der nächste Vers, Vers 16. Da spricht Gott über diesen Stein in Zion, diesen Eckstein, diesen kostbaren Eckstein und dieses feste Fundament. Nun, schon im alten Judentum haben die Rabbiner diese Stelle auf den Messias bezogen. Und auch in 1. Petrus 2 zum Beispiel wird diese Stelle auf den Herrn Jesus angewendet. Er ist der kostbare Eckstein, er ist das feste Fundament der Gemeinde.
Und hier sagt Gott: Ich habe ein wirkliches Fundament gegeben. Wer auf diesen Eckstein, auf dieses Fundament vertraut, der wird nicht ängstlich eilen. Also der wahre Messias, das wäre die Zuflucht. Aber die Spötter in Jerusalem nehmen Zuflucht zu, im Klartext von heute, Europa, zum neuen Europa und seinem kommenden Herrscher.
Und jetzt ist interessant zu sehen, was dann folgt, Vers 17: Und ich werde das Recht zur Richtschnur machen und die Gerechtigkeit zum Senkblei. Und der Hagel wird hinwegraffen die Zuflucht der Lüge, und die Wasser werden den Bergungsort wegschwemmen. Merken wir wieder die gleichen Ausdrücke: Es geht um Überschwemmung, Überschwemmung. Gott sagt also: Weil ihr nicht auf den Messias vertraut, wird es euch nicht gelingen. Diese überflutende Geißel wird kommen, und sie wird alles wegschwemmen.
Vers 18: Und euer Bund mit dem Tod wird zunichte werden, und euer Vertrag mit dem Scheol, dem Totenreich, wird nicht bestehen. Wenn die überflutende Geißel hindurchfährt, so werdet ihr von derselben zertreten werden. So oft sie hindurchfährt, wird sie euch hinraffen; denn jeden Morgen wird sie hindurchfahren, bei Tag und bei Nacht. Und es wird eitel Schreckendes sein, die Botschaft zu vernehmen. Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken, und die Decke zu schmal, um sich einzuhüllen.
Denn der Herr wird sich aufmachen wie bei dem Berge Perazim, wie im Tal zu Gibeon. Wie er wird zürnen, um sein Werk zu tun, befremdend ist sein Werk, und um seine Arbeit zu verrichten, außergewöhnlich ist seine Arbeit. Und nun treibt nicht Spott, damit eure Bande nicht fester gemacht werden; denn ich habe Vernichtung vernommen und Festbeschlossenes vonseiten des Herrn, des Ewigen.
Doch eindrücklich: Wenn man das so im Zusammenhang liest, wird das plötzlich klar. Aha, dieser Bund für sieben Jahre wird ein Bund sein, den Juden mit dem kommenden Fürsten des neuen Europas schließen, und das alles wird in der Zeit geschehen, wenn der Antichrist, dieser falsche Messias, also dieser König, der sich über alles erhebt nach Daniel 11,36, in Israel herrschen wird. Aber Gott wird es nicht gelingen lassen.

Die zweite Hälfte der siebzigsten Jahrwoche und der Gräuel der Verwüstung

Nun, gehen wir zurück zu Daniel 9. Er wird einen festen Bund mit den Vielen schließen für eine Jahrwoche.
Also, da haben wir im Schema diese 70. Jahrwoche. Der Bibeltext, das möchte ich nochmals betonen, macht klar: Zwischen der 69. und dem Beginn der 70. Woche ist eine lange Zwischenzeit. Und diese 70. Jahrwoche durfte erst in der Endzeit kommen, das heißt in der Zeit, wenn die Juden zurückkehren ins Land der Väter. Und da mussten sie zuerst herausgerissen werden, ab dem Jahr 70, um dann wieder zurückzukommen in der Endzeit.
Aber wir haben noch mehr Details. Ich wiederhole: Und er wird einen festen Bund mit den Vielen schließen für eine Jahrwoche, und zur Hälfte der Jahrwoche wird er Schlachtopfer und Speisopfer aufhören lassen. Hier wird also diese Siebenjahresepoche der Zukunft zweigeteilt, zur Hälfte der Woche. Es sind also dreieinhalb und dreieinhalb Jahre. Nach dreieinhalb Jahren werden die Opfer im Tempel aufhören. Das erfordert also, dass es eben wieder einen Tempel geben wird in Jerusalem.
Und das haben wir letztes Mal erklärt, wie ab dem Jahr 1967 mit der Eroberung des Tempelberges eben große Vorbereitungen über Jahrzehnte hinweg getroffen worden sind, im Blick auf einen dritten Tempel, im Blick auf die Wiederherstellung des Opferdienstes im jüdischen Volk. Also, die siebzigste Jahrwoche beginnt wodurch? Durch diesen Bundesschluss, genau. Der ist noch nicht geschehen, der ist also zukünftig. Aber ab diesem Bundesschluss kann man dann rechnen: dreieinhalb Jahre, und dann hören die Opfer auf.
Das heißt also, heute sind unzählige Tempelgeräte bereits da, aber der Tempel steht noch nicht. Aber in dieser Zeit muss er stehen, und der Opferdienst muss wieder eingeführt sein, um dann gestoppt zu werden, nach dreieinhalb Jahren.
Und jetzt lesen wir weiter in Daniel 9,27: Und wegen der Beschirmung der Gräuel wird ein Verwüster kommen. Und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes über das Verwüstete ausgegossen werden.
Hier wird nun gesprochen über Gräuel in der Mehrzahl, also nicht wegen der Beschirmung des Gräuels, sondern wegen der Beschirmung der Gräuel. Gräuel ist in der Bibel oft ein Ausdruck für Götzen. Und gerade in Daniel 11 wird dieser Ausdruck Gräuel der Verwüstung benutzt, in der erfüllten Prophetie, für ein Götzenbild, das im zweiten Jahrhundert vor Christus, in der Makkabäerzeit, der Syrerkönig Antiochus Epiphanes auf dem Tempelplatz aufgestellt hatte.
Ich gebe nur die Stelle an, für diejenigen, die mitschreiben, also Daniel 11,31, das ganz klar erfüllt. Und dort geht es um das Abschaffen des beständigen Opfers und um den verwüstenden Gräuel. Und so war das damals: Die Syrer haben dieses Götzenbild aufgestellt beim Altar, und dadurch war der Tempel entweiht, und man konnte nicht mehr opfern.
Und jetzt bestehen wir auch da, haben wir gesehen: Die Opfer werden aufhören. Und dann sagt der Bibeltext: Und wegen der Beschirmung der Gräuel wird ein Verwüster kommen. Das heißt, als würde das Gleiche wieder geschehen. Da wird ein Götzenbild auf dem Tempelplatz aufgestellt, und dann kann man nicht mehr opfern.

Das Bild des Tieres und die letzte Entweihung

Und welches Götzenbild ist das? Nun, in Offenbarung 13 haben wir das Tier aus dem Meer. Das ist der kommende Herrscher über das wiedererstandene römische Reich. Dieses Tier hat zehn Hörner, genauso wie das Tier im Buch Daniel, Kapitel sieben, das das römische Reich darstellt.
Aber in Offenbarung 13 wird dieses Tier aus dem Meer mit den zehn Hörnern beschrieben. Es ist das kommende römische Reich, zusammengefasst in der Person dieses kommenden Führers. Dann wird in Vers 11 ein zweites Tier aus der Erde erwähnt, das aussieht wie ein Lamm, aber spricht wie ein Drache. Das ist eben der Antichrist, dieser kommende König in Israel. In 2. Thessalonicher 2 wird er als der beschrieben, der sich über alles erhebt und sich ausgibt als Messias. Er sieht aus wie ein Lamm, spricht aber wie ein Drache, wie der Drache, wie der Satan.
In Offenbarung 13,11 wird von diesem Tier aus der Erde, von dem Antichristen, diesem falschen Messias, gesagt, dass er zu Ehren des römischen Führers ein Bild herstellen wird, das sprechen kann und verlangt, dass alle getötet werden, die dieses Bild nicht anbeten. Dieses Götzenbild wird er auf dem Tempelplatz aufstellen. Aber das ist erst ein Gräuel!
Nun sagt 2. Thessalonicher 2, dass der Antichrist, der Mensch der Sünde, sich selbst ins Tempelhaus setzen und sagen wird, er sei Gott. Da haben wir den zweiten Gräuel, also den Gräuel des Götzenbildes und den Gräuel des Antichristen im Tempelhaus.
Aber weil die Masse des jüdischen Volkes das akzeptieren wird und den Antichristen annehmen wird, steht hier, und wegen der Beschirmung der Gräuel, weil sie das schützen, das abdecken, das gutheißen, wird ein Verwüster kommen. Und was ist das für ein Verwüster? Das ist eben die überflutende Geißel, die überströmende Flut der Königin des Nordens, Syrien. Und da wird so beschrieben, und zwar bis Vernichtung und Festbeschlossenes über das Verwüstete ausgegossen werden. Auch wie das Wasser, diese Flut.
Das heißt also mit anderen Worten: Gott wird diesen verheerenden Feldzug Syriens und seiner Verbündeten erlauben, zulassen, erst dann, wenn die Masse des syrischen Volkes den Antichristen, sein Götzenbild und sein Sitzen im Tempelhaus akzeptieren wird. Und deswegen wird die schützende Hand Gottes von Israel weggenommen werden. Dann wird es möglich werden, dass nach Sacharja 13,8 zwei Drittel der Bevölkerung im Land umkommen wird, und nur ein Drittel wird überleben, aber wird sich in dieser Not bekehren.
Ich habe hier weitere Stellen zusammengefügt, die eben über diesen König des Nordens und seine Verbündeten sprechen, der übrigens in Jesaja und in Micha genannt wird: „der Assyr“. Man kann sie identifizieren, weil der Assyr, der endzeitliche Assyr in Jesaja und in Micha, genau gleich beschrieben wird in seiner Handlungsweise und in dem, was er tut, wie der König des Nordens in Daniel. Darum kann man das identifizieren: Der König des Nordens, der Assyr, das ist das Gleiche.
Also Daniel 11,40-45, Joel 1,2, Jesaja 28-29, da haben wir einige Verse gelesen, Micha 5, Sacharja 12-14 usw.

Die große Drangsal und die Wiederkunft des Menschensohnes

Ja, ich glaube, es ist Zeit für eine Pause.
Also, wir haben gesehen, dass die 70. Jahrwoche in zwei Teile von je dreieinhalb Jahren zerfällt. Die zweite Hälfte nennt der Herr Jesus in Matthäus 24,20 die große Drangsal.
Ich lese gleich vor, aus Matthäus 24, der Endzeitrede auf dem Ölberg, Vers 15:
Wenn ihr nun den Gräuel der Verwüstung, von welchem durch Daniel, den Propheten, geredet ist, stehen seht an heiligem Ort, wer es liest, der beachte es, dass alsdann die Judäer auf die Berge fliehen.
Hier bezieht sich der Herr Jesus auf Daniel, Daniel 9, und er sagt: Wenn ihr den Gräuel der Verwüstung sehen werdet an heiligem Ort. Heiliger Ort ist sein Ausdruck für den Tempelplatz. Dann sollen die Jünger Jesu auf die Berge fliehen.
Jetzt fällt uns vielleicht auf: Hier wird aber in der Einzahl gesprochen, der Gräuel der Verwüstung, nicht die Gräuel, wie in Daniel 9,27. Nun, der Herr Jesus sagt: Wenn ihr den Gräuel der Verwüstung stehen seht, nur dieses Götzenbild des Antichristen, das er, wie Antiochus Epiphanes früher, beim Altar aufstellen wird, das kann man sehen. Aber wenn der Antichrist im Tempelhaus ist, da darf ja niemand hinein. Dann können die Angesprochenen hier das gar nicht sehen. Und darum spricht er natürlich nur von dem Götzenbild, das eben aufgestellt wird.
Dann sollen also die an den Messias Gläubigen auf die Berge fliehen. Vers 17: Wer auf dem Dach ist, soll nicht hinabsteigen, um die Sachen aus seinem Haus zu holen, und wer auf dem Feld ist, nicht zurückkehren, um sein Kleid zu holen.
Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen. Es ist schwierig, wenn man hochschwanger ist oder ein Kind säugt, zu fliehen. Das hat man ja sehr dramatisch erlebt damals im Golfkrieg 1991, als die Kurden geflohen sind bis in die Schneeberge hinauf, vor Saddams Armee. Und da waren eben auch Frauen, säugende Frauen. Das war ganz verheerend. Da konnte man richtig illustrieren, was dieses Wort hier eben bedeutet.
Wehe den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen. Betet aber, dass eure Flucht nicht im Winter geschehe, noch am Sabbat.
Ja, es ist so: Am Sabbat hat man zum Beispiel keine öffentlichen Verkehrsmittel in Israel. Also würde dieses Ereignis auf einen Sabbat fallen, wäre das verheerend, wenn man irgendwo auf dem Feld ist und so schnell fliehen muss, dass man nicht einmal mehr nach Hause kann, um die eigenen Sachen zu holen. Und nicht im Winter, denn auch das ist wieder schwierig. Und der Herr sagt, sie sollen ja dann auf die Berge fliehen. In den Psalmen zum Beispiel sieht man, wie sie unter anderem auch auf den Hermon fliehen werden. Der Hermon ist das Skigebiet von Israel.
Darum sagt der Herr: Sie sollen beten, dass dieses Ereignis nicht in die Winterzeit fallen wird und nicht auf einen Sabbat fallen wird.
Denn alsdann wird große Drangsal sein, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt hin nicht gewesen ist und auch nie sein wird.
Aus unserer Perspektive heute: Das ist noch nicht erfüllt. Es muss also schrecklicher sein als alles von Anfang der Welt bis heute. Das heißt: schrecklicher als der Erste Weltkrieg mit seinen vielleicht 20 Millionen Toten, der Zweite Weltkrieg mit vielleicht 70 Millionen Toten. Das Allerschrecklichste kommt noch: dergleichen von Anfang der Welt nicht gewesen ist bis jetzt hin und auch nie sein wird.
Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden.
Also, wenn diese Periode länger dauern würde, als Gott das eben genau festgelegt hat, das sind dreieinhalb Jahre von 1260 Tagen. Diese 1260 Tage werden ausdrücklich in Offenbarung 11 für diese Zeit erwähnt: 42 Monate, 1260 Tage. Und da ist man übrigens ganz klar: Aha, geteilt durch dreieinhalb gibt 360. Die prophetischen Jahre sind Jahre von 360 Tagen. Das bestätigt natürlich rückwirkend nochmals unsere Rechnung mit den 173 Tagen, nicht wahr? 69 mal 7 mal 360. Es ist einfach so. Es ist nicht einfach irgendein schlauer Einfall, sondern es ist biblische Tatsache.
Und jetzt steht hier: Wenn jene Tage nicht verkürzt würden, das heißt, wenn Gott sie nicht eben festgelegt hätte auf diese begrenzte Frist von 1260 Tagen, dann würde kein Fleisch gerettet werden. Hier steht nicht: keine Seele, kein Fleisch. Das heißt, kein Mensch würde überleben. Der Zweite Weltkrieg ging länger, und die Menschheit hat überlebt. Aber Millionen sind umgekommen. Und hier, wenn diese Zeit länger gehen würde als 1260 Tage, würde kein Mensch mehr überleben. Und das können wir uns alles heute vorstellen, weil die Massenvernichtungswaffen reichen, nicht nur um einmal die Welt auszulöschen, sondern viele Male.
Auch wenn man heute groß von Atomabrüstung usw. spricht und neue Hoffnung für die Zukunft und Yes, we can und so Zeugs: Das wird gelten, und Gott begrenzt diese Zeit, damit die Menschheit nicht ausgelöscht wird.
Und dann heißt es: Aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.
Und das Ende davon ist dann Vers 29: Alsbald aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen in dem Himmel erscheinen, und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit.
Da schließt der Herr Jesus genau an Daniel 7 an, wenn dann der Menschensohn kommen wird, um nach dem römischen Reich sein Reich aufzurichten, auf den Wolken des Himmels kommend.

Das siebte Heilszeitalter und der neue Bund

Also, das wird das sechste Heilszeitalter abschließen. Das war jetzt das allerlängste seit dem Bund mit Zedekia, nicht wahr? Und genau nach Regel schließt dieses Zeitalter mit dem Gericht Gottes ab, und zwar zu einem Zeitpunkt, in dem die Bosheit des Menschen einen absoluten Höhepunkt erreicht haben wird, in der großen Drangsal.
Am Ende davon wird der Herr Jesus selbst als Richter der Welt erscheinen und die Zeiten der Nationen abschließen, dort, wo die Heidenvölker geherrscht haben. Auch da haben wir gesehen: Es gab einen guten Anfang, denn Gott hätte Israel, das Reich Juda, gesegnet, als ein niedriges Königreich unter Zedekia. Aber es hat rebelliert, und so kam alles anders.
Eine traurige Entwicklung. Und auch diese Nationen, die Gott als Weltherrscher eingesetzt hat – die Babylonier, die Medo-Perser, die Griechen, die Römer –, sie waren nicht besser als das Volk Israel. Eine Blutspur geht durch all diese Zeiten hindurch. Eine traurige Entwicklung war es bis eigentlich zur höchsten Entfaltung des Bösen in unserer Zeit.
Und wenn man eben die ganze Gottlosigkeit, auch gerade in unserer Kultur und ganz besonders seit der 68er-Revolution, wenn man das so vor Augen hat, dann versteht man, warum dieses Gericht dann kommen wird und alle diese Nationen unter das Urteil Gottes fallen werden.
So wird dieses Zeitalter ein Ende haben. Der Herr Jesus wird kommen und wird das siebte Heilszeitalter, das Tausendjährige Reich, aufrichten, und er wird mit Israel einen Bund schließen. Das ist der neue Bund aus Jeremia 31,31. Aber für diesen Bund hat er bereits sein Blut gegeben, nach der neunundsechzigsten Jahrwoche, fünf Tage später.
Aber weil die Masse seines Volkes ihn abgelehnt hatte, war gewissermaßen alles, alles hinausgeschoben worden, diese lange Zeit des Gerichts über das auserwählte Volk. Aber was Gott zusagt, das hält er gewiss. Und so wird dieser neue Bund offiziell mit Israel geschlossen werden. Und so wird das Reich Gottes folgen, auf die siebzigste Jahrwoche.
Und das ist also nicht irgendwie so ein nachträglicher Trick. Ja, diese siebzigste Jahrwoche muss man hinausschieben, weil es eben nicht passt, 32 plus sieben gleich 39. Nein, der Bibeltext selbst macht es klar, dass diese siebzigste Jahrwoche erst viel später in der Endzeit erfolgen soll.

Die Gemeinde als verborgenes Geheimnis zwischen den Jahrwochen

Interessant ist Folgendes: Die Opfer im Tempel werden ja aufhören, da in der Mitte der 70. Jahrwoche, und dann dauert die ganze Drangsal 1.260 Tage. Aber schlagen wir einmal Daniel 9 auf, was sage ich, Daniel 12, nicht wahr? In Daniel 11, Vers 36, geht es um den Antichristen, ab Vers 40 um den Angriff des Königs des Nordens. In Kapitel 12 geht es ausdrücklich um die große Drangsal. Und dann heißt es in Daniel 12,11: Von der Zeit an, da das beständige Opfer abgeschafft wird, und zwar um den verwüstenden Gräuel aufzustellen, sind 1.290 Tage.
Das ist interessant, das sind ja 30 Tage mehr als die Drangsal, die nach Offenbarung 11 1.260 Tage dauert. Und der Bibeltext sagt nur: Von der Zeit, wo das Opfer abgeschafft wird, da dauert es 1.290 Tage. Was bedeutet das? Dann wird das Opfer wieder eingeführt werden. Das heißt, 30 Tage nach der Wiederkunft Christi wird der entweihte Altar in Jerusalem wieder neu geweiht werden, und die täglichen Opfer, das beständige Opfer, also das tägliche Brandopfer am Morgen und am Abend, wird wieder eingeführt werden.
Aber es geht weiter: Glückselig, wer ausharrt und 1.335 Tage erreicht. Das ist noch eine Periode dazu, das sind ja nochmals 45 Tage. Wie? Ja, also insgesamt sind es dann eben 75 Tage über die Drangsal hinaus. Und da steht: Glückselig, wer ausharrt.
Also es wird nicht so sein, dass, wenn der Herr Jesus kommt, gleich die ganze Welt in Ruhe ist. Nein, der Herr Jesus kommt als Richter der Welt. Er wird auf dem Ölberg kommen, er wird Jerusalem befreien, und die Heere des Königs des Nordens, die dort um Jerusalem sein werden, wird er vernichten. Aber er wird auch erscheinen in Harmagedon, das ist eine riesige Ebene im Hinterland von Haifa, in Nordisrael. Dort werden die Armeen des widerstandenden römischen Reiches kommen, die kommen werden, um dem Antichristen zu helfen, weil ja ein Bund besteht zwischen Europa und Israel und dem Antichristen. Sie werden aufmarschieren, und der Herr wird überraschend dort erscheinen und wird sie vernichten.
Aber es ist eine andere Phase seines Erscheinens, und in Jesaja 63 wird beschrieben, wie der Messias kommt als Richter der Welt in Edom, und dort wird er Völker richten. Ja, aber Edom, das ist das heutige Südjordanien. Jetzt könnte man ein bisschen verwirrt werden: Wo ist die Wiederkunft Christi? Ich habe Ihnen gedacht, auf dem Ölberg? Ja, natürlich auf dem Ölberg. Wir haben immer gedacht, in Harmagedon? Ja, natürlich in Harmagedon. Ja, und dann steht doch eben etwas von Edom. Ja, natürlich in Edom, aber nicht alles zur gleichen Zeit, sondern in diesen 75 Tagen wird einiges geschehen.
Und sogar Jesaja 19,1: Der Herr kommt auf einer Wolke nach Ägypten, die Wiederkunft Christi in Ägypten. Haben wir auch noch nie gehört, vielleicht. Ja, es ist eben nicht so, dass einfach der Herr kommt und fertig, sondern in mehreren Phasen wird der Herr verschiedene Feinde besiegen. Er wird zuerst kommen als König, wie König David. König David hat die Feinde besiegt rund um Israel herum, und dann kam Ruhe, und dann kam Salomo, der hat einen Tempel gebaut und war bekannt als ein weiser Richter. Und so wird der Herr Jesus den entweihten dritten Tempel wieder weihen und wird ihn dann ausbauen nach den Plänen von Hesekiel 40 bis 48 zu diesem riesigen Heiligtum von eineinhalb auf eineinhalb Kilometer. Das braucht alles Zeit, und darum 75 Tage, da muss man noch harren.
Dann wird es zu einer allgemeinen Abrüstung kommen. Wie das in Micha 4 so wunderschön beschrieben wird, nach Jesaja 2, dass die Völker ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden werden. Aber da muss man nicht meinen, und dann ist sofort alles geregelt auf dieser Erde. Nein, in Hesekiel 38 und 39 steht dann, dass Rosch aus dem äußersten Norden mit all seinen Verbündeten kommen wird, um Israel anzugreifen. Aber man lese ganz genau Hesekiel 38,8, dass er kommen wird gegen Israel, das in Sicherheit ist.
Israel war seit 1882, als die ersten Siedler kamen, nie in Sicherheit, auch nicht mit der Staatsgründung, auch nicht mit dem Sechstagekrieg. Bis heute gibt es keine Sicherheit in Israel, man spricht nur davon, aber es gibt sie nicht, diese Sicherheit. Erst wenn der Herr Jesus gekommen sein wird, wird Israel in Sicherheit sein. Und dieser Feind wird noch kommen, wenn der Herr Jesus schon da ist. Das ist das tiefste Wesen des, kann man sagen, des marxistischen Atheismus. Eine Gottesverachtung, die so weit geht, dass man sogar gegen den Sohn Gottes kämpft, wenn er sichtbar da ist. Ja, und mit Feuer vom Himmel wird Gott diese Armeen richten auf den Bergen Israels. Das ist hauptsächlich das heutige Westjordanland.
Dann heißt es, man werde mit den Waffen sieben Monate lang heizen können, also Feuer machen können. Das geht mit heutigen Waffen nicht, natürlich nicht, aber mit den konventionellen Waffen von früher, und die wird man wieder benutzen, wenn bereits abgerüstet sein wird. Das heißt, dieser Angriff ist der allerletzte. Und darum heißt es in Hesekiel 39,7: Ich schlage kurz auf Hesekiel 39,7. Die werden fallen auf den Bergen Israels, und dann steht in Vers 7: Und ich werde meinen heiligen Namen kundtun inmitten meines Volkes Israel und werde meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen lassen. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, der Heilige in Israel.
Also Gott sagt: Das ist das Letzte, von da an werde ich meinen Namen nicht mehr entweihen lassen. Darum macht es klar, dass ihr die Ausleger, die sagen, ja, dieser Angriff aus dem äußersten Norden, Russland, von Israel aus gesehen aus dem äußersten Norden, Rosch, das wird das nächste Ereignis sein, und sogar erst nachher kommt dann die große Drangsal. Gibt es Ausleger, die das sagen? Ich sage jetzt keine Namen. Aber das passt nicht zum biblischen Bestand, denn das wird das allerletzte sein. Dann wird Gott seinen Namen nicht mehr entweihen lassen. Aber da in der großen Drangsal wird Gottes Name ständig entweiht werden, und darum ist es das Allerletzte.

Das Tausendjährige Reich, der letzte Aufstand und die Neuschöpfung

Ein guter Anfang
Der neue Bund mit Israel
Es wird nicht mehr so viele Menschen geben. In Jesaja 13 steht, dass Gott den Menschen in dieser Gerichtszeit, am Tag des Herrn, kostbarer machen wird als Gold von Ophir. Das heisst, der Wert der Menschen wird dermassen steigen, weil es so viel weniger Menschen gibt als heute. Es ist erschreckend.
Aber nach Offenbarung 20 wird dann der Herr Jesus über diese Erde in Frieden und Gerechtigkeit tausend Jahre regieren. Der Satan wird gebunden werden, und so wird es eine herrliche Zeit des Segens über diese Erde sein. Aber auch diese Zeit wird zu Ende gehen. Und wir haben gesehen: Nach Schema muss dann am Ende auch des siebten Zeitalters ein Gericht kommen. Ja, das ist auch so beschrieben in Offenbarung 20.
Die Menschen werden wieder Kinder haben. Alle diese Menschen aus den Völkern und aus Israel, die die grosse Drangsal überleben und ins tausendjährige Reich kommen werden, werden Kinder haben. Und diese sind nicht automatisch bekehrt. Das ist ja bei unseren Kindern auch nicht so, oder? Die Gnade wird nicht durch das Erbgut auf der DNS übermittelt. Wäre ja schön, oder? Aber es ist nicht so. Nein, es wäre nicht schön für die anderen, die keine solchen Eltern haben. Ja, aber es geht nicht so, es geht nicht automatisch. Jede Generation muss sich wieder bekehren, und zwar jeder Einzelne muss sich selber bekehren.
Und so wird es in diesem tausendjährigen Reich viele Menschen geben. Man wird normalerweise ja nicht mehr sterben, nur wenn man sich gegen die Regierung des Herrn auflehnt, wird man hingerichtet werden. So ist es in Jesaja 65 nachzulesen. Aber da werden viele Menschen einfach äusserlich sich der Regierung des Herrn unterwerfen.
Ganz am Ende des Tausendjährigen Reiches wird der Satan nochmals losgelassen, und er wird unzählige Menschen weltweit zum Aufstand verführen. Und das ist nun Gog und Magog in der Offenbarung. Das darf man nicht verwechseln mit Rosch und Gog in Hesekiel 38, denn das ist am Anfang des tausendjährigen Reiches, und Gog und Magog aus Offenbarung 20 ist am Ende des tausendjährigen Reiches. Und dann sagt die Bibel, sie werden kommen gegen die geliebte Stadt, gegen Jerusalem, und Feuer vom Himmel wird sie vernichten. Und so wird auch das letzte Zeitalter genau nach Schema enden.
Auch ein Niedergang, wenn man an all diese Generationen denkt, die sich nicht bekehren werden, sogar unter den besten Voraussetzungen, nicht wahr? Sigmund Freud hat uns beibringen wollen, dass der Mensch eigentlich schon gut sei, aber die Umwelt sei schlecht. Und so hatte auch schon das Kabarett Rotstift, ein Schweizer Kabarett, vor Jahren, es waren alles Lehrer, und die haben zum Beispiel eine Szene gespielt: Hansli hat wieder einmal etwas Böses angerichtet und eine Scheibe zerstört. Und dann haben sie gesungen: Der Hansli isch schurracht, nur der Umwelt, der ischlacht. Sie haben es verstanden, ich brauche gar keine Übersetzung zu geben.
Diese Meinung kommt eben von Sigmund Freud: Der Mensch ist in sich gut, und wenn die Umwelt gut ist und wenn die Umstände paradiesisch sind, dann wird der Mensch auch lieb. Und das ist ja übrigens auch in der Weltpolitik ganz wichtig. Man sagt ja, die Terroristen seien nur ein Problem, weil sie sozial benachteiligt seien. Bin Laden ist sehr reich. Aber man müsste diesen Völkern Wohlstand geben, die Wirtschaft verbessern, dann werden sie automatisch lieb. Das ist nicht wahr.
Das tausendjährige Reich wird zeigen: Selbst wenn die idealsten Umstände da sind und Satan sogar gebunden ist, bedeutet das nicht, dass die Menschen lieb werden. Und so wird das Herz, das böse Herz des Menschen seit dem Sündenfall, auch da ein letztes Mal nochmals offenbar werden, für alle Geschöpfe. Der Mensch ist wirklich durch und durch verdorben. Also auch da dieses Schema: Anfang gut, Niedergang, traurige Entwicklung, Ende, das Gericht fordert. Das ist das siebte Heilszeitalter gewesen.
Und dann kommt, was die Bibel nennt, der Tag der Ewigkeit, 2. Petrus 3 am Schluss. Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen. Nun haben wir gesehen, wie alles so schön aufgegangen ist, von der Schöpfung am Anfang bis zur neuen Schöpfung. Und diese ganze Zeit dazwischen ist eingeteilt in sieben Zeitalter, die jedes Mal durch einen Bund eröffnet worden sind: mit Adam, mit Noah, mit Abraham, mit Israel am Sinai, mit David, mit Zedekia und dann schliesslich mit Israel, dem neuen Bund im Tausendjährigen Reich.
Eine ganze in sich schlüssige Struktur der Heilsgeschichte bis hin zur Neuschöpfung.

Das Gemeindezeitalter als verborgenes Geheimnis

Und ich habe gedacht, manche werden ein bisschen enttäuscht sein. Aber ich habe das bereits schon gehört. Ich muss das gar nicht mehr denken. Jemand hat mich schon angesprochen und hat gemerkt: Also irgendwie fehlt etwas total in dieser ganzen Darstellung. Wo ist die Gemeinde geblieben?
Ich sagte: Das war genau geplant. Das sollte eben in dieser Darstellung genau so kommen, damit dieser Wunsch wach wird. Und was ist dann mit dieser langen Zeit dazwischen, zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche?
Ja, natürlich, das ist das Zeitalter der Gemeinde. Und dieses Zeitalter wird in Epheser 3 im letzten Vers wörtlich genannt: „Das Zeitalter der Zeitalter“. Übrigens ist das in der revidierten Elberfelder falsch übersetzt worden, die alte ist aber noch korrekt. Es steht wirklich da, ganz eindeutig im Grundtext: „Das Zeitalter der Zeitalter“. Das bedeutet das herrlichste Zeitalter.
Im Hebräischen ist der Superlativ so ausgedrückt, dass das Allerheiligste im Tempel Kodesch Hakodaschim heißt, das Heilige der Heiligen. Das schönste Lied, das Salomo gedichtet hat, er hat insgesamt 1005 Lieder geschrieben, war das Lied mit dem Titel „Schir Haschirim Ascher li Schlomo“. So beginnt es, „Das Lied der Lieder von Salomo“. Das heißt: das schönste Lied. Und nun das Zeitalter der Zeitalter, das ist das schönste, das herrlichste Zeitalter.
Das war ein Geheimnis. Hier haben wir diese 69 Jahrwochen im prophetischen Zeitplan Gottes und die siebzigste, und dann haben wir hier diesen langen Aufschub dazwischen. Man fragt sich: Was bedeutet dieser lange Aufschub, in dem Israel so unsäglich gelitten hat, das jüdische Volk?
Nun, Gott hatte einen Plan, und das schon vor Grundlegung der Welt. Aber Epheser 3 sagt, dass Gott dieses Geheimnis in sich verborgen hat. Er hat es nie jemandem kundgetan, weder einem Propheten im Alten Testament noch der Engelwelt. Weder Satan und die gefallenen Engel noch die heiligen Engel, die treu geblieben sind, haben je etwas davon erfahren.
Und dann sagt Epheser 3, dass nun Gott durch seinen Heiligen Geist den Aposteln und Propheten dieses Geheimnis kundgetan hat. Und das hat Gott hier eingeschoben, zwischen der 69. und der 70. Jahrwoche. Das ist die Gemeinde. Das ist nicht irgendwie so ein Anhängsel, ein bisschen Israel und doch nicht ganz Israel oder irgendeine heidnische Institution. Ach was, das ist alles viel älter. Das hat Gott schon vor Ewigkeit hier in seinem Herzen als Ratschluss geplant. Aber er hat zuerst all diese Zeitalter sich ablaufen lassen, und dann kam dieser Einschub, der aber schon längst geplant war, als das Höchste, also das Geheimnis Gottes: die Gemeinde, da eingeschoben.
Man findet in den Briefen von Paulus acht Geheimnisse. Ein Geheimnis ist also nach neutestamentlicher Erklärung immer eine Wahrheit, die im Alten Testament verborgen war, von Ewigkeit her verborgen war und erst jetzt durch die Apostel und Propheten mitgeteilt wurde.
So haben wir im Römerbrief das Geheimnis der Vollzahl aus den Nationen, im Korintherbrief das Geheimnis der Verwandlung bei der Entrückung, in Epheser 1 das Geheimnis seines Willens, in Epheser 3 das Geheimnis der Einverleibung der Nationen, dass Gott heidnische Menschen, die zum Glauben kommen, mit gläubigen Juden zusammenfügt zu einem Leib. Das ist ein Geheimnis. Verborgen in Gott, hat Gott nie im Alten Testament mitgeteilt. Man muss also im Alten Testament nie danach suchen, weil es gar nicht da ist.
Dann das Geheimnis der Frau des Christus, Epheser 5: Die Gemeinde ist die Frau, der Messias ist der Mann. Kolosser 1: das Geheimnis Christus in euch. In 1. Timotheus 3: das Geheimnis der Gottseligkeit. Und in 2. Thessalonicher 2: das Geheimnis der Gesetzlosigkeit. Und alle diese Geheimnisse haben eben mit der Gemeinde zu tun.
Diese lange Zwischenzeit, da müsste eigentlich jeder Rabbi im Judentum sich sagen: Ist doch eigenartig. Früher war da so ein Zeitalter nach dem anderen, und plötzlich haben wir wie ein Loch. Ich meine, es waren etwa siebzig Jahre da in Babylon, und dann konnte man schon wieder zurück. Und heute fast zweitausend Jahre. Was soll diese Zeit? Wo ist Gott?
Das war eben die Zeit, wo Gott etwas ganz Außergewöhnliches tun wollte. Und das hat dann seinen Anfang genommen am Pfingsttag, als Gott, der Heilige Geist, kam, um in den Gläubigen der Gemeinde, in jedem Einzelnen, bleibend zu wohnen. Das ist unerhört! Im Alten Testament kam der Heilige Geist auf einzelne Menschen, Propheten, und normalerweise nur für eine Zeit. Dann ging er wieder weg und kam wieder, in sie für einen bestimmten Dienst.
Und nun, an Pfingsten, kam der Heilige Geist, um in jedem Menschen, der sich bekehrt, seine Schuld Gott bekennt und bereut und das Opfer des Herrn Jesus für sich in Anspruch nimmt, bleibend zu wohnen und ihn zu versiegeln bis auf den Tag der Erlösung. Und nun wohnt Gott, der Heilige Geist, in jedem Gläubigen auf Erden. So begann dieses Geheimnis, Realität zu werden.
Und das hat gedauert, schon bald zweitausend Jahre, und wird dauern bis zu diesem Moment hier. Der Herr Jesus wird wiederkommen zur Entrückung der Gemeinde. Und der Heilige Geist und die Gemeinde, die Braut, sagen: Komm! Offenbarung 22. Dann wird der Heilige Geist weggehen mit der Gemeinde, und Jesus wird in den Luftraum kommen und die Gemeinde entrücken, und zwar um sie zu bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, um die zu versuchen, die auf der Erde wohnen. Offenbarung 3,10.
Das heißt also, die Gemeinde wird vor dem Auftreten des Antichristen weggenommen. Darum steht auch in 2. Thessalonicher 2, dass der, welcher aufhält, jetzt noch da ist, bis er auf dem Wege ist, und dann wird der Gesetzlose, der Antichrist, geoffenbart werden. Der könnte heute leben, aber niemand kann heute sagen: Übrigens, das ist er. Das geht nicht. Er wird erst offenbar werden, erkannt werden, wenn der Heilige Geist weg ist, der, welcher aufhält.
Gut, jemand könnte sagen: Aber da steht doch noch das, was aufhält. Ja, natürlich. Im Griechischen ist ja das Wort Geist, to pneuma, sächlich. Das ist das grammatische Geschlecht. Grammatisches Geschlecht hat nur bedingt etwas mit biologischem Geschlecht zu tun. Übrigens, das haben diese Betrüger mit dem Gender-Mainstream ausgenutzt. Die sagen ja, Menschen sind ja eigentlich nicht biologisches Geschlecht, sondern Menschen sind eigentlich Gender. Das ist grammatisches Geschlecht. Und gut, jemand sieht biologisch eher wie eine Frau aus, aber er kann sein Gender selber wählen.
Auf Schweizerdeutsch ist der Butter männlich. Und wir lernen in der Schule, schon in der Grundschule lernen wir: Wenn wir dann mit Leuten aus Deutschland sprechen und auch wenn wir schreiben, dürfen wir nie schreiben „der Butter ist gut“, sondern „die Butter“. Ja, eben weil man in Deutschland überzeugt ist – nein, man ist nicht überzeugt, dass die Butter eine Frau ist. Das hat mit dem Geschlecht nichts zu tun. Das sind nur grammatische Kategorien.
Und nun im Griechischen ist Geist sächlich, im Hebräischen ist es weiblich und auf Deutsch ist es männlich. Also to pneuma. Aber weil der Heilige Geist eben Gott ist, eine Person ist, spricht Paulus von dem Geist: der, welcher zurückhält, Maskulinum, und das, was zurückhält, sächlich, weil es sich sinngemäß auf to pneuma, den Geist, bezieht.
Ja, und so wird der Geist weggehen und die Gemeinde wird entrückt werden. Wann? Eben bevor der Antichrist kommt und sein Verführungsprogramm einleiten wird. Und das heißt auch: vor der siebzigsten Jahrwoche. Denn das Ganze ist ja ein Einschub.
Darum konnte Pfingsten erst nach Palmsonntag sein. An Palmsonntag endete die prophetische Zeitrechnung mit Israel. An Palmsonntag endete das. Und Pfingsten kam danach. Nicht sehr lange, aber es war eine Zeit X dazwischen, ja? Jetzt kann man nachzählen, wie viele Tage es waren.
Und so wird auch die Entrückung eine Zeit X vor diesem Bundesschluss sein, der die siebzigste Jahrwoche einleitet. Theoretisch könnte es genau auf die gleiche Zeit fallen, aber es ist eigentlich nicht naheliegend.
Ja, und so wird eigentlich die ganze Frage, ob die Gemeinde in den Drangsal kommt, selbstredend beantwortet: Nein, das ist das Geheimnis dazwischen. Nicht wahr, Israel war auch am Palmsonntag immer noch im Land. Der Opferdienst ging weiter bis ins Jahr 70. Aber die Gemeinde war auch schon da, die Gemeinde hat sich sogar zuerst im Tempel versammelt. Das Bild und die Erfüllung waren ineinander. Ja, das war aber die Zeitrechnung, die hat gestoppt.
Es gab also so eine Überschneidung. Die Gemeinde war schon da, Israel war noch im Land, und erst mit dem Jahr 70 begann die allgemeine Zerstreuung. Und heute ist es auch so: Die Entrückung ist noch nicht geschehen, und trotzdem hat die allgemeine Rückführung seit 1882 begonnen, 1948 Staatsgründung, 1967 Eroberung des Tempelberges und Vorbereitung der Tempelgeräte. Und was noch? Es geht alles schön parallel mit der Gemeinde, sie ist immer noch da.
Aber der Moment wird kommen, die Gemeinde geht, und dann kommt die siebzigste Jahrwoche. Wenn man das mal wirklich so verstanden hat, ist eigentlich alles völlig logisch.
Und so sind eben diese Jünger, die der Herr Jesus in Matthäus 24 anspricht, dann eben diese Juden, die in der Bibel genannt werden, der gläubige Überrest, der sich bekehren wird aus Israel nach der Entrückung der Gemeinde. Zuerst 144.000, Offenbarung 7, und dann schließlich ein Drittel der ganzen Bevölkerung wird umkehren, während zwei Drittel ausgelöscht werden, da in der Drangsal. Und dann sagt Römer 11: Und dann wird ganz Israel gerettet werden. Ein Drittel wird überleben, und dieser Drittel wird dann alles sein, darum ganz Israel.

Schlussgebet

Ja, das war dieser Schnellzug in drei Bibelklassen durch die ganze Bibel. Aber das hat uns als Einschub, hoffe ich, geholfen, um eben die ganze messianische Prophetie im Verlauf des Heilsplanes noch besser zu verankern und zu verwurzeln.
Gut, dann wollen wir noch zum Schluss zusammen beten.
Herr Jesus, wir danken dir, dass wir so den ganzen Ratschluss Gottes in deinem Wort finden dürfen. Du hast uns die Bibel gegeben als vollständige Offenbarung Gottes. Und so sind wir dankbar, dass du uns auch deinen Geist gegeben hast, der uns in alle Wahrheit leiten soll.
Und wir sind so glücklich, wenn wir dein Wort studieren, dass wir in allem deine Herrlichkeit und deine Größe sehen. Wir sehen den Ratschluss des Vaters, wir sehen, wie du alles ausgeführt hast, und wir sehen das Wirken des Geistes, der uns diese Dinge aufschließen will.
Herr Jesus, wir möchten dich preisen, dir danken, dass wir dieses Wort haben. Und wir bitten dich um Kraft und Ausdauer, damit wir dieses Wort auch in dieser gefallenen Welt heute noch weitergeben dürfen, dass sich so viele wie möglich noch herausretten lassen aus diesem verkehrten und verdrehten Geschlecht. Amen.

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