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24.12.2024

Sehnsucht nach Liebe und Freiheit

Ich brauche den Tim noch genau ein bisschen größer. Ich weiß nicht, welche Emotionen dieses Bild bei dir weckt. Vielleicht trägst du auch die Sehnsucht in dir, das Fliegen zu lernen – so wie Jack und Rose hier lernen, an der Spitze des Schiffes, wo Himmel und Meer verschmelzen. Momente der Freiheit und des puren Lebens.

Vielleicht geht es dir aber eher wie mir, als ich etwa zwölf Jahre alt war und im Kino saß. Damals war ich enttäuscht, dass es eher eine Liebesschnulze war, als dass es wirklich um die Geschichte des Schiffes ging, die mich damals interessiert hätte.

Egal, wie du darüber denkst – ob du das als Kitsch abtust oder ob es dich damals tief emotional bewegt hat: Ich glaube, jeder von uns hier hat eine tiefe Sehnsucht in sich. Die Sehnsucht, geliebt zu werden und jemanden hinter sich zu wissen, der einen versteht, der einen trägt, mit dem man durchs Leben geht und der festhält.

Wir sehnen uns nach dem Moment der Freiheit und Liebe am Bug der Titanic, nach dem Jack, der hinter uns steht und sich bedingungslos für uns einsetzt. Und ja, der ein oder andere von euch sieht am Bug der Titanic eher schon den Eisberg auf sich zukommen. Ihr blickt kritisch darauf und wisst, wie die Geschichte vielleicht weitergegangen wäre.

Das ist das Problem vieler Liebesgeschichten, die wir in Film und Fernsehen sehen: Sie passen manchmal nicht so ganz mit der Realität zusammen. Deshalb habe ich mir gedacht, ich lasse mir mal von einer KI helfen und arbeite ein bisschen daran, wie es mit Jack und Rose weitergegangen wäre, wenn sie überlebt hätten.

Oder wenn Jack verstanden hätte, was ihm Physiker heute alle erklären: dass die Tür sie locker beide ausgehalten hätte. Wie wäre es weitergegangen?

Die Realität einer Liebe nach der Romantik

Jack und Rose erreichen hoffnungsvoll New York, um gemeinsam ein neues Leben zu beginnen. Doch Jacks Arbeit als Hafenarbeiter und Roses Tätigkeit als Näherin stellen die Romantik ihrer Beziehung auf eine harte Probe. Die täglichen Herausforderungen lassen wenig Raum für die einst leidenschaftlichen Gefühle.

Die Routine und Erschöpfung des Alltags lassen die Flamme ihrer Liebe langsam verblassen. Jacks unerfüllte künstlerische Ambitionen und Roses Gefühle von Unterforderung und Isolation sorgen für eine zunehmende Distanz zwischen ihnen.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und Jacks Einberufung entsteht nicht nur eine physische, sondern auch eine emotionale Distanz. Rose engagiert sich während des Kriegs in der humanitären Hilfe und lernt Thomas kennen, einen Arzt, der ihre Passion teilt. Zwischen ihnen entwickelt sich eine tiefe emotionale und intellektuelle Verbindung, die schließlich in einer romantischen Beziehung mündet.

Als Jack aus dem Krieg zurückkehrt, findet er eine veränderte Rose vor, die emotional und romantisch nun mit Thomas verbunden ist. Die Entdeckung dieser neuen Beziehung trifft Jack tief und markiert den unwiderruflichen Bruch ihrer Beziehung.

Die Spannungen, die schon vor seiner Abreise bestanden, sowie die neue Realität, dass Rose sich anderweitig verliebt hat, machen eine Versöhnung unmöglich. Rose und Jack kommen zu dem schmerzvollen Schluss, dass sich ihre Wege trennen müssen.

Während Jack versucht, durch seine Kunst in New York Heilung und neuen Sinn zu finden, baut Rose mit Thomas ein neues Leben auf. Dieses Leben soll nicht nur ihre gemeinsamen humanitären Ziele erfüllen, sondern auch ihre emotionalen Bedürfnisse.

So viel dazu, wie die Geschichte auch hätte ausgehen können. Und wer weiß, wer nach Thomas gekommen wäre? Wir alle wissen, dass es oft so läuft. Du kannst das wegnehmen, die beiden sind ja mittlerweile auch ein bisschen älter, wir werden sie jetzt ein bisschen verlassen.

Aber obwohl wir alle wissen, dass es oft so läuft, jagen wir diesen Momenten der Liebe nach – selbst wenn es zur Folge hat, dass eine Beziehung vielleicht auf die nächste folgt. Es ist oft nur ein Ausdruck davon, dass Sehnsucht da ist, geliebt zu sein und geliebt zu werden.

Umgang mit der Sehnsucht nach Liebe

Vielleicht bist du auch jemand, der sehr realistisch ist und weiß, dass die nächste neue Flamme deine Bedürfnisse ebenfalls nicht erfüllen wird. Deshalb suchst du dein Glück in anderen Dingen. Arbeit, Hobbys und Co. versuchst du, um dort glücklich zu werden. Dabei versuchst du, die Sehnsucht nach Liebe und dem Gefühl, geliebt zu werden, zu dämpfen und dir diese Liebe selbst zu erfüllen.

Vielleicht bist du, wenn du eher der pessimistische Typ bist, längst der Bitterkeit verfallen. Du siehst Liebe nur als eine Illusion an, die dir definitiv nicht vergönnt ist. Alle Hoffnung hast du begraben und lebst frustriert vor dich hin.

Doch diese Sehnsucht, geliebt zu werden, wird keiner von uns los. Sie steckt tief in uns drin. Sie ist wie ein hohler Zahn. Auch wenn wir sie nicht haben wollen, spielen wir die ganze Zeit daran herum.

Wenn du so eine Nuss in den Zahn gebissen hast und sie nicht herausbekommst, dann bist du die ganze Zeit damit beschäftigt. Erkennst du das? Du bist irgendwo unterwegs und spürst es ständig.

So ist es, glaube ich, auch mit dieser Sehnsucht in unserem Leben: geliebt zu werden.

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte aus der Bibel

In der Bibel gibt es ein Buch über jemanden, der eine ganz, ganz spezielle Liebesgeschichte erlebt. Eine Geschichte, die nicht zu den typischen Hollywood-Verfilmungen passt, aber vielleicht manchmal realistischer ist. Es ist eine Liebesgeschichte, in der eine Frau vorkommt, die ähnlich lebt wie die Rose, die ich gerade im Fortgang von Titanic skizziert habe – eine Beziehung nach der anderen.

Sie ist auf der Jagd nach emotionalem Glück, das sie nicht findet. Diese Geschichte passt vielleicht nicht sofort zu Weihnachten, und deshalb bitte ich um Geduld. Der Bogen wird sich erst zum Schluss schließen, aber er ist da. Es ist eine Geschichte voller Emotionen, die mehr mit unserer Realität zu tun hat, als wir auf den ersten Blick vielleicht denken.

Ich spreche von der Beziehung zwischen Hosea und Gomer, seiner Frau. Das ganze Buch Hosea beschreibt eine spannende Liebesgeschichte. Um es kurz zusammenzufassen: Hosea ist ein Prophet im Nordreich Israels. Gott gibt ihm den Auftrag, eine Frau zu heiraten, die entweder bereits als Prostituierte lebt oder bei der Gott von Anfang an sagt, dass das nicht gut ausgehen wird. Das ist nicht ganz klar, macht aber auch nicht so viel Unterschied.

Diese Frau ist nicht gerade die Traumfrau, die ich meinem Sohn empfehlen würde zu heiraten. Da hätte ich andere Vorstellungen. Genau hier beginnt die Geschichte. Hosea tut, was Gott ihm aufgetragen hat. Das lesen wir im ersten Kapitel, Vers 3.

 Hosea 1,3: Da heiratete er, also Hosea, Gomer, die Tochter von Diblaim. Sie wurde schwanger von ihm und brachte einen Jungen zur Welt. Es folgen noch zwei weitere Kinder.

Hosea und Gomer heiraten, sie bekommen Kinder, und eigentlich könnte man denken, für Gomer läuft alles perfekt. In der damaligen Zeit war das die Erfüllung, die eine Frau erreichen konnte: gut verheiratet, gut versorgt und Kinder. Das war damals viel wert.

Aber Hosea reicht das nicht. Warum auch immer, Gomer wirft alles weg, verwirft Hosea und rennt verschiedenen Liebhabern hinterher. Hosea beschreibt das in Hosea 2, Vers 7, wo er mehr oder weniger zu den Kindern spricht.

 Hosea 2,7: Ja, ihre Mutter war wie eine Hure. Sie hat es mit anderen Männern getrieben. Sie sagte: „Ich laufe meinen Liebhabern nach, die geben mir Wasser und Brot, Wolle und Leinen, Öl und Getränke.“

Hier wird Gomer als jemand beschrieben, der glaubt, bei anderen Männern mehr zu bekommen als bei Hosea, ihrem Mann. Das wird mit damals wichtigen Dingen wie Wolle, Brot, Öl und Getränken illustriert.

Man kann darüber urteilen, aber vielleicht kennen wir das heute auch: Eine Beziehung verflacht, und man denkt, auf der anderen Seite sei das Gras grüner. Man hofft, dass es woanders besser wird, wenn man neu anfängt.

Vielleicht war das der Grund, wir wissen es nicht genau, aber Gomer handelt genau so. Drei Verse später, in Hosea 2,10, beschreibt Hosea, dass sie in Wirklichkeit von ihm versorgt wurde. Sie sehnte sich bei den anderen nach Dingen, die er ihr längst gab.

 Hosea 2,10: Aber sie erkannte nicht, dass ich es war, der ihr das Korn, den Wein und das Öl gab, dass ich ihr das Silber und Gold vermehrte.

Doch sie hat das für Baal vertauscht. Warum hier Baal erwähnt wird, wird später noch genauer erklärt.

Hosea sagt also: Gomer rennt anderen hinterher, um Dinge zu bekommen, die er ihr eigentlich längst gibt. Damit entzieht sie sich allem Guten, das Hosea für sie tut. Sie hofft, bei anderen mehr zu bekommen, etwas Besseres, Schöneres.

Wörtlich könnte man in Hosea 3,2 lesen, dass sie am Ende in der Wüste landet, wahrscheinlich sogar in Sklaverei. Ein hoher Schuldpreis muss für sie bezahlt werden, oder sie hatte Schulden, das ist nicht genau bekannt. Auf jeden Fall ist sie am Ende wirklich am Tiefpunkt.

Ich glaube, dass Gomer einen Weg wählt, der ähnlich ist wie das Beispiel mit Rose am Anfang. Auch sie war mit jemand anderem verlobt und vielen anderen in unserer Zeit. Sobald Gefühle und Emotionen abflachen, braucht es den nächsten Kick.

Aber wie viele, die diesem nächsten Kick hinterherrennen, landet auch Gomer am Ende wieder bei innerer Leere und Not – bei ihr ganz bildlich in der Wüste.

Gottes Auftrag an Hosea – eine radikale Liebe

Was sollte Hosea mit so einer Frau tun? Mein Rat wäre ziemlich einfach: Lass bloß die Finger davon, nimm deine Füße in die Hand und schau, dass du das Weite gewinnst. Also, meine Jungs, wenn ihr so jemanden mal mitbringt, das wäre mein Ratschlag, ohne mit der Wimper zu zucken.

Was ist Gottes Ratschlag für Hosea? Schlagt Hosea 3,1 auf. Das ist total spannend. Wir haben die Situation: Gomer hat ihn eigentlich sitzenlassen, ist einem anderen hinterhergerannt. Und in Hosea 3,1-2 heißt es: „Und der Herr sprach zu mir: Geh noch einmal hin und wirb um eine buhlerische und ehebrecherische Frau, wie denn der Herr um die Israeliten wirbt, obgleich sie sich zu fremden Göttern kehren und Traubenkuchen lieben. Und ich kaufte sie mir für fünfzehn Silberstücke und fünfzehn Scheffel Gerste.“

Der Text ist vielleicht nicht hundertprozentig klar, ob es immer um Gomer geht. Aber im Gesamtkontext des Buches glaube ich, dass ja auch wieder Gomer gemeint ist. Hosea bekommt von Gott den Auftrag, dieser Frau, die ihn so ins Gesicht geschlagen hat, hinterherzurennen und sie zurückzuholen, ja sogar noch zu bezahlen dafür – sei es für ihre Schulden oder aus Sklaverei heraus. Was auch immer, eine ganz andere Love Story.

Warum verlangt Gott so etwas von Hosea? Er ist doch schließlich ein heiliger Gott, und das Gesetz Mose – und bitte, wir sind hier eindeutig im Alten Testament unterwegs – hätte für die Tat von Gomer eine recht eindeutige, radikale Antwort übrig gehabt. Das könnt ihr in 5. Mose 22,22-24 lesen. Dort heißt es nämlich:

„Wenn jemand dabei ergriffen wird, dass er einer Frau beiwohnt, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide sterben, der Mann und die Frau, der beigewohnt hat; so sollst du das Böse aus Israel wegtun. Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann sie innerhalb der Stadt trifft und beiwohnt, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sie steinigen, dass sie sterben: die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, und den Mann, weil er seines nächsten Braut geschändet hat; so sollst du das Böse aus deiner Mitte wegtun.“

Das klingt hart für uns, mag nicht so recht zu unserer Zeit passen, aber nachvollziehen könnten wir es doch eigentlich alle, dass das die Handlung gewesen wäre, die wir an Hoseas Stelle getan hätten. Vielleicht nicht in Form von Ermordung, aber zumindest doch in Form von einem ordentlichen Rosenkrieg, dass wir wirklich jetzt geschaut hätten, dass die mal lernt, wo der Hase langläuft. Also ganz ehrlich, wir hätten uns doch überlegt, ihr das heimzuzahlen.

Und Hosea hätte alle Moral und das Gesetz Mose auf seiner Seite gehabt und bekommt von Gott einen ganz anderen Auftrag, anders zu handeln.

Warum ist euch diese Brisanz deutlich, die zu der Zeit, als Hosea geschrieben wurde, da im Raum stand in Israel? Eigentlich wäre es Hoseas Job gewesen, dass Gomer gesteinigt worden wäre. Und Gott gibt einen anderen Auftrag. Warum? Es wird im Vers 1 angedeutet, weil diese Geschichte, die Gott Hosea mit Gomer schreiben lässt und die nur die ersten drei Kapitel des Hosea-Buches ausmachen, nur ein Beispiel dafür sind für eine viel, viel größere Liebesgeschichte, nämlich die von Gott mit seinem Volk.

Gott nutzt Gomers exzessiven Ehebruch und das Handeln von Hosea, um Israel ihren eigenen Ehebruch vor Augen zu führen und seine Emotionen und sein Handeln zum Ausdruck zu bringen.

Israel, und in dem Fall konkret das Nordreich mit dem größten Stamm Ephraim – das ist wichtig, weil wir gleich noch ein paar Stellen haben werden, wo von Ephraim die Rede ist – das ist quasi synonym für die Stämme des Nordreichs, haben Gottes großen Segen erlebt. Gott hat ihnen diesen geschenkt, und kurz bevor Hosea auftritt, ist das Nordreich am Höhepunkt seiner Macht angekommen und in voller Blüte unterwegs.

Aber umso besser es ihnen geht, umso mehr laufen sie von Gott weg. Wer regelmäßig in der Bibelstunde ist, bekommt das ziemlich mit und wird es in nächster Zeit noch mitbekommen: Hosea ist wahrscheinlich einer der Prophetenschüler von Elisa oder zumindest in der Nachfolgelinie von ihm.

Aber umso besser es ihnen geht, umso mehr laufen die Israeliten im Nordreich fremden Göttern hinterher. Und wisst ihr, was sie diesen fremden Göttern zuschreiben? Dass sie von ihnen den Segen bekommen hätten, den eigentlich Gott ihnen gibt. Sie erkennen nicht, dass Gott derjenige ist, der sie segnet, dass sie ihm alles Gute zu verdanken haben.

Das, was Israel eigentlich zu erwarten hätte – und auch zu erwarten hat – ist Verbannung und Verwerfung. Gott entzieht nämlich den Segen. Das heißt es auch in 5. Mose 28,36: „Jahwe wird dich und deinen König, den du über dich setzen wirst, zu einem Volk führen, das du und deine Vorfahren nicht gekannt haben. Dort wirst du anderen Göttern dienen, Göttern aus Holz und aus Stein. Du wirst zum Entsetzen werden, zum Sprichwort und zum Gespött bei allen Völkern, zu denen du kommst.“

Das ist die Ankündigung Gottes an Israel, bevor sie ins heilige Land einziehen, schon von Mose, was passieren wird, wenn sie sich von ihm abwenden. Und es ist auch die Botschaft, die Hosea in seinem Buch immer wieder bringen wird: dass das auf Israel zukommen wird.

Gott entzieht ihnen seinen Segen, und Israel wird dort landen, wo sie hingewollt haben – bei den fremden Göttern. Aber sie werden dort nicht Wein und Most im Überfluss erleben, sondern Mangel und tiefes Leid.

Gottes Motivation zur Umkehr

Aber ist damit alles aus und vorbei, ist es nur gerecht? Hosea gibt uns einen Blick darüber hinaus. Er zeigt uns nämlich etwas über Gottes Motivation, warum er Israel in die Verbannung führt.

Hosea beschreibt, dass Gott Israel auch alles Gute entzieht, was er ihr eigentlich gegeben hatte – und zwar mit einer ganz bestimmten Motivation: damit Israel zu ihm zurückkehrt. Das ist die Motivation Gottes, wenn er Israel in die Verbannung führt. Hier im Buch Hosea soll Israel zurückkehren und ihn wiedererkennen.

In Hosea 2,8-9 beschreibt Hosea das so:
„Darum versperre ich ihr den Weg, verzäune ihn mit Donnengestrüpp, verbaue ihn mit einer Mauer. Wenn sie dann ihrem Liebhaber nachläuft, kann sie ihn nicht erreichen. Sie wird ihn suchen, kann ihn aber nicht finden. Dann wird sie sagen: ‚Ich kehre um und kehre wieder zu meinem ersten Mann zurück, denn damals ging es mir besser als jetzt.‘“

Das ist Gottes Ziel, wenn er Israel in die Verbannung führt: dass sie erkennen, dass sie Gott verlassen haben, dass sie umkehren und zu ihm zurückkehren.

Wie es Gott aber wirklich geht, wenn er Israel in die Verbannung führen muss, beschreibt er an einigen weiteren Stellen im Buch Hosea, ziemlich am Ende.

 Hosea 11,1-4 beschreibt das mit sehr emotionalen und tiefen Worten:
„Als Israel jung war, gewann ich es lieb. Aus Ägypten rief ich meinen Sohn. Doch so oft ich die Israeliten durch Propheten rief, gingen sie von ihnen weg, sie opferten den Balen und räucherten den Götzen. Ich, ich lehrte Ephraim laufen, ich nahm es auf meinen Arm, doch sie begriffen nicht, dass ich sie heilte. Mit menschlichen Fesseln zog ich sie herbei, mit Seilen der Liebe. Ich war wie ein Elternpaar für sie, das sich den Säugling an die Wange hebt, ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen.“

Das ist erst mal die ganze Geschichte, wie Gott bisher mit Israel umgegangen ist. Eltern können das vielleicht noch mehr nachvollziehen, wie Gott hier beschreibt, wie sehr er alles für Israel tut. Er hat Israel das Laufen beigebracht, hat es an seine Wange gehalten, getröstet, aufgehoben. Er hat alles gegeben für dieses Kind Israel.

Und dieses Kind begreift nicht, wie gut Gott es meint, sondern rennt anderen Göttern hinterher – Göttern, die schlecht mit ihm meinen. In diesen Versen spürt man die Emotion, wie tief Gott in sein Herz blicken lässt und welche Gefühle er hat, wenn er Israel sieht.

In den nächsten Versen, Hosea 11,5-7, beschreibt er, wie es ist, wenn Gott Israel in die Verbannung schicken muss:
„Es soll zwar nicht nach Ägypten zurück, doch Assur wird sein König sein.“
Hier wird beschrieben, dass das Gericht über Assyrien, das Nordreich, kommt, weil sie sich weigerten, sich zu bekehren.
„Nun wird das Schwert in seinen Städten tanzen, es macht ein Ende mit ihrem Geschwätz, es wird sie wegen ihrer Ratschläge fressen. Doch mein Volk hängt fest am Abfall von mir. Und ruft man es zurück, erhebt sich keiner von ihnen.“

Wenn du als Vater so über dein Kind sagen musst, dann sagst du das mit tiefer Trauer und großem Leid, wenn du siehst, wie es schiefläuft. Das ist eigentlich der Moment, in dem Gott allen Grund hätte, es sein zu lassen mit Israel.

Aber in Vers 8 liest man:
„Wie könnte ich dich aufgeben, Ephraim? Wie könnte ich dich ausliefern, Israel? Ich kann dich doch nicht vernichten wie Atma, dich wie Ziboim behandeln.“
Atma und Ziboim sind zwei Städte, die vernichtet worden sind.

„Das Herz dreht sich mir im Leib herum, mein ganzes Mitleid ist erregt. Ich will meinen lodernden Zorn nicht vollstrecken, will Ephraim nicht noch einmal vernichten, denn ich bin Gott und nicht ein Mensch, ich bin der Heilige in dir. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.“

Gott hätte allen Grund, Israel aufzugeben. Es wäre gerecht und würde dem Urteil des Gesetzes entsprechen. Aber er tut es nicht endgültig. Warum? Weil seine Liebe stärker ist.

Gottes Heilung und Segen für Israel

Hosea endet damit, dass er beschreibt, wie Gott sich selbst darum kümmert, dass Israel von seinen Sünden geheilt wird. Gott geht dort weiter: Er nimmt Israel nicht nur wieder als seine Braut an, wie Hosea Goma, nein, er verwöhnt und segnet es wieder über alle Maßen (Hosea 14,5-10).

„Ich will ihre Untreue heilen, sie aus freien Stücken lieben. Mein Zorn hat sich von ihnen abgewandt, ich werde für Israel sein wie der Tau. Es soll blühen wie die Lilie, Wurzeln schlagen wie der Libanonwald. Seine Triebe sollen sich ausbreiten, dass seine Pracht wie der Ölbaum sei, sein Duft wie der vom Libanonwald. Die in seinen Schatten wohnen, kehren zurück, sie bauen wieder Getreide an und blühen auf wie der Weinstock, dessen Ruf wie der Wein vom Libanon ist. Ephraim wird sagen: Was soll ich noch mit den Götzen? Ich, ich habe ihn erhört und freundlich auf ihn geblickt, ich bin wie ein immergrüner Baum, an mir findest du reiche Frucht. Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es, denn gerade sind die Wege Jahwels, und die Gerechten gehen darauf, doch die Treulosen kommen dort zu Fall.“

Das ist das Ende von Hosea, wo Gott beschreibt, wie er selbst sich darum kümmern wird, dass diese Untreue von Israel geheilt wird und wie er es wieder überreich segnen wird.

Die Verbindung zu Weihnachten und zu uns

Wie passt das zu Weihnachten?

Ja klar, Weihnachten ist das Fest der Liebe. Aber ist es wirklich nur das? Warum erzählt man eine so ungewöhnliche Geschichte? Warum gibt es einen so ungewöhnlichen Text und noch viel mehr? Was hat das Ganze mit dir und mir zu tun? Was hat Gottes Liebe zu Israel mit deinem Leben zu tun?

Ist es nicht so, dass das Volk Israel Hoffnung hat? Hoffnung darauf, dass sie eines Tages umkehren zu Gott, seine Liebe erkennen und wieder seinen Segen erfahren? Aber was ist mit mir?

In Hosea gibt es eine Randbemerkung, die einen Anknüpfungspunkt zu Weihnachten bietet und zu uns spricht. In Hosea 3,5 beschreibt Gott, wie sie wieder umkehren werden. Dort heißt es: „Dann werden sie umkehren und sich Jahwe, ihrem Gott, zuwenden und ihrem König aus dem Stamm Davids.“ Am Ende der Zeit werden sie zitternd zu Jahwe kommen und seine Güte suchen.

Dieses Zuwenden zurück zu Gott geschieht dadurch, dass Israel sich dem König David zuwendet – in manchen Übersetzungen auch dem Nachkommen der Linie Davids. Bibelleser wissen: Das ist keine Überraschung, sondern Jesus Christus und kein anderer.

Was bei Hosea nur eine Randnotiz ist, wird zum zentralen Punkt, wie Israel gerettet werden kann – und wie du und ich gerettet werden können. Denn die Rettung geschieht durch die Zuwendung zu dem einen König aus der Linie Davids.

Unsere eigene Suche nach Liebe und Erfüllung

Anders hat viel mit uns zu tun, diese Hosea-Geschichte. Wir verhalten uns nämlich wie Goma, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Wir haben eine tiefe Sehnsucht danach, geliebt und angenommen zu werden. Das kann niemand durchstreichen.

Wir sehnen uns nach dem Einen, der alles für uns aufgibt, und suchen dieses Glück überall – nur in der Regel nicht bei ihm. So wie Goma ihr Glück bei ihren Liebhabern suchte und nicht bei Hosea, so sind wir als Menschen, du und ich, unterwegs und suchen unser Glück überall, nur nicht bei dem, der uns wahres Glück geben kann.

So wie Israel sein Glück bei allen möglichen Göttern der umliegenden Völker suchte und nur nicht bei dem, der ihnen alles Glück gegeben hat. Das beschreibt Paulus in Römer 3,1 und Römer 1,21-25. Dort heißt es: Trotz allem, was sie über Gott wussten, erwiesen sie ihm nicht die Ehre, die ihm zukommt, und blieben ihm den Dank schuldig. Sie verloren sich in sinnlosen Gedankengängen, und in ihren Herzen, denen jede Einsicht fehlte, wurde es finster.

Weil sie sich für klüger hielten, wurden sie töricht. An die Stelle der Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes setzten sie das Abbild des vergänglichen Menschen und die Abbilder von Vögeln, vierfüßigen Tieren und Kriechtieren. Deshalb hat Gott sie den Begierden ihres Herzens überlassen und der Unsittlichkeit preisgegeben, sodass sie ihre eigenen Körper entwürdigt haben. Denn sie vertauschten die Wahrheit, die Gott sie hatte erkennen lassen, mit der Lüge. Sie verehrten das Geschaffene und dienten ihm statt dem Schöpfer, der doch für immer und ewig zu preisen ist. Amen!

Wir sind eigentlich eine Gesellschaft, die alles über Gott wissen müsste. Wir stehen auf einem christlichen Fundament, sind Gesellschaften und Nationen, die in den letzten Jahrhunderten oder Jahrzehnten tief von Gott gesegnet wurden. Und obwohl wir das erkennen müssten, suchen wir unser Glück an allen möglichen anderen Stellen.

Vielleicht bist du jemand, der in seinem Leben eigentlich tief von Gott gesegnet ist und sein Glück an allen möglichen anderen Stellen sucht. Du suchst Glück und Erfüllung im Leben überall – was eigentlich gegen das ist, was Gott sagt, das gut ist, weil du denkst, es würde dir so viel mehr geben als das, was Gott, der „alte Spaßverderber“, dir geben könnte.

Das kann doch nicht wahr sein, denken wir, dass bei Gott meine tiefsten Sehnsüchte besser und mehr gestillt und erfüllt werden als bei allem Schönen, was mir diese Welt zu bieten hat. Und so laufen wir weg von Gott, so wie Goma von Hosea wegrennt, so wie Israel von Gott wegrennt.

Die Folge davon ist, dass wir in unserem Leben dasselbe erfahren, was Goma erfahren hat und was Israel erfahren hat. Wir dürfen diesen Dingen nachrennen und erfahren, wo sie uns landen lassen: in der Wüste, in der tiefen Leere und Einsamkeit – so wie Goma, die sich von den Liebhabern so viel erhofft hat und wahrscheinlich in Schulden und Sklaverei landete.

Vielleicht hast du das in den letzten Jahren deines Lebens immer wieder erfahren. Denkst du auch manchmal, dass du ohne Gott glücklicher wärst? Funktioniert das wirklich? Bist du tief in deinem Inneren wirklich glücklicher ohne Gott? Geben dir diese Dinge wirklich Erfüllung? Vielleicht schämst du dich, wenn du darüber nachdenkst.

Ich kann mir vorstellen, dass Goma sich geschämt hat, als Hosea wiederkam und sogar bezahlen musste, um sie wieder aufzunehmen. Vielleicht wollte sie ihm gar nicht in die Augen schauen. Aber die gute Nachricht ist: Hoseas Hingabe, um Goma zurückzugewinnen, ist nur ein schwaches Bild dafür, was Gott getan hat, um dich und mich zu gewinnen.

Die Geburt Jesu ist der Moment, in dem Gott zu dir in deinem Leben kommt – wie Hosea zu Goma kommt –, um dich aus all deinem Elend freizukaufen. Es ist der Moment, in dem Gott alles aufgibt, um die größte Rettungsaktion der Geschichte zu starten: die Rettungsaktion für dein und mein Leben.

Mit der Geburt Jesu wird sichtbar, dass diese Liebe Gottes noch viel größer ist und weitergeht, als sie im Buch Hosea beschrieben wird. Sie gilt nämlich nicht nur dem Volk Israel, sondern allen Menschen. Johannes 3,16 sagt uns das in diesem so berühmten Vers: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.

Später zitiert Jesus in seinem Leben aus dem Buch Hosea, in einer Situation, in der er zu jemandem kommt, der eigentlich ziemlich am Ende der Gesellschaft steht und tiefer Abschaum ist – nämlich bei der Berufung von Matthäus in Matthäus 9,9-13.

Dort heißt es: Als Jesus weiterging und an der Zollstelle vorbeikam, sah er dort einen Mann sitzen, der Matthäus hieß. Er sagte zu ihm: „Folge mir nach!“ Matthäus stand auf und folgte ihm. Später war Jesus in seinem Haus zu Gast. Viele Zolleinnehmer und ähnliche Sünder waren ebenfalls zu dem Essen gekommen, um mit Jesus und seinen Sündern zusammen zu essen.

Da sahen einige Pharisäer das und sagten zu seinen Jüngern: „Wie kann euer Lehrer sich nur mit Zöllnern und Sündern an einem Tisch setzen?“ Das sind die, die bei Hosea gekommen wären und die Steine ausgepackt hätten für Goma.

Jesus hörte es und erwiderte: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Nun geht und denkt darüber nach, was es bedeutet: Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer. Dann versteht ihr auch, dass ich nicht gekommen bin, die Gerechten zu rufen, sondern die Sünder.“

Gottes Liebe geht weiter. Sie geht weiter als die Grenzen Israels, weiter als menschliche Liebe bereit ist zu gehen. Gottes Liebe sprengt mit der Geburt Jesu alle Grenzen. Sie geht auf Golgatha über diese Grenzen hinaus, als Jesus stirbt, um auch für dich den Preis zu bezahlen, der nötig ist, um dich in Freiheit zu bringen.

Zacchaeus, Goma und viele andere sind Menschen, wo Gott allen Grund hätte, sie zu verdammen und wegzuwerfen. Doch Gottes Emotion und sein ganzes Handeln eskalieren in Weihnachten und an Golgatha, um diese Menschen freizusetzen, zu befreien und zu erlösen.

Die Motivation hinter Weihnachten

Die Emotion von Gottes Liebe, wie sie uns im Buch Hosea beschrieben wird, ist die Motivation hinter Gottes Entscheidung, Mensch zu werden. Sie ist auch die Motivation hinter Weihnachten. Zudem ist sie der Grund, warum der tiefste Sinn von Weihnachten ohne Golgatha nicht verständlich ist.

Wir mussten freigekauft werden, weil ein Schuldschein zu zerreißen war. Genau das tut Gott, weil er uns liebt. Römer 5,8 ist ein sehr bekannter Vers, den wir alle kennen. Er steht im Zentrum von Weihnachten: Gott hat seine Liebe zu uns dadurch bewiesen, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.

Moment, Weihnachten, nicht Ostern? Ja, denn Weihnachten ist schon der erste Schritt dahin, wo Gott sich entscheidet, uns nachzugehen. Er kommt zu uns hinein in dieses Elend, weil wir gar nicht in der Lage sind, zu ihm zu kommen oder zu ihm durchzudringen. An Weihnachten entscheidet Gott, Mensch zu werden.

Dieses Kind in der Krippe ist derjenige, der alle deine Sehnsucht nach Liebe stillen will. Er will alle deine Sehnsucht nach Angenommensein erfüllen. Er ist der, der hinter dir stehen will, dich halten will und dich in Freiheit setzen will.

Dieser eine kennt deine tiefsten Sehnsüchte. Es ist der König aus der Linie Davids, den Israel erkennen muss – und den vor allem du heute in deinem Leben hier und jetzt erkennen musst.

Gottes Wunsch an uns

Was möchte Gott, und wie sollen wir darauf reagieren, dass er uns so liebt? Mehr religiöse Aktivität? Ist das das, was Gott von Israel wollte, von dir will? Anstelle nur an Weihnachten in die Kirche zu gehen, vielleicht in Zukunft auch an Ostern?

Ist das alles, was Hosea 6,6 sagt, das Jesus vorhin zitiert hat? Greift Hosea etwas auf, das sich nur schwach im Alten Testament andeutet, wenn er sagt: „Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer“? Es ist etwas Spannendes, was Gott von Israel fordert und was er von dir und mir fordert: Liebe. Darauf will ich jetzt gar nicht so tief eingehen. Und Erkenntnis von ihm.

Was meint dieses Gotterkennen? Bedeutet es, ein bisschen mehr Wissen anzuhäufen? Das Thema Gotterkennen zieht sich wie ein roter Faden durch Hosea. Es taucht 15 Mal im ganzen Buch auf. Was meint er damit? Ich will uns zwei Stellen aus dem Hosea-Buch zeigen, wo wir sehen, was Israel nicht erkannt hat. Diese Stellen geben uns einen Hinweis darauf, was Gott sich wünscht, was sie erkennen sollten.

 Hosea 2,10: „Aber sie erkannten nicht, dass ich es war, der ihr das Korn, den Wein und das Öl gab, dass ich ihr das Silber und Gold vermehrte, doch sie hat es für Baal vertan.“

Und Hosea 11,3: „Dennoch bin ich es gewesen, der Ephraim an Gängelband geleitet und es auf die Arme genommen hat, aber sie haben nicht erkannt, dass ich ihr Arzt bin.“

Das Erkennen, von dem Hosea spricht und das sich übrigens wie ein roter Faden durch die ganze Bibel zieht, meint mehr als bloßes Wissen. Es ist ein tiefes, persönliches, intimes Erkennen dessen, wer Gott ist, wer Gott für dich und mich ist und was er für dich und mich getan hat. Darum geht es Gott wirklich.

Du kannst viel Wissen über ihn haben, aber wirklich erkennen wirst du ihn erst, wenn du verstehst, dass dieses Kind in der Krippe und das, was dieses Kind später am Kreuz tut, für dich persönlich getan wurde. Erst wenn du verstehst, was Krippe und Kreuz für dich persönlich bedeuten, wirst du Gott wirklich in aller Tiefe und persönlich erkennen.

Gott wünscht sich von dir das, was Hosea von Gomer wünscht: dass sie erkennt, dass er derjenige ist, der sie liebt, der alles für sie aufgibt. Dass sie in dem Moment, wo er wiederkommt, um sie freizukaufen, nichts anderes tut, als ihre Sachen packt und mit ihm nach Hause geht.

Das ist es, was Gott sich von dir wünscht: dass du umkehrst und mit ihm nach Hause kommst. Komm nach Hause zu ihm! Dort wirst du den Einen treffen, der deine Sehnsucht nach Liebe und Angenommensein wirklich füllen kann, der hinter dir steht und dir in deinem Leben alles gibt, was du brauchst.

Und wenn du schon längere Zeit zu Hause bei ihm bist, dann beschäftige dich mit ihm. Hör nicht auf, diesen Gott immer mehr kennenzulernen – dieses Kind in der Krippe, diesen Mann am Kreuz. Lern ihn mehr kennen.

Es ist Paulus’ tiefster Wunsch für die Epheser. Ich ziehe da kurz unseren Hauskreis heraus, wo er in Epheser 3 für die Epheser betet, dass sie mit Kraft Gottes gefüllt werden. In Epheser 3,18-19 beschreibt er das Ziel dessen, warum sie die Kraft Gottes in ihrem Leben brauchen:

„So könnt ihr mit allen Heiligen begreifen, welches die Breite und die Länge und die Höhe und die Tiefe ist, auch die Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übertrifft, damit ihr erfüllt werdet mit der ganzen Gottesfülle.“

Gott wirklich kennen bedeutet, seine Liebe, die er zu dir hat, zu verstehen. Es bedeutet, umzukehren, diese anderen Dinge, die dir mehr Erfüllung versprechen, sein zu lassen und heimzukommen zu ihm.

Das sprengt alle Dimensionen, wie wir im Hauskreis festgestellt haben. Hier im Epheserbrief sind es nämlich vier und nicht drei, die wir begreifen können, wenn wir Gottes Liebe in unser Leben reinlassen.

Ich wünsche dir für diesen Heiligabend nicht weniger, als dass du gepackt wirst von dieser unendlichen Liebe Christi – des Kindes in der Krippe, des Mannes am Kreuz. Dass dieses Erkennen alle deine Vorstellungen von Liebe, die du je hattest, sprengt, über den Haufen wirft und größer und tiefer wird. Amen!