Zum Inhalt

Leben wir wirklich in der Endzeit? - Kempten, Teil 1/2

22.12.2007
SerieTeil 1 / 2Leben wir wirklich in der Endzeit? - Kempten
Zerstreuung, Rückkehr, neue Sprache: Ist Israels Geschichte Zufall – oder folgt sie einem Plan? Der Blick auf 2000 Jahre zeigt eine überraschende Spur, die bis heute weiterläuft.

Die Folgen der Ablehnung des Messias

Nun, ich möchte das ganz konkret zeigen. Die folgende Verwerfung des Messias, des leitenden Messias, wird zum Beispiel in 3. Mose 26,31 beschrieben. Mose hat das um 1600 vor Christus aufgeschrieben. Gott spricht:
Und ich werde eure Städte zur Öde machen und euer Heiligtum verwüsten und werde euren lieblichen Geruch der Opfer nicht mehr riechen.
Tatsächlich kam es in der Folge der Kreuzigung Jesu im Jahr 32 nach Christus zur römischen Invasion. Im Jahr 70 nach Christus wurde Jerusalem dem Erdboden gleichgemacht, der jüdische Tempel vollkommen verwüstet. In der Folge kam es sogar zum Untergang des jüdischen Staates. Gegen 1000 Städte und Festungen in Israel wurden durch die Römer verwüstet.
Ich lese weiter in 3. Mose 26:
Und ich werde das Land verwüsten, dass eure Feinde, die darin wohnen werden, sich darüber entsetzen sollen, und euer Land wird eine Wüste sein und eure Städte eine Öde.
Ab dem Jahr 70 nach Christus sank das fruchtbare Land Israel in einem jahrhundertelangen Prozess zu einer unansehnlichen Wüste herab. Der Höhepunkt war im 19. Jahrhundert erreicht. 1867 besuchte Mark Twain das Land der Bibel, das man damals Palästina nannte. Er sagte, es sei ein Land ohne Perspektive, spärlich bewohnt, ein Land, gebrochen und ohne Hoffnung. So war Palästina einige Jahre vor der ersten jüdischen Masseneinwanderung, die 1882 beginnen sollte.
Ich lese weiter in 3. Mose 26,33:
Euch aber werde ich unter die Nationen zerstreuen, und ich werde das Schwert ziehen hinter euch her.
Ab dem Jahr 70 wurden die Juden durch alle Jahrhunderte hindurch unter alle fünf Kontinente zerstreut, ständig gehasst und verfolgt, so dass wir heute etwa 13 Millionen Tote zu beklagen haben. Von 70 nach Christus bis heute. Jedes Wort hat sich erfüllt.

Die lange Zwischenzeit als weltweite Heilszeit

Nun kann man sich fragen: Aber was soll eigentlich diese lange Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen des Messias? Auch das war beantwortet. Sie sollte die große Chance für die nichtjüdischen Völker sein.
In Jesaja 49,6 spricht Gott zum Messias, etwa 700 v. Chr.: Ich habe dich auch zum Licht der Nationen gesetzt, um meine Rettung zu sein bis an das Ende der Erde. Die Botschaft von dem rettenden Messias sollte also in der ganzen Welt verkündigt werden. Und tatsächlich wurde in den vergangenen zweitausend Jahren die Botschaft von dem Messias Jesus Christus unter allen fünf Kontinenten verbreitet. Millionen von Nichtjuden sind zum Glauben an Jesus Christus gekommen, als ihren persönlichen Erlöser. Sie haben im Gebet ihre persönliche Schuld vor Gott bekannt und das Opfer des Herrn Jesus für sich im Glauben in Anspruch genommen.
Während dieser selben Zeit, in der die Botschaft des Messias Jesus unter allen fünf Kontinenten verbreitet wird, ist Israel zerstreut unter allen fünf Kontinenten. Hosea 3,4 beschreibt das so, und zwar im achten Jahrhundert vor Christus: Denn die Kinder Israel werden viele Tage ohne König bleiben und ohne Fürsten, ein staatenloses Volk. Genau so ist es geschehen.
Aber heute leben wir in einer ganz besonderen Zeit. Wir sehen, wie Juden aus aller Welt zurückkehren ins Land der Vorväter. Und so sehen wir: Unsere Zeit hat genau damit zu tun, was die Bibel die Endzeit nennt. Denn wir haben erlebt, wie ab 1882 etwa drei Millionen Juden aus allen fünf Kontinenten zurückgekehrt sind. Das, was annähernd zweitausend Jahre lang nicht möglich war, ist plötzlich Wirklichkeit geworden.
Sie sehen: Die Endzeit, also der Abschluss dieser Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen des Messias, ist eigentlich eine Periode von bereits 125 Jahren. Seit 1882 kehren Juden zurück. Die Propheten haben viele Details beschrieben, die stattfinden sollen in dieser Endzeit, die eine Periode ist. Und Sie sehen: Jeder Strich hier in der Darstellung stellt eine Prophetie dar über die Endzeit, die sich in dieser Zeit der Rückkehr der Juden bereits erfüllt hat. Und schließlich wird dann der Messias selber kommen.
Im Moment schreibe ich ein Buch, in dem ich etwa 150 Prophezeiungen zusammenstelle, die Bezug haben auf die Endzeit, die sich aber alle seit 1882 erfüllt haben. So können wir beweisen, dass wir in der Endzeit leben. Und 60 Punkte werde ich jetzt vortragen.
Aber wenn ich sage, die Endzeit ist eine Periode, so muss ich gerechterweise sagen: Auch die Anfangszeit war eine Periode, nämlich 135 Jahre. Vor 2000 Jahren, um die Zeitenwende, wurde Jesus Christus geboren. Das werde ich heute im zweiten Vortrag heute Abend noch genauer erklären. In der Folge wurde das jüdische Volk ab dem Jahr 70 aus dem Land herausgerissen und unter die Völker zerstreut. Und so haben sich viele, viele Prophezeiungen erfüllt im Zusammenhang mit dem Kommen des Herrn Jesus Christus, mit der Zerstörung Jerusalems und des Tempels, der Verwüstung des Landes und schließlich im Jahr 135 beim zweiten Krieg der Römer gegen die Juden. Da kam es zum endgültigen Untergang des Staates Israel. Und damit begann die Zeit der Zerstreuung und der Staatenlosigkeit.
Also: Die Anfangszeit war eine Periode, die Endzeit ist auch eine Periode.

Erste Erfüllungen in der Rückkehr und im Sprachwunder

Nun gehen wir 60 Punkte miteinander durch. Den ersten habe ich eigentlich schon vorbereitet.
Erstens: Rückkehr der Juden 1882 bis 2007. In Hesekiel 36 verspricht Gott im sechsten Jahrhundert vor Christus dem jüdischen Volk: Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen. Wir sind Augenzeugen, dass drei Millionen Juden zurückgekehrt sind, aus allen fünf Kontinenten und aus über hundert Ländern. Wo gibt es in der Weltgeschichte eine Parallele zu diesem Ereignis? Bereits diese Voraussage ist nicht einfach eine Vorhersage, die sich etwa alle 50 Jahre oder sagen wir alle hundert Jahre wiederholt. Nein, in dieser Weise ist sie absolut einzigartig.
So auch der zweite Punkt: Wiederbelebung des Hebräischen. Jesaja 19 ist ein Kapitel über die Endzeit, und zwar mit Bezug auf Ägypten. Dort wird schließlich von der Zeit gesprochen, in der der Messias hier auf Erden König sein wird. In Vers 18 steht: Zu jener Zeit werden sogar fünf ägyptische Städte die Sprache Kanaans sprechen. Das ist Hebräisch.
Früher konnte man darin ein Problem sehen. Hebräisch wurde zur Zeit Jesu noch gesprochen, neben Aramäisch, und viele konnten auch Griechisch reden. Aber mit dem Untergang des jüdischen Staates im Jahr 135 ging Hebräisch als gesprochene Sprache in der Folge unter. Diese Sprache wurde nicht mehr im Alltag gesprochen, sondern nur noch für Gebete und für das Bibellesen des Alten Testaments verwendet, als Sprache der Synagoge. Es wurde eine tote Sprache, so tot wie Latein.
Wenn die Bibel Recht haben sollte, dann würde die Sprache Kanaans, ein anderer Name für Hebräisch, wieder aufleben, nicht wahr? Abraham, als er vor viertausend Jahren ins Land Kanaan kam, übernahm die Sprache der Kanaaniter. So wurde diese Sprache die Sprache der Juden. Aber auch die Sprache, die Dialekte der Kanaaniter, sind alle untergegangen. Die Sprache Kanaans wurde nicht mehr gesprochen. Wenn die Bibel Recht haben sollte, dann müsste die Sprache also wieder auferstehen, denn sie soll ja in der Zeit des Messias gesprochen werden.
Hier sehen Sie Eliezer ben Jehuda, 1858 bis 1922. Er kam aus Litauen und sagte sich, als er sich 1881 in Palästina einzurichten begann: Die Juden hier sollten nicht Jiddisch sprechen, nicht Russisch und nicht Arabisch. Sie sollten alle wieder die Sprache der alten Propheten reden. Und so begann er, Schulunterricht auf Hebräisch zu geben.
Die strenggläubigen orthodoxen Juden, die schwarz gekleideten, waren ganz dagegen, dass er, wie sie meinten, ihre heilige Sprache für alltägliche Dinge entweihe. Er wurde gesteinigt, er wurde wiederholt aus der Synagoge ausgeschlossen. Aber er zog das durch, und in den 1920er Jahren war Hebräisch, diese hochklingende Sprache der alten Propheten, wieder eine gesprochene Sprache in den Gassen von Jerusalem.
Sie sehen hier seine Zeitung Hatzwi, die er herausgab. Er bildete, wenn immer möglich, neue Wörter aus dem Hebräischen für das moderne Leben. Mit dieser Zeitung hat er den Erwachsenen in Israel beigebracht, wie man Hebräisch in der heutigen Zeit spricht. Und man hat auch Kindergartenunterricht gegeben.
Sie können sich vorstellen: Die Kinder, die da Hebräisch unterrichtet wurden, kamen heim und sagten zum Beispiel Shalom Ima, Shalom Abba, Manischma, Zekachayafel, Le Zachekim, Jeladim Acharim, Begann Herr Jeladim. Den Eltern wurde beigebracht, wie man Hebräisch spricht.
Also: Es ist noch nie geschehen in der Weltgeschichte, dass eine tote Sprache nach über tausend Jahren wieder zum Leben erweckt wurde. Aber in Verbindung mit dem Hebräischen ist das tatsächlich geschehen, nach etwa 1600 Jahren. Das ist unser zweiter Punkt.

Land, Landwirtschaft und sichtbarer Wiederaufbau

Ja, jetzt müssen wir uns beeilen.
Drittens: Landkäufe. Die ersten Jahrzehnte der jüdischen Wiederbesiedlung des Landes der Väter, ab 1882, waren gekennzeichnet durch umfassende Landkäufe. Juden kauften hauptsächlich von arabischen Großgrundbesitzern in Beirut und Damaskus kaputtes, zerstörtes Land und malariaverseuchte Sümpfe zu völlig überhöhten Preisen. Aber sie kauften es ein. Und da erfüllte sich Jeremia 32,44, ein Kapitel, das über die Endzeit spricht: Man wird Felder um Geld kaufen und Kaufbriefe schreiben und sie versiegeln und Zeugen nehmen im Land Benjamin und in den Umgebungen von Jerusalem und in den Städten Judas, sowohl in den Städten des Berglandes als auch in den Städten der Schefela und in den Städten des Negevs; denn ich werde ihr Schicksal wenden, spricht der Herr.
Also, diese Landkäufe waren ganz klar vorausgesagt.
Vierter Punkt: Es wird sogar gesagt, wo genau. Jeremia fokussiert seinen geografischen Blick auf das, was zu seiner Zeit Kleinisrael war, um 600 vor Christus. Hier sehen Sie Judäa. Er sagt: im Land Benjamin. Nun, das Stammesgebiet von Benjamin, das ist bekanntlich nördlich von Jerusalem. Und Sie sehen hier schwarz eingezeichnet: Ein riesiges Gebiet wurde gerade zwischen Ramallah und Jerusalem gekauft. Im Land Benjamin. Das ist Punkt vier.
Fünftens: In Jerusalem und in den Umgebungen von Jerusalem. Sie sehen, das ist eine Zone A. Da wurde ganz umfassend rund um die Altstadt von Jerusalem herum alles aufgekauft.
Sextens: Landkäufe im Gebirge von Judäa. Ja, Sie sehen, das Gebirge, das Bergland, verläuft in Israel so von Norden nach Süden, über Jerusalem nach Hebron. Und Sie sehen genau da, zwischen Jerusalem, Bethlehem und Hebron, wurde Land aufgekauft im Gebirge.
Siebter Punkt: In der Schefela. Die Schefela, das bedeutet Niederung, aber es bezeichnet speziell geografisch die Niederung, das Tiefland gegen das Mittelmeer hin. Hier die jüdischen Berge und hier das Tiefland, die Schefela. Sie sehen, das sind Zonen A und B, riesige Gebiete, die aufgekauft wurden, da südlich von Tel Aviv und Jaffo.
Achter Punkt: Landkäufe im Negev und in den Städten des Negevs. Negev bedeutet Süden, also die Südgegend Israels, da, wo die Wüste beginnt, südlich von Beerscheva. Sie sehen, genau da, südlich von Beerscheva, wurde umfangreich Land gekauft, und auch weiter in der Wüste und hier zwischen Rafa und Beerscheva. Jeder Punkt hat sich erfüllt, und wir können das sehr schön nachvollziehen mit dieser wissenschaftlichen Karte von Sir Martin Gilbert.
Neuntens: Wiederaufbau alttestamentlicher Städte. Amos 9,14: Gott sagt: Und ich werde das Schicksal meines Volkes Israel wenden. Merken Sie sich diesen Ausdruck: Schicksal wenden. Und sie werden die verwüsteten Städte aufbauen und bewohnen. Wir sind Zeugen, wie alttestamentliche Städte heute moderne Städte mit pulsierendem Leben sind.
Zehntens: Weinberge und Wein. Ich lese gleich weiter in Amos 9, da steht nicht nur: Und sie werden die verwüsteten Städte aufbauen und bewohnen, sondern: und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken. Als 1882 die ersten russischen Juden kamen, weil sie verfolgt wurden unter Zar Alexander III., da setzte sich Baron de Rothschild von Frankreich mit ihnen in Verbindung. Und er sagte: Ihr müsst Weinstöcke mitnehmen und in Palästina pflanzen, nicht wahr? Ja, die Weinberge spielten ja im Alten Testament eine ganz alltägliche Rolle in der Landwirtschaft. Aber durch die islamische Eroberung des Landes Israel kurz nach dem Tod von Muhammad, da kamen die Muslime von Saudi-Arabien und haben alles erobert. Ab 638 nach Christus wurde die ganze Weinbaukultur eigentlich zerstört durch die Muslime, für fast 1.000 Jahre. Und dann kamen diese russischen Juden mit Weinstöcken aus Frankreich. Baron de Rothschild, das war ja der große Mann für den Bordeaux-Wein, und die haben begonnen, das wieder aufzubauen. Ab den 1980er Jahren gelang dann in der Landwirtschaft Israels der Durchbruch. Israel hat für seine Weine mehrere Goldmedaillen bekommen für höchste Qualität, die es im Nahen Osten gibt.
  1. Obstplantagen. Ja, es steht nicht nur: Und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, sondern auch: Und deren Obstplantagen anlegen und deren Frucht essen. Israel ist heute ein Land für Zitrusfrüchte und viele andere Früchte, wenn Sie denken an Jaffa-Orangen usw. Bis zu 900.000 Tonnen können im Jahr geerntet werden. Also ganz eindrücklich: Wenn Sie Jaffa-Orangen gegessen haben, dann haben Sie erfüllte Prophetie im Gaumen genossen.
Punkt zwölf: Weltweiter Früchteexport. In Jesaja 27,6 steht: In Zukunft wird Jakob Wurzel schlagen, Israel blühen und knospen, und sie wird mit Früchten füllen die Fläche des bewohnten Festlandes. Nun, es ist so, dass Israel zum Beispiel Zitrusfrüchte, aber auch anderes exportiert. Weltweit wird etwa ein Drittel der Ernte ins Ausland verfrachtet, und so wird tatsächlich die Fläche des bewohnten Festlandes mit Früchten gefüllt. Es gibt übrigens in Jesaja noch eine andere Prophetie, wo es heißt, dass Israel mit fremden Weinreben in Israel wieder aufbauen wird. Sie haben gesehen, im Punkt vorher, diese Weinstöcke sind tatsächlich aus Frankreich gekommen, und in jüngerer Vergangenheit hat man sie ganz speziell unterstützt von Kalifornien aus. In Kalifornien ist ja auch der große, berühmte Wein, der stammt ja auch von einem Nachkommen von Baron de Rothschild.
Ja, dreizehnter Punkt: Die Wüste blüht auf. Hesekiel 36,34: Und das verwüstete Land soll bebaut werden, statt dass es eine Wüste war vor den Augen jedes Vorüberziehenden, zum Beispiel vor den Augen von Mark Twain. Und man wird sagen: Dieses Land da, das verwüstete, ist wie der Garten Eden geworden, und die verödeten, verwüsteten und zerstörten Städte sind befestigt und bewohnt.
Diese russischen Juden haben begonnen, Landwirtschaft zu betreiben, obwohl die meisten Intellektuelle waren. Das könnte ja schiefgehen, oder? Ist aber gut gegangen. Man hat dann in der Folge Kibbutzim aufgebaut und Moschawim, sozialistische Genossenschaftssiedlungen, und so hat man das kaputte Land in ein fruchtbares Land umgewandelt. Es ist so schön, wenn Israelbesucher zum ersten Mal kommen, wie sie staunen über diese Blumen. Israel ist ein Land, das heute Schnittblumen exportiert. Ich habe vor einiger Zeit darüber gesprochen in Holland, und ich muss Ihnen sagen: Ihr seid nicht die Einzigen, ja? Also ganz eindrücklich: Man hat etwa 240 Millionen Bäume gepflanzt, und dadurch hat sich natürlich das Klima verändert, so dass eben viel mehr wieder der Regen kommt.

Staat, Krieg und die Rückkehr nach Jerusalem

Vierzehnter Punkt: Gründung des Staates Israel, 14. Mai 1948. Nicht wahr, jahrzehntelang haben die Juden einfach so gesiedelt, aber sie haben keinen Staat gehabt. Und dann hat die UNO nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen: Jetzt müssen die Juden unbedingt einen Staat haben. So kam es als direkte Folge der Judenvernichtung im Zweiten Weltkrieg. Das hat für eine kurze Zeit bei der Weltmehrheit in der UNO Mitleid für die Juden geweckt. Als direkte Folge davon wurde am 14. Mai 1948 der Staat gegründet. An einem Tag wurde plötzlich aus diesem Volk in Palästina der Staat Israel.
 Jesaja 66,8: Wer hat solches gehört, wer hat dergleichen gesehen? Kann ein Land an einem Tag zur Welt gebracht oder eine Nation mit einem Mal geboren werden? Ja, sagen Schweizer, ist bei uns auch geschehen, am 1. August 1291. Aber wir müssen da noch weiterlesen in Jesaja, das ist unser Punkt fünfzehn: Gründung des Staates Israel inmitten kriegerischer Ereignisse 1948. Es steht hier nicht nur: Kann eine Nation mit einem Mal geboren werden?, sondern: Denn Zion hat Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren.
Wehen sind sehr, sehr schmerzhaft. Ich habe das sechs Mal erlebt. Also meine Frau natürlich, ja klar, aber ich habe ja mitgekämpft und mitgelitten. Und als ich einmal Nierensteine hatte, da wurde mir dann auch in der Folge erklärt, das ist so etwa der Schmerz bei der Geburt. Bei den Männern wollen sie im Spital gleich mit Morphin kommen. Also schon eindrücklich, wie schmerzhaft das ist. Ja, diese Staatsgründung fiel hinein in schreckliche kriegerische Ereignisse davor und danach. Danach befand sogar der totale Krieg der islamischen Welt gegen Israel statt, wo man Israel vollkommen von der Landkarte auswischen wollte, denn Zion hat Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren.
Sechzehnter Punkt: Die Eroberung Zions, 7. Juni 1967. Zion ist eigentlich in der Bibel die Bezeichnung für den Tempelberg in Ostjerusalem. Das ist das Wichtigste für Juden im Land Israel. Und deshalb nennt man manchmal auch ganz Jerusalem Zion. Die UNO hatte ja in der November-Abstimmung 1947, also vor sechzig Jahren, beschlossen, ein Judenstaat soll entstehen, aber der Tempelberg Zion soll nicht den Juden gehören, auch Ostjerusalem nicht, sondern das soll internationalisiert werden.
Dann kam der totale Krieg. Jordanien unter Mithilfe von Irak, Syrien, Libanon, Ägypten, Saudi-Arabien und Jemen schaffte es, Ostjerusalem an sich zu reißen, mit dem Tempelberg. Und dann wurde die Stadt durch eine Mauer, so wie Berlin, abgetrennt, so dass kein Jude mehr zum Tempelberg gehen durfte. Das blieb dann so für Jahre. Aber 1967 versuchte die islamische Welt, hochgerüstet durch die Sowjetunion, zum zweiten Mal Israel vollkommen auszuradieren. Und das war für Israel, für die Regierung, die Genehmigung: Jetzt holen wir den Tempelberg, sonst hätten die das nicht gemacht. Aber wir wollen uns ausrotten, so wie die Nazis im Zweiten Weltkrieg. Das gibt uns die Genehmigung für den Tempelberg. Und so kam es zum Sechstagekrieg.
Nach sechs Tagen war Ruhe an allen drei Fronten, und der Tempelberg war wieder in der Hand der Juden, zum ersten Mal seit dem Jahr 70. Und da erfüllte sich eben Psalm 126: Als der Herr das Schicksal Zions wendete, da waren wir wie Träumende. Sehen Sie diese Fallschirmspringer der israelischen Armee, die 1967 den Tempelberg und diesen Mittwoch erobert hatten. Auf dem Tempelberg, wie Träumende, und genau so, wie es steht in Vers 2: Da wurde unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Jubels. Da sagte man unter den Nationen: Der Herr hat Großes an ihnen getan.
Ich mag mich erinnern, als Kind, wie die Erwachsenen gesprochen haben: Das war Gottes Hand. Was da geschehen ist, einen solchen Blitzkrieg, in sechs Tagen eine totale Übermacht geschlagen an drei Fronten, das hat man noch nie gesehen. Der Herr hat Großes an ihnen getan, der Herr hat Großes an uns getan, wir waren fröhlich.

Feindliche Bündnisse und die arabische Liga

Siebzehnter Punkt: Das Ziel der Feinde, die Auslöschung Israels. Auch das war in der Bibel prophezeit. Der Endzeitpsalm 83 ist ein Gebet. Ich lese ab Vers 1:
Gott, schweige nicht, verstumme nicht und sei nicht still, o Gott! Denn siehe, deine Feinde toben, und deine Hasser erheben das Haupt. Gegen dein Volk machen sie listige Anschläge und beraten sich gegen deine Geborgenen. Sie sprechen: Kommt und lasst uns sie vertilgen, dass sie keine Nation mehr seien, dass nicht mehr gedacht werde des Namens Israel.
So etwas hat sich in der frühen Geschichte nie ereignet. Erst ab 1948 kam der erste totale Krieg gegen die Juden. Die islamische Welt machte einen zweiten totalen Krieg 1967, den Sechstagekrieg, und einen dritten Versuch starteten sie 1973 als hinterhältigen Überraschungsangriff. Auch da haben sie wieder verloren. Aber dreimal haben sie es wirklich versucht, Israel vollkommen auszuradieren, so wie es hier geschrieben ist.
Achtzehnter Punkt: Bündnis der Feinde Israels, die Arabische Liga. Wenn wir im Psalm weiterlesen, dann wird erklärt: Diese Feinde, die die Totalauslöschung wollen, schließen sich zusammen, einen Bund, eine Liga. Lateinische Liga ist dasselbe wie deutsch Bund, denn sie haben sich beraten mit einmütigem Herzen. Sie haben einen Bund gegen dich gemacht.
Im März 1945 haben die Länder rund um das heutige Israel einen Bund geschlossen, die Arabische Liga. Das Ziel dieser Liga, dieses Bündnisses, war es, zu verhindern, dass je ein Staat Israel gegründet wird. Sie konnten es aber nicht verhindern. Dann haben sie ab dem 15. Mai 1948 versucht, diesen Staat auszulöschen. Das war das Hauptziel der Arabischen Liga in den weiteren Jahren.
Neunzehnter Punkt: Wer sind diese Feinde, die diese Liga, diesen Bund gemacht haben? Ja, lesen wir Vers 6: Die Zelte Edoms und die Ismailiter, Moab und die Hageriter, Gebal und Ammon und Amalek, Philister samt den Bewohnern von Tyrus, auch Assur hat sich ihnen angeschlossen; sie sind zu einem Arm geworden den Söhnen Lots.
Natürlich benutzt der heilige Sänger, der Psalmist, die Namen aus der alten Zeit. Aber wir wissen ja ganz genau: Edom, das war ein Volk im heutigen Südjordanien. Moab lag in Mitteljordanien, Ammon in Nordjordanien. Der Hauptstadtnamen Amman kommt noch von Ammon. Ammon und Moab, das waren die Söhne von Lot, das waren die Stammväter dieser zwei Völker. Darum heißt es hier: Sie sind zu einem Arm geworden den Söhnen Lots.
Also haben wir hier einen Hinweis auf Jordanien. Jordanien war eines der Gründungsmitglieder der Arabischen Liga 1945. Heute gibt es dort 22 Nationen, aber die Gründer waren gerade die Länder direkt um Israel herum. Nummer eins: Jordanien.
Jetzt Nummer zwei, das ist unser Punkt zwanzig: Saudi-Arabien. Ja, Vers 6 sagt: Die Ismailiter. Die Ismailiter sind arabische Stämme im heutigen Saudi-Arabien. Muhammad, der Stifter des Islam, bezeichnet sich ja selbst als einen Nachkommen von Ismail. Saudi-Arabien war auch ein Gründungsmitglied der Liga.
21 Syrien: Hier im Text steht die Hageriter. Nun, die Hageriter sind ein Stamm, der früher im Gebiet des heutigen Syrien siedelte. Somit haben wir mit diesem Namen einen Hinweis auf das Gebiet von Syrien.
22 Libanon: Ja, wir haben gelesen von Gebal und Tyrus, das sind zwei Städte. Tyrus, die Hisbollah-Stadt im Südlibanon, und Gebal, arabisch Dji Beil, das G wird weich ausgesprochen, Dji Beil, das ist diese Stadt, die früher Byblos hieß, auch im nördlichen Libanon. Also wird hier auf das Gebiet von Nord- und Südlibanon hingewiesen. Libanon war auch ein Gründungsmitglied der Liga.
23 Amalek: Amalek war ein Volk, das nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten von der Sinai-Halbinsel herkam, dort Krieg mit den Israeliten führte und offensichtlich ging dieses Volk dann weiter und hat Ägypten erobert, das wegen der zehn Plagen unter Mose völlig am Boden lag. Wir haben nämlich außerbiblische Berichte von einem Volk, das nach dem Auszug der Israeliten Ägypten eroberte und Städte einäscherte, Tempel zerstörte und die Herrschaft übernahm. Und so weist Amalek hin auf das Gebiet von Ägypten.
24 Gazastreifen: Ja, wir lesen hier von Philistäa. Philistäa ist in der Bibel der Name für das Philisterland am Mittelmeer, das Gebiet von Gaza, Aschkelon, Aschtot usw. Ja, und warum wurde die Liga gegründet? Um eben den Philistern, den modernen Philistern aus dem Gazastreifen und darüber hinaus, zu helfen gegen Israel.
Und schließlich 25. Nordirak: Assur hat sich ihnen angeschlossen. Assyrien war ein Reich im Altertum, das ein Kerngebiet hatte im heutigen Nordirak, wo sich auch die Überreste der alten Stadt Ninive befinden. Und Irak war mit ein Gründungsmitglied der Arabischen Liga.
Ja, Sie sehen also, jeden Punkt können wir nachvollziehen. Das ist so eindrücklich.

Flucht, Krieg und die Zerstörung des Irak

26 und 27 nehme ich gleich zusammen: Flucht und Auszug der Juden aus dem Irak.
1941 gab es noch eine jüdische Gemeinschaft im Irak von etwa 150 Juden. Aber weil der Irak damals mit Nazi-Deutschland verbunden war, kam es in Bagdad zu einer Massenabschlachtung der Juden. Das hat die Juden so erschüttert, dass Tausende begannen, heimlich aus dem Irak zu fliehen. Die Regierung des Irak versuchte, das zu verhindern, doch sie kamen trotzdem durch. Tausende gingen hinaus, eine richtige Flucht über Jahre hinweg.
1950 gab die irakische Regierung plötzlich offiziell die Erlaubnis: Alle Juden, die ausziehen wollen, dürfen gehen. Und in den nächsten zwei Jahren sind dann 104 Juden ausgeflogen worden. Eine sagenhafte Aktion. Am Vorabend des Golfkrieges 1991 waren praktisch keine Juden mehr im Irak, vielleicht noch etwas mehr als hundert Juden. Die ganze jüdische Gemeinschaft, die dort seit Jahrtausenden war, war draußen.
Nun wird in Jeremia 50 und 51 über die Endzeit von Babylonien gesprochen. Ich muss erklären: Babylonien war ein Reich, dessen Kerngebiet im heutigen Südirak lag, bis nördlich etwas über Bagdad hinaus. Und nun steht in Jeremia 50,8 an die Juden gerichtet: Flieht aus Babylonien hinaus. Aber dann in der nächsten Verszeile: und zieht aus dem Land der Kaldäer aus. Das Land der Kaldäer ist dasselbe wie das Land Babylonien. Fliehen und Ausziehen, beides hat sich erfüllt.
 Jeremia 51,6: Flieht aus Babylonien hinaus und rettet ein jeder sein Leben, werdet nicht vertilgt wegen seiner Ungerechtigkeit, denn es ist die Zeit der Rache des Herrn; was es getan hat, vergilt er ihm. Sie sollen also fliehen, bevor eine Katastrophe kommt.
Und das ist nun Punkt 28: Flucht und Auszug vor der Katastrophe über Irak. Werdet nicht vertilgt wegen seiner Ungerechtigkeit, denn es ist die Zeit der Rache des Herrn; was er getan hat, vergilt er ihm. Und so kam 1991 die Katastrophe des Golfkrieges. Unter der Führung der UNO wurde ein grauenhafter Krieg geführt, das Land wurde zusammengeschlagen mit Hunderttausend Luftangriffen. Das war damals alles unter Zensur. Wir stellen uns nicht vor, was die UNO damals angerichtet hat.
  1. Armee vom Ende der Welt her gegen Irak 1991.
In Jesaja 13 und 14 wird auch über die Endzeit von Babylonien gesprochen. Da steht in Jesaja 13,4 am Schluss: Der Herr der Heerscharen mustert ein Kriegsheer. Aus fernem Land kommen sie, vom Ende des Himmels, der Herr und die Werkzeuge seines Grimmes, um das ganze Land zugrunde zu richten.
Wo ist eigentlich das Ende des Himmels, wo das Ende der Welt? Ist ein bisschen schwierig bei einer Kugel, ja? Aber schauen Sie: Wie sieht unsere Weltkarte aus? Natürlich so, dass das, was für uns am wichtigsten ist, im Zentrum ist: Europa, ja? Und darum ist Amerika zusammen mit Alaska das Ende der Welt, da oben. Argentinien ist das Ende der Welt, da unten. Australien auf der anderen Seite, China und Japan da oben und so weiter.
In Gottes Sicht ist das wichtigste Land nicht Europa, sondern Israel. Und darum können wir die Karte gleich ein bisschen so lassen. Also von Israel aus sind das wirklich die Extreme hier: Nord- und Südamerika, Australien und so weiter. Die meisten etwa eine halbe Million Soldaten kamen aus den USA, aber sie kamen, wie Sie auf der Karte sehen, auch aus Argentinien, auch aus Australien, aus allen fünf Kontinenten.
  1. Zerstörung des Irak 1991.
Ja, wir haben ja gelesen in Vers 5: Sie kommen, um das ganze Land zugrunde zu richten. Wie gesagt, die UNO hat das geleitet, dieser Krieg mit Hunderttausend Luftangriffen während vierzig Tagen.
  1. Kriegslärm auf den Hügeln.
Die Vereinten Völker unter der UNO-Aufsicht haben sich ja versammelt vor dem Golfkrieg in Saudi-Arabien. Das Ziel war, Saddam Hussein aus Kuwait hinauszuschlagen. Sie haben so getan, als würden sie ihn vom Meer her angreifen, mit einem Scheinangriff. Saddam Hussein hat seine Soldaten da auf das Meer gerichtet, und dabei kam dann der Angriff von hinten.
Die Armee machte viele solche verschiedenen Fronten. Die allermeisten gingen in den Südirak hinein, und diese ganzen Truppen mit ihren Militärfahrzeugen gingen über die Hügel des Südiraks, mit gewaltigem Getöse natürlich. Dann drehten sie ab nach Süden und stürzten Sadams Armee in den Rücken. Andere gingen ja gerade direkt hinüber nach Kuwait.
Und nun lesen wir Jesaja 13, Vers 4: Horch, ein Lärm auf den Hügeln wie von einem großen Volk. Horch, ein Kriegslärm von Königreichen versammelter Nationen. Ja, das ist unser Punkt 32: Versammlung vieler Nationen. Es ist wie ein Volk, aber in Wirklichkeit waren das 34 Nationen aus allen fünf Kontinenten mit 660 Soldaten insgesamt. Und da lesen wir: Horch, ein Kriegslärm von Königreichen versammelter Nationen.
  1. Eroberung Babyloniens, ein Schock für die Welt 2003.
Nach zwölf Jahren kam es zum Zweiten Krieg, aber da wollte die UNO nicht mehr mitmachen. Amerika wollte eingreifen. Es kam ein langes Hin und Her, und schließlich hat Amerika mit all den Nationen, die wollten, den Krieg geführt. Plötzlich war das ein Schock für die Welt. Selbst für diese Nationen, die früher mitgemacht haben, gingen 91 Millionen Menschen auf die Straße und haben gesagt: Die Amerikaner, die sind vollkommen verrückt, was wollen die? Die machten das Gleiche, was sie schon zwölf Jahre vorher gemacht haben. Es musste so kommen.
 Jeremia 50,22: Kriegslärm im Land und große Zertrümmerung. Wie ist Babylonien zum Entsetzen geworden unter den Nationen? Alle, die auf der Straße waren, haben das erfüllt.
  1. Die Eroberung Bagdads.
Ich muss kurz erklären: Saddam Hussein betrachtete sich als den zweiten König Nebukadnezar. Solche Darstellungen hatte er im Irak aufgestellt. Das ist Saddam, das ist Nebukadnezar, der König von Babylon vor zweitausendsechshundert Jahren. Dazwischen die Stadt Babylon, die Saddam Hussein zum Teil eindrücklich restaurieren ließ. Er sagte: Ich bin der zweite König von Babylon, mein Ziel ist es, dasselbe zu tun wie Nebukadnezar. Er hatte zu seiner Zeit den Judenstaat zusammengeschlagen. Und so wurde er immer nervöser, je älter er wurde.
Ja, jetzt lesen wir hier das Stadttor von Babylon und darüber diese riesige Saddam-Attrappe: Ich bin der König von Babylon. 2003 kam plötzlich die Meldung, die Truppen der Alliierten, mit Amerika, haben Bagdad umzingelt und erobert. Sie sind vorgestoßen bis ins Zentrum. Das war eine Überraschung für die Welt. Nicht wahr, im Ersten Golfkrieg wurde der Irak überhaupt nicht erobert, im Zweiten Golfkrieg wurde er erobert.
 Jeremia 51,31: Ein Läufer läuft dem anderen entgegen, um dem Boten dem König von Babylon die Botschaft zu bringen, dass seine Stadt von allen Seiten hier eingenommen ist.
  1. Tigris-Übergänge besetzt.
Die Alliierten haben die Tigris-Übergänge in Bagdad erobert, besetzt.
  1. Die Paläste sind ausgebrannt.
 Jeremia 51,32: Und die Übergänge sind besetzt, und die Paläste hat man mit Feuer ausgebrannt. Und die Soldaten sind erschrocken. Haben Sie die Bilder gesehen, 2003, wie Saddams Paläste brannten, in Flammen standen?
Falls in Ihrer Bibel hier steht: die Teiche hat man ausgebrannt, hebräisch Agamim, an dieser Stelle bedeutet das laut Wörterbuch Palast, Festung, Teich. Ja, es waren natürlich nicht die Teiche, die gebrannt haben, aber die Paläste haben gebrannt.
  1. Plötzliches vorläufiges Ende der Kämpfe.
War gedacht, das geht ganz lang, diese Eroberung, das schafft man nicht. Aber nach 25 Tagen war die Eroberung vorbei. Vielleicht haben Sie den Spiegel-Artikel vom Dezember 2003 gelesen: Ein irakischer Offizier erzählt, wie er im Krieg war, und dann plötzlich eines Tages kam ein Teil der Soldaten nicht mehr, am nächsten Tag noch weniger und so weiter, bis er praktisch oder ganz allein stand. Die waren alle abgehauen.
 Jeremia 51: Babyloniens Helden haben aufgehört zu streiten. Sie sitzen in den Festungen, versiegt ist ihre Kraft, sie sind zu Frauen geworden.
  1. Die Schutzräume bombardiert.
Ich lese gleich weiter: Man hat ihre Wohnungen angezündet. Die Wohnungen der Helden, das sind die Schutzräume. Ihre Riegel sind zerbrochen.
  1. Babyloniens Reichtum in der Hand seiner Feinde.
Sagen Sie, das haben wir ja immer gewusst, die wollen das Öl. Was heißt da immer gewusst? Seit 2003 hat man das gedacht, oder? In der Bibel steht das schon vor 2600 Jahren.
 Jeremia 50,10: Und Chaldäa, ein anderer Name für Babylonien, wird zum Raub werden, alle, die es berauben, werden satt werden, spricht der Herr.
 Jeremia 51,13: Gott spricht zu Babylonien, zum Land zwischen Tigris und Euphrat, die du an vielen Wassern wohnst, reich an Schätzen bist, zweitgrößtes Erdölvorkommen der Welt, dein Ende ist gekommen, das Maß deines Raubes.
Noch eine Bemerkung: Diese Kapitel in Jesaja und Jeremia sprechen über eine zukünftige Endphase. Sie sprechen über eine totale Zerstörung Südiraks, so dass dieses Gebiet nicht mehr bewohnt werden kann. Wir merken: Der Irak ist unregierbar, aber die Katastrophe, die steht noch aus. Das ist nicht unser Thema, wir beschäftigen uns nur mit erfüllter Prophetie. Ja, wir hören also im Dezember 2007 auf.

Das erneuerte Rom und der kommende Herrscher

Vierzigster Punkt, und dann kommt die Erholung.
Das Römische Reich erscheint wieder. Der Prophet Daniel war im sechsten Jahrhundert vor Christus in Babylon gefangen. Dort hatte er einen Traum über vier Weltreiche, die nacheinander kommen würden. Er sah bildlich einen majestätischen Löwen, der aus dem Weltmeer hervorkam. Er stellte das babylonische Weltreich zu seiner Zeit dar.
Dann sah er einen Bären, der das nächste Weltreich in der Geschichte symbolisieren sollte: Medopersien. Danach kam ein schneller Leopard, der das griechische Weltreich ab Alexander dem Großen darstellen sollte. Schließlich sah er ein schreckliches Tier mit zehn Hörnern. Das sollte das nächste Weltreich sein: das Römische Reich.
Ja, in dieser Abfolge ist es auch in der Geschichte so gekommen, wie wir es in der Schule gelernt haben, hoffe ich: Babylonien, Medopersien, Griechenland, Rom.
Nun, worauf ich hinaus will: Im letzten Buch der Bibel, im Neuen Testament, in Offenbarung 13 und 17, wird das vierte Weltreich von Daniel noch einmal behandelt, das Römische Reich. Aber dort steht etwas ganz Interessantes. Johannes sieht dieses Tier mit den zehn Hörnern, und ihm wird erklärt in Offenbarung 17,8: Das Tier, welches du gesehen hast, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und ins Verderben gehen.
Hier wird erklärt, dass das Römische Reich, das zu seiner Zeit ja noch existierte, zur Zeit von Johannes, also um 95 nach Christus, drei Phasen haben sollte. Diese drei Phasen werden entsprechend den absoluten Zeiten der Grammatik beschrieben: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.
Wir haben gelernt, im Geschichtsunterricht: Es war einmal ein Römisches Reich. Das war kein Märchen. Und es war übrigens unter Kaiser Augustus, dass dann der leidende Messias in Bethlehem im Bereich des Römischen Reiches geboren wurde.
Aber um 476, unter dem Ansturm der Barbaren aus Deutschland und Osteuropa, fiel das Weströmische Reich zusammen. Das Oströmische Reich wurde immer schwächer und kleiner. 1453 konnte es unter dem Ansturm der muslimischen Türken nicht mehr bestehen und wurde ganz weggewischt.
So kam die Zeit: ohne Römisches Reich nichts. Da entstand ein Europa aus vielen Einzelstaaten, Italien, Schweiz, Frankreich, Deutschland usw. Diese innere Zerrissenheit Europas erreichte den Höhepunkt in einer unfasslichen Eskalation des Bösen im Zweiten Weltkrieg. Und dann war alles am Boden zerschlagen.
Gleich darauf, 1946, kam Sir Winston Churchill nach Zürich und hielt dort eine Rede: Lasst Europa aufstehen! Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa schaffen. Der Weg dahin ist einfach, es braucht nicht mehr als das, hat er erklärt.
Dann begann in den fünfziger Jahren Europa zusammenzurücken. Zuerst ein paar Gründerstaaten. Dieses Anfangsgebilde dehnte sich aus. Es entstand die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, EWG, später nur noch Europäische Gemeinschaft, also nicht nur Wirtschaft, sondern es ging weiter. Danach entstand die Europäische Union, EU, mit heute 27 Mitgliedern.
Was ist das? Nun, das haben uns die Vordenker schon längst erklärt. Es gab ja diese Europavisionäre. Emil Luss schrieb in den 1950er Jahren: Europa, die europäische Einheit brauchen wir nicht zu schaffen, sondern lediglich wiederherzustellen.
Einer unserer ehemaligen Staatssekretäre der Schweiz, ein Europabefürworter, sagte auch in der Schweiz, Dr. Franz Blankart, vor Jahren: Im Blick auf das neue Europa soll ein heiliges römisches Reich europäischer Nationen gezimmert werden.
Ja, es steigt auf, wird heraufsteigen. Aber lesen Sie die Offenbarung: Dann wird beschrieben, dass in dieser Zeit der Messias Jesus Christus als König und Richter der Welt kommt.
Merken Sie diesen Antiparallelismus: Das Römische Reich war, der leidende Messias kam, das Römische Reich wird wieder heraufsteigen, der herrschende Messias kommt.
Ja, jetzt haben wir viel gearbeitet, jetzt sollten wir ein bisschen ausruhen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch