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Der Name Jesus: Ein biblischer Frontbericht

08.02.1959Apostelgeschichte 16,16-18

Gnade sei mit uns und Friede von dem, der ist, der war und der kommt. Amen.

Einführung: Der Name Jesus und seine Bedeutung

Wir wollten in diesen Tagen über den Namen Jesus sprechen, über den Namen Jesus. Dabei finde ich einen wichtigen Text in der Apostelgeschichte 16,18. Dort wird erzählt, wie Paulus und Philippus einer Sklavin begegnen, die einen Wahrsagergeist hat. Sie läuft Paulus immer nach, schreit und sagt: „Diese Menschen sind Knechte Gottes, des allerhöchsten Gottes.“ So tat sie es viele Tage.

Aber Paulus wandte sich um und sprach zu dem Dämon, zu dem Geist: „Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, dass du von ihr ausfährst!“ Und der Geist fuhr von ihr aus in derselben Stunde.

Herr, heilige uns in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit! Amen!

Heute ist so ein heiserer Tag, da muss vorher noch alles einmal gehustet werden. Bitte tut das jetzt!

Meine Freunde, die Älteren unter uns haben zwei Kriege miterlebt, die viel Schlimmes mit sich brachten. Zu den widerwärtigsten Dingen gehörten für mich die sogenannten Frontberichte, die jeden Tag erschienen. Erinnern Sie sich, wie dort die Wahrheit vernebelt und vertuscht wurde? Ein katastrophaler Rückzug wurde in den Frontberichten als kleiner Rückzug dargestellt. Wenn Divisionen verloren gingen, dann fielen einige Gefangene dem Feind in die Hände.

Ich habe ein sehr schlechtes Gefühl, wenn ich an diese jahrelange Verfälschung und Verbiegung der Wahrheit denke. Und sehen Sie, darum ist es für mich sehr interessant, dass auch die Bibel Frontberichte enthält. Dieses Buch, das aus der Welt der Wahrheit stammt, der Wahrheit, enthält Frontberichte.

Wenn man an die Frontberichte denkt, die man erlebt hat, ist es sehr interessant, diesen biblischen Frontbericht anzusehen. Wir überschreiben den Text und die Predigt mit „Ein biblischer Frontbericht“. Und weil ich ein tiefes Misstrauen gegenüber der Aufmerksamkeit beim Stehen habe, glaube ich, wir haben einen besseren Text. Dann lesen wir ihn noch einmal:

Paulus wandte sich um und sprach: „Ich gebiete dir im Namen Jesu Christi, dass du von ihr ausfährst!“

Da sagt er nicht einfach „Mach’s im Geist in dir“. Ein biblischer Frontbericht, ja, wie üblich in drei Zeilen. Erstens: Wo verläuft eigentlich die Front, von der in der Bibel die Rede ist?

Die vielfältigen Fronten der Welt und ihre Bedeutung in der Bibel

Sehen Sie, unsere arme Welt ist von vielen Fronten zerrissen. Da gibt es die große politische Front zwischen Ost und West. Es gibt die Front zwischen den Rassen; die Auseinandersetzung zwischen Farbigen und Weißen wird weltweit immer härter. Dann gibt es die wirtschaftlichen Fronten, wenn ich das so sagen darf, etwa zwischen Gewerkschaften und Konzernen. Auch die konfessionellen Fronten zwischen den Kirchen sind zu nennen.

Ja, die Welt ist von tausend Fronten zerrissen. Diese Konflikte reichen bis in die Häuser und Familien hinein. Vor ein paar Tagen erzählte mir eine Frau, dass ihr Sohn auf ihrer Seite stehe, die Töchter hingegen auf der Seite des Vaters. So sieht man, wie Fronten mitten durch die Familie verlaufen.

Meine Freunde, es ist etwas Auffälliges daran, dass die Bibel all die Fronten, die wir aufrichten – von denen eben die Rede war – sehr, sehr leicht nennt. In der Welt der Bibel gelten diese ganzen Fronten nicht. Die Bibel drückt es so aus: Wo Gott ist, gibt es keinen ansehenden Person. Das ist ein so wichtiger Punkt, dass ich im Augenblick darauf eingehen muss.

Sehen Sie, wie steht es in der Bibel zum Beispiel mit Rassengegensätzen, zwischen Farbigen und Weißen? Wird davon in der Bibel die Rede sein? Oh ja! Im Propheten Jeremia kommt ein Mohr vor, der heißt Ebed Melech. Haben Sie von ihm schon einmal gehört? Es ist sehr interessant, dass ausgerechnet dieser Ebed Melech ganz besondere Verheißungen Gottes erhält. Diese sind speziell, weil er im Glauben zu dem Propheten Jeremia gehalten hat und sie um ihn angenommen hat.

Gott sieht nicht anders auf einen Schwarzen, der gilt vor ihm nicht weniger. Im Neuen Testament kommt ebenfalls ein Farbiger vor. Wissen Sie, wo? Ja, Kimra aus dem Moorenland, aus Abessinien. Es ist merkwürdig: Er wird nicht mit einem Minusvorzeichen versehen, sondern als ein redlicher Mann geschildert – ein besonders redlicher Mann, für den Gott besondere Heilsveranstaltungen trifft, um ihn zu seinem Sohn zu ziehen.

Nein, vor Gott gibt es keine Rassengegensätze.

Und wie steht es mit den politischen Gegensätzen? Nicht zur Zeit, als die Bibel geschrieben wurde. Sie stammt ja aus der Welt Israels, in der es schrecklichen politischen Hass gab. Welch ein politischer Hass bestand zwischen Israel und den Samaritern, und zwischen Israel und der römischen Besatzungsmacht. Die Bibel kommt aus der Welt Israels.

Spüren wir etwas von dem Hass gegen die Samariter und gegen die Römer? Nein, ganz im Gegenteil. Der Herr Jesus erzählt von einem Samariter, der edler war. Sie kennen doch hoffentlich die Geschichte vom barmherzigen Samariter. Er war edler als alle Leute in Israel. Und ein römischer Hauptmann wird uns als Vorbild des Glaubens hingestellt.

All die Fronten, die wir so kennen, werden weggewischt. Wenn die Bibel vom barmherzigen Samariter spricht, wäre das so, als würde eine CDU-Versammlung von einem barmherzigen Bolschewisten berichten. Und der römische Hauptmann: „Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.“ Das wäre, als würde eine Versammlung von einem Hauptmann sprechen, der Atombatterien kommandiert und an Jesus glaubt. Sie sehen, all das ist weggewischt.

So übertragen, darüber lässt sich natürlich diskutieren. Ich möchte nur deutlich machen, dass die Bibel unsere Fronten nicht anerkennt.

Mich interessieren die konfessionellen Gegensätze. Es gab damals einen abgrundtiefen konfessionellen Gegensatz, nämlich den zwischen den Juden und den anderen Religionen, den Heiden. Man gab einander nicht die Hand. Die Bibel sagt gelassen: Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die alle selig macht, die daran glauben – die Juden und auch die Heiden. Und da sind alle gerufen. Jesus sagt: Kommt her zu mir, nicht Katholiken oder Evangelische, sondern alle, die mühselig und beladen sind.

Sehen Sie, all unsere Fronten werden im Licht der Bibel merkwürdig blass. Wir können sie nicht ignorieren, sie sind da. Aber die Bibel gibt ganz neue Einsichten, sagt der Amerikaner, einen ganz neuen Blick. Diese Fronten werden im Licht der Bibel blass.

Die Bibel kennt nur eine einzige Front – aber die nimmt sie ernst. Wer in die Welt der Bibel hineingehen will, muss sehen, dass die Front zwischen Licht und Finsternis verläuft, zwischen dem geoffenbarten Gott, Jesus, und dem Teufel. Das ist die einzige Front, die die Bibel ganz ernst nimmt. Und gerade diese Front nehmen wir gar nicht ernst.

Die entscheidende Front: Licht gegen Finsternis

Wir wollen diese Front ansehen. Ich weiß, dass die Bibel unser Denken auf eine andere Bahn bringt. Wir müssen ihr folgen.

Wir wollen diese Front betrachten, die die Bibel ernst nimmt: die Front zwischen dem geoffenbarten Gott, Jesus, und dem Satan.

Es gibt eine packende Geschichte in der Bibel, in der der Satan den Herrn Jesus über einen hohen Berg führt und ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit zeigt. Dann sagt er: „Dies ist alles mir übergeben.“ Jesus widerspricht nicht. Das bedeutet, dass das Reich der Finsternis sehr, sehr mächtig ist und seine eigene Religion hat.

Man kann dem Markt eine Sklavin gegenüberstellen, die den Wahrsagegeist besitzt. Sindemo, meine Freunde, ist die Religion der Finsternis. Torosko, Wahrsagen, Pendeln, Besprechen – all diese Dinge des Aberglaubens treiben hoch und niedrig bei uns ihr Unwesen. Das ist die Religion der Finsternis.

In dieser Welt der Finsternis, wo Satan sagt: „Alles ist mir übergeben“, bricht aus der anderen Dimension, aus der Dimension Gottes, der Sohn Gottes ein – der Herr Jesus.

Jesus gebraucht ein wundervolles Bild, um sein Kommen zu verdeutlichen. Er sagt, er ist ein Raubritter – ein starker, bewaffneter Mann. Er hat viele Gefangene in seine Burg geschleppt. Eines Tages kommt ein Stärkerer als er und entreißt ihm die Gefangenen. Das ist Jesus geschehen. So versteht die Bibel Jesu Kommen.

Da ist also eine Front. Jesus ist der kommende starke Erlöser. Er bricht in das Haus des bewaffneten Starken ein, sprengt die befestigten Schlösser des Feindes und führt die Gefangenen siegend heraus.

Die Gefangenen Satans sitzen hier, und Jesus will sie herausführen. Es geht hier nicht um ein bisschen Erbauung und Religion, sondern darum, dass Jesus die Gefangenen Satans aus Band, Ketten und Kerker befreien will.

Die Frontlinie des Glaubens: Im Reich des Lichts oder der Finsternis

Wo verläuft nun die Front?

Ich habe einmal eine Predigt gehört, in der der Pfarrer sagte, die Front zwischen Licht und Finsternis verlaufe mitten durch unser Herz. Das klingt einleuchtend für uns alle. Doch er hat nicht recht. Die Bibel sagt es ganz anders.

Paulus schreibt: Gott hat uns errettet von der Obrigkeit der Finsternis und versetzt in das Reich seines lieben Sohnes. Man ist entweder im Reich der Finsternis oder im Reich des Lichtes. Ein drittes gibt es nicht.

Der Teufel weiß das. Sehen Sie, als die Magd in Philippi auf Paulus traf, schrie sie entsetzt. Sie lief ihm ständig nach und rief: „Diese Männer sind Knechte Gottes, des Allerhöchsten.“ Plötzlich sah sie Menschen in einer anderen „Uniform“. Mitten in der Graustadt der Finsternis laufen Knechte Gottes.

Dann setzte sich der Einbruch Jesu Christi Gottes in ihr Herz. Zwei Welten prallten aufeinander. Diese arme Sklavin war im Reich der Finsternis, doch die Männer verkündeten: Er hat uns errettet von der Obrigkeit der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes Gottes.

Das ist die Wahrheit: Man ist entweder hier oder dort. Die Bibel zeigt diese Front so klar, dass wir erschrecken und uns fragen müssen: Auf welcher Seite stehe ich?

Ich bitte Sie, nehmen Sie diese Frage nicht leicht. Man kann sich schrecklich täuschen – das kann ein ewiges Leben kosten. Ein Mann sagte einmal: „Ich bin enttäuscht von Gott, jetzt habe ich meinen Glauben verloren.“ Doch er wusste nicht, worum es wirklich geht. Weil er nichts hörte, ging er verloren.

Hier, liebe Freunde, nehmen wir es nicht leicht mit der Frage: Auf welcher Seite stehe ich?

Der Name Jesus als geistliche Waffe der Gemeinde

Jetzt ein zweites. Der Name Jesus, von dem wollten wir ja reden an diesem Epiphanias-Sonntag. Der Name Jesus ist die Waffe der Gemeinde Jesu Christi.

Sehen Sie, das größte Wunder der Weltgeschichte ist meiner Meinung nach, dass die Gemeinde Jesu Christi noch nicht vom Erdboden verschwunden ist. Was ist gegen sie eingesetzt worden? Die Mächtigen der Welt haben die Jünger Jesu auf Scheiterhaufen verbrannt und nach Rom geschleppt. Sie wurden auf tausende Arten getötet. Sie wurden in Gefängnisse geworfen und verbannt – die Jünger Jesu. Und das war das Primitivste.

Zu allen Zeiten haben die größten Gelehrten ihre subtilste Weisheit aufgewandt, um nachzuweisen, dass das Evangelium Unsinn sei. Wie oft ist das Evangelium wissenschaftlich widerlegt worden? Nichts. Aber das sind doch nicht die wichtigsten Waffen des Teufels. Nicht die Gewalt der Gewalthaber und die Spitzfindigkeiten der Gelehrten sind für die Gemeinde Jesu das Gefährlichste.

Viel gefährlicher für die Gemeinde Jesu Christi sind verweltlichte Kirchen, die die Gewissen einschläfern und die Sünder nicht mehr warnen. Da sagt man nun: Seht, dieser Wein eines biblischen Realismus ist viel zu stark! Mensch, das beunruhigt ja die Leute, wenn du über Auferstehung, Geist und Hölle und so redest! Wir wollen euch Wasser hineingießen, theologisches Sprudelwasser, solange dies ein milder Trank geworden ist, den man ohne Beunruhigung und Schlaflosigkeit zu sich nehmen kann.

Hier verliert die Gemeinde Jesu Christi ihren wirklichen Atem. Und das ist noch nicht alles, meine Freunde: Der Teufel hat noch stärkere Waffen gegen die Gemeinde Jesu eingesetzt. Können Sie mich hinten verstehen? Oder nicht? Danke, letztes Mal sagte jemand, man hätte nicht hören können.

Sehen Sie, über all dies nimmt sich der Fürst der Finsternis jeden Jesusjünger persönlich vor – mit ganz speziellen Anfechtungen. Davon weiß jeder, der Jesus kennt, ein Lied zu singen. Oh, wie viele angefochtene Kinder Gottes sitzen hier! Da zeigt dann der Teufel glitzernd die Sünde und sagt: Komm, es lohnt sich, deinen Heiland zu verraten.

Oder er redet dir ein, das Kleid deiner eigenen Gerechtigkeit stehe dir wundervoll. Du brauchst doch keine Vergebung der Sünde, keine Buße, du bist richtig! Du brauchst keine Predigt anhören von einem Sünderheiler. Oder die Wogen der Trübsal kommen über uns, dass wir nicht mehr atmen können.

Arme Gemeinde Jesu Christi, es ist das größte Wunder, dass sie noch existiert. Ich meine die richtige Gemeinde Jesu Christi. Mit welcher Waffe will diese arme Gemeinde Jesu Christi dem Fürsten der Finsternis begegnen?

Meine Freunde, unser Text zeigt die Waffe. Sehen Sie, Paulus ist in Philippi. Da kommt die ganze Finsternis der Großstadt, dieser harten Stadt, auf ihn zu – in Gestalt dieser Magd, dieser besessenen Magd. Paulus steht dem Reich der Finsternis gegenüber. Da zieht er seine scharfe Waffe hervor.

Es ist der Name Jesus, Jesus. „Im Namen Jesu Christi gebiete ich dir“, sagte der Dämon, „dass du ausfährst!“ Und er fuhr aus. Der Name Jesus ist die scharfe Waffe der Gemeinde Jesu Christi. Nicht ihre Gelehrsamkeit, nicht ihre Geschicklichkeit, sondern der Name Jesus.

Freunde, ruft ihn an in euren Kämpfen, Nöten und Anfechtungen! Haltet ihn der Hölle entgegen, im Sterben! Ruft den Namen Jesus aus wie ein siegreiches Felsgeschrei in dieser armen, verlorenen, verrückten Welt!

Der Name Jesus ist die Waffe der Gemeinde Jesu. Es ist der Name dessen, der am Kreuz starb. Seht ihn vor euch, den Mann in der Dornenkrone, oh, rauchvoll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn! Der Name des Mannes von Golgatha.

Ich möchte das mal eben deutlich machen. Sehen Sie, wenn ich Jesus im Glauben ausspreche, wenn ich gar nicht beten kann, wenn ich Jesus sage, erinnere ich Gott daran, dass er mich durch Jesus für sich erkauft hat, dass ich ihm gehöre.

Wenn ich Jesus sage, erinnere ich den Teufel daran, dass er keinen Teil an mir hat, weil ich durch das Blut Jesu versöhnt bin. Wenn ich Jesus sage, erinnere ich mein eigenes Gewissen daran, dass ich ja gereinigt und gewaschen und sein Eigentum bin.

Der Name Jesus ist eine wundervolle und herrliche Waffe.

Die Grenzen der Macht des Namens Jesus

Nun muss ich allerdings eine Einschränkung machen. Hören Sie, der Name Jesus ist kein Zaubermittel in der Hand unbekehrter Menschen.

Es gibt eine Geschichte ein paar Kapitel weiter, von der man nicht genau weiß, ob sie lustig oder traurig ist. Da waren ein paar Beschwörer. Wir haben erlebt, welche Macht der Name Jesus hat, und auch sie haben es versucht.

Da war ein Dorfsüchtiger, und die Gegner riefen immer wieder den Namen Jesus an. Es ist fast lustig zu lesen, wie der Schuss nach hinten losgeht: Der Dorfsüchtige, der besessen war, wirft sich auf sie und verprügelt sie so, dass sie nackt und wund aus dem Haus flüchten.

Ich verstehe die Geschichte nicht ganz. Die Bibel birgt große Geheimnisse, aber eines verstehe ich: Nur gläubige Herzen können die scharfe Waffe des Namens Jesus erfolgreich handhaben.

Wie sehr wünschte ich mir, dass solche Ungeheuer besiegt werden.

Der biblische Frontbericht: Der Kampf um den Einzelnen

Lassen Sie mich noch kurz ein drittes sagen. In der Bibel, im Frontbericht, haben wir besprochen, wie die Front verläuft. Der Name Jesus ist die scharfe Waffe der Gemeinde Jesu.

Und das Dritte, was ich unbedingt sagen muss, ist, was der biblische Frontbericht aussagt: Es geht in diesem Kampf immer um den Einzelnen. Wir sind fast tausend Leute, aber es geht um den Einzelnen.

Sehen Sie, in den Frontberichten der Weltkriege ging es selten um den Einzelnen. Ich erinnere mich nicht, dass dort stand, dass mein Sohn totgeschossen wurde. Das spielte keine Rolle. Dort ging es nur um Hunderttausende, um Armeen und Divisionen.

Ganz anders ist der Frontbericht Gottes. Dort geht es um den Einzelnen. Hier wird mit dem scharfen Schwert des Namens Jesus ein Sieg erfochten. Was wird erobert? Eine arme Sklavin. Da lacht ein General, dafür lohnt es sich. Gott lacht nicht. Gott weiß, dass der Teufel sich um den Einzelnen große Mühe gibt.

Wissen Sie, davon kann ich als Jugendpfarrer Ben Lerz sehen, wie der Teufel sich um den Einzelnen Mühe gibt. Was meinen Sie, was für eine scharfe Arbeit um einzelne Herzen entsteht, in seinem Alter gekommen, um sie zu beflecken, damit sie keinen Mut haben, umzukehren.

Und noch viel mehr geht es Gott um den Einzelnen. Sehen Sie, da ist die arme Sklavin. Gott hat sie geliebt. Sie wissen ihren Namen nicht, ihre Herren haben sie ausgebeutet, aber Gott hat sie geliebt. Der Himmel und Erde geschaffen hat, hat sie geliebt, seinen Sohn für sie gegeben.

Jesus starb für dieses Mädchen. Sein Blut tropft auf Golgatha für dieses Mädchen. Gott schickt für sie in die Riesenstadt Philippi den großen Völkerapostel, damit sie am Ende erlöst wird aus der Obrigkeit der Finsternis, versetzt ist ins Reich des Sohnes.

Und jeder Junge, der hier sitzt, und jeder von Ihnen soll es wissen: So ernst ist es Gott jetzt mit Ihnen. Gott liebt Sie brennend. Für Sie hat er seinen Sohn gesandt, für Sie hängt Jesus angenagelt am Kreuz, für Sie tropft sein Blut in den Sand, für Sie steht er auf, Ihnen geht er nach.

Er lockt Sie durch das süße Evangelium, er klopft bei Ihnen an, er ruft Sie bald mit Liebe, bald mit Leiden: "Kommst du, Gott, mein Herz zu mir? Dir, mein Herze, zu bereiten."

Sehen Sie, zu den schönsten Worten Jesu gehört für mich immer dieses eine Wort aus Lukas 15: Es ist Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße tut. Wenn heute Morgen ein einzelnes Herz den Schritt tut, aus der Finsternis ins Leben, dann werden die himmlischen Räume erfüllt mit Jubel und Freudengeschrei.

Das interessiert die Ewigkeit. Noch kein Mensch wird selig und Jesu Beute. Möge es geschehen, dass im Laufe dieses Tages die himmlischen Räume mit Freude erfüllt werden, weil ein Sünder hier Buße getan hat.

Wir wollen beten: Herr, wir können nur bitten, immer wieder bitten: Herr, lass Deinen Todesfeind an mir nicht verloren sein. Amen.