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Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Gott für uns: Wer kann gegen dich sein – und was schenkt er noch?
Römer 8,31-3204.12.2026
SerieTeil 41 / 47Wir betrachten den Römerbrief
Wenn alles gegen dich steht: Was trägt dann noch? Am Kreuz wird sichtbar, dass Gott nicht auf Distanz bleibt, sondern für dich ist – und dir gibt, was du wirklich brauchst.

Einführung in die Frage nach Gottes Gnade

Jetzt freuen wir uns, im Römerbrief fortzufahren. Wir stehen in Römer 8,31-32.
Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Amen, nimmt Platz.
Was wollen wir nun hierzu sagen?, fragt der Apostel, nachdem er die fünf Glieder der goldenen Kette unseres Heils vorgestellt hat. Was sollen wir nun zu dieser Gnade sagen? Die Kinder Gottes hat er uns kurz vorher erklärt. Ihr erinnert euch, wir erinnern uns: Sie sind ersehen, also erwählt vor Grundlegung der Welt. Sie sind vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden. Die Kinder Gottes sind berufen. Wir haben gelernt: Er hat uns schon gerechtfertigt, und er hat uns verherrlicht.
Wir haben gelernt: Unser Heil, deine Erlösung, beginnt bei Gott schon vor Grundlegung der Welt, und sie führt zu Gott in der Verherrlichung. Deine Zielrichtung ist vorgegeben und sicher. Wir haben gelernt, dass alle Dinge uns als Kinder Gottes zum Besten dienen und er somit auch die bösen Tage unseres Lebens in seinen vollkommenen Plan mit einwebt. Alle Dinge dienen uns zum Besten.
Paulus staunt jetzt über die Gnade Gottes, über seine Barmherzigkeit, über seine Liebe, über seine Zuwendung, über seine souveräne Herrschaft, über alles und jedes. Nicht nur im Großen und Ganzen, sondern in deinem und in meinem und auch in seinem Leben. Das ist das großartige achte Kapitel des Römerbriefes, gespickt mit Wahrheiten zur Verherrlichung Gottes. Und er ruft aus: Was sollen wir jetzt noch sagen?
Der Theologe R.C. Sproul hat in seinem Kommentar Folgendes geschrieben: Was also soll unsere Reaktion auf diese Verkündigung der göttlichen Souveränität sein, die sich in der Geschichte zu unserem Heil entfaltet? Er schreibt weiter: Auf jede Darstellung der Lehre von der Prädestination, also der Vorherbestimmung, die Paulus vorher erwähnt hat, gibt es verschiedene Reaktionen. Meist ertönt ein Aufschrei des Protests, und die Menschen reagieren ablehnend. Die gewöhnliche Reaktion auf die Prädestination ist zumindest Zurückhaltung, oft sogar Widerstand.
Das ist etwas, was wir auch in persönlichen Gesprächen immer wieder mal hören: Ja, ist das nicht ungerecht? Und so einen Gott habe ich nicht. Und wir haben doch alle gleiche Chancen. Und wie kann das sein, dass er einige erwählt? Und so weiter. Widerstand oder auch Zurückhaltung.
R.C. Sproul weiter: Doch so reagiert der Apostel nicht. Es ist keineswegs seine Absicht, gegen die göttliche Souveränität zu knirschen. Vielmehr richtet er den Blick auf die hoffnungsvolle Seite. Er sagt: Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Die göttliche Souveränität ist die letzte Quelle des Trostes für den christlichen Gläubigen, denn sie bedeutet, dass Gott das Schicksal in seiner Hand hält. Was könnte für den Christen tröstlicher sein, als zu wissen, dass der Ausgang seines Lebens nicht dem Zufall überlassen ist, sondern in den Händen eines wohlwollenden Gottes liegt?
Halleluja!
Die Frage, die der Apostel jetzt stellt, ist: Ja, was sollen wir jetzt dazu sagen? Was ist die Erkenntnis, die wir daraus ziehen? Was bedeutet das für dein Leben? Es liegt dem Apostel offensichtlich sehr am Herzen, dass wir die richtigen Schlussfolgerungen aus Gottes souveräner Gnade ziehen. Und so fragt Gott uns auch heute Morgen, dich und mich: Hast du das verstanden? Siehst du, was das bedeutet? Weißt du, worauf ich hinaus will?
Es reicht nicht aus, lediglich Fakten und Argumente der Bibel aufzuzeigen. Natürlich müssen wir die Schrift darlegen und auch ihre Inhalte erklären und erläutern, aber dann kommt etwas Weiteres. Wir müssen uns die Frage stellen: Was macht das jetzt in meinem Leben für einen Unterschied? Wie wirkt sich das jetzt konkret aus? Wie wirkt sich das Evangelium der Gnade, Gottes Souveränität, seine Vorherbestimmung, vor Grundlegung der Welt, wie wirkt sich das in meinem Leben aus?
Sind wir passive Konsumenten, die sich Sonntag für Sonntag Predigten anhören, oder sind wir bereit, die Wahrheiten der Schrift in unserem Leben einzuweben? Erlauben wir dem Wort, vom Kopf ins Herz zu fallen? Wir beten gerne: Herr, schenke mir einen erleuchteten Verstand und ein brennendes Herz. Der erleuchtete Verstand allein genügt nicht, sondern mein Herz muss brennen. Es muss hineinfallen in mein Inneres.
Deswegen nehmen wir uns doch heute die Frage Zeit, die Frage zu stellen: Was, ja, was sollen wir nun dazu sagen?
Ja, der Apostel beantwortet diese Frage in den folgenden Versen mit vier weiteren Fragen, die er stellt, aber ich werde nur eine von diesen vieren heute Morgen mit uns besprechen. Die erste Frage, die er dann im Folgenden stellt, ist in unserem Vers 31: Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Die zweite Frage, die er stellt, ist Vers 33: Wer will gegen die Auserwählten Gottes Anklage erheben? Dritte Frage, Vers 34: Wer will verurteilen? Vierte Frage, Vers 35: Wer will uns scheiden von der Liebe des Christus?
Heute also die erste Frage als Antwort auf die Frage: Was sollen wir jetzt sagen? Die erste Frage im Rahmen seiner Antwort lautet: Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?

Die Kräfte, die sich dem Glauben entgegenstellen

Nehmen wir uns zunächst den zweiten Teil der Frage vor: Wer kann gegen uns sein?
Nun, wenn wir uns das vor Augen führen, müssen wir sagen, und unsere Erfahrung lehrt es uns: Vieles kann gegen uns sein. Menschen können gegen uns sein, Umstände können gegen uns sein, Krankheiten und Verluste können sich gegen uns richten. Und ja, die Bibel spricht von Gegnern des Glaubens, von Gegnern des Gläubigen.
Sie fasst es häufig in drei Kategorien zusammen. In der Theologie werden sie oft so benannt: Die drei Feinde des Christen sind die Welt, das Fleisch und der Teufel.
Die Welt, das gottferne System, ist gegen den Glauben gerichtet. Sie ist geprägt von Egoismus, von Stolz, von Begierden und von allerlei sündhaftem Verhalten. Und weil der christliche Glaube dieser Welt ein Anstoß ist, begehrt diese Welt gegen den Gläubigen auf. Sie richtet sich gegen ihn und gegen sein Wertesystem, das der Gläubige aus der Bibel hat.
Wer kann gegen uns sein? Die Welt kann gegen uns sein. Sie will, dass wir uns ihr anpassen, dass wir unsere Glaubensüberzeugung über Bord werfen, dass wir Kompromisse eingehen, dass wir es nicht so genau nehmen mit der Schrift. Sie ist gegen dich und deinen Glauben eingestellt.
Johannes sagt: Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und achten wir auf den Zusatz: Die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.
Wer kann gegen uns sein? Die Welt, das System der Sünde. Ja, vielleicht spürst du es gerade in diesen Tagen, wie es an deinen Glaubensfundamenten rüttelt und du dabei bist zu überlegen: Ist das wirklich der richtige Weg? Die Welt kann gegen uns sein.
Ein zweiter Feind des Christen ist das Fleisch. Es begehrt gegen den in uns wohnenden Geist auf. Galater 5,17: Denn das Fleisch, das ist dein alter Mensch, deine alte Natur, gelüstet gegen den Geist, und der Geist gegen das Fleisch. Und diese widerstreben einander, sodass ihr nicht das tut, was ihr wollt.
Das Fleisch ist gegen uns gerichtet. Unsere sündhafte Natur trägt den Samen der Sünde in sich, und sie möchte ihn noch tiefer in unser Herz pflanzen, den Boden beackern, ihn auch noch düngen und noch gießen, damit die Sünde wächst.
Wer kann gegen uns sein? Das Fleisch. Deswegen ruft Paulus: Ich elender Mensch! Wir haben es ja gehabt: Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich. Das Fleisch kann gegen uns sein.
Und dann ist da noch ein weiterer machtvoller Feind. Er greift nicht von innen, sondern von außen an. Das ist der Teufel. Er ist der Versucher. Er will dich weglocken. Er malt dir schöne Bilder, die falsch sind. Er ist der Ankläger.
Petrus schreibt: Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht zu verschlingen, wen er kann.
Sehen wir das? Es gibt eine Menge Feinde auf unserer Pilgerreise zum Himmel. Die Welt, das Fleisch und der Teufel sind gegen uns gerichtet.
Und schauen wir in die Kirchengeschichte, dort begegnen wir vielen Gegnern des Christentums. Noch einmal R. C. Sproul: Eine durchaus vernünftige Antwort auf die Frage wäre jedoch, dass die ganze Welt gegen dich sein kann. Wer kann gegen mich sein? Die ganze Welt? Gott war für Jesus, aber schau dir all die Menschen an, die gegen Jesus waren und es immer noch sind. Gott ist für sein Volk, und doch wurde sein Volk den Löwen vorgeworfen. Sie wurden als menschliche Fackeln benutzt, um die Gärten Neros zu erleuchten. Die christliche Kirche war Ziel aller Arten von Feindseligkeit und Verfolgung.
Die ganze Welt kann gegen uns sein, wie Jesus selbst zu seinen Jüngern sagte: Wenn sie mich hassen, werden sie auch euch hassen. Paulus sagt nicht, dass, wenn Gott für einen Menschen ist, niemand auf der Welt sich gegen diesen Menschen erheben wird. Die Bedeutung dieses Verses ist: Wer kann gegen uns bestehen? Alle möglichen Menschen werden gegen uns sein, aber wer von ihnen kann die Souveränität und Macht Gottes überwinden? Antwort: Niemand, niemand.
Aber das ist nur ein Teil der Frage. Die ganze Frage lautet: Ist Gott für uns? Wer kann gegen uns sein?

Die Gewissheit, dass Gott auf unserer Seite ist

Die frohe Botschaft liegt in den Worten: Ist Gott für uns? Wir können auch sagen: Wenn Gott für uns ist. In diesem Satz steckt kein Zweifel. Paulus ist sich hier nicht unsicher. Das würde dem kompletten Kontext widersprechen.
Er hat im gesamten Römerbrief diesen Zweifel bereits verbannt. Er hat eindrucksvoll gezeigt, wie Gott uns liebt, indem er uns erwählte und im Voraus bestimmte, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden. Dieser Gott hat uns berufen, er hat dich gerecht gesprochen, er hat dich verherrlicht. Wenn Gott für uns ist, zweifelt das nicht daran, sondern drückt aus: Er ist für uns.
Wir können auch sagen: Da ja Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein? Weder Sünde noch Fleisch, noch Teufel oder Welt. Und hier fällt es ins Herz. Lass es jetzt einmal dein Gemüt entzünden, diese Erleuchtung des Verstandes.
Paulus beschreibt hier das tiefe Erlebnis eines Menschen, der weiß, dass jemand an seiner Seite steht. Gott überlässt uns nicht einem unpersönlichen Schicksal, sondern er weiß immer, was mit dir und in dieser Welt passiert. Und was immer deinen Weg kreuzt, eins steht fest: Er ist für dich, für seine Kinder.
Welchen Feind müssen wir dann fürchten? Es gibt Feinde, die darauf aus sind, zu zerstören, zu untergraben und zu täuschen, aber Gott ist auf unserer Seite. Daher können uns selbst die tödlichen Intrigen des Feindes keine Furcht einflößen, denn wir wissen, dass Gott auf unserer Seite ist.
Wir hatten letztens schon einmal diese Waage, könnt ihr euch erinnern? Vielleicht, vielleicht auch noch nicht. Da ist diese Waage: Leg auf die eine Waagschale so viele Korken, wie die Waagschale fassen kann. Das sind im bildlichen Sinn alle deine möglichen Feinde. Und auf die andere Waagschale legst du einen Felsblock. Diese Seite schlägt voller Wucht aus, das ist Gott, er ist für dich. Deine Feinde sind dagegen Leichtgewichte.
Dann kommt der Felsblock auf die andere Waagschale, und was passiert mit den Korken? Sie machen einen hohen Bogen und fliegen raus. Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein? Siehst du sie fliegen? Weit weg und fort sind sie. Sie können dir nichts anhaben.
John Knox soll gesagt haben: Ein Mensch plus Gott ergibt immer die Mehrheit. Das ist doch gut, oder? Wer kann gegen dich sein, wenn Gott für dich ist? Niemand.
Das ist ein Wort an die Gläubigen, die ihr Herz Jesus Christus gegeben haben, die ihm vertrauen, dass er für ihre Schuld am Kreuz bezahlt hat. Menschen, die Christus nicht in ihrem Herzen aufgenommen haben, sind in der Tat, wie die Bibel sagt, noch Feinde Gottes. Sie können nicht sagen: Gott ist für mich.
Der entscheidende Schlüssel ist: Vertraust du dem Herrn mit deinem ganzen Herzen und sagst du: Sei du mein Herr und Heiland und rette mich? Dann darfst du mit dem Psalmisten sagen: Der Herr ist für mich. Ich fürchte mich nicht. Was kann ein Mensch mir antun? Der Herr ist für mich, er kommt mir zur Hilfe. Amen.

Der Beweis am Kreuz und die Quelle der Gewissheit

Dann aber ist da doch noch eine Frage: Woher weiß ich, dass Gott für mich ist? Mit dieser Frage kämpfen wir doch immer wieder mal. Oder fällt es dir manchmal schwer zu glauben, dass der Herr für dich ist, wenn du dein Leben ansiehst?
Einerseits bekennen wir es und rufen Halleluja. Aber wenn wir aus diesem Saal hinaus in die Woche gehen, kommen manchmal Zweifel auf. Da ist dieser unausgesprochene Verdacht: Vielleicht ist Gott doch nicht voll und ganz für mich. Vielleicht toleriert er mich irgendwie, aber dieses uneingeschränkte positive Mit-mir-Sein kann ich nicht empfinden.
Dieser quälende Zweifel ist ein Lieblingswerkzeug des Teufels, um uns den Frieden zu rauben. Woher wissen wir, dass Gott für uns ist? Sind es unsere Lebensumstände, die ein Marker dafür sind? Maßstab für Gottes Gunst, wenn im Leben alles glattläuft? Gott ist für mich, läuft bei mir. Unser Erfolg, Zeichen seiner Zuneigung. Das schöne Häuschen am Stadtrand, Zeichen, dass er für mich ist. Liebevoller Ehepartner, alles bestens. Hübsche Kinder, Beförderung, Gott ist für mich. Gute Investitionsentscheidung, Mann, da habe ich einen Schnitt gemacht.
Du sagst: Schau, es läuft bei mir, daran kann ich sehen, dass Gott für mich ist. Natürlich können dies alles Zeichen seiner Segnung sein. Aber was ist, wenn es dir geht wie Hiob? Der Ankläger kommt zu Gott und sagt: Die, die glauben nur, weil es ihnen so gut geht, nehmen ihnen mal weg, was sie haben, und dann wollen wir mal schauen, was geschieht, wenn das Haus abbrennt, die Investition sich als Totalverlust herausstellt, die Kinder rebellieren und die Ehe zerbricht. Ist dann Gott nicht mehr für mich?
Was ist der unumstößliche Beweis, woran machen wir fest, dass Gott für uns ist? Wenn wir unser Vertrauen in die Liebe Gottes aus der Quelle unserer persönlichen Erfolge oder gesegneten Lebensumstände beziehen, dann wird unsere Gewissheit sterben, sobald diese Quelle versiegt. Sobald uns genommen wird, worauf wir gebaut haben, können wir nicht mehr so leicht sagen: Gott ist mit uns.
Zeigt uns die Bibel und Gott in seinem Wort eine andere Quelle, die ganz egal, wie es um uns steht, da ist? Hör mal: ganz egal, wie es um dich steht, ist da eine Quelle, die niemals austrocknet. Ganz gleich, wie die Umstände sind, wie stark der Gegenwind sein mag oder ob du auf der Welle des Erfolges surfst: Es gibt eine Quelle, die erhaben über jeden Zweifel ist, ganz gleich, in welcher Lage wir uns auch befinden. Es gibt etwas, woran wir objektiv festmachen können, dass Gott für uns ist.
Vers 32: Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Das ist die Quelle. Hier entspringt ein Strom, ein mächtiger Strom, der fließt und fließt und fließt, auch durch die Wüste deines Lebens. Da ist lebendiges Wasser. Diese Quelle sprudelt selbst in Dürrezeiten. Gott ist immer für dich. Er ist immer für seine Kinder.
Woran weiß ich das? Weil er nicht einmal seinen eigenen Sohn verschont hat, sondern ihn hingegeben hat, um dich zu seinem Kind zu machen. Jemand hat gesagt: Das Kreuz ist die Kanzel des Vaters. Von dort predigt er: Ich bin für dich, ich bin für dich, ich bin für dich. Golgatha verkündet seine Hingabe an dich. Was immer auch der Böse tun mag, sein Widerstand wird scheitern, denn Gott beweist seine Liebe darin, dass er seinen Sohn für uns gab.
Was wir hier sehen, ist, ich finde das toll. Und das hilft, das ist sehr hilfreich. Das ist jetzt Ihr Punkt: erleuchteter Verstand, brennendes Herz. Woher weiß ich? Paulus argumentiert hier nicht mit Emotion. Woher weiß ich, dass Gott für mich ist? Seine Antwort lautet nicht in erster Linie und allein: weil er dich liebt. Denn das Gefühl, dass er mich liebt, ist großen Schwankungen unterstellt. Die Folgefrage eines zweifelnden Herzens ist dann doch: Woher weiß ich, dass er mich liebt?
Nein, Paulus wendet sich den Fakten zu. Wir wissen, dass Gott für uns ist, nicht weil unser Leben gut läuft oder weil es nicht gut läuft, nicht weil wir es spüren oder nicht spüren oder doch spüren, sondern weil er seinen Sohn für uns gab: der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Was lernen wir hier? Vier Dinge.
Erstens: Gott hat gehandelt. Schau den Vers an, Vers 32: Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat. Er hat ihn dahingegeben, er, das ist der Vater, hat ihn nicht verschont. Der Vater musste nicht überzeugt werden, seinen Sohn zu deiner Rettung zu senden. Es war nicht der Sohn, der dem zornigen Vater gegenüberstand und darum flehte, dass doch der Zorn Gottes die Kinder Gottes verschonen möge.
Nein, ohne Frage war Jesus vollumfänglich und von Herzen dazu bereit, aber die Erlösung der Sünder durch den Tod Jesu war von Beginn an der Gedanke des Vaters. Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat. Er hat ihn nicht verschont, er hat ihn dahingegeben.
 Johannes 3,16 macht dies deutlich: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden. Galater 4,4: Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott, der Vater, seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz gegeben.
Schauen wir: Jesus war nicht das Opfer böser Pläne von Menschen, sondern er wurde, wie Petrus in der Pfingstpredigt sagt, dahingegeben nach dem Ratschluss Gottes. Apostelgeschichte 2.
Du fragst: Woher weiß ich, dass Gott für mich ist? Ein Teil der Antwort liegt darin, dass er es bewiesen hat. Wie hat er es bewiesen? Indem er seinen Sohn gab. Es war des Vaters Plan, es war sein Anliegen, es war seine Absicht, es war sein Wille, es war sein Wunsch, es war seine Liebe. Er dachte an dich, als er den Heilsplan kreierte. Er ist für uns. Amen.
Was heißt das noch? Zweitens: Er gab seinen eigenen Sohn. Es war nicht irgendein Mensch, den er zur Rettung sandte, nicht irgendein Mensch, den er gab, sondern sein eigener Sohn, der Sohn Gottes. Jesus ist das größte Geschenk, das der Vater zu geben hatte. Nichts ist für ihn wertvoller als sein Sohn.
Was haben wir eben gesungen beim Opfer sammeln? Gott gibt im Fleische sein Liebstes für Sünder. So denkt der Vater über seinen Sohn. In ihm, Jesus, ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, seien es Throne oder Herrschaften oder Fürstentümer oder Gewalten. Alles ist durch Jesus und für Jesus geschaffen, und er ist vor allem, und alles hat seinen Bestand in ihm. Und er ist das Haupt des Leibes, der Gemeinde, er, der der Anfang ist, der Erstgeborene aus den Toten, damit er in allem der Erste sei. Denn es gefiel Gott dem Vater, in ihm, Jesus Christus, alle Fülle wohnen zu lassen und durch ihn alles mit sich selbst zu versöhnen.
Sehen wir in diesen Worten, dass es nichts Größeres gibt, niemand Höheres gibt als den Sohn? Als Gott ihn gab, zeigte er seine größte Liebe. Du fragst: Woher weiß ich, dass Gott mich liebt? Du siehst es daran, dass er seinen eigenen Sohn gab, das Höchste, was er geben konnte. Gott ist für dich.
Drittens: Wie heißt es weiter? Er hat ihn nicht verschont. Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat. Es gibt wohl kaum einen Kommentar, der an dieser Stelle nicht daran erinnert, was damals bei Abraham geschah, als Gott ihn aufforderte, seinen langersehnten Sohn Isaak zu opfern.
Sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Könnt ihr euch erinnern an dieses Bild: der Vater und sein geliebter Sohn Isaak? Sie kamen an den Ort, an dem Gott gesagt hatte, sie sollen gehen. Abraham baute einen Altar auf, er schichtete das Holz darauf, das der Sohn selbst den Berg hochtrug, und er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Und dann heißt es in 1. Mose, und Abraham streckte seine Hand aus und fasste das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.
Er war bereit, Gott zu gehorchen und seinen Sohn nicht zu bewahren. Er wollte seinen Sohn nicht verschonen, aber Gott verschonte den Sohn. Erinnert ihr euch? Es kam ein Engel des Herrn, und er rief: Abraham, Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tue ihm gar nichts. Denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest, weil du deinen einzigen Sohn nicht verschont hast um meinetwillen.
Abraham wollte seinen geliebten Sohn nicht verschonen, aber Gott verschonte seinen Sohn, den Abraham, den Isaak. Er verschonte den Sohn des Abrahams. Dieser hatte das Messer bereits erhoben und war bereit, ihn zu opfern. Aber Gott, der Vater, verschonte Isaak. Als aber Jesus als das Lamm Gottes zur Schlachtbank geführt wurde, verschonte der Vater seinen eigenen, höchst geliebten und wertvollen und kostbaren Sohn nicht.
Woher weißt du, dass der Vater dich liebt? Weil er seinen Sohn nicht verschonte für dich. Woher weiß ich, dass Gott für mich ist? Am Kreuz sehe ich, dass er für mich ist.
Und dann viertens: Gott hat ihn auch dahingegeben. Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat. Das ist ein Verweis auf die Übergabe dem Tod, eine Überantwortung dem Tod. Hier ist insbesondere der geistliche Tod gemeint. Als Jesus unsere Sünden am Kreuz trug, wandte sich der Vater von ihm ab, so dass der Sohn rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Jesus bat noch darum im Garten Gethsemane, dass dieser Kelch doch an ihm vorübergehen möge. Sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, so sehr litt er. Der Vater wandte sich ab, und der Sohn wurde für uns zur Sünde gemacht. Er wurde dahingegeben, damit wir verschont bleiben.
Und wir sitzen hier und fragen uns heute Morgen: Ist Gott wirklich für mich? Ja, er ist es! Am Kreuz von Golgatha wird es sichtbar.
Und dann endet dieser Vers mit diesem Großartigen: Wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wenn Gott der Vater seinen eigenen Sohn zu unserem Gut nicht verschont hat, sondern ihn dahingegeben hat, ja, wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?
Paulus geht hier vom Großen zum Kleinen. Stell dir mal vor, lass mal deiner Fantasie freien Lauf: Ein reicher Gönner schenkt dir zehn Millionen Euro. Wie sollte dieser Gönner dir die fünfzig Cent, die dir gerade im Moment fehlen für deine Parkuhr, vorenthalten? Quatsch! Natürlich, wenn er dir schon zehn Millionen gegeben hat, dann wird er dir auch die fünfzig Cent geben, die du brauchst für deine Parkuhr.
Sehen wir das? Das Argument ist vom Großen zum Kleinen. Wenn Gott dir alles gegeben hat, was er hatte, sein Liebstes gegeben hat, seinen Sohn, wie sollte er mit ihm dir nicht auch alles andere geben?
So, Halleluja, jetzt reiben wir uns die Hände und sagen: Das ist ja besser als ein Sechser im Lotto. Christian hat etwas von zehn Millionen gesagt, wow, ich guck gleich mal auf mein Bankkonto, ob schon von der Himmelsbank was draufgekommen ist.
Einige missbrauchen diesen Vers und sagen: Siehst du, schau mal, das ist hier Wohlstandsevangelium. Vertraue nur dem Herrn, und er wird dir alles geben. Er wird dir Gesundheit geben, er wird dir drei Autos geben, und er wird dir auch eine Villa geben und eine Insel in der Karibik. Nun, was ist das? Er wird dir alles geben.
Der Kontext macht es deutlich: Es geht hier nicht um materielle Dinge. Der Apostel verkündet hier kein Wohlstandsevangelium, nach dem jeder Christ gesund, reich und schön ist. Dieses Alles wird er uns schenken steht im Zusammenhang mit Vers 28. Kontext ist König. Wir wissen aber, heißt es dort, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.
Gott wird alles in deinem Leben zu deinem Guten und zu deinem Wohl lenken und führen. Er wird alles nutzen, was dir widerfährt, damit du dem Ziel, Christus ähnlicher zu werden, näher kommst. Was haben wir gesagt? Vers 29: Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt.
Könnt ihr euch erinnern, das Ziel im Navi ist hier genannt. Was ist das Ziel deines Lebens? Steht da: die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, reich, gesund und schön zu sein? Das steht da nicht. Sondern das Ziel ist: Er hat dich vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, und dafür lässt er alles in deinem Leben wirken.
Wie sollte er, wenn er schon seinen Sohn nicht vorenthalten hat, zu deinem Gut dir nicht auch alles geben, dass du das Ziel im Navi erreichst? Und das ist nicht Reichtum, das ist nicht Schönheit, das ist nicht Gesundheit, so sehr wir uns darüber freuen. Das größte Ziel ist was? Zu sein wie Jesus, damit er, wie es hier heißt, alle Ehre bekommt, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Er schenkt dir alles dafür.
Ja, er wird alles in deinem Leben zu deinem Wohl lenken und führen. Er wird alles nutzen, was dir widerfährt, damit du dem großen Ziel, zu sein wie Jesus, näherkommst. Er wird uns alles geben, was wir für die Nachfolge benötigen. Er wird uns die Kraft schenken, in den Tälern des Lebens ihm zu vertrauen. Er wird Gnade geben für unsere Reise, Stärke in den Verlusten, die uns widerfahren. Er wird dir alles geben, was du brauchst, um bei ihm zu sein.
Er ist für dich, und alles Notwendige schenkt er uns. Möge das von unserem Kopf in unser Herz fallen, und wir uns fokussieren auf die absolute Wahrheit: Jesus ist für uns, der Vater ist für uns, der Heilige Geist ist für uns. Woran sehen wir das? Am Kreuz von Golgatha. Amen.
Herr, so danken wir dir für deine Gnade in unserem Leben, auch für dein Evangelium, das uns heute wieder ermutigt, weiterzumachen, weiterzumachen, weiter zu pilgern, weiter zu gehen, auch über die Dornen, die da liegen, auch durch den Sumpf, der manchmal unumgänglich ist. Aber du bist da, du gibst uns alles, was wir für ein gottwohlgefälliges Leben brauchen.
Du hast deinen eigenen Sohn, Vater, nicht verschont, auf dass wir Leben haben. Und so wollen wir dir danken, dass du uns vorangehst, mit uns gehst, mit uns bist. Wer kann gegen uns sein? Weder Sünde noch das Fleisch noch die Welt noch der Teufel. Wir haben Christus, den Sieger von Golgatha, an unserer Seite, und dafür danken wir dir. Amen.