Serie•Teil 31 / 31Das Buch Hesekiel
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Wir lesen in Hesekiel 47, ab Vers 13 zunächst bis Vers 23, also bis zum Schluss des Kapitels. Danach nehmen wir auch das ganze Kapitel 48 noch dazu. Wir haben gesehen, wie ab Kapitel 33 im letzten Teil von Hesekiel die endzeitliche Wiederherstellung Israels beschrieben wird. Wir haben gesehen: Gottes Plan ist es, am Ende der Zeit das jüdische Volk aus einer weltweiten Zerstreuung wieder zurück ins Land der Väter zu führen.
Dieser Prozess dauert nun schon wie lange? Seit 1882, also 120 Jahre. Das ist schon ein Jubiläum, 120 Jahre. Und wir haben gesehen, besonders in Kapitel 37, wie diese endzeitliche Wiederherstellung in mehreren Phasen verlaufen soll. Zuerst kommen einfach diese Totengebeine zusammen. Israel wird verglichen mit vielen Totengebeinen im Tal, die plötzlich zusammenrücken. Das war so die erste Zeit der Einwanderungswellen, die ja vor allem aus Russland kamen. Aber in einer nächsten Phase, in Hesekiel 37, kamen dann Sehnen darüber her und auch Fleisch. In den Zwanzigerjahren, 1920, wurde dann die Verteidigungsorganisation Haganah gegen den islamischen Terrorismus gegründet. Da kamen die Sehnen und Muskeln dazu. In einer weiteren Phase kommt dann schliesslich über das Fleisch auch Haut darüber, so dass gewissermassen wieder ein vollständiger Mensch aus diesen toten Knochen da ist. Das war 1948 mit der Gründung des Staates Israel. Das war quasi so: ein vollständig geschlossenes System war erreicht. Aber die Prophetie in Hesekiel 37 sagt, eines fehlte noch: kein Lebensodem. Das Volk ist geistlich nicht erneuert. Das soll dann erst noch in einer späteren Phase kommen.
Nun, in Kapitel 40 bis 48 haben wir die Zeit des Tausendjährigen Reiches erreicht, Jesus Christus zurück auf dieser Erde, als Herrscher, als König. Und da wird das Volk völlig erneuert. Wir haben gesehen, es gibt einen neuen Tempel, der gewaltige Ausmasse haben wird, von eineinhalb auf eineinhalb Kilometer. Schliesslich haben wir gesehen, noch in unserem Kapitel 47 im ersten Teil, wie dann aus diesem neuen Tempel in Jerusalem eine Quelle entspringen wird. Sie wird zu einem Fluss, der ins Tote Meer hinabfliesst, und das Tote Meer wird gesund und lebendig.
Nun, im Schlussteil wird das Land Israel neu aufgeteilt nach den Stämmen. Und wir sehen: Die Grenzen, die da angegeben werden, sind natürlich deutlich weiter, als was Israel heute hat. Schauen wir uns das einmal etwas genauer an. Da wird zunächst erklärt, warum Gott dieses Land seinem Volk gibt. Wo haben wir da eine Antwort? In unseren gelesenen Versen. Vers 14: Da ich meine Hand im Schwur erhoben habe, es euren Vätern zu geben, dieses Land soll euch als Erbteil zufallen. Auf welche Verheissung wird da angespielt? Auf Abrahams Verheissung. Ja, noch weiter: euren Vätern, plural, Isaak und Jakob. Denn diese Landverheissungen an Abraham wurden ja an den Nachkommen Isaaks und Jakobs bestätigt.
Wir wollen vielleicht etwas dazu lesen. In 1. Mose 15 wird der Bund Gottes mit Abraham offiziell vollzogen, in einem Bündnisritual. Lesen wir 1. Mose 15,18: An selbigem Tage machte der Herr einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen gebe ich dieses Land vom Strome Ägyptens bis an den grossen Strom, den Strom Phrat, die Keniter und die Kenisiter und die Kadmoniter und die Hethiter und die Perisiter und die Rephaim und die Amoriter und die Kanaaniter und die Girgasiter und die Jebusiter.
Jawohl, also in diesem Bundesschluss wird grob hier die Grenze angegeben, vom Strom Ägyptens. Das ist welches Gewässer? Der Nil, ja. Wir werden noch sehen: Es gibt ja auch den Ausdruck in der Bibel, der Bach Ägyptens. Damit ist nicht der Nil gemeint, sondern er ist weiter östlich. Ja, ja, ja, sogar nur ein Wadi. Das Wadi el-Arish, das ist ungefähr da, wo heute die Grenze zwischen Israel und Ägypten verläuft. Aber hier wird der Nil genannt und auf der anderen Seite der Euphrat. Das ist Gottes Zusage an die Erzväter. Und wir sehen hier: Diese Zusage ist immer noch gültig, auch heute noch und morgen noch, denn da sind wir ja zeitlich schon deutlich über unsere Zeit hinaus, aber Gott bezieht sich immer noch darauf. Das ist so wunderbar. Gottes Verheissung ist nicht irgendwann wieder abgelaufen.
In der Geschichte ist es so, dass man denkt: Ja, das war vielleicht mal früher so, aber das hat heute jetzt keine Gültigkeit mehr. Irgendwelche Abkommen, ob das jetzt vor zweitausend Jahren war, das ist heute nicht mehr gültig. Aber Gottes Zusagen durch die Jahrtausende hindurch, sie bleiben beständig und fest. Wenn Gott das zugesagt hat zu Abraham vor viertausend Jahren, dann ist es heute noch genauso gültig und zuverlässig wie eh und je. Also auf dieser Grundlage bekommt Israel dieses Land, wie es hier beschrieben ist, mit diesen Ausdehnungen.
Nun, im Norden wird die Grenze angegeben in Vers 15: auf der Nordseite vom grossen Meer an, das ist das Mittelmeer, und dann läuft die Grenze hinüber nach Hamat, Zedad und Hazar-Enon. Das ist das Gebiet ein bisschen nördlich von Damaskus. Nun, da ist man vielleicht ein bisschen schockiert, oder? Also das sind ja grosse Teile von Libanon, denn die Grenze vom Meer her wäre dadurch deutlich viele Kilometer nördlich, einige Kilometer nördlich von Sidon oder Tyrus. Sidon, noch nördlicher geht die Grenze durch den Libanon hindurch, dann über Damaskus hinaus, also grosse Gebiete des heutigen Syriens. Das wäre die Nordseite, bis Vers 17 beschrieben.
Dann kommt in Vers 18 die Ostseite, also über dieses Gebiet, über Damaskus hinaus, kommt dann die Grenze runter zum Jordan. Was sage ich? Zum Jordan, zum Jordan, zum Jordan. Also es gibt so einen grossen Kopf, und dann verengt sich die Grenze wieder und verläuft dann in den Jordan hinein, geht so runter. Dann haben wir die Südseite, Vers 19. Ja, ich höre es, sag das doch nur! Kadesch, ja, das ist in der Negev-Wüste. Und dann wird ausdrücklich erwähnt: „nach dem Bach Ägyptens hin“. Jetzt haben wir ihn. Das ist nun nicht der Nil eben, sondern das war die El-Arish. Und nach hier, Vers 20, ist ganz klar: Die Westseite ist das Mittelmeer, das grosse Meer. Das ist also die Grenze, wie sie da in Hesekiel vorgestellt wird.
Was fällt uns auf im Vergleich zu 1. Mose 15? Ja, wie bringen wir das zusammen? Gott beruft sich ja hier auf seine Verheissung an die Väter und gibt bestimmt die Grenzen nun so. Hat jemand eine Erklärung dafür? Es gibt doch noch die Stelle, dass die zwei anderen Länder, Ägypten und Assyrien, der dritte im Bunde sein sollen mit Israel, miteinander zusammen. Nein, aber wir müssen uns im Klaren sein: Hier werden die Grenzen beschrieben, wann genau? Zu welcher Zeit? Am Anfang des Tausendjährigen Reiches, oder? Und da wird Israel ja massiv dezimiert sein. Zwei Drittel der Bevölkerung im Land wird ja umkommen in der grossen Trübsal. Nur ein Drittel wird im Land überleben. Klar, es gibt ja noch weitere Einwanderungswellen nach der Wiederkunft Christi, das haben wir in Hesekiel 39 am Schluss gefunden, bis alle aus der Zerstreuung dann noch zurückkommen werden. Aber nachher werden sie sich wieder vermehren im Tausendjährigen Reich. Und dazu lesen wir aus Jesaja 49,16 und folgende. Lesen wir mal. Wer liest, bitte?
Siehe, in meine beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet, deine Mauern sind ständig vor mir. Deine Erbauer, alle, und deine Verwüster ziehen aus dir fort. Erhebe links um deine Augen und sieh, sie alle versammeln sich, kommen zu dir. So wahr ich lebe, spricht der Herr, ja, du wirst sie alle wie ein Schmuckstück anlegen und dich mit ihnen gürten wie eine Braut. Denn deine Zuhörstätten, deine verödeten Orte und dein zerstörtes Land, ja, nun wird es dir zu eng werden vor Enge an deinen Bewohnern, und die dich verschlangen, werden fernbleiben. Die Kinder deiner Kinderlosigkeit werden noch vor deinen Ohren sagen: Der Raum ist mir zu eng, mach Platz, dass ich wohnen kann. Ach, wirst du in deinem Herzen sagen, wer hat mir diese geboren? Ich war doch der Kinder beraubt und unfruchtbar in der Verbannung und Abtrünnung. Und diese, wer hat sie grossgezogen? Siehe, ich war ja allein übrig geblieben, diese also, wo waren sie? So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich werde meine Hand in den Nationen hin erheben und zu den Völkern hin mein Feldzeichen aufrichten, und sie werden meine Söhne auf den Armen bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden. Und Könige werden deine Wächter sein und ihre Fürstinnen deine Ammen. Sie werden sich vor dir niederwerfen und mit dem Gesicht zur Erde und den Staub deiner Füsse lecken. Da wirst du erkennen, dass ich der Herr bin. Die auf mich hoffen, werden nicht geschämt werden. Und Vers 20 am Schluss: Da wird man sagen: Der Raum ist mir zu eng, mache mir Platz, dass ich wohnen möge. Und du wirst in deinem Herzen sprechen: Wer hat mir diese geboren?
Also, am Anfang des Tausendjährigen Reiches sind die Grenzen so festgelegt, wie hier bestimmt. Aber Israel wird sich vermehren durch Nachkommenschaft und dadurch, dass auch alle, die übrig geblieben sind, noch zurückgeführt werden. Und dann muss die Grenze eben erweitert werden vom Nil bis zum Euphrat. Da wird Gott die abrahamitische Verheissung dann letztendlich wahrmachen. Das ist schon eindrücklich. Aber Gott gibt seinem Volk nicht mehr als das, was es braucht. Er gibt zunächst einmal das, was sie brauchen, und dann, wenn es zu eng wird, wird da noch mehr dazugegeben.
Nun haben wir aber etwas ganz Wichtiges gelesen: Was geschieht mit denen, die nicht zu Israel gehören, aber im Land Israel geboren worden sind, geboren waren in dieser Gegend? Was sagt der Text? Also wir sehen, die sind nicht einfach übergangen, sondern die bekommen sogar einen ganz speziellen Sonderstatus. Lesen Sie mal noch einmal vor, das ist so wichtig, das muss man auch in Diskussionen bereithaben, solche Stellen.
Und es soll geschehen, ihr sollt es als Erbteil verlosen unter euch und den Fremden, die sich in eurer Mitte aufhalten, die in eurer Mitte Söhne gezeugt haben, und sie sollen euch gelten wie Einheimische unter den Söhnen Israel. Mit euch sollen sie das Erbteil durch das Los erhalten mitten unter den Stämmen Israels. Und es soll geschehen: In dem Stamm, bei dem der Fremde sich aufhält, dort sollt ihr ihm sein Erbteil geben, spricht der Herr, Herr.
Also, die werden nicht irgendwie übergangen, sondern bekommen sogar einen Sonderstatus. Sie werden wie Einheimische betrachtet. Ja, dann gehen wir weiter zu Kapitel 48. Wer liest? Peter, willst du mal? Ich fange mal an.
Und dies sind die Namen der Stämme vom Nordende an, zur Seite des Weges nach Hetlon gegen Hamat hin und nach Hazar-Enon hin, der Grenze von Damaskus nordwärts, zur Seite von Hamat. Die Ost- und Westseite soll Dan gehören, ein Los. Und an der Grenze Dans von der Ostseite bis zur Westseite Aser eines. Und an der Grenze Asers von der Ostseite bis zur Westseite Naftali eines.
Warte mal schnell, damit wir gleich daraus kommen, worum es überhaupt geht. Das Land wird jetzt nach den zwölf Stämmen aufgeteilt. Wir beginnen also ganz oben, und zwar so mit dieser Grenze, wie ich es erklärt habe, vom Mittelmeer, das ist deutlich nördlich von Sidon, rüber bis über Damaskus hinaus. Da bekommt also ein Streifen, gerade darüber von West nach Osten, bekommt der Stamm Dan. Und jetzt kommen wir also von oben streifenweise runter. Wir haben bereits gelesen Aser, und an der Grenze Naftalis von der Ostseite bis zur Westseite Manasse eines. Und an der Grenze Manasses von der Ostseite bis zur Westseite Ephraim eines. Und an der Grenze Ephraims von der Ostseite bis zur Westseite Ruben eines. Und an der Grenze Rubens von der Ostseite bis zur Westseite Juda eines.
Jawohl, warten wir mal schnell. Jetzt haben wir also Dan und Aser noch in libanesischem, syrischem Gebiet oben, und dann Naftali ist bereits im heutigen Galiläa. Manasse war auf der Höhe des Sees Genezareth, und südlich davon Ephraim, Ruben, Juda. Und jetzt kommen wir etwa auf die Höhe von Jerusalem.
Von der Grenze Judas von der Ostseite bis zur Westseite soll das Hebopfer sein, welches ihr heben sollt, 25 Ruten Breite und die Länge wie eines der Stammesteile von der Ostseite bis zur Westseite, und das Heiligtum soll in dessen Mitte sein. Das Hebopfer, welches ihr für den Herrn heben sollt, soll fünfundzwanzigtausend Ruten in der Länge und zehntausend in der Breite sein, und diesem soll das heilige Hebopfer gehören, den Priestern, gegen Norden fünfundzwanzigtausend Ruten in der Länge und gegen Westen zehntausend in die Breite und gegen Osten zehntausend in die Breite und gegen Süden fünfundzwanzigtausend in die Länge. Und das Heiligtum des Herrn soll in dessen Mitte sein, den Priestern, die geheiligt sind von den Söhnen Zadoks, die meiner warteten, welche, als die Kinder Israel abirrten, nicht abgeirrt sind, wie die Leviten abgeirrt sind. Ihnen soll ein gehobenes von dem Hebopfer des Landes gehören, ein hochheiliges an der Grenze der Leviten.
Also jetzt südlich vom Stamm Juda kommt dieses Gebiet, das als Hebopfer bezeichnet wird. Das gehört in Verbindung mit dem Tempel. Es heisst Hebopfer, wenn man im Alten Testament schon bei der Stiftshütte Gott etwas geben wollte, Material für die Stiftshütte, Gold, Silber usw., so hat man das nach oben gehoben, quasi symbolisch, um es Gott zu schenken. Also Hebopfer heisst etwas, was man Gott schenkt. An diesem sogenannten Hebopfergebiet soll keinem der Stämme etwas gehören, ausser dem Priesterstamm. Das wird gewissermassen von allen anderen israelitischen Stämmen Gott zur Verfügung gestellt, keiner erhebt Anspruch darauf, darum wird das Hebopfer genannt.
Da haben wir nun einen Streifen von 25 Ruten Länge auf 10 Ruten Breite. Umgerechnet ist das, weiss das jemand noch? Das hat jemand in die Bibel mal reingeschrieben, sechs, ähm, Minuten Minuten oder wie war das jetzt? Ja, richtig, das haben wir. Wir hatten Kapitel 40, wie das erklärt wurde. Weiss gerade jemand das Mass? Fünfundsiebzig Kilometer lang und also noch ein bisschen genauer, das wären achtundsiebzig Komma siebenfünf Kilometer. Das entspricht den 25.000 Ruten, also rund 80 Kilometer, und 10.000 ist 31,5, also rund 30. Sagen wir also einen Streifen von 80 Kilometer auf 30. Und das wird genannt in Vers 10 das heilige Hebopfer. Und wem soll es gehören? Ja, den Priestern, also den Nachkommen Zadoks. Und zwar in diesem Bereich soll was stehen? Wo steht das? Jawohl, liest gerade?
Das bedeutet also, wir können diesen Streifen genau lokalisieren, so dass da drin Jerusalem zu liegen kommt. Denn wichtig: Obwohl ja am Ende der Drangsalzeit durch schreckliche geologische Katastrophen das Land, die Oberflächenstruktur des Landes, sich verändern wird, so wird doch erklärt in Sacharja 14, schlagen wir das kurz auf, dass Jerusalem am gleichen Ort bleiben wird, trotz dieser Veränderungen. 14,8 und 14,10 meine ich. Liest jemand?
Und das ganze Land wird sich umwandeln von Geba bis Rimon, südlich von Jerusalem, und Jerusalem wird erhaben sein und an seiner Stätte wohnen, von dem Tor Benjamin bis zur Stelle des ersten Tores und bis zum Ecktor und von dem Turm Hananel bis zu den Keltern des Königs. Man wird darin wohnen, und kein Bann wird mehr sein, und Jerusalem wird in Sicherheit wohnen.
Also Jerusalem wird zwar aufgefaltet werden, so dass es hier heisst, Jerusalem wird erhaben sein, aber an seiner Stätte wohnen. Das bedeutet: Jerusalem wird am gleichen Ort bleiben, wie es heute ist. Und dann werden sogar ganz bestimmte Punkte in Jerusalem erwähnt, das Tor Benjamin, dann zum Beispiel das Ecktor, der Turm Hananel. Hananel kann sogar auf dem Tempelplatz bestimmt werden, das war ein Turm auf der Nordseite des geheiligten 500 Ellen Quadrates des salomonischen Tempelplatzes. Das kann man heute ganz genau lokalisieren auf dem Tempelplatz. So konkret wird das hier erklärt, bleibt alles in dem Sinn erhalten. Also das hilft uns, um eben den neuen Landesplan da konkret zu entwerfen oder nachzuvollziehen. Lies mal weiter, Peter!
Die Leviten sollen gleichlaufend dem Gebiete der Priester fünfundzwanzigtausend Ruten in der Länge und zehntausend in der Breite erhalten. Die ganze Länge soll fünfundzwanzigtausend und die Breite zehntausend sein, und sie sollen nichts davon verkaufen noch vertauschen, und der Erstling des Landes soll nicht an andere übergeben, denn er ist dem Herrn heilig.
Jetzt kommt also ein genau gleicher Streifen, ganz südlich angeschlossen an das Priestergebiet, wieder 80 Kilometer Länge und 30 Kilometer Breite: das Gebiet für die Leviten. Wer sind die Leviten? Das sind die Tempeldiener, die nicht den eigentlichen Priesterdienst ausüben, aber Dienste, die den Priesterdienst unterstützen. Wie die Priester stammen sie aus dem Stamm Levi.
Nun weiter, Vers 15: Und die fünftausend Ruten, die in der Breite übrig sind, längs der fünfundzwanzigtausend, soll gemeines Land sein für die Stadt, zur Wohnung und zum Freiplatz. Und die Stadt soll in der Mitte desselben sein, und dies soll ihre Masse sein: die Nordseite viertausendfünfhundert Ruten und die Südseite viertausendfünfhundert, und an der Ostseite viertausendfünfhundert und die Westseite viertausendfünfhundert. Und der Freiplatz der Stadt soll sein gegen Norden zweihundertfünfzig Ruten und gegen Süden zweihundertfünfzig und gegen Osten zweihundertfünfzig und gegen Westen zweihundertfünfzig. Und das Übrige in der Länge, gleichlaufend dem heiligen Hebopfer, zehntausend Ruten gegen Osten und zehntausend gegen Westen, es ist gleichlaufend dem heiligen Hebopfer, dessen Ertrag soll den Arbeitern der Stadt zur Nahrung dienen. Und die Arbeiter der Stadt sollen es bebauen aus allen Stämmen Israels. Das Hebopfer soll fünfundzwanzigtausend mal fünfundzwanzigtausend sein. Den vierten Teil des heiligen Hebopfers sollt ihr heben zum Eigentum der Stadt, und das Übrige soll dem Fürsten gehören, auf dieser und auf jener Seite des heiligen Hebopfers und des Eigentums der Stadt längs der fünfundzwanzigtausend Ruten des Hebopfers bis zur Ostgrenze und gegen Westen längs der fünfundzwanzigtausend nach der Westgrenze hin, gleichlaufend den Stammteilen, soll dem Fürsten gehören. Und das heilige Hebopfer und das Heiligtum des Hauses soll in dessen Mitte sein.
„Von dem Eigentum der Leviten und von dem Eigentum der Stadt ab, welche in der Mitte dessen liegen, was dem Fürsten gehört, was zwischen der Grenze Judas und der Grenze Benjamins ist, soll dem Fürsten gehören.“
Mal bisher hin. Bei mir steht immer bloss Ellen in der revidierten Elberfelder. Ja, bei anderen auch. Ja, da könnt ihr jedes Mal Ruten einsetzen. Und zwar warum? Im Grundtext steht gar nichts. Im Grundtext steht nur Vers 15 und die 5000, die in der Breite sind, also nicht Ruten, steht einfach nur die Zahl. Oder auch schon Vers 10: gegen Norden 25.000. Aber wie kommt die alte Elberfelder dazu, kursiv einzusetzen: Ruten? Wenn die alte Elberfelder Kursivdruck hat, bedeutet das: Im Grundtext steht es nicht, der Übersetzer hat es des Verständnisses halber eingesetzt.
Ja, jetzt schauen wir mal in Kapitel 45, da hatten wir ja schon etwas von diesem Hebopfer, von diesem Gebiet, gehört. Wer liest Verse 1 bis 3?
Und wenn ihr das Land als Erbteil verlosen werdet, sollt ihr für den Herrn ein Hebopfer heben, als Heiliges vom Lande, die Länge fünfundzwanzigtausend und die Breite zwanzigtausend, dasselbe soll heilig sein in seiner ganzen Grenze ringsum. Davon sollen zum Heiligtum gehören fünfhundert bei fünfhundert ins Geviert ringsum, und fünfzig Ellen Freiplatz dazu. Und von jenem Masse sollst du eine Länge messen von fünfundzwanzigtausend und eine Breite von zehntausend, und darin soll das Heiligtum, das Allerheiligste, sein.
Ja, also da haben wir auch schon dieses Mass von den fünfundzwanzigtausend. Da steht eben nicht Rute und steht nicht Ellen. Aber wenn die Ellen gemeint ist, in Vers 2, 50 Ellen Freiplatz dazu ringsum, dann wird die Elle genannt. Wir haben also in diesem Text, Hesekiel 40 bis 48, zwei Masse, die erwähnt werden, zwei Masseinheiten: Rute und Elle. Und im Text, wenn die Elle gemeint ist, dann wird sie ausdrücklich genannt, und die Rute wird gar nicht genannt. Die Rute steht immer nur, äh, Elle. Immer nur Elle? Ah ja, also da hat er den Unterschied gemacht: Da, wo bei der Zahl nichts steht, ist dann einfach die Rute gemeint, und wenn es die Elle ist, wird sie ausdrücklich im Text genannt. Und das gibt das Argument eben für diesen Gebrauch auch hier im Kapitel 48: Wenn nichts steht, die Rute einzusetzen. Und das ist eigentlich auch ganz gut verständlich, denn wären es Ellen, wäre das sechsmal kürzer. Das Ganze wäre ja furchtbar klein.
Aber es gibt hier eben effektiv ein Gebiet von 80 mal 80 Kilometer, eingeteilt in drei Streifen: der oberste, wie gesagt, der Bereich für die Priester; dann der zweite Streifen für die Leviten; der dritte Streifen enthält eine Stadt. Mit welchem Umfang? Viertausendfünfhundert. Ja, viertausendfünfhundert. Und eben auch da muss man einsetzen: Ruten. Das heisst also 14,1 Kilometer. Wir lesen dann noch weiter, sie wird noch genauer beschrieben. Es ist also eine ummauerte Stadt von 14 x 14 Kilometern, und die befindet sich im Mittelteil dieses untersten Streifens. Darum herum gibt es einen Freiplatz. Wie gross? 250. Das wären also 787 Meter. Da gibt es also einen Bereich rundherum von fast einem Kilometer, fast 800 Metern. Da darf nichts hineingebaut werden. Damit eben die Umauerung der Stadt richtig repräsentativ wirkt, darf man bis in diesen Bereich nicht hineinbauen. Das heisst, in dem weiteren Bereich dieses Streifens darf man Häuser bauen, aber nicht so in der Nähe dieser ummauerten Stadt.
Steht dann da nicht im Urtext, dass das Weideland sein soll? Wo? Bei Ihnen zum Beispiel. Bei mir steht nämlich Weideland. Das sollen die 250 Ellen, Klammer oder Ruten, Weideland sein. Aber das schliesst ja nicht aus, dass man auch hineinbaut. Das ist so, und es wird auch erklärt, dass eben dieses Gebiet Ertrag liefern soll für die Stadt, Vers 18, oder? Und es wäre ja dann eigentlich auch Weide, weil die ja Vieh haben, oder? Und da brauchen sie ja den Ertrag. Sie haben welchen Vers gelesen mit dem Weideland?
Nein, 17: und der Freiplatz der Stadt, also ist nicht Weideland, nein, eben Freiplatz. Eben ein Bereich, wo man nicht hineinbauen soll. Ich meine, das ist natürlich schon irreführend, wenn da nichts hineingebaut werden soll, dann könnte man denken, wie Sie vorhin sagten, damit die Stadt ein schönes Umfeld hat. Und wenn es Weideland ist, könnte man denken, die brauchen das dringend für ihr Vieh, das muss man beweiden können. Ja, ja, ganz genau, ganz genau. Aber das haben wir ja schon mal gehabt, einen Freiplatz wo? Man muss sich noch erinnern: Um den Tempel herum gab es eben auch eine solche Zone. Auch dort haben wir gesehen, damit es repräsentativ bleibt, darf man ja nicht zu nah an die Tempelmauern bauen. Wir sehen, wie das alles auf Ästhetik hin angelegt ist. Und überhaupt, die ganze Ordnung ist ja so beeindruckend: Der Tempel selber, wie alle Vorhöfe genau quadratisch angeordnet waren, so dass dann der Altar völlig zentral in der Diagonale drin lag. Und jetzt auch die ganze Landverteilung völlig symmetrisch, werden die Stämme in Streifen über das Land hin verteilt. Also alles geht um Schönheit, Ästhetik und künstlerische Perfektion.
Also nun muss man Weideland klar streichen. Ja, also ich würde auch Freiplatz einsetzen. Es ist ja eine künstlerische Perfektion, wenn man da Kühe um den Tempel umweidet. Ja, ganz genau. Und auch um den Tempel beziehungsweise um diese Stadt hier. Ganz genau. Und es wird erklärt: Aber das verbleibende Land auf beiden Seiten dieses dritten Streifens, das soll eben bewirtschaftet werden. Vers 18 am Schluss: dessen Ertrag soll den Arbeitern der Stadt zur Nahrung dienen. Also nicht der Freiplatz, sondern der Rest von diesem, ganz genau der Rest von diesem, ganz genau.
Ja, jetzt sehen wir: Die Stadt Jerusalem wird also zu einer ganz gewaltigen Metropole, 80 mal 80 Kilometer, und damit umfasst sie eigentlich das Gebiet bis runter nach Beerscheba. Das wird alles dann als Jerusalem gerechnet. Jetzt sehen wir plötzlich, dadurch kommt auch Bethlehem in Grossjerusalem hinein. Und da kann man sagen: Vielleicht hat man schon die Frage gehabt, warum sollte der Messias eigentlich nicht in Jerusalem, in der Königsstadt, geboren werden, sondern in der Stadt Davids, da wo David lebte, bevor er König war? Nun, im Plan Gottes sollte dann Bethlehem effektiv nichts anderes sein als Stadtgebiet von Gross-Jerusalem. Übrigens fällt dadurch auch Hebron mit in das Gross-Jerusalem hinein. Also da steckt schon einiger politischer Zündstoff drin heute.
Gut, lesen wir weiter. Nein, wir haben noch etwas nicht erklärt: Das Gebiet des Fürsten, wie ist das zu verstehen? Da wird doch irgendwie von einem Gebiet des Fürsten noch gesprochen, Verse 21 und 22. Der Fürst, das haben wir früher deutlich gesehen, das ist ein Priester mit hoher priesterlicher Funktion im dritten Tempel. Aber der bekommt da irgendwie Grundbesitz. Wo gehört dieser Grundbesitz hin?
Auf beiden Seiten der Stadt irgendwie.
Ja, genau. Wenn man jetzt das Quadrat nimmt, kann man ja zu Hause auf dem Computer ausprobieren, nimmt also eine Israelkarte und dazu zieht man dann mit der Maus so ein Quadrat hinein zwischen Mittelmeer und Totem Meer. Und dann gibt es noch übrigbleibendes Gebiet, das nicht ins Quadrat fällt, auf der Seite des Toten Meers und des Jordans und auf der Seite des Mittelmeers. Und dieses übrigbleibende Land, das quasi nicht in das Quadrat hineinpasst, das erhält der Hohepriester des Dritten Tempels als Grundbesitz.
Ja, dann lesen wir weiter, Vers 23: Und die übrigen Stämme von der Ostseite bis zur Westseite: Benjamin ein Los, und an der Grenze Benjamins von der Ostseite bis zur Westseite Simeon eines, und an der Grenze Simeons von der Ostseite bis zur Westseite Issaschar eines. Und an der Grenze Issaschars von der Ostseite bis zur Westseite Sebulon eines, und an der Grenze Sebulons von der Ostseite bis zur Westseite Gad eines. Und an der Grenze Gads nach der Mittagseite hin südwärts, da soll die Grenze sein von Tamar nach dem Wasser Meribat-Kadesch, nach dem Bach Ägyptens hin bis an das grosse Meer. Das ist das Land, welches ihr den Stämmen Israels als Erbteil verlosen sollt. Und das sind ihre Teile, spricht der Herr, der Herr.
Und dies sollen die Ausgänge der Stadt sein: von der Nordseite an viertausendfünfhundert Ruten Mass, und die Tore der Stadt nach den Namen der Stämme Israels drei Tore gegen Norden, das Tor Rubens eines, das Tor Judas eines, das Tor Levis eines; und nach der Ostseite hin viertausendfünfhundert Ruten und drei Tore, das Tor Josephs eines, das Tor Benjamins eines, das Tor Dans eines; und an der Südseite viertausendfünfhundert Ruten und drei Tore, das Tor Simeons eines, das Tor Issaschars eines und das Tor Sebulons eines; an der Westseite 4500 Ruten, ihre Tore drei, das Tor Gads eines, das Tor Asers eines und das Tor Naftalis eines; ringsum 18.000 Ruten, und der Name der Stadt soll von nun an heissen: Der Herr daselbst.
Stammesgebiete südlich dieses Hebopfers von 80 mal 80 Kilometern. Wie viele Stämme sind es da? Zwölf. Wie? Zwölf, sechs. Nein, jetzt hier im Süden von dem heiligen Quadrat. Ja, fünf, oder? Also ihr habt gesagt zwölf, oder? Fünf, richtig, ja. In den Versen 1 bis 7, da hatten wir wie viele Stämme nördlich davon? Sieben. Ja, so haben wir die zwölf Stämme. Also Levi wird hier nicht als Stamm gerechnet. Es wird ja unterschiedlich gezählt. Manchmal die zwölf Stämme, je nach Stelle. Wie kommen wir aber trotzdem auf zwölf Stämme plus noch der Priesterstamm? Zwei Söhne Josephs, warum werden die gesondert gerechnet? Weil die das Erstgeburtsrecht hatten. Ja, und was ist Erstgeburtsrecht? Doppeltes Erbteil. Ja, das Gesetz Mose erklärte ja schon: Der erstgeborene Sohn soll jeweils beim Erbteilen das doppelte Teil bekommen. Und eigentlich wäre ja welcher Stamm, also welcher Sohn Jakobs, wirklich wörtlich der Erstgeborene? Ruben. Und warum hat er das Erstgeburtsrecht verloren? Weil er sein Vaterbett geschändet hat. Ja, also wegen Inzest und Ehebruch, schändlichster Art, wurde er davon auf die Seite gestellt, und Joseph hat diesen Platz des Erstgeburtsrechts bekommen.
Eigentlich wurde das Erstgeburtsrecht auf verschiedene Stämme aufgeteilt, denn zur Position des Erstgeborenen gehörte auch der Priesterdienst und die Herrschaft über die Brüder. Die Herrschaft über die Brüder hat welcher Stamm bekommen? Juda. Dann kam die davidische Königsdynastie aus dem Stamm Juda und der Messias dann auch. Und wer hat das Priestertum bekommen? Eben Levi. Aber das materielle doppelte Anteil, das hat Gott Joseph gegeben. Und darum wurden die beiden Söhne Josephs, Manasse und Ephraim, jeweils als gesonderte Stämme gerechnet. Und das wird hier ausdrücklich gesagt, in Kapitel 47,13 am Schluss: Für Josef zwei Lose. Also bis ans Ende der Zeit soll dieses Erstgeburtsrecht immer noch Gültigkeit haben.
Ja, jetzt ist es vier Uhr, machen wir zwanzig Minuten Pause.
Also wir fahren weiter. Wir waren also bei dem Hebopfer von 80 mal 80 Kilometern, und zwar beim dritten Streifen unten, in dem eine ummauerte Stadt zu finden ist. Jetzt lesen wir noch weiter die letzten Verse von Hesekiel 48. Bruno, liest du 30 bis 35?
Und dies sind die Ausgänge der Stadt: von der Nordseite an 4,5 Mass und die Tore der Stadt nach den Namen der Stämme Israels drei Tore gegen Norden, das Tor Ruben eines, das Tor Judas eines, das Tor Levis eines; und nach der Ostseite hin 4,5 Druten und drei Tore, das Tor Josephs eines, das Tor Benjamins eines, das Tor Dans eines; und an der Südseite 4,5 Druten Mass und drei Tore, das Tor Simeons eines, das Tor Issaschars eines, das Tor Sebulons eines; an der Westseite 4500 Ruten, ihre Tore drei, das Tor Gads eines, das Tor Asers eines, das Tor Naftalis eines. Ringsum 18 Ruten und der Name der Stadt soll von nun an heissen: Jehova daselbst.
Also diese Umauerung der Stadt hat zwölf Tore. Das erinnert uns natürlich gerade an den Plan des neuen Jerusalems in der Offenbarung, wo ja das auch wieder so vorkommt: in alle Himmelsrichtungen Tore, entsprechend den Namen der zwölf Stämme Israels. Jetzt müssen wir uns fragen: Was hat das zu bedeuten? Bruno hat mir in der Pause eine Frage gestellt, die von die alle interessieren wird, nämlich ... Also zwei Fragen eigentlich. Die erste ist: Warum hat Jerusalem Tore, respektive eine Mauer? In Sacharja 2 heisst es ja, dass Jerusalem als eine Stadt ohne Mauern gebaut werden wird.
Ja, lesen wir das, Sacharja 2,4 und 5. Wobei, je nach Bibelübersetzung ist die Verszählung anders. Der Text ist das Gleiche, also ihr müsst ein bisschen verschoben suchen. Lies mal vor, Bruno.
Also Vers 4: Und er sprach zu ihm: Laufe, rede zu diesem Jüngling und sprich: Als offene Stadt wird Jerusalem bewohnt werden wegen der Menge Menschen und Vieh in seiner Mitte. Und ich, spricht Jehova, werde ihm eine feurige Mauer sein ringsum und werde zur Herrlichkeit sein in seiner Mitte.
Ja, und nur eben die Frage: Ja, hat jetzt Jerusalem eine Mauer oder nicht? Ja, also aufgrund von dem würde ich sagen: Nein. Und aufgrund von Hesekiel 48? Mindestens Tore. Was sagen die anderen dazu? Aufgrund der Mauer rücken die Tore nicht. Ja, richtig. Hätte keinen Sinn. Aber es ist ja so in der Offenbarung des Johannes, wenn Gott dann alles neu machen wird, dann hat das Jerusalem auch eine Mauer. Das Jerusalem, das von Gott dann verbaut. Ja, aber was ist das eigentlich, das neue Jerusalem in der Offenbarung? Das vom Himmel kommt. Was ist das? Gemeinde. Ja, das ist nur eine symbolische Beschreibung der Gemeinde. Von dem neuen Jerusalem wird gesagt, das sei die Braut des Lammes, und die Gemeinde ist ja die Braut des Lammes, also das ist eine symbolische Beschreibung.
Aber wir finden hier Parallelen zu Jerusalem im Land Israel, weil Jerusalem im Land Israel eigentlich eine Vorschattung der Gemeinde ist, die dann eben neues Jerusalem genannt wird in der Offenbarung. Genauso übrigens wie Babylon im Alten Testament eine Vorausschattung ist in der Offenbarung von der falschen Kirche Babylon, die grosse, das ist die falsche Kirche, die Gegenkirche in Rom. Ich habe ja bei dem Vortrag über den Irak an der letzten Bibelklasse nichts gesagt über Offenbarung 17 und 18, das kam gar nicht darin vor. Aus dem einfachen Grund, weil das nichts zu tun hat mit Babylon im Irak, sondern es ist symbolisch übertragen, typologisch gemeint: die falsche Kirche, die auf sieben Hügeln sitzt, heisst es. Septemkoll ist die Siebenhügelstadt, ist Rom, und es heisst auch noch, dass diese Babylon sei die Stadt, die das Königtum hat über die Könige der Erde. Zur Zeit von Johannes war das nur eine Stadt, Rom. Also die falsche Kirche in Rom wird in der Offenbarung symbolisch Babylon genannt, im Gegensatz eben zur wahren Kirche, bestehend aus allen Erlösten der Gnadenzeit, das ist das neue Jerusalem.
Aber hier in Hesekiel haben wir es ja wörtlich mit Jerusalem im Land Israel zu tun, im Tausendjährigen Reich. Aber nun haben wir das Problem mit den Mauern oder keine Mauer. Die zweite Frage war dann, was noch?
Ja, wenn man die Beschreibung in Hesekiel 48 liest, hat man den Eindruck, dass der Tempel ja gar nicht mehr in der Stadt ist und dass sie auf getrennten Gebieten stehen. Das ist eigentlich auch ungewohnt.
Gut, gehen wir zunächst mal das an. Sacharja 14. Da haben wir bereits gelesen: Jerusalem wird an seiner Stätte wohnen. Das heisst, Jerusalem wird also nicht verschoben, ja, das haben wir gelesen, Sacharja 14, Vers 10. Jetzt aber noch etwas aus diesem Kapitel, Vers 8. Liest du gerade?
Da werden lebendige Wasser aus Jerusalem fliessen, zur Hälfte nach dem östlichen Meer und zur Hälfte nach dem hinteren Meer, im Sommer und im Winter wird es geschehen.
Ja, also da haben wir eine Parallele zu Hesekiel 47 mit der Quelle und dem Fluss aus dem Tempelberg. Und hier wird nur nicht gesagt: aus dem Tempel, sondern es wird einfach gesagt, allgemeiner: lebendige Wasser aus Jerusalem fliessen. Das macht also deutlich: Der Tempelberg ist in Jerusalem. Und wo ist der Tempelberg, in welchem Bereich des Quadrates? Wie? Im fünfhundertellen Quadrat. Ja, das sind die innersten Vorhöfe. Aber wo in diesem Quadrat von 80 mal 80 Kilometer? Beim Hebopfer? Im obersten Streifen, oder? Da haben wir ja gelesen, dort drin wird das Heiligtum sein. Also die heutige Stadt Jerusalem, der Berg Zion, befindet sich im obersten Streifen drin, dem Streifen für die Priester. Ist also nicht identisch mit dieser ummauerten Stadt da im Süden des 80-Kilometer-Quadrates.
Ja, aber haben wir in Hesekiel jemals den Namen Jerusalem gefunden? Nein, aber Jehova daselbst. Ja, also diese ummauerte Stadt, diese ummauerte Stadt wird genannt im letzten Vers: Der Herr daselbst. Nun, Jerusalem bleibt am gleichen Ort, dort ist der Tempelberg. Aber nun haben wir eigentlich in diesem riesigen 80-Kilometer-Quadrat ... müssen wir das verstehen als Gross-Jerusalem, genauso wie Jerusalem im Laufe der Zeit immer weiter gewachsen ist. Aber es wird also noch grösser sein als Quadrat so, und damit ist eben diese ummauerte Stadt nur ein Stadtteil von Jerusalem, der da im Süden unten so ummauert ist. Also die Stadt selber ist ohne Mauer. Das 80 mal 80 Kilometer Quadrat ist genau so wie in Sacharja 2 eben eine offene Stadt mit einem ummauerten Stadtteil, natürlich. Genau so wie auch der Tempel ist auch ummauert, aber deswegen kann man nicht sagen, Jerusalem sei ummauert. So schliessen sich diese beiden Stellen gar nicht gegenseitig aus. Und eben dieser Stadtteil von Jerusalem hat dann den Namen: Der Herr daselbst.
Es wird uns aber nicht gesagt, welche Funktion denn dieser Stadtteil einnehmen soll. Aber etwas fällt uns auf: Mit wem hängt dieser Stadtteil zusammen, ganz direkt? Und zwar mit den zwölf Stämmen. Das heisst also, irgendwie hängt das mit den zwölf Stämmen zusammen, die aber sonst ihr Erbteil viel nördlicher oder viel südlicher haben. Nun, das gibt einen Hinweis: Das wird der Stadtteil sein, wo die Israeliten wohnen können, wenn sie Tempelbesuch machen. Und das macht uns deutlich: Diese ummauerte Stadt gehört zu diesem Hebopfer, das Gebiet des Tempels, und es hängt zusammen mit den zwölf Stämmen. Das sind alle Tore nach ihrem Namen, und auch die Arbeiter dieser Stadt, Vers 19, von denen wird gesagt: Und die Arbeiter der Stadt, die sollen es bebauen, aus allen Stämmen Israels. Also alle Stämme Israels müssen ein Kontingent von Arbeitern abgeben für den südlichen Teil des Hebopfers.
Nun, die Funktion dieser Stadt ist zu erraten: Hier können die Leute übernachten, die eben auf Tempelbesuch sind. Die müssen ja auch irgendwo unterkommen, und das ist dann so organisiert. Früher, im Alten Testament, war das so: Die mussten irgendwie eine Herberge finden in Jerusalem. Und der Talmud sagt, das ist eines dieser Wunder, dass es immer genügend Raum gegeben hat für alle Tempelbesucher, obwohl die ja in dermassen grossen Scharen gekommen sind, gerade zur Zeit der Evangelien. Es gab so viele Juden damals, aber es hatte immer Platz für alle. Aber wir sehen: Im dritten Tempel, im Tausendjährigen Reich, wird das alles noch viel mehr durchorganisiert sein, so dass es einen speziellen, ummauerten Stadtbezirk von 14 mal 14 Kilometer gibt für die Tempelbesucher.
Was noch komisch ist in Vers 33: Der Schluss heisst doch, der Name der Stadt soll von nun an heissen ... Es klingt so, wie wenn die Stadt schon existieren würde. Und es ist ja so, wenn man dieses riesige Quadrat einzeichnet auf das Land, dann ist dieses Gebiet da unten nicht einfach Gebiet, das schlicht völlig unbesiedelt war. Aber diesen Namen hatte dieses Gebiet noch nie zuvor, und jetzt soll es eben diesen Namen bekommen: Der Herr daselbst. Also, wir haben ja gesehen in Kapitel 43, wie die Schechina zurückkehren wird, Gott wird wieder in Jerusalem wohnen, und wir haben doch auch gesehen, wie das Osttor dann geschlossen wird. Welche Bedeutung soll das haben, darf man sich noch erinnern?
Dass es da nie wieder geht.
Genau. Und das wird hier nochmals durch diesen Namen für den Stadtteil unterstrichen: Der Herr ist da, er geht nie mehr weg. Das, was wir heute schon als Gemeinde, als Sicherheit wissen dürfen: Matthäus 28,20: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. Der Herr verlässt die Gemeinde, die weltweite Gemeinde, nie. Und das wird Israel eben mit diesem Namen immer wieder in Erinnerung haben: Nie mehr wird der Herr Israel noch einmal verlassen, wie das in der Vergangenheit eben geschehen ist.
Diese Ordnung der Stämme Israels hat noch tiefere Bedeutungen. Zum Beispiel fällt hier auf: Nördlich von dem Hebopfer ist welcher Stamm? Juda. Und südlich Benjamin, ausgerechnet diese zwei. Im Alten Testament war ja die Verteilung der Stämme anders, nach Josua 13 und folgende. Und zwar war die Grenze dort so bestimmt, dass der Tempelberg ein Grenzgebiet war zwischen den Stämmen Benjamin und Juda. Die Grenze verlief sogar durch den Altar, gerade vor dem Tempelhaus. Also die zwei Stämme mussten sich die Hauptstadt Jerusalem teilen. Das hat Gott so eingerichtet, damit sich kein Stamm über die anderen erheben könnte und sagen würde: Die Hauptstadt gehört mir. Also darum musste das eine Teilung sein.
Aber hier wird die Ordnung völlig neu aufgenommen. Die Stadt Jerusalem gehört gewissermassen nur noch ins Priestergebiet hinein, aber die früheren beiden Stämme, die so eng verbunden waren mit dem Tempel, Juda und Benjamin, sind trotzdem die, die direkt an dieses Quadrat angrenzen. Und dann hat man vielleicht auch noch als Überraschung die Stämme, die früher nicht ins Land hineinziehen wollten, sondern die wollten auf der Ostseite bleiben. Welche Stämme waren das?
Ruben, Gad und der halbe Stamm Manasse.
Jawohl, also Ruben auch. Ja, Ruben, Gad, halber Stamm Manasse. Und da haben wir Ruben schön voll im Land integriert diesmal, denn er kommt nämlich gerade nördlich von Juda und südlich von Ephraim voll ins Kernland, kann man sagen, hinein. Und Gad ist im Negev unten, aber auch ganz unten im eigentlichen Kernland drin. Also das hat auch etwas zu sagen, dass die, die früher immer so etwas abseits waren, die werden plötzlich quasi gesichert ins Land hineingeführt. Also die Grenzgänger werden richtig integriert. Und eine göttliche Ordnung im Zusammenhalt der zwölf Stämme kommt da in dieser neuen Landverteilung zum Ausdruck.
Man könnte sagen, das unterstreicht oder illustriert richtig Psalm 133, Vers 1. Können wir das lesen?
Siehe, wie gut und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.
Jawohl. Also die Stämme, die sich dann auch gespalten haben, in ein Nordreich und ein Südreich, alles vollständig vereinigt und nach göttlicher Ordnung wohlgeordnet. Man könnte neutestamentlich noch einen Vers dazunehmen, aus dem Kolosserbrief, Kolosser 2,5. Er liest:
Denn wenn ich auf dem Fleisch nach abwesend bin, so bin ich doch im Geiste bei euch, mich freuend und sehend eure Ordnung und die Festigkeit eures Glaubens an Christus.
Ordnung. Und dann den Epheserbrief:
Da ist ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen worden seid in einer Hoffnung bei eurer Berufung.
Jawohl, also diese Einheit, dieses göttliche, wohlgeordnete Zusammengefügtsein, das wird in dieser Neuordnung des Landes Israel anschaulich zum Ausdruck gebracht.
Und wenn die Ägypter und die Palästinenser, mit denen Gott doch auch noch eine Zukunft hat, da mit im Tausendjährigen Reich sein werden, werden die ihre Wohngebiete behalten, wo die sich damit reinfinden müssen?
Also Ägypten, können wir gerade mal aufschlagen: Jesaja 19, Verse 23 bis 25. Wollen Sie lesen?
An jenem Tag wird es eine Strasse von Ägypten nach Assur geben. Assur wird nach Ägypten und die Ägypter nach Assur kommen. Und die Ägypter werden mit Assur dem Herrn dienen. An jenem Tag wird Israel das dritte sein, mit Ägypten und mit Assur ein Segen inmitten der Erde. Denn der Herr der Heerscharen segnet es und spricht: Gesegnet sei Ägypten, mein Volk, und Assur, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil.
Das ist eigentlich schon die Antwort, gell?
Ja, genau. Und übrigens Assyrien, was ist das Kernland von Assyrien? Babylon. Nein, das heutige Syrien, oder? Nein, Babylon wird in Ewigkeit nicht mehr bewohnt sein. Dann Nordirak, zwischen Euphrat und Tigris, da ist das Kernland, und da haben wir also Assyrien, jedenfalls das Gebiet jenseits des Euphrat, ja? Und zwischen Euphrat und Nil ist das Grossisrael, und dann haben wir Ägypten, so haben wir die drei.
Was ist mit Jordanien und Syrien, diese Länder, die heute bestehen? Also es wurde vielleicht schon angetönt, oder man kann es herleiten, aus anderen Propheten steht es, aber mir ist nicht klar, wie sich das macht dann, wenn der Jesus kommt.
Ewige Verwüstung erleben, und zwar Zephanja 2. Die Landerweiterung Israels setzt daraus voraus, dass diese Länder nicht mehr existieren oder befriedet sind. Also die Aramäer, das sind die Syrer, die haben weiter eine Zukunft, aber grosse Teile von Jordanien werden ewige Verwüstung erleben. Zephanja 2,8, liest du gerade?
Ich habe gehört die Schmähung Moabs und die Lästerungen der Kinder Ammon, womit sie mein Volk geschmäht und grossgetan haben wider dessen Gebiet.
Also ich muss erklären: Ammon ist das Gebiet von Nordjordanien, der Städtename Amman leitet sich übrigens von Ammon her. Moab ist Mitteljordanien, und jetzt wird ihnen hier der Vorwurf gemacht: Ihr habt gegen das Gebiet des Volkes Gottes, gegen Israels Gebiet, grossgetan. Und es ist ja so: 1948 im Unabhängigkeitskrieg, wo Jordanien zusammen mit den Verbündeten Israel auslöschen wollte, da haben sie das Westjordanland, das biblische Kernland Israels, erobert. Die Juden wurden massakriert, abgeschlachtet oder vertrieben. Dadurch wurde das Westjordanland, das jüdisch besiedelt war, judenrein gemacht. Und entgegen der UNO hat dann Jordanien dieses Gebiet annektiert, also nicht nur besetzt, sondern annektiert. Und jetzt heisst es hier, Moab und Ammon hätten gegen das Gebiet Israels gross getan.
Weiter, Vers 9, die Konsequenz: Darum, so wahr ich lebe, spricht Yahweh, der Herrscher, der Gott Israels, zum Moab gewisslich die Sodom und die Kinder Ammons, die Gomorra werden, ein Besitztum der Brennnesseln und eine Salzgrube und eine Wüste ewiglich. Der Überrest meines Volkes wird sie berauben und das Überbleibsel meiner Nation sie beerben.
Ja, also das erklärt jetzt auch, warum da nicht gesprochen wird über grosse Gebiete von Moab und Ammon, die durch die Stämme Israels dann besiedelt werden nach der neuen Karte, weil auch da gibt es eine Verwüstung wie Sodom und Gomorra. Und was Südjordanien anbetrifft, gesondert wird das auch berichtet in Jesaja 34. Wir sehen also: Was wir letztes Mal gesehen haben von Babylon, eine Verwüstung von Generation zu Generation, so dass es nicht mehr bewohnt werden kann, das bezieht sich noch auf ... Das gleiche Los werden auch andere Gebiete erleben. Jesaja 34, da geht es um Edom. Liest jemand 34,8-11?
Denn der Herr hat einen Tag der Rache, ein Jahr der Vergeltungen für die Rechtssache Zions. Und Edoms Bäche verwandeln sich in Pech und sein Staub in Schwefel und sein Land wird zu brennenden Pechstellen. Tag und Nacht erlischt es nicht, ewiglich steigt sein Rauch empor. Von Geschlecht zu Geschlecht liegt es verödet, und für immer und ewig zieht niemand hindurch. Und Pelikan und Igel nehmen es in Besitz, und Eule und Rabe wohnen darin. Und er zieht darüber die Westschnur der Öde und das Senkblei der Leere.
Ja, was brennende Ölfelder sind, wissen wir ja. Tag und Nacht erlischt es nicht, ewiglich steigt sein Rauch empor, von Geschlecht zu Geschlecht liegt es verödet.
Kann man demnach annehmen, dass die Feindschaft oder die Feindseligkeit Syriens und Ägyptens gegen Israel, die ja auch doch vorhanden sind, dass die nicht so schwer liegen in den Augen Gottes wie diese Feindschaft der östlichen Länder?
Ja gut, man kann es nicht unbedingt messen mit einer bestimmten Feindschaft, weil es auch unterschiedlich ist. In der Geschichte hat ja Ägypten zwei Gesichter gehabt. Ägypten war ja auch das Volk, das Israel eben besonderen Schutz geboten hatte, zum Beispiel wenn wir denken an die Zeit von Joseph. Und erst später hat Ägypten ein ganz anderes Gesicht bekommen und hat Israel begonnen zu unterdrücken, und dadurch kam die Katastrophe der zehn Plagen. Das ägyptische Reich aber ja auch in der Neuzeit, also jetzt in der Neuzeit, ist ja Ägypten eigentlich auch feindselig gegen Israel gewesen, zumindest im letzten Jahrhundert.
Ja, sehr, ganz genau. Aber es ist nämlich schwierig zu sagen, war diese Feindschaft jetzt schlimmer als diese, weil Gott beurteilt aufs Ganze gesehen gerecht. Und eben gerade Ägypten muss man sagen: Es hat da eine schlimme Feindschaft gegeben, es hat auch Zeiten gegeben, wo dieses Land eben gerade Israel Schutz geboten hat, später auch dem Messias. Denn als der edomitische Herodes den Messias töten wollte, da war Ägypten das Zufluchtsland für die Eltern zusammen mit dem Kind. Also man muss einfach bei diesen Gerichtsbeschreibungen bedenken: Was Gott Abraham gesagt hat, sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht üben? Also die Verteilung, was Gott tut, ist entsprechend seiner absoluten Gerechtigkeit.
Aber eben, wir sehen, was die Bibel uns da voraussagt, das eröffnet unglaubliche Perspektiven. Und es wird uns gerade in Jesaja 34, wenn wir da noch offen haben, in Vers 16 etwas Wichtiges erklärt. Da werden wir mutig zum Bibellesen. Wer liest?
Forschet nach im Buche des Herrn und leset: Es fehlt nicht eines von diesem, keines vermisst das andere; denn mein Mund, er hat es geboten, und sein Geist, er hat sie zusammengebracht.
Also, wir haben da gelesen und dort gelesen, und so bekommen wir dann das Gesamtbild. Aber hier werden wir ermutigt: Forscht nach im Buch des Herrn und lest. Es ist alles da, Gott hat es befohlen, hat es so inspiriert, und so wird es sich alles erfüllen.
Sonst noch etwas? Ja?
Die Fremdlinge wurden ja noch erwähnt, die auch das Erbe erhalten sollen. Von was aus geht man dort von den Fremdlingen?
Also, Fremdling wird dort im Gegensatz zu den Israeliten, also es geht um Nichtisraeliten, die im Land Israel schon länger lebten und, es wird ausdrücklich gesagt, Kinder gezeugt haben. Man kann doch nicht auf Palästinenser schliessen.
Doch, ja klar.
Ja, Sacharja 9, können wir mal aufschlagen, weil die Feinde im Land werden ja in der Prophetie genannt: Philister. Weil das Land Philistäa ist von biblischer Seite her das Gebiet des Gazastreifens, rund um den Gazastreifen und den Gazastreifen selbst. Und jetzt schauen wir mal in Sacharja 9, Vers 5. Wer liest?
Askalon soll es sehen und sich fürchten, auch Gaza, und soll sehr erzittern, und Ekron, denn seine Zukunft ist zu Schanden geworden. Und der König wird aus Gaza vertilgt, und Askalon wird nicht mehr bewohnt werden. Ein Bastard wird in Asdod wohnen, und ich werde den Hochmut der Philister ausrotten, und ich werde sein Blut aus seinem Munde wegtun und seine Gräuel zwischen seinen Zähnen hinweg, und auch er wird übrig bleiben unserem Gott und wird sein wie ein Fürst in Juda, und Ekron wie der Jebusiter.
Ja, ist doch aussagekräftig, also dass Gott unter dem palästinensischen Volk einen Überrest haben wird, der die Gerichte überleben wird, und Gott wird eine Erneuerung schaffen. Er wird das Blut aus seinem Mund wegnehmen und die Gräuel zwischen seinen Zähnen hinweg. Das ist ein Vergleich mit dem Raubtier, das raubt, zerreisst und frisst. Auch er wird übrig bleiben unserem Gott und wird sein wie ein Fürst in Juda. Also Gott hat auch für das palästinensische Volk als Volk einen Gedanken der Gnade für einen Überrest, der umkehren wird.
Nebstdem, das haben wir in Zephanja 2 nicht gelesen: In den ersten Versen dort wird deutlich gesprochen, wie Gott die Bewohner in dem Gazastreifen, in dem Streifen am Meer, ausrotten wird. Aber es wird einen Überrest geben, der dann inmitten Israels eine anerkannte Stellung haben wird.
Ja, wir sind mit der Zeit durch. Jetzt sollten wir noch sprechen über die Fortsetzung. Wer hat einen Themenvorschlag?
Johannes-Evangelium finde ich grösstenteils.
Ja, gut, wer findet das auch? Das Johannes-Evangelium. Ja, einige. Da gibt es noch andere Vorschläge, nicht alle Strecken auch für Johannes, ja. Du bist zwar kein Einheimischer, aber du hast letztes Mal doch erwähnt, du würdest es vom jüdischen Hintergrund her dann eher beleuchten, das wäre für uns interessant.
Ja, eben, aber es wäre das Johannesevangelium. Was ist das gemeint?
Ja, ja, genau.
Ja, dann wollen wir mit Johannes beginnen. Gut, also aber nächstes Mal.
Ja, dann wollen wir noch zusammen beten.
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