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Wie kann ich vor dem heiligen Gott bestehen?

17.06.1966Römer 3,22-24

Einführung in die zentrale Frage des Glaubens

Meine Freunde, heute Abend wollen wir über das Thema sprechen: Wie kann ich vor dem heiligen Gott bestehen?

Dazu möchte ich ein Wort aus dem Römerbrief lesen. Es ist nicht ganz leicht zu verstehen, aber es stammt aus dem Neuen Testament. Dort heißt es, dass es unter uns allen keinen Unterschied gibt. Wir alle ermangeln des Ruhms, den wir vor Gott haben sollten. Dennoch werden wir ohne unser Verdienst gerecht vor Gott aus seiner Gnade durch die Erlösung, so wie sie durch Christus Jesus geschieht, gesehen.

Wie kann ich also vor dem heiligen Gott bestehen?

Neulich hatte ich in einer westdeutschen Stadt einen ähnlichen Vortrag. Vorher kam ein junger Mann zu mir und sagte: „Sie sind ja verrückt, das interessiert doch gar keinen Menschen, diese Frage. Habe ich recht? Wie kann ich vor dem heiligen Gott bestehen?“

Er hauchte mich richtig an und fragte, ob Pfarrer denn nicht mal Fragen besprechen könnten, die moderne Menschen wirklich interessieren. Zum Beispiel Fragen der modernen Gesellschaft oder über die Probleme zwischen den Geschlechtern. Oder Wirtschaftsfragen – das interessiert doch. Aber wie ich vor dem lebendigen Gott bestehen kann? Wen interessiert so etwas?

Da sagte ich zu ihm: „Weißt du, wie du mir vorkommst?“ Er fragte: „Wie denn?“

Ich wollte ihm ein Beispiel geben, um es deutlich zu machen. Stell dir vor, ein großer Dampfer fährt über den Ozean und prallt auf einen Eisberg. Er bekommt ein Leck und sinkt sehr schnell. Die Passagiere haben es noch gar nicht gemerkt.

Nun rennt der Obersteward durch die Gänge und ruft: „Ab in die Rettungsboote, rette sich, wer kann!“

Er kommt an der Küche vorbei, wo der Koch gerade Brathähnchen zubereitet. In die Rettungsboote ruft der Obersteward. Der Koch antwortet: „Rettungsboote interessieren mich nicht, das ist gar nicht meine Sparte. Mich interessieren nur die Hähnchen.“ Und so ging er mit seinem Hähnchen unter.

Der Obersteward rennt weiter und kommt am Spielsalon vorbei. Dort sitzen ein Paar und spielen um hohe Einsätze. „Los, holt die Rettungsboote! Wir sinken!“, ruft der Obersteward.

Die Spieler antworten: „Rettungsboote interessieren uns nicht. Mensch, ich habe gute Karten, das interessiert mich.“ So gingen sie mit ihren Einsätzen und guten Karten unter.

Der Obersteward kommt an einem Mann vorbei, der im Salon sitzt und grübelt. „Los, mach, dass du in die Rettungsboote kommst!“, ruft der Obersteward.

Der Mann sagt: „Rettungsboote? Das interessiert mich nicht. Mein Pass ist nicht in Ordnung. Mich interessiert, wie ich nachher an Land kommen soll.“ So ging auch er mit seinem falschen Pass unter.

Ich sagte dem jungen Mann: „So kommst du mir vor. Du weißt gar nicht, was Wirklichkeit ist.“

Und ich erkläre Ihnen jetzt: Ich halte das persönlich für die wichtigste Frage der Welt: Wie kann ich vor dem heiligen Gott bestehen?

Die Existenz Gottes als Grundlage des Glaubens

Aber das Erste, was ich sagen möchte, ist: Man muss begreifen, dass Gott wirklich da ist.

Ich war 30 Jahre lang Jugendpfarrer im Ruhrgebiet. Dort gab es ein großes Clubhaus mit allem, was dazugehört. Ich hatte etwa dreihundert freiwillige Mitarbeiter, so wie Iris Bach. Sie waren sonntagmorgens im frühen Gottesdienst und gingen dann in die Häuser. Wir hatten zweitausend bis dreitausend Besucher, vor allem junge Burschen, die wir einluden.

Bevor meine Mitarbeiter zu diesem schweren Dienst aufbrachen, wurden sie oft ausgelacht. Eine wurde gefragt: „Was gibt euch der Kaffee dafür, dass ihr diese Besuche macht?“ Die Leute glaubten nicht, dass sie das um Jesu willen taten.

Wir hatten eine Gebetsgemeinschaft, in der dreihundert Männer knieten und beteten, wer wollte. Ein Ausländer kam zu Besuch und nahm an der Gebetsstunde teil. Am nächsten Tag kam er zu mir. Er war Holländer und sagte: „Ich muss noch einmal mit Ihnen reden.“ Er erklärte, er habe gedacht, er sei Christ, aber er sei keiner.

„Warum sind Sie keiner?“, fragte ich. Er antwortete: „So wie diese jungen Leute kann ich nicht beten.“ Dann sagte er einen Satz, der furchtbar interessant ist: „Sie haben gebetet, als ob da jemand wäre, mit dem sie reden.“

Ich fragte: „Pastor Busch, ist denn da jemand?“ Ich sagte: „Ja, da ist jemand, der meine Stimme hört, der mich kennt, der mich geschaffen hat und von dem ich einmal gerichtet werde – der lebendige Gott!“

Sehen Sie, wir Pfarrer haben es eigentlich schrecklich schwer, uns verständlich zu machen. Hier habe ich jemanden, der sagt: „Ich glaube auch an Gott, aber mein Gott ist die Natur, der Mensch.“ Das ist genau so, als wenn jemand sagt: „Das wäre Riesler.“ Aber Riesler ist nicht Riesler, sondern der, der Riesler gemacht hat. Die Natur ist ein Werk Gottes, aber nicht Gott selbst.

Dann kommt der Zweite und sagt: „Mein Gott ist mein Nächster.“ Der Nächste ist aber ein Mensch, und der Nächste ist nicht Gott. Gott ist Gott. Wenn ich dem Nächsten sage: „Meine Großmutter ist Gott nicht“, dann ist das richtig.

Der Dritte sagt: „Die Menschheit ist für mich Gott.“ Und der Vierte sagt: „Mein Volk ist mein Gott.“ Liebe Leute, das ist alles Schöpfung Gottes, aber nicht Gott selbst. Gott ist geschaffen, steht darüber und ist da.

Sehen Sie, das muss man erst mal kapieren: Gott ist nicht bloß ein Problem oder ein Diskussionsgegenstand, sondern er ist wirklich da.

Die Realität der Sünde und die Trennung von Gott

Ich muss Ihnen eine Geschichte von zwei Brüdern erzählen. Diese Brüder konnten sich überhaupt nicht ausstehen, wie man bei uns sagt. Es kommt vor, dass Geschwister sich nicht riechen können. Eines Tages waren sie auf dem Feld, wo der eine, Kain, mit der Hacke arbeitete. Plötzlich sieht er seinen Bruder Abel kommen. Kain denkt bei sich: „Diesen Samte Heinrich kann ich nicht sehen. Hoffentlich kommt er nicht hierher.“ Doch Abel kommt auf ihn zu und spricht ihn an.

Da sieht Kain plötzlich rot. Er nimmt seine Hacke, ohne genau zu wissen, was er tut, und schlägt Abel ins Gesicht. Abel fällt tot vor ihm zu Boden. Kain wird panisch. Er schaut sich um, aber es ist kein Mensch da. Dann gräbt er eine flache Grube, rollt die Leiche hinein, deckt sie zu und geht davon. Er weiß, dass niemand da ist, der es sieht.

Doch plötzlich hört er eine Stimme rufen: „Kain!“ Er ist sich sicher, dass niemand da ist, und fragt: „Wer ruft denn?“ Da spürt er plötzlich etwas Kaltes den Rücken hinunterlaufen. Es ist der lebendige Gott, der sich ihm in den Weg stellt. Gott fragt: „Kain, wo ist dein Bruder Abel?“ Kain denkt, er könne sich auch vor Gott verstecken. Viele Menschen denken heute so und sagen: „Ich bin doch nicht das Kindermädchen für meinen Bruder.“ Doch Gott sagt ihm: „Das Blut deines Bruders schreit zu mir von der Erde.“

Da wird Kain klar, dass Gott wirklich da ist. Meine Freunde, ich weiß nicht, ob Sie alle den lebendigen Gott kennen. Ich möchte Ihnen sagen: Solange Sie ohne Gott in der Welt leben, leben Sie an der Wirklichkeit vorbei. Dann haben Sie Scheuklappen auf. Gott lebt, und deshalb ist es das Allerwichtigste, dass Sie mit ihm in Ordnung kommen.

Wenn ich das Thema verstehen will, muss ich erstens wissen, dass Gott wirklich lebt. Zweitens muss ich begreifen, dass ich mit ihm nicht in Ordnung bin. Wissen Sie das? Ich vergesse nicht, wie ich einmal einen Mann im Krankenhaus besucht habe. Ich sagte zu ihm: „Machen Sie Frieden mit Gott.“ Er antwortete: „Ich habe nichts gegen ihn.“ Da musste ich lachen und sagte: „Das ist eben sein Problem, dass Gott etwas gegen Sie hat.“

Wie könnte ich Ihnen das deutlich machen? Ich habe heute Mittag lange darüber nachgedacht. Dann dachte ich, ich erzähle Ihnen Erlebnisse aus meinem Leben. Sehen Sie, wie ich noch jung und schön war, damals junger Vater in Essen. Vor fast vierzig Jahren gab es im Ruhrgebiet eine große Freidenkerbewegung, eine atheistische Bewegung. Dort war ein junger Mann, dem es nichts ausmacht, wenn ich seinen Namen nenne: Fritz Koch.

Er war der eifrigste und feurigste Kämpfer für die Lehre „Es gibt keinen Gott“. Ich sehe ihn noch vor mir: schwarzes Haar, so locker ins Gesicht fallend, so wie ich es mir wünschen würde. Er ist im Krieg durch Bomben ums Leben gekommen. Im Kriegsdienst kann man nichts machen, ja.

Er hatte sich viel selbst beigebracht. Kurz nachdem ich nach Essen gekommen war, gab es eine große Versammlung im Nordparksaal. Das war ein riesiger Saal, und dort erzählten die Leute, wie Fritz Koch in zwei Stunden die Zuhörer gefesselt hatte. Er bewies mit wissenschaftlichen Argumenten, dass es keinen Gott gibt. Keinen, mit dem man reden kann. Nur Einbildung.

Sie können sich meinen Schrecken vorstellen, als eines Tages Fritz Koch in meinem Studierzimmer saß. Wir waren damals beide junge Männer. „Mensch, Fritz Koch, der berühmte Fritz Koch“, sagte ich, „womit kann ich Ihnen dienen?“ Er antwortete: „Pastor Busch, ich möchte Frieden mit Gott schließen.“ Das hat mich fast vom Stuhl gehauen.

Ich sagte: „Hm, Fritz Koch, es gibt doch keinen Gott. Das haben Sie doch erst vor zwei Stunden im Nordparksaal bewiesen.“ Er sagte wörtlich: „Gegen meine Vernunft hat sich mir der lebendige Gott bewiesen. Ich bin auf ihn gestoßen.“ Dann erzählte er ein paar Dinge: wie seine Ehe plötzlich zerbrach, er nicht wusste, wie ihm geschah, und wie sein Kind innerhalb von drei Tagen starb.

Er sagte: „Das sind Kleinigkeiten, das sind Zeichen. Ich weiß, er ist da und ist gegen mich. Ich muss kapitulieren, ich kapituliere.“ Ich sagte: „Das ist aber eine Sache, Fritz Koch. Gott ist ja da. In der Bibel steht: ‚Von allen Seiten umgibst du mich.‘“ Da wollten wir ihm sagen, dass sie jetzt zu ihm zurückkehren wollen. Das nennt man beten.

Fritz Koch sagte: „Ja, das kann ich doch nicht. Zwischen ihm und mir steht doch meine Schuld. Ich habe so viele Tausend Menschen versucht, vom Glauben abzubringen. Das muss ich erst in Ordnung bringen. Das ist doch Schuld!“ Herr Saar, zwischen Gott und uns steht Schuld.

Sehen Sie, Fritz Koch, passen Sie auf. Da setzen Sie jetzt alle Zeitungen ins Regal. Ich, Fritz Koch, nehme alles zurück, was ich am Sonntag gesagt habe. Es ist nicht wahr, was ich gesagt habe. Gott lebt.“ Er sagte: „Wenn nur einer das nicht liest, wenn nur einer das nicht hört, dann bin ich daran schuld.“ Ich sagte: „Dann verteilen Sie Handzettel in Essen.“

Ich, Fritz Koch, erkläre, dass Gott lebt. Er hat sich gegen meine Vernunft bewiesen. Er sagte: „Es könnte sein, dass einer das nicht hört. Dann bin ich schuldig, wenn der in die Hölle kommt.“ Ich sagte: „Ja, Fritz Koch, dann weiß ich es auch nicht. Dann können Sie es nicht mehr gut machen.“

Dabei sehe ich noch vor mir, wie dieser große, starke Kerl, der mich mit einem Boxsieb hätte zusammenschlagen können, ein richtig stabiler Bursche, wieder zusammensackte und sagte: „Das kann ich nicht gut machen. Dann kann ich keinen Frieden mit Gott kriegen. Dann steht meine Schuld zwischen ihm und mir. Dann bin ich verloren. Dann bin ich verloren.“

Die Unmöglichkeit, Sünde selbst zu sühnen

Jetzt unterbreche ich die Geschichte an dieser Stelle und erzähle später weiter.

Wenn ich über das Thema spreche, wie man vor dem heiligen Gott bestehen kann, dann verstehe ich das nur, wenn ich weiß, dass zwischen dem lebendigen Gott und mir meine Sünde steht. Ich lese noch einmal: Wir sind allzumal Sünder und haben keinen Ruhm vor Gott zu bringen – Sie und ich. Das muss man wissen, um das Thema wirklich zu verstehen.

Wenn einem das klar wird, dass man Frieden mit Gott braucht, dann lacht Gott einen nicht an, sondern mein Gewissen klagt mich an, das Gesetz zeigt mir meine Schuld, und ich kann keine Sünde wieder gut machen.

Ich möchte Ihnen dazu ein Beispiel erzählen. Verzeihen Sie, dass ich so viele Geschichten erzähle. Ich tue das, weil ich weiß, dass Sie den ganzen Tag fleißig waren und müde sind. Das Schlimmste wäre, wenn Sie einschlafen würden. Das wäre mir schrecklich. Geschichten helfen oft, wach zu bleiben.

Ich habe selbst einmal sehr deutlich erlebt, wie man keine Sünde gut machen kann. Keine einzige Sünde lässt sich wiedergutmachen.

Ich hatte einen wundervollen Vater, so wie es nur wenige gibt. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis. Als ich Student war, war ich in den Ferien zu Hause. Wir bewohnten ein Haus, und ich wohnte oben in einem Zimmer, wo ich an meiner wissenschaftlichen Arbeit schrieb.

Eines Tages rief mein Vater mich. Ich hängte den Kopf über das Treppengeländer und fragte: „Was gibt’s?“ Er sagte: „Ich muss in die Stadt, willst du mich nicht begleiten?“ Ich antwortete: „Ach, Papa, ich bin gerade mitten in der Arbeit.“ Er meinte dann: „Dann gehe ich eben alleine.“

In dem Moment hatte ich das Gefühl, ich müsste mit ihm gehen, aber ich tat es nicht. Vierzehn Tage später war mein Vater tot. Bei uns wurde er in einem offenen Sarg aufgebahrt. Ich, als ältester Sohn, wachte an diesem Sarg. Es war eine stille Nacht, in der mein toter Vater lag.

Mein Herz war schwer, denn ich hatte ihn sehr geliebt. Sein Tod stürzte unsere ganze Familie in großes Elend, das ich hier nicht schildern kann.

Plötzlich fiel mir ein: Vor vierzehn Tagen hatte mein Vater mich gefragt, ob ich ihn begleiten wolle, und ich hatte abgelehnt – ein kleiner Liebesdienst. Und das lastete schwer auf meinem Herzen.

Ich sehe mich noch vor dem Sarg stehen und sagen: „Papa, bitte, nimm mich noch einmal mit. Ich würde hundert Meilen mit dir laufen, wenn du willst.“ Doch mein Mund blieb stumm.

Da wurde mir klar: Diese kleine Lieblosigkeit – so geht es mit all meinen Sünden. Mit Lügen, Streit, Unsauberkeit, Unglauben, kleinen Diebstählen und allem, was man so tut – ich kann nichts wiedergutmachen.

Plötzlich erschrak ich: Wie kann ich Frieden mit Gott haben, wenn ich nicht eine einzige Sünde wieder gut machen kann?

Wenn man dieses Thema verstehen will, muss man erstens wissen, dass Gott da ist. Zweitens muss man verstehen, was es heißt, dass wir allzumal Sünder sind.

Jahrelang hatte ich mein Büro in Essen, vielleicht fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt. Dort wollte mir ein Mensch noch eben einen Brief bringen, weil meine Sekretärin gekündigt hatte.

Ich war ohne Mantel, und es regnete ein bisschen. Essen ist eine Stadt, in der viel Ruß von der Industrie herunterkommt. Außerdem gibt es Bergschäden, sodass sich das Pflaster senkt.

Als ich an diesem Abend rausrennte, stolperte ich über ein unebenes Pflaster und fiel hin. Ich fing mich mit den Händen auf – ich war damals noch jünger. Es war dunkel, und ich wischte mir die Hände ab. Ich dachte, es sei Butter.

Als ich ins Büro kam, fing meine Sekretärin an zu lachen und sagte: „Wie sehen Sie denn aus?“ Ich ging zum Spiegel und sah: Ach du liebe Zeit! Ich hatte den Dreck nur mit dem Taschentuch weggewischt und mein Gesicht damit verschmiert. Mein ganzer Anzug war schmutzig.

So geht es uns, wenn wir ohne Gott leben. Wir meinen, wir seien großartige Menschen und wünschen uns, alle wären so wie wir. Aber wenn ich sehe, wie verloren, böse und schmutzig ich bin – das kann ich Ihnen nicht zeigen.

Ich bete, dass Sie die Verlorenheit unseres Lebens erkennen können. Wir sind allzumal Sünder und haben keinen Ruhm vor Gott.

Der Weg zum Frieden mit Gott

So, und jetzt kommt mein dritter Teil. Wenn ich das Thema verstehen will, muss ich zuerst wissen, dass Gott lebt. Zweitens muss ich erkennen: „Ich bin mit ihm nicht in Ordnung, da steht Schuld dazwischen.“ Haben Sie das verstanden?

Nun kommt mein dritter Teil: Wie komme ich denn mit ihm in Ordnung? Sind Sie alle noch dabei? Da hinten, ja? Verstehen Sie mich? Ich spreche laut genug. Wenn ich laut genug spreche, dürfen Sie auch dazwischenrufen. Ich gebe mir schon Mühe, rede mir schon die Seele aus dem Hals, damit Sie verstehen können.

Drittens: Wie komme ich nun mit ihm in Ordnung? Jetzt erzähle ich die Geschichte von dem Fritz Koch weiter. Wie gesagt, der wird mir das nicht übelnehmen, oder? Ich weiß, dass er bei Gott jetzt im Himmel ist, dieser wilde Kerl. Und wenn er noch leben würde, hätte ich ihn gefragt: Darf ich hier in Sassnitz von dir erzählen? Er hätte gesagt: Ja, Mann, noch lieber wäre es mir, ich hätte ihn selber mitbringen können.

Also, er saß da und sagte: „Ja, ich kann das nicht wieder gutmachen, dass ich Menschen verführt habe.“ Seine Sünde lag schwer auf ihm. Es ging ihm wie dem König David, der einmal sagte: „Meine Sünden gehen über mein Haupt, wie eine schwere Last sind sie mir zu schwer geworden.“ Ich bin überzeugt, dass hier Leute sitzen, deren Herz schon lange schreit: „Meine Sünden sind mir leid, sie sind mir wie kalte Pappe, sie gehen über mein Haupt wie eine schwere Last, sie sind mir zu schwer geworden.“

Da sage ich Herrn Fritz Koch: „Du kannst nichts gutmachen.“ Jetzt pass mal auf: Wenn jetzt ein anderer käme und deine Sünden und Schuld ausradieren würde, sie auf sich nehmen würde, würdest du das wollen? Das können sie doch gar nicht! Nein, sage ich, ich kann das nicht, ich habe mit meinen eigenen Sünden genug zu tun. So etwas gibt es doch nicht.

Doch, sage ich. Jetzt pass auf: Es ist einer in die Welt gekommen, von Gott, dem Sohn des lebendigen Gottes, der heißt Jesus. Dieser Jesus ist am Kreuz gestorben und dann von den Toten auferstanden. Und der steht jetzt hier, Fritz Koch, und sagt: „Komm, wir machen einen Tausch. Gib mir deine Sünde und Schuld, ich trage sie an das Kreuz, und ich gebe dir meine Gerechtigkeit vor Gott, und dass du Gottes Kind bist.“

Da sagt er: „Das wäre ein Tausch.“ Ich sage: „Den habe ich gemacht, und du darfst ihn auch machen.“ Da sind wir im Niederknien, und da spricht Gott diesen starken Kerl an. Die Tränen liegen übers Licht, dabei hört man die Stimme beten: „Herr Jesus, des weissigen Lebens dir hin, du nimmst das in dein Sterben hinein, und ich nehme im Glauben deine Gerechtigkeit und deine Gotteskindschaft an.“

Das ist das Wunder aller Wunder, das in der Bibel steht, für wahr: Er trug unsere Missetat. Jesus, der Sohn Gottes. Sehen Sie ihn am Kreuz? Sehen Sie ihn am Kreuz? Ich möchte es vor Ihren Augen malen: den Mann mit der Dornenkrone und den angenagelten Händen. Sehen Sie ihn an! Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen geschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden haben. Das Schöne ist: Durch seine Wunden sind wir geheilt.

Die Bedeutung des Friedens mit Gott

Habe ich Ihnen schon einmal die Geschichte vom Kapitän Müller erzählt? Das war vor sechs Jahren. Wissen Sie nicht? Dann erzähle ich sie Ihnen jetzt.

Ich habe die Geschichte irgendwo gelesen. Es geht um ein Schiff, auf dem Kapitän Müller fährt. Er war ein wilder Bursche und hat oft geflucht. Eines Tages, auf hoher See, wird ein Mann krank und ruft: „Ich muss sterben. Das ist eine verdammte Angelegenheit vor Gott. Ich bin ein Sünder. Was soll ich tun? Betet mit mir!“

Der erste Offizier antwortet: „Fluchen kann ich, aber beten nicht.“ Da ruft der zweite Offizier: „Keiner kann beten, nicht mal ich.“ Plötzlich sagt jemand: „Da haben wir doch den kleinen Jungen vom Koch, den Schimpfjungen. Der ist doch da, oder?“

Kapitän Müller sagt: „Dann bringt den Jungen her!“ Der Junge wird zum strengen Kapitän gebracht. Der Kapitän fragt ihn: „Hast du eine Bibel?“ „Ja, ja“, antwortet der Junge, „aber ich lese nicht“, und sieht ängstlich aus.

Der Kapitän sagt: „Du sollst sie aber lesen. Hol sie her!“ Der Junge weiß nicht genau, was los ist, bringt aber die Bibel, die seine Mutter ihm mitgegeben hat. „Setz dich da hin und lies mir vor“, sagt der Kapitän.

„Ja, wo denn?“ fragt der Junge. „Weiß ich auch nicht“, antwortet der Kapitän. Da sagt der Junge: „Dann lese ich Ihnen das Malbuch, das meine Mutter immer so gern gelesen hat.“ Er schlägt die Bibel auf und liest Jesaja 53 vor.

Der Junge liest dem sterbenden Kapitän vor: „Jesus ist um unserer Missetat willen verwundet am Kreuz und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten.“

„Au“, sagt der Kapitän, „Mensch, lass das!“ Da bekommt der Junge Mut und fragt: „Kapitän, soll ich das mal so vorlesen, wie meine Mutter es immer vorgelesen hat?“ „Ja, wie denn?“ fragt der Kapitän.

„Dann musste ich meinen Namen einsetzen“, sagt der Junge. Jetzt weiß ich, wie der Junge hieß – sagen wir mal Frau Bumskopf oder so. „Lies mal so“, sagt der Kapitän. Der Junge liest:

„Jesus ist um Karls Missetat willen verwundet und um Karls Sünde willen gekreuzigt und geschlagen. Die Strafe, die Karl haben sollte, liegt auf Jesus, auf dass Karl Frieden hätte.“

„Auch“, sagt der Kapitän, „lies das noch einmal und setz meinen Namen ein.“ Der Junge liest:

„Jesus ist wegen Kapitän Fritz Müllers Missetat verwundet und wegen Kapitän Müllers Sünden zerschlagen am Kreuz. Die Strafe von Kapitän Müller liegt auf Jesus, auf dass Kapitän Müller Frieden hätte.“

„Junge“, sagt der Kapitän, „kann das gehen? Jetzt kann ich sterben.“

Liebe Freunde, so kann man leben, wenn man einen Heiland hat, der meine Schuld wegnimmt, mir die Sünden vergibt und mir Frieden mit Gott schenkt.

Viele meiner Freunde diskutieren darüber, wie Gott ist, ob Gott existiert oder nicht. Dann lache ich und sage: „Kinder, das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist, ob ich Frieden mit diesem Gott habe.“

Neulich sagt mir jemand: „Das haben Sie ja, da sind Sie wohl ein Heiliger.“ „Ja“, antworte ich. „Wieso sind Sie Heiliger?“ fragt er. Ich sage: „Die Bibel nennt Heilige nicht die Leute, die einen Dummdäller im Kopf haben, sondern Heilige sind die, die Frieden mit Gott haben, weil Jesus ihre Sünden weggetan hat. Sie glauben an den Sohn Gottes, der das ewige Leben schenkt.“

Dieser Jesus, wenn er der Sohn Gottes ist, den müssen Sie unbedingt kennenlernen. Das ist kein verrücktes Hobby von mir, sondern das Glück Ihres Lebens. Ihr ewiges Schicksal hängt davon ab, dass Sie Jesus kennenlernen, dass Sie Kinder Gottes und Heilige werden.

Können Sie das hören, oder bin ich zu anstrengend? Geht doch, oder? Gut.

Persönliche Erfahrungen und Ermutigung zum Glauben

Wenn man so alt wird wie ich, redet man leicht zu lange, nicht wahr? Das ist so eine Art Halssicherung. Aber ich habe noch ein paar witzige Sachen. Ich muss Ihnen meine Geschichte erzählen, die schon einige Jahre zurückliegt und das Ganze noch einmal deutlich macht.

Damals hatte ich einen Jungen kennengelernt. Sein Nachname war Günther, wenn ich mich richtig erinnere. Ich habe ihn später aus den Augen verloren. Eine Zeit lang kam er zu meinen Gottesdiensten, Bibelstunden und Jugendkreisen. Doch eines Tages war er plötzlich weg.

Dann traf ich Günther eines Tages wieder. Ich sagte zu ihm: „Sag, Günther, was machst du? Alles Gute?“ Er antwortete. Da sagte ich: „Günther, es ist schade, dass du Gottes Wort nicht mehr hörst.“ Er sagte: „Ich will dir was sagen. Das brauche ich doch nicht mit deinem Jesus, das brauche ich nicht, die Sünde und so, wissen Sie. Wenn es einen Gott gibt – was ich nicht weiß – dann will ich vor ihm treten wie ein Mann und für mein ganzes Leben gerade stehen.“

Ja, ich. Günther war stolz darauf. „Und du hast dich vor Gott aufs Recht berufen. Du willst gerade stehen.“ Ich sagte: „Du hast dich vor Gott aufs Recht berufen. Günther, hoffentlich bist du dann untadelig, wenn du mal vor Gott stehst.“ Er antwortete: „Ja, ich glaube, ich bin gut.“

Ich sagte: „Moment mal. In Frankreich gilt französisches Recht, in Russland russisches Recht, in England englisches Recht. Und bei Gott gilt Gottes Recht. Da gibt es zehn Gebote: dass du ihn ehrst, dass du nicht lügst, ein reines Leben führst, die Eltern ehrst, den Sonntag heiligst, Gottes Wort ehrst, nicht neidisch bist und deinen Nächsten, deinen Feind liebst.“

Ich sagte zu Günther: „Hoffentlich hast du nicht ein Stückchen übertreten, wenn du dich aufs Rechtsbuch berufen willst und gerade stehen willst.“ Er meinte: „Na, so genau wird’s ja wohl nicht drauf ankommen bei Gott.“

Ich fragte: „Was hast du für Ideen? Pass mal auf: Stell dir vor, du bist etwa fünfzig Jahre alt und hast ordentlich gelebt. Dann klaust du mal drei Minuten lang, das geht ganz schnell. Jetzt kommst du vor den Richter und sagst: ‚Richter, sei doch nicht so kleinlich! 50 Jahre habe ich gut gelebt, drei Minuten geklaut, das hebt sich doch auf.‘ Glaubst du, dass der Richter so sagen wird?“

Er antwortete: „Nein, nein, nein, ich rede nur von dem Diebstahl.“ Ich sagte: „Gott wird mit dir nur von deiner Sünde reden. Und ich wünsche dir, dass du das Recht berufen kannst, um da bestehen zu können. Auf Wiedersehen.“

Dann ging ich weg. Nach fünf Schritten drehte ich mich um und sah Günther an der Wand stehen, bleich. Da war ihm aufgegangen, dass man mit Gott nicht spielen kann, dass man nicht mit Phrasen kommen kann. Man kann vor ihm nicht gerade stehen, wenn es ihn gibt. Das ist eine ernste Sache.

Da bin ich umgekehrt und sagte: „Günther, ich kann vor Gott nicht gerade stehen. Ich bekenne ihm meine Sünden. Und dann darf ich glauben, dass der Sohn Gottes sie mit seinem Blut wegwäscht.“

Wie heißt es hier? „Wir werden gerecht ohne unser Verdienst, aus seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christus Jesus geschehen.“ Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde, sagt mir ein Pastor Busch. Haben wir dich darauf? Da sage ich ganz normal: „Das ist die Frage meines Lebens geworden, ob ich mich auf dieses Wort verlassen kann.“

Wenn das nur halb oder viert wahr ist, dann packe ich ein und wirke keine Kanzel mehr. Ich weiß und habe es erfahren, dass ich mich auf dieses Bibelwort verlassen kann. Dort steht, dass wenn ein Sünder zu Jesus kommt, er angenommen wird. Jesus lässt ihm die Sünde weg und er darf ein Diener Gottes werden.

Wenn dieses Wort nicht mehr gelten soll, worauf soll dann der Glaube ruhen? Fangen Sie an, das Neue Testament zu leben und verlassen Sie sich auf diese Worte: „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht mich rein von aller Sünde.“ Wenn mir einer nur versucht, dieses Bibelwort ein bisschen zu entkräften, den halte ich für den schlimmsten Feind meiner Seele!

Ich wünsche Ihnen, dass Sie den Heiland, den Herrn Jesus, finden, dass Sie sein Kreuz begreifen und verstehen, dass Blut fließt, um uns reinzumachen von aller Sünde. Er trägt unsere Schuld. Wir dürfen an ihn glauben, ganz egal, was bisher war. So haben wir Frieden mit Gott.

Frieden mit Gott als Quelle der Freude

Sehen Sie, wenn ich den Leuten sage, dass sie Frieden mit Gott haben können, dann schauen sie oft verwirrt. Sie fragen: Was ist denn das?

Da fällt mir immer eine alte Geschichte ein. Es gab einmal einen Dreißigjährigen Krieg in Deutschland. Wissen Sie, wie lange der gedauert hat? Genau, dreißig Jahre. In diesen dreißig Jahren wuchs eine ganze Generation heran, die gar nicht mehr wusste, was Frieden bedeutet.

Es gibt eine schöne Geschichte von einem kleinen Dorf namens Wörflein. Dort wurden jahrelang keine Glocken mehr geläutet, damit der Feind nicht merkt, dass es noch ein Dorf gibt, das man ausplündern kann. Oft mussten die Bewohner in die Wälder fliehen, wenn die wilden Schweden kamen.

Eines Tages kam ein Reiter ins Dorf und rief laut: "Es ist Frieden!" Die kleinen Kinder begannen zu weinen und fragten: "Was ist das, Frieden? Muss man da auch in den Wald fliehen?" Sie hatten Angst vor Frieden, weil sie nicht mehr wussten, was das bedeutet.

So ist es auch, wenn ich den Menschen sage: „Mensch, Jesus ist gekommen, damit du Frieden mit Gott hast.“ Manche bekommen Angst und denken, ich wolle sie für dumm verkaufen, weil sie gar nicht mehr wissen, was Frieden mit Gott bedeutet.

Doch wenn sie ihre Herzen öffnen, hören sie die frohe Botschaft: Jesus ist gekommen, um Frieden mit Gott zu bringen. In dem Dorf erklärten die Erwachsenen den Kindern, was Frieden bedeutet. Als die Jungen es verstanden hatten, war das schön. Sie rannten herum, voller Jubel und Freude.

Wenn ein Herz sich Jesus ergibt, der für ihn gestorben und auferstanden ist, der Vergebung schenkt und Frieden bringt, dann läuten alle Glocken des Herzens. Dann ist Freude da.

Meine Freunde, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.