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Psalm 103

Die Psalmen - das Gesang- und Gebetbuch der Bibel, Teil 24/26
06.06.2015Psalm 103
SERIE - Teil 24 / 26Die Psalmen - das Gesang- und Gebetbuch der Bibel

Einführung in den Psalm 103

Ja, wir wollen uns heute mit Psalm 103 beschäftigen. Ich habe ihn überschrieben mit: "Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn – ich habe viel, viel Grund, Gott zu loben."

Zuerst möchte ich den Psalm vorlesen, der von David stammt:

Preise den Herrn, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen.
Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten,
der da vergibt alle deine Sünden,
der da heilt alle deine Krankheiten,
der dein Leben erlöst aus der Grube,
der dich krönt mit Gnade und Erbarmen,
der mit Gutem sättigt dein Leben,
deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler.

Der Herr verschafft Gerechtigkeit und Recht allen, die bedrückt werden.
Er tat seine Wege kund dem Mose, den Söhnen Israel seine Taten.

Barmherzig und gnädig ist der Herr,
langsam zum Zorn und groß an Gnade.
Er wird nicht immer rechten, nicht ewig zürnen.
Er hat uns nicht getan nach unserem Vergehen,
nach unseren Sünden uns nicht vergolten.

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,
so übermächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten.
Sofern der Osten ist vom Westen,
hat er von uns entfernt unsere Vergehen.

Wie ein Vater sich über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.
Denn er kennt unser Gebilde,
gedenkt, dass wir Staub sind.

Der Mensch ist wie Gras in seinen Tagen,
wie die Blume des Feldes, so blüht er.
Denn fährt ein Wind darüber, so ist sie nicht mehr,
und ihr Ort kennt sie nicht mehr.

Die Gnade des Herrn aber währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten,
seine Gerechtigkeit bis zu den Kindeskindern,
für die, die seinen Bund halten,
die seiner Vorschriften gedenken, um sie zu tun.

Der Herr hat im Himmel aufgerichtet seinen Thron,
und seine Herrschaft regiert über alles.

Preist den Herrn, ihr seine Engel,
ihr Gewaltigen an Kraft, Täter seines Wortes,
dass man höre auf die Stimme seines Wortes.

Preist den Herrn, alle seine Heerscharen,
ihr seine Diener, die ihr seinen Willen tut.

Preist den Herrn, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft,
preise den Herrn, meine Seele.

Soweit dieser Psalm.

Ich denke, wir kennen diesen Psalm alle und haben ihn sicherlich schon mehrmals gelesen. Spötchen hat einmal gesagt: "Wer am Tag Loblieder singt, braucht in der Nacht nicht nach Noten zu suchen."

Und ich glaube an den Spruch: Wer gewohnt ist, den Herrn zu loben, der lobt auch, wenn es ihm nicht so gut geht.

Es gibt manche Lieder, die sich auf diesen Psalm beziehen. Ich denke an den Kanon:
"Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn,
freut euch seiner und dienet ihm gern,
all ihr Völker, lobet den Herrn,
preiset den Herrn, meine Seele."

Persönliche Rückschau und inneres Lob

Dieser Psalm, den wir gelesen haben, stammt wieder von David. Es scheint, als blicke er zurück auf ein gesegnetes, sehr intensives und abwechslungsreiches Leben – von seiner Zeit als Hirte bis hin zum König Israels.

Ich habe den Eindruck, dass dieser Psalm sehr persönlich ist. Wir erhalten einen Einblick in das Herz von David. Gleich zu Beginn sagt er: „Preise den Herrn, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen.“ Es geht also in erster Linie darum, dass wir selbst Gott loben und preisen. Natürlich tun wir das gerne gemeinsam mit anderen, aber David betont hier, dass das Erste ist, dass ich selbst lobe und preise.

Das kennt ihr sicherlich auch: Man ist mit anderen Christen zusammen, fühlt sich aber selbst schlecht. Dann berührt einen das Loblied oft nicht, und man lässt es einfach über sich hinweggehen. Die anderen können noch so schön singen, man selbst hängt irgendwie durch.

David sagt: „Meine Seele, mein Inneres“ – die Seele ist ja von Gott gegeben. Wir müssen uns daran erinnern, dass Gott uns Menschen nach Geist, Seele und Leib geschaffen hat. Mit dem Geist können wir über Gott nachdenken, das unterscheidet uns von den Tieren. Mit der Seele können wir über uns selbst nachdenken – auch das unterscheidet uns von Tieren. Und dann gibt es noch unseren Leib.

Wenn wir den Herrn preisen, ist natürlich auf der einen Seite unser Leib beteiligt, zum Beispiel unser Mund, der sich öffnet, oder unser Kehlkopf, der Töne erzeugt. Aber hauptsächlich sind unsere Seele und unser Innerstes daran beteiligt – auch unser Geist.

David macht also deutlich, dass es hier um ein ganz persönliches Lob geht, das wir Gott gegenüber haben. Es geht um mein Innerstes, um mein eigenes Bewusstsein. Ich möchte es so ausdrücken: „All mein Inneres“ weist auch darauf hin, dass es den ganzen Menschen betrifft, also kognitiv, emotional und körperlich. Die Bibel nennt das an anderen Stellen oft „mit ganzem Herzen“. Dabei ist nicht die Pumpe gemeint, sondern das Innere.

Ich denke, dass das immer wieder eine Frage für uns ist: Wen preisen wir und warum preisen wir? Hier im ersten Vers wird gesagt, wen wir preisen: den Herrn und seinen heiligen Namen.

Es ist wichtig, dass dieser Herr mein Herr ist, dass er nicht einfach nur ein Gott ist. Das unterscheidet uns von allen Religionen. Ein Muslim betet zwar Allah an, aber es ist nicht sein Allah. Kein Muslim hat eine persönliche Beziehung zu Allah, abgesehen davon, dass Allah nicht der Gott der Bibel ist.

Bei allen Götzen dieser Welt gibt es nicht diese persönliche Beziehung, die wir in der Bibel kennen. Durch den Herrn Jesus dürfen wir eine ganz persönliche Beziehung zu ihm und zum Vater im Himmel haben.

Deshalb ist es wichtig, wenn wir Gott loben, dass es mein Gott ist, mein Herr. Dann wird gesagt: „Seinen heiligen Namen.“ Gott hat in der Bibel viele Namen, und diese Namen sagen viel über die Person Gottes aus.

Jesus sagt im sogenannten Vaterunser: „Geheiligt werde dein Name.“ Das ist für uns eigentlich ungewohnt. Wir sprechen sonst nicht von einem heiligen Namen, sondern Menschen haben nur Vor- und Nachnamen. Aber Gottes Namen machen ihn besonders.

Heilig bedeutet in der Bibel „abgesondert vom Bösen“ und „abgesondert für Gott“. Das bedeutet heilig. Der Name Gottes ist also abgesondert von allem Bösen und gehört nur zu Gott. Wir sollen seinen heiligen Namen preisen.

Die Vielfalt der Namen Gottes

Ich habe hier einige Namen Gottes aufgeschrieben, und das sind noch nicht alle. Es gibt auch noch eine zweite Folie dazu.

Gott stellt sich in der Bibel zunächst einfach als Gott, Elohim, vor. Das ist Gott als Schöpfer. In der Bibel hat er oft Zusatznamen, zum Beispiel El Shaddai, El Olam, El Elyon und El Gibor. Die meisten Bibelübersetzungen übersetzen diese hebräischen Namen als „Gott der Allmächtige“, „Gott der Immerwährende“, „Gott der Höchste“ und „Gott der Mächtige“.

Zum anderen hat Gott den Namen „Herr“ für sich beansprucht. Dieser Name ist natürlich etwas anderes, als wenn wir von „Herr Platte“ sprechen. Es ist nicht einfach nur eine Namensbezeichnung. Der Begriff „Herr“ hat sich in unserer Sprache oft abgewertet. Ursprünglich war der Herr immer der, der am obersten steht, der die Herrschaft hat und das Sagen hat. Das war der Herr, Adonai.

Gott, der Herr, verbindet seinen Namen auch mit Namen von Menschen. So kennen wir zum Beispiel den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Als Gott sich Mose vorstellte, sagte er: „Ich bin der Gott deines Vaters.“ Das ist schon erstaunlich, denn Gott schämt sich nicht, mit uns in Verbindung gebracht zu werden.

Wenn man das Leben von Jakob betrachtet, sieht man, dass es sehr turbulent war und nicht gerade heilig. Jakob war nicht immer ein vorbildlicher Mann. Erst in seinen letzten Jahren wandte er sich wirklich Gott zu. Und Gott sagt trotzdem: „Ich bin der Gott Jakobs.“ Er nennt sich auch „Vater“. Das zeigt etwas von der persönlichen Beziehung, die wir zu ihm haben.

Im Neuen Testament erhielt Jesus den Namen „Jesus“, was bedeutet: Yahweh, Gott, ist Retter. Außerdem trägt er die Zusatzbezeichnung „Christus“ oder „Messias“, was „der Gesalbte“ heißt.

Darüber hinaus hat Gott die Namen Yahweh – frühere Übersetzungen sagen Jehova – oder manche sprechen ihn auch Yahweh aus. Ich habe bereits erwähnt, dass dieser Name so viel bedeutet wie „der Ewigseiende“ oder „der Ich Bin“.

Es gibt auch Zusammensetzungen wie Jahwe Elohim, Jahwe Jireh, Jahwe Rafa, Jahwe Nissi, Jahwe Shalom, Jahwe Sittkenu, Jahwe Shammah, Jahwe Zebaoth und Adonai Jahwe. Ich habe die Übersetzungen jeweils dahinter geschrieben: „Herr Gott“, „Der Herr wird versorgen“, „Der Herr wird dich heilen“, „Der Herr mein Panier“, „Der Herr unser Friede“, „Der Herr unsere Gerechtigkeit“, „Der Herr der Gegenwärtige“ und „Der Herr der Heerscharen“.

In manchen Bibelübersetzungen steht dann „Herr, Herr“, einmal klein und einmal groß geschrieben. Das Wort Yahweh wird in vielen Übersetzungen einfach mit „Herr“ in Großbuchstaben wiedergegeben, um deutlich zu machen, dass dort der eigentliche Name Gottes steht.

Das Gesetz sagte, dass ein Israelit den Namen Gottes nicht missbrauchen soll. Heute wird das häufig getan: „Ach Gott, ach Gott“ wird oft einfach als Sprachwendung benutzt, ohne sich etwas dabei zu denken. Das Gesetz sagt aber: Man soll den Namen des Herrn nicht missbrauchen.

Daraus haben die Israeliten gefolgert, dass sie den Namen gar nicht aussprechen sollen. Deshalb haben sie beim Lesen des Alten Testaments, wenn der Name Yahweh vorkam, stattdessen immer „Herr“ gelesen.

Man merkt das zum Beispiel, als Jesus vor dem Hohenpriester steht und verurteilt wird. Der Hohepriester fragt: „Bist du der Sohn des Hochgelobten?“ Er sagt nicht den Namen Gottes. Das kommt aus der Gesetzgebung „Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen.“ Die Juden haben diese Gesetze oft noch verschärft und weitere Regeln hinzugefügt, damit sie ja keinen Fehler machen.

David sagt in einem Psalm, dass wir den heiligen Namen Gottes preisen sollen. Es lohnt sich wirklich, über diesen Namen Gottes nachzudenken.

Vor vielen Jahren gab es ein dickes Buch von Abraham Meister mit dem Titel „Die Namen Gottes“. Das war ein sehr umfangreicher Wälzer, in dem er all diese Namen, ihre Bedeutungen und die Stellen, an denen sie vorkommen, beschrieben hat. Man musste sich da wirklich durchbeißen, es war kein Buch, das man einfach so lesen konnte. Es war eine richtige Fleißarbeit.

Aber daraus wird deutlich, wie groß Gott ist und dass er nicht einfach nur mit einem Namen beschrieben werden kann. Viele Zusatznamen und Titel sind nötig, um ihn angemessen zu beschreiben.

Aufbau des Psalms und die vier Lobstrophen

Und dann wollen wir diesen Psalm wieder so aufteilen, wie wir das bei den anderen Psalmen auch gemacht haben. Ich denke, es gibt hier in diesem Psalm wieder vier Strophen, die Gott von unterschiedlicher Seite zeigen.

Vers 2 beginnt dann wieder mit „Preise den Herrn, meine Seele“, also eine Wiederholung von Vers 1, und ermahnt: „Vergiss nicht alle seine Wohltaten.“ Vergiss nicht – wir Menschen sind vergesslich. Ich merke das mehr und mehr, je älter ich werde. Was man nicht vergessen will, schreibt man sich auf Zettel. Das steckt man hier oben rein, dafür haben wir Männer ja diese Taschen. Und wehe, mein Gedächtnis kommt in die Waschmaschine.

Ich glaube, es ist wichtig, dass wir begreifen: Vergiss nicht, was wir in der Jugend gelernt haben. Das bleibt häufig auch im Alter erhalten. Meistens merkt man das erst zu spät, dass man eigentlich viel mehr hätte auswendig lernen sollen. Vergiss nicht – ich kenne wahrscheinlich auch dieses Lied: „Vergiss nicht, zu danken dem ewigen Herrn.“ Wie leicht vergessen wir, und wir brauchen immer wieder eine Anregung, uns Gedanken über Gott zu machen.

Ich möchte hier diese vier Strophen auflisten – vier Gründe, Gott zu loben. In den Versen 2 bis 5 finden wir das Lob seiner Wohltaten, in den Versen 6 bis 11 das Lob seiner Eigenschaften, in den Versen 12 bis 18 das Lob seines Handelns und in den Versen 19 bis 22 das Lob seiner Schöpfung. Vier Gründe also, und wir wollen uns diese vier Strophen einmal ansehen.

Strophe eins, also die Verse 2 bis 5: Lob seiner Wohltaten.

Erste Strophe: Lob seiner Wohltaten (Verse 2–5)

Ich lese noch einmal diese Verse: „Der da vergibt alle deine Sünden, der da heilt alle deine Krankheiten, der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen, der mit Gutem sättigt dein Leben, deine Jugend erneuert sich wie die des Adlers.“

Und dafür zählt David auf, was Gott alles Gutes getan hat. Er spricht von Vergebung in Vers 3. David ist sich sehr wohl bewusst – gerade seine Sünde, die er getan hat. Wir haben uns in diesen Tagen ja Psalm 51 angesehen, in dem er seine Sünde bekennt, Buße tut und um Vergebung bittet. Er war tief gefallen. Er war, wie Gott sagt, ein Mann nach dem Herzen Gottes. Trotzdem, genauso wie wir, die wir Eigentum des Herrn geworden sind, sind auch wir nicht ohne Sünde und brauchen immer wieder Vergebung.

Lob seiner Wohltaten: Vergiss nicht, dass du auf die Vergebung angewiesen bist, damit du nicht überheblich wirst. Ich habe Menschen kennengelernt, die überzeugt waren, sie würden nicht mehr sündigen. Ich habe ihnen dann gesagt: Das, was du gerade gesagt hast, war eine Lüge und damit eine Sünde wieder. Das ist Überheblichkeit, das ist Stolz. Man hat nicht erkannt, so wie Paulus das im Römerbrief schildert: Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. Alle sind abgewichen und mangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollten.

Das Zweite, was auch in Vers 3 vorkommt, ist Heilung. Nun, manche haben natürlich Mühe mit der Aussage „der da heilt alle deine Krankheiten“. Und sie sagen: „Aber ich kriege immer noch Grippe, ich bin trotzdem krank.“ Da müssen wir sehr deutlich sehen: Für Israel gab es andere Verheißungen als für uns als Gemeinde. Israel hatte durchaus die Verheißung, wenn sie fleißig auf die Stimme Gottes hören und alles tun würden, was Gott sagt, würde er ihnen keine der Krankheiten aus Ägypten auferlegen. Denn so sagt er in 2. Mose 13: „Ich bin der Herr, dein Arzt.“

Er hat sie tatsächlich während der Wüstenwanderung ausgerüstet. Nicht nur, dass die Kleider nicht verschlissen sind während dieser vierzig Jahre, sie mussten auch nicht hungern. Man muss sich das mal vorstellen: In vierzig Jahren die gleichen Schuhe an, die gleichen Kleider – also ein Textilunternehmen konnte damals nicht reich werden, und auch ein Schuhmacher gab es während der Wüstenwanderung nicht. Gott hatte sie auch nicht krank werden lassen, es sei denn, sie hatten gesündigt und Gott schickte eine Plage.

Das macht deutlich: Während der Wüstenwanderung brauchten sie keine Ärzte. Das waren aber Sonderverheißungen für Israel. Diese Verheißungen sind uns nicht gegeben. Wir haben himmlische Verheißungen und nicht irdische. Uns ist nicht gesagt, dass wir alle gesund sind, wenn wir glauben. Wenn Jesus das gewollt hätte, wäre er auf die Erde gekommen und hätte ein riesiges Krankenhaus gebaut. Er hat nicht alle Aussätzigen in Israel geheilt, nicht alle Blinden und nicht alle Toten auferweckt.

Das macht deutlich: Er lässt uns Krankheit. Wir wissen aus der Bibel, dass Paulus selbst auch krank war. Er sagt einmal, er habe dreimal gebetet, und der Herr Jesus sagte ihm: „Lass dir an meiner Gnade genügen.“ Auch das dürfen wir lernen. Wichtiger ist, dass er uns von der Krankheit der Sünde befreit. Davon heilt er uns heute.

Natürlich ist er oft auch gnädig und schenkt Besserung, wenn wir beten. Aber wir haben keine Zusage, dass das immer so geschieht. Deshalb ist es gut, wenn wir in unseren Gebeten immer mit dieser Einstellung sind: „Wenn du willst“, so wie der Aussätzige zu Jesus kommt, „kannst du mich reinigen.“ Das ist ein erstaunlicher Glaube, den dieser Aussätzige hatte. „Wenn du willst, kannst du“ heißt: Ich glaube, du kannst. Es hängt nur von deinem Willen ab.

Er fragt nicht: „Kannst du mich heil machen?“ Damit hätte er das Können Jesu in Frage gestellt. Das war für ihn keine Frage. Auch für uns, die wir glauben, ist das keine Frage. Jesus kann jede Krankheit heilen, keine Frage. Aber er will es nicht immer, weil es manchmal gut für uns ist, weil wir durch Krankheiten auch vieles lernen – eben das Vertrauen auf unseren Herrn. Das ist eine ganz wichtige Sache.

In der heutigen Zeit wird das oft missbraucht von bestimmten Kreisen, die Heilungsversammlungen machen und daraus eine Show machen. Sie meinen, sie könnten heilen. Das ist nicht biblisch, und wir müssen da sehr aufpassen. Viele werden dadurch verführt.

In Vers 4 spricht David von der Wohltat der Erlösung. Die Bibel gebraucht verschiedene Begriffe für das, was Jesus getan hat: Errettung, Vergebung, Versöhnung, Erlösung. Erlösung wird besonders klar, wenn man das Bild vom Sklaven und Lösegeld betrachtet. Ein Sklave konnte nur erlöst werden, wenn er freigekauft wurde. Dieses Bild wird im Neuen Testament für das Werk Jesu gebraucht: Er hat uns freigekauft durch sein Blut.

Deshalb ist das Blut Jesu, so wie Petrus sagt, kostbar in den Augen Gottes. Es hat einen Gegenwert, damit alle Menschen gerettet werden können, wenn sie wollen. Damit zählt diese Erlösung auch dazu. Wir sind erlöst aus der Sklaverei der Sünde und des Teufels.

Weiter in Vers 4 spricht David von Krönung. Nicht nur David wurde damals gekrönt. Wir heute sind alle, die wir gerettet sind, Könige – Könige und Priester unseres Gottes und Vaters. Und wir werden im Himmel alle eine Krone bekommen. Man kann sich das kaum vorstellen. Aber wir werden diese Kronen zu Füßen legen, weil wir wissen: Eine Krone, die wir im Himmel erhalten, ist nicht unser Verdienst, sondern seine Gnade und Hilfe.

In Vers 5 spricht David von Sättigung: „Der mit Gutem sättigt dein Leben.“ Das heißt nicht, dass ich alles bekomme. Es gibt Gläubige, die auch hungern müssen. Denken wir an die Verfolgten in Nordkorea oder in den von der ISIS bedrängten Gebieten. Aber wir haben die geistliche Sättigung, das lebendige Wasser, das lebendige Brot. Wir dürfen uns dadurch nähren und haben innere Speise.

Dann wird in Vers 5 noch gesagt: „Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler.“ Ich habe einiges über Adler nachgeschaut, bin aber nicht ganz fündig geworden. Es gibt einige Predigten im Internet, die das sehr ausschmücken und sagen, der Adler würde im Alter seinen Schnabel abschlagen und dann ein halbes Jahr brauchen, bis er nachwächst. In Tierbüchern habe ich das nirgends gefunden. Deshalb bin ich skeptisch, ob das wirklich so ist, wie es in manchen Predigten gesagt wird.

Offensichtlich muss es eine Sache geben, vielleicht so etwas wie die Mauser bei Vögeln, dass ein Adler immer wieder neue Kraft bekommt. Auf jeden Fall denke ich oft: Gott hat uns bei der Bekehrung nicht mit Hühnern verglichen, die nur im Dreck scharren, sondern mit Adlern, die sich erheben und fliegen. Diesen Vergleich finde ich gut.

Manchmal hat man den Eindruck, Christen sind wie Hühner, die nur im Dreck scharren und Körnchen suchen. Aber Gott möchte, dass wir wirklich wie Adler sind. Ein Adler ist das Bild für Ausgeglichenheit und Ruhe. Wenn man einen Adler im Gebirge sieht, wie er seine Kreise zieht, ohne mit den Flügeln zu schlagen, sich nur durch die Aufwinde treiben lässt und den Überblick hat – von dieser Höhe kann er jede Maus auf der Erde sehen.

Das ist majestätisch. Nicht umsonst haben viele Könige Adler in ihrem Wappen. Gottes Wort sagt: Du bist, wenn du ein Leben aus Gott hast, wie ein Adler. Du bist nicht dazu bestimmt, nur auf der Erde herumzukriechen, sondern dich zu erheben zur Ehre und zum Lob Gottes.

Ich bin dankbar, dass Gottes Wort solche Bilder gebraucht. Ihr kennt vielleicht den Vers aus 2. Korinther 4,16, wo Paulus sagt: „Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert.“ Das ist ein richtiger Vers für Senioren.

Wenn auch der äußere Mensch verfällt – ich komme langsam in das Alter, in dem man alle seine Zipperlein merkt. Aber wie hat ein Arzt einem unserer alten Brüder mal gesagt, als der sein Leid klagte: „Ach, wissen Sie, wenn Sie morgens aufstehen und es zwickt im Rücken, dann danken Sie Gott, denn Sie leben noch. Wenn du nichts mehr spürst, bist du tot.“

Ich glaube, das ist eine Sache, die einen fröhlich machen kann, auch wenn es wehtut und die Bewegungen mühevoller werden. Ich bin dankbar, dass wir den inneren Menschen Tag für Tag erneuern können, indem wir uns mit Gott beschäftigen, sein Wort lesen und dadurch innerlich gestärkt werden – auch wenn wir äußerlich schwächer werden.

Das macht mir wirklich Mut. Ich weiß nicht, wie lange ich noch herumreisen und Gemeinden besuchen kann. Ich weiß nicht, wie lange Gott mir die Kraft gibt. Aber solange es so ist, will ich es gerne tun. Ausruhen kann ich mich im Himmel immer noch. Beim Herrn Jesus gibt es keine Rente, und dafür bin ich dankbar. Ich darf für ihn unterwegs sein.

Im Propheten Jesaja Kapitel 40 wird auch dieser Vergleich gemacht, dass wir wie Adler sind. Ich bin dankbar für diesen Vergleich. So zählt David sechs Wohltaten auf, an die er in der ersten Strophe dieses Psalms erinnert.

Zweite Strophe: Lob seiner Eigenschaften (Verse 6–11)

Die zweite Strophe lobt Gottes Eigenschaften. Und das ist auch interessant. Wie sagt er? Der Herr verschafft Gerechtigkeit und Recht allen, die bedrückt werden. Das macht deutlich: Gott ist gerecht und setzt sich für Bedrückte ein.

Jesus macht das ebenfalls sehr deutlich. Wenn er seinen Vater im Himmel beschreibt, sagt er, dass wirklich alle Bedrückten zu ihm kommen können. Auch zu meinem Jesus: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe geben.“

Vers 7 zeigt eine Eigenschaft Gottes. Ich habe es mal aufgeschrieben: „Wege und Taten.“ Er tat seine Wege kund dem Mose, den Söhnen Israel seine Taten. Das ist nicht einfach eine Wiederholung desselben Gedankens. Man merkt sehr wohl, dass Gott mit Mose anders umging als mit dem Volk Israel.

Das Volk Israel bekam nur die Taten Gottes mit, aber mit Mose redete Gott wie ein Mann mit seinem Freund. Gott machte Mose seine Pläne kund, er sagte ihm, was er tun wollte. Er sagte ihm, was beim Durchzug durch das Meer geschehen würde. Er erklärte, wie es mit dem Felsen sein würde. Er gab ihm Anweisungen zum Bau der Stiftshütte. Und er übergab ihm das Gesetz.

Die Kinder Israel sahen nur die Auswirkungen und verstanden vieles nicht. Ich bin dankbar, dass wir im Neuen Testament die Möglichkeit haben, durch das Lesen der Bibel die Gedanken Gottes wirklich kennenzulernen. Nicht nur das, was er tut, sondern auch, was er sich vornimmt zu tun.

Im Alten Testament sagt Gott einmal dieses Prinzip: Er tut nichts, ohne es vorher seinen Propheten mitzuteilen. Gott ist also kein unberechenbarer Gott. Er macht seine Pläne und Vorhaben nicht unbedingt dem ganzen Volk klar, aber denen, mit denen er inneren Kontakt hat.

Da wir im Neuen Testament als Gläubige eine persönliche Beziehung zu Jesus haben, können wir anhand der Bibel verstehen, was er will und was er tun wird. Die Dinge, die auf uns zukommen, sind nicht unvorhersehbar. Gott hat vieles vorausgesagt, auch was die Zukunft betrifft. Natürlich nicht alles im Detail. Aber wir können wissen, was Gott noch mit dieser Welt vorhat, auch mit seinem Volk Israel.

In Vers 8 heißt es: „Der Barmherzige und Gnädige, der Herr, langsam zum Zorn und groß an Gnade.“ Das sind wirklich herrliche Eigenschaften Gottes. Für uns sind Vers 6 und Vers 8 oft Gegensätze. Entweder ist ein Richter gerecht oder er ist barmherzig. Aber bei Gott ist beides vorhanden. Das sind zwei Seiten unseres Gottes. Gott ist sowohl gerecht als auch gnädig und barmherzig. Das ist wirklich ein großes Wunder.

Das ist Lob seiner Eigenschaften, dafür dürfen wir von Herzen dankbar sein. Außerdem spricht Vers 9 davon, dass Gott geduldig und langmütig ist und nicht nachtragend. Das ist mir auch einmal so groß geworden. Zweimal im Alten Testament und zweimal im Neuen Testament wird gesagt, dass Gott ihrer Sünden nie mehr gedenkt.

Da ist Gott völlig anders als wir. Wir rechnen auf. Wir haben immer sozusagen einen Bierdeckel, auf dem wir Striche machen. So führen wir eine Strichliste: „Weißt du noch damals, da hast du …“ und dann „Bürstchen wehe noch mal.“ Wir zählen nach, aber Gott nicht.

Ich war vor Jahren auf einem Seminar von William MacDonald – er ist inzwischen beim Herrn, der Glückliche. Dort wurde er in der Fragestunde gefragt, wie Gott denn vergibt. Er sagte: Das kennt ihr sicherlich alle. Du hast gesündigt, du gehst auf deine Knie und sagst: „Herr Jesus, vergib mir meine Sünden. Bitte, Herr Jesus, vergib mir. Herr Jesus, bitte, bitte, bitte, vergib mir, vergib mir, Herr Jesus, bitte, bitte, bitte.“ Wann vergibt Herr Jesus? Nach dem fünften Mal? Nach dem zehnten? Nach dem zwanzigsten? Nach dem ersten Mal, klar. Und du bist dankbar, dass er dir vergeben hat.

Zehn Minuten später machst du den gleichen Fehler wieder. Du gehst wieder auf deine Knie und sagst: „Herr Jesus, schon wieder!“ Und Herr Jesus sagt: „Was, schon wieder?“ Versteht er das? Ihrer Sünden werde ich nie mehr gedenken. Das ist gewaltig, oder?

Wir würden sagen: „Junge, mit dem kommst du nicht noch mal durch.“ Petrus fragt ja auch: „Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben?“ Er meint: „Also, da sind wir ja schon gut, wenn wir so wären, wie Petrus das wünscht – ja, sieben Mal am Tag, wenn jemand immer wieder zu mir kommt und um Vergebung bittet, soll ich ihm sieben Mal vergeben?“ Was sagt Jesus? Braucht man einen Taschenrechner dafür? Er sagt: „Sieben Mal siebzig“ – also 490 Mal am Tag vergeben. Und er meint nicht nur, wenn ich um Vergebung bitte, sondern auch, wenn ein anderer mich um Vergebung bittet.

Wir sind schon komisch, denn wir sind wirklich anders als Gott. Gott ist nicht nachtragend.

Dann heißt es in Vers 10: „Er hat uns nicht getan nach unseren Sünden.“ Was hätte Gott tun müssen? Nach unseren Sünden. David war sich dessen ganz bewusst. Er hatte Ehebruch begangen, Mord begangen, betrogen. Was hätte Gott tun müssen? Er hätte ihn töten müssen.

„Du hast uns nicht getan nach unseren Sünden.“ David weiß, dass Gott wirklich gnädig ist. Das haben wir ja in Psalm 51 gesehen, wo David die Gnade Gottes anruft und Gott ihm Vergebung gibt.

Wir dürfen wissen: Die Gnade Gottes ist durch Jesus zu uns gekommen. Weil Jesus für uns gestorben ist, kann Gott gnädig sein. Er ist unbegreiflich groß.

Wie haben wir das da gelesen? „Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, so übermächtig ist seine Gnade über denen, die ihn fürchten.“ Kann mir jemand sagen, wie hoch der Himmel über der Erde ist?

Wir können zwar messen, wie hoch die Atmosphäre ist, aber nicht der Himmel. Das ist nicht messbar. Ich finde es erstaunlich, dass David das schon begriffen hat. Der Himmel ist nicht nur das, was ich hier an Blau sehe. Er merkt, die Gnade Gottes ist nicht zu messen, und ihm wird die Gnade Gottes groß.

Wenn ich über diese Dinge nachdenke, das Lob seiner Eigenschaften, dann komme ich zur Anbetung. Ich staune über diesen Gott und stoße an die Grenzen dessen, was ich formulieren kann. Ich kann nur sagen, wie man bei uns im Ruhrgebiet sagt: „Wow, oh ey!“ – sagen Dortmunder, wenn sie überwältigt sind.

Und ich glaube, so geht es David hier auch.

Dritte Strophe: Lob seines Handelns (Verse 12–18)

Die nächste Strophe, die Verse zwölf bis achtzehn, preist sein Handeln. Sofern der Osten vom Westen entfernt ist, hat er unsere Vergehen von uns entfernt. Ist das nicht erstaunlich? David wusste noch nicht, dass die Erde rund ist. Nach seinem Verständnis hätte er genauso schreiben können: von Norden bis Süden, oder? Aber von Norden bis Süden wäre nach unserer Erkenntnis die runde Erde 22 Kilometer, oder?

Und er sagt von Osten bis Westen. Wie weit ist das? Unendlich. Egal, wo du auf der Erde bist, du hast immer Osten und Westen. Es geht immer weiter. Du kannst nach Westen laufen und laufen und laufen, manchmal mit dem Schiff, und du kommst immer wieder zurück. Du hast immer Westen und Osten.

David sagt, du hast unsere Vergehen von uns entfernt, so weit der Osten vom Westen ist. Unendlich. Und da merken wir, wie dumm im Grunde unsere – entschuldige bitte – Psychotherapeuten sind, die immer sagen: „Hey, lauf zurück und arbeite deine Vergangenheit auf.“ David wusste schon: Gott hat meine Vergehen weg. Du kannst laufen und laufen und laufen, und du findest sie nicht mehr. Und das ist schon erstaunlich, oder? Die Vergebung Gottes ist ungeheuer groß.

Lob seines Handelns, Lob seines Erbarmens. Hier wird ein Bild gezeigt, wie ein Vater sich über seine Kinder erbarmt. So erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten. Wohl dir, wenn du einen Vater hattest, der wirklich ein Vater war. Ich habe in diesen Tagen schon gesagt, wie wichtig es ist, dass wir als Väter Vorbild sind, damit unsere Kinder an uns etwas von Gottes Gnade erkennen können – wie ein Vater sich über seine Kinder erbarmt.

Wie dankbar dürfen wir sein, dass wir Gott nicht nur als Gott und als Richter kennen, sondern als liebenden Vater. Wir hatten ja beide keinen Vater. Danach waren wir so glücklich, dass wir einen Vater hatten. Ja, und jetzt sind wir gemeinsam, ne?

Vers 14: Gott kennt uns. Er kennt unsere Gebilde und gedenkt, dass wir Staub sind. Immerhin hat er uns ja selber gemacht. Er weiß, welches Material er verwendet hat. Er weiß, dass wir Staub sind. Er weiß um unsere Unzulänglichkeit. Er weiß, dass wir vergängliche Wesen sind. Er weiß, dass wir Sünder sind – und trotzdem liebt er uns. Und das ist erstaunlich.

Wir merken, David kommt zum Staunen und zum Anbeten über all diese Eigenschaften, über das Handeln Gottes.

Vers 15: Gott kennt unsere Vergänglichkeit – was für ein Gegensatz zu Gottes Beständigkeit und Ewigkeit! Und das ist schon so: Jeder, der älter geworden ist, sagt: „Wie Gras sind meine Tage, wie die Blume des Feldes, so blühe ich. Ein Wind fährt darüber, und sie ist nicht mehr.“ Wie vergänglich sind die paar Jahre, die wir auf dieser Erde sind, ne?

Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden. Es ist schon interessant, dass der Kirchentag nur den letzten Teil des Satzes gebraucht hat, ne? Dass wir klug werden. Vorne haben sie das weggelassen: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen.“ Unser Leben vom Ziel her zu betrachten – dadurch wird man klug. Und ich bin dankbar, dass er uns kennt und trotzdem liebt.

Wir denken immer und wir leben immer, als würden wir ewig leben. Das ist schon eigenartig. Du darfst mit Senioren nicht über den Tod reden. Das ist tabu, da redet man nicht drüber.

Vers 16: Gottes Gnade ist nie zu Ende. Oder Vers 17: „Die Gnade des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit bis zu den Kindeskindern.“ Wie dankbar dürfen wir sein, dass Gott so ist und so handelt.

Jeder von uns, der gläubige Eltern gehabt hat, gläubige Großeltern, darf dankbar sein, weil man ein Stück unter dem Segen steht, den Gott diesen Vorvätern gegeben hat.

Vierte Strophe: Lob seiner Schöpfung (Verse 19–22)

Die vierte Strophe lobt Gottes Schöpfung. Diese wenigen Verse machen auf einfache Weise deutlich, dass Gott uns seinen Thron zeigt. Sie betonen, dass Gott in Ewigkeit lebt und regieren wird. Seine Herrschaft erstreckt sich über alles.

Anschließend werden alle aufgefordert: "Preist den Herrn, ihr Engel! Preist den Herrn, ihr Heerscharen! Preist den Herrn, seine Werke! Preist den Herrn, meine Seele!"

Wenn man über diesen Psalm nachdenkt, kommt man ebenfalls zum Loben und Danken. Ist euch aufgefallen, dass der letzte Satz derselbe ist wie der erste? "Preise den Herrn, meine Seele." Es ist, als würde David den Sack zumachen.

Im Grunde ist dieser Psalm wie ein Perpetuum mobile: Du kannst immer wieder von vorne anfangen. Er endet mit "Lobe den Herrn, meine Seele" und beginnt so auch wieder. So kannst du beständig dranbleiben.

Luther soll gesagt haben: "Das ist mein liebster Psalm." Und ich muss sagen, je mehr man sich damit beschäftigt, desto lieber wird er einem. Wir haben sehr viel Grund, unseren Herrn zu loben.

Noch einmal dieser bekannte Satz: Loben zieht nach oben, und Danken schützt vor Wanken. Amen.

© Autor, Referent: Eberhard Platte

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