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Abraham verleugnet seine Frau Sara bei Abimelech II

SerieTeil 4 / 12Auf den Spuren der Stammväter Israels

Einleitung und Nachtrag zur Frage der Verantwortung

Ich möchte noch einen kleinen Nachtrag machen. Wir haben über Sarah und ihre Loyalität zu Abraham gesprochen, die sich eben nicht darin zeigen sollte, dass sie lügt. Und es ist tatsächlich so: In 1. Mose 12 hatte Abraham sie dazu aufgerufen, die Ehe zu verleugnen. Wir lesen aber nicht, dass sie es getan hat, sondern der Vorwurf wird vom Pharao an Abraham gerichtet.
In 1. Mose 20 haben wir jedoch einen Unterschied. In Vers 5 sagt Abimelech zu Gott: „Hast du nicht selbst zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester? Und sie selbst hat auch gesagt: Er ist mein Bruder.“ Ja, da hat sie sich eben verschuldet. Aber sie hätte nicht sagen können: Mein Mann wollte das so, und darum muss ich sündigen.
Natürlich hat der Mann die größere Verantwortung, weil er das Haupt in der Ehe ist. Das sehen wir auch sehr eindrücklich bei Ananias und Saphira, diesem Ehepaar in Apostelgeschichte 5. Das ist das erste Mal, nachdem die Gemeinde entstanden war, dass offenbare Sünde in der Gemeinde aufgekommen ist.
Beide hatten gemeinsam Grundstücke, Immobilien, verkauft. Einen Teil des Erlöses brachten sie den Aposteln für die Gemeinde. Sie hätten das nicht tun müssen. Dieses Verkaufen von Immobilien, um die Gemeinde zu unterstützen, war freiwillig. Aber sie hatten so getan, als hätten sie alles gegeben, den ganzen Betrag.
Dann macht Petrus Ananias gegenüber klar, warum er es so gemacht hat. Ananias kann sich da nicht mehr erklären und fällt tot um. Später kommt die Frau, und sie wird gefragt, ob es für so viel gewesen sei. Sie kann sagen: Ja, für so viel. Dann fällt auch sie tot um.
Ananias hatte nicht mehr die Gelegenheit, die Sache zu klären. Gott hat dort mit Gericht eingegriffen. Aber die Frau hatte noch die Möglichkeit zu sagen: Nein, es war eigentlich nicht alles, was wir gegeben haben. Das zeigt, dass Gott die Verantwortlichkeit unterschiedlich beurteilt, weil der Mann die Hauptverantwortung als Haupt hat.
Aber man kann als Frau nicht sagen: Ja, das Haupt hat gesagt, ich muss diese und jene Sünde begehen. Das geht nicht. Da muss man Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Gottes Wege, wenn keine Bibel vorhanden ist

Ja, gehen wir zurück zu der Thematik vom Traum. Wir haben gesehen, dass in Vers 3 Gott im Traum erscheint. Und wir haben gesehen, dass es damals noch keine Bibel gab.
Dazu können wir auch Hiob 33 aufschlagen. Hiob können wir aufgrund von Angaben im Buch auf die Zeit nach der Sintflut datieren, also in die Jahrhunderte nach der Sintflut. Abraham, Isaak und Jakob kommen dort noch nicht vor, das Volk Israel schon gar nicht. Also muss man das Buch in dieser frühen Zeit des dritten Jahrtausends vor Christus datieren. Und dort gab es natürlich ebenfalls keine Bibel.
Aber in Kapitel 33 erklärt Elihu, der jüngste Freund von Hiob, Folgendes. Christian liest uns vor, wie Gott mit den Menschen spricht, Vers 14:
Doch auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite, und man wird es nicht gewahr. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf auf die Menschen fällt, im Schlummer auf dem Lager, dann öffnet er das Ohr der Menschen und bestätigt die Warnung für sie, um den Menschen von seinem Tun abzuwenden und den Hochmut vom Mann abzuwenden, um seine Seele zurückzuhalten von der Grube und sein Leben davon, in den Spieß zu rennen. Auch wird er gezüchtigt durch Schmerzen auf seinem Lager, und ununterbrochen währt der Streit in seinen Gebeinen. Und sein Leben verabscheut das Brot und seine Seele die Lieblingsspeise. Sein Fleisch vergeht, ist unansehnlich und fleischlos, es sind seine Knochen, die sonst nicht zu sehen waren. Und seine Seele nähert sich der Grube und sein Leben den Todesboten.
In zwei verschiedenen Arten spricht Gott zu den Menschen, in einer besonderen Weise. Vers 14: Doch in einer Weise redet Gott und in zweien, ohne dass man es beachtet. Das ist ein Zahlenspruch. Eins und zwei, um das Zwei noch mehr zu betonen.
Wir finden auch dieses Phänomen der Zahlensprüche in Sprüche 30. Dort wird wiederholt gesagt: Drei sind so und so, und vier. Das, um dann das Vierte besonders zu betonen. Oder in Amos 1 haben wir das auch: Wegen drei Freveltaten von ..., wegen vier werde ich es nicht zurücknehmen. Immer wieder drei und vier, so sind die Zahlensprüche.
Und jetzt hier geht es um zwei Dinge, und darum wird gesagt: In einer Weise redet Gott und in zweien, um das Zwei so zu betonen. Übrigens haben wir im gleichen Kapitel noch einen Zahlenspruch in Vers 29. Genau, danke, liest du, Christian?
Siehe, das alles tut Gott zweimal, dreimal mit dem Mann, um seine Seele von der Grube zurückzuholen, damit er vom Licht des Lebens erleuchtet werde.
Ja, das ist wichtig. Wenn man die Zahlensprüche versteht, bedeutet das nicht, dass Gott zweimal mit jedem Menschen spricht, sondern dreimal mindestens. Es kann auch mehr sein. Wenn wir an den Pharao mit den Plagen denken, nachdem er sich sechsmal selbst verhärtet hatte, hat Gott sein Herz verhärtet. Aber das waren zweimal drei Möglichkeiten. Und viele können sagen: Gott hat mich viel mehr gerufen als nur dreimal.
Aber hier wird betont: Das tut Gott zwei-, dreimal. Ein Zahlenspruch, eben das Drei wird betont. Dreimal macht Gott im Minimum, und zwar auf zwei verschiedenen Arten, wird hier betont.

Traum und Krankheit als göttliche Warnwege

Und die erste Art ist ab Vers 15 im Traum, im Nachtgesicht. Wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt, im Schlummer auf dem Lager, dann öffnet Gott das Ohr der Menschen und besiegelt die Unterweisung.
Das heißt also: Menschen, die keine Bibel haben, sind nicht einfach dem Schicksal überliefert. Sie haben nicht einfach die Situation: „Nie ein Missionar gehabt, und wenn sie dann sterben, gehen sie verloren.“ Nein, das geht nicht so. Das Wort: „Gott will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“, 1. Timotheus 2,4, das gilt weltweit.
Da können wir wissen, dass Gott auch die Heidenvölker ohne Bibel erstens durch die Schöpfung darüber belehrt, dass es einen Schöpfer gibt. Das sagt Römer 1 und 2. Und auch durch das Zeugnis des Gewissens gibt er Klarheit: Ich bin ein schuldiger Mensch gegenüber dem Schöpfergott, ich muss zu ihm umkehren.
Und dann hat Gott eben diese zwei Methoden: Traum und Krankheit. Die zweite wird dann von Elihu in Vers 19 ausgeführt: Auch wird er gezüchtigt mit Schmerzen auf seinem Lager, mit beständigem Kampf. Hier wird der Fall beschrieben, wo jemand wirklich bis an die Grenze des Todes kommt. Und Gott macht das, um ihn zur Umkehr zu leiten.
In den weiteren Versen 23 bis 28 sieht man dann, wie ein Mensch so umkehrt und die Vergebung Gottes in Anspruch nimmt. Und dann wird das abgeschlossen in Vers 29: Siehe, das tut Gott zwei-, dreimal mit dem Mann, um seine Seele abzuwenden von der Grube, dass sie erleuchtet werde vom Licht der Lebendigen.
Und jetzt sehen wir in 1. Mose genau diese zwei Methoden: Traum und Krankheit. Am Anfang war es in Vers 3: Und Gott kam zu Abimelech in einem Traum der Nacht. Und in Vers 17 hatten wir: Und Abraham betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech.
Und das kann uns Ruhe geben. Wir haben den Auftrag, alle Menschen mit der Frohen Botschaft zu erreichen. Jesus hat den Missionsbefehl gegeben, alle Nationen zu erreichen, Matthäus 28, die letzten Verse. Aber da, wo wir eben nicht alle Menschen erreichen, dürfen wir wissen, dass Gott gerecht ist, und er ruft auch anders. Das tut er.
Aber jetzt speziell Menschen ohne Bibel.

Träume in der Heilsgeschichte und der Unterschied zum heutigen Glaubensweg

Wenn wir dann im Neuen Testament sehen, dann kommen an heilsgeschichtlich wichtigen Punkten Fälle vor, in denen Gott durch Träume gesprochen hat. Zum Beispiel bei Joseph, der fragte, ob er sich von Maria trennen müsse. Dort wird ihm Weisung gegeben. Ebenso, als es darum ging, nach Ägypten zu fliehen, weil Herodes den geborenen Erlöser umbringen wollte.
Das Merkmal ist: Alles verläuft auf derselben Linie, wie wir es schon gesehen haben. So hat Satan versucht, durch Sara den Heilsplan Gottes zu zerstören, indem sie die Frau des Pharaos werden sollte, und dann die Frau des Philisterkönigs Abimelech. Und so hat Satan durch die ganze Geschichte hindurch versucht, den Heilsplan zu zerstören. Gerade dort sehen wir auch, dass Gott durch Träume gewiesen hat. Aber das geschah nicht bei irgendwelchen Nebensächlichkeiten, wenn jemand sozusagen seinen Federkiel verloren hat, sondern an Schlüsselstellen.
Ein anderes Beispiel ist aus Apostelgeschichte 16 herausgegriffen: Paulus weiß nicht recht, in welche Richtung er als Missionar weitergehen soll. Schließlich wird durch ein Nachtgesicht, durch einen Traum, klar, dass er nach Europa muss. In diesem Traum sieht er den mazedonischen Mann, der mazedonische Kleider trägt, und der sagt: Komm herüber und hilf uns. Das führt dazu, dass der Apostel Paulus unseren Kontinent besucht. Ja, aber das sind Schlüsselstellen in der Heilsgeschichte, nicht einfach irgendwelche Nebensachen.
Und dann gilt für uns, die wir die Bibel haben, grundsätzlich das Prinzip aus 2. Korinther 5,7: Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen. Das ist das, was in der heutigen Zeit charakteristisch ist, dass Gott uns wesentlich durch Glauben führt, und nicht durch Schauen. Aber dort, wo eben keine andere Wegweisung da ist, muss man damit rechnen, dass Gott regelmäßig Träume benutzt, wie das in Hiob 33 grundsätzlich dargelegt ist und mit einem Beispiel durch den Philisterkönig in 1. Mose 20 illustriert wird.

Die erste Begegnung mit Abimelech und die Bedeutung der Ehe

Jetzt ist also ganz wichtig, wie Gott mit ihm spricht, in Vers 3, Kapitel 20: „Siehe, du bist des Todes wegen der Frau, die du genommen hast.“ Frau nehmen, l’akach ischa, ist der hebräische Ausdruck. Er hat sie geheiratet, also die Eheschließung hat bereits stattgefunden, wie beim Pharao. Aber nicht mehr, denn er wurde krank und konnte gar nicht weitergehen. So hat Gott angegriffen.
Vers 4, liest du, Christian: „Abimelech aber hatte sich ihr nicht genaht, und er sprach: Herr, willst du denn eine gerechte Nation erschlagen?“ Ja, also ausdrücklich gesagt: Er hat sich ihr nicht genaht. Das ist der Ausdruck, um zu sagen, dass kein Geschlechtsverkehr stattgefunden hat. Man sagt, das ist ein Euphemismus, wenn man etwas sehr Intimes nicht einfach plump ausspricht, sondern fein andeutet. Dann heißt das eben: „der Frau nahen“. Das bedeutet „Geschlechtsverkehr haben“.
Ein anderer Ausdruck, der wiederholt in der Bibel vorkommt, ist „eine Frau berühren“. Zum Beispiel 1. Korinther 7,1-2. Die Korinther hatten einen Brief an Paulus geschrieben mit bestimmten Fragen zum Thema Ehe, Ehescheidung, Ehelosigkeit und so weiter. Bitte: „Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es gut für einen Menschen, keine Frau zu berühren. Aber um der Unzucht willen habe jeder seine eigene Frau und jede habe ihren eigenen Mann.“
Ja, also sie hatten die Frage gestellt: Wie ist das? Ist das eine gute Sache, wenn jemand ehelos bleibt, oder ist das nicht biblisch? Und da sagt er: Ja, es ist gut für einen Menschen, keine Frau zu berühren. Das heißt also, nicht zu heiraten und keinen Geschlechtsverkehr zu haben. Und er erklärt dann, wenn man diese Fähigkeit hat, dass man auf eine Ehe verzichten kann, ohne übermäßig zu leiden. Ein gewisses Leiden ist es immer, aber Paulus spricht von solchen, die eben übermäßig leiden. Dann sagt er, die haben nicht die Berufung zur Ehelosigkeit.
Aber Paulus hatte dadurch die Möglichkeit, eben noch viel mehr Zeit in das Werk des Herrn zu investieren. Aber sehen wir: Da wird das eben genannt, „keine Frau zu berühren“. Das ist ein Euphemismus, fein ausgedrückt, aber es bedeutet, keinen Geschlechtsverkehr zu haben. Und dann erklärt der Apostel in Vers 2: Aber es ist so, die Ehe ist ein moralischer Schutz. Das schützt gegen die Gefahr von Unzucht.

Abimelechs Gebet und Gottes Anerkennung seiner Lauterkeit

Jetzt zurück zu 1. Mose 20. Eben, wir sind ausgegangen von dem Ausdruck: Er hat sich ihr nicht genaht. Und dann sagt er zu Gott, spricht ihn an mit Herr. Also spricht er zum wahren Gott, betet zum wahren Gott im Traum. Das geht. Im Traum kann man, je nachdem, beten. Ich denke, das haben alle schon erlebt, dass das funktioniert. Und manchmal ist es wirklich wichtig, dass man im Traum betet.
Und er betet da im Traum: Herr, willst du denn eine gerechte Nation töten? Also ihm wird klar, dass er als König der Philister, der eine Frau genommen hat, geheiratet hat, die einem anderen gehört, dass er da unter das Todesurteil Gottes fällt und jetzt eben Sorge für seine ganze Nation vertritt.
Und dann erklärt er in Vers 5: Das ist alles so gekommen, weil Abraham gesagt hat, sie ist meine Schwester, und sie hat gesagt, er ist mein Bruder. Und er kann wirklich betonen: In Lauterkeit meines Herzens und in Unschuld meiner Hände habe ich dies getan. Ich war wirklich der Meinung, diese Frau ist ledig, und jetzt dürfte ich sie heiraten. Und sie war damals rund neunzig. Die war immer noch unglaublich schön. Übrigens, die Rabbiner in ihren Schriften preisen die Schönheit Saras. Das muss eben ein ganz spezielles Phänomen gewesen sein.
Aber darum ist es auch zu beachten, in 1. Petrus 3 spricht Petrus zu Frauen und darüber, wie sie auch durch ihr äußeres Auftreten, durch ihre innere Haltung, sprich von dem inneren Menschen, ein Zeugnis sein können, ein glaubwürdiges Zeugnis. Und dann sagt er als Vorbild: So schmückte sich nämlich damals auch Sarah. Also eine Frau, die in der Bibel als so ungewöhnlich beschrieben wird, mit einer unglaublichen Schönheit bis neunzig, die ist das Vorbild für jede Frau, wie man sich eben gibt.
Und zwar wird da betont auch die Bescheidenheit, die züchtige Kleidung usw., um eben dann zu unterstreichen: Genau so hat es auch Sarah gemacht. Aber das hat eben ihre Schönheit noch unterstrichen, diese gottgefällige Art, wie sie als Frau lebte.

Gottes Eingreifen, Gewissheit des Herzens und die Bitte um Bewahrung

Ja, und jetzt weiter, Vers 6, liest du nochmals?
Da sprach Gott im Traum zu ihm: Auch ich weiss, dass du in Lauterkeit deines Herzens dies getan hast. Und so habe ich selbst dich auch davon abgehalten, gegen mich zu sündigen. Darum habe ich dir nicht gestattet, sie zu berühren.
Ja, jetzt haben wir den Ausdruck „berühren“, wie in 1. Korinther 7. Also bestätigt Gott: Abimelech sagt, das war richtig, alles aufrichtig, und ich war jeder kann sagen, in der und der Situation, das war wirklich von mir ganz aufrichtig gemeint, und da war kein falscher Gedanke dabei. Aber wir können ja nicht in die Herzen schauen. Aber Gott kann es. In Jeremia 17 lesen wir, dass Gott die Herzen prüft, und hier sehen wir: Gott sagt, ich weiss, dass du in Lauterkeit deines Herzens dies getan hast. Gott anerkennt, dass bei diesem Mann das wirklich sauber war. Da war kein falscher Gedanke dahinter.
Und jetzt die Belohnung: Weil es bei ihm so war, hat Gott eingegriffen. Und so habe ich dich auch davon abgehalten, gegen mich zu sündigen. Hätte in einer anderen Situation eben jemand nicht in Aufrichtigkeit des Herzens gehandelt, hätte Gott nicht unbedingt geschützt.
Und dazu eine Stelle aus den Sprüchen: Sprüche 22,14. Eine tiefe Grube ist der Mund von fremden Frauen; wem der Herr zürnt, der fällt hinein.
Ja, also das Buch der Sprüche zeigt uns in vielen Versen, was eine Frau ist nach Gottes Gedanken, und sie wird gepriesen in diesem Buch. Aber es wird auch hier vorgestellt, wie Frauen ihr Frausein missbrauchen können, um eine Gefahr zu sein. Und hier betont nun Salomo: Wem der Herr zürnt, der fällt hinein. Also, wenn ein Mann eben auf einem falschen Weg ist, falsche Gesinnung hat, dann muss er nicht damit rechnen, dass Gott ihn bewahrt vor einem schweren Fall. Aber wir sehen: Wenn jemand in Aufrichtigkeit wandelt, kann er damit rechnen, dass Gott bewahrt und schützt.
Und jetzt verstehen wir einen Satz aus dem Unser Vater besser. Der Vorgänger vom jetzigen Papst meinte ja tatsächlich, in der Öffentlichkeit die Bibel korrigieren zu müssen und zu behaupten, das sei falsch, die Formulierung: Und führe uns nicht in Versuchung. Und jetzt ist das geändert worden, nicht wahr? Dass an vielen Orten anders gebetet wird, als wie es in der Bibel steht. Aber es steht in der Bibel wirklich so: Führe uns nicht in Versuchung!
Können wir aufschlagen? Matthäus 6 liest uns vor, dass unser Vater in 6,9-13:
Betet ihr nun so: Unser Vater, der du bist in den Himmeln, geheiligt werde dein Name; dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute; und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen.
Danke! Und dann wäre noch zu ergänzen, was leider in manchen Bibeln fehlt, weil sie dem Minderheitstext folgen, anstatt dem Majority Text, dem Mehrheitstext. Das ist der Text von den etwa 5 Handschriften, die wir heute besitzen vom Neuen Testament. Die Masse zeigt eine unglaubliche Übereinstimmung, das ist der Mehrheitstext. Und er geht hier weiter: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Das gehört dazu.
Und wird übrigens bestätigt in 2. Timotheus. Paulus spielt auf dieses Gebet an und spielt an auf Bitten in dem Gebet und dann auch auf diesem Lobpreis am Schluss: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen. Das zeigt Apostel Paulus, als er den zweiten Timotheusbrief schrieb, kannte das Gebet, so wie es im Mehrheitstext ist, ganz eindrücklich.
Und nun sehen wir: Es gibt hier sieben Bitten. Der Herr zeigt mit diesem Gebet so exemplarisch, beispielhaft, was ein Gebet ist nach Gottes Gedanken. Da geht es nicht zuerst um uns, sondern es geht um die Ehre Gottes. Geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Und dann kommen die persönlichen Bitten: Unser nötiges Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schuld, denn wir haben unseren Schuldnern vergeben. Und jetzt bitte sechs und sieben: Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Bösen.
Also, das ist die Bitte, dass Gott eben das Leben so führt, dass man nicht zu Fall kommt, so wie ein Abimelech fast zu Fall gekommen wäre, aber Gott hat eingegriffen. Und der Gerechte darf bitten: Führe uns nicht in Versuchung. Aber Sprüche 22 sagt: Der Mund fremder Frauen ist eine tiefe Grube. Aber Gott kann helfen, dass man in diese Grube nicht hineinfällt. Aber der Vers sagt: Wem der Herr zürnt, der fällt hinein. Der kann beten, wie er will: Führe uns nicht in Versuchung. Und das ist gemeint: Gott kann die Umstände leiten. Und wir sehen genau: In dem Moment wurde Abimelech krank, nachdem die Ehe geschlossen war, und die Ehe konnte also nicht in Tat umgesetzt werden durch eine Hochzeitsnacht. Und das Gleiche im Fall des Pharaons in 1. Mose 12. Gott hat eben so geführt, dass er nicht in diese Versuchung fiel und es zur Sünde gekommen wäre.
Und darum die Bitte: Errette uns von dem Bösen! Da muss Gott aktiv eingreifen in unserem Leben, dass er uns von gefährlichen Fallen rettet. Und da sehen wir jetzt konkret, wie das Gott in zwei Fällen gemacht hat: beim Pharao und beim König der Philister.

Die Rückgabe Saras und die ernste Warnung Gottes

Jetzt gehen wir zurück zu 1. Mose 20, Vers 7. Es ist immer noch der Traum. Gott spricht zu Abimelech im Traum und gibt ihm Unterweisung. Denn er ist ein Prophet und wird für dich bitten, dass du am Leben bleibst.
Jawohl, also die Ehe war rechtlich geschlossen, aber in der Ehe noch nicht vollzogen. Und so hat Gott einen Stopp gemacht, und diese falsche Eheschließung konnte annulliert werden, also ungültig. Und Gott sagt: Gib sie zurück. Man kann nicht sagen: Offiziell ist er verheiratet. Nein, dieser Eheschluss war ungültig vor Gott und musste darum offiziell annulliert werden.
Und dann verheißt Gott, dass Abraham für ihn bitten muss, denn er ist ein Prophet und wird für dich bitten, und du wirst am Leben bleiben. Aber er hätte sich ja sagen können: Ich höre nicht auf diese Belehrung Gottes. Und Gott sagt im nächsten Satz: Siehst du, Christian, wenn du sie aber nicht zurückgibst, so wisse, dass du sterben musst, du und alles, was zu dir gehört. Ja, dann wäre das eine Todsünde gewesen, wo Gott also eingreift mit dem frühzeitigen Tod. Und 1. Johannes 5 spricht davon: Es gibt Sünde zum Tode, und es gibt Sünde, die nicht zum Tode sind. Das ist ein Beispiel. Also hätte er bestanden auf dieser Eheschließung, dann wäre der König gestorben.
Weiter Vers 8: Und Abimelech stand früh am Morgen auf und rief alle seine Knechte und redete alle diese Worte vor ihren Ohren. Da fürchteten sich die Männer sehr. Eindrücklich. Er träumt, und er hätte sich sagen können: Ja, das war eben einfach ein Traum, Träume sind Schäume. Und es ist ja so, in Prediger 5 lesen wir: Träume kommen durch viel Geschäftigkeit. Wir müssen eben nachts ein bisschen verrückt sein, damit wir am Tag wieder normal sind. Ja, im Traum werden Dinge verarbeitet und dann auch falsch verknüpft. Komisch, man hat Ideen im Traum, die hätte man im Wachzustand nie. Aber so ist das Träumen sehr wichtig, und darum ist es ja in einem Leben, das vielleicht 80 Jahre dauert, muss man sagen, dass man mehrere Jahre geträumt hat. Gott würde uns ja nicht einfach mehrere Jahre träumen lassen, wenn es nicht wichtig ist, dass wir träumen. Also, träumen brauchen wir, das ist ganz wichtig für die Verarbeitung.
Aber wir sehen, dass Hiob 33 klar macht, gerade da, wo keine Bibel ist, kann Gott eben auch durch Träume sprechen. Abimelech wusste: Das war Gott, der mit mir gesprochen hat. Und am nächsten Morgen ruft er alle seine Knechte zusammen. Jetzt sehr wichtig das Wort „Ebed“ auf Hebräisch. Knecht bedeutet: kann bedeuten ein Angestellter, ein Knecht, kann sogar bedeuten, je nach Stelle, ein Sklave. Aber die Bibel spricht oft von den Knechten des Königs. Das ist der normale althebräische Ausdruck für Minister. Also in der Regierung werden Minister in der Bibel Knechte des Königs genannt. Der hat also seine Minister, die mit ihm zusammen regiert haben, über die Philister zusammengerufen und hat ihnen erzählt, was Sache ist.
Und eindrücklich war es doch so, dass damals noch so viel Gottesfurcht bei den Philistern da war, dass die alle sich sehr fürchteten. Sie nahmen die Sache ernst. Wir sehen: Die Philister zur Zeit von Abraham sind nicht gleich wie die Philister später. Wir lesen im Buch der Richter ab Simson. Nach Simson kam dann übrigens im ersten Samuelbuch der nächste, das war der Hohepriester Eli, und dann kam noch Samuel. Da kam die ganze Geschichte von 450 Jahren Richterzeit zum Ende. Aber wir sehen: Bei Simson, da werden die Philister das Problem Nummer eins für Israel. Die sind plötzlich so mächtig und so stark. Und dann geht es weiter bei Eli: Die Philister sind wirklich ein Horror für Israel. Und auch unter Samuel. Aber schliesslich werden sie unter David richtiggehend besiegt.
Das hängt damit zusammen: Es gab in der Geschichte zwei grosse Einwanderungen von Philistern. Sie kamen aus der Ägäis, also aus der Mittelmeerinselwelt. Das waren eigentlich Leute europäischer Kultur. Sie reisten nach Ägypten hinein, wie uns 1. Mose 10 zeigt, und dann gingen sie über den Weg der Philister, das ist entlang des Mittelmeers in das Gebiet des heutigen Gazastreifens und darum herum. Es gab eine Einwanderungswelle nach der Sintflut, und darum sind wir dann bei Abraham: Die Philister sind im verheissenen Land. Aber es gab um 1200 vor Christus eine viel grössere, massive Einwanderungswelle aus der Ägäis eben in dieses Gebiet, und diese Philister haben das gerade Schwert eingeführt.
Man kannte damals im Nahen Osten speziell das krumme Schwert. Das hatte nur eine Klinge, und damit hat man den Feind geschlagen, nicht gestochen. Aber wir sehen zwar einige Zeit noch vor 1200, früher sehen wir einen der ersten Richter, wie heisst er, dieser Linkshänder, wie, nein, noch vor der EFTA, einen, der hat sich ein gerades Schwert gemacht mit zwei Klingen. Da ging er zum Moabiterkönig und sagt: „Ich habe ein Wort Gottes für dich“, sagt er, alle müssen raus, er wollte das für sich allein, und dann hat er mit dem geraden Schwert eben nicht geschlagen, sondern gestochen. Das war eine Innovation, unglaublich damals. Der konnte das gerade Schwert eben da auf der rechten Seite unter seinem Mantel anbringen. Das Krummschwert, das hätte man gesehen, weil da kommt der Mantel ein bisschen hoch. Ganz schön versteckt, und er war Linkshänder, sagt die Bibel in Richter 3, und dann ist er eben mit der Hand vor dem König so langsam rübergegangen. Das war nicht so verdächtig wie diese Bewegung, weil die meisten waren Rechtshänder. So links und dann zieht er das Schwert. Also das war eine Ausnahme.
Und diesen Hintergrund muss man wissen. Also in der Militärgeschichte war das so: das Krummschwert, und erst mit den Philistern kam das gerade Schwert, und das hat diesen Philistern eine unglaubliche militärische Überlegenheit ermöglicht. Und so sind die zu einer Plage geworden für Israel, bis dann Gott in seiner Gnade durch David den Sieg gegeben hatte.
Aber warum erzähle ich das Ganze? Der langen Rede kurzer Sinn: Die Philister werden ja eben ganz anders beschrieben in der Zeit von Abraham, aber die waren aus der ersten Einwanderungswelle, und die waren anders. Und wir sehen auch diese Gottesfurcht bei den Ministern. Und übrigens, wenn ich gesagt habe „Knecht des Königs“, der Minister, das Wort Minister ist eigentlich ein griechisches Wort und bedeutet ganz wörtlich wie „ministrieren“: dienen. Ein Minister in der Regierung, der sollte sich sehen als Diener des Staates, der nicht seine eigenen Vorteile sucht, sondern das Wohl des Volkes. Ja, und das wird eben hier klar ausgedrückt, die Knechte. Sie fürchten sich sehr.
Vers 9: Und Abimelech rief Abraham und sagte zu ihm: Was hast du uns angetan? Und was habe ich an dir gesündigt, dass du über mich und über mein Königreich eine so grosse Sünde gebracht hast? Dinge, die nicht getan werden dürfen, hast du mir angetan? Also, jetzt zieht er Abraham zur Verantwortung. Was hast du uns angetan? Und er sagt: Hätte ich das gemacht, was ich vorhatte, hätte ich eine grosse Sünde begangen. Das war ihm ganz klar. Ehebruch ist eine grosse Sünde, ist ein absolutes No-go, und sagt: Dinge, die nicht getan werden sollten.
Und weiter Vers 10: Und Abimelech sagte zu Abraham: Was hast du damit beabsichtigt, dass du dies getan hast? Jetzt spricht er ihn ins Gewissen hinein. Was war der Hintergrund, was waren deine Absichten? Er kannte ja sein Herz nicht und fragte sich, hat er damit ein Unglück über sie bringen wollen? Das musste Abraham für sich selber beantworten, aber er gibt ihm Hinweise, wie das gekommen ist.
Vers 11: Und Abraham sprach: Weil ich mir sagte, gewiss gibt es keine Gottesfurcht an diesem Ort, und sie werden mich erschlagen um meiner Frau willen. Er hat die Philister damals unterschätzt. Da war eben eine gewisse Gottesfurcht da, und darum hatte er eine falsche, eine nicht berechtigte Angst gehabt. Und dann gibt er die Erklärung. Ja, also so ganz offensichtlich gelogen war es ja nicht.
Vers 12: Und sie ist auch wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters ist sie, nur nicht die Tochter meiner Mutter, so ist sie meine Frau geworden. Ja, also das gibt die Klärung für seinen Versuch, mit der Wahrheit zu lügen.
Weiter Vers 13: Und es geschah, als Gott mich aus meines Vaters Haus ziehen und umherirren liess, da sagte ich zu ihr: Das sei deine Gefälligkeit, die du mir erweisen mögest. An jedem Ort, wohin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder. Also Gefälligkeit, aber Chesed im Sinne von Loyalität. Aber wir haben gesehen, das ist eigentlich eine Umdrehung. Loyalität zum Ehebund war nicht, die Ehe zu verleugnen.
Und jetzt etwas ganz Interessantes. Nein, in Vers 13 meine ich noch, Verzeihung, Christian: Wenn Abraham sagt, als Gott mich aus dem Haus meines Vaters wandern liess, das Wort Gott ist das Wort Elohim. Es gibt verschiedene Wörter im Hebräischen, die auf Deutsch in der deutschen Bibel übersetzt werden mit Gott, aber Elohim ist das, was am meisten vorkommt, über zweitausendmal. Also meistens, wenn man Gott liest, steht Elohim. Und in recht wenigen Fällen vergleichsweise ist das Wort El, das heisst auch Gott, aber mit dem Nebenbegriff Gott der Starke. Da wird die Macht Gottes besonders betont. Bei Elohim, das kommt von einer Wurzel, der von Verehren, also der Verehrungswürdige. Aber da gibt es an manchen Stellen, aber eben in der Minderzahl, die Einzahl Eloah, typischerweise übrigens im Buch Hiob, dort im Buch Hiob selber oft Eloah in der Einzahl und dann Elohim.
Jetzt fragt man sich aber, was bedeutet diese Mehrzahl? Darf man übersetzen mit Götter? Nein, es beginnt ja schon im ersten Satz der Bibel. Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde, da steht Bereshit bara Elohim. Aber man kann nicht übersetzen mit Götter. Warum? Weil das Verb schuf ist dritte Person, Einzahl, bara und nicht baru. Da müsste man übersetzen: Am Anfang schufen die Götter. Aber es heisst bara, also muss man Elohim als ein Gott verstehen. Und trotzdem ist da diese Pluralform. Und es gibt eben wenige Stellen, wo das Verb auch im Plural ist. Und hier im hebräischen Text steht eben hid'u, als die Elohim mich aus dem Haus meines Vaters wandern liessen. Das steht da auf Hebräisch. In jeder hebräischen Bibel steht das so, wie das in der Gurg gelesen wird. Also, an wenigen Stellen wird gezeigt, dass es eben in dem einen Gott eine Pluralität gibt. Und darum macht die Bibel übrigens schon im Alten Testament und dann ganz, ganz besonders klar im Neuen Testament, dass der eine Gott eben eine Gemeinschaft ist von Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Und das kommt hier in dieser Stelle zum Ausdruck, dass also Abraham, der Stammvater Israels, kannte den dreieinen Gott. Und das ist nicht die einzige Stelle, wie ich schon gesagt habe, zum Beispiel Vater Jakob, Abraham, Isaak, Jakob. In 1. Mose 35 liest Christian noch Vers 7: Und er baute dort einen Altar und nannte den Ort El-Betel. Denn dort hatte Gott sich ihm geoffenbart, als er vor seinem Bruder floh. Ja, und hier steht wörtlich im Hebräischen: Denn die Elohim hatten sich ihm dort offenbart. Wirklich, das Verb offenbart ist eben nicht „Nigla“, das erdrückte Personenzahl, sondern „Niglu“. Da steht: Wirklich, da die Elohim hatten sich ihm offenbart. Das ist eben der dreieine Gott.
Und es gibt noch mehr solche Stellen, und das ist natürlich der Hintergrund auch von 1. Mose 1 im Schöpfungsbericht, wo es heisst, dass Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserem Bild. Da spricht Gott nicht zu den Engeln. Gott stellt sich nicht auf eine Stufe mit den Engeln in unserem Bild, aber hier spricht diese Pluralität in der Gottheit, Vater, Sohn und Heiliger Geist: Lasst uns Menschen machen. Und dann auch in 1. Mose 11: Lasst uns herabfahren und ihre Sprache verwirren. Auch dort ein Aufruf in Plural. Und so gibt es noch eine Serie von Stellen durch das Alttestament hindurch, wo eben klargemacht wird, dass es eben in der Gottheit, in dem einen Gott, nicht nur eine Person gibt, der Vater, sondern der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.
Also nochmals für die, die mitschreiben: 1. Mose 35,7: Denn die Elohim hatten sich ihm dort offenbart, also für seinen Bruder floh. Und hier in 1. Mose 20 nochmals Vers 13: Als die Elohim mich aus dem Haus meines Vaters wandern liessen.

Abschluss der Erzählung und die Bewahrung vor dem Fall

Und jetzt wollen wir zum Schluss kommen, Vers 15, Liste nochmals, Christian. Und Abimelech sagte: Siehe, mein Land liegt vor dir; wohne, wo es gut ist in deinen Augen. Und zu Sarah sagte er: Siehe, ich habe deinem Bruder tausend Silberschekel gegeben; siehe, das sei zu deinen Gunsten eine Augendecke für alle, die bei dir sind, und du bist in allem gerechtfertigt.
Und Abraham betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech und seine Frau und seine Mägde, sodass sie wieder Kinder gebaren. Denn der Herr hatte jeden Mutterleib im Haus Abimelech vollständig verschlossen um Saras willen, der Frau Abrahams.
Schon erstaunlich: Dieser Mann ist bereit, diese Eheschließung zu annullieren, die Frau Abraham zurückzugeben, und das reicht ihm nicht. Er gibt ihm noch tausend Silberstücke, um wirklich das Ganze zu unterstreichen, dass er sich bewusst war, dass er da wirklich an der Klippe vor dem Abgrund stand, und Gott hatte ihn bewahrt. Eben nach dem Prinzip, dass Gott den, der ihm treu sein will, bewahrt vor dem Fall. Er darf bitten: Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Dieses Erlösen brauchen wir ständig wieder neu.
Und jetzt, ich habe ganz am Anfang gesagt, wir müssen auf die Zusammenhänge achten. Wir haben jetzt den Zusammenhang noch nicht gesehen mit 1. Mose 19. Da wird der gerechte Lot, haben wir letztes Mal gesehen, aus Sodom gerettet. Und dann geht er ins Bergland, und dann geben die beiden Töchter ihm ganz viel Alkohol, und es kommt zu Inzest in der Familie. Er ist gefragt: Wie ist das möglich? Warum hat Gott dort nicht eingegriffen? Er hätte die Töchter krank machen können, dann wäre das nicht dazugekommen. Aber das zeigt uns, dass Lot mit dem Alkohol locker war. Denn klar, die haben ihm immer wieder eingegossen, und dann ist das Glas oder der Becher immer auf der gleichen Höhe.
Aber das kann uns auch geschehen, bei gewissen Einladungen, bei Nachgeschobtem immer gleich. Aber man muss selber denken, und man merkt es auch sehr schnell: Da muss ein Riegel vorgeschoben werden. Und Lot hat da bei dem Alkohol versagt, und Gott hat ihn fallen lassen. Das ist wirklich eindrücklich, diesen Kontrast zu sehen: Lot und dann der König der Philister, der von Gott bewahrt wird. Und das ist nicht umsonst so nebeneinander gestellt, um uns zu zeigen, dass sogar einem gerechten Lot das geschehen konnte.
Und das erinnert uns natürlich wieder: Wir müssen die Parallelen ziehen. Die Sintflut war vorbei, Noah wandelte mit Gott, und er fand Gnade in den Augen Gottes. Und nach der Sintflut wird ein Weinbau so eine Klippe, und dann hat er sich betrunken, und irgendetwas im Herzen war nicht gut, und Gott hat das zugelassen. Und wir wissen, was daraus hervorgekommen ist, wie dann eben Ham sich an seinem Vater so über den Vater lustig gemacht hat. Die ganze Würde des Vaters hat er in den Dreck gezogen.
Und da sehen wir aber auch wieder: Da hat Noah nicht eine klare Linie gezogen. Es ist so wichtig, dass wir in verschiedenen Bereichen ganz klar sehen, wo die Linie ist, die Gott uns zeigt, damit er uns bewahrt, dass wir nicht in etwas hineinfallen.

Daniel als Beispiel bewusster Treue

Und ganz zum Schluss jetzt noch Daniel, Daniel 1. Er kam als junger Mensch nach Babylon. Sie müssen sich vorstellen: ein Teenager mit seinen Freunden, drei guten Freunden. Und die sollen an der Uni von Babylon studieren, sechs Semester, hier steht drei Jahre, und sie sollen jeden Tag am Tisch des Königs essen, von der Tafelkost des Königs.
Und das war klar: Dieses Fleisch wurde vorher den Göttern Babylons geweiht, und jeder, der davon aß, bezeugte damit: Ich bin in Gemeinschaft mit den Göttern Babylons. Jetzt war für Daniel klar: Das geht nicht.
Aber das Problem war: Das Schönheitsideal in Babylon war nicht Anorexie, also so dünn wie möglich, sondern sie sahen Schönheit nicht als dick, aber gesund an, und dieses Ideal musste erhalten bleiben. Daniel kommt auf die Idee: Ich könnte ja meinen Vorgesetzten fragen, ob ich nicht Gemüse nehmen darf. Aber mit Gemüse muss man schon ziemlich viel Gemüse essen, damit man die nötigen Kalorien kriegt.
Und es wird dann erlaubt, und die vier haben schließlich so Gemüse gegessen, und das als Jungs, dass sie nachher auch besser aussahen als die anderen. Aber Daniel kam nach Babylon nicht einfach so und hätte sich sagen können: Ja gut, das ist jetzt einfach so in diesem heidnischen Land. Und wenn Gott wirklich nicht will, dass ich von diesem Fleisch esse, dann warte ich mal, bis er vorbeikommt, und dann sagt er mir vielleicht: Daniel, du bist Jude, du isst dieses Fleisch. Ja, eigentlich möchte ich nicht. Damit konnte er nicht rechnen.
Er musste die Initiative ergreifen, aber dann hat Gott geführt: Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Also die Initiative war bei Daniel. Und da möchte ich eben noch zum Schluss lesen: 1. Mose 1 Vers 8? Nein, Daniel 1,8. Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit der Tafelkost des Königs und mit dem Wein, den er trank, unrein zu machen, und er erwarb sich vom Obersten der Hofbeamten, dass er sich nicht unrein machen müsse. Und Gott gab Daniel Gnade und Erbarmen vor dem Obersten der Hofbeamten.
Wichtig: Vers 9 kommt nach Vers 8. Daniel hat sich vorgenommen: Ich möchte einen Weg der Treue gehen. Und dann hat Gott von seiner Seite gehandelt und hat ihn nicht in Versuchung geführt, sondern ihn von dem Bösen erlöst.

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