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Bewahrung vor falschem Handeln durch Gnade

Der verfolgte David - Teil 36
1. Samuel 25,1-3911.03.2024
SerieTeil 37 / 421. Samuel (Vers-für-Vers)
David begibt sich in die Wüste. Dort wohnt Nabal und verhält sich David gegenüber unmöglich. David wird dadurch gereizt und will Nabal und seinen Besitz vernichten. Wie kann er noch aufgehalten werden?

Ein gefährlicher Ort in der Wüste und eine Oase der Erfrischung

 1. Samuel 24, ich lese Vers 1: Und David zog von dort hinauf und blieb auf den Bergfestungen von Engedi.
Engedi ist eine Oase in der jüdischen Wüste, wo David hauptsächlich auf der Flucht vor Saul war. Diese Wüste ist wirklich gefährlich, wenn man zu wenig Wasser hat. Wir haben das auch schon erlebt. Ich habe mit meiner Frau eine ausgiebige Wanderung durch die Wüste gemacht, viele Höhenmeter, und dann sind wir in die Wüste oberhalb von Engedi gegangen. Aber das war so katastrophal ausgeschildert, und die Karte, die ich mitgenommen habe, war eine Vogelschaukarte. Das ist nicht das Ideale, das empfehle ich dann nicht. Aber wir haben uns wirklich in der Wüste verlaufen.
Natürlich hatten wir viel Wasser mitgenommen, aber irgendwann kam der Punkt: kein Wasser mehr. Und zu allem war es Jom Kippur. Das ist wirklich der Tag, da muss man also nichts mehr erwarten. Und ich habe dann noch einen Notfall angerufen, und da kam also wirklich nichts. Und dann haben wir nochmals lange gesucht, ob wir nicht in unserem Gepäck doch noch etwas haben. Da kam dann so ein schwarzes Getränk ans Licht. Das hat geholfen beim Überleben.
Aber wirklich, diese Wüste ist gefährlich. Schliesslich haben wir dann doch einen Ort für den Abstieg gefunden, zuerst den vorgesehenen. Aber der war so gefährlich, dass ich sagte: Nein, da können wir nicht runter. Dann sind wir weiter, weiter, und haben den Abstieg dann genommen zur Oase Engedi. Aber das war dann schon Nacht. Und das ist dann auch die Zeit, wo die nachtaktiven Tiere wach werden, wie der Leopard und noch weitere. Ja, das war natürlich nicht so ganz gemütlich. Es ist auch illegal, man darf nachts nicht durch das Naturreservat gehen. Und ich wollte ja schon nicht einem Leoparden auf den Schwanz treten, das wäre nicht gut gekommen. Aber übrigens: Lebensrettung ist höher als das Gesetz, man darf nicht durch ein Naturreservat. Das war Lebensrettung, und so kamen wir dann schliesslich runter und wieder nach Hause.
Aber es ist so: Diese Wüste ist also gefährlich, und in dieser Wüste braucht man unbedingt genügend Wasser, sonst wird es lebensgefährlich. Aber da, mitten in dieser Wüste, ist diese Oase Engedi mit Wasser, das ganzjährig fliesst. Und zwar sieht man hier einen schönen Wasserfall auf dem rechten Bild, ich zeige es noch schöner: So, das Wasser kommt gerade da oben aus dem Boden. Also wenn man da nach oben geht, es gibt dort einen trockenen Canyon, da fliesst kein Wasser. Aber da kommt es raus und wird zu einem Wasserfall. Und das ist Quellwasser, das kommt von der Region Hebron her. Also über Dutzende von Kilometern läuft das unterirdisch durch die Wüste und kommt hier raus.
Ich glaube, für alle, die zum ersten Mal nach Engedi gekommen sind, ist das eine unglaubliche Erfahrung. Ich mag mich erinnern: das erste Mal in Engedi, wow, das ist so speziell. Damals hatte ich mich so richtig an diese Gischt von den Wasserfällen erinnert, von den vielen Wasserfällen hier. Die erfrischt so richtig die Luft, das kriegt man mit, und das alles inmitten dieser unerbittlichen Wüste.
Und eben in 1. Samuel 24, da haben wir letztes Mal, also in der letzten Serie, nachzuhören gesehen, wie David da eine Gnadenerfahrung erlebt hat, eine Liebkosung des Herrn inmitten all dieser Nöte und all dieser Fragen, die er nicht verstand: Warum, warum, warum muss ich das alles durchmachen? Gott hat mich doch bestimmt, König über Israel zu werden, aber ich bin abgelehnt von der Masse meines Volkes und vom König Israels verfolgt. Warum? Aber da hat er einfach erlebt, wie der Herr so ein Aufleben gegeben hat.
Saul hat ihn zwar da erreicht, haben wir letztes Mal gesehen. Der musste in eine Höhle auf die Toilette. Und das war gerade die Höhle, wo David sich ganz hinten mit seinen Männern versteckt hatte. Man gab ihm den Tipp: Das ist der Moment, jetzt kannst du ihn töten, deinen Feind. Und das war eine Versuchung. Aber David hat gesagt: Nein, den Gesalbten des Herrn, also diesen Mann, den Gott eingesetzt hat zum Herrscher, auch wenn er völlig versagt hat, ich muss diese Regierung anerkennen. Und wenn Gott ihn wegtut, dann ist es etwas anderes. Und er hat widerstanden und konnte dann eben Saul auf Distanz mit einem Beweis zeigen, wer David war und wer Saul war. Er hat ihm nämlich, als er auf der Toilette war, ein Stück von seinem Königskleid abgeschnitten. Und das hat er ihm dann von weitem zeigen können als Beweis: Ich hätte dich töten können, wenn ich wirklich dieser schreckliche David wäre. Wenn du mich betrachtest, dann würdest du jetzt nicht mehr leben.
Und Saul bricht schliesslich in Tränen aus, sieht ein, wie verkehrt er ist, aber das war nur so eine oberflächliche Gefühlserregung. Die Verfolgung geht nämlich in den weiteren Kapiteln von 1. Samuel weiter.
Und so kommen wir zu 1. Samuel 25. Ich lese ab Vers 1: Und Samuel starb, und ganz Israel versammelte sich und klagte um ihn und begrub ihn in seinem Haus in Rama.
Samuel, dieser treue Mann, der letzte Richter in den vierundfünfzig Jahren der Richterzeit, wie sie im Buch der Richter und dann eben im ersten Samuel geschrieben wird, war der letzte Richter während zwanzig Jahren. Und schliesslich hat das Volk den Wunsch gehabt: Wir möchten sein wie alle anderen Völker, wir wollen kein besonderes Volk Gottes mehr sein, wo Gott der König ist. Und sie forderten Saul als König, und das war für Samuel sehr, sehr schlimm.
Und er musste erkennen, Gott hat es ihm erklärt, nimm es nicht persönlich, ich sage es mit meinen eigenen Worten: Sie haben nicht dich verworfen, sondern sie haben mich verworfen als König. Und er bekam den Auftrag, König Saul zu salben und in den Königsdienst einzusetzen. Aber dieser treue Samuel hat auch in den weiteren Jahren, als er also nicht mehr der Richter Israels war, sondern da begannen die vierzig Jahre, in denen Saul als Herrscher regierte, über Jahre diesen Mann begleitet. Ich könnte sagen: ihn seelsorgerlich begleitet. Aber dieser Mann hat nie wirklich Busse getan. Er hat nie eine richtige Umkehr erlebt und hat auch nicht eine persönliche Beziehung zum Herrn gesucht. Und darum sagt Saul auch immer, wenn er zu Samuel spricht: „Der Herr, dein Gott.“ Warum sagt er nicht: „Der Herr, mein Gott“? Ja, aber eben, dieser Samuel hat treu im Hintergrund gewirkt, obwohl er wusste, es war falsch, was das Volk forderte, diesen Saul als König zu haben. Sie haben damit Gott als König verworfen.
Und nun sehen wir: Der falsche König hat sich wirklich als ein Feind Gottes erwiesen, und darum hatte auch David abgelehnt. Denn David war der König, den Gott wirklich wollte, als König über Israel. Jetzt kann man sagen: Ja, aber das war doch falsch, dass sie damals Saul als König wollten. Ja, das war falsch. Aber es war effektiv so, dass Gott einen Zeitplan hatte, da er wollte zuerst eben Israel regieren, in einer Theokratie, durch Richter, die einfach die Aufgabe hatten, den Leuten zu sagen, was sagt die Bibel zu dem und dem Problem. Und so wollte Gott direkt als König eben das Volk Israels, ein ausgewähltes Volk, regieren durch die Bibel. Aber das wollten sie nicht mehr. Und sie wollten sein wie die anderen Völker.
Die ganze Gesinnung dahinter war falsch, in doppelter Hinsicht. Sie wollten nicht mehr Gott als König durch die Bibel, und sie wollten sein wie die heidnischen Völker. Sie wollten keinen speziellen Status, den Gott ihnen gegeben hatte. Aber Gott hatte geplant, nach einer gewissen Zeit wird er einen König geben. Aber nach seinen Gedanken. Und von da an war das Königtum in Israel nicht mehr grundsätzlich falsch. Da sehen wir: Es kann etwas zu einem gewissen Zeitpunkt falsch sein, weil es nicht die Zeit Gottes ist. Erst dann, wenn die Zeit Gottes kommt, ist es der richtige Weg.
Hier ist es eben auch so: Die ganze Haltung, die ganze Gesinnung hinter diesem Wunsch nach einem König war grundsätzlich falsch. Aber eben, selbst in dieser schwierigen Zeit, wo das Volk Gottes so neben der Wahrheit stand und wo dieser König Saul eben ihr Projekt war, das, wie wir noch sehen werden, mit einer Katastrophe enden sollte, nämlich mit einem furchtbaren Krieg der Philister gegen Israel, bei dem viel Land verloren geht an die Todfeinde, an die Philister, und es endet schliesslich mit der Leiche von Saul an der Stadtmauer von Beth-Schan. Schreckliches Bild als Abschluss des Projekts der Menschen. Und dann beginnt das Königtum von David.
Ja, und Samuel hat auch schon, nachdem deutlich geworden war, dass eben Saul ein Mann war, nicht nach dem Herzen Gottes, hat Samuel David zum König gesalbt, in einer geheimen Aktion. Er hat ihn gesalbt mit einem Horn, so steht das in 1. Samuel 16, im Kontrast zu Saul. Den hatte er gesalbt mit einer Ölflasche, also nicht einer Glasflasche, sondern einer Ölflasche aus Ton. Und man merkt den Unterschied: Wenn man eine solche irdene Flasche auf den Boden wirft, dann zerbricht sie. Und wenn man ein Widderhorn, mit dem David gesalbt worden ist, auf den Boden wirft, dann bleibt es bestehen. Das sollte symbolisch sein: Das Königtum von Saul würde zerbrechen. Das hat Gott in seiner Vorkenntnis gewusst, und darum wurde er mit einer Flasche gesalbt, 1. Samuel 10. Und Davids Königtum sollte bestehen, und darum wurde er mit einem Horn, das eben von Kraft und Stärke spricht, gesalbt.
Aber eben, wir sehen: Während dieser Zeit von Saul wird der auserwählte König verfolgt. Und darin zeigte eben Saul seine Feindschaft gegen Gott. Und nun versucht Samuel, das Beste zu machen, und hat diesen Saul eben über Jahre hinweg, man kann sagen, seelsorgerlich begleitet. Aber eben: einer in der Seelsorge, der gar nicht bekehrt war. Und schliesslich kommt der Zeitpunkt, das war damals, als David in Engedi war, starb Samuel. Wir sehen, es gibt eine nationale Trauer. Das Volk war ja damals innerlich so gespalten, aber wir sehen: Der Tod von Samuel hat irgendwie wieder Einheit sichtbar werden lassen. Samuel starb, und ganz Israel versammelte sich und klagte um ihn.
Die haben gemerkt, was sie jetzt verloren haben: Ein Mann Gottes, der wirklich auch in schwierigen Zeiten dastand, eben unerschütterlich. Und dazu können wir lesen aus Hebräer 13. Da spricht, ich sage nicht der Apostel Paulus, denn Paulus war ja Apostel für die Heidenvölker. Im Gegensatz zu den zwölf Aposteln, die waren Apostel für die zwölf Stämme Israels. Und trotzdem hatte Paulus auch in Bezug auf das jüdische Volk einen besonderen Dienst. Er sagt, dass er sogar dem Evangelium für die Juden Vorrang geben muss. Es ist Gottes Kraft zum Heil, für jeden Glaubenden, Römer 1,16, dem Juden zuerst, als auch dem Griechen. Und so hat er ein ganz besonderes Herz gehabt eben für die Hebräer.
Und 2. Petrus 3 erwähnt ja diesen Brief von Paulus unter den Schriften und sagt klar, dass der von Paulus ist. Aber eben Paulus stellt sich in diesem Brief nicht vor als Paulus, Apostel Jesu Christi, weil er in Bezug auf die Juden eben nicht Apostel war, sondern er war Apostel speziell in Bezug auf die Heidenvölker. Er tritt ganz zurück. Aber im letzten Kapitel spricht er über Führer unter den Gläubigen, und zwar schlagen wir auf Hebräer 13, Vers 7: Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben, und den Ausgang ihres Wandels anschauend ahmt ihren Glauben nach.
Führer. Dieser Ausdruck kommt noch weiter vor, hier in Kapitel 13, und das ist nicht der Ausdruck, der normalerweise verwendet wird für Älteste. Älteste sind Männer, die eine Leitungsaufgabe haben in der örtlichen Gemeinde. Im Neuen Testament sind die Ältesten immer auf eine örtliche Gemeinde beschränkt. Aber es gab auch Brüder, die einen überörtlichen Dienst taten oder dazu noch einen überörtlichen Dienst taten. Sie waren also nicht Älteste in Bezug auf andere Gemeinden, aber Führer, zum Beispiel in Apostelgeschichte 15. Da ging es um eine Lehrfrage, die überörtlich geklärt wurde zwischen Antiochia in Syrien und Jerusalem in Judäa. Und als das geklärt wurde, mussten bestimmte Männer von Jerusalem die durch die Apostel geklärte Lehrfrage bekannt machen in der Gemeinde in Antiochia.
Und ich lese Apostelgeschichte 15, Vers 22: Dann schien es den Aposteln und den Ältesten samt der ganzen Gemeinde gut, Männer aus sich zu erwählen, dass sie mit Paulus und Barnabas nach Antiochien zu senden, Judas, genannt Barsabas, und Silas, Männer, die Führer unter den Brüdern waren.
Und da sehen wir also: Die waren überörtlich, hatten einen Dienst, und die werden dann auch noch beschrieben in Vers 25: Es schien uns einmütig gut, Männer auszuwählen und sie mit unseren Geliebten Barnabas und Paulus zu euch zu senden, mit Männern, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus. Wir haben nun Judas und Silas gesandt, die auch selbst mündlich dasselbe berichten werden.
Also diese Männer, Führer unter den Brüdern, die hatten überörtlich einen Dienst, mussten also auch nach Antiochia gehen und dort die Frage klären. Und die werden beschrieben als Männer, die ihr Leben hingegeben haben für den Namen unseres Herrn Jesus Christus.
Nun sagt also Hebräer 13, dass es da Führer gab, die bereits gestorben waren, als der Hebräerbrief um 62 nach Christus von Paulus aus Rom am Ende seiner zweijährigen Gefangenschaft abgeschickt wurde. Und hier wird also gesagt, dieser Führer soll man gedenken. Und das galt nun eben auch ab 1. Samuel 25,1 für Samuel. Das war so ein Führer, der gegangen war. Und dann gilt: Gedenkt eurer Führer, die das Wort Gottes zu euch geredet haben. Das war auch bei Samuel so. Und dann wird gesagt: Und den Ausgang ihres Wandels anschauend ahmt ihren Glauben nach.
In 1. Samuel 25,1 konnte man schliesslich das gesamte Leben von Samuel überblicken und auch sehen, wie dieser Mann eben dem Herrn die Treue gehalten hat, auch durch all diese Schwierigkeiten hindurch. Das Volk war innerlich gespalten, und ein falscher Mann war an der Führung, der das Volk eben nicht dem Herrn näherbrachte, weil er selber auch diese Beziehung zum Herrn gar nicht suchte. Wir werden das noch deutlicher sehen in diesen Tagen, sehr schlimm bei Saul: Er suchte nur Informationen vom Herrn, aber er wollte nicht Gemeinschaft haben mit dem Herrn. Das war nicht sein Herzensanliegen.
Und hier sehen wir bei Samuel: Bis zum Schluss hat er so ein treues, dem Herrn hingegebenes Leben geführt. Und darum wird hier gesagt: Den Ausgang ihres Wandels anschauend ahmt ihren Glauben nach. Und man muss vielleicht noch hinzufügen: Es heisst nicht, ahmt ihren Charakter nach. Jeder von uns ist ein Unikat, oder ein Prototyp, oder, kann ich noch ein schöneres Wort verwenden, ein einzigartiger Edelstein, ganz wie die zwölf Edelsteine auf dem Brustschild von Aaron, die stellten das Volk Gottes dar. Da waren alle zwölf Namen der Söhne Jakobs drauf, aber jeder Stein war ein anderer Edelstein. Und so hat jeder Gläubige eine andere Strahlkraft.
Der eine war ein Smaragd, dieser schöne grüne Stein. Der ist nicht mehr so beliebt im Westen, aber die Chinesen und überhaupt die Asiaten, die lieben grüne Steine. Ich habe das mal ganz krass erlebt. Ich musste für jemanden einen Smaragd verkaufen und ging durch die Bahnhofstrasse von Juweliergeschäft zu Juweliergeschäft und bin da so mit meinem Aktenköffelchen gekommen und habe gesagt: Ich möchte Ihnen gerne etwas zeigen und ob Sie Interesse haben. Angeschaut und so: Nein. Keiner wollte den schönen Smaragd. Ja, also konnte ich das nicht für eine Witwe in Geld umsetzen. Aber da habe ich daneben gelernt: Der Westen hat das nicht mehr so gerne, aber im Osten hat man das sehr gern.
Ja, also einer der zwölf Steine ist ein Smaragd, und so hat der Mensch eine eigene Strahlkraft. Und es ist schon so, man merkt ja, man kommt nicht bei allen Leuten an. Nein, wirklich, ich merke, es gibt Leute, die hassen mich, aber dafür lieben sie andere. Und das sind vielleicht der Diamant, nicht wahr, das liebt man im Westen, diese Art von Steinen, also nicht die farbigen, sondern die farblosen, ja. Und so benutzt der Herr jeden mit einer eigenen, ihm eigenen Art, und alle sind geschliffen und strahlen das Licht des Leuchters, des siebenarmigen Leuchters im Heiligtum, aus, reflektieren es. Und so hat also jeder eine eigene Art, und wir müssen gar nicht denken, ich muss dem seine Art kopieren. Wir sollen so sein wie wir, aber wenn wir sehen: Da kann ich den Glauben nachahmen, ja. Die Hingabe, die Herzenshingabe, die Treue dem Herrn und seinem Wort gegenüber, ja, das ist es: Den Ausgang ihres Wandels anschauend ahmt ihren Glauben nach.
Und man kann Hebräer 13 noch offen lassen und kurz aufschlagen Sprüche 10, und da schauen wir uns den Vers 7 an. Dort heisst es: Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen, aber der Name der Gottlosen verwest.
Wie geht das, dass das Andenken an den Gerechten Segen bedeutet? In Israel ist das so: Auf den Grabsteinen gibt es die Abkürzung, ein Samech, dann ein Lamed, und das heisst „sichrono livracha“, sein Andenken zum Segen. Das ist geformt nach dieser Stelle hier: Das Andenken an den Gerechten zum Segen. Das heisst, wenn man an diesen Menschen, der da im Grab liegt, denkt, dann denkt man an sein Leben und denkt: Wie ist er den Weg gegangen? Und wenn man daran denkt und diesen Glauben nachahmt, wenn er ihn denn auch gehabt hat, dann wird das einem zum Segen, indem man den Glauben nachahmt.
Das ist der Gedanke hier: Das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Wenn er gestorben ist, ist er immer noch ein Zeugnis, und wenn man an dieses vorbildliche Leben denkt, ist es eine Ermutigung, dem Herrn auch so zu folgen und dem Wort zu gehorchen. Das schreibt man bei allen hin, bei wem das wahr ist, das ist eine andere Sache. Da kann man sich auch überlegen: Wie wäre das bei mir? Ich brauche ja, das sage ich immer wieder, nicht einen teuren Grabstein. Die sind heute schon so teuer, aber man kann sie auch irgendwie auf etwas Billigeres schreiben. Aber ist es wirklich so, dass man schreiben könnte: sichrono livracha, sein Andenken zum Segen? Ja, aber das war so bei Samuel.
Wir gehen zurück, 1. Samuel 25, Vers 1. Was muss das für David gewesen sein? Er konnte nicht an die Beerdigung gehen, sonst wäre er gleich umgebracht worden. Ja, also Lebensrettung stand über der Pflicht, einem treuen Freund. Denn Samuel war für David eine ganz wichtige Hilfe. Und gerade auch in dieser Notzeit denken wir nur zurück, dass in 1. Samuel 19, da wo eben diese Flucht vor Saul beginnt, da liest man in 1. Samuel 19, Vers 18: David aber war geflohen und entkommen, und er kam zu Samuel nach Rama und berichtete ihm alles, was Saul ihm getan hatte. Und er und Samuel gingen hin und wohnten in Najot.
Also er flieht, und er weiss: Es gibt einen Ort, wo ich hingehen kann, und da finde ich jemanden, der mich in dieser Schwierigkeit unterstützt und mir beisteht. Und das war Samuel. Und er konnte ihm alles erzählen. Und Samuel hat zugehört. Und die haben dann sogar eine Zeit zusammen gewohnt in Najot. Aber dann kam eben Vers 19, und es wurde Saul berichtet und gesagt: Siehe, David ist in Najot bei Rama. Da sandte Saul Boten. Und da war Ende. Jetzt wurde es für David auch dort gefährlich, und wir lesen dann in Kapitel 20, Vers 1: Und David floh von Najot bei Rama, und er kam und sprach vor Jonathan usw.
Aber eben dieser Samuel, das war einer, der für ihn da war, ganz im Sinn von den Sprüchen, wo es heisst, dass es eben einen Freund gibt, der geboren ist für die Not. Wenn man denkt: Hanna, die so gebetet hatte um die Geburt eines Babys, sie wusste nicht, wer das Baby sein würde, wenn denn der Herr wirklich dieses Baby auch schenken würde. Und das war schliesslich Samuel. Aber es war so, eben um den Sprüchevers zu nehmen: Samuel wurde geboren, um für die Not nicht nur, aber um für die Not von David da zu sein, ein Freund geboren für die Drangsal. Ja, und das hat also David so erlebt. Und natürlich auch, als er dann auf der Flucht war, er wusste: Samuel ist immer noch für mich da, und Samuel betet für mich.
Und nun aber ausgerechnet in dieser Oase Engedi geschieht es: Samuel, alt und betagt, muss gehen. Was war das für David? Er konnte nicht an die Beerdigung, aber jetzt war er nicht mehr da. Aber für David war es wichtig: Ich gehe weiter. Das sind so Momente, wo man eben sagen könnte: Ja, und jetzt sollen wir weitermachen. Und es ist eine Entscheidung: Ja, wir machen auch da weiter.
Und wenn wir 1. Samuel 25 lesen, Vers 2: Und David machte sich auf und zog hinab in die Wüste Paran.
Hier kann ich noch ein bisschen korrigieren, manche sind nämlich darüber gestolpert. Die Wüste Paran, die ist nämlich ganz im Süden, also in der Negev-Wüste, auf so halbem Weg zwischen Toten Meer und Eilat. Ganz unten dann beim Roten Meer. Also wenn man da die Autobahn, also die Autostrasse, runterfährt vom Toten Meer entlang der Grenze von Jordanien, da sieht man die Berge, die roten Berge von Edom, und dann kommt ein Schild: Wüste Paran. Das ist aber weit unten. Und hier ist der David in Engedi, das ist also so auf halber Höhe beim Toten Meer. Ich werde das noch zeigen auf der Karte. Und dann wird ja hier erwähnt in Vers 2: Und es war ein Mann in Maon, der sein Anwesen in Karmel hatte. Das sind Ortschaften zwischen Hebron, wie man hier auf der Karte sieht, und dem Toten Meer, aber nicht ganz weit unten. Und da sind viele darüber gestolpert: Ja, wieso kann es hier heissen, und David machte sich auf und zog hinab in die Wüste Paran?
Das war ein Mann in Maon, der sein Anwesen in Karmel hatte, und der Mann war sehr vermögend und hatte dreitausend Schafe und tausend Ziegen. Es heisst el mit baran, und das heisst Gegenrichtung. Also er zog da oben von Engedi, ich zeige das hier mit der Maustaste, hier auf halber Höhe, das Tote Meer, da zog er los Richtung Paran. Aber Paran ist da unten, sieht man das, hier auf halbem Weg zwischen Toten Meer und da unten in der Spitze Eilat. Ja, also er ging nicht in die Wüste Paran, sondern er ging Richtung Paran. Und dann kommt aber eben die Erzählung, was er da noch erlebt hat, ganz in der Nähe von Engedi, nämlich da in der Wüste, in der jüdischen Wüste, im Zusammenhang mit Maon und Karmel, wie ich dann noch zeigen werde. Also hier einfach eine kleine Korrektur: nicht er zog hinab, sondern er zog gegen oder in Richtung Wüste Paran.
Und da haben wir gelesen: Da war ein Mann in Maon. Ich zeige das hier auf der Karte. Wir sehen hier Hebron und dann wichtige Ortschaften, die jetzt in den weiteren Kapiteln von Bedeutung sein werden. Sif war schon früher von Bedeutung, da gab es Verräter, die David verraten haben. Wir werden gleich noch sehen, wie die Sifiter auch später David wieder verraten haben an Saul. Dann haben wir hier den Hügel Hakila, der wird wichtig sein in einem weiteren Kapitel. Und nun hier die Ortschaften Karmel und Maon. Das ist also nicht das Gebirge Karmel, da bei Haifa, bei der Ebene von Megiddo, ganz im Norden von Israel. Hier gar nicht mehr auf der Karte sichtbar, noch weiter nördlich, sondern es gibt ein Karmel in Juda, das ist dieses Karmel in der Nähe von Hebron. Karmel ist ein Plateau, ist ein Plateau in der Wüste, und da eben die Ortschaft Maon auch ganz nahe.
Und da gab es eben einen Mann, haben wir gesehen, der sehr vermögend war. Dreitausend Schafe, tausend Ziegen, wenn man so den Wert von Schafen, Verkaufswert heute berechnet, und von Ziegen, gibt es so eine Hochrechnung ungefähr zwei Millionen Euro. Ja, das ist auch nicht mehr so viel heute, aber ich meine, die Verhältnisse, ja, die ökonomischen Verhältnisse damals waren natürlich nochmals anders, das Gefälle war viel, viel grösser. Also für diese Gesellschaft, für diese Zeit waren diese zwei Millionen ein Mehrfaches, das war wirklich ein Multimillionär.
Da war gerade die Zeit der Schafschur in Karmel. Hier ein Bild von Karmel in Judäa. Das ist ein menschengemachter Pool, aber das ist Wasser, das dort eben natürlich als Quelle hervorkommt. Also in diesem Wüstengebiet ein wichtiger Ort, auch heute noch, für Landwirtschaft. Auch da gibt es eben moderne israelische Landwirtschaft im sogenannten besetzten Westjordanland. Aber das sogenannte besetzte Westjordanland, das ist ja eigentlich das Kernland des biblischen Eretz Israel, Land Israel.
Da war gerade die Zeit der Schafschur, und das war auch der Moment, wo es natürlich wieder noch mehr Geld gab. Denn wenn man da diese Schafe schert und diese Wolle verkauft, gab das viel Geld. Und darum war das auch der Moment, wo es üblich war, dass man eben grosse Einladungen machte. Ich möchte nur ein Beispiel zeigen: 2. Samuel 13. Es geht da um Absalom, den Prinzen Absalom. Und es geschah nach zwei vollen Jahren, da hatte Absalom Schafschur in Baal-Hazor, das bei Ephraim liegt. Baal-Hazor ist übrigens der höchste Berg im Westjordanland. Wenn man bei Bethel steht, da muss man nach Norden schauen, und dann sieht man Baal-Hazor. Das ist dieser Ort, von wo Abraham, als er bei Bethel und Ai war, das Land überschauen musste nach Norden, nach Westen, nach Süden und nach Osten. Und Gott sagt ihm: Das ganze Land werde ich dir geben. Von Baal-Hazor aus, das ist übrigens militärisches Sperrgebiet heute, dort sieht man ganz viele grosse Antennen. Da überwacht die israelische Armee Bewegungen von feindlichen Armeen. Also ein bisschen nördlich von Jerusalem, bei Bethel. Da hat der Prinz Schafe und seine Schafschur, das bei Ephraim liegt, und Absalom lud alle Söhne des Königs ein. Da gab es dann ein grosses Festessen.
Also ist es wichtig, um das Weitere zu verstehen: Der Moment der Schafschur war der Moment, wo Reiche eben grosszügig waren und Essen gratis weitergaben. Jetzt sehen wir in Vers 3: Und der Name des Mannes war Nabal, und der Name seiner Frau Abigail. Auf Hebräisch spricht man aus Nawal, das B wird weich ausgesprochen, Nawal, und Avigayil auch weich, Avigayil. Ich werde noch erklären, was die Namen bedeuten. Und die Frau war von guter Einsicht und schön von Gestalt, der Mann aber war hart und boshaft in seinen Handlungen, und er war ein Kalebiter.
Und David hörte in der Wüste, dass Nabal seine Schafe schor. Jetzt wusste er: Das ist der Moment, wo man grosszügig ist. Da sandte David zehn Knaben oder zehn Knechte. Na'ar heisst Knabe oder eben auch Knecht, zehn Knaben. Und David sprach zu den Knaben, das sind also nicht kleine Jungs, sondern eben Diener mit einem gewissen Alter: Zieht nach Karmel hinauf und geht zu Nabal und fragt ihn in meinem Namen, also im Namen von David, nach seinem Wohlergehen und spricht: Lebe lange und Friede dir, Schalom, Schalom dir und Schalom deinem Haus und Schalom allem, was dein ist.
Und jetzt habe ich gehört, dass du die Schafschur hast. Sieh mal, wie das betont wird. Nun, deine Hirten sind bei uns gewesen, wir haben ihnen nichts zuleide getan, und nicht das Geringste ist von ihnen vermisst worden, alle Tage, die sie in Karmel gewesen sind. Wir werden gleich noch sehen: David hat also mit seinen Männern, und das waren sechshundert Soldaten, die treu in der Not zu ihm hielten, so nebenbei das ganze Besitztum von Nabal geschützt vor Kriminellen. Seine Leute haben nichts von der Herde einfach genommen. Da hat David für Moral gesorgt. Aber eben alles wurde quasi gratis durch Davids Armee geschützt. Und das sagt er hier so: Und deine Hirten sind bei uns gewesen, quasi in ihrem Schutz. Wir haben ihnen nichts zuleide getan, und nicht das Geringste ist von ihnen vermisst worden, alle Tage, die sie in Karmel gewesen sind. Frage deine Knaben, und sie werden es dir mitteilen. Also hat er Zeugen, die es genau sagen können: Diese kleine Armee hat uns beschützt.
Mögen denn die Knaben Gnade finden in deinen Augen, denn an einem guten Tag sind wir gekommen. Ja, das war der Tag der Schafschur. Es war ein guter Tag. An einem guten Tag sind wir gekommen, gib doch deinen Knechten und deinem Sohn David, was deine Hand findet. Also er stellt sich gewissermassen als Sohn von Nabal vor. Er soll ihm doch bitte Unterstützung geben. Er auf der Flucht vor Saul und eben sehr angewiesen in der Wüste auf Unterstützung durch Nahrung.
Und die Knaben Davids kamen hin und redeten zu Nabal nach all diesen Worten im Namen Davids, und sie warteten ab. Sie waren also ein bisschen geduldig, bis der eine Antwort geben würde, weil er nicht sofort sagte: Ja, selbstverständlich, kein Problem. Aber Nabal antwortete den Knechten Davids und sprach: Wer ist David? Und wer der Sohn Isais? Heutzutage gibt es viele Knechte, die davonlaufen, jeder von seinem Herrn.
Jetzt muss man sich natürlich im Klaren sein: Er wusste genau, wer David war, und er wusste auch ganz genau, wer der Ben Jeschai, der Sohn Isais, war, denn das war ja der Schwiegersohn des Königs. Er war von allen bekannt, und wir werden gleich noch sehen, es war auch bekannt, dass er nach Gottes Gedanken König werden würde, nach Saul, aber nicht, solange Saul noch da war. Und er tut so, als kenne er ihn doch nicht. Heutzutage ist es sowieso eine schlimme Zeit, nicht wahr, da laufen Knechte einfach davon. So stellt er das dar. Also er sieht sich so in der modernen Zeit, wo alles eben schlimmer ist als früher: Wer ist David? Wer ist der Ben Jeschai? Das hat noch einen besonderen Klang. Man müsste die frühen Kapitel wieder durchgehen und schauen, wie Saul wiederholt von David spricht, indem er David nicht sagt, er nimmt den Namen nicht gern in den Mund. Dann sagt er: der Sohn Isais, der Ben Jeschai. Und da sagt er: Wer ist David? Wer ist der Ben Jeschai? Das ist der verächtliche Ausdruck von König Saul, wenn er über den Schwiegersohn sprach. Heutzutage gibt es viele Knechte, die davonlaufen, jeder von seinem Herrn.
Und ich sollte mein Brot und mein Wasser nehmen und mein geschlachtetes, das ich für meine Scherer geschlachtet habe, und es Männern geben, von denen ich nicht weiss, woher sie sind? Das war natürlich eine unglaubliche Beleidigung von David, also wirklich unerhört, frech und so tun, als wenn er ihn gar nicht kennen würde. Und dann sieht man auch einen unglaublichen Egoisten: Ich sollte mein Brot. Er war Multimillionär, aber ein richtiger Egoist. Mein Brot, mein Wasser, mein Geschlachtetes, meine Scherer. Das erinnert ganz an das Gleichnis des Herrn Jesus in Lukas 12. Aber lassen wir 1. Samuel einmal offen. Lukas 12, Vers 16: Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Das Land eines gewissen reichen Menschen trug viel ein. Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Denn ich habe keinen Raum, wohin ich meine Früchte einsammeln soll. Und er sprach: Dies will ich tun, ich will meine Scheunen niederreissen und grössere bauen und will dahin all meinen Weizen und meine Güter einsammeln. Und ich will zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viele Güter da liegen für viele Jahre; ruhe aus, iss, trink und sei fröhlich.
Und das werden wir gleich sehen bei Nabal, wer isst, trinkt und, was er darunter verstand, fröhlich war. Gott aber sprach zu ihm: Du Tor, in dieser Nacht fordert man deine Seele von dir. Was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? So ist der, der für sich selbst Schätze sammelt und nicht reich ist in Bezug auf Gott.
Und wenn ich das zurückübersetzen müsste auf Hebräisch, Du Tor, dann würde es heissen: Nabal. Nabal heisst Tor. Und man sieht den Bezug zu Nabal in 1. Samuel 25. Und wir werden gleich sehen, dass dann in Kürze Nabal sterben wird, dieser Multimillionär, dieser Egoist und Verächter von David. Und es ist so, weil David eben der von Gott gewählte König war, der Mann nach seinem Herzen. So wurde er erwählt, als junger Mann, ganz hingegeben an den Herrn. So bezeichnet Gott ihn als Mann nach seinem Herzen, 1. Samuel 13. Und damit hat eben Nabal auch den Herrn selber verworfen. Ganz im Sinn, wenn der Herr zu seinen Jüngern sagt: Wer euch verwirft, die wirklich im Auftrag des Herrn handelten und zeugten, verwirft mich. Hier auch. Und dann sagt er von David gewissermassen: Von denen ich nicht weiss, woher sie sind. Das ist wie in Johannes 9,29. Die Feinde des Herrn Jesus sagen auch von dem Herrn Jesus: Von dem wissen wir nicht, woher er ist. Ja, sie hätten jetzt wissen können, dass der Messias der Sohn Gottes ist, der aus der Herrlichkeit gekommen ist, wie das Micha 5,1 sagt: Du Bethlehem, Ephrata, aus dir wird mir hervorkommen, der Herrscher in Israel sein soll, Herrscher, der wahre David, und seine Ausgänge sind von den Tagen der Ewigkeit her. Wir wissen nicht, woher er ist.
Und David und seine Männer, Männer, von denen ich nicht weiss, woher sie sind, das war eine Lüge. Er wusste es ganz genau.
Vers 12, 1. Samuel 25: Und die Knaben Davids wandten sich auf ihren Weg, und sie kehrten zurück und kamen und berichteten ihm nach all diesen Worten.
Und jetzt, wie reagiert David? Er war natürlich zutiefst verletzt, zutiefst in seiner Person gekränkt, und das war ein gefährlicher Moment. Wir haben David in Engedi gesehen, wie er die Gelegenheit gehabt hätte, sich an Saul für all das Böse, das er ihm angetan hat, zu rächen, und er sagt: Nein, das mache ich nicht. Er ist in der Hand des Herrn. Für ihn war der Grundsatz aus Römer 12 ganz wichtig: Gott sagt, mein ist die Rache, ich will vergelten, nicht wir. Dort steht: Rächet nie euch selbst, also nie sich rächen wollen für erlittenes Unrecht.
Aber jetzt lesen wir hier Vers 13: Da sprach David zu seinen Männern: Gürtet jeder sein Schwert um! Pah, diese Sprache, das ist nicht die Sprache von Psalm 23, Vers 1, wo er dieser gute Hirte ist, der in seiner Jugend auch in der jüdischen Wüste Schafe gehütet hat. Von Bethlehem ist man ganz nahe bei der jüdischen Wüste, ging es nicht lang und dann war man schon in der Wüste, wo es ideal war, Schafe zu weiden. Also der, der geschrieben hat: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, sagt hier: Gürtet jeder sein Schwert um! Und sie gürteten jeder sein Schwert um, und auch David gürtete sein Schwert um, und sie zogen hinauf, hinter David her, etwa vierhundert Mann, und zweihundert blieben bei den Geräten. Das, was sie besassen, das wurde geschützt von zweihundert, zweihundert Soldaten, aber vierhundert gingen mit David. Jetzt soll es Rache geben.
Und ein Knabe berichtete Abigail, der Frau Nabals, und sprach: Siehe, David hat Boten aus der Wüste gesandt, um unseren Herrn zu segnen. Da haben wir gesehen, wie ausdrücklich David diesem Nabal Segen wünscht, und er wünscht langes Leben. Aber er wird bald sterben. Aber er hat sie angefahren, also dieser harte Mensch.
Ich gehe noch einmal zurück zu Vers 3, wo es heisst: Und die Frau war von guter Einsicht und schön von Gestalt, der Mann aber war hart und boshaft in seinen Handlungen, und er war ein Kalebiter. Hier gibt es ein kleines Problem. Der hebräische Ausdruck hier ist eigentlich schwierig zu verstehen. Man schreibt K, L, B und V. Und wenn das V ein I wäre, dann würde es heissen Kalebiter, also ein Nachkomme von Kaleb. Aber es steht dort eben nicht ein I, sondern ein V. Und da hat man von Alters her Mühe gehabt zu verstehen, was bedeutet der Text. Schon die Septuaginta-Übersetzung hat dann versucht, da einen Sinn herauszufinden, und hat dann übersetzt, er war quasi hündisch. Kaleb heisst Hund, ja, also ein Hundemensch. Aber es steht eben nicht so da. Es muss wirklich das V erklärt werden. Und darum haben die Abschreiber des Alten Testaments, die Masoreten, die haben ja ganz getreu jeden Buchstaben kopiert. Und die wussten: Wenn man einen Buchstaben verändert, dann ist man ein Zerstörer der Welt. Die haben also treu kopiert, kopiert, kopiert, kopiert. Aber es gab dann eben einzelne Stellen, wo sie Mühe hatten mit dem Text, und die haben sie nicht verändert. Aber dann haben sie am Rand hingeschrieben: In der Synagoge soll man so vorlesen, also nicht mit V, sondern mit I. Und dann wird in der Synagoge vorgelesen: Er war ein Kalibiter. Aber das steht nicht da. Der hebräische Text, da heisst es eigentlich Kalibo, und das heisst „wie sein Herz“. Es ist ein bisschen schwieriger zu verstehen, aber das ist der Sinn. Der Mann aber war hart und boshaft in seinen Handlungen, wie sein Herz. Das heisst, er war in dem, was er äusserlich tat, genau das, was in seinem Herzen war, und sein Herz war boshaft und hart. Und darum ist er auch so beleidigend, und als man ihn da gesegnet hat, hat er diese Knechte von David angefahren, Vers 14.
Ja, und jetzt lese ich weiter: Dieser Knecht sagt Abigail, und doch sind die Männer sehr gut zu uns gewesen, und es ist uns nichts zuleide geschehen, und wir haben nicht das Geringste vermisst alle Tage, die wir mit ihnen umhergezogen sind, als wir auf dem Feld waren. Also die haben sich verschoben mit ihren Herden, ja, ihren riesigen Herden, und David und seine Leute haben sie aufgestöbert, haben die ständig geschützt.
Und dann sagt er noch etwas Schönes in Vers 16: Sie sind eine Mauer um uns gewesen, bei Nacht wie bei Tag. Ist das nicht schön, wenn man auch sagen könnte, dass Gläubige für andere Gläubige, die in Gefahr sind, quasi wie eine Mauer sind, und zwar nicht nur bei Tag erreichbar, auch bei Nacht eine Mauer um uns gewesen, bei Nacht wie bei Tag, alle Tage, die wir bei ihnen waren und das Kleinvieh weideten.
Und nun, wisse und sieh zu, was du tun willst, denn das Unglück ist beschlossen gegen unseren Herrn und über sein ganzes Haus, und er ist ein solcher Sohn Belials, dass man nicht mit ihm reden kann. Dass er noch ein Kennzeichen hat, also mit diesem Mann konnte man nicht reden. Es gibt solche Leute. Und wir werden noch sehen, was das bedeutet: Sohn Belials. Schrecklicher Ausdruck. Das ist der hebräische Ausdruck für einen Nichtsnutz. Belial ist eigentlich, eben, Bli heisst nichts und Ya'al: was nützt. Ein Sohn, das heisst jemand von der Kategorie, der nichts nützt. Im Hebräischen benutzt man sehr oft Sohn, um eine Kategorie zu zeigen. Zum Beispiel gab der Herr zwei Jüngern den Namen Boanerges, Donnersöhne. Das heisst, die waren von dem Charakter, dass sie explosiv waren wie ein Gewitter, Johannes und Jakobus. Aber Johannes hat sich geändert, das merkt man in seinen Schriften. Durch die Wiedergeburt wurde er ganz geändert. Aber das ist ein Sohn Belials, und dieser Ausdruck Sohn Belial wird dann später im Judentum für einen Ausdruck für den Satan. Und in 2. Korinther 6, wo gewarnt wird vor einem ungleichen Joch mit Ungläubigen, da wird der Satan eben Belial genannt. Ein Sohn Belials ist ein Sohn des Teufels.
Und dann, was passiert in Vers 18: Da eilte Abigail, nahm zweihundert Brote und zwei Schläuche Wein und fünf zubereitete Schafe und fünf Mass geröstete Körner und hundert Rosinenkuchen und zweihundert Feigenkuchen und lud sie auf Esel. Das ist eine Aktion. Die hat sich also entschieden, jetzt muss gehandelt werden. Und zwar schnell. Da eilte Abigail. Eilen ist nicht immer gut. In Jesaja 28 lesen wir von dem Herrn Jesus, dass er der kostbare Eckstein ist, das feste Felsfundament, und da heisst es dort: Wer auf ihn traut, wird nicht ängstlich eilen. Also man kann Stress haben, wo es nicht sein sollte, weil wir nicht auf den Herrn vertrauen. Aber es gibt Momente, wo man wirklich Stress haben muss, und das hatte diese Abigail, die alte Abigail.
Wir haben noch andere schöne Beispiele, wo es heisst, da eilt einer. In 1. Mose 18,6-8, da kommen drei unbekannte Besucher, und Abraham sagt nicht Sarah: Besucher, es gibt ja Leute, die laden Leute ein, ein, ein, und die Frau kann alles machen. Aber Abraham eilt und holt geronnene Milch und geht also dahinter, schlachtet ein Kalb, ja, aber eben er eilt. Er sieht: Das ist ein Auftrag, jetzt mache ich den.
Oder denken wir an Johannes 11,29. Das war da im Zusammenhang mit der Beerdigung von Lazarus. Der Herr Jesus kam nach vier Tagen nach dem Tod von Lazarus, und die beiden Schwestern waren so tief traurig, am Boden zerstört: Warum kommt der Herr nicht? Warum lässt er uns vier Tage allein? Und sie wussten ja nicht, wann er kommen würde. Aber schliesslich kam er, Vers 28, und als sie dies gesagt hatte, ging sie hin und rief ihre Schwester Maria heimlich und sagte: Der Lehrer ist da und ruft dich. Als aber diese es hörte, stand sie schnell auf und ging zu ihm. Schnell, der Herr ist da. Sie dachte, der Herr hat mich verlassen. In der grössten Not war er nicht da, scheinbar. Aber der Herr hatte davon gesprochen und hat davon gesprochen, dass er gehen würde. Er kam schon zum richtigen Moment. Aber als er dann da war und sie realisierte: Jetzt ist er da, eilt sie aus dem Haus hinaus, stand auf. Man macht ja sieben Tage Schiwa, wenn jemand in der Familie stirbt. Das sind die sieben Tage, wo man nicht auf Sofas sitzt und normalen Stühlen, sondern am Boden oder auf niedrigen Stühlen. Sieben Tage dauern. Und da sass sie eben zu Hause, die machte Schiwa, und dann kommt der Herr, und das ist ganz ungewöhnlich. Dann steht sie auf, aber schnell, und geht zum Herrn. Und unterbricht die Schiwa.
Und noch ein Beispiel: Lukas 19, Vers 6. Da war ein kleiner Mann auf einem Baum oben in Jericho, und dann sieht er den Herrn, und der Herr sieht ihn und sagt: Ich komme zu dir nach Hause. Und er eilt schnell und kommt runter vom Baum. Ja, also es gibt Momente, wo man Stress haben muss, wo es eben gut ist.
Und diese Frau kommt also mit all diesen Vorräten: zweihundert Brote, zwei Schläuche Wein, fünf zubereitete Schafe, fünf Mass geröstete Körner, hundert Rosinenkuchen. Da sieht man, was das für ein Millionärshaushalt war, das Zeug war bereit, zweihundert Feigenkuchen. Und lud sie auf Esel, und sie sprach zu ihrem Knaben: Zieht vor mir hin, siehe, ich komme hinter euch her. Aber ihrem Mann Nabal sagte sie nichts davon. Ui, war das falsch! Das war wirklich eine traurige Ehe. Die Frau ist so eine gottesfürchtige, dem Herrn hingegebene Frau, wie wir noch sehen werden, und er eher sowas von hart und eben boshaft. Warum hatte sie diesen Mann geheiratet? Es wird nicht gesagt. Aber das gibt es. Aber wir sehen, dass diese Frau auch in dieser Situation dem Herrn treu ist. Aber sie wusste: Darüber kann ich mit Nabal nicht sprechen. Und wir haben gesehen, er ist ein Mann, mit dem kann man gar nicht sprechen. Mit dem konnte man gar nicht sprechen. Und er hätte alles kaputt gemacht. Und da stand das Gebot, Leben zu retten, über dem Gebot: Jetzt muss ich das mit meinem Mann besprechen. Also schon sehr speziell, also das ist nicht als Empfehlung, als Grundsatz. Aber ihrem Mann Nabal sagte sie nichts davon. Und es geschah übrigens später, erzählt sie ihm dann schon, aber zum richtigen Zeitpunkt.
Und es geschah, als sie auf dem Esel ritt und an einer durch den Berg verdeckten Stelle herabkam, siehe, da kamen David und seine Männer herab ihr entgegen, und sie stiess auf sie. David aber hatte gesagt: Gewiss, umsonst habe ich alles behütet, was diesem Menschen in der Wüste gehörte. Hat das quasi einfach so gemacht, so dass nicht das Geringste vermisst wurde von allem, was sein ist, und er hat mir Böses für Gutes vergolten, und darum wollte er sich rächen. Aber Römer 12 sagt, dass wir das Böse mit dem Guten überwinden sollen. So tue Gott den Feinden Davids, und so füge er hinzu, wenn ich von allem, was sein ist, bis zum Morgenlicht übrig lasse, was männlich ist. Das war ein Schwur, das ist die Schwurformel. So tue Gott, so füge er hinzu, wenn. Das war ein Schwur, ein sehr unbedachter Schwur. Jetzt war er irgendwie moralisch gebunden.
Und als Abigail David sah, da stieg sie schnell vom Esel herab, und sie fiel vor David auf ihr Gesicht und beugte sich zur Erde nieder, und sie fiel ihm zu Füssen und sprach: Auf mir, mein Herr, sei die Schuld! Und lass doch deine Magd zu deinen Ohren reden und höre die Worte deiner Magd. Sie hat realisiert: Jetzt wird David wirklich einen seiner grössten Fehler des Lebens machen. Er wird ein Massaker anrichten, und dabei wird nicht nur Nabal getötet werden, sondern Unschuldige. Er wollte ja die ganzen Leute als Strafe umlegen. Und sie hat gesehen: Ich muss David hindern. Und wie tut sie das? Sie stellt sich nicht über David, sondern sieht man diese Demut, wie sie da vor ihm niederfällt. Und dann nimmt sie die ganze Schuld auf sich, sie, die ganz anders war als Nabal: Auf mir, mein Herr, sei die Schuld. Aber sie identifiziert sich mit ihrem Mann. Und lass doch deine Magd zu deinen Ohren reden und höre die Worte deiner Magd. Sie kommt nicht in einer arroganten Art, sondern sie bittet David: Darf ich dir etwas sagen, bitte lass es zu, dass ich dir etwas sage.
Mein Herr, kümmere sich doch nicht um diesen Mann Belials. So muss sie ihren Mann leider nennen, nicht als Lästerung, sondern das war er: ein Sohn Belials, hier ein Mann Belials, um Nabal, denn wie sein Name, so ist er. Nabal ist sein Name, und Torheit ist bei ihm. Also sie erklärt, was der Name bedeutet, und das ist das gleiche Wort wie in Psalm 14, Vers 1: Der Nabal sagt in seinem Herzen, es ist kein Gott. Der Atheist, der Gott leugnet. So hiess er, und so war er, sagt sie. Und ich, deine Magd, habe die Knaben meines Herrn nicht gesehen, die du gesandt hast. Also sie hat nichts mitbekommen, was da eben abgegangen ist zwischen diesen Dienern und Nabal, ihrem Mann.
Und nun, mein Herr, so wahr der Herr lebt und deine Seele lebt, der Herr hat dich verhindert, in Blutschuld zu kommen und dass deine Hand dir Hilfe schaffe. Also sie realisiert: Der Herr ist es, der jetzt hier durch sie ihm die Chance gibt, diesen Fehler des Lebens zu vermeiden. Also wir sehen hier Bewahrung durch reine Gnade. David wäre voll in den Hammer der Versuchung um Rache hineingelaufen. Und sie gibt nicht sich selbst die Ehre, sondern dem Herrn: Der Herr hat dich verhindert. Und es ist interessant, in ihrer ganzen Rede erwähnt sie den Namen Yahweh, also hier Herr mit Grossbuchstaben, sieben Mal. Diese gottesfürchtige Frau, sie war, wir haben hier gelesen in Vers 3, intelligent, schön und hier sehen wir gottesfürchtig. Es gibt solche, die sind eben nicht alles zusammen, sondern vielleicht nur schön. Aber hier haben wir die Kombination von schön, gescheit und gottesfürchtig.
Hat dich verhindert, in Blutschuld zu kommen, und dass deine Hand dir Hilfe schaffe. Eben, Gott sagt: Mein ist die Rache, nicht wir sollen das tun, dass deine Hand dir Hilfe verschaffe. Und nun mögen wie Nabal sein deine Feinde, und die Böses suchen gegen meinen Herrn. Und nun, dieses Geschenk, das deine Magd meinem Herrn gebracht hat, es werde den Knaben gegeben, die im Gefolge meines Herrn ziehen. Vergib doch das Vergehen deiner Magd. Es war unschuldig, und nimmt das auf sich, weil sie sich eins macht. Vergib doch das Vergehen deiner Magd, wie Daniel, der in Daniel 9 mit dem Volk Gottes eins macht und sagt: Wir haben gesündigt. Aber er war dem Herrn in dieser Sache treu und um Vergebung bittet, in Daniel 9.
Sie sagt: Vergib doch das Vergehen deiner Magd, denn gewiss wird der Herr meinem Herrn ein beständiges Haus machen. Haus, Bayit, ist auch der Ausdruck im Hebräischen für eine Dynastie, eine Königsdynastie. Die Königsdynastie von David, die sollte währen bis ans Ende der Welt, nämlich der Messias wird der letzte Herrscher sein in der Zukunft im tausendjährigen Reich als Sohn Davids. Und sie sagt: Meinem Herrn ein beständiges Haus machen, weil mein Herr die Kriege des Herrn kämpft. Sie anerkennt ihn als den Mann, der wirklich für die Sache des Herrn kämpft, und kein Böses an dir gefunden wurde seitdem du lebst. Oh, das ist nicht ein Kompliment. Das Wort Kompliment wäre zu wenig. Also wie sie diesen Mann lobt, unglaublich.
Und ein Mensch ist aufgestanden, dich zu verfolgen und nach deiner Seele zu trachten. Sie sagt nichts: Saul, sondern sie sagt: Ein Mensch ist aufgestanden. Sie weiss ganz genau, dass König Saul ständig den wahren König nach den Gedanken Gottes verfolgt. Aber die Seele meines Herrn wird eingebunden sein in das Bündel der Lebendigen bei dem Herrn, deinem Gott. Also sie sagt David: Du musst nicht Angst haben, du wirst nie umgelegt werden. Auch wenn du durch Nöte gehst, du bist quasi in das Bündel der Lebendigen, mit all denen, die überleben werden, bist du zusammengebunden. Das sind seine Freunde, die in der Not zu ihm gehalten haben, und sie werden bleiben, sie werden das alles überleben, und zwar bei dem Herrn, deinem Gott. Und die Seele deiner Feinde, die wird er wegschleudern in der Pfanne der Schleuder. Und wir werden sehen, wie das Ende von Saul und den Feinden Davids dann kommt in den weiteren Kapiteln. Also prophetisch richtig, was sie alles sagt.
Und es wird geschehen, wenn der Herr meinem Herrn tun wird nach all dem Guten, das er über dich geredet hat. Also sie wusste die Prophetie, die Samuel über David gesprochen hatte. Das war ihr bekannt, dort in Maon und Karmel. Und dich bestellen wird zum Fürsten über Israel. Also ihr Mann wusste ganz genau, wer David ist, der Sohn Isais. So wird dir dies nicht zum Anstoss sein noch zum Herzensvorwurf für meinen Herrn, dass du Blut vergossen habest ohne Ursache und dass mein Herr sich selbst Hilfe geschafft habe. Sie sagt: Du wirst König, und stell dir mal vor, man wird dann dir sagen können: Was ist das für ein König? Der hat damals ein ungerechtes Massaker angerichtet. Ganz genau so wie Saul über Doeg, den Edomiter, der hat ja Dutzende von Priestern einfach massakriert in den frühen Kapiteln. Ja, also das soll dir ja nicht angekreidet werden können, dass du Blut vergossen habest ohne Ursache und dass mein Herr sich selbst Hilfe geschafft habe. Und wenn der Herr meinem Herrn wohl tun wird, so erinnere dich an deine Magd. Erinnert ganz an den Mitgekreuzigten: Gedenke meiner, Herr, wenn du in dein Reich kommst.
Und David sprach zu Abigail: Jetzt fängt er an zu beten. Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der dich mir an diesem Tag entgegengesandt hat. Nicht wahr, Abigail hatte den Auftrag, eine Hilfe zu sein für ihren Mann. Das ist Gottes Gedanken über die Ehe, 1. Mose 2. Gott hat Eva erschaffen als Hilfe für ihren Mann. Aber es ist so, dass Gott die Frau überhaupt als Hilfe geschaffen hat. Dieser Grundsatz aus 1. Mose 2 gilt nicht nur, wenn man verheiratet ist. Auch unverheiratet in der Gemeinde gilt diese Schöpfungsbestimmung der Hilfe, und das war sie. Und er sagt hier, dass diese Frau ihm zu Hilfe geworden ist: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der dich mir an diesem Tag entgegengesandt hat, und gesegnet sei dein Verstand, also ihre Intelligenz, und es war eine geistliche Intelligenz, und gesegnet seist du, die du mich heute davon zurückgehalten hast, in Blutschuld zu kommen und mir mit meiner Hand Hilfe zu schaffen.
Doch so wahr der Herr lebt, der Gott Israels, der mich verhindert hat, dir Böses zu tun. Ich muss hier noch ergänzen: Also ich habe gesagt, siebenmal Herr, sechsmal sagt es Abigail, Yahweh. Und jetzt als Antwort auf Abigails Rede kommt hier zum siebten Mal Yahweh: Doch so wahr der Herr mit Grossbuchstaben lebt, der Gott Israels, der mich verhindert hat, dir Böses zu tun. Wenn du nicht geeilt, eben wenn du nicht pressiert hättest, da hätte man nicht warten dürfen und denken: Ja, der Herr wird schon schauen. Es gibt Momente, wo man nicht sagen kann: Der Herr wird das schon machen. Da muss man eilen. Und das hat sie gesehen. Und er sagt: Ja, das war gut, du hast da geeilt. Wenn du nicht geeilt und mir nicht entgegengekommen wärst, so wäre dem Nabal bis zum Morgenlicht nicht übrig geblieben, was männlich ist. Er hätte die alle umgebracht.
Und David nahm von ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte, und sprach zu ihr: Zieh in Frieden hinauf in dein Haus, siehe, ich habe auf deine Stimme gehört und deine Person angesehen.
Und als Abigail zu Nabal kam, siehe, da hatte er ein Festmahl in seinem Haus, wie ein Königsmahl. Er war ein Multimillionär, aber er war kein König. Und sein Charakter war überhaupt nicht königlich, das Gegenteil von nobel. Aber er macht sich ein Königsmahl, er fühlt sich als König. Aber den wahren König, den verachtet er. Wer ist dieser Sohn Isais? Es gibt heute so viele Knechte, die einfach davonlaufen, das ist heute so Mode geworden. Und das Herz Nabals war fröhlich in ihm, und er war über die Massen betrunken. Seine Fröhlichkeit, die gar keine Fröhlichkeit ist, eine alkoholische Freude, ist keine Freude. Über die Massen betrunken. Und sie berichtete ihm weder Kleines noch Grosses, bis der Morgen hell wurde. Ich meine, man konnte normalerweise nicht mit ihm sprechen, und erst recht nicht, wenn er stockbetrunken war. Und da wartete sie, bis er ernüchtert war, und sie berichtete ihm weder Kleines noch Grosses, bis der Morgen hell wurde.
Und es geschah am Morgen, als der Rausch von Nabal gewichen war, da berichtete ihm seine Frau diese Dinge. Aber das wusste sie nicht, was das auslöst. Das hatte einen Schlaganfall ausgelöst, und sein Herz erstarb in seinem Innern, und er wurde wie ein Stein. Und es geschah ungefähr zehn Tage danach, da schlug der Herr Nabal, und er starb. Schlaganfall mit Lähmung, darum wieder wie ein Stein, kann sich nicht mehr bewegen. Und dann nach zehn Tagen nimmt Gott ihm das Leben: Mein ist die Rache, ich will vergelten. David durfte nichts tun, und nicht alle anderen starben, nur Nabal starb.
Und als David hörte, dass Nabal gestorben war, sprach er: Gepriesen sei der Herr, der den Rechtsstreit meiner Schmach vonseiten Nabals geführt und seinen Knecht vom Bösen abgehalten hat. Das ist es, wir müssen es dem Herrn übergeben, wie Römer 12 das lehrt. Wir werden das morgen noch lesen. Aber der Herr übernimmt dann die Sache, und die Bosheit Nabals hat der Herr auf seinen Kopf zurückkehren lassen.
Dann enden wir hier und fahren morgen weiter mit Vers 39.

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