Einführung und Thema der Predigt
Wenn ihr einverstanden seid, möchte ich zuerst ein wenig vorangehen mit einem kurzen Impuls und danach Fragen stellen. Ist das so in Ordnung?
Ich habe in meinem Ethikkurs die Kapitel Partnerwahl, Verlobung, Hochzeit und Eheleben behandelt. Das sind alles Themen aus der Ethik. Ich werde nun einige Elemente daraus herausgreifen, bei denen wir mit Fragen weiterarbeiten können. Wahrscheinlich kommen wir so in dieser Richtung gut voran.
Vielleicht wollen wir zunächst beten und dann beginnen.
Danke, Herr, für die Freude, die wir haben, zusammen zu sein. Danke, dass wir miteinander nachdenken und einander helfen können. Wir wollen Deinen Willen tun, Herr, und bitten Dich darum, dass Du uns immer wieder führst, bewahrst und unsere Gedanken auf Dein Wort lenkst. Dafür danke ich Dir sehr. Amen.
Sprüche 18,22: Wer eine Frau gefunden hat, hat etwas Gutes gefunden und Gunst von dem Herrn erlangt.
Super, oder? Darüber freut sich doch jeder, oder?
Entscheidungen im irdischen Leben
Das erste, was zu beachten ist: Das irdische Leben besteht aus Entscheidungen. Jeder von uns weiß, dass wir im Leben Entscheidungen treffen müssen.
Berufsentscheidungen sind wichtig. Ebenso ist die Entscheidung über den Lebensstil von großer Bedeutung, denn wir müssen wissen, wie wir leben wollen. Auch die Entscheidung, ob und wie wir einen Lebenspartner suchen oder haben möchten, spielt eine wichtige Rolle. Es geht darum, den richtigen Weg zu finden und darüber nachzudenken, wie wir die Entscheidung treffen, einen Ehepartner zu suchen oder zu haben.
Ebenso wichtig ist die Entscheidung, welche Freunde man hat oder nicht. Diese Entscheidungen sind im Leben immer wieder von Bedeutung.
Die Beziehung zu Gott ist natürlich ebenfalls eine Entscheidung, die wir jeden Tag treffen müssen. Wir müssen wissen, welche Art von Beziehung wir zu Gott haben wollen und wie wir diese Beziehung pflegen und ernähren.
Dies soll verdeutlichen, dass wir auf Erden ständig unterwegs sind und immer wieder wichtige Entscheidungen treffen müssen.
Allgemeine Überlegungen zur Entscheidungsfindung
Wie trifft man allgemein eine Entscheidung? Wie trifft man eine Wahl? Und zunächst einmal: Wie trifft man eine Wahl für verschiedene Dinge, für materielle Dinge? Ich spreche hier nicht von der Wahl eines Ehepartners oder Ähnlichem, sondern davon, wie man sonst eine Wahl trifft.
Ich glaube, es hilft, die Sache erst einmal durchzudenken. Wenn wir eine Wahl treffen wollen, überlegen wir zunächst, was wir wollen und wozu es dienen soll. Wir fragen uns, was uns zu dieser Sache treibt – also die Motivation. Was bewegt uns innerlich, eine Entscheidung in diese Richtung zu treffen? Was ist der Antrieb, der uns zu dieser Wahl führt?
Das Zweite, was wir bedenken, ist die Qualität und die Schwächen der Sache. Wir versuchen, sie richtig zu kennen und einzuschätzen, damit wir sachlich bleiben, bevor wir eine Entscheidung treffen.
Das Dritte ist oft, dass wir akzeptieren müssen, dass wir die volle Verantwortung für die Wahl tragen. Nachdem wir eine Entscheidung getroffen haben, sind wir verantwortlich für das, was wir ausgewählt haben.
Dies bezieht sich hier nur auf materielle Dinge, wenn wir im Leben eine Wahl treffen, also Entscheidungen fällen.
Überlegungen zur Partnerwahl
Wie sieht es aus, wenn wir an die Wahl eines Partners denken? Welche Überlegungen spielen dabei eine Rolle?
Ich glaube, die erste Überlegung ist, wie Paulus es in seinen Schriften sagt: Wir sollen keine Frau aktiv suchen. Das war für mich ganz wichtig. Ich erinnere mich gut an die Zeit nach meiner Bekehrung im Militärdienst. In meiner kleinen Bibel war das Verb „suchen“ gelb markiert. „Nicht suchen“ – das hat mich sehr angesprochen.
Das war für mich etwas, das ich immer wieder überdacht habe. Ich war nicht auf der Suche, obwohl ich allein war. Stattdessen wollte ich zuerst mein Leben einsetzen, um Gott nachzufolgen.
Bei der Überlegung zur Partnerwahl gibt es Verschiedenes zu beachten. Zunächst einmal müssen wir den richtigen Wert eines Menschen kennen und schätzen – oder zumindest lernen, ihn zu schätzen. Das bedeutet, wenn wir als junge Menschen darüber nachdenken, sollten wir nicht nur überlegen, welchen Wert ein Mensch für uns hat oder ob wir ihn richtig einschätzen. Viel wichtiger ist es, den Wert des Menschen für Gott zu erkennen.
Dieser Wert ist unerhört groß. Gott schenkt seinen Kindern einen hohen Wert, sie sind für ihn ein kostbares Kapital. Wenn wir wissen, welchen Wert ein Mensch hat und diesen Wert hoch schätzen, dann kann kein Mensch zum bloßen Objekt meiner Gelüste oder meiner Begierden werden – auch nicht zum Objekt meines Egoismus.
Das ist eine wichtige Erkenntnis für uns als Gottes Kinder, als Gläubige. Ein anderer Mensch darf nicht einfach Objekt meiner Gelüste oder meines Egoismus sein.
Das bedeutet, dass ich, wenn es so weit ist, in meinem Leben verstehe: Ich werde nicht jemanden neben mir haben, nur um meine eigenen Wünsche zu erfüllen.
Für die Partnerwahl ist es außerdem wichtig, dass wir die nötige Reife haben. Wir müssen uns selbst gut kennen und uns im Spiegel von Gottes Wort betrachten. Wie bereits gesagt, sollten wir von Vergebung und Gnade leben, damit wir uns nicht selbst falsch einschätzen.
Es ist immer schwierig, eine richtige Einschätzung von sich selbst zu haben. Vor allem mag man die Einschätzung der Eltern nicht immer, wenn man jung ist. Die Eltern sehen einen oft anders, als man selbst sich wahrnimmt.
Man hat das Gefühl, man sei viel reifer, als die Eltern sehen. Manchmal stimmt das, manchmal nicht – aber manchmal ist es auch wahr.
Sich selbst gut zu kennen, scheint mir ein ganz wichtiger Punkt zu sein.
Menschliche Reife erkennen
Dritte: Menschliche Reife erkennen – aber wie kann man das machen? Die Reife erkennt man im eigenen Menschen.
Man erkennt sie daran, wenn man sich anderen Menschen unterordnen kann und bereit ist, von verschiedenen eigenen Überzeugungen loszulassen. Dabei meine ich Überzeugungen, die nicht vorrangig mit dem Heil zu tun haben. Klar, wir werden nicht loslassen, dass Jesus der einzige Retter ist. Lieber verbrennt man, bevor man das aufgibt. Aber es gibt persönliche Überzeugungen, von denen man sich lösen kann.
Die Reife zeigt sich, wenn man nicht sofort in die Verteidigung geht, sondern loslassen und einen anderen Gedanken akzeptieren kann.
Ein weiterer Punkt, an dem man Reife messen kann, ist die Fähigkeit, eigene Fehler zuzugeben und Sünden zu bekennen. Ich merke immer wieder, auch in der Seelsorge, dass ich Christen treffe, die meinen, sie würden Sünde zugeben. Doch oft geschieht das nur still im Herzen. Sie haben gar nicht die Gewohnheit, dort, wo sie andere verletzt haben, laut zu sagen: „Vergib mir.“
Ich halte das für sehr wichtig. Ehrlichkeit gehört zur Reife.
Ein weiterer Bereich, in dem wir Reife entdecken können, ist die Fähigkeit, psychische Spannungen auszuhalten. Was heißt das? Psychische Spannungen sind die Situationen, die anders kommen, als wir es uns wünschen. Zum Beispiel, wenn wir mehr Geduld aufbringen müssen oder Dinge anders verlaufen als geplant. In solchen Momenten entstehen Spannungen in unserem Leben.
Spannungen wird es immer geben, auch im Zusammenleben zu zweit. Deshalb ist es wichtig, dass wir eine gewisse Reife haben, um diese Spannungen auszuhalten.
Es gibt Menschen, die gut alleine leben, weil sie keine Spannungen haben. Sie sind immer mit sich selbst einverstanden. Das geht eine Zeit lang gut. Wenn sie aber mit jemand anderem zusammenleben, entstehen Spannungen, die sie nicht aushalten können.
Wenn dann die Spannung kommt, verhärten sie sich oft in ihrem eigenen Gedankengang. Dadurch wird die Spannung immer schlimmer. Die Reife gibt uns jedoch die Möglichkeit, loszulassen und neu zu überlegen. Man kann dann hören, wie der andere es meint, und zu einer Harmonie finden.
Ein weiterer Aspekt der Reife ist ein wahres Selbstbild. Daran arbeiten wir sowieso unser ganzes Leben. Wir haben es nicht auf einmal, sondern es entwickelt sich immer weiter. Unser Selbstbild wird immer wieder korrigiert durch die verschiedenen Beziehungen und Erfahrungen, die wir im Leben machen.
Ich kenne den Text aus Römer 12,1-3 sehr gut:
„Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Opfer; das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern verwandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der Wille Gottes ist, nämlich das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass er nicht höher von sich denken soll, als es sich gebührt, sondern dass er bescheiden von sich denken soll, wie Gott einem jeden das Maß des Glaubens zugeteilt hat.“
Ich kenne das: Der richtige Gottesdienst ist, sein Leben Jesus zu geben, ihm ganz zu übergeben und sich nicht dem Weltlauf anzupassen, wo wir gerade sind.
Wenn wir uns nicht anpassen, werden wir besser den Willen Gottes erkennen, wie es im Text steht. Aber um den Willen Gottes besser zu erkennen, müssen wir in einer Haltung sein, in der wir nicht zu hoch von uns selbst denken. Das sagt dieser Text praktisch aus.
Weitere wichtige Aspekte der Partnerwahl
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Partnerwahl ist das Bewusstsein, wie bedeutend diese Entscheidung ist.
Es ist wichtig, ernsthaft darüber nachzudenken und zu entscheiden, dass diese Wahl für das ganze Leben gilt.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Beten. Dabei geht es darum, den Willen Gottes zu erkennen und gemeinsam zu beten.
Ziel und Bedeutung der Ehe
Jetzt vielleicht noch ein paar andere Gedanken, bevor wir uns dann den Fragen widmen. Was ist das Ziel der Ehe? Es ist manchmal schwierig, im Voraus genau zu wissen, was das Ziel der Ehe ist.
Die Bibel vergleicht die Beziehung in der Ehe mit der Beziehung zwischen Jesus und der Gemeinde. Wir kennen ja alle diese Texte. Die Ehe soll das Zeugnis von der wunderbaren Gnade Gottes sein, von Gottes Plan für zwei Menschen. Wenn man das Eheleben betrachtet, sieht man Gottes Handeln in Aktion.
Die Ehe ist das lebendige Zeugnis der Realität von Vergebung, Gnade und Treue. Sie ist auch das Zeugnis von der Theokratie, das heißt, dass Gott unser Meister und unsere Autorität ist. In einer solchen Beziehung sind Liebe und Autorität eine wunderbare Einheit.
Das ist etwas ganz Neues für die Welt: Wenn in einer Ehe der Mann die Autorität hat, dann ist diese Autorität verbunden mit Liebe. Diese Autorität geschieht durch Liebe und ist deshalb eine wohlgefällige Autorität – aber dennoch eine Autorität. Das ist ganz interessant, denn die Welt versteht das nicht immer, wenn sie das erlebt. Wie machen die das?
Die Ehe ist heilig, sie gehört Gott. Der Körper des einen gehört dem anderen, und jeder Körper ist der Tempel des Heiligen Geistes. Das ist interessant: Man gehört sich nicht mehr selbst. Mein Körper gehört der Ursula, der Körper von Ursula gehört mir, und unsere beiden Körper sind Tempel des Heiligen Geistes. Sie gehören nun nicht uns, sondern Gott.
Das Ziel der Ehe ist also dieses Zeugnis der Liebe, das Nest Gottes für die nächste Generation und der lebendige Kern der Gemeinde. Ich finde es so schön: Die Familie, die Ehe ist das Nest Gottes für die nächste Generation. Die Kinder kommen durch diese Ehe ins Leben, und die Familie ist dort der Kern, der lebendige Kern der Gemeinde.
Die verschiedenen Arten der Liebe in der Ehe
Vielleicht noch kurz: Was ist Liebe? Ich kenne die drei Begriffe Phileo, Agape und Eros.
Phileo ist eigentlich eine Freundschaft, eine tiefe Freundschaft. Es ist die Liebe für die Seele des anderen. Dazu gibt es ganz wunderbare Schriften von Philosophen, vor allem aus der Zeit vor dem vierten Jahrhundert vor Christus. Diese Schriften sind sehr interessant und behandeln die Liebe für die Seele des anderen. Phileo bedeutet, die Liebe für das Wissen und die Art des anderen, für dieselben Interessen.
Darum haben Sportler desselben Sports eine gewisse Freundschaft. Es ist eine Liebe für die gleichen Interessen. Phileo ist die Liebe, die genau das bedeutet. Dabei entsteht ein Verständnis füreinander, weil man dieselben Interessen teilt. In einer Gemeinde können Brüder und Schwestern Phileo-Liebe füreinander haben, weil sie das gleiche Interesse an der Gemeinde Jesu teilen. Aber dieses Phileo reicht noch nicht für die Ehe aus.
Agape ist die Liebe zum anderen, weil er ist – und nicht, weil er so ist. Es ist die Liebe, weil er als Geschöpf Gottes existiert, und nicht, weil ich finde, dass er so ist. Das ist etwas anderes: Ich finde, dass er so ist. Agape ist also ein echter Respekt vor dem, was Gott gehört. Es ist die Bereitschaft, sich für den anderen aufzuopfern, ein Sichgeben ohne das Messen der Resultate. Es ist eine soziale Hingabe, die dem anderen die Freiheit lässt.
Agape ist diese Liebe, die bereit ist, sich einzusetzen, ohne Druck auszuüben, dass die Liebe zurückkommt. Diese Liebe können wir nur von Gott haben. Als Menschen haben wir sie nicht in uns selbst, denn wir investieren immer mit dem Gedanken, dass etwas Positives zurückkommt. Agape ist also die Liebe zum anderen, weil er ist, weil er ein Geschöpf Gottes ist. Und weil er ein Geschöpf Gottes ist, kann Agape investieren, ohne etwas zurückzuverlangen.
Eros ist die Lust, die durch das Sehen des Körpers des anderen geweckt wird. Es ist das Verlangen, den anderen für sich selbst zu haben. Eros ist die Anziehungskraft, die durch das Verständnis, die Harmonie und die Freude entsteht, mit dem anderen zusammen zu sein. Eros weckt natürlich auch die Lust auf Sexualität und fördert den sexuellen Akt.
Diese drei Arten von Liebe sind dem Gläubigen präsent: Phileo, Agape und Eros. Wenn Eros keine Geduld hat, dann kann Agape aus Respekt warten. Phileo ermöglicht es, durch Worte und Überlegung das gemeinsame Verständnis zu vertiefen. Phileo ist der Kontakt von Freunden, das Überlegen, das Verstehen und die Geduld – diese Freundschaft.
Eros gibt Vollgas, und Agape ist die Bremse. Die Bremse ist da, weil sie für den anderen lebt und weiß, dass sie nicht für die eigene Lust lebt. Das ist die ganze Spannung in einer Beziehung. Wenn eine Beziehung beginnt, ist genau diese Spannung da. Deshalb braucht es eine gewisse Reife, um diese Spannung auszuhalten.
Wenn die Hitze kommt – wenn der „Dachstuhl brennt“, wie man sagt, oder wenn es „losgeht“ –, dann braucht es gerade dieses Gleichgewicht der drei Lieben. Einer will vielleicht zu schnell vorangehen, und der andere bremst. Agape bremst wegen der Gebote Gottes, weil sie auch mit dem sexuellen Leben warten will, bis der Bund geschlossen ist, also bis zur Hochzeit.
Agape ist auf dem Prinzip Gottes aufgebaut. Agape will lernen, den anderen zu lieben, weil er ist, und für ihn da zu sein. Phileo ist da, um das Verständnis zu vertiefen – vom Verstand her, vom Wissen her. Phileo ist auch mit Gefühlen verbunden. Eros möchte vorwärtsgehen auf sexueller Ebene.
Diese Spannung ist dann da, wenn man eine Beziehung hat. Die Herausforderung besteht darin, diese Spannung psychisch auszuhalten.
Praktische Ratschläge zur Partnerwahl
Jetzt vielleicht ein paar praktische Ratschläge zur Partnerwahl.
Erstens: Bete und bitte den Herrn, dass du geführt wirst. Aber das machst du ja schon seit deiner Geburt, oder? Das habe ich nicht zu sagen. Zweitens ist es aber wichtig, dafür zu beten. Warte auf die Hilfe Gottes und warte mit Gottes Hilfe.
Ich finde das auch so. Bei mir war es praktisch so – es ist nicht normativ, mein Leben ist nicht normativ, ich bin einer unter ein paar Milliarden Menschen, also jeder ist anders. Aber als ich dann mein Leben Jesus gegeben habe, danke ich dem Herrn sehr, dass ich vorher nie mit einem Mädchen zusammen war. An der Bekehrung war hier ein Typ, der gar nicht geliebt wurde von den Mädchen, denn ich habe so distanziert reagiert, dass sie alle gedacht haben: „Der komische Typ.“ Aber das war nur eine Schutzmauer, die ich gebaut habe. Ich wollte mich selber schützen, hatte Angst vor mir und wollte einfach geschützt bleiben, würde ich mal so sagen. Es war nicht unbedingt die gute Haltung, aber ich glaube, jeder Mensch hat eine gewisse Haltung zum Schutz, wenn er weiß, er will den Weg mit dem Herrn gehen und sich nicht verirren, will mit keinem Menschen spielen.
Wenn du langsam entdeckst, welchen Wert ein Mensch hat, dann sagst du dir: „Oh, Moment mal, wenn ich dann leben soll, um einem anderen Menschen auch beizustehen und mitzunehmen auf dem Weg, uff, da muss ich ein wenig ernst werden.“ Da habe ich gedacht, da muss ich vielleicht ein wenig besser im Leben sitzen und so. Aber jeder ist natürlich anders.
Das Dritte für mich in der Partnerwahl ist: Die erste und Hauptpriorität soll die Gemeinschaft mit Gott bleiben und ein praktisches Engagement aus Liebe zu Gott. Lass dich von diesem Gebiet nicht einfach mitreißen, als wäre es das Wichtigste. Klar, wenn man verliebt ist, ist es sehr schwer, an etwas anderes zu denken und noch normal zu bleiben. Das gehört dazu, das ist zum Glück so bei den Menschen.
Darum muss man die Reife haben, eine Spannung zu ertragen. Und die Spannung ist nie leicht, das wisst ihr bestimmt. Man verliebt sich ineinander. Für mich war es manchmal ganz blöd. Wenn wir uns sahen, alle drei Monate, konnte ich mich nicht mal richtig freuen, wenn ich mit ihr war, denn ich dachte schon, dass ich am Ende des Tages wieder weggehen muss. Da war ich schon: „Da kommen wieder drei Monate.“ Dann war ich schon krank, zudemlich muss ich wieder weggehen und konnte mich nicht mal freuen, dass wir zusammen sind. Nachher habe ich ihr geschrieben: „Ich war nicht traurig wegen dir, sondern ich war schon so kompliziert.“ Okay.
Aber ich habe gemerkt, wie ich da die Spannung eigentlich oft ein wenig an der Grenze meiner psychischen Belastbarkeit hatte, um das alles zu ertragen. War nicht immer cool. Wenn die Partnerwahl versucht, ich habe im Kontakt mit der geliebten Person versucht zu verstehen und zu wissen, was sie für ein geistliches Leben führt. Es geht jetzt nicht um Pionierarbeit oder Polizeiarbeit, um herauszufinden, nein, gar nicht, aber miteinander zu wissen, wie wir die Bibel lesen, wie wir beten, was du bis jetzt gemacht hast und wie du das tust.
Was lebst du im Bibellesen und so? Auch zu bestehen, was jeder für einen Charakter hat. Ich finde es sehr interessant, wenn man ein wenig das entdeckt, einer vom anderen. Und ich finde es auch schön, wie Charaktere sich ändern können und auch durch geistliches Leben gereinigt werden. Das ist interessant. Auch zu finden, was die Interessen des anderen sind.
Für Ursula war das große Interesse seit dem Anfang, als ich sie gesehen habe, als sie 17 Jahre alt war, die kranken Menschen. Da ist sie auch hingegangen – ich bin krank, oder? Die kranken Menschen. Da hat sie die Krankenschwester gemacht und dann im Spital gearbeitet und so weiter. An den Monitoren von den Herzkranken war sie voll in ihrem Ding drin, ja, und das war immer ihr Job. Und dann hat Gott erhört, hat den Kranken gegeben, schön ging. Aber das war Interesse, und ich musste mich daran auch interessieren. Es war gar nicht meine Branche. Als Techniker war ich da so mehr mechanisch aufgebaut, mit viel weniger Gefühlen als sie. Aber eigentlich konnten wir uns durch das Wissen, was Interesse ist, von jedem verstehen.
Es war dann klar, dass wir schon miteinander ausmachen konnten, wir haben also die Last, wieder anderen Menschen Hilfe zu bringen. Damit haben wir dann auch beschlossen, wenn wir mal zusammen sind, wollen wir ein offenes Haus, dass Menschen, die krank sind, egal auf welchem Gebiet, bei uns wenigstens Ruhe oder Frieden finden können. Das war so ein großes Projekt. Aber es war eine Herzenseinstellung, und die war für uns wirklich auch die Herzenseinstellung, die geblieben ist.
Jetzt zum Beispiel, wenn wir weg sind, beide – sie ist in Lille, ich bin da – aber vielleicht haben so zehn Leute die Schlüssel von unserem Haus. Es gibt verschiedene, die schwierige Situationen haben. Die gehen miteinander, singeln, die wohnen in unserem Haus in der Zeit, in der wir weg sind, damit sie einen schönen Platz mit einem großen Salon haben. Da leben sie drin. Wenn ich nach Hause komme, weiß ich nie, wer zu Hause ist. Da komme ich rein, und sie sagen mir: „Willkommen bei dir!“ Jeder weiß, was in der Küche ist, wo sie die Kühltruhe, das Material, zu messen haben und so. Manchmal ist sie wieder leer, und wir füllen auf, manchmal leeren wir und sie füllen auf. Man weiß nie genau. Aber wir hatten ein beschlossenes offenes Haus, und so ist es auch geblieben.
Auch interessant: Aber da muss man miteinander eins sein und Rücksicht nehmen. Ich komme aus einem ganz anderen Haus als Ursula. Für sie war es viel schwerer zu lernen, so zu leben. Aber sie hat zwischendurch mit Freude gelernt, wegen dem Ziel. Sie wollte, dass Leute, die krank sind oder Mühe haben... Jetzt haben wir zum Beispiel ganz regelmäßig am Wochenende die Singelnden von vier kleinen Gemeinden in Burgund. Das sind alleinstehende Leute, die in ihrer Gemeinde noch ein oder zwei Alleinstehende sind, die über dreißig sind, schon dreißig, fünfunddreißig so. Sie sind allein in ihrem Zimmer, in der Wohnung, gehen jeden Tag zur Arbeit, sind in einer Gemeinde, wo es keine anderen jungen Leute gibt. Da laden wir sie bei uns ein. Sie kommen zu uns, und am Abend spielen wir miteinander Scrabble oder was auch immer, beten miteinander und machen Musik.
Es sind verschiedene, die Instrumente spielen. Dann geht Ursula ans Klavier, sie nimmt ein anderes Instrument, und dann machen wir so mit ihnen zusammen offenes Haus. Aber das wurde schon im Prinzip im Sinn miteinander entschieden.
Auch zu wissen, was jeder für Hobbys hat und wie fest er daran hält. Ursula hat verschiedene Rennen, also Abfahrten gewonnen im Abfahrtski in der Schweiz. Sie kommt ja aus der Schweiz. Ich habe nie Ski gefahren. Dann müssen wir wissen, wie wir das jetzt machen. Ich habe bis zur Hochzeit Fallschirmsprung gemacht. Sie hat immer Angst, wenn ich Fallschirmsprung mache. Ich habe auch Freisprung gemacht usw. Da hat sie immer Angst. Da habe ich nicht so gerne, weil es nicht immer Unfälle in Zonen gibt. Da habe ich gesagt: „Okay, also versuchen wir jetzt, wie wir das machen können.“ Dann hat sie das Skiabfahrtsrennen aufgehört wegen des Preises, es war zu teuer. Aber wir haben dann Langlaufski gemacht. Da habe ich Langlauf gelernt, und ich habe Fallschirmspringen total abgestellt. Ich habe gesagt: „Okay, wenn du Angst hast, bringe ich meinen Fallschirm zurück, und ich höre auf.“ Aber es hat mir schon etwas gekostet. Sie hat das gerne gemacht. Viele Sprünge schon gemacht, okay. Aber ich finde, es gibt einen Preis zu bezahlen, und man kann miteinander reden darüber, was man bereit ist zu lassen und wie man es miteinander auch tun kann.
Dann, was auch ein Gespräch ist, was man miteinander vorbereiten sollte, ist das Leben: Wie war das Leben zu Hause? Und an der Arbeit. Zum Beispiel ist es sehr gut zu wissen, wie der andere funktioniert, also wie er zu Hause funktioniert. Wir können eine ganz andere Kultur haben, eine andere Art, jeder, aber wir müssen verstehen, was der andere bekommen hat in der Erziehung und wie er funktioniert.
Ich finde es ganz interessant. Ich bin dann auch eingeladen worden, für die Ferien mit den Eltern von Ursula bei ihnen zu sein. Da konnte ich auch wirklich sehen, wie sie leben in ihrem Haus, ganz anders als bei uns in Frankreich war das. Ich konnte dann einfach mitdienen da drinnen und besser verstehen, in welchem Kontext sie lebt. Und das haben wir dann dasselbe gemacht: Sie ist auch zu uns gekommen und konnte bei uns sein. Da konnte sie auch besser sehen, wie unsere Familie ist und wer wir sind.
Also nie vergessen: Man heiratet nicht einfach eine Person, es ist eine ganze Familie, eine ganze Familie. Wenn die Kontakte vorher schon positiv sind mit der Familie, dann ist es wirklich auch eine offene Tür, um ein Segen zu sein für viele Menschen.
Interessant zu sehen auch, wie in der anderen Familie verschiedene Ungläubige sind. Diese Ungläubigen von der anderen Familie haben oft keine Möglichkeit gegeben, den Gläubigen von der anderen Familie Zeugnis zu geben. Sie haben sie sofort abgestellt. Und wenn du als Neuer reinkommst, den sie noch nicht kennen, dann bist du plötzlich der, der die Möglichkeit hat, mit denen in Kontakt zu kommen.
Wir waren da vor zwei Monaten, hatten wir ein Familientreffen in der anderen Familie. Ich habe mich so gefreut, dass vier junge Damen, die so in der Familie sind, etwa fünfundzwanzig, verheiratet oder nicht verheiratet, mit jemandem zusammenleben, nicht gläubig, aber interessant, wie die nach dem Essen zu Ursula und mir gekommen sind. Nur Fragen über Glaubenssachen, wo sie richtig staunend sind. Vorher war es immer: „Da sind die Missionare.“ Und jetzt plötzlich! Es hat so Freude gemacht. Wir haben nachher sofort wieder gemailt und lustige Mails zurückgeschickt mit Witzen und so. Ich bin prima, ich kann wieder Kontakt haben.
Also man kann wirklich auch im Kontakt zur Familie offene Türen bekommen. Also nicht vergessen, es ist Familie: Eltern, Geschwister, Kultur kennenlernen. Wenn alles super ist, dann ist das ja fast immer langsam vorangehen, geduldig sein.
Ganz wichtig: Versucht nie, den anderen zu ändern. Man soll verstehen, wer der andere ist oder die andere, wie sie denkt, wie sie reagiert. Aber ich darf sie nicht ändern. Das ist die große Gefahr.
Ich bin am Anfang reingefallen. Das war richtig blöd, denn da habe ich etwas kaputt gemacht bei Ursula am Anfang. Ich habe mir vorgestellt, sie sollte so und so sein, verstehst du, und habe ihr dann gesagt, was mich an ihr stört. Das ist grundfalsch, denn sie soll sich nicht ändern wegen mir. Ich soll vorwärts gehen. Wenn sie so leben soll oder so sein soll, wie es mir gefällt, dann ist sie nicht mehr sie selbst. Sie muss ihre Identität haben, die verbunden ist mit Gott und wachsen in der Identität Gottes.
Als ich so Verschiedenes zu Ursula gesagt hatte, hat sie mir gesagt: „Ja, darf ich aber auch sein, was ich bin?“ Das ist eine gute Frage, nicht? Darf ich sein, was ich bin? Da habe ich dann verstanden, habe um Vergebung gebeten, habe mich entschuldigt: „Bitte vergib mir, du gehörst ja Gott. Was bin ich da am Verlangen?“ Nachher musste ich wirklich aufpassen, dass ich nicht mehr zurückkomme auf das oder dass ich nicht mal gesagt hätte, wenn ich was gesagt habe, was mir mehr Freude gemacht hat, weil sie in etwas geändert hatte, worüber wir geredet haben. Da wollte ich das nicht sagen, denn ich wollte nicht, dass sie in das hineinsteigt, sich zu ändern, weil ich fälschlicherweise etwas gesagt hatte.
Also versucht nicht, einander zu ändern. Wir sollen Modelle sein, Vorbilder, und der andere wird mit der Liebe, die er bekommt, sich in der Beziehung mit Gott auch alles geben, um noch besser lieben zu können. Aber nicht an der Änderung des anderen arbeiten.
Ich habe so viel in der Seelsorge liebe junge Leute, die reingefallen sind, wie ich auch. Ich finde es schade, denn es kann Verletzungen geben. Den anderen verstehen.
Natürlich in der Beziehung, wenn sie beginnt und vor der Hochzeit, gehe nicht so schnell mit dem physischen Kontakt voran. Sonst wirst du brennen und dann verbrennen. Das hat keinen Wert. Du kannst in dieser Zeit deinen Willen schulen und Gottes Hilfe brauchen, dass du nicht zu weit gehst, auch im Streicheln und so weiter, obwohl es sehr schön ist. Aber wenn du zu weit gehst, findest du die Bremse nicht mehr.
Du weißt ja nie, man hofft es nie, aber in der Zeit der Beziehung weiß man nie, ob diese Beziehung nicht plötzlich doch auseinandergeht und dass man nicht heiratet. Man ist ja am Entdecken, und es kann ja anders werden. Je mehr man vorwärtsgegangen ist auf dem Physischen, desto größer ist nachher die Verletzung.
Darum ist es gut, wenn man sich bewusst ist: Manchmal hat man am Anfang das Gefühl, das wird nie auseinandergehen, es klappt alles, das kann man nicht haben. Aber es kann auch anders kommen.
Wie viel hat man auch in der Sehnsucht solche, wo es dann vor der Hochzeit auseinandergegangen ist und wo man sagt: Zum Glück ist es auseinandergegangen, sie haben es noch gemerkt, das ist toll. Aber dann darf man das nicht als negativ ansehen, sondern als Reife. Wenn jemand entdeckt, es wird doch nicht, ich bin doch nicht da, dann kann es wirklich auch Reife sein.
Aber wenn man dann nicht physisch vorwärtsgegangen ist, dann ist die Verletzung natürlich viel weniger.
Siebtens: Der Rat von anderen Christen ist gut, Menschen, die den anderen kennen und dich kennen. Aber der Ratgeber muss immer Acht geben, dass er nicht mit psychologischen Beobachtungen oder humanistischen Ratschlägen umgeht. Das ist immer die Gefahr. Ich erlebe es immer mehr in den Gemeinden. Ich verstehe das Wahnsinn, dass man wie ein Psychologe vorgeht, der sagt: „Der passt nicht zu dem, wegen dem Ding und wegen dem Charakter und wegen der Tendenz.“ Da sage ich: Hände weg, also ich persönlich.
Ich habe lieber Vertrauen in den Heiligen Geist und glaube, wenn jeder sich orientiert, gehorsam sein will an Gottes Wort und sich unterstellt unter Gottes Wort und den anderen liebt, dann muss man staunen, was für ein schönes Leben es dann gibt, wo man die Menschen ja nicht zusammengesehen hätte.
Da müssen wir auch aufpassen. Man kann viel kaputtmachen in dem Gebiet. Aber das sind auch Tendenzen, das dürfen wir nicht vergessen. Es gibt Tendenzen in Gemeinden, wo man meint, auch das Privatleben der anderen müsse man irgendwie kontrollieren. Mir scheint manchmal, dass man zu wenig glaubt, dass jeder Bekehrte den Heiligen Geist hat.
Wenn man ganz bewusst weiß, dass jeder, der dem Herrn gehört, den Heiligen Geist hat, dann kann man auch viel größere Freiheit lassen und glauben, dass jeder in seinem Ringen gehorsam sein will und vorwärtsgehen will.
Ich musste immer wieder staunen, wie das auch kulturell sehr verschieden ist, sehr verschieden kulturell. Es gibt Gemeinden, wo kulturell alles bis zum Ende kontrolliert wird. Die Eltern sagen, wann geheiratet wird und mit wem. Alles ist kontrolliert.
Es gibt Missionswerke – ob es das heute noch gibt, weiß ich nicht – aber vor hundert Jahren haben Missionswerke Missionare nach Afrika geschickt, und ein halbes Jahr später haben sie die Frau geschickt. Der Missionar hat nie gewusst, wie sie aussieht. Früher haben sie gebeten, und ein Mädchen wurde geschickt, das jetzt eine Frau ist, sie kommt im nächsten Schiff.
Manchmal hat es sehr gut geklappt in diesen Ehen, wenn beide eine volle Beziehung zu Gott hatten und die Mission am Herzen. Ja, super. Aber es muss doch komisch sein, wenn du sie nie gesehen hast und sie kommt, oder? Und sie ist ja deine Frau. Ich kann mir da vorstellen, ich hätte da ein paar Probleme gehabt. Mit meinem blöden Charakter hätte ich da rebelliert, wie ein Franzose: Aufstand, Autos anzünden, genau, Aufstand, Bus anzünden in der Stadt, pff. Ja, genau.
Auf alle Fälle wirst du andere Ratfragen bei dir haben über diese Frage, über diese Sache. Geh nicht mit dem Rat zu schnell vorwärts. Gib nur Rat vom geistlichen Leben her, aber nicht vom menschlichen, denn alle Menschen sind verschieden und man kann irregehen.
Man meint, die zwei passen nicht zusammen, und effektiv passen sie super zusammen, wo man später sterben muss und sich sagen muss: „Was passiert?“
Wenn du denkst, was wir in den Trogäsen erlebt haben: Ich habe evangelisiert in einer Kommune von Anthroposophen, wo die Burschen und die Mädchen alle zusammenlebten. Da ging ich schon in den Bauernhof in den Bergen. Da ging ich hin und wieder rein, als ich das Traktat verteilt habe, und habe diskutiert und diskutiert über Anthroposophie, Rudolf Steiner und so weiter.
Dann hat sich eine Frau bekehrt. Sie ist dann am Sonntag in die Gemeinde gekommen mit ihren zwei Kindern. Diese zwei Kinder waren von zwei verschiedenen Männern. Dummerweise – oder toll – haben sich die zwei Männer auch bekehrt.
Da waren die zwei Männer in der Gemeinde, diese Frau und die zwei Kinder. Ethische Frage: Wer soll wen heiraten? Die Dritte mit vierten Kindern, meinst du? Da sind die Ältesten miteinander ins Gebet gegangen. Einer von den Ältesten, ich musste immer staunen mit Olivier, das ist einer, der als Kind mit zwölf Jahren in die Textilfabrik gegangen ist und keine Schule richtig gemacht hat. Plötzlich betet er: „Herr, schenke, dass einer von diesen Männern total verliebt ist in die Frau und dass der andere seinen Sohn dieser Frau gibt.“
Mitten in einem Gottesdienst ist einer in Tränen aufgestanden und hat dem anderen gesagt: „Ich gebe dir meinen Sohn.“ Nachher hat er das legal gemacht. Der andere war total verliebt in diese Frau. Sie haben geheiratet, sie haben die zwei Kinder. Dem anderen haben sie gesagt: „Du, das Beste wäre, du änderst dich, gib auf, dass du die Situation nicht immer vor den Augen hast in der Gemeinde. Wir helfen dir, Arbeit zu finden.“ Er ist jetzt auch in einer anderen Gemeinde verheiratet mit einer gläubigen Frau, und sie haben auch vier Kinder.
Wie willst du da entscheiden? Verstehst du? Da suchst du den Bibeltext: Zwei Männer, eine Frau. Man sagt mal: „Hilfe!“ Wir gehen das weiter.
Aber Pionierarbeit ist immer mit ethischen Sachen verbunden, die man sich nicht vorstellt, weil die Welt heute so ist. Ja, das kommt auf uns zu. Dann sind Situationen da, und Menschen bekehren sich. In diesen Situationen gibt es Wege, wo wir wirklich nicht vom Menschlichen ausgehen und überlegen können, sondern wo Gott eingreift in seiner Liebe, um Situationen zu klären, die wir nie klären könnten.
Das nur, um zu sagen: Wenn man Rat gibt, Achtung mit dem Rat auf menschlicher Seite. Man weiß nie genau, womit man zum Staunen kommen kann.
Die Bibel und die Partnerwahl
Es ist interessant, ich habe Ihnen das hier geschrieben, weil es mich schon immer fasziniert hat: Die Bibel sagt sehr wenig über die Partnerwahl. Ist Ihnen das schon aufgefallen? Schauen Sie sich mal das ganze Neue Testament an. Wenn man denkt, dass alle Bücher, die es gibt, etwas über Partnerwahl, Beziehungen oder Ehe sagen, dann ist das nicht wirklich der Fall.
Eine Zeit lang habe ich mit Ursula darüber gesprochen. Das betrifft auch Kindererziehung und das Eheleben. Ich habe ihr gesagt: Alle evangelikalen Führer verbiete ich dir zu lesen, denn wir haben vieles falsch verstanden. Ich hatte diese Bücher gelesen und dachte, wir haben alles falsch gemacht. Lies das nicht. Was sind das für Führer, die meinen, man brauche wenigstens zwei Abende in der Woche für solche Dinge und so weiter. Verstehst du das?
Dann setzt du dich voll für andere Leute ein. Manchmal waren wir auf den Knien, haben geweint und gesagt: Es waren bestimmte vier Leute, die gerettet wurden, unsere Kinder. Wir haben zu wenig Zeit und so weiter. Ursula hatte oft das Gefühl, als Familie nicht genug zu leisten. In diesem Bereich ist die Familie so wichtig. Aber wenn du dann einmal das Neue Testament nimmst, sagst du dir, das ist ja wahnsinnig leer, gerade in diesem Bereich.
Ich habe da 2. Korinther 6,14 im Kopf: „Zieht nicht am gleichen Joch mit Ungläubigen.“ Das steht auch im Zusammenhang mit Geschäften, aber im Kontext von 2. Korinther geht es auch um Beziehungen. Es stimmt, dass man nicht gläubig und ungläubig miteinander verbunden sein sollte, sonst entsteht Spannung.
Dann gibt es Galater 5,1: „Für die Freiheit hat uns Christus befreit, so steht nun fest und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen.“ Das steht im Kontext der Gesetzlichkeit im Galaterbrief. Mir scheint es auch wichtig zu sein, dass es beim Ehepartner nicht zu einem Joch oder einer Knechtschaft durch Gesetzlichkeit wird.
Das habe ich auch in manchen Ehen erlebt, in denen Christus nicht im Zentrum steht. Dort wird die Ehe durch evangelikale Prinzipien zerstört. Wenn ein Pastor in der Gemeinde stur ist und sagt, die Frauen sollen so und so leben, und dann kommt der Mann zur Seelsorge und sagt: „Ich hatte eine schöne Frau, aber seit der Pastor alles in Grau will, habe ich immer Beerdigung zu Hause.“
Nach der Bibel soll die Frau ihrem Mann gefallen. Das steht tatsächlich in der Bibel. Und ich mag es, wenn meine Frau Farbe trägt und so. „Modern“ ist ein blödes Wort, denn alle Menschen waren zu jeder Zeit modern. Über die Jahrhunderte hinweg war immer etwas modern. Aber ich bin froh, dass Ursula alles tut, um mir zu gefallen. Ich finde das toll.
Schade, dass du noch die Fotos davon hast, aber sie ist ja okay. Ich bin immer noch voll verliebt, diese Krankheit geht nicht weg. Auf Französisch sagt man: „Je suis tombé amoureux.“ „Tombé“ heißt gefallen. Und ich sage immer wieder: Das ist ein Fall, von dem ich nie aufgestanden bin, „je suis resté par terre.“
Also, nicht vergessen: Es steht nicht viel im Neuen Testament über Partnerwahl. Für mich bedeutet das klar: Das ganze Neue Testament ist auf das Zentrum Christus aufgebaut. Wenn zwei Menschen Christus wirklich im Zentrum ihres Lebens haben, dann leben sie sowieso echte Liebe.
Und wenn der Herr es ermöglicht, dass sie ineinander verknallt sind – ich weiß nicht, wie man das Wort genau sagt –, dann ist es nicht umsonst, dass er es ermöglicht. Wenn sie sich in dieser Zeit kennenlernen und viele Dinge im Verständnis und Wissen über sich selbst wachsen, wenn das Verknalltsein bleibt und die Beziehung zu Christus gestärkt wird, dann sage ich Amen. Dann fühlt sich das super an.
Fragen und Antworten zur Partnerwahl und Ehe
Nun könnt ihr Fragen stellen, wenn ihr wollt – aber nur, wenn ihr wollt.
Du hast bei der Massenwahl den letzten Punkt erwähnt, nämlich den Willen Gottes zu erkennen, dass Gott eine bestimmte Person aussucht. Für eine andere Person kann man überhaupt sagen, das ist der Wille Gottes oder der Wille der Zivilität Gottes. Also meine Überzeugung – ich sage meine Überzeugung, nicht dass die Bibel das sagt, okay? – meine Überzeugung ist, dass es nicht nur die Ursula für mich auf der Welt gegeben hätte. In meinem Herzen, in meiner Überzeugung ist ganz klar: Sie ist die Beste für mich. Ja, aber es hätte auch eine andere Beste gegeben. Und ich glaube nicht, dass Gott so engstirnig ist. Ich glaube, Gott lässt uns in allen Verantwortungen persönliche Entscheidungen treffen, die wir selber treffen müssen.
Wenn wir Entscheidungen treffen, dann arbeitet Gott in unserem Gewissen. Wenn wir in Beziehung mit Christus sind, dann werden wir in unserem Gewissen bestätigt. Oder wir kommen in eine Ungewissheit hinein. Dann müssen wir versuchen, durch verschiedene Rechtfertigungen zu beweisen, dass wir Recht haben. Dann ist Pleite, dann fängt es gefährlich an.
Wenn zum Beispiel eine Beziehung da ist und ein anderer fragt: „Geht es auch gut?“ oder „Wie meinst du das?“ Wenn wir vom Prinzip her schon meinen, wir sind angegriffen und müssen uns verteidigen, dann müssen wir miteinander reden. Haben wir eigentlich Ruhe intern? Haben wir Frieden intern?
Wie ich schon gesagt habe, glaube ich – ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe –, aber eben zwei Tage vor der Hochzeit habe ich noch zu Niklaus gesagt: Eigentlich ist es Gottes Wille, dass die Hochzeit stattfindet. Ich war allein mit Ursula, wir haben nur darüber gesprochen. Sie und ich haben gesagt: Wir können nicht hundertprozentig sagen, dass es Gottes Wille ist, aber wir haben Vergebung gelernt, wir haben dieselben Ziele, wir haben uns sehr gern. Wir freuen uns, zusammen zu sein. Aber wir wollen das jetzt einfach auf Gott, unsere Verantwortung auf Gott machen.
Und wie gesagt, jetzt, nach 36 Jahren Hochzeit, kann ich sagen: Es war Gottes Wille. Und nicht es. Aber ich habe oft gelitten deswegen, ich weiß auch, in anderen Gebieten. Ich bin nicht der Typ, der sagen kann: „Ich bin sicher, das ist Gottes Wille.“ Das ist so etwas, was bei mir nicht funktioniert. Ich bin immer ungewiss. Also heißt das nicht, dass ich Recht habe. Es gibt andere, die viel mehr Gewissheit haben.
Ich funktioniere auch im Dienst – auch als ich diese Mission gegründet habe, Gemeindegründer usw. Ich funktioniere immer mit einer gewissen Dosis Ungewissheit, die mich wirklich auch immer auf die Knie bringt, so sehr: „Jetzt hilf mir, halt mich an, wenn es schiefgeht, wenn es nicht dein Plan ist.“ Und wenn es dann vorwärtsgeht und gut läuft, okay. Aber es gibt andere, die viel mehr Gewissheit haben.
Ich habe auch in der Seelsorge immer wieder Probleme bei Leuten, die aus einem Milieu heraus einfach die Worte weitersagen, die sie gelernt haben – ein Jargon, verstehst du? Wenn du jemanden predigen hörst, der sagt: „Gott hat mir gezeigt“, „Gott hat mir gesagt“ und so weiter, dann fangen die Leute auch so an zu reden. Man akzeptiert die Redeart des Milieus, in dem man drin ist. So wie ein Dschungelkinder die Redeart akzeptieren, so nehmen auch Evangelikale oft die Redeart an.
Ich denke an ein seltsames Gespräch, das nicht lange zurückliegt, wo jemand immer sagte: „Gott hat mir gezeigt“, „Gott hat mir gesagt“, „er hat sogar gesagt“. Dann habe ich ihn gefragt: „Kannst du mir mal erklären, wie er es dir gesagt hat?“ Und das ist wichtig, finde ich, das ist eine Hilfe.
Da hat er gesagt: „Ja, ich habe darüber nachgedacht, ich habe in der Bibel gesucht und habe gesagt: ‚Ja, das ist prima, das ist gut gemacht, hast versucht und gebetet, prima, super, jawohl.‘ Jetzt verstehe ich, was du meinst, da bin ich einverstanden damit.“
Auch in der Seelsorge versuche ich immer wieder bei den Gläubigen, dass das Vokabular, also die Worte, die sie brauchen, nicht dazu führen, dass sie eine falsche Einstellung bekommen und meinen, Gott rede so direkt mit ihnen. Das stimmt nicht.
Das war eines meiner Probleme am Anfang nach der Bekehrung. Ich war in einer Versammlung eines ganz bekannten Predigers, und er hat eben mit Gewalt gepredigt, sagt man ja. Im Gewaltpredigen wurde auch immer wieder gesagt: „Und Gott hat mir gesagt.“ Und dann, weil ich zuhause war, habe ich gebetet: „Herr, sprich auch mit mir.“ Ich war jung bekehrt und nichts kam.
Da habe ich angefangen zu zweifeln an meiner Bekehrung, denn ich habe nur gedacht: Ich verstehe und lese, aber ich höre nichts. Zum Glück hat dieser Prediger akzeptiert, ich habe telefoniert, einen Termin genommen und gefragt, ob ich zu ihm zur Seelsorge kommen kann. Zum Glück hat er akzeptiert.
Ich habe ihm dann die Frage gestellt: „Wieso redet Gott nicht mit mir? Ist meine Bekehrung nicht klar?“ Er hat versucht zu wissen, wie die Bekehrung war, und dann hat er den Mund aufgemacht und gesagt: „Ja, aber Sie sagen doch immer, dass Gott sagt, und Gott Ihnen gesagt hat. Wie hat er es Ihnen gesagt?“
Zum Glück war er ehrenvoll und hat dann gesagt: „Ja, ich lese die Bibel, ich habe überlegt, und ich sage das so, weil man nicht jedes Mal sagen kann, wie es geht.“ Das verstehe ich auch, aber ich habe gemerkt, das kann Gefahren verhindern, wo man das Gefühl hat, da ist was, da wo nichts ist.
Andere Fragen? Oder nicht nur Fragen, auch Kommentare oder ja, ja.
Du hast ungefähr dreimal bisher gesagt, dass du fünf Jahre lang verlobt warst oder eine Beziehung hattest. Du hast immer wieder den Satz gesagt: „Das war nicht gut, das sollte man so nicht machen, das sollte man jetzt anders machen.“ Ja, wenn man keine andere Möglichkeit hat, dann glaube ich, das habe ich erlebt, gibt Gott die Kraft dazu.
Zum Beispiel mein Sohn – okay, er ist jetzt über dreißig, trotzdem mein Sohn, der Mathematikprofessor ist –, der war verliebt in seine Claire-Lise, als er fünfzehn Jahre alt war. Sie haben dann miteinander die Aufgaben gemacht. Die Eltern von Claire-Lise haben ermöglicht, dass sie bei uns die Aufgaben machten. Sie waren wirklich lieb miteinander, muss ich sagen, super schön.
Dann hat er natürlich Abitur gemacht, und dann hat er noch zehn Jahre nach dem Abitur studiert. Das kannst du an der Distanz ein wenig sehen. Als er dann so achtzehn war, habe ich ihm gesagt: „Du, Sami, wenn du merkst, dass es zu fest brennt, dann sag es uns bitte. Denn wir sehen, ihr seid gut miteinander, ihr liebt den Herrn miteinander. Wir sind bereit, dass sie heiratet. Wir werden uns kümmern um das, was es braucht, wenn sie eine Wohnung braucht und Möbel usw. Also Kisten. Da kann man Möbel reinpacken. Wenn man verliebt ist, kann man in einer Kiste leben. Je schmaler das Bett, desto besser. Das ist ganz einfach. Aber wir wollten nicht, dass sie verbrennen.“
Claire-Lise hat dann gesagt, sie waren nicht ganz eins mit den Eltern. Die Eltern von Claire-Lise haben gesagt: „Ja, aber zuerst müssen sie einen Beruf haben, Geld haben und so.“ Ich habe gesagt: „Ich bin dafür, dass sie reinbleiben können. Wenn sie sich so lieb haben, müssen wir als Eltern die Größe haben, ihnen zu helfen. Und wir lieben sie genug, dass wir ihnen helfen.“
Dann hat Claire-Lise eine Lehre gemacht und hat angefangen zu arbeiten. Als sie ihren ersten Lohn hatte, haben sie geheiratet und haben ganz einfach in einer Kiste gelebt, kann man sagen. Er hat dann noch jahrelang weiterstudiert, um die Stelle zu bekommen, wo er jetzt ist.
Mir scheint, man muss aufpassen mit allem, was normativ wird. Wenn das Normative ist: „Sie können erst heiraten, wenn genügend Einkommen da ist.“ Ja, genau. Es darf nicht Gesetz werden, nicht so eine Norm, wo man plötzlich so ein Bild hat, so muss es gehen.
Ich habe lieber, wenn zwei sich wirklich gerne haben, sollen sie heiraten, und man hilft ihnen, dass sie gut leben können. Immer wenn die Zeit zu lang wird, dann ist es besser.
Du hast jetzt darüber gesprochen, wie man seinen Partner findet und so. Wenn jemand seinen Partner gefunden hat und geheiratet hat, würdest du noch etwas zur Rolle der Ehe in der Gemeinde sagen?
Kann man natürlich. Braucht nur, das Rad zu drehen, oder? Herr Präsident! Vielleicht würde er sagen: Die Zeit der Verlobung ist einfach wichtig. Priorität: Vergiss das nicht. Es ist Zeit, die zwei Familien kennenzulernen. Das ist wichtig. Nicht nur, sich einzeln kennenzulernen, sondern die Familien.
Dann kommen die großen Schulen der Ehe ganz schnell durch. Man lernt besser, auf den anderen zu hören, besser zu verstehen, besser zu teilen. Man steigt in die Interessen des anderen ein. Man lernt effektiv, um Vergebung zu bitten und davon zu leben, von der Gnade. Man lernt, Verantwortung in der Ehe zu tragen. Und das finde ich ganz wichtig.
Man lernt auch, dass man nicht mehr ledig ist. Das ist ganz komisch. Es ist nicht immer einfach. Als wir geheiratet haben, waren wir in der Studentenarbeit in Straßburg. Wir haben vierzig Studenten bekehrt, und jeden Abend war ich als Lediger natürlich bis um Mitternacht, ein Uhr, im Jugendhof und beim Bobby-Foot und Pingpong. Okay.
Dann geheiratet. Und immer noch im Haus daneben, also zwei Zimmer daneben. Dann hat Ursula gesagt: „Jetzt bist du aber jeden Abend einfach Pingpong spielen, oder? Jetzt bist du verheiratet.“ Oder? Und du hast es nicht gemerkt. Auf jeden Fall.
Ich wusste gar nicht, dass ich Pingpong so gern spiele – so eine fertige Sucht. Ich liebe es ja auch, das ist auch eine Sucht, verstehe ich. Aber jetzt, welche Sucht gewinnt dann?
Das war gar nicht so einfach. Man kann als Lediger noch weiterleben und verheiratet sein. Das gibt viel Spannung. Es ist wichtig, dass man dann ganz bewusst weiß: Jetzt ist man miteinander, jetzt gibt es andere Prioritäten. Die Zeiteinteilung muss anders werden. Ich muss auf Verschiedenes verzichten, damit ich wirklich Zeit habe mit Ursula und so.
Das scheint ganz normal, ich verstehe, man liebt sich ja, aber gar nicht so normal. Dann redet sie, redet sie, redet sie, und du sagst „Ja, ja“, wie hinter der Zeitung. „Ja, ja, ja, die haben Gemeinschaft.“ „Ja, ja, ja, alles klar.“ Genau. Wir sind gar nicht so. Okay, das ist dann Eheleben, wunderbar, wunderschön. Da lernst du Pingpong abzustellen.
Dann vielleicht noch kurz: Ehe und Kinder. Das ist dann wieder eine neue Priorität. Kommt Neues dazu, da kommt viel neue Müdigkeit dazu. Eine Mutter, die Tag und Nacht vom Baby gepumpt wird, kann man sagen, und die dann auch müde ist und keine normale Nacht mehr hat. Und wo dann der Mann spontan sie immer nachts aufstehen lässt. Ja, kannst du dir vorstellen, wo der Mann sagt: „Geh nur.“ So in dem Sinne.
Da ist Müdigkeit da, und Spannung kann auch da sein. Man schaltet nicht immer um. Die Kinder sind ein totaler Segen, auch wenn es Kraft und Mühe kostet. Und dann kommt wieder die ganze Schule der Erziehung, dass man einverstanden ist in der Erziehung, dass man nicht ermöglicht, dass die Kinder es so machen, wie sie wollen.
Das kennt ihr: Wenn die Erziehung nicht klappt, dann weiß das Kind: „Für das muss ich zur Mama, damit ich es bekomme. Für das muss ich zum Papa, damit ich es bekomme.“ Das ist ganz einfach. „Mit Papa darf ich nicht gehen, da muss ich zur Mama.“ Und wenn ich es ihr so und so erkläre, hält sie es nicht durch, dann gibt sie mir es.
Ich muss einfach schauen, wenn Papa draußen ist, dass er nicht dazukommt. Dann klappt es. Kindererziehung ist eine Wissenschaft, aber sie steht viel mehr in der Bibel als die Partnerwahl. Sehr interessant.
Da haben wir dann wieder alle Richtlinien drin. Wie wenn für die Partnerwahl und für diese Zeit, als ob Gott uns total als Menschen ernst nimmt. Er sagt: „Jetzt musst du entscheiden, jetzt musst du überlegen, jetzt musst du sehen, wie du weitergehst. Das ist jetzt deine Entscheidung.“ Und danach Familie und Gemeinde.
Da gibt es auch immer wieder diese Integration, also Familie und Gemeinde. Da sind auch wieder die Familien sehr verschieden in einer Gemeinde. Es gibt Familien, die in der Gemeinde leben, aber fast ein Kern sind, der auf sich selbst genügt. Weißt du, was du merkst? Die Kinder müssen da bleiben, und wir sind jetzt einfach da als Familie.
Und es gibt Familien, die im Gemeindeleben eine große Offenheit haben, wo der Mann mit den anderen Männern ist, die Frau mit den anderen Frauen, wo die Kinder usw. Das kommt ganz darauf an, was wir für Ziele als Familie in der Gemeinde haben.
Ganz richtig. Es gibt die verschiedensten Konzepte mit allen Variationen. Die Familie, also die Ehe, die Familie entscheidet ihr Konzept, wo sie es gut leben können.
Das Wichtige ist, dass die Familie auch weiß, dass sie ein offenes Haus haben kann, sodass, wenn Menschen in der Gemeinde in der Einsamkeit sind oder so, sie lernen, für andere zu leben. Wenn Eltern lernen, für andere zu leben, haben die Kinder es gelernt, ohne dass du es ihnen gesagt hast.
Wir haben immer gedacht, unsere Kinder werden die Nase voll haben von Leuten, ja, dass wenn sie mal heiraten, werden sie wahrscheinlich ihre Hütte bauen und die Tür zu machen. Es genügt.
Alle drei haben, sobald sie geheiratet haben, ein Gästezimmer gebraucht. Wir wollen, dass Leute wohl sind bei uns. Samuel hat eine Wohnung, da wo er in Nancy ist als Professor. Er hat jetzt ihre Wohnung, sie haben vier kleine Kinder, und er hat gesagt: „Wir müssen umziehen, mein Salon ist zu klein.“
Oh, du hast ja 40 Quadratmeter Stube, ist doch nicht so schlecht. Es ist ein Leid, denn am Sonntag sind immer etwa 25 bis 40 junge Leute da, von den Studenten, die kommen einfach nach dem Gottesdienst und bleiben bei uns sitzen. Ich habe keinen Platz zum Sitzen.
Jetzt haben sie die Wohnung gewechselt, verstehen, und haben tatsächlich keine Möbel drin. Da sitzen alle am Boden am Sonntag, mit seinem Keller. Das hat die Hütte voll, ne?
Aber es ist einfach die Entscheidung: Ich will für die anderen leben, wir wollen, und Claire-Lise ist einverstanden, seine Frau, wir wollen für die anderen leben.
Aber das kommt ganz darauf an, was wir persönlich für Ziele haben, ob wir als Familie auch für andere da sein wollen. Es kommt nochmal ganz darauf an. Darum darf man für mich keine Gesetze machen.
Es kommt ganz oft darauf an, welchen Beruf man hat, welche Möglichkeiten. Eine Zeit lang musste ich meinem Sohn Sami sagen: „Pass auf, du machst über siebzig Stunden in der Woche am Arbeitsplatz, mit der Ingenieursschule und mit der Forschung. Pass auf, dass du nicht zu viel für Claire-Lise machst.“ Denn da war am Sonntag immer die Hütte voll, ne?
Er hat mir gedankt. Ich habe ihm telefoniert. Er sagt: „Pass auf, dass es nicht zu viel wird.“ Dann hat er jetzt ein wenig gebremst, aber ganz bewusst, damit er auch mehr Zeit für die vier Kleinen hat.
Wir müssen einander helfen, dass wir Gleichgewicht im Leben haben. Aber immer wieder, glaube ich, diese Sicht behalten: Wir sind auf der Welt, um auch anderen etwas Schönes zu bringen und zu geben. Das bleibt, glaube ich, die Realität.
Auch in einer Gemeinde, wie eurer, wo viele Junge da sind, ist es bestimmt auch schön, wenn manchmal die Ehepaare unter sich zusammenkommen und sich über Eheleben und Kindererziehung austauschen können. Das kann ein toller Dienst sein, wo man einander hilft und für die Kinder betet.
Es gibt immer Zeiten, wo jede Familie Probleme mit einem oder zwei Kindern hat. Da ist es schön, wenn man als Familien miteinander dafür beten kann, als verschiedene Ehepaare. Aber es gibt viele verschiedene Möglichkeiten.
Auch im Gemeindeleben, wenn Familien da sind, ist es wichtig, als Leiter ein offenes Ohr zu haben für das, was die Frauen leben, die verheiratet sind. Wie sie eigentlich in der Gemeinde sind, ob sie alle Informationen bekommen, wie sie die ganze Sache leben können.
Denn es gibt all die Jahre, wo die Kinder ganz klein sind, wo die Frau als Mutter viel Müdigkeit und Arbeit hat. Das muss man in Kauf nehmen. Weil sie dann, wenn Kinder da sind, auch Schwierigkeiten mit Spirituellem und so haben.
Kann man ihnen helfen? Oder wie hat es dir zur Freude geholfen, dass sie auch Bibel lesen kann? Denn sie sind ja wirklich konstant beschäftigt mit irgendwelchen Bibelwechseln oder irgendwas.
Es gab eine Zeit, wo sie mich wegen meiner guten Stunden über Bibellesen angeklagt hat. Sie hatte Recht, denn ich habe es leicht, sie nicht, als die Kinder klein waren.
Ich habe dann jeden Tag eine kurze Zeit genommen, eine halbe Stunde, wo ich Austausch mit ihr hatte über das, was ich gelesen habe. Sie hat mir Fragen gestellt über Verschiedenes, auch über Bibeltexte und so.
Was, jeden Tag? Ja, praktisch jeden Tag. Das war für uns kostbar. Sie sagt auf alle Fälle, dass das ganz wichtig war in dieser Zeit, denn sie war zu müde, um selbst zu lesen. Mit dem ganzen Haushalt und Team, das bei uns war, alle Essensvorbereitungen und so.
Ich habe so viel wie möglich zu Hause geholfen in der Küche, Geschirr usw., oder anderen Arbeiten. So viel ich konnte. Ich war oft abends weg für Besuche und Stunden und Vorbereitungen.
Es gibt Zeiten, wo es auch viel kostet für uns Männer, wegen unserer Liebe zur Frau. Ich musste auch manche Nächte mehr arbeiten, damit ich mit meiner Arbeit durchkomme, weil sie tagsüber mehr Zeit gebraucht hat als ich mit ihr war. Aber das kann man verkraften.
Gleich noch eine intime Frage, ich weiß nicht, ob das für dich in Ordnung ist, hier vor allem, wenn wir über Sexualität in der Ehe sprechen.
Ja, was soll man sagen? Es ist wunderbar. Das ist das Blöde, wenn man ganze Wochen weg ist, verstehst du? Es ist etwas Wunderschönes, etwas sehr Schönes, wenn alle anderen Gebiete in Ordnung sind.
Es ist nicht etwas, wo man einfach zu einer gewissen Zeit funktioniert. Wir Männer sind wie Möbel mit Schubladen, verstehst du? Wir gehen an die Arbeit, machen die Schublade auf und sagen der Frau: „Ich denke immer an dich.“ Das stimmt aber gar nicht. Wir sind am Arbeiten. Dann machen wir die Schublade zu. Wenn wir nach Hause kommen und abends machen wir die Schublade auf, dann sollte sie bereit sein.
Die Frau, wenn sie heiratet, ist wie ein Schrank. Je nach Größe – ich würde nicht sagen, jeder Schrank. Ein Schrank macht auf und alles ist da. Eine Schublade ist geteilt.
Wenn sie heiratet, heiratet sie, um für ihren Mann da zu sein. Für sie ist alles ein Gebiet. Wenn ich gute Worte habe mit ihr, wenn ich ihr helfe, wenn ich echte Liebe habe, dann ist Freude in der Sexualität.
Wenn ich aber nicht korrekt bin in den anderen Gebieten, dann ist Sexualität für die Frau nicht schön. Und ich glaube, das ist wichtig, dass wir das wissen.
Auch einfach Rücksicht nehmen: Wenn sie müde ist, ist sie müde. Wenn sie krank ist – wir hatten fast zwei Jahre lang keinen sexuellen Verkehr wegen Krankheit bei Ursula. Da hieß es einfach, nicht verzichten, aber ich musste aufpassen, dass ich dann im Verzicht nicht bitter werde.
Man ist nur Mensch und ist blöderweise auf dem Gebiet auch schwach. Aber ich glaube, mit der Liebe, eben das Wichtigste ist, dass wir unsere Schubladen verbinden, dass alles zusammenläuft und dann in der Kiste.
Aber dass wir die Sachen nicht trennen. Für uns ist das nicht einfach. Oft ist es auch dumm, weil wir Kämpfe haben mit Enttäuschungen, zum Beispiel wenn ich weit unterwegs war und nach ein paar Tagen nach Hause kam.
Als wir am Strand saßen und das Team hatten, musste ich eine Zeit lang auf einem Parkplatz etwa 50 Meter von unserem Haus anhalten, beten und sagen: „Herr, wenn jetzt jemand noch zu Hause ist und ich Ursula nicht alleine habe, hilf mir.“
Denn ich war manchmal so nach acht Tagen, da habe ich mich so gefreut, sie wiederzusehen. Wenn ich dann nach Hause kam und noch jemand da war, hat sie mir fast die Liebe abgestellt. Da war ich plötzlich wieder zu Ursula zu, und sie kam ja nicht dafür, dass Leute da sind.
Also musste ich mein Herz vorbereiten. Ich habe gewährt, wie dieser Drang der Liebe Willen braucht, um nicht manchmal in Situationen wieder rückfällig zu werden.
Sie hat immer versucht, wenn sie wusste, jetzt kommt er bald, hat sie den Leuten erklärt: „Ja, er kommt bald.“ Sie durfte nie sagen: „Daniel kommt bald.“ Sonst hätten die Leute gesagt: „Ach, da warten wir noch, komm, wir haben Freude.“
Ich wollte so sagen.
Ich hätte eine weitere Frage: Gab es bei dir im eigenen Leben oder bei einem der Menschen, die du seelsorglich begleitet hast, die Situation, dass jemand, bevor er geheiratet hat, bestimmte Prinzipien und geistliche Ziele hatte, die er erreichen wollte, dann aber in der Ehe festgestellt hat, dass die Frau vielleicht seine Meinung geändert hat und es dann nicht möglich war, dieses Ziel zu verwirklichen?
Wie geht man in so einer Situation damit um? Hast du da Erfahrung oder weißt du etwas?
Ich habe im Moment den meisten Respekt, wenn man an die Ehe geht.
Richtig. Du hast gute Gedanken, guten Respekt. Das ist das Soll.
Wenn man zum Beispiel in der Verlobungszeit oder in der Beziehung ist, ist das ja nie der Weg von einem oder dem anderen, den man geht in der Ehe, sondern es ist ein neuer Weg. Es ist nicht der Weg, den der eine oder der andere als Lediger überlegt hat.
Es ist ein neuer Weg, den man noch nie gegangen ist. Ein neuer Weg, auf dem man miteinander geht.
Darum, wenn man fixe Ziele im Leben hat, ist es wichtig, dass man von diesen Zielen ganz klar miteinander spricht, schon vor der Hochzeit.
Dann kannst du, wenn du reif bist, die Ziele nuancieren, also die Ziele verändern.
Wenn ich jetzt als Evangelist oder Missionar im Dienst wäre, hätte ich das abstellen sollen. Ursula hätte mir vorher sagen müssen, dass sie das nicht will. Das war für mich die Partnerwahlfrage, also das kann ich nicht aufgeben, verstehst du?
Aber sie hat gesagt: „Krankenschwester, ich habe mich vor allem in Afrika gesehen.“ Da habe ich gesagt: „Ich weiß nichts mit Afrika.“ Sie hat gesagt: „Ich warte noch auf einen Ruf vom Herrn, um zu wissen, ob ich nach Afrika soll.“
Da habe ich gesagt: „Für mich persönlich ist der Platz in der Welt nicht wichtig. Ich weiß, wenn ich brenne für den Herrn, dann brenne ich in Indien oder in Frankreich. Wenn ich aber lau bin, werde ich nirgends gebraucht.“
Das hat bei ihr ihren Weg gemacht, und sie hat mir dann gesagt: „Jetzt ist es klar. Ich gehe dahin, wo du bist.“ Okay, das war geklärt.
Sie hatte ein anderes Ziel vorher, verstehst du? Sie war Krankenschwester, hat Afrika gesehen, Kontakt mit Missionen gehabt. Aber das Ziel, für Menschen zu leben und das Evangelium zu bringen, hat sie nicht abgebrochen. Und ich hoffe, dass sie das nicht abgebrochen hätte. Das blieb. Nur die Nuance, die Variante war möglich.
Aber was ist, wenn es in der Ehe so kommt, dass sich Menschen verändern? Es kann sein, dass in der Verlobungsphase die Sachen durchgesprochen werden, aber dann sich etwas verändert und ein wichtiges Ziel wegfällt.
Wie geht man damit um? Das Beste wäre natürlich, dass man wieder ein gemeinsames Ziel findet. Genau, oder eine Nuance von diesem Ziel, etwas, das man akzeptieren kann.
Aber das gibt es. Du siehst das schon richtig. In der Seelsorge gibt es Leute, die Ziele hatten, und dann wurden sie abgeblockt. Meistens ist das, weil einer oder der andere in seiner Beziehung zu Gott nachgelassen hat. Dann werden die Ziele ganz anders geändert.
Da muss man mitleiden, das kann man nicht anders sagen.
Ich weiß von einem Bruder, der hatte wirklich, wir waren bekehrt zu einer kleinen Zeit. Er hat erneut geheiratet mit denselben Zielen wie wir. Seine Frau ist dann mehr oder weniger lau geworden, nicht mehr viel in der Gemeinde, nicht oft in der Gemeinde.
Sie hat immer mehr materielle Ansprüche gestellt. Der Bruder hat gelitten, denn er hat dann für Materialismus gearbeitet, den er nicht wollte.
Aber sie waren verheiratet und hatten Kinder. Da gibt es keinen Rückweg, sondern eine Hoffnung auf den Herrn, dass er den anderen geistlich wieder weckt.
Da kann man den anderen nicht zum geistlichen Leben zwingen. Das ist das Schwierige. Man kann nicht den anderen wecken.
Man muss sich gegenseitig anschauen, dass jeder eine gute Beziehung zu Gott hat. Das ist der beste Schutz, so ist seine Aussage.
Ja, genau. Das habe ich auch gesagt an einem anderen Moment. Ich habe verstanden, dass meine Rolle für Ursula ist, dass sie eine gute Beziehung zu Gott hat. Dass ich das erleichtere durch meine Liebe.
Auch wenn sie Zeit braucht zum Lesen, dass ich ihr Arbeit abnehme, wenn ich kann, damit sie Zeit hat. Dass diese Beziehung zu Gott die beste ist.
Das habe ich erst später gemerkt, und es ist jetzt für mich noch viel wichtiger, wenn ich älter werde. Denn ich weiß nicht, ob ich Witwer bin oder sie Witwe. Wenn einer von uns allein ist, möchte ich, dass derjenige eine solche Beziehung zu Gott hat, dass er in Freude weiterleben kann und nicht zerbrochen ist wegen des Alleinseins.
Denn die meisten Menschen sind am Ende wieder alleine, oder wenigstens die Hälfte. Das tut weh.
Aber es ist mir wichtig, daran zu denken. Vor etwa dreizehn, vierzehn Jahren kam der Gedanke bei mir auf: „Du bist ja vielleicht schon am Ende.“ Ich habe es dann bei meinem Vater gemerkt.
Meine Mutter ist mit 75 gestorben, mein Vater mit 91. Sie hatten dasselbe Jahrgang. Von 75 bis 91 war er allein.
Zum Glück hat Papa wieder Ziele gefunden. Zuerst hatte er eine Depression, als Mama starb. Dann haben wir ihn acht Monate zu uns genommen. Er hatte keine Lust mehr zu leben. Sein Glaube wurde total in Frage gestellt.
Er kam mal zu mir und sagte: „Ich glaube nicht, dass ich ehrlich war in meinem Glaubensleben. Wahrscheinlich bin ich verloren.“ Das ist schrecklich, verstehst du? Ein Vater, der dreißig Gemeinden gegründet hat, wo Gott gebraucht hat, um dreißig Gemeinden zu gründen.
Ich musste ihn jeden Morgen aus dem Bett holen. Er war so fertig, wollte nicht mehr aufstehen, nicht mehr waschen, total fertig.
Zum Glück hat er mit 65 in einem Familientreffen gesagt: „Ich möchte für mein Alter eine Seelsorge.“ Zum Glück hat er das gesagt. Ich wusste in seiner Krise, ich musste manchmal mit ihm streng sein. Das hätte ich nicht sein können, wenn ich das nicht gehört hätte.
Ich musste sein Seelsorger sein.
Dann kam es plötzlich, wie vom Heiligen Geist. An einem Morgen kam er in die Küche zum Frühstück, das war nie mehr passiert. Er war schon gewaschen, rasiert und so.
Ich fragte: „Herr Papa, was ist jetzt passiert in der Nacht?“ Er sagte: „Ah, es ist wieder alles klar. Aber bei euch bleibe ich nicht. Ich muss in ein Altersheim gehen, wo viele Ungläubige sind, damit ich evangelisieren kann.“
„Okay, Papa, ich suche eine Adresse.“ Gut, gut, gut.
Er ist gegangen. Über 15 Jahre war er praktisch in einem Altersheim. Da hat er immer wieder wie ein guter alter Pastor in seinem Zimmer sein Kleid angezogen, mit steifem Ding, weiß und Krawatte. Er ist zu der Tür nebenan gegangen, um zu evangelisieren, mit seinem Neuen Testament.
Er wusste, dass wir in den Vogesen unsere Gebetsstunde am Morgen haben. Er hat jeden Morgen in seinem Zimmer Gebetsstunde gemacht. Er hat Leute mit Rollstuhl geholt und in sein Zimmer eingeladen. Jeden Morgen Gebetsstunde für die Vogesen, damit Leute sich bekehren.
Er war wieder voll drin.
Als er starb, am Morgen, als ich ins Zimmer kam, war auf seinem Pult der Ordner. Da stand ein Blatt mit einer Maschine getippt von ihm, mit einem Post-it: „Fotokopieren.“ Das war das Lied für die Beerdigung.
Auf einem Zettel stand: „An diese Bank gehen, an dieser Adresse gibt es den billigsten Sarg.“ Alles war geschrieben. „Danny, du predigst über das und das. Jean-Jacques, du predigst über das.“
Als wir die Beerdigung gemacht haben, haben wir gleich am Anfang gesagt: „Nicht, dass ihr meint, wir machen irgendwas. Wir waren genau, was unser Vater geschrieben hat.“
Er wusste, dass er ging. Er hat noch alles gemacht. Er war bis zur letzten Stunde voll drin.
Aber wenn man sieht, dass man plötzlich in ein Loch kommen kann und dann zusammenhält und einander hilft – die Ziele können effektiv geändert werden. Da braucht es Gottes Hilfe, die Beziehung zu behalten.
Sonst noch eine Frage?
Nur eine kleine Frage.
Ich habe noch ein paar Fragen, die ich nicht einfach so stehen lassen kann.
Was heißt Kindererziehung?
Ah, Kindererziehung, das ist eine kleine Frage.
Die geht schon 20 Jahre. Die Antwort ist so eine Zusammenfassung, ein paar Prinzipien, die dir wichtig geworden sind.
Das Wichtige ist Gehorsam, üben mit Liebe, aber mit Klarheit.
Zum Beispiel, wenn du etwas verlangst und es wird nicht gemacht, dann ist es wichtig, dass du festbleibst in dem, was du verlangst.
Du hilfst deinem Kind enorm, wenn es Gehorsam lernt.
Das Kind muss wissen, wo die Grenzen sind, auch in der Erziehung.
Ein Kind, das keine festen Grenzen hat, bei dem man die Grenzen immer weiter verschieben kann, ist ein Kind, das seine Sicherheit verliert.
Es ist nicht sicher, dass die Eltern es bewahren.
Das Nein muss Nein bleiben, das Ja muss Ja bleiben.
Die Erziehung beginnt nicht erst mit drei, vier Jahren, sondern mit null.
Es ist schwer am Anfang.
Zum Beispiel hatten wir manchmal, dass Ursula nicht ausgehalten hat, wenn das Baby in der Nacht geschrien hat.
Ich habe gesagt: „Du bleibst im Bett.“ Sie wollte das Baby halten, ich sagte: „Nein, du bleibst im Bett. Das Baby wird müde.“
Denn das Kind muss lernen, dass es nicht mit seinem Rufen die Familie in der Hand hat.
Das heißt nicht, dass man nie geht. Ich habe es nur so gesagt.
Aber das heißt, das Kind muss begreifen, dass es in die Familie gekommen ist, und die Hausordnung war schon da. Sie war schon geschrieben.
Es kommt nicht hinein, um die Hausordnung zu ändern.
Das große Problem, das ich oft in der Gemeinde mit den Familien habe, ist, dass sie eine ganz andere Lehre bekommen im Krankenhaus, wo die Geburt stattfindet.
Das Personal gibt oft dem Kind immer Priorität.
Dann meinen sie, weil die Ärzte das gesagt haben, ist das das Beste.
Nein, nein, was die Bibel sagt, ist viel besser.
Und was man dann daran hält. Und dann ehrlich sein im Glauben, ganz wichtig.
Das ist das Wichtige für das Kind.
Das Kind muss auch sehen, wie die Eltern um Vergebung bitten, auch wie sie das Kind bitten, ihnen zu vergeben, wenn man Fehler macht.
Vergebung bringt Autorität, Vergebung nimmt nicht die Autorität weg.
Fehler erkennen.
Es gibt Eltern, die meinen, man kann dem Kind nicht sagen, wenn man etwas Falsches macht. Sie haben Angst, ihre Autorität wird untergraben.
Das stimmt nicht.
Die Autorität wird bestätigt, wenn man näher ist.
Und dann eben Zeit haben für das Kind.
Ich musste lernen, Zeit in Qualität zu haben, nicht unbedingt in Quantität.
Das heißt, die Kinder konnten, wenn sie von der Schule kamen, fünf Minuten auf meinen Knien im Büro liegen, wenn ich zuhause war.
Damals war es für mich wichtig, total abzuschalten von dem, was ich hatte, und dem Kind Fragen zu stellen und gut zuzuhören.
Das muss man üben.
Wir sagen oft: „Jetzt höre ich dir zu.“ Das braucht nicht lange Stunden, aber das Kind hat Freude, wenn du dich intensiv mit ihm beschäftigst.
Das sind kleine Tipps.
Seit der Geburt haben wir den Kindern das Evangelium gebracht, mit Liedern, mit Geschichten aus der Bibel.
Auch wenn man meint, sie verstehen es noch nicht richtig.
Was ist der Umgang mit der Rute?
Ah, mit der Rute!
Ich habe sie nie gebraucht.
Aber ich habe schon körperliche Strafe gegeben.
Die wussten, dass Papa die Sachen zweimal sagt. Das dritte Mal ist zu spät.
Dann kam Strafe.
Aber Strafe war bei uns verschieden, nicht nur körperliche Strafe.
Sie wussten, wir haben das miteinander besprochen, und es war aufgeschrieben, was für welches Ungehorsam ist.
Für manche Sachen, wenn sie frech zur Mutter waren, wussten sie, dass es einen Tag lang kein Fahrrad gibt. Sie haben alle gerne Fahrrad gefahren.
Man weiß, in der Schrift steht auch, wenn ich ungehorsam bin und es zugebe, dass ich ungehorsam bin, aber verspäte, dann kommt Strafe.
Auch wenn Sünden vergeben sind, gibt es oft eine Konsequenz der Sünde und eine Strafe.
Aber das muss alles in Liebe geschehen. Sonst finde ich es total falsch.
Auch im Gespräch mit den Kindern ist das wichtig.
Wir hatten jeden Abend in der Woche mit den Kindern, auch bis sie Studenten waren, wo wir zusammen in der Stube Spiele gemacht haben.
Mit einer guten Nachspeise, weil wir nicht mit Kämpfen gearbeitet haben, sondern mit Eiscreme.
Oft wurden die Spiele durch Gespräche unterbrochen.
Als sie größer wurden, waren es andere Themen, komplexere Sachen.
Das war interessant.
Wir saßen manchmal da und haben ein Spiel angefangen, und alles andere waren Gespräche bis mitten in der Nacht, mit Eiscreme und Pferden.
Das war wirklich nur die Familie.
Nur die Familie.
Jahrelang war das Mittwochabend bei uns, weil es in unserem Programm war.
Dann, als sie studierten, war es Sonntagabend, bevor sie für die ganze Woche zur Uni gingen.
Sie haben dann auch nichts am Sonntagabend mit Freunden gemacht. Sie sagten immer: „Das ist heilig, da sind wir mit unseren Eltern.“
Das war toll und hat uns Eltern sehr gut getan.
Sie haben uns sofort gesagt, wenn sie verknallt waren in ein Mädchen, wussten wir es, bevor das Mädchen es wusste.
Der Jüngste kam zu mir, als er in seine Frau verliebt war.
Er sagte: „Papa, du hast mir über Gottes Willen gepredigt. Wie kann ich wissen, dass das Gottes Wille ist?“
Da musste er sich hinsetzen, auf sein Bett, und sagen, er müsse Kontakt aufnehmen.
Er kann sich nicht einfach so blau in meinen Kontakt stürzen.
Das kam langsam.
Ich finde es schön, wenn diese Offenheit im Gespräch bleibt.
Es war natürlich in der Familie nicht nur geistliches Leben oder Bibel, da waren auch ganz andere Lebensthemen.
Alles, was sie beschäftigt hat, wurde besprochen.
Das war interessant.
Als sie größer wurden, haben sie uns viel gelernt.
Sie wussten mehr vom Studium als wir als Eltern.
Das hat uns bereichert.
Ja?
Daniel, was denkst du, was die Familie für Aufgaben in der Gemeinde hat?
Familie in der Gemeinde?
Familie zu bleiben?
Was die Aufgabe in der Familie ist?
Genau.
In der Gemeinde?
Was denkst du da?
Ich sehe nicht genau etwas Besonderes. Ich sehe einfach, dass es normal weitergeht.
Ja, aber es gibt Leute, die sagen, die Familien sind wie Säulen.
Ja, sehr gut.
Das trifft es.
Irgendwann hat die Familie eine besondere Aufgabe.
Ich weiß nicht, warum. Ich frage ja, wie du denkst.
Ja, genau.
Stimmt, der Kern der Gemeinde sind Familien.
Die Ehe ist eigentlich etwas, das beweist, dass man miteinander eins sein kann.
Das ist eigentlich ein Abbild, das die Bibel sagt, von Christus und der Gemeinde.
Ich finde, die Familie hat auch diese Rolle in der Gemeinde, dass sie eine sichtbare Einheit der Liebe als Zeugnis ist.
Wenn dieses Zeugnis da ist, hilft es auch anderen.
Wenn du in einer Gemeinde ein Ehepaar hast, wo die richtige Liebe da ist, eine Familie, hilft das anderen, sich vorzustellen, was Familie ist.
In dieser Generation werden viele Menschen sein, die sich bekehren, die aber nie ein Familienleben hatten, nie mit ihrem biologischen Vater aufgewachsen sind, die gar nicht wissen, was Familie ist, wie sie aussieht.
Sie können sich nicht vorstellen, was Eheleben ist.
Wenn sie es nur vom Fernsehen kennen, geht es schief.
Sie haben nur die Möglichkeit, in der Gemeinde zu entdecken, was Ehe und Familie sind.
Sie entdecken die Beziehung von Kindern zu Eltern in der Gemeinde.
Die Beziehung von Frau zu Mann entdecken sie in der Gemeinde.
Ich finde, das ist unerhört.
Es ist komisch, wenn die Beziehung fehlt.
Ich denke an eine Situation: Ursula ging einen schönen Rock kaufen in einem Geschäft.
Sie hat drei, vier Röcke ausgesucht, musste sich entscheiden, welchen sie nimmt.
Sie hat den Rock stehen gelassen und gesagt: „Entschuldigung, ich möchte meinen Mann holen und wissen, was ihm besser gefällt.“
Die Verkäuferin dachte: „Ah, ein besitzergreifender Mann.“
Sie hat mir später gesagt: „Ich wollte nicht, dass er kommt, sondern dass er zustimmt, aber ich wollte, dass es ihm besonders gefällt.“
Oder in Paris bin ich einen Ring kaufen gegangen für Ursula, für unsere zwanzigjährige Hochzeit, mit meinem ganzen Taschengeld von Jahren.
Ich kam in ein Geschäft. Die Verkäuferin war da, und ich, alter Klaus, konnte einen Ring kaufen.
Sie zeigte mir einen Ring für 10 Euro. Ich dachte, da muss ich noch mindestens eine Null wegnehmen.
Am Ende fand ich etwas mit vier schönen Steinen und habe es gekauft.
Ich sagte ihr: „Ich bin so dankbar, dass ich meiner Frau Freude machen kann.“
Sie lachte und sagte: „Ist das nicht Freude für deine Frau?“
Das ist die Gesellschaft für ihr Leben.
Zum Glück war kein Kunde da.
Eine Stunde habe ich mit ihr über Eheleben gesprochen.
Die Frau hat geweint.
Ich konnte das Evangelium weitergeben.
Hat es sich gelohnt, diesen Ring zu kaufen, um Ursula Freude zu machen?
Das war die Reaktion.
Es ist nicht mehr normal.
Wenn du so lange verheiratet bist, ist es nicht normal, dass du noch solche Gedanken hast beim Einkaufen.
Ich denke auch, dass eine wichtige Aufgabe der Familie ist, Vorbild der Liebe zu sein und auch Vorbild für ein offenes Haus.
Wenn solche Menschen in die Gemeinde kommen, die nirgends wohl sind.
Wir hatten eine Zeit lang einen bei uns, der sich mit 17 von einem Bauernhof bekehrt hat.
Sein Vater war gegen das Evangelium und hat ihn am selben Tag auf die Straße gestellt.
Er sagte: „Du kommst nie mehr nach Hause.“ Raus mit deiner Tasche, mit Schlafsack und ein paar Kleidern.
Da hat er bei uns gewohnt.
Die Familie hat Dienst. Das steht in der Bibel, Römer Kapitel 12.
Es ist nicht schlimm.
Die Bibel sagt, wir sollen beten und ein offenes Haus haben.
Das gehört zum Evangelium, auch für die Familie.
Es ist ein Dienst, wirklich ein Dienst.
Sonst noch eine Frage?
Ich kann aufhören, nein?
Kein Problem.
Schlafende Kinder.
Das kann man weitermachen, wenn es schlafende Kinder gibt.
Kindererziehung ist vielleicht das, was noch toll war.
Wir hatten sofort ein Kind von den Inseln von einer Mission, für das wir jeden Monat Geld geschickt haben.
Für die drei Kinder war es wichtig. Sie wussten, das ist auch ein Kind von uns.
Die drei Kinder haben jeden Monat versucht, Geld auf die Seite zu legen, um diesem Kind zu helfen.
Du kannst ihnen einen kleinen Missionsauftrag geben.
Zum Beispiel ab zehn Jahren.
An jedem Geburtstag haben wir Ursula nicht mehr die Zimmer der Kinder gemacht.
Wenn die Zimmer nicht gut waren, die Betten nicht gemacht oder nicht geputzt, habe ich am Ende der Woche kontrolliert. Das war meine Rolle.
Wenn die Kontrolle war und die Zimmer nicht gut waren, habe ich zehn Franc gegeben, das sind etwa zwei Euro.
Wenn es geputzt war, bekam das Kind zwei Euro Taschengeld.
Ich muss stolz sein.
Wir haben erlebt, dass sie die ganze Kasse für das Patenkind gelebt haben oder alles Geld gebraucht haben, um uns Geschenke zum Geburtstag zu machen.
Sie sehen das.
Sie müssen lernen, dass Geld nicht ins Haus kommt, ohne dass gearbeitet wird.
Viele Kinder meinen, Geld fällt vom Himmel.
Wenn sie jung sind, meinen sie, man kann Telefon kaufen und alles.
Verstehst du?
Der Vater hat das Geld immer gegeben.
Ich habe das geteilt für alles, aber verschiedene Sachen, wo sie eine Belohnung bekamen.
Sie lernen auch, dass sie helfen müssen.
Manchmal, wenn die Kinder größer werden, nach zehn Jahren, haben wir ihnen geholfen, weil sie in der Schule Rechnen hatten.
Sie konnten ausrechnen, wie viel Geld man für einen Monat zum Leben braucht.
Sie haben mit Zetteln vom Supermarkt zusammengezählt, was das Essen kostet.
Dann mussten sie ausrechnen, wie viel das für den Monat ist, mal dreißig.
Und wie viel Strom kostet.
Sie müssen erzogen werden, wie das Leben kostet.
In Frankreich lernen sie das in der Schule nicht.
Darum, wenn junge Leute heiraten oder zusammenleben, kommen Vertreter, die ihnen schöne Dinge auf Kredit zeigen.
Wenn sie sich bekehren und zur Gemeinde kommen, können sie nicht geben, weil sie noch zehn Jahre Kredit haben.
Das ist eine Not.
Sie denken: „Sind sie blöd? So viele Kinder kaufen unnötigen Kram.“
Das kannst du den Kindern üben.
Wenn Ursula im Supermarkt war mit den Kindern, konnte sie kein Geschenk kaufen.
Wenn sie etwas Besonderes kaufen wollte, wusste sie, dass die Kinder es rausnehmen und auf den Preis schauen.
Sie haben es rausgenommen und gesagt: „Mama, das ist billiger.“
Ich kam immer mit Schokolade nach Hause, fünf Tafeln, die nicht eingepackt waren.
Ich wollte gute Lindt-Schokolade kaufen, aber viel zu teuer.
Das war manchmal lustig.
Verantwortung geben, zeigen, was das Leben kostet.
So kannst du ihnen helfen, ins Leben zu steigen und autonom zu werden.
Darum haben wir Ferien gemacht und sind mit dem Fahrrad bis an die Atlantikküste gefahren, als Familie mit Zelt.
Die drei Kinder mussten alles organisieren.
Jeden Campingplatz mussten sie finden.
Sie mussten Geld sparen, Taschen fürs Fahrrad, Zelte kaufen.
Sie mussten die Pläne machen.
Ich sagte: „Wir wollen die Schlösser der Loire besuchen.“
Das mussten sie alles organisieren.
Die Freude war groß, diese 1300 Kilometer mit dem Fahrrad.
Sie waren stolz, weil sie es organisiert hatten.
Kannst du deinen Kindern Taschengeld geben?
Nur so Taschengeld, nur wenn sie etwas tun.
Nicht so, dass sie jede Woche fünf Euro bekommen.
Das hatten sie nie.
Sie hatten praktisch alles Geld so.
Wenn sie mehr wollten, hatten sie Möglichkeiten.
Zum Beispiel konnten sie das Auto waschen und Geld bekommen.
Es gab Möglichkeiten.
Geld gegen Leistung.
Praktisch immer.
Wenn sie etwas brauchten, haben wir Geld gegeben.
Alles Geld, das sie von der Familie zum Geburtstag oder als Geschenk bekamen, haben wir für sie gekauft.
Den Rest haben wir auf ein Sparkassenbuch gelegt.
Wir haben ihnen gesagt: „Das ist für dich, für den Führerschein oder das Auto.“
Auch auf dem Sparkassenbuch war das Geld.
Wir haben gemerkt, dass jedes Kind ein Musikinstrument hatte.
Wenn sie ein Instrument kaufen wollten, das besser war, haben sie es vom Sparkassenbuch bezahlt.
Ich hatte immer den Unterschied: Ich hatte eine Band mit zehn Leuten, und andere in der Straße.
Die Jungs, deren Eltern die Instrumente bezahlt haben, waren oft unordentlich.
Die Kinder, die das Geld selbst verdient haben, haben ihre Instrumente gut gepflegt.
Was etwas kostet, ist kostbar.
Das hilft ihnen auch in dieser Richtung.
Hat es ihnen finanziell geholfen, zum Beispiel beim Führerschein?
Ja, doch, sie haben geholfen.
Wir mussten nicht wenig essen, aber es war wenig.
Ihr hattet auch wenig?
Ja, wir hatten das Nötige, klar.
Sami hatte im Studium viel Leichtigkeit.
Er bekam Stipendien, weil er Klassen übersprungen hat.
Er hatte praktisch so viel Lohn wie ich als Student.
Er hat mir dann kein Taschengeld mehr gegeben.
Das kam vom Staat.
Ja.
Ab welchem Alter willst du Verantwortung an deine Kinder übertragen?
Vor allem finanziell.
Ich kenne einige 14-Jährige, die reifer sind als manche Erwachsene.
Aber sie haben keine Kinder.
Sie haben etwas von ihrer Kindheit verloren.
Ab wann ist es richtig, Verantwortung zu üben?
Alter ist schwierig, weil jedes Kind anders ist.
Ich glaube, Verantwortung geben, aber immer wachsam sein.
Ist es eine Last für das Kind?
Wir wollen die Kinder nicht belasten.
Wir wollen, dass sie Verantwortung in ihrem Maß tragen, klein an klein.
Zum Beispiel eine Katze.
Wenn du sie nicht ernährst, stirbt sie.
Das ist seine Verantwortung.
Ich werde sie nicht ernähren, dann müssen wir damit umgehen.
Kleine Sachen, manchmal ganz kleine.
Nicht belasten, sondern Freude machen.
Ihnen helfen.
Das Wichtige ist, dass sie verstehen, welches Ziel in der Sache ist.
Ganz kleine Ziele kann man erklären, auch größere.
Danke fürs Aufputzen.
Also hast du das gemacht?
Du brauchst nicht noch mehr Theologie zu studieren.
Das war das Problem von meinem Theologen, der bei mir war.
Er hat nicht aufgeputzt.
Daniel, du hast gesagt, die Gemeinde ist keine Demokratie.
Wie ist das bei euch in der Ehe?
Wie trefft ihr Entscheidungen, auch in Bezug auf Ordnung oder Unterordnung?
Wie kritisiert ihr euch?
Es gibt Gebiete, die besprechen wir miteinander.
Es gibt Gebiete, wo Ursula die Verantwortung und Autorität hat.
Ich bin sehr dankbar dafür.
Sie macht das sehr gut.
Ich bin gut informiert.
Im Familienleben bin ich der Chef.
Das wissen die Kinder.
Ursula akzeptiert es voll.
Ich trage die Verantwortung und bin der Beschützer.
Das war für mich klar: Ich soll meine Kinder schützen.
Ich stehe zwischen Gesellschaft und Frau und Kindern.
In der Ehe hatten wir nie Probleme mit Autorität.
Wir haben alles praktisch miteinander entschieden.
Wenn eine Entscheidung nicht einheitlich war, hat Ursula gesagt: „Dann machen wir, wie du gesagt hast.“
Das war ihre positive Einstellung.
Das hat es vereinfacht.
Wir wussten von Anfang an, vor der Hochzeit, dass wir die Sache klar durchführen müssen, weil wir beide viel Initiative haben und gerne leiten.
Das haben wir beide.
Aber auch in der Gemeinde hat Ursula nie Autorität verloren.
Wenn ich wollte, dass sie etwas sagt, musste ich der Gemeinde sagen: „Ursula, sag jetzt was.“
Sonst hätte sie es nicht gesagt.
Es muss nicht so sein, aber wir haben so funktioniert.
Wir hatten kein Problem damit.
Wenn du eine Fehlentscheidung getroffen hast, hat sie dich konstruktiv kritisiert?
Ja, sehr konstruktiv.
Sogar nach der Predigt: „Du warst langweilig.“
Okay, Gott segne dich.
„Langweilig.“
Sie war schon kritisch, aber nie vor anderen, immer zu Hause.
Nicht vor anderen.
Ich wusste es positiv.
Sie ist manchmal sehr direkt, das ist ihre Art.
Ich habe das akzeptiert.
Ich fand es positiv.
Manchmal habe ich ein wenig geschluckt, zum Akzeptieren.
Aber ich fand, sie macht es aus Liebe.
Sie will mir helfen.
Das war auch gegenseitig so.
Sie hat akzeptiert, wenn ich etwas gesagt habe.
Wir konnten verschiedene Arbeiten, Bilanzen machen und überlegen: „Das müsstest du vielleicht anders machen.“
Jeder konnte dem anderen sagen, was er denkt.
Wir hatten praktisch keine Hemmungen.
Ich bin sehr dankbar, dass wir so eins waren in der Erziehung der Kinder.
Ich habe sie immer total verteidigt.
Das Schlimmste, wussten die Kinder, ist, fair zu sein mit ihrer Mutter.
Das war gefährlich für die Kinder.
Das habe ich ihnen gesagt: „Das akzeptiere ich nicht.“
Wenn kleine Kinder ihre Mutter schlagen, wenn sie etwas wollen, dann wird es gefährlich.
Das kann man nicht akzeptieren.
Ich glaube, wir Männer in der Gesellschaft müssen eine gute Haltung zu unseren Frauen haben.
Die Kinder müssen wissen, dass das Kostbarste, was wir haben nach Gott, unsere Frau ist.
Sie darf man nicht angreifen.
Eine Frage: Im 1. Korinther 7 steht, dass die Verheirateten so leben sollen, als wären sie nicht verheiratet.
Also spielt Verzicht in der Ehe eine Rolle.
Du hast gesagt, man soll sich vorher abstimmen, wie die Partner leben wollen.
Würdest du sagen, dass dieser Verzicht nur funktionieren kann, wenn man vorher bespricht, wie viel Zeit man einander geben will?
Damit man nicht gezwungen ist zu verzichten und hoffen muss, dass man überhaupt Zeit miteinander hat?
Ja, ich glaube, es ist gut, wenn man etwas miteinander bestimmt.
Es kann immer noch unvorhergesehen etwas passieren.
Man hat das Prinzip miteinander gesprochen, auch wenn es variabel ist.
Man hat miteinander gesprochen. Das finde ich wichtig.
Im gleichen Kapitel steht, dass man sich nur kurz trennen soll zum Beten.
Damit man nicht auseinandergeht.
Also ist es schon so, als wäre man nicht verheiratet, aber man weiß, man ist zusammen fürs Leben.
Das Leben wie als Lediger heißt, dass jeder Priorität Christus hat, nicht die Ehe.
Priorität bleibt Christus für jeden Einzelnen.
Unter dieser Priorität steht die Ehe.
Paulus sagt, die Frau lebt mit dem Gedanken, ihrem Mann zu gefallen, und der Mann umgekehrt.
Als Single kann man nur für Christus leben.
Das stimmt.
Wenn jemand heiratet und das gleiche Leben wie als Lediger führen will, ist das falsch.
Es ist ein anderes Leben.
Man muss neu darüber nachdenken.
Die Situation wird anders gelebt.
So, ich hoffe, ich habe euch genügend müde gemacht.
Habt ihr noch eine brennende Frage?
Sonst hören wir auf.
Alles klar, ihr könnt alle heiraten.
Ich glaube, auch du müsstest.
Das hat er in der Löwengrube gesagt.
Aber ich muss sagen, wenn man heute oft Ehen sieht, könnte man negativ werden.
Darum will ich sagen: Das Eheleben ist etwas Wunderbares.
Wenn Christus und die Mission im Zentrum sind, ist das wirklich etwas ganz Großartiges.
Ich wünsche euch, so etwas zu erleben und zu leben.
Geht dich noch?
Vater im Himmel, du hast gesagt, dass es nicht gut ist, wenn der Mann allein ist.
Du wolltest die Ehe.
Du wusstest, wie schwach wir sind und dass wir einander brauchen.
Du hast auch gesagt, dass du bei denen bist, die allein sind, und dass du keinen verlässt.
Ich bitte dich, Herr, dass jeder von uns, der eine Beziehung angefangen hat, Weisheit, Liebe und Licht schenkt.
Dass es keine falschen Entscheidungen gibt.
Schenke Gnade, Herr.
Ich kämpfe mit dir.
Du weißt, wie der Feind und unsere Gesellschaft alles tun, um Familien kaputt zu machen.
Du willst die Familie als Vorbild der Liebe.
Wir bitten dich für jeden, dass jeder, der in Beziehung und Ehe ist, dieses Ziel mit dir erreichen kann.
Vorbild zu sein, damit andere Menschen dich erkennen, Herr.
Wir suchen deine Ehre.
Wir wollen, dass du wirklich geehrt wirst.
Hab Dank für deine Liebe und Geduld mit mir und uns.
Hab herzlichen Dank, Herr.
Bitte segne uns in dieser Nacht.
Gib uns gute Gedanken.
Bewahre uns vor allem, was uns von dir wegziehen würde.
Danke für deine Gegenwart.
Amen.
Merci beaucoup!
