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Israel - Pulverfass Westjordanland!

Teil 1/2
06.01.2017
SerieTeil 1 / 2Israel - Pulverfass Westjordanland!
Warum ist das Westjordanland für Israel so wichtig – historisch, politisch und biblisch? Was hat es mit der jahrtausendealten Verbindung des jüdischen Volkes zu diesem Land auf sich? Welche Rolle spielen Prophezeiungen über Zerstreuung und Rückkehr? Und warum sorgt gerade heute die internationale Gemeinschaft für Streit um dieses Gebiet? Entdecke, wie Geschichte, Glauben und Politik hier eng zusammenhängen. Was macht das Westjordanland zum Herzstück Israels?

Einleitung und historische Verortung

Ich möchte Sie alle sehr herzlich begrüssen zu diesem Abendvortrag über ein hochaktuelles Thema. Weshalb ist das Westjordanland für Israel so wichtig? Heute Abend geht es um Nahostpolitik und Bibel.
Ganz kurz als Einleitung ins Thema: Das Westjordanland wurde 1967, Sie merken, das war vor 50 Jahren, 2017 minus 50 ergibt 1967, während des Sechstagekrieges durch die israelische Armee Jordanien entrissen. Seither ist dieses Gebiet nicht mehr aus den Schlagzeilen der internationalen Presse verschwunden. Die ganze Welt beschäftigt sich mit den damit verbundenen Fragen des Völkerrechts und der Weltpolitik. Und wir fragen uns heute Abend: Warum ist dieses Gebiet für Israel so wichtig?
Wir gehen zurück vor 3600 Jahren. Da war das Westjordanland, zusammen mit dem heutigen sogenannten Kernland von Israel, das Heimatland Israels, das Heimatland der Juden. Nach der strengen biblischen Chronologie war nämlich der Exodus, der Auszug der Israeliten aus Ägypten, ein Ereignis des Jahres 1606 vor Christus. Dann kam die Wüstenwanderung von vierzig Jahren, und ab 1566 wurde das Land Israel, inklusive des Westjordanlands, durch Israel besiedelt. Also geht es dreitausendsechshundert Jahre zurück.
Und nun: Wie sah es vor zweitausend Jahren aus? Die politische Situation im Nahen Osten war damals ganz anders. Die Römer beherrschten ein grosses Gebiet in Europa, Nordafrika und eben auch den Nahen Osten. Israel stand unter römischer Herrschaft, und die Römer hatten einen Edomiter namens Herodes als König über sich eingesetzt. Die Römer hatten Herodes als König über die Juden eingesetzt.
Damals gehörte also das gesamte heutige Land Israel, inklusive des Westjordanlands, aber übrigens auch grosse Teile von Syrien und Jordanien, zu dem Land Israel. Das gesamte Westjordanland gehörte also auch damals zu Israel. Ich muss sogar sagen: Den Begriff Westjordanland gab es damals gar nicht. Das ist ein Produkt der modernen Geschichte, wie wir noch sehen werden. Aber ich sage einfach: Das Gebiet, das man heute Westjordanland nennt, gehörte immer zum Land Israel.

Messianische Verheissung und der Verlust Jerusalems

Nun, damals vor zweitausend Jahren, unter König Herodes, einem Unterkönig des Kaisers von Rom, wurde Jesus Christus geboren. Durch sein Kommen erfüllte er damals über dreihundert Prophezeiungen aus dem Alten Testament. Das ist ja der erste Teil der Bibel, der vor Christus geschrieben worden ist.
Dort gibt es viele Prophezeiungen über einen kommenden Erlöser, den Messias. Jesus Christus erfüllte über dreihundert Prophezeiungen aus dem Alten Testament über den Messias, den verheißenen Erlöser. Und die Prophetie beinhaltete auch: Der Messias wird schließlich durch die Masse seines eigenen Volkes abgelehnt werden, und er wird getötet werden. Aber die Propheten hatten bereits vorausgesagt: Wenn das geschieht, wird das jüdische Volk als Konsequenz davon sein Land verlieren.
Nun, Sie wissen, im Jahr 32 nach Christus wurde Jesus Christus auf dem Golgatha-Felsen vor den Stadtmauern von Jerusalem gekreuzigt. Die Masse seines Volkes hatte Jesus Christus abgelehnt. In dem Propheten Daniel, Kapitel 9, Vers 26, lesen wir: Der Messias wird ausgerottet werden und nichts haben. Er wird kein Friedensreich aufrichten.
Hier sehen Sie im Modell den Golgatha-Felsen vor den Stadtmauern Jerusalems. Da starb Jesus Christus. Die Prophetie in Daniel geht weiter und sagt: Und das Volk des kommenden Fürsten wird die Stadt und das Heiligtum zerstören. Als Konsequenz des Todes des Messias würde die Stadt Jerusalem, die Hauptstadt der Juden, zerstört werden, und auch der jüdische Tempel, das Heiligtum. Das ist geschehen im Jahr 70 nach Christus. Die Römer haben Jerusalem und den zweiten Tempel der Juden dem Erdboden gleichgemacht. Hier sehen Sie originale Steine, die heute noch die Zerstörung des Tempels durch die Römer so anschaulich vor Augen führen.
Mose hatte bereits damals, im Jahr 1566 vor Christus, am Ende der Wüstenwanderung Folgendes prophezeit: 5. Mose 28,64. Es geht um die Folgen, wenn Israel nicht auf das Wort Gottes hört und damit auch den Messias verwerfen würde. Mose sagt: Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde.

Zerstreuung, Leid und die Verheissung der Heimkehr

Sie fragen sich: Wo ist das Ende der Erde? Nun, 5. Mose 28,64 sagt: „Der HERR wird dich unter alle Völker zerstreuen, von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde.“
Tatsächlich liegt Jerusalem, das Land Israel, genau am Knotenpunkt der drei Kontinente Europa, Asien und Afrika. Das ist geografisch absolut einzigartig. In der biblischen Geographie wird alles von diesem auserwählten Land Israel aus beurteilt. Das heißt also: Die Teile des Festlandes auf Erden, die am weitesten von Israel entfernt sind, werden die Enden der Erde genannt.
Jetzt verstehen Sie auch, warum ich, wenn ich in Thailand bin, den Leuten dort erkläre: Ihr wohnt am Ende der Erde. Und die Bibel spricht auch über euch, denn sie spricht an vielen Stellen über die Enden der Erde. Dasselbe habe ich auch den Kolumbianern erzählt und den Indianern dort am anderen Ende der Erde, damit sie auch wissen, wo sie zu Hause sind, nicht wahr?
Und es ist so, dass das jüdische Volk in den vergangenen 2000 Jahren, seit 70 nach Christus, von Südamerika bis nach China und Thailand zerstreut wurde. Wirklich von Alaska bis nach Australien und Neuseeland, von Schweden und Norwegen bis nach Südafrika. Von einem Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde.
Und jetzt beschreibt Mose, wie die Juden dann leben werden: „Und unter jenen Nationen wirst du nicht rasten, und deine Fußsohle wird keine Ruhestätte finden; und der HERR wird dir daselbst ein zitterndes Herz, erlöschende Augen und verschmachtende Seele geben. Und dein Leben wird schwebend vor dir hangen, und du wirst dich fürchten, Nacht und Tag, und deinem Leben nicht trauen. Am Morgen wirst du sagen: Wäre es doch Abend! Und am Abend wirst du sagen: Wäre es doch Morgen! wegen der Furcht deines Herzens, womit du dich fürchten wirst, und wegen des Anblicks deiner Augen, den du erblicken wirst.“
Wir wissen, wie schrecklich sich diese Worte in den vergangenen zweitausend Jahren erfüllt haben, von 70 nach Christus bis in die moderne Zeit. Wir haben hier das Resultat all dieses Judenhasses durch die Jahrhunderte hindurch, nicht erst im 20. Jahrhundert, sondern durch zweitausend Jahre hindurch: dreizehn Millionen Tote unter dem jüdischen Volk. Unfasslich. Keine Heimat mehr. Die Geschichte der Juden war gekennzeichnet von den von Ghetto zu Ghetto wandernden Juden, überall unerwünscht, gehasst und verfolgt.
Aber es ist eindrücklich: Mose hat das also über 1500 Jahre vor Christus vorausgesagt, und wir sehen die Erfüllung bis in die moderne Zeit der Geschichte.

Rückkehr aus den Nationen und die ersten politischen Schritte

Aber dasselbe Alte Testament hatte auch vorausgesagt, dass die Zeit kommen wird, in der dieses jüdische Volk aus der ganzen Welt zurück ins Land der Väter heimkehren wird. So steht es in Amos 9,14-15. Das ist der Schluss des Amos-Buches aus dem achten Jahrhundert vor Christus.
Stellen Sie sich also vor: Jahrhunderte, bevor das jüdische Volk weltweit zerstreut wurde, prophezeit die Bibel bereits seine Rückkehr aus allen Völkern. Gott spricht: Und ich werde das Schicksal meines Volkes Israel wenden. Und sie werden die verwüsteten Städte aufbauen und bewohnen, Weinberge pflanzen und deren Wein trinken, Gärten anlegen und deren Frucht essen. Und ich werde sie in ihrem Lande pflanzen, und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem Lande, das ich ihnen gegeben habe, spricht der Herr, dein Gott.
Die Stelle spricht hier von einer definitiven Rückkehr der Juden, nach der es keine Zerstreuung mehr geben wird. Und das sehen wir in unserer Zeit vor unseren Augen erfüllt. Erfüllte Prophetie, wie wir sie sehen, hätte man sich von Generationen vor uns sicher gewünscht. Ich sage Ihnen: Die hätten dafür alles gegeben. Aber wir sind diese Augenzeugen.
Und es gibt noch viele weitere Stellen, die diese Rückkehr beschreiben, und zwar wirklich ganz klar. Hesekiel 36,24: Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen.
Sie sehen: Der Text ist so klar, dass ihn sogar ein Kind verstehen kann. Man muss das nicht irgendwie kompliziert deuten. Es braucht wirklich keine tiefen psychologischen Überlegungen. Die braucht man sowieso nicht, um die Bibel zu deuten, aber manche meinen, man müsse es so machen. Der Text ist klar.
Der Text sagt sogar, wem dieses Land gehört. Gott spricht in Hesekiel 36 zum Volk Israel und sagt: „Ich werde euch in euer Land bringen.“

Vom Mandat zur Teilung Palästinas

Das hat sich in der modernen Geschichte ab 1882 erfüllt. Damals setzte die erste massive Rückwanderungswelle von Juden heim ins Land der Väter ein. 1883, 1884, 1885 und so weiter. Das ging bis 1903. Dann setzte 1904 schon die zweite Welle ein. Und die dauerte bis 1914. Dann brach der Erste Weltkrieg aus.
Im ersten Moment dachte man: Oh, das schneidet nun wirklich diese Rückkehr ab. Aber während des Ersten Weltkrieges mussten sich die Osmanen entscheiden. Die Osmanen, das waren die Türken, die über ein riesiges Reich herrschten, das den ganzen Nahen Osten umfasste. Sie hatten gute Beziehungen zu Deutschland und auch Beziehungen zu den Entente-Mächten, wie man die Alliierten Frankreich, England und Russland nannte. Wir stellen uns auf die Seite von Deutschland. Das führte dazu, dass die Entente-Mächte sich auf das türkische Reich stürzten und es im Ersten Weltkrieg völlig zusammenschlugen.
Während des Krieges gaben die Engländer 1917 die Balfour-Erklärung heraus. Und Sie sehen, dieses Dokument ist auf den 2. November 1917 datiert. Das wird ein Jubiläum geben: 2017, am 2. November, hundert Jahre Balfour-Erklärung. Leider wissen die meisten Leute in Europa nichts mehr von der Balfour-Erklärung. Aber dann werden die Medien darüber berichten, und plötzlich wissen alle etwas von der Balfour-Erklärung. So geht das ja immer, nicht wahr?
Und was haben die Engländer hier versprochen? In der Mitte lesen Sie: „His Majesty's Government“. Die Regierung seiner Majestät betrachtet es mit Wohlwollen, dass in Palästina eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk geschaffen wird.
Sie können sich nicht vorstellen, wie diese jüdischen Einwanderer ab 1883 und so weiter bis 1914, Tausende, die gekommen sind, übrigens besonders aus Russland damals, gejubelt haben. Bis dahin hatte man sie als völlige Phantasten betrachtet. Sie kehren zwar in das Gebiet zurück, wo ihre Vorfahren gewohnt haben, aber das war ja Teil des islamischen Reiches, der Türken, das auch in der Vergangenheit ein Kalifat war, ein islamischer Staat, ja, ein IS, Sie hören richtig! Ein islamischer Staat.
Unmöglich konnten die Juden jemals hier eine nationale Heimstätte bekommen, denn nach islamischer Lehre wird die Welt eingeteilt in Darul Islam und Darul Harb. Darul Islam, das Haus des Islams, ist all dieses Gebiet in der Welt, das durch den Islam erobert worden ist und in dem die Scharia ausgeübt hat. Und nach orthodoxer islamischer Auffassung, also es geht um den Zentralislam, nicht um extreme Gruppen, darf Darul Islam nie, niemals von Nichtmuslimen beherrscht werden. Wir könnten da als Untertanen leben, aber nie dürften die ein eigenes Land haben.
Und das Land Israel? Das war natürlich schon längst in der Geschichte Darul Islam geworden. Der Rest der Welt, damit Sie auch noch wissen, wo Deutschland hingehört, ist Darul Harb, das Gebiet, das Haus des Schwertes. Das sollte einmal dann unter islamisches Gesetz noch kommen. Aber das kann noch ein bisschen warten.
Ja, jetzt stellen Sie sich vor: Man dachte also, das ist unmöglich, und plötzlich der Erste Weltkrieg. Der Erste Weltkrieg der Menschheitsgeschichte, bei dem alle fünf Kontinente betroffen waren, führt dazu, dass das islamische Reich zusammengeschlagen wird. Und am Schluss des Krieges führt das dazu, dass es aufgelöst wird. Man hat die moderne Türkei erfunden. Es gibt kein Osmanisches Reich mehr.
Und nach dem Krieg trat der Völkerbund zusammen. Das war der Vorläufer der UNO, eine Organisation, die dazu führen sollte, dass nie mehr ein Weltkrieg stattfinden kann, so wie der Erste Weltkrieg stattgefunden hatte. Und der Völkerbund nahm die Balfour-Erklärung und hat sie übernommen, so dass sie internationales Recht geworden ist. Nicht wahr, die Engländer konnten schon ein Papier schreiben namens Balfour-Erklärung, aber dieses Papier taugte im internationalen Recht überhaupt nichts. Aber dadurch, dass der Völkerbund das aufgenommen hat, wurde das internationales Recht: eine jüdische Heimstätte in Palästina.
Der Völkerbund übertrug England das Mandat für Palästina. Das heißt, England soll dafür sorgen, dass aus diesem Gebiet etwas Gutes in der Zukunft wird.

Neue Grenzen, neue Identitäten und der Weg zum Teilungsplan

Jetzt müssen Sie wissen: Das britische Mandat von Palästina umfasste dieses Gebiet, also ganz Israel von heute, den Gaza-Streifen, den es damals noch gar nicht gab – das ist auch eine spätere geschichtliche Entwicklung –, das Westjordanland und das ganze heutige Jordanien. Jordanien ist ebenfalls eine moderne Erfindung; das gab es damals noch nicht.
Alle Bewohner in Palästina, also in diesem Gebiet, waren Palästinenser, ob Juden oder Araber. Es gab kein palästinensisches Volk. Niemand hat damals von einem palästinensischen Volk gesprochen. Hätten Sie damals mit jemandem über die Palästinenser gesprochen, hätte man gedacht: Ja, wir waren Palästinenser. Das ist kein Volk, das sind einfach die Leute aus Palästina.
Alle hatten eine Identitätskarte von den Engländern, und dort stand Palästinenser. Alle Juden waren Palästinenser, alle Araber waren Palästinenser. Es gab keine Jordanier, das waren alles Palästinenser.
Dann kam die Balfour-Erklärung und sprach von einer nationalen jüdischen Heimstätte in Palästina. Aber jetzt können Sie sich fragen: Wo genau? Das wurde in der Balfour-Erklärung nicht gesagt. Die Engländer sagten sich: Ja, wir tun etwas für die Juden, aber wir werden auch etwas für die Araber tun.
So kam es bereits 1921 zur ersten Teilung Palästinas. England übergibt den palästinensischen Arabern 77 Prozent von Palästina und nennt das Gebiet Transjordanien, also das Gebiet jenseits des Jordans. Der Jordan fließt hier hinunter ins Tote Meer. Und das Gebiet transjordanisch, also jenseits des Jordans, ist dieses Gebiet. 1946 entsteht dort ein eigener Staat namens Jordanien. Sie sehen: Einen palästinensischen Staat gibt es seit 1946 mit 77 Prozent von Palästina.
Jetzt bleiben theoretisch noch 23 Prozent für die Juden auf der anderen Seite des Jordans. Zuerst kam aber der Zweite Weltkrieg und die Vernichtung von sechs Millionen Juden in Europa. Das zeigte nochmals: Der Jude ist im Ausland unerwünscht. Ja, wo soll er dann hin? Er müsste eine Heimat haben, eine Heimat. Er müsste wieder zurück in die alte Heimat.
So kam es unter dem Eindruck der Judenvernichtung durch die Nazis in einer der ersten Sitzungen der UNO im November 1947 zum Teilungsplan, der von der Mehrheit akzeptiert wurde. Sie sehen: 2017 wird das große Jubiläum sein, 70 Jahre Teilungsplan der UNO und damit ein Ja zu einem Judenstaat in Palästina. 1947 bis 2017, ja?
Übrigens: Was ist denn mit dem Völkerbund? Der Völkerbund wurde aufgelöst, weil er gar nicht in der Lage war, einen weiteren Weltkrieg zu verhindern. Man gründete eine neue Organisation, die wirklich für den Frieden da sein sollte: die UNO. Und die UNO musste sich schon sehr früh nach ihrer Gründung mit Palästina beschäftigen, mit dem Rest Palästinas, also mit 23 Prozent.
Die UNO sagte aber: Wir geben den Juden nicht alles. Stattdessen sollen diese dunklen Gebiete hier, diese zwei Landstriche und dieses größere Gebiet da unten in der Negevwüste, ihnen gehören. Das sind 12,6 Prozent von ganz Palästina. Die Juden sagten: Das ist zwar enttäuschend, aber wenigstens das. Wir sind froh, wenn wir wenigstens dort nun eine Heimat gründen dürfen.
Man sagte außerdem: Aus dem Rest, also aus dem, was hier gelb eingezeichnet ist, soll später ein zweiter palästinensischer Staat gebildet werden. Und Sie sehen hier schon andeutungsweise in der Form etwas von dem Westjordanland. Das entstand durch diesen Teilungsplan. Westjordanland bedeutet dieses Gebiet westlich des Jordans hier. Sehen Sie: das Westjordanland.
Und Jerusalem soll eine internationale Stadt werden. Das war die Meinung der UNO. Die Mehrheit der Staaten stimmte für den Teilungsplan und für die Schaffung eines Judenstaates unter dem Eindruck dessen, was die Nazis den Juden angetan hatten.
Aber die islamische Umwelt tobte. Wieso? Jetzt bekommen sie doch insgesamt 87,4 Prozent, und die Juden 12,6 Prozent. Das ist doch kein schlechter Deal. Aber Sie müssen verstehen: Es geht gar nicht um einen Deal. Aus islamischem Recht darf auch 12,6 Prozent nicht durch Juden regiert werden, nicht als eigener Staat. Kein Quadratmeter. Es geht gar nicht um die Frage, wie viel, es geht nur um die Frage: gar nichts.
Die islamische Welt tobte und akzeptierte nichts davon. Man drohte: Wenn es zur Schaffung eines Judenstaates kommt, werden wir die Juden ausrotten. Stellen Sie sich vor: Unmittelbar nach der Judenvernichtung in Europa geht das im Nahen Osten weiter. Und der Zusammenhang ist hier direkt.
Der Großmufti von Jerusalem, dieser Palästinenser, übrigens ein Verwandter des späteren Yassir Arafat, war ein persönlicher Freund von Hitler. Er besuchte ihn auch in Berlin und hatte mit ihm schon die Endlösung der Juden im Nahen Osten besprochen.
Und Sie sehen: Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Welt der Nazis vorbei. In Europa gab es wirklich ein ganz massives Umdenken, wirklich ganz breit. Viele waren ja sowieso gegen die Nazi-Ideologie. Aber auch unter denen, die irgendwie mitgemacht hatten, gab es ein Umdenken. Im Nahen Osten ging es jedoch weiter.
Und jetzt verstehen Sie, warum Mein Kampf von Hitler bis heute in der islamischen Welt, in der arabischen Welt, ein Bestseller ist. Das hat nie aufgehört.

Staatsgründung Israels und die Kriege um das Land

Aber am 14. Mai 1948 kam es zur Staatsgründung Israels. Und Sie sehen: 2018 wird dann das 70-jährige Jubiläum davon sein. Also, wir leben schon in einer interessanten Zeit. 2017 ist schon interessant, nicht wahr? Und dann geht es eben 2018 weiter.
Ben Gurion, der erste Ministerpräsident, verkündet über das Radio: Hier Staat Israel, zweitausend Jahre sind vergangen. Wenn für Gott die Zeit gekommen ist, kann niemand Gott widerstehen.
Aber in der Nacht vom 14. auf den 15. Mai kommt es zum totalen Krieg. Neun Armeen gehen auf Israel los. Das Ziel ist die Totalauslöschung der Juden. Unfasslich, nicht wahr? Und das war die Erfüllung, die erste Erfüllung von Psalm 83, Vers 4. Da sagt die Bibel von den Feinden Israels: Sie sprechen: Kommt! Und lasst uns vertilgen, dass sie keine Nation mehr seien, dass nicht mehr gedacht werde des Namens Israel.
Es kam zum totalen Krieg. Jordanien, Irak, Syrien, Libanon, Ägypten, mit Kontingenten aus Saudi-Arabien und Jemen, mit den Palästinensern, eröffneten Vernichtungskriege in Israel. Aber nach einem Jahr hatte Israel überlebt und ging mit Landgewinn als Sieger aus dem Krieg hervor, in eine totale Übermacht.
Im Juli 1949 kam der Waffenstillstand durch die UNO. Aber das Ergebnis des Krieges ist dieses: Sie sehen diese dunkelgrünen Gebiete, die wurden durch Israel dazugewonnen. Jetzt sehen Sie aber: Nun hat sich das, was wir heute kennen als Westjordanland, herauskristallisiert. Jetzt ist dieses Gebilde da. Und Sie sehen noch etwas: Der Gazastreifen wurde dadurch auch als geografische Größe neu gebildet.
Nun ist es aber so: Jordanien hatte Erfolg im Krieg, denn mit Hilfe dieser Armeen, die mit Jordanien gegen Israel losgingen, konnte das Westjordanland erobert werden. Und alle Juden, die dort gewohnt haben – ja, dort haben Juden die ganze Zeit gewohnt, nicht wahr? Ich habe ja erklärt: Die Juden wurden weltweit zerstreut, aber nie alle Juden. Es gab immer eine jüdische Präsenz im Land Israel, das man später Palästina nannte, nach dem Namen der großen Feinde im Alten Testament, die Philister. Und Philisterland ist im Lateinischen Palästina.
Immer hatten Juden gelebt, und zwar auch gerade im Westjordanland. Aber jetzt wurden durch diesen Krieg alle Juden, die dort von alters her gewohnt haben, entweder ermordet oder vertrieben. Diese neue größere geografische Größe, das Westjordanland, wurde judenrein, um einen Begriff der Nazis auch hier zu verwenden.
Und dann geschah etwas: Jordanien annektierte 1950 das Westjordanland mit Ostjerusalem und dem Tempelberg dort. Sie verstehen den Unterschied. Besetzen ist die Tatsache, dass eine Armee ein Gebiet unter seine Kontrolle bringt. Aber damit sagt diese Armee noch nicht: Dieses Gebiet gehört uns. Nur, wir regieren jetzt im Moment darüber. Annektieren bedeutet: Dieses Gebiet gehört jetzt zu uns.
Also sagte Jordanien: Hallo, das Westjordanland ist jetzt Jordanien. Aber das hatte praktisch keine Nation in der Welt anerkannt. Und so wurde das nicht internationales Recht. Das Westjordanland war no man's land, es gehörte keinem Staat mehr. Es gehörte einst dem Osmanischen Reich, aber das wurde ja mit dem Ersten Weltkrieg aufgelöst, ja? Und jetzt war das kein Nationalgebiet. Jordanien hat das an sich gerissen, aber das wurde nicht anerkannt. Nur, die UNO hat sich nicht mehr groß darum geschert, man hat das so stehen lassen.
Jerusalem hätte ja eine internationale Stadt werden sollen. Aber die Jordanier sagten: Nein, Ostjerusalem gehört uns, und wir trennen es jetzt mit einer Mauer ab von Westjerusalem. Und die UNO hat sich dann auch nicht mehr so groß darum gekümmert. Aber man hat sich gesagt in der arabischen Welt: Es war noch zu früh, wir müssen zu einem späteren Zeitpunkt Israel zerstören.
In den weiteren Jahren wurden sie aufgerüstet durch die Sowjetunion mit modernen Waffen. 1967 war man überzeugt: Jetzt können wir Israel vernichten. Noch im Mai 1967 sagte Nasser öffentlich: Unser Hauptziel besteht in der Vernichtung Israels. Wieder diese Sprache von Psalm 83. Sie sprechen: Kommt und lasst uns sie vertilgen, dass sie keine Nation mehr seien, dass nicht mehr gedacht werde des Namens Israel.
Aber dann machte Israel als Überraschung den Erstschlag. Sie wussten: Dieser Krieg muss ganz kurz sein, denn wir haben nur wenig Petrol, die Araber haben ganz viel. Der Krieg muss ganz kurz sein. Und so kam die Überraschung in den ersten Stunden.
 Am 5. Juni gingen Flugzeuge von Israel im Tiefflug nach Ägypten und zerstörten innerhalb von Stunden die Luftwaffe, die dort auf den Militärflughäfen am Boden geparkt war. Ein Flugzeug nach dem anderen wurde abgeschossen, noch bevor die Offiziere, die Piloten, diese Flugzeuge besetzen konnten. Und innerhalb von Stunden war die Luftwaffe von Syrien ausgeschaltet, und ein Teil im Irak. Alles im Tiefflug in Ägypten und Syrien unter dem Radar durch und weg.
Ägypten telefoniert mit König Hussein von Jordanien. König, wir haben unglaubliche Erfolge gegen Israel. Du musst jetzt eine dritte Front eröffnen, vom Westjordanland her. König Hussein war von Israel gewarnt worden: Wenn du in den Krieg eintrittst, wird das schwere Konsequenzen für dich haben. Er hörte auf die ägyptische Lüge und begann mit schweren Waffen von Ostjerusalem über die Mauer, Israel anzugreifen.
Dann kam ein Befehl an einen Fallschirmjägertrupp, der in der Exklave auf dem Skopusberg stationiert war, da, wo die medizinische Fakultät ist. Und die kamen nicht von der Luft her, sondern auf dem Boden drangen sie ein, durch feines Land, durch das Stephans Tor in die Altstadt, und eroberten Ostjerusalem und den Tempelberg.
Nach sechs Tagen war an allen drei Fronten Ruhe, der Krieg war vorbei, und Israel hatte zum zweiten Mal als Nation überlebt. Die Folgen dieses Krieges: Eroberung der gesamten Sinai-Halbinsel, die zu Ägypten gehörte, plus Eroberung des Gazastreifens. Ägypten hatte den Gazastreifen nämlich an sich gerissen durch den Krieg 1948/49. Ja, sie sagten, das ist ägyptisch. Das wurde natürlich international auch nicht anerkannt, aber die machten daraus Ägypten. Jetzt ist alles weg in der Hand Israels.
Dann eroberte Israel das gesamte Westjordanland aus der Hand von Jordanien. Aber das war ja auch nicht wirklich Jordanien, darum schreibe ich das in Anführungsstrichen, denn nach internationalem Recht war ja das no man's land. Und sie eroberten die syrischen Golanhöhen.
Warum? Die Eroberung der Sinai-Halbinsel und des Gazastreifens sollte eine Sicherheitszone gegen den Feind Ägypten bewirken. Die Eroberung des Westjordanlandes sollte eine Pufferzone sein gegen Jordanien und gegen Irak, und die Golanhöhen sollten eine Pufferzone sein gegen Syrien.
Von Anfang an hat sich Israel aber überlegt: Wir erobern das, und wir werden dann mit den Arabern verhandeln, Land für Frieden. Wir geben ihnen Land zurück, und sie sollen mit uns Frieden schließen. Schon bei der Staatsgründung 1948 wurde offiziell das Dokument verlesen: Wir strecken unsere Hand aus zu unseren arabischen Nachbarn. Und wir wollen mit euch Frieden haben.
Und dann kam der totale Krieg 1967, der zweite totale Krieg. Jetzt hat man gesagt: Jetzt nehmen wir dieses Land und schließen Frieden. Aber man sagte: Wir geben nicht alles zurück. Wir werden das Westjordanland zum Teil besiedeln, so dass wir eine militärische Pufferzone haben.
Sie sehen: Das Land Israel ist ja hier zwischen Mittelmeer und Westjordanland so schmal, das hat keine strategische Tiefe, sagt man. Heute ist man im Kriegsfall in fünf Minuten durch am Mittelmeer. Es hat keine strategische Tiefe, und im Krieg braucht man strategische Tiefe, um eine gewisse Pufferzone zu haben. Das war die Idee.
Und so hat der Staat Israel Juden ermutigt: Jetzt geht ins Westjordanland, baut Siedlungen auf! Und einen Teil werden wir den Palästinensern – wenn ich jetzt Palästinenser sage, bezeichnen das jetzt in der Geschichte neu die arabischen Palästinenser, ja, auf der westlichen Seite. Die Jordanier nennt man nicht mehr Palästinenser – also, wir werden so eben einen Teil an die Palästinenser zurückgeben, und einen Teil behalten wir als militärische Sicherheit und Pufferzone.

Die biblischen Orte im Westjordanland

Und jetzt fragen wir uns in diesem Zusammenhang, nachdem wir in der Geschichte etwas aufgearbeitet haben, bis 1967. Ich muss vielleicht noch hinzufügen: 1973 fand ja der Jom-Kippur-Krieg statt. Das war dann der dritte Versuch der arabischen Welt, Israel auszurotten. Und auch da haben sie wieder verloren.
Dann begann die Zeit mit den Friedensschlüssen, mit Ägypten, mit Jordanien, mit den Palästinensern. Und zwar, weil nach islamischer Lehre, das geht zurück auf das Vorbild von Muhammad: Wenn der Feind zu stark ist, darf man mit ihm Frieden schließen. Nur wenn er schwach ist, dann soll man keinen Frieden schließen, sondern den Feind vernichten. So hatte das Muhammad in seinem Leben gemacht, und auf diesem Vorbild baut man diese Lehre auf.
Man hat gemerkt: Nach drei vergeblichen Versuchen, Israel von der Landkarte verschwinden zu lassen, schaffen wir es irgendwie nicht, dann machen wir es mit Friedensschluss. Und nach islamischer Lehre soll der Frieden so lange dauern, bis man genügend stark ist, um den Feind doch noch zu vernichten.
Ja, und jetzt an dieser Stelle: Weshalb ist dieses Westjordanland für Israel so wichtig? Nun, lesen Sie die Bibel.
Die erste Stadt, die nach dem Auszug aus Ägypten unter israelische Kontrolle kam, war Jericho bei der Eroberung von Jericho unter Joshua. Das ist im Westjordanland, Jericho. Dann Sichem im Norden des Westjordanlandes. Sichem ist der Ort, wo in der Bibel Gott mit Abraham seinen Bund geschlossen hatte. Das ist der Ort, wo Joshua später diesen Bund bestätigt hat. Dort befindet sich auch das Grab des Patriarchen Joseph, und es war die erste Königstadt der zehn Stämme Israels. Später wurden auch Tirza und Samaria Königstädte der zehn Stämme, aber die befinden sich ebenfalls im Westjordanland.
Der Berg Garizim, das war der Berg, wo der Segen über Israel ausgesprochen wurde in der Zeit von Joshua, befindet sich auch im Westjordanland. Ebenso der Ebal, der Berg, wo der Fluch über Israel ausgesprochen worden war, wenn sie ungehorsam sind gegenüber der Bibel. Aber auf diesem Berg befindet sich auch der Altar von Joshua.
Weiter: Shiloh. Dort war während Jahrhunderten, ab Joshua, die Stiftshütte, bis ins Jahr 1056. Also jahrhundertelang war da die Stiftshütte, das war der zentrale Ort des Gottesdienstes der zwölf Stämme Israels. Und dann ist auch Bethel im Westjordanland. Das ist der Verheißungsort Gottes an Abraham und an Patriarch Jakob. Und übrigens Ba'al Chazor: Dieser Berg befindet sich auch dort, wo Abraham einen Überblick bekam über das Land Israel, das Gott ihm versprochen hatte.
Gibeah Sauls war die Königsstadt Israels unter König Saul, alles im Westjordanland.
Ostjerusalem: Nun, im Alten Testament, wenn Sie von Jerusalem lesen, dann ist es Ostjerusalem. Westjerusalem gab es gar noch nicht. Das biblische Jerusalem ist Ostjerusalem mit dem Tempelberg, das Herzstück des Landes Israel. Das ist Ostjerusalem.
Und Hebron war lange Zeit der Wohnort von Patriarch Abraham und jahrelang der Königssitz von König David. Und Bethlehem sollte gemäß der Prophetie in Micha 5 der Geburtsort des Messias sein. Und so könnten wir noch weiterfahren.

Archäologie, Gegenwart und internationale Kritik

In 1. Mose 12,6 in der Geschichte Abrahams liest man, wie der Patriarch, der aus Ur in Chaldäa, im heutigen Südirak, ausgezogen war, schließlich ins Land der Verheißung kam. Der erste Ort, der erwähnt wird, ist Sichem, 1. Mose 12,6. Abram, das ist sein früherer Name, später Abraham, durchzog das Land bis zu dem Ort Sichem, bis zur Terebinthe-Mores. Die Kanaaniter waren damals im Land. Und der Herr erschien dem Abraham und sprach: Deinem Samen, also deiner Nachkommenschaft, will ich dieses Land geben. Und er baute dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Sichem wird als erster Ort erwähnt, und Sie sehen ihn im Westland. Dort hat Gott Abraham das Land versprochen: Dieses Land gebe ich deiner Nachkommenschaft. Und Abraham hat als Dank dort in Sichem einen Altar gebaut.
Nun gehen Sie einmal nach Sichem, dann sehen Sie: Das ist heute Nablus und seine Vororte. Das ist eine der größten palästinensischen Städte im Westjordanland. Aber Sie sehen hier auf dem Bild die Ausgrabungsstätte des biblischen Sichem. Sie ist zwischen den Häusern ausgespart worden. Dort sind die Ruinen der biblischen Stadt, und bei den Ausgrabungen im 20. Jahrhundert hat man den authentischen Ort gefunden, wo Abraham seinen Altar bei der Terebinthe hatte.
Hier sehen Sie: Abraham hatte diesen Altar in diesem Gebiet. Man hat dann in der Folge eine Mauer um dieses Gebiet gebaut, und als heiliger Bezirk wurde es eingezäunt. Das ist eine Tempelanlage aus der Mittelbronze IIa, sagen die Archäologen. Das ist die Zeit von 2000 bis 1750 v. Chr., also die Zeit von Abraham, Isaak und Jakob.
Nun, die Mauer 900, die so markant ausgegraben worden ist, sehen Sie jetzt von der anderen Seite. Das ist das Heiligtum von Abraham. Und ausgerechnet dort sagt die Bibel: Israel gehört dieses Land.
Und jetzt schauen wir: Die Weltgemeinschaft, die UNO, sagt nein, die Juden haben hier gar nichts verloren. In Nablus leben 146 palästinensische Einwohner. Der größere Distrikt Nablus umfasst mehr als 200 Einwohner, und dort gibt es 14 israelische Siedlungen. Die UNO sagt, alle Siedlungen müsse man räumen, alle müssten verschwinden. Damit stellt sich die Weltgemeinschaft sehr pointiert gegen die Bibel.
Und Sie wissen, wie die UNESCO gegen Israel vorgegangen ist und die historischen Anrechte der Juden auf das Westjordanland annulliert, also für nichtig erklärt hat. Kurz nach dieser UNESCO-Erklärung kam nun diese Erklärung des Sicherheitsrates, wobei sich nun plötzlich, und das ganz ungewöhnlich, die USA der Stimme enthalten hatte, sodass es durch den Sicherheitsrat durchkam. Und diese Erklärung des Sicherheitsrates verurteilt Israel und alle israelischen Siedlungen im Westjordanland.

Gegenwart, Feierlichkeiten und die symbolische Deutung

Und jetzt wird am 15. Januar 2017 die große Friedenskonferenz in Paris stattfinden, mit Vertretern aus 70 Nationen der Welt. Israel ist nicht eingeladen, die Palästinenser sind nicht eingeladen. Aber diese 70 Nationen werden beschließen, wie es weitergeht mit dem Westjordanland, und werden das danach Israel und den Palästinensern mitteilen.
Aber jetzt sehen Sie: In diesem gleichen Jahr 2017 wird nun die Feier vorbereitet, Ende Mai, 50 Jahre Sechstagekrieg. Man wird in Israel eine riesige Feier veranstalten und wird gedenken, dass damals 1967 die arabische Welt zum zweiten Mal Israel ausrotten wollte, dass man aber überlebt hat und dabei eben das Westjordanland, den Gazastreifen und die Golanhöhen erobert hat, und auch die Sinai-Halbinsel.
Aber die Sinai-Halbinsel haben sie ja an Ägypten bereits vollständig zurückgegeben. Und den Gazastreifen hat man auch an die Palästinenser vollständig zurückgegeben. Alle israelischen Siedlungen im Gazastreifen wurden unter Scharon aufgelöst, um Frieden mit den Palästinensern zu bekommen. Und was ist die Folge? Seither wird Israel von dort her ständig mit Raketen beschossen.
Und ich sage Ihnen: Das ist schon ein Gefühl. Wenn man da in Deutschland ist und einfach davon in der Zeitung liest, von diesen Raketen, aber gehen Sie mal, wie ich. Ich war gerade in der Nähe beim Gazastreifen für Vorträge eingeladen, und das war in der Zeit, als gerade besonders viele Raketen flogen. Das ist schon ein spezielles Gefühl, ja, das kann ich Ihnen sagen.
Ja, also: Es hat keinen Frieden gegeben, sondern alles ist noch viel schlimmer geworden. Und jetzt sagt die Weltgemeinschaft, Israel soll auch das Beste an dem Land vollkommen räumen, und dann gibt es Frieden.
Aber eben: Im Mai, nach jüdischem Kalender, ist das dann das Jubiläum des Sechstagekrieges, der in unserem Kalender im Juni ist, ja, Anfang Juni. Das verschiebt sich von Jahr zu Jahr. Man rechnet in Israel mit dem jüdischen Kalender. Ende Mai also diese riesige Feier, und das passt schon irgendwie nicht zusammen.
Sie sehen: Die Weltgemeinschaft arbeitet gegen Israel und versucht, Israel zu delegitimieren, noch bevor die Feier beginnt.

Musik als Deutung der Geschichte

So, und jetzt möchte ich an dieser Stelle nicht, dass Sie einschlafen. Ich spiele Ihnen, passend zum Thema, etwas vor, was ich vor Jahren hier schon einmal getan habe: meine Rhapsodie über die israelische Landeshymne in d-Moll. Und diese werde ich in der Woche der Feier zu 50 Jahren vereinigtes Jerusalem, also 1967 bis 2017, in Jerusalem spielen.
Und es ist so: Ich werde dann erklären, dass diese Rhapsodie die Landeshymne aufnimmt, die besagt: Solange im Herzen drinnen in der jüdischen Seele noch eine Sehnsucht nach Zion ist – das ist der biblische Name für den Tempelberg in Ostjerusalem, das Herzstück des Landes Israel –, solange es noch ein Sehnen gibt, nach Zion zurückzukehren, solange gibt es noch Hoffnung. Darum heißt die Hymne Hatikwa, die Hoffnung, dass wir nach zweitausend Jahren wieder ein freies Volk werden, in Juda, in Jerusalem, in unserem Land. Also ein sehr bewegender Text, nicht wahr?
Und Sie hören am Anfang Glocken. Diese Glocken bedeuten die Glocken, die im Frühjahr 1945 hier in Europa geläutet hatten, als der Zweite Weltkrieg vorüber war. Die Konzentrationslager wurden geöffnet, und dann kam es zur Staatsgründung. Und Sie hören die Hymne in ihrem originalen Klang, und dann mache ich Variationen, und zwar freie Variationen. Darum ist es eine Rhapsodie. Aber in diesen Variationen werden Sie die ganze Geschichte, zweitausend Jahre Verfolgung der Juden bis hin zur Vernichtung im Zweiten Weltkrieg, hören. Und dann wirkt die Harmonie etwas orientierungslos, der Krieg ist vorbei.
Aber dann hören Sie plötzlich noch einmal: Das Thema der Hymne kommt zurück. Und das symbolisiert die Erfüllung der biblischen Prophetie. Gott bewirkt, dass der Staat Israel gegründet werden kann, als Heimat für sein auserwähltes Volk. Also alles volle Symbolik, aber Sie werden das sowieso hören. Einer hat mir auch schon einmal als Zuhörer gesagt, er habe genau das gehört, was ich jetzt erklärt hatte, ohne Erklärung.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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