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Tage Noahs und Endzeit; treue und kluge Knechte

Matthäus 24,36-51
Matthäus 24,36-5118.06.2023
SerieTeil 68 / 90Das Matthäusevangelium mit Roger Liebi
Der Herr Jesus setzt seine lange Endzeitrede an die Jünger mit einem Vergleich fort: Die Zeit, in denen Noah die Arche baute, war ähnlich wie die Endzeit, über die der Herr in diesen Versen spricht und wo er zur Wachsamkeit und zum Erkennen auffordert.

Einordnung der Endzeit und der unbekannte Zeitpunkt

Wir fahren jetzt weiter in Vers 36. Darf ich nochmals bitten, Christian las uns Verse 36 bis 39:
Von jenem Tag aber und jener Stunde weiß niemand, auch nicht die Engel in den Himmeln, auch nicht der Sohn, sondern der Vater allein. Aber wie die Tage Noahs waren, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein. Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren, sie aßen, sie tranken, sie heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging, und sie es nicht erkannten, bis die Flut kam und sie alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.
Also, was wir hier auch festhalten: Der Herr hat die Zeichen der Endzeit klar genannt, und er befiehlt, dass wir anhand dieser Zeichen erkennen müssen, dass es nahe an der Tür ist. Das heißt, die Zeitepoche, die Endzeitepoche, ist erkennbar, und sie muss erkannt werden. Und der Herr sagt also nicht von jener Zeitepoche: Niemand weiß es, sondern von jenem Tag und jener Stunde. Das können wir nicht berechnen, Tag und Stunde, aber die Epoche müssen wir anhand der Endzeitzeichen erkennen können.
Und dann fügt der Herr hinzu in Vers 37, dass es zwischen der Epoche Noahs und der Endzeit wichtige Parallelen gibt.

Noah als Muster für den Alltag vor dem Gericht

Und zwar in der Zeit von Noah, also in 1. Mose 6, vor der Flut, war es so, wie Vers 38 es kurz zusammenfasst: Sie aßen und tranken, sie heirateten und wurden verheiratet, bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging.
Damit will der Herr sagen: Es war ein ganz alltäglicher, üblicher Rhythmus des Lebens. Und dann gab es wirklich einen Durchbruch durch diesen üblichen, natürlichen Zyklus, der von Gott gewirkt wurde, mit der Sintflut.
Und genau so wird es in der Endzeit sein: ein übliches Leben, und die Menschen denken, es war schon immer so, und es wird auch immer so weitergehen.
Übrigens, ganz interessant: In der Wirtschaft kann man ja sehr deutlich zeigen, dass es Grenzen des Wachstums gibt. Zum Beispiel, wenn man nur die Energie nimmt, ist völlig klar: Das Energieproblem ist überhaupt nicht gelöst. Also die Welt rennt in den Hammer hinein.
Und all das, was über erneuerbare Energie geredet wird, kann mathematisch ganz klar überhaupt nicht das abdecken, was die westliche Gesellschaft an Energie braucht. Also, die Katastrophe ist programmiert, und trotzdem geht das Leben einfach so weiter.
Und es gibt ein säkulares Buch zu diesem Thema, das diese Problematik ganz klar aufzeigt und zeigt, dass es in die Katastrophe hineinläuft. Aber der Autor selber ist am Schluss nicht pessimistisch. Und warum? Er sagt, es sei ja schon immer in der Geschichte weitergegangen. Es ist fast nicht zu glauben, aber das ist die Argumentation.
Und es erstaunt, nicht wahr? Aber das Wort Gottes macht klar, dass man sich nicht so sehr auf diese Argumentation verlassen kann. Ein üblicher Rhythmus, so wie es immer war, und plötzlich wurde das durchbrochen. Die Sintflut kam, und die war weltweit.

Die weltweite Flut und die Parallele zur Wiederkunft

Natürlich gibt es Leute, die sagen, die Sintflut war lokal. Aber ich war am vergangenen Montag oben auf dem Gipfel des Ararat, 5165 Meter hoch, und eine lokale Flut? Wenn man also den Ararat mit Wasser bedecken würde, dann gäbe es keine lokale Flut, nicht wahr?
Die Sintflut wird ganz klar mit universellen Begriffen beschrieben, in 1. Mose 6, und zwar so, dass Noah nicht auswandern konnte. Wenn es eine lokale Flut gewesen wäre, hätte er auswandern können, und die Tiere auch. Aber es war eine universelle Katastrophe, in der Gott diesen Zyklus nicht nur einfach durchbrochen hat, sondern weltweit durchbrochen hat.
Und der Herr Jesus sagt, so wird es auch sein, wenn er wiederkommt. Und jetzt ganz wichtig: Er sagt, so wird die Ankunft des Sohnes des Menschen sein, Vers 37 am Schluss. Und dann auch Vers 39: bis die Flut kam und alle wegraffte, so wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.
Man muss darauf achten: Wenn im Neuen Testament über das Kommen des Sohnes des Menschen in der Zukunft gesprochen wird, ist es sein Kommen als König und Richter der Welt und nie die Entrückung. Im Zusammenhang mit der Entrückung der Gemeinde und dem Versammeltwerden im Himmel als Gemeinde wird nie vom Sohn des Menschen gesprochen. Und das hat einen besonderen Grund, denn immer wenn der Herr Jesus über den Sohn des Menschen spricht, ist das eine Anspielung auf Daniel 7.

Daniel 7 und Sacharja 9 als Schlüssel zum Verständnis

Das war auch schon vor zweitausend Jahren unter den Rabbinern die Stelle im Zusammenhang mit dem Kommen des Messias als König der Welt. Schlagen wir auf: Dort geht es um die Prophetie der Weltreiche, und in Vers 13 kommt dann das Reich Gottes. Lies, Christian, Daniel 7,13-14:
Ich schaute in Gesichten der Nacht, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben, und alle Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Königtum so, dass es nicht zerstört wird.
Da, mit den Wolken des Himmels, kommt der Messias. Das war im Judentum also auch vor zweitausend Jahren völlig klar. Diese Stelle spricht von dem Messias, wenn er kommt als König der Welt, um sein messianisches Reich aufzurichten. Das ist das tausendjährige Reich nach Offenbarung 20. Und es wird beschrieben: Da kam einer wie eines Menschen Sohn. Und darum spricht der Herr Jesus immer wieder von der Ankunft des Sohnes des Menschen. Das bezieht sich auf den Sohn des Menschen, der auf den Wolken des Himmels kommt.
Es war schon in der Antike ein Problem unter den Rabbinern. In Sacharja 9,9 steht: Der Messias kommt auf einem Esel. Und in Daniel 7 steht: Er kommt mit den Wolken des Himmels. Ja, was jetzt? Mit den Wolken oder auf dem Esel?
Wir schlagen dazu auf: Sacharja 9,9. Bitte, Christian!
Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir! Gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.
Ja, und im Talmud gibt es eine Diskussion über diese zwei Stellen. Wie kommt der Messias: auf dem Esel oder auf der Wolke, auf den Wolken? Es wird geantwortet: Das sind zwei Möglichkeiten. Wenn Israel würdig ist, dann wird er auf den Wolken kommen. Wenn Israel unwürdig ist für sein Kommen, dann wird er auf dem Esel erscheinen.
Und es gibt hier einen Denkfehler, denn das Wort Gottes zeigt nicht zwei Möglichkeiten. Sondern das Wort Gottes beschreibt hier zwei Kommen des Messias, und zwar das erste Mal, als er kam, um die Rettung von den Sünden zu bewirken. Da kam er auf dem Esel. Und hier wird gesagt: Er wird zu dir kommen, gerecht und ein Retter ist er. Er kam bei seinem ersten Kommen als der Retter, und fünf Tage später starb er am Kreuz vor den Toren Jerusalems.
In der Zukunft wird er kommen als der Richter und Herrscher über die ganze Welt, wie wir in Daniel 7 gelesen haben. Und dann wird er auf den Wolken des Himmels kommen. Also nicht zwei Möglichkeiten, sondern zwei tatsächliche Ereignisse, nämlich das erste und das zweite Kommen des Messias in diese Welt.

Schrift legt Schrift aus und klärt die Endzeitrede

Und darum ist es wichtig: Wenn der Herr Jesus über sein zukünftiges Kommen als Sohn des Menschen spricht, dann meint er damit sein Kommen als König und Richter der Welt nach Daniel 7, und niemals die Entrückung. Das ist wichtig, um auch die weiteren Verse gut zu verstehen, wenn wir zu Matthäus 24 zurückkehren.
Bevor wir dort weitergehen, wollen wir uns noch einen weiteren Abschnitt zu Hilfe nehmen. Wir haben ja in 2. Petrus 1,20 diesen Grundsatz: „Keine Prophetie der Heiligen Schrift legt sich selber aus.“ Wir können das aufschlagen, wenn wir hier noch einmal wie in einer geöffneten Klammer einen Grundsatz zur Bibelauslegung weiter ausführen und gleich anwenden.
Liest du bitte, Christian, 2. Petrus 1,20 und 21?
Indem ihr dies zuerst wisst, dass keine Weissagung der Schrift aus eigener Deutung geschieht; denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist.
Also wird hier gesagt, dass kein Abschnitt der Bibel, keine Weissagung der Bibel, sich selbst auslegt. Die Fußnote der Elberfelder bei „keine Weissagung der Schrift von eigener Auslegung“ ist: „Fußnote 11: oder sich selbst auslegt.“
Das heißt also: Wenn wir nur einen Abschnitt der Bibel haben und ihn lesen und dann merken, dass uns das nicht klar ist, dann müssen wir nicht erwarten, dass nach hundertmaligem Lesen plötzlich alles klar wird. Stattdessen brauchen wir andere Abschnitte der Schrift, die wieder Licht darauf werfen. Dann können wir das, was in einem Abschnitt zunächst unklar war, nach und nach verstehen.
Das ist so, weil die ganze Heilige Schrift eine Einheit ist. Und 2. Petrus 1,21 sagt, dass es heilige Menschen Gottes waren, die das aufgeschrieben haben, getrieben vom Heiligen Geist. Es ist nicht Menschenwort, sondern Gotteswort.

Lukas 17 als ergänzende Endzeitrede

Und darum haben wir die Klippe. Ja, wir müssen das verstehen. Nachher wird gesprochen, dass, wenn der Sohn des Menschen kommt, da sind zwei auf dem Feld; einer wird genommen, der andere gelassen. Ist das die Entrückung? Wie ist das mit dem Kommen als König und Richter der Welt? Das sind Fragen, die sich stellen.
Aber wir haben schon einmal einen Schlüssel: Immer wenn vom Kommen des Sohnes des Menschen gesprochen wird, dann geht es um das Kommen des Richters und Königs der Welt, nicht um die Entrückung.
Aber wir bekommen noch mehr Licht, wenn wir uns die kleine Endzeitrede des Herrn Jesus beiziehen. Wo steht die? Die kleine Endzeitrede ist kürzer als die Endzeitrede auf dem Ölberg: Matthäus 24, Markus 13, Lukas 21. Und dann die kleine, das ist Lukas 17. Da spricht der Herr auch über die Endzeit, und es gibt eine ganze Reihe von Parallelen zur Ölbergrede. Aber eben auch Dinge, die ergänzen und noch einmal erklären.
Das ist Lukas 17, ab Vers 22. Da spricht der Herr Jesus über sein erstes und sein zweites Kommen. Das erste, um zu leiden. Das zweite Kommen, um zu herrschen. Lesen wir ab Vers 22.

Die Tage Noahs und Lots als doppelte Warnung

Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen. Man wird zu euch sagen: Siehe dort oder siehe hier. Geht nicht hin, folgt auch nicht. Denn wie der Blitz blitzend leuchtet von einem Ende unter dem Himmel bis zum anderen Ende unter dem Himmel, so wird der Sohn des Menschen sein an seinem Tag.
Vorher aber muss er vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. Und wie es in den Tagen Noas geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen. Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging. Und die Flut kam und brachte alle um.
Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten. An dem Tag aber, da Lot von Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird.
An jenem Tag, wer auf dem Dach sein wird und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um es zu holen. Und wer auf dem Feld ist, wende sich ebenso wenig zurück. Gedenkt an Lots Frau. Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren, und wer es verliert, wird es erhalten.
Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett sein, einer wird genommen und der andere gelassen werden. Zwei werden zusammen mahlen, die eine wird genommen, die andere gelassen werden.
Und sie antworteten und sagten zu ihm: Woher? Er aber sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler.

Das Bild vom Leichnam und die Frage nach dem Weggenommenwerden

Danke! Sehen wir das erste Kommen, Vers 25, nachdem der Herr bereits über sein zukünftiges Kommen eben vom Himmel her, wie der Blitz leuchtet, als Sohn des Menschen gesprochen hat. In Vers 24 sagt er zuvor, dass er vieles leiden und verworfen werden muss von diesem Geschlecht oder von diesem Volk; γεν ist das gleiche Wort.
Ja, und da haben wir also das Kommen in Herrlichkeit, das zweite Kommen, Vers 24, und das erste Kommen, Vers 25. Und dann spricht der Herr wieder darüber, wie es in der Zukunft sein wird, und sagt genau das, was wir auch in Matthäus 24 haben: wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch in den Tagen des Sohnes des Menschen sein.
Und das wird ausführlicher behandelt. Es wird nicht nur mit der Zeit Noahs verglichen, sondern hier wird auch noch mit der Zeit Lots verglichen. Also: Die Endzeit ist parallel zur Zeit vor der Flut, 1. Mose 6, und parallel zur Zeit vor dem Untergang von Sodom und Gomorra. Das kommt noch dazu.
Dann führt der Herr diesen Punkt ausführlich aus: zwei, einer wird weggenommen, der andere wird gelassen. Aber noch dazu, nochmals ein Beispiel: Eine wird genommen, die andere wird gelassen. Und in diesem Zusammenhang, Vers 37, eine Ergänzung. Liest du nochmals Vers 37?
Und sie antworteten und sagten zu ihm: Wo, Herr? Er aber sprach zu ihnen: Wo der Leichnam ist, da sammeln sich auch die Adler.
Oh, jetzt haben wir hier ein Übersetzungsproblem. Das Wort „Adler“ im Griechischen, oder in anderen Übersetzungen „Geier“, ist das gleiche Wort. Ja, diese Vögel sind miteinander verwandt. Biologisch besteht ein enger Zusammenhang zwischen Adler und Geier. Aber es ist nicht dasselbe. Und wie kann man als Übersetzer wissen, wann man mit „Geier“ und wann mit „Adler“ übersetzen soll? Da muss man sich mit der Lebensweise beschäftigen. Ganz einfach: Wenn es um Leichnam geht, dann heißt das, das sind verwesende Sachen. Ein Adler frisst so etwas, aber die Geier sind darauf spezialisiert. Die können eben verwesende Sachen.
Genau, also hier geht es um Leichnam, das ist verwestes Fleisch. Geier lieben es. Geier hat Gott erschaffen als Gesundheitspolizisten, das sind ganz wichtige Vögel. Sie holen dieses Hochgiftige weg, was da übrig bleibt von Tieren und Menschen, die einfach irgendwo auf dem offenen Feld verwest liegen. Das ist ein Schutz für uns. Auch Raben tun das so.
Dort, wo wir wohnen, haben wir ganz viele Raben oder Rabenkrähen, und ich habe sie immer gesehen als Gesundheitspolizisten, als unsere Kinder klein waren. Gerade bei den Jungs musste man damit rechnen, dass es etwas länger geht, bis sie von der Schule nach Hause kommen. Und dann kommen sie mit einer toten Maus und wollen sie dem Mami bringen. Ja, aber wenn die Rabenkrähen eben schneller waren, war das schon ein Schutz für Kinder, die Dinge anrühren und dann vielleicht mit den Händen noch in den Mund gehen. Das ist nicht gut, das ist gar nicht gut. Die Bakterien, die sich da entwickeln, sind sehr, sehr gefährlich.
Also wunderbar, wie der Schöpfer das alles ökologisch eingerichtet hat. Und für die Übersetzer, wie gesagt wurde: Bibelübersetzung ist offensichtlich nicht etwas Schwieriges. Wir haben gehört: Ganz einfach, Leichnam, da muss man also mit „Geier“ übersetzen und nicht mit „Adler“.

Die Bedeutung von „genommen“ und „gelassen“

Ja, also wenn der Leichnam da liegt, dann kommen die Geier vom Himmel herunter und nehmen das Aas weg. Aber die Lebenden lassen sie. Die werden gelassen. Und das erklärt den ganzen Abschnitt: Ist es positiv, wenn es heißt, der eine wird genommen, der andere gelassen? Ist es positiv, wenn man genommen wird? Und negativ, wenn man gelassen wird?
Nein, es ist negativ, wenn man genommen wird, so wie die Geier das Aas holen. Aber es ist positiv, wenn man bleibt. Dann hat man Leben und ist eben nicht Abfall. Das ist ein wichtiger Schlüssel, um das zu verstehen. Hier geht es nicht um die Entrückung.
Bei der Entrückung der Gemeinde, 1. Thessalonicher 4,13-18, wird der Herr Jesus kommen, nicht auf die Erde, sondern bis in den Luftraum. Und die Gläubigen werden auferstehen. Die Gläubigen, die dann noch leben, werden zusammen mit den Auferstandenen entrückt werden, in Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen. Und so werden wir allezeit beim Herrn sein. Das ist positiv, wenn man bei der Entrückung genommen wird.
Und die, die zurückbleiben, weil sie das Evangelium nicht angenommen haben, erleben Eitelschrecken. Denn dann kommt der Tag des Herrn und das Gericht über die ganze Welt. Aber hier geht es eben nicht um die Entrückung, sondern der eine wird genommen, das heißt, weggerafft von dieser Erde, und der, der bleibt, darf bleiben für das tausendjährige Friedensreich.
Und das ist ein ganz wichtiger Schlüssel für unseren Abschnitt, der so parallel geht in Matthäus 24. Aber ich möchte zuerst noch etwas anderes rausholen.

Tag und Nacht, Gericht und Bewahrung

Übrigens geht es auch hier wieder um das Kommen des Sohnes des Menschen. Aber eine Frage stellt sich: Wann kommt er, am Tag oder in der Nacht? Ja, in Vers 31 heißt es: an jenem Tag, wer auf dem Dach sein wird und sein Gerät im Haus hat. Und in Vers 34: In jener Nacht werden zwei auf einem Bett sein. Ist das Nacht? Aber Vers 35: Zwei Frauen werden zusammen mahlen, die eine wird genommen. Das machen sie normalerweise auch am Tag.
Auf einer Hälfte der Erdkugel ist es Nacht, auf der anderen ist es Tag. Also wird er in jener Nacht kommen, er wird eben auch am Tag kommen.
Und noch etwas möchte ich herausarbeiten: Hier haben wir nicht nur die Tage Noahs, Vers 27, gekennzeichnet durch den Alltagstrott. Sie aßen, sie tranken. Das ist das tägliche Leben. Und dann, in besonderen Lebensabschnitten: Sie heirateten, sie wurden verheiratet. Und plötzlich kam der Tag, Noah ging in die Arche, und die Flut kam und raffte alle weg.
Das heißt: War es positiv, zu bleiben oder genommen zu werden? Und seine Familie, die blieb auf der Erde. Sie landeten schließlich auf dem Ararat, und dann gingen sie dort hinunter. Das war schon eine beachtliche Leistung, hinunter bis in die Tiefebene, die heute eine ganz fruchtbare Tiefebene ist. Ja, die dürfen bleiben, und die anderen wurden genommen.
Da haben wir wieder: genommen werden ist negativ. Das heißt, durch das Gericht weggerafft werden. Bleiben bedeutet, man darf bleiben für das weitere Leben hier auf Erden.

Die Tage Lots und die moralische Verschiebung

Aber dann haben wir die Tage Lots in Vers 28. Das war auch so ein Alltagstrott. Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten. Und heiraten war nicht mehr modern? Nein, in Sodom und Gomorra war das nicht mehr modern. Das ist der Punkt.
Ich mag mich erinnern: Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da war Konkubinat, also unverheiratetes Zusammenleben, verboten. Und noch im 20. Jahrhundert war Homosexualität durch das Gesetz verboten, also praktizierte Homosexualität. Wir sehen: Alles hat sich total geändert. Es ist so geworden wie in den Tagen Lots. Da isst man, trinkt man, kauft man, verkauft man, pflanzt und baut. Und alles andere ist Privatsache. Unglaublich aktuell, nicht wahr?
Ja, und jetzt gehen wir zu Matthäus 24, und wir sehen, wie eine Schrift die andere Schrift auslegt und erklärt.

Die Wiederkunft als überraschendes Gericht

Jetzt wird deutlich, in Vers 38: Denn wie sie in jenen Tagen vor der Flut waren, so aßen und tranken sie, sie heirateten und wurden verheiratet, bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging. Und sie erkannten es nicht, bis die Flut kam und alle wegraffte. So wird auch die Ankunft des Sohnes des Menschen sein.
Ja, also das Wegraffen durch die Flut, das ist das Gericht Gottes. Und Noah und seine Familie, die durften bleiben.
Jetzt wird es klar, Vers 40: Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen. Man sollte also nicht übersetzen: einer wird angenommen, sonst versteht man es nicht mehr. Lambano muss man hier verstehen als genommen im Sinne von weggenommen, so wie Geier Aas wegnehmen. Und einer wird gelassen, so wie Geier eben alle, die leben, auch kleine Babys, nicht holen. Keine Angst haben, dass der Geier die Babys holt. Bei dem Adler ist es schon etwas anderes, aber man muss eben mit Geier übersetzen. In unserem Zusammenhang, wo es um Aas geht, also: genommen, eine wird gelassen.
Dann Vers 41: Zwei Frauen werden am Mühlstein mahlen. Eine wird genommen, das heißt weggenommen, und eine gelassen für das tausendjährige Friedensreich.
Und dann erklärt der Herr nochmals: Wacht also, denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt. Die Epoche, die können wir erkennen, aber nicht den Tag. Und wieder ein Befehl: Dies aber erkennt.

Der Dieb in der Nacht und die Notwendigkeit der Wachsamkeit

Jetzt kommt ein Gleichnis: Wenn der Hausherr gewusst hätte, in welcher Wache der Dieb kommt, so hätte er wohl gewacht und nicht erlaubt, dass sein Haus durchgraben würde. Deshalb seid auch ihr bereit, denn in der Stunde, in der ihr es nicht meint, kommt der Sohn des Menschen.
Und das ist wieder ein Schlüssel in allen Stellen im Neuen Testament, wo das Kommen des Herrn Jesus wie ein Dieb beschrieben wird. Es geht nie um die Entdrückung, sondern immer um sein Kommen als Richter der Welt. Und das ist ein Kommen, das für diese Welt eine schlimme Überraschung sein wird.
Wenn man sich vorstellt, mit welcher Überzeugung Menschen in unserer Gesellschaft sagen: Jesus der Nazaräer ist tot, der wird nie mehr kommen. Jetzt muss man sich vorstellen: Der Tag ist nahe. Und er wird kommen auf den Wolken des Himmels. Und es ist Jesus von Nazareth. Dieser Schreck, die ganze Lebenslüge fliegt auf. Und das wird so schrecklich sein, wie wenn um vier Uhr siebenunddreißig eben ein Dieb ins Haus eindringt.
Das ist sehr, sehr unerfreulich, dieser Besuch, auch bei Leuten, die gastfreundlich sind. Aber da ist die Grenze endgültig überschritten. Darum sagt der Herr: Wacht! Und man muss in Vers 43 wieder einen Befehl erkennen. Dies aber erkennt: Das Kommen wird eine Überraschung sein, eine böse Überraschung. Er wird wieder herkommen wie ein Dieb. Und dann wieder ein Befehl: Seid bereit!
Also muss man in der Endzeit ausgerüstet sein und wirklich auf Alarm ausgerichtet sein. Die Stunde ist nicht berechenbar.

Treue und Untreue im Dienst bis zur Wiederkunft

Und jetzt kommt ab Vers 45 nochmals ein kurzes Gleichnis. Lest: Christian, wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat, um ihnen die Speise zu geben zur rechten Zeit? Glückselig jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, bei solchem Tun finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über seine ganze Habe setzen.
Wenn aber jener als böser Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr lässt auf sich warten, und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, und isst und trinkt mit den Betrunkenen, so wird der Herr jenes Knechtes kommen an einem Tag, an dem er es nicht erwartet, und in einer Stunde, die er nicht weiß. Und er wird ihn in zwei schneiden und ihm sein Teil festsetzen bei den Heuchlern; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein.
Hier macht jetzt der Herr klar, was so wichtig ist für die Zeit zwischen seinem ersten Kommen und seinem zweiten Kommen als König. Es ist also eine große Zeitepoche, die einerseits die Zeit der Gemeinde umfasst, bis zur Drangsal. Aber danach geht es weiter, denn dann folgt die Zeit, wo Israel wieder das Zeugnis übernehmen wird. Der Überrest Israels wird umkehren, zuerst die 144.000 und schliesslich ein Drittel im Land und ganz viele Juden, die bis dann noch im Ausland sind.
Und aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen, sagt Offenbarung 7,9-17, wird eine unzählbare Schar von Menschen zur Bekehrung kommen und durch die große Drangsal hindurchgehen, um dann ins tausendjährige Reich zu gehen, zum Hesekiel-Tempel, der dort erwähnt wird.
Ja, also in dieser ganzen Zeitepoche, der Zeit der Gemeinde und dann der Zeit des Zeugnisses mit Israel und dieser großen Erweckung unter den Nationen, unter denen wir das Evangelium bis zur Entrückung nie gehört haben, da ist es nun wichtig, bis der Herr kommt, dass all diese Gläubigen durch das Wort Gottes ernährt werden und vorbereitet werden.
Und darauf zielt der Herr, wenn er sagt in Vers 45: Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über sein Gesinde gesetzt hat? Also es geht hier um einen Haushalt, einen antiken Haushalt mit Angestellten. Und da bekommt ein Knecht die Aufgabe: Er muss schauen, dass alle, die im Haushalt sind, also die Familie, die Kinder, die Knechte, die Mägde, alle, die hier beteiligt sind, genug zu essen haben. Und nicht nur genug, sondern auch zur richtigen Zeit.

Die Verantwortung für rechte Lehre und der Gegensatz zu falschen Dienern

Man kann auch zur Unzeit kochen. Das ist sehr schlecht. Also muss man einen Zeitplan haben. Das ist zum Beispiel wichtig, wenn man Seelsorge mit Studenten macht, die Burnout haben. Dann stellt man vielleicht fest, dass das alles gar kein Problem ist. Diese Depression und dieser Burnout müssen nur wieder ein bisschen normal leben: richtig schlafen, einen Rhythmus ins Leben hineinbringen und zur richtigen Zeit richtig essen. Dann kann man das wieder heilen.
Darum ist es wichtig, dass dieser treue, kluge Knecht darauf schaut, dass alle Nahrung bekommen, und zwar zur richtigen Zeit. So ist es auch wichtig in der Gemeinde: Es muss gute biblische Nahrung geben, und zwar zur richtigen Zeit, sodass auch das Wort, das gerade nötig ist in den aktuellen Herausforderungen, weitergegeben wird. Das ist das Wort zur rechten Zeit.
Wenn man aber die ganze Kirchengeschichte bis heute überschaut, dann gibt es hier nicht nur Treue, die diesen Dienst wirklich mit Hingabe und Klugheit versehen haben, sondern in der Christenheit sehen wir auch böse Knechte. Es gibt gute Knechte und böse Knechte. Das hat der Herr Jesus auch in Matthäus 13 schon gelehrt, nicht wahr? Über das Reich Gottes in der jetzigen Zeit gibt es Weizen und Unkraut, gute Fische und schlechte Fische, und eben gute Knechte und schlechte Knechte. Und in Matthäus 25 werden wir nächstes Mal sehen: Es gibt kluge Jungfrauen und es gibt törichte Jungfrauen.
Da geht es nicht um Kinder Gottes, die einmal gerettet werden, und Kinder Gottes, die einmal verloren gehen. Kinder Gottes sind Gerettete für alle Ewigkeit. Aber in der Christenheit haben wir eben Namenschristen und wiedergeborene Christen. Und auch unter denen, die das Wort Gottes weitergeben, gibt es Echte, die wiedergeboren sind, und es gibt Verführer. Es gibt böse Knechte, die das Wort Gottes verfälschen und verdrehen.

Die Folgen falscher Erwartung und der Blick auf die ganze Zwischenzeit

Ja, und das meint der Herr, wenn er dann über jenen bösen Knecht in Vers 48 spricht, der schließlich auch verloren geht, wenn der Herr als Richter kommt. Aber was ist sein Denken in Vers 48? Der böse Knecht sagt in seinem Herzen: Mein Herr bleibt noch aus. Für ihn ist das Thema der Wiederkunft Christi etwas, das noch Jahrhunderte dauern wird.
Und das ist gefährlich, weil diese falsche Zukunftssicht Auswirkungen auf das Leben hat. Darum heißt es hier, dass er anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, hart zu anderen zu sein und böse zu handeln. Sie verletzen, das kann man auch mit Worten tun. Und dann wird er auch in seinem weiteren Verhalten unmoralisch: Er isst und trinkt mit den Betrunkenen. Dadurch werden auch moralische Schranken aufgeweicht und abgebrochen.
So sehen wir: Das ist nicht einfach eine theoretische Sache, ob wir über die Wiederkunft Christi, über Endzeit und über die Aktualität heute sprechen. Das hat Auswirkungen auf unser persönliches Leben und auch darauf, wie wir uns zu anderen Gläubigen verhalten. Darum wird hier dann vorgestellt, dass, wenn der Herr unerwartet als Richter der Welt kommt, es Abrechnung geben wird.
Aber es ist eben ganz wichtig zu sehen: Hier geht es gar nicht um das Thema der Entrückung. Vielmehr wird eigentlich die ganze Zeit von dem ersten Kommen des Herrn Jesus bis zu seinem zweiten Kommen als König überschaut. Und das ist ein großer Teil, die Zeit der Gemeinde und dann auch die Zeit, wenn Israel wieder das Zeugnis bekommt. Dann versteht man diese Texte besser, wenn man dort nicht die Entrückung sucht, wo der Herr nicht über die Entrückung spricht. Aber er zeigt die Grundsätze auf über das Verhalten in dieser Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen.

Rückfragen zur Endzeit und zur Entrückung

Gibt es zum Schluss noch eine Frage dazu? Oh, gar nicht zwei, ich hoffte nur eine. Aber wir nehmen beide. Ja, bringen wir sie nach vorne.
Ich habe noch eine Frage wegen dem Alltagstrott, bevor der Herr kommt: Essen, Trinken usw. Das ist ja am Ende der sieben Jahre Trübsalszeit, bevor der Herr dann kommt für die grosse Schlacht, oder ist das falsch?
Also ich wiederhole mal für den Livestream eine Frage zu diesem Alltagstrott, Essen, Trinken, Heiraten, verheiratet werden. Und du sagst, das ist ja die Zeit, gerade bevor der Herr kommt, also am Ende der sieben Jahre Trübsal. Das ist die Frage.
Nein, es ist mehr. Es betrifft eigentlich die ganze Endzeit, und in der sind wir ja schon jetzt. Und die Endzeit ist ja besonders charakterisiert durch das Einkehren des jüdischen Volkes, und das war schon am Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Und in dieser ganzen Zeitepoche sieht man, wie die Menschen eben im Alltagstrott leben und denken, es wird immer so bleiben.
Und wir müssen sie daran erinnern: Nein, so wie Noah gepredigt hat und er gesagt hat, die Flut wird kommen, auch wenn man jetzt nichts sieht, es wird plötzlich ein Eingreifen Gottes geben in den Ablauf der Weltgeschichte, wo der Alltagszyklus vollkommen, und zwar weltweit, durchbrochen werden wird. Aber nicht nur ganz am Ende, sondern in der ganzen Endzeit. Auch darin ist alles enthalten.
Ja, in der Drangsal werden sie natürlich immer noch essen und trinken, solange etwas da ist. Sie realisieren, dass es schlimm ist, aber die Masse kehrt dann nicht um, und plötzlich wird das Gericht sie persönlich erreichen.
Zweite Frage.
Meine Frage ist noch wegen der Entrückung, wenn ja die Christen, während alle, die gläubig sind, zu Jesus geholt werden. Und nachher, wie lange geht das dann noch so? Wie muss man sich das vorstellen, bis Jesus wiederkommt? Beginnt dann die Trübsalszeit?
Gut, also ich wiederhole für den Livestream: Wenn die Entrückung geschieht, wie sieht es nachher aus, bis dann der Herr Jesus als König auf den Wolken des Himmels kommt?
Also, was wir mal sagen können, ist: Da ist garantiert eine Periode von sieben Jahren dazwischen. Das ist die 70. Jahrwoche von Daniel, dreieinhalb und dreieinhalb Jahre, die eben noch aussteht. Und diese 70. Jahrwoche wird beginnen, wenn der kommende Diktator des Westens mit Israel und einem Antichristen einen Bund, einen Militärbund übrigens, wie ein NATO-Bund, schliessen wird, um Israel gegen die Gefahr von Norden zu schützen.
Und nun sagt die Bibel nirgends, dass dieser Bundesschluss am Tag der Entrückung geschieht. Und darum gibt es hier ein X, das man nicht berechnen kann. Wir merken, dass X immer kleiner wird, denn die Entrückung hätte ja schon in meinem Geburtsjahr stattfinden können, 1958. Aber der Herr hat es nicht so gemacht. Aber es wäre möglich gewesen, dann wäre X ziemlich länger gewesen.
Nun, X wird immer kleiner, aber wir können nicht einfach sagen, das sind sieben Jahre. Es sind X plus sieben Jahre, aber dieses X kann sehr kurz sein, weil der Heilige Geist wird bei der Entrückung weggehen in dem Sinn, dass er nicht mehr hier zu Hause ist. Er ist allgegenwärtig, er ist Gott. Aber er ist hier nicht mehr zu Hause und wird das Böse nicht mehr zurückhalten, wie er das bis dahin getan hat.
Das heisst, die Dinge werden eskalieren. Es wird einfach nur noch so rollen. Ich denke gerne an die Zeit, als 1989 die Sowjetunion zusammenbrach und dann ein osteuropäischer Staat nach dem anderen. Das war unglaublich, in welchem Tempo der Kommunismus da zusammenbrach. Und man dachte: Aber Rumänien, das wird noch einige Zeit dauern, das ist so. Und plötzlich, Weihnachten, Ceaușescu, Ende, und auch da gefallen.
Die Ereignisse waren so schnell, wie ein Dominospiel war das, alles fiel zusammen. Und ich habe mir gesagt: Das ist ja, wie wenn der Heilige Geist nicht mehr zurückhält. Wir waren ein bisschen überfordert, wir kamen gar nicht nach mit Atmen. So schnell gingen die Ereignisse. Aber nach der Entrückung erst recht.
Also das, was noch nicht ganz aufgestellt ist an Schachfiguren, das wird schnell gehen. Der langen Rede kurzer Sinn: X kann sehr kurz werden, und dann diese sieben Jahre, wobei die letzten dreieinhalb Jahre, die muss man bezeichnen als die grosse Trübsal. Und anders kommt es, Herr? Ist es klar so? Gerne.

Der Ruf am Ende und die offene Tür der Gnade

Noch ein letzter Hinweis: Am Ende der Bibel heißt es, dass der Geist und die Braut sagen: Kommt. Wer es hört, spreche: Kommt. Solange der Geist noch da ist, können wir andere zum Kommen rufen.
Das wird in dem Moment anders werden, in dem das vorbei ist und die Braut entrückt ist. Mit dem Heiligen Geist wird sich das dann bemerkbar machen. Ja, am Schluss der Offenbarung 22 wird nochmals um die Entrückung gebetet: Komm, Herr Jesus. Und für die, die das Evangelium gehört haben, ist es dann zu spät. Dann geht die Tür zu. Aber das werden wir erst nächstes Mal sehen, wenn die Tür für die törichten Jungfrauen zugeht.
Für solche jedoch, die das Evangelium bis dahin nicht gehört haben, gibt es dort noch eine Möglichkeit zur Umkehr, ganz nach Habakuk 3: Im Zorn gedenke des Erbarmens. Und das wird Gott tun.
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Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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