Die Einsamkeit in der modernen Gesellschaft
Es überwältigt mich jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, dass in einer solchen Versammlung der auferstandene Herr Jesus Christus selbst gegenwärtig ist. Er hat es versprochen: Er muss einer solchen Versammlung Glanz verleihen. Wir wollen ihn darum bitten, dass er mit uns redet und bei uns bleibt.
Wir leben in einer sehr verwirrten Welt, und unser Herz ist oft so verwirrt, dass wir den Weg nicht sehen können. Deshalb danken wir, dass wir dein Wort haben und dich selbst, der du der Weg, die Wahrheit und das Leben bist. Amen.
Wir wollen heute Abend über das Thema „Unser Recht auf Liebe“ sprechen. Ein ganz merkwürdiger Tatbestand ist heute, dass die Menschen noch nie so einsam waren wie heute. Wir haben, glaube ich, im deutschen Vaterland noch nie so eng aufeinandergehockt wie heutzutage.
Man sollte meinen, in Bergstädten oder Dörfern wie Oberstdorf sei man allein. Doch man stolpert über Menschen, nicht wahr? Man stolpert über Menschen. Und auch zuhause, in unseren Wohnungen in Göttingen, Essen oder Köln, leben viele Menschen dicht beieinander: rechts einer, links einer, über dem Fernsehapparat, neben dem Radioapparat. Und doch ist der Mensch, obwohl wir so dicht beieinander sind, noch nie so einsam gewesen wie heute.
Ein sechzehnjähriger Junge sagte mir einmal: „Ich habe keinen Menschen.“ Ich antwortete: „Rede nicht Unsinn, du hast deinen Vater.“ „Ach, der Olle“, sagt er, „der kommt um fünf nach Hause, schimpft ein bisschen, isst und geht wieder weg.“ Und deine Mutter? „Ach, die hat so viel um die Ohren, die kann sich um mich nicht kümmern.“ Und deine Arbeitskollegin? „Nur ebenso ein Kollege, sonst nichts. Ich habe keinen Menschen, dem ich mein Herz ausschütten könnte.“
Sechzehnjährige nicht, Ehefrauen leben im Grunde heute oft einsam neben ihrem Mann. Der Mann hat keine Ahnung, was die Frau bewegt, und die Frau hat keine Ahnung, was den Mann bewegt. Und das nennt sich dann Ehe, nicht wahr? Wir sind lauter einsame Leute.
Wenn Philosophen über die Einsamkeit des Menschen von heute sprechen, finden sie offene Ohren. Der Mensch schreit nach Erlösung aus der Einsamkeit.
Und sehen Sie: Diese Sehnsucht nach Erlösung aus der Einsamkeit verbündet sich mit der stärksten Macht, die es in unserem Leben gibt – dem Geschlechtstrieb. Nun reißen die Dämme. Der 15-Jährige sucht eine Freundin, die ihn aus der Einsamkeit erlöst. Der Ehemann, der neben seiner Frau lebt und völlig einsam ist, geht vielleicht mit seiner Sekretärin los, in der Hoffnung, dass sie ihn aus der Einsamkeit erlöst.
Der junge Student ist im Grunde furchtbar einsam. Elf Studenten an einer Universität oder zwanzig – er ist ganz alleine. Die Studentin ist genauso einsam. So kommt es, dass diese Sehnsucht nach Erlösung aus der Einsamkeit sich mit dem mächtigsten Trieb im Leben, dem Geschlechtstrieb, verbündet. Deshalb leben wir heute in einer stark sexualisierten Welt.
Die Sexualisierung und ihre Folgen
Diese Tatsache, dass der Mensch auf dem Gebiet der Erlösung aus der Einsamkeit sucht, sehen tüchtige Geschäftsleute nicht? Filmproduzenten, Romanschreiber – heute gibt es keinen Film mehr ohne Bettszene, kein Buch mehr ohne mindestens drei Ehebrüche.
Gleich nach dem Krieg hat mich Folgendes am meisten bewegt: Die Polen hatten einen Film gedreht, gleich nach dem Krieg, über die entsetzlichen Dinge in deutschen Konzentrationslagern, Auschwitz, diese Leichenberge. Dieser Film wurde Hollywood angeboten. Dort sagte man: „Wir nehmen ihn, müssen aber eine kleine Liebesgeschichte und ein paar Bettszenen eindrehen, sonst geht da kein Mensch hin.“
Wir sehen also, der Sechste ist auf Grundlage des Gröns, das ist unsere Zeit. Wenn man das so betrachtet, wissen Sie, wenn ich an einem Sommertag wie gestern, an dem die Sonne schien, durch Oberstdorf gehe, da wird geflirtet, da wird geliebt, da wird gebusselt, da wird geahmt, da wird geküsst. Dann hat man das Gefühl, dieses ganze Gebiet ist also dulci jubilo, helle Freude.
Und dann kommt so ein junges Mädchen und sagt mir: „Herr Pfarrer, wir haben da eben völlig andere Vorstellungen als unsere Großväter, wir haben eine neue Moral, eine neue Ethik.“ Dann bin ich beinahe versucht, den Hut abzunehmen, wenn ich eine hätte, und zu sagen: „Allen Respekt.“ Aber wenn man so lange Großstadtpfarrer war, glaubt man diese großen Worte nicht mehr.
So weiß ich aus Erfahrung, dass dieses Klingelangloria nur die Fassade ist. Dahinter verbirgt sich eine grenzenlose Not. Auf dem Gebiet des Geschlechtlichen herrscht heute eine grenzenlose Not: junge Männer, junge Mädchen, die nicht fertig werden mit sich, die trübe Bindungen leben, ehe sie zerbrechen oder in lauter Heuchelei weitergeführt werden. Eine grenzenlose Not.
Und von dieser Not wissen wir alle, tragen wir alle mit daran, nicht? Ich rede ja nicht von irgendwelchen Leuten auf dem Kirmesplatz, sondern von uns, nicht wahr? Das ist klar. Auf diesem Gebiet herrscht eine ganz große Not.
Die Verwirrung über Gut und Böse
Ich habe mir viele Gedanken gemacht, warum so eine Not besteht. Ich erinnere mich, dass ich vor Jahren in einem kleinen Städtchen im Lipperland einen Vortrag über ein ähnliches Thema gehalten habe – nur für junge Menschen. Als ich dort hereinkam, dachte ich: Das ist die Hölle. Es war voller Qualm von Zigaretten und Mädchen, die herumsaßen, und hinten standen einige Betrunkene. Überall waren Mädchen auf dem Schoß von Jungen, und das ging dann los. Ich dachte nur: Da soll ich reden? Junge, Junge, Junge! Es war keine friedliche Versammlung wie hier.
Dann begann ich mit diesem Satz: „Auch im Gebiet des Geschlechtlichen herrscht eine schreiende Not.“ In dem Moment war es, als würden alle Jalousien hochgehen. Ich sah einen jungen Mann, der plötzlich sein Mädchen wegschob und ihn streng ansah. Plötzlich wurde es totenstill. Und da dachte ich im ersten Moment: Ich hätte es gar nicht geglaubt. Wenn man den Saal ansah, hätte man gedacht, es sei alles Freude und Jubel. Doch es herrschte grenzenlose Not.
Die Not besteht im Grunde in einer Tatsache: Wir wissen nicht mehr, was eigentlich gut und was böse ist. Heute schaffen wir neue Gesetze auf diesem Gebiet. Wissen Sie, Sünde ist eine Wirklichkeit. Wenn wir sündigen, ist es, als ob eine Last auf unser Gewissen gelegt wird – eine Realität. So entsteht Not. Man weiß nicht mehr, was gut oder böse ist.
Fragen wir mal ganz grob: Wir haben heute Kinder, die sich freier geben. Ist vorehelicher Geschlechtsverkehr okay oder ist er böse? Ist Ehebruch in schwierigen Ehen eine Notwendigkeit oder ist das böse? Ist die lesbische Liebe zwischen zwei Mädchen, die heute sehr häufig vorkommt, weil viele Mädchen zwischen dreißig und vierzig unverheiratet geblieben sind, Sünde oder nicht? Ist Homosexualität, also wenn Männer untereinander oder mit Jungen schmutzige Dinge treiben, böse oder nicht?
Unsere Zeit sagt: Nein, die sind eben so veranlagt. In Zürich haben zwei junge Männer Hochzeit gefeiert – im ersten Hotel der Stadt, mit dreihundert Gästen. Ist das Sünde oder nicht? Das ist ernst, da kann man nicht lachen. Verstehen Sie das? Sehen Sie ganz deutlich: Ist das böse oder nicht? Ist Selbstbefleckung böse? Ist Ehescheidung böse? Kurz gesagt: Verstehen Sie, ist das böse oder nicht? Was ist eigentlich böse und was ist gut?
Hier liegt die Not. Was kann ich machen? Viele tun heute so, als wäre dieses Gebiet jenseits von Gut und Böse. Das wird ausgeklammert. Unkameradschaftlich sein ist böse, aber dieses Gebiet hat nichts mit Gut und Böse zu tun. Nehmen Sie moderne Filme. Ich möchte nicht über bestimmte Filme streiten. Zu jedem technischen Film gehört heute eine Großaufnahme, ein Kussvorhang, vielleicht noch ein Schatten in der Form – das gehört dazu, nicht? Das sei jenseits von Gut und Böse, so sagt man. Ist das richtig? Was ist böse, was ist gut?
Als ich zum Selbstbewusstsein als junger Mann erwachte, wurde das für mich eine quälende Frage: Was ist erlaubt, was nicht? Dann müssen wir eine andere Frage stellen: Wer bestimmt eigentlich, was gut und böse ist? Wer hat das Recht, das zu sagen?
Ich sehe im Geist ein Pärchen vor mir. Ein richtiges Pärchen, sie mit Heidelbeerkosch um die Augen, und ein junger Mann mit zigarettengebräunten Fingerspitzen, eher labil. Ich frage sie, was mit ihnen los sei – das sieht man ja schon von weitem. Da sagt das Mädchen zu mir: „Da ist doch nichts dabei, Herr Pfarrer, da ist doch nichts dabei.“ Ich antworte: „Moment mal, wer hat denn eigentlich zu sagen, ob da etwas dabei ist oder nicht? Wer sagt, was gut und böse ist?“
Die Kirche? Nein, da würde ich mich auch nicht unterwerfen. Als junger Mann habe ich zwar die Herrschaft der Pfarre in meinem Leben anerkannt – ich war ja letztendlich selbst einer. Aber wer hat zu sagen, was gut und böse ist? Tante Amalie oder mein eigenes Gewissen, die innere Stimme? Wer hat das zu sagen?
Bitte passen Sie jetzt gut auf! Wer hat zu sagen, was gut und böse ist? Hier sind wir an einer ganz wichtigen Stelle. Wenn es einen lebendigen Gott gibt, der Herrscher ist, dann hat er zu sagen, was gut und böse ist. Leute, wenn es keinen Gott gibt, dann tun Sie, was Sie wollen. Nur wegen Tante Amalie anständig zu sein, das sehe ich nicht als Grund an. Verstehen Sie? Dann tun Sie, was Sie wollen.
An dieser Stelle ist jeder Mensch vor die Frage gestellt: Gibt es Gott oder nicht? Ohne Gott leben Menschen in jedem Schmutz. Ich glaube aber an den Herrn, Gott. Wenn es einen Gott gibt, hat er auf dem Gebiet des Geschlechtlichen zu sagen, was gut und böse ist. Wenn es keinen Gott gibt, können Sie tun, was Sie wollen. Sie müssen sich entscheiden. Sie können Gott für Ihr Leben ablehnen, junger Mann. Aber dann sterben Sie auch daran.
Sagen Sie nicht bis zum fünfundvierzigsten Lebensjahr: „Ich lebe ohne Gott“, und dann hinterher werden Sie alt und fromm. Nein, das geht nicht. Suchen Sie den Herrn, solange er zu finden ist – nicht nur, wenn es Ihnen passt.
Ich sage noch einmal: Wenn kein Gott gilt, dann können Sie tun, was Sie wollen. Leichtfertigkeit, nicht wahr? Wenn Gott lebt, hat er zu sagen, was gut und böse ist. Und nun sage ich Ihnen: Gott lebt wirklich.
Die Offenbarung Gottes und seine Gebote
Gott lebt wirklich. Wenn Sie mich fragen, woher ich das so hundertprozentig weiß, antworte ich: Weil er sich in Jesus offenbart hat. Ich möchte ihn jeden Abend in mein Leben aufnehmen.
Seit Jesus gekommen ist, ist jede Gleichgültigkeit gegenüber Gott oder Gottes Leugnung entweder Unwissenheit oder böser Wille. Gott lebt. Und weil Gott lebt, hat er das Recht zu sagen, was gut und böse ist.
Sie können in Ihrem Leben andere Maßstäbe ansetzen und sagen, wir haben andere Moralgrundsätze. Ich garantiere Ihnen jedoch, dass Sie über Gott Rechenschaft ablegen müssen für Ihr Leben.
Es ist eine große Befreiung, dass Gott bestimmt, was gut und böse ist. In seinem Wort, der Bibel, hat er uns das ganz klar und deutlich gesagt. Ich weiß, wie ein Mann einmal ganz erstaunt fragte, ob solche Dinge wirklich in der Bibel stehen. Ja, sie stehen dort.
Gott gibt ganz klare Anweisungen darüber, was gut und böse ist, auch auf dem Gebiet des Kläglichen. Sind Sie mir gefolgt? Wir müssen also fragen: Was sagt eigentlich Gott zu diesem Thema?
Er hat das Recht zu bestimmen, was gut und böse ist. Ich möchte nun aus der Bibel die Quintessenz zu diesem Thema ziehen.
Gottes Bejahung der Sexualität und der Schutz durch die Ehe
Was sagt Gott? Erstens: Gott bejaht unsere Sexualität. Es gibt ein Gedicht von Rolski, das etwa so lautet: „Von da aufwärts bin ich Christ, und von da abwärts bin ich Heide.“ Das ist Unsinn. Gott schuf den Menschen, Gott schuf sie als einen Mann und eine Frau. Gott schubst uns auch mit unserer Sexualität. Darum spreche ich hier offen darüber. Das ist kein Tabugebiet.
Gott hat mich als Mann geschaffen und Sie auch. Seien Sie ein Mann und kein Ampelmann, nicht wahr? Und Gott hat Sie als Frau geschaffen, also seien Sie eine Frau. Dieser krampfhafte Versuch mancher Frauen heute, Männer zu sein – in Hosen zu laufen, unter allen Umständen Zigaretten zu rauchen – das ist krank, wirklich krank.
Neulich saß ich in einem Gasthaus zum Mittag. Dort waren acht Männer, die nicht rauchten, und fünf Frauen, die sicher nicht rauchten. Da dachte ich: Da besteht Nachholbedarf, das ist ein Krampf. Verstehen Sie? Wir müssen männlich sein. Ach Kinder, noch einmal: Seid doch richtige Frauen, und ihr Männer, seid doch mal richtige Männer! Gott schubst den Menschen, er schubst sich einen Mann und eine Frau – und nicht ein drittes Geschlecht, das sich nicht mehr unterscheiden kann. Da müsste ich mir etwas verkneifen, nicht wahr?
Gott bejaht unsere Sexualität, verstehen Sie? Das darf ich wissen, hier muss nichts verdrängt werden. Ich weiß um die ganze Spannung, die darin liegt, Mann oder Frau zu sein. Das gehört zur Schöpfung. Aber ich sagte neulich, die Schöpfung ist ein wenig gefallen. Die Welt ist nicht mehr so, wie sie aus der Hand Gottes hervorging. Darum kommt gerade auf diesem besonders wichtigen und zarten Gebiet die größte Verwirrung.
Nun hat Gott dieses Gebiet geschützt. Er bejaht die Sexualität, aber er schützt sie durch die Ehe. Die Ehe ist eine Institution Gottes, kein gesellschaftlicher Vertrag. Gott schützt die Sexualität durch die Ehe.
Ein amerikanischer Psychiater, der selbst kein Christ ist und ein großes Buch über dieses Gebiet geschrieben hat, sagt, es sei nie ein größerer Satz über diese Frage geschrieben worden als der der Bibel: „Gott schuf sie als einen Mann und eine Frau.“ Er sagt: „Ich bin kein Christ, aber als Psychiater sage ich, dass dies das Richtige ist.“ Die Ehe – die Ehe der Treue, nicht die Ehe der Hollywood-Filmstars mit der siebten, achten, neunten oder zehnten Ehe – das als normal hinzustellen, ist ein Wahnsinn unserer Zeit. Nicht die Hilflosigkeit gegenüber der Ehe ist das Problem, sondern Gott schafft die Ehe als Institution, die Ehe der Treue und Liebe.
Nun müsste ich eigentlich eine kleine Rede über die Ehe halten. Wir lieben Frauen. Ihr seid noch nicht genug gute Frauen gewesen, wenn ihr euren Männern gute Mahlzeiten kocht und Strümpfe stopft, aber nicht mehr die Knöpfe annäht, die abbrechen. Das genügt noch nicht. Ehe ist Erlösung aus der Einsamkeit nach dem Willen Gottes, verstehen Sie? Ehe soll nach Gottes Willen Erlösung aus der Einsamkeit sein.
Ist das Ihre Ehe, ihr verheirateten Leute hier? Vielleicht müssen Sie heute Abend mal ein Gespräch mit Ihrer Frau führen, Herr Männer, oder die Frau mit dem Mann, und sagen: Wo sind wir eigentlich hingeraten? Unsere Ehe sollte Erlösung aus der Einsamkeit sein. Es ist nicht gut, sagt Gott am Anfang, dass der Mensch allein sei. Er macht ihm eine Gehilfin, verstehen Sie? Erlösung aus der Einsamkeit.
Ah, ich möchte stundenlang über die Ehe reden. Ich erzähle gerne eine Geschichte an dieser Stelle, die Verbände spricht. Als ich ein ganz kleiner, süßer Junge war, durfte ich – das ist lange her – mit Verwandten nach Stuttgart auf eine Hochzeit fahren. Meine Schwester und ich waren die ersten, die eine Hochzeit so richtig miterlebt haben. Mit Kutschen fuhren wir zur Kirche und dann gab es im Hotel ein großes Essen. Dort gab es sogar eine Speisekarte, und am Schluss stand „Eisbombe“. Meine Schwester und ich, acht Jahre alt, saßen unten am Tisch und hatten nur ein Verlangen: Möge die Eisbombe bald kommen.
Die Zeit verging endlos, weil so viele Onkel da waren – damals trugen sie noch Frack und weiße Binde – die standen und große Reden hielten. Das war uns schrecklich langweilig. Trotzdem ist mir eine dieser Reden unvergesslich geblieben. Ein Onkel stand auf und wollte ein bisschen witzig sein. Er sagte: „Meine lieben Festgäste, es erzählt sich, im Himmel stünden zwei Stühle, die wären bestimmt für die Eheleute, die keine Sekunde bereut haben, dass sie geheiratet haben.“ Dann fuhr er fort: „Und die Stühle sind bis zum heutigen Tage leer.“
In dem Moment wurde die Rede unterbrochen. Mein Vater, der an der Festtafel saß, rief quer durch die große Gesellschaft meiner Mutter zu: „Mutter, die Stühle kriegen wir!“ Ich war ein kleiner Junge und habe den tiefen Sinn gar nicht ganz verstanden. Aber es ging ein Strom von Freude durch mein Herz, dass ich in so einem Elternhaus war. Können Sie das verstehen? Ich spürte die ganze wundervolle Wärme eines solchen Elternhauses. Mutter, die still sagte: „Kriegst du, das ist deine Ehe.“ So hat Gott sich das gedacht.
Gott bejaht die Sexualität und schützt sie durch die Ehe. Nun gibt es viele junge Frauen hier, die unverheiratet sind und sagen: „Ich fand keinen Mann.“ Und es gibt junge Leute, die sagen: „Ich denke noch gar nicht ans Heiraten.“ Wie ist das mit uns? Können wir tun, was wir wollen? Da sagt die Bibel: Nein, das ist nicht der Wille Gottes. Gott will eine reine Jugend.
Ich weiß, das klingt heute lächerlich. Aber glauben Sie, dass Gott sich nach der Mode richtet? Das ist nicht mein Satz, sondern das, was Gottes Wort sagt. Ich darf es vielleicht noch ein bisschen begründen.
Sehen Sie, die Bibel hat ganz großartige Gedanken. Da ist ein junger Mann namens Isaak, dessen Vater eine Frau für ihn sucht. Isaak geht aufs Feld und betet. Er ist überzeugt, dass Gott ihm seine Frau zuführt. Und dieser Frau, die er noch gar nicht kennt, hält er schon die Treue.
Ihr jungen Männer, die ihr noch gar nicht an Heiraten denkt, seid überzeugt, dass Gott euch das Mädchen gibt. Und ihr sollt ihr die Treue halten, auch wenn ihr sie noch gar nicht kennt. Oder ein Mädchen soll die Treue halten ihrem Mann, den sie noch gar nicht kennt. Verstehen Sie? Das ist der Gedanke der Bibel.
Gott will eine reine Jugend. Wie wird uns dabei zumute? Gott will die Ehe der Treue, Gott will reine Jugend. Das ist ein Schlag ins Gesicht unserer Zeit, nicht wahr?
Sehen Sie, ich sagte gestern: Beim Gebot „Du sollst nicht töten“ sagt auch das bürgerliche Gesetzbuch: „Du sollst nicht mobben, du sollst nicht stehlen.“ Aber beim Gebot „Du sollst die Ehe nicht brechen“ sagt unsere Zeit: „Stopp, wir wollen nicht Gottes Gebot.“
Sie müssen wählen, ob Sie Gott sagen, was gut und böse ist. Sie können ihn absetzen, aber dann hören Sie auf zu beten. Warten Sie mal darauf, dass Sie sterben, nachdem Sie Gott getrotzt haben. Oder Sie erkennen Gott an und sagen: „Das ist die Richtschnur meines Lebens – eine reine Jugend, Ehe der Treue.“
Ich muss also in aller Deutlichkeit sagen: Ehescheidung, Ehebruch, vorehelicher Geschlechtsverkehr, lesbische Liebe, homosexuelle Liebe sind Sünde, für die Sie vor dem Angesicht des heiligen Gottes gerade stehen müssen. Ich könnte jetzt hier aufhören.
Die Barmherzigkeit Jesu und die Notwendigkeit der Vergebung
Ich weiß, was für mich als junger Mensch eine große Hilfe war: zu begreifen, was der Wille Gottes ist und dass er allein das Sagen hat. Aber ich wäre grausam, wenn ich meinen Vorteil jetzt hier abbreche und nicht noch etwas dazu sage. Ist das bis dahin klar, was Gott zu sagen hat, was gut und böse ist? Das leuchtet doch ein – reine Jugend, eher der Treue.
Es gibt eine wundervolle, erschütternde Geschichte in der Bibel. Da ist Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes – darüber rede ich morgen noch, wer Jesus ist. Bitte kommen Sie morgen, das ist so furchtbar wichtig. Jesus, der Mensch gewordene Gott, ist in einem Kreis von Menschen. Auf einmal entsteht ein Mordstumult, man macht Platz, und da schleppt eine Volksmenge eine hübsche junge Frau heran. Ich sehe es förmlich vor mir: Die Kleider halb zerrissen. Und da schwitzen ein paar Priester und ein Pöbelvolk!
Dann schleppen sie die junge Frau vor Jesus und sagen: "Herr Jesus, diese junge Frau haben wir ertappt mit einem fremden Mann im Ehebruch. Gottes Gebot sagt, dass der Ehebrecher des Todes schuldig ist. Du bist immer so warmherzig, Herr Jesus, du bist immer so warmherzig! Aber gegen Gottes Willen wirst du wohl nichts sagen. Wir möchten von dir hören, dass die Frau jetzt gesteinigt werden muss."
Da sieht Jesus diese Frau an und sagt: "Ja, Gott nimmt das sehr, sehr ernst, und sie ist des Todes schuldig." Nach dem Willen Gottes geht so ein Leuchten über das Gesicht des Pöbels. Dann sagt Jesus: "Einen Moment noch, der soll jetzt den ersten Stein auf diese Frau werfen, der unter euch ganz und gar ohne Sünde ist – in Gedanken, Worten und Werken." Und dann bückt sich Jesus und schreibt etwas in den Sand. Ich würde gern wissen, was er geschrieben hat, aber das steht nicht in der Bibel.
Nach langer Zeit richtet er sich auf, und da ist der Platz leer, nur die Frau steht noch da. Es steht in der Bibel: "Sie waren hinausgegangen, überführt von ihrem Gewissen." Nun frage ich Sie alle: Hätten Sie den ersten Stein werfen dürfen? Hätten Sie den ersten Stein auf die Frau werfen können, weil Sie in Gedanken, Worten und Werken ganz rein sind? Hätten Sie den ersten Stein werfen können? Keiner, nicht wahr? Dann sind wir ja eine Sünderversammlung hier. Das sind wir in der Tat.
Sehen Sie, diese Leute haben einen großen Fehler gemacht. Sie gingen hinaus, überführt von ihrem Gewissen, aber sie hätten es umgekehrt machen sollen. Sie hätten sagen müssen: "Herr Jesus, wir müssen uns neben die Frau stellen. Du hast sie jetzt errettet vom Tode, hilf auch uns." Ich weiß, in der sexuellen Not unserer Zeit gibt es keinen anderen Helfer als Jesus. Und wenn ich das so sage, dann sage ich das als einer, der selbst von der Hilfe Jesu gelebt hat.
Wenn ich von Jesus rede, dann rede ich nicht von Theorien. Er war meines Lebens Leben und ist es bis zu dieser Stunde. Pfarrer ist hier ordentlich neutral, nicht so: Mann, verstehen Sie? Der braucht einen Heiland so gut wie Sie, so gut wie Sie. Und ich habe erfahren, welch ein Erretter Jesus ist, und zwar in zweierlei Hinsicht. Bitte rufen Sie mir gut jetzt noch zu.
Das Erste: Jesus ist der einzige, der unsere Sünden vergeben kann – kein Pfarrer, kein Priester, kein Gott, keine Engel können Ihnen Sünden vergeben. Der erste schmutzige Gedanke, der erste Fall macht unwiederbringlich schuldig. Und Sie gehen mit Ihrer Schuld – und was für eine Schuld hier zusammenkommt – in die Ewigkeit, ins Gericht Gottes, wenn Sie nicht vorher Jesus finden, dem Sie Ihre Sünden bekennen und sich vergeben lassen. Er ist dafür gestorben.
Sehen Sie, stellen Sie sich im Geist vor Jesu Kreuz und sagen: "Jetzt lege ich mal alle meine Jugendsünden vor Dich hin, alle meine trüben Bindungen lege ich vor Dich hin. Ich bekenne sie Dir, ich will sie nicht verschweigen." Und dann schauen Sie auf sein Kreuz und sprechen: "Es quillt für mich sein teures Blut." Das glaube und fasse ich. Es macht auch meinen Schaden gut, denn Jesus starb für mich.
Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Sünde – ein befreiendes Wort. Wissen Sie, als ich mich bekehrt habe und dann zurückschaute auf einen Weg voll Schmutz: Wer nimmt mir das weg? Einmal merkt euch: Durch das Militär wird man ja in eine Mühle von Schmutz gedreht. Mit siebzehn Jahren wurde ich Soldat, und dann wurde man hineingedreht in den ganzen Schmutz. Plötzlich wachte ich auf und sah: Wer nimmt denn das versiebte Jugendleben weg?
Dann begriff ich: Jesus liquidiert meine Vergangenheit, Jesus löscht meine Vergangenheit. Da habe ich mich zu ihm bekehrt. Ich möchte nicht mehr leben ohne ihn.
Und zwar das andere: Jesus löst Bindungen. Ich erinnere mich, wie eine sehr hübsche junge Sekretärin mal vor mir stand und mir sagte: "Fräulein, Sie gehen in die Hölle, Ihr Verhältnis zu Ihrem Chef ist grauenvoll. Machen Sie den Mann doch und seine Familie nicht unglücklich." Da sagte sie – und da ging Schmerz über ihr Gesicht: "Ich kann doch da nicht raus, ich lebe ihn doch. Der Mann hat eine Frau und Kinder, sie sind grausam, ich kann doch nicht heraus."
Und da spürte ich, wie sie selbst die Qual dieser Bindung spürte, aber sie konnte sie nicht zerreißen. Da war ich glücklich, dass ich ihr sagen konnte: "Sehen Sie, fesselnde Sünde zerreißen wir nicht. Aber in der Bibel steht: Wen der Sohn Gottes frei macht, der ist wirklich frei. Rufen Sie Jesus an, er zerreißt solche trüben Bindungen."
Es sitzen Menschen hier, die bis nach Hause mit solchen Bindungen ringen. Sie sprechen heute Abend mit Jesus und sagen: "Ich kann nicht, aber du machst frei." Es gibt ein Lied, den haben wir hier im Liedblatt: "Jesus ist gekommen, nun springen die Bande, Striche des Todes, die reißen entzwei."
Dann habe ich erlebt, als Großstadtpfarrer, wie Todesstriche entzwei gerissen wurden. Unser Erlöser ist nunmehr vorhanden. Er, der Sohn Gottes, macht wirklich frei, bringt uns zu Ehren aus Sünde und Schande. Jesus ist gekommen, und nun springen die Bande.
Die Not der unverheirateten Frauen und die Bedeutung der Agape-Liebe
Ob man Jesus gehört hat oder nicht, ist eine sehr wichtige Frage. Ich lache immer ein bisschen, wenn ich Vorträge halte und zuerst alle Leute über siebzig kommen. Die Jugend ist meistens nicht dabei, das scheint uns ja nicht so zu betreffen.
Ich habe einmal Besuche in meinem Bezirk gemacht und traf dort einen netten jungen Mann um zwanzig. Er war ein lebhafter junger Mann. Ich sagte zu ihm: „Hören Sie mal, ich möchte Sie zu unserer Bibelstunde einladen.“ Er antwortete: „Ach, Sie haben eine Bibelstunde?“ Ich sagte: „Ja, kommen Sie doch mal hin.“ Darauf meinte er: „Das ist aber sehr nett, ich werde es unserer Oma bestellen.“ Das ist doch typisch, oder? Typisch, wie junge Menschen oft reagieren.
An dieser Stelle, bei unseren sexuellen Nöten und Bindungen, wird deutlich, dass junge Menschen einen Heiland brauchen, einen Erlöser. Und das ist keine Erlösung, die nur gemalt wird. Wenn Gott die Wand zwischen seiner Dimension und uns einschlägt und einen Sohn Mensch werden lässt, und dieser Sohn grausam am Kreuz stirbt – auch wenn viele das gar nicht verstehen – können sie begreifen, dass das eine herrliche, wirkliche und ganz reale Erlösung sein muss. Dass da wirklich die Stricke des Todes zerrissen werden.
Das kann man ausprobieren. Junge Menschen brauchen einen Heiland. Junge Männer brauchen einen Heiland, sonst ist ihr Leben ein ganz jämmerliches Dasein. Jesus vergibt Schuld, und Jesus reißt die Stricke des Todes entzwei.
Ich muss noch ein Wort hinzufügen, verzeihen Sie. Hier sitzen junge Mädchen. Ich habe gesagt: Gottes Wille ist reine Jugend und die Ehe der Treue. Nun sitzen junge Mädchen hier und sagen: „Ja, wir sind schon vierzig, und es hat uns keiner geheiratet. Wie ist das mit uns? Wie ist das mit uns?“
Sehen Sie, ich bin hundertprozentiger Pazifist, ich will es ruhig gestehen. Und wie ist das eigentlich so gekommen? Wegen der Not der jungen Mädchen. Fünf Millionen junge Männer sind in diesem Krieg gefallen. Das bedeutet, dass fünf Millionen Mädchen der höchste Wunsch ihres Lebens versagt wurde: einen Mann glücklich zu machen. Fünf Millionen Mädchen müssen nun einsam durchs Leben gehen.
Ich brauche keine weiteren Gründe für jene Kriege. Sie müssen nicht auf den Zug aufspringen oder Ähnliches. Diejenigen, die aus Protest nicht mitmachen wollen, wollen auf den Zug nie aufspringen. Oder auch aus anderen Gründen. Wenn Sie das für den Frieden besonders tragen wollen, dann machen Sie sich mal klar, was das für eine schweigende Not für unser Volk bedeutet: Fünf Millionen Mädchen, die jetzt um die vierzig sind, deren Männer, die sie glücklich machen wollten, auf den Schlachtfeldern in Russland und Afrika liegen.
Solche Mädchen sind hier. Ihnen möchte ich sagen: Um Gottes Willen, zerstört euch jetzt nicht durch Sünde, was euch entgangen ist. Brecht nicht in fremde Ehen ein, nur weil ein Traum von wahren Versuchen zerbrochen ist. Was ist denn mit uns? Da sage ich: Wenn ihr schon so geführt worden seid, dann sagt ja dazu. Man muss nicht unter allen Umständen unglücklich sein, wenn man nicht heiratet.
Die Bibel erzählt von einem jungen Mädchen, das war eine Witwe und lebte in der Stadt Joppe, heute Jaffa. Dort war der Apostel Petrus in der Nähe. Man rief Petrus herbei, um sie zu beerdigen oder zu besuchen. Petrus kam in das Sterbezimmer und war überrascht. Er dachte, da liegt das alte Jüngferchen allein auf ihrem Lager, doch die Stube war voll.
Es war eine Witwe, die sagte: „Diesen Rock hat der Bär mir genäht, das war mein blinder Mann. Ich war so allein, und jeden Sonntag von drei bis vier kam der Bär und war eine Stunde bei mir. Das war die helle Stunde meines Lebens.“ Es waren kleine Kinder da, denen die Nase lief, die sagten: „Wir sind Schlüsselkinder, niemand kümmerte sich um uns, aber dann kam der Bär und nahm sich um uns an.“
Petrus wurde klar: Der Bär hatte ein viel reiches Leben gehabt als manche Ehefrau, die neben einem langweiligen Gatten verbittert wurde. Wissen Sie, wir haben nur ein Wort für Liebe, aber im Griechischen gibt es zwei Worte für Liebe. Das Neue Testament ist griechisch geschrieben.
Die Liebe, von der wir zuerst sprachen, heißt im Griechischen Eros – Erotik. Es gibt aber ein zweites Wort für Liebe, das heißt Agape. Das ist die Liebe Gottes, die ich weitergeben darf.
Ihr jungen Mädchen, die nicht heiratet, sagt ja zu eurem Weg und füllt euer Leben mit Agape. Die Welt hungert nach solcher Liebe.
Die Übereinstimmung von biblischem und medizinischem Wissen
Ich muss jetzt schließen, obwohl es noch sehr viel zu dieser Sache zu sagen gäbe. Zum Beispiel wäre noch nachzutragen: Was ich Ihnen jetzt gesagt habe, sind biblische Gedanken. Es war nicht meine eigene Idee, sondern der Wille Gottes.
Immer wieder treffe ich Ärzte, die mir sagen: „Herr Pfarrer Busch, ich würde als Mediziner genau dasselbe sagen – eine reine Jugend und eine Ehe der Treue.“
Ein Psychiater erklärte mir einmal, er sei überzeugt, dass ein Mädchen im Grunde nur einmal richtig lieben kann. Einmal öffnet sich ihr Herz wirklich. Wenn ein Mädchen sieben, acht oder neun Beziehungen gehabt hat, dann ist sie, so sagte er es wörtlich – er war Schwabe – „versorgt für die Ehe“. Das heißt: Sie heiratet den Siebten, meint aber immer den Ersten, den sie wirklich geliebt hat.
Da denke ich: Komisch, sie kommt von der Psychiatrie zu denselben Wahrheiten wie Gottes Wort.
Darf ich es noch einmal wiederholen? Gottes Wort sagt: Gott bestimmt, was gut und böse ist. Gott sagt: eine reine Jugend, eine Ehe der Treue. Und wenn es nicht in die Ehe führt, dann eine Bejahung dieses Weges – und nicht ein Abkotzen auf dem Weg der Sünden.
Wir sind Sünder, und wir brauchen einen Heiland.
Zum Schluss möchten wir noch einmal auf Jesus kommen.
Die Liebe Jesu als Geschenk ohne Anspruch
Mein Thema hieß „Unser Recht auf Liebe“. Es gibt eine Liebe, auf die wir kein Recht haben, die uns aber frei geschenkt wird. Das ist die Liebe Jesu Christi.
Lassen Sie mich Ihnen ein persönliches Zeugnis geben: Einmal saß ich im Gefängnis, es war im Dritten Reich. Der Pfarrer hatte mich besucht und gesagt: „Ihre Aussichten sind schrecklich dunkel.“ Dann ging er wieder. Ich saß in dieser engen Zelle, nur oben war ein kleiner Lichtspalt. Ich war froh, überhaupt Licht zu haben. Es war kalt, die Atmosphäre grauenvoll und frostig. Ich hatte Heimweh nach meinen Kindern, nach meiner Frau, nach meinem Amt und nach den Jungs, die ich betreute.
Ich saß da und hatte keine Hoffnung, jemals von diesem Weg herunterzukommen. Der Abend brach herein, und plötzlich überfiel mich eine phantastische Verzweiflung, eine schreckliche Verzweiflung. Ich weiß nicht, ob Sie in Ihrem Leben schon einmal eine solche wirkliche Verzweiflung erlebt haben.
In diesem Augenblick kann ich Ihnen nur so bezeugen: Jesus trat in meine Zelle. Er lebt. Er geht durch verschlossene Türen. Er stellte mir sein Sterben am Kreuz vor Augen, wo er für mich gestorben ist – für meine Sünden.
Ich entdeckte: Er lebt ja! Ich hörte sein Wort in meinem Ohr: „Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“ In dieser Stunde ging ein solcher Strom göttlicher Liebe aus den Händen Jesu über mich hinweg, dass ich es fast nicht mehr ertrug. Es war fast zu viel für mein Herz.
Ich begriff: Da ist eine Liebe, die wir nicht verdient haben, auf die wir kein Recht haben, die uns aber geschenkt wird. Diese Liebe Jesu ist auch Ihnen offen. Warum lassen Sie diesen Strom an sich vorbeirauschen? Er will mitten in Ihr Herz hineinströmen.
