Einführung: Die Grenzen des naturwissenschaftlichen Beweises
Das kann man nicht naturwissenschaftlich beweisen – hast du diesen Satz schon einmal gehört? Aber was bedeutet das eigentlich genau? Sind Dinge erst dann real, wenn sie naturwissenschaftlich bewiesen wurden, und vorher nicht?
Ich bin damals als Atheist in einer naturwissenschaftlich geprägten Familie aufgewachsen. Als ich später Christ wurde, musste ich mir so einiges anhören. Doch lass uns das gemeinsam einmal genauer betrachten.
Wo liegen eigentlich die Grenzen der Naturwissenschaft? Und welche sechs Dinge sind real, obwohl du sie nicht naturwissenschaftlich beweisen kannst?
Willkommen beim Bibelfit-Projekt! Hier versuchen wir, leicht verständlich tiefer in die Bibel einzusteigen, Jesus im modernen Alltag nachzufolgen und schwierige Fragen von Nichtchristen zu beantworten.
Zu jedem Beitrag verschenke ich Übersichten, biblische Entscheidungshilfen, komplette Hörbücher und sogar Onlinekurse. All das gibt es kostenlos auf der Website – möglich gemacht durch freiwillige monatliche Spenden von Menschen wie dir und mir.
Was sind Naturwissenschaften und wo liegen ihre Grenzen?
Was könnten die Grenzen der Naturwissenschaften sein? Schauen wir uns zunächst genauer an, was eine Naturwissenschaft eigentlich ist.
Laut Duden ist eine Wissenschaft eine Wissen hervorbringende, forschende Tätigkeit. Das ist soweit klar. Aber was genau ist eine Naturwissenschaft? Dabei handelt es sich um eine Wissenschaft, die ein bestimmtes Gebiet der Natur zum Gegenstand hat.
Doch was ist mit „Natur“ gemeint? In diesem Zusammenhang bezeichnet Natur alles, was an organischen und anorganischen Erscheinungen ohne Zutun des Menschen existiert oder sich entwickelt.
Führe dir das einmal vor Augen: Eine Naturwissenschaft ist eine forschende Tätigkeit über ein bestimmtes Gebiet von organischen oder anorganischen Erscheinungen, die ohne Zutun des Menschen existieren.
Halte dir das jetzt vor Augen, und du ahnst vielleicht schon, dass Naturwissenschaften nur einen bestimmten Abschnitt der Realität überhaupt erst erfassen wollen und können. Das heißt, schon von der Definition her sind Naturwissenschaften nur sehr begrenzt leistungsfähig.
Deshalb hier mein Vorschlag: Drücke gern die Glocke unter diesem Video, und wir schauen uns jetzt gemeinsam an, was Naturwissenschaften eigentlich nicht können.
Sechs Dinge, die du nicht naturwissenschaftlich beweisen kannst:
Nummer sechs: Ästhetische Urteile.
Sechs Bereiche jenseits naturwissenschaftlicher Beweisbarkeit
6. Ästhetische Urteile
Ästhetische Urteile – was heißt ästhetisch?
Der Begriff „ästhetisch“ stammt vom altgriechischen Wort Aistanomai ab. Dieses bedeutet „die Wahrnehmung“. Ästhetische Urteile sind also Urteile im Sinne der Wahrnehmung, zum Beispiel über Schönheit.
Schönheit ist real, doch sie lässt sich nicht naturwissenschaftlich erfassen. Man kann Schönheit weder zählen, noch messen oder wiegen.
Noch mehr gilt dies für das Gute. Auch das Gute ist sehr real. Dennoch kann man weder das Gute noch das Böse zählen, messen, wiegen oder naturwissenschaftlich erfassen.
5. Ethische Wahrheiten
Und das führt uns zum nächsten Punkt, Nummer fünf: ethische Wahrheiten. Ethische Wahrheiten sind Aussagen über Würde, den Wert von etwas und über Menschenrechte.
Vielleicht ist es kein Zufall, dass im zwanzigsten Jahrhundert ausgerechnet die Sowjetunion, der deutsche NS-Staat, die kommunistischen Roten Khmer und China unter Mao Zedong beim „Großen Sprung nach vorne“ einige der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen der gesamten Geschichte verübt haben. Ausgerechnet diese Staaten, die behaupteten, sich allein von wissenschaftlichen Idealen leiten zu lassen und daraus ihr Menschenbild aufzubauen, waren verantwortlich für solche Taten.
Siehst du, Dinge wie Rache im Negativen, Mut im Positiven, Vergebung im Sehrpositiven sowie Treue und Gerechtigkeit sind völlig reale Konzepte. Auf ihnen basiert zu Recht beinahe jede Zivilisation der Menschheitsgeschichte.
Aber für diese realen Dinge sind die Naturwissenschaften einfach das falsche Instrument, um sie zu erfassen. Das ist ein bisschen so, als ob ich mit meinem Handy nach WLAN suche. Ich suche die ganze Zeit nach WLAN-Empfang, finde aber keinen. Daraufhin behaupte ich einfach, es gibt kein WLAN. Dabei hatte mein Handy die ganze Zeit WLAN ausgeschaltet und nur Bluetooth aktiviert.
4. Metaphysische Wahrheiten
Nummer vier ist leichter, als es klingt: metaphysische Wahrheiten. Das heißt Wahrheiten wie zum Beispiel, dass die Welt, also die externe Welt, wirklich existiert. Dass die Welt wirklich existiert, ist etwas, das die Naturwissenschaften zwar voraussetzen und darauf aufbauen, etwa dass wir nicht in der Matrix leben. Aber das ist etwas, was die Naturwissenschaften an sich nicht beweisen können. Warum? Weil es etwas Metaphysisches ist.
Ein weiteres ernstes Thema ist das Bewusstsein, also die Wahrheit, dass es nicht nur mein Bewusstsein gibt, sondern auch anderes Bewusstsein neben meinem. Das ist eine absolut wahre Aussage, bei der uns nur die Naturwissenschaften nicht weiterhelfen können.
Eine kurze Anmerkung dazu: Anfang der Zweitausender, als gerade der Film "Die Matrix" herauskam, war es zwischendurch immer mal wieder Mode, dass Leute für Solipsismus waren. Was ist Solipsismus? Solipsismus ist etwas, das du heute noch manchmal in merkwürdigen Internetforen findest. Solipsismus bedeutet die Behauptung, dass nur ich existiere und alle Gegenstände sowie Personen der Außenwelt nur meine Bewusstseinsinhalte sind. Also so etwas wie: Es gibt nur mich, und alles andere ist nur mein Tagtraum.
Jetzt stellt sich die Frage, ob jemand das nur vorgibt zu denken, sozusagen als eine Attitüde, um zu provozieren, oder ob jemand das wirklich glaubt. Und leider gibt es Menschen, die das wirklich glauben. Wahrscheinlich kannst du dir leicht vorstellen, dass es nur wenige psychisch und emotional gesunde und stabile Menschen gibt, die wirklich solipsistisch denken.
Eine solche Einstellung von Solipsismus nach dem Motto „Nur ich bin real, alles andere sind nur meine Tagträume oder Einbildungen“ findest du zum Beispiel nicht nur, aber auch bei manchen Amokläufern von Schulmassakern. Das heißt, was als harmloses Gedankenexperiment beginnen kann, kann am Ende unglaublich ernste Auswirkungen haben.
Wie kannst du darauf antworten, sobald jemand behauptet, nur ich existiere, und ihr anderen seid alle nur meine Tagträume? Nun ja, spätestens nachdem derjenige, der das behauptet hat, tot ist, werden die anderen ja sehen, dass sie weiter existieren. Das heißt, sobald derjenige, der behauptet, dass nur er existiert und alle anderen nur seine Einbildungen sind, tot ist, wissen wir, die wir weiterleben, dass wir nicht nur die Einbildungen seines Bewusstseins sind.
Damit ist für uns die Frage beantwortet, dass wir nicht alle Tagträume von Max Mustermann sind. Das hilft uns also, diese Frage zu beantworten, aber es hilft ihm nicht und überzeugt ihn selbst erst einmal noch nicht.
Die Frage ist jetzt: Was kannst du jemandem antworten, der solipsistisch behauptet, nur er würde existieren oder nur menschliches Bewusstsein würde Wahrheit generieren? Das läuft auf dasselbe hinaus.
Ganz einfach, Trick siebzehn: Du kannst ihn zurückfragen, ob die Aussage „Es gibt keine Menschen auf der Erde“ wahr war, bevor es Menschen gab. Also noch einmal: War die Aussage „Es gibt keine Menschen auf der Erde“ wahr, bevor es Menschen gab?
Jetzt beantworte ich das erst einmal für die Geisteswissenschaftler und Philosophiestudenten, danach auch für alle anderen.
Für die Philosophiestudenten: Wenn er behauptet, dass diese Aussage falsch wäre, dann müsste er inhaltlich behaupten, dass es nicht keine Menschen gab, also dass es Menschen gab, bevor es Menschen gab. Das ist eine selbstwidersprüchliche Aussage, die nach den Regeln der formalen Logik automatisch falsch ist. Und wenn die Negation einer binären Aussage falsch ist, ist nach dem Satz vom ausschließenden Widerspruch automatisch das Gegenteil wahr.
Jetzt für alle, die nicht abgeschaltet haben, noch einmal auf Deutsch und ganz verständlich: Wenn die Aussage „Es gibt keine Menschen auf der Erde“ wahr war, bevor es Menschen gab, dann gab und gibt es Wahrheit unabhängig vom menschlichen Bewusstsein. Denn es gab damals noch kein menschliches Bewusstsein, das zu diesem Zeitpunkt diese Wahrheit generieren konnte. Und damit ist Solipsismus widerlegt.
Und so ist es auch.
Falls du noch mehr solcher Widerlegungen hören möchtest, drück gern die Glocke unter diesem Video, dann sehe ich nämlich, wie viele sich das wünschen und kann die Videos für die nächsten Wochen entsprechend vorbereiten.
Punkt Nummer drei: Logische und mathematische Wahrheiten.
3. Logische und mathematische Wahrheiten
Der Punkt ist jetzt ziemlich klar und einfacher als der vorherige. Das bedeutet, Logik und Mathematik gehören zu einer anderen Wissenschaftsgruppe als die Naturwissenschaften.
Logik und Mathematik zählen nämlich zu den Formalwissenschaften. Das heißt, logische und mathematische Wahrheiten lassen sich von vornherein nicht naturwissenschaftlich beweisen. Im Gegenteil: Die Naturwissenschaften setzen Logik und Mathematik voraus und bauen darauf auf.
2. Wissenschaften jenseits der Natur
Wissenschaften, die mehr als die Natur zum Gegenstand haben
Weißt du noch die Definition von eben? Eine Naturwissenschaft ist eine forschende Tätigkeit über ein bestimmtes Gebiet von Erscheinungen, die ohne Zutun des Menschen existieren oder sich entwickeln.
Aber was ist mit Dingen, die es erst durch den Menschen gibt, zum Beispiel die Wirtschaft? Verschiedene Sektoren der Wirtschaft sind häufig sehr präzise erfassbar und definitiv relevant. Sie kommen jedoch zumindest in der freien Natur ohne den Menschen nicht vor.
An diesem Beispiel siehst du schon, dass es deutlich mehr Wissenschaften gibt als nur die sogenannten Naturwissenschaften. Zum Beispiel die Wirtschaftswissenschaften, die für unseren Alltag fundamental wichtig sind. Bei ihnen lassen sich sehr wohl richtige von falschen Aussagen unterscheiden.
Ähnlich verhält es sich mit den Geschichtswissenschaften und der Archäologie. Wenn jemand behauptet, Napoleon Bonaparte hätte im Mittelalter in Australien gelebt, dann ist das einfach eine archäologisch und geschichtswissenschaftlich falsche Aussage. Das lässt sich gründlich beweisen.
Ähnlich ist es mit dem Neuen Testament. Du kannst das Neue Testament archäologischen und geschichtswissenschaftlichen Prüfungen unterziehen, um zu ermitteln, ob die Kernaussagen des Neuen Testaments glaubwürdig sind oder nicht.
Internationale Forscherteams haben das über viele Jahrzehnte mit dem neuesten Stand der Technik gemacht. Und siehe da – Überraschung, Überraschung: Ja, das Neue Testament ist in seinen Kernaussagen historisch glaubwürdig.
Das ist ein Fakt. Und das sollte dir und mir zu denken geben, und das sollten wir wissen.
Woher wir das inzwischen wissen, habe ich dir einfach zusammengefasst im historischen Faktencheck zur Glaubwürdigkeit des Neuen Testaments. Dort findest du die Informationen einfach erklärt für Menschen ohne Vorwissen, mit Schaubildern und sogar mit ein paar exklusiven Podcastfolgen für zwischendurch. Diese gibt es nur dort.
Nimm sie dir gern gratis mit über den Link in der Videobeschreibung.
1. Naturwissenschaften können sich selbst nicht naturwissenschaftlich beweisen
Und Nummer eins: Naturwissenschaften sind selbst schon ganz logisch gedacht.
Das, was Naturwissenschaften untersuchen wollen, also Gegenstände der Natur, lässt sich natürlich zählen, messen, wiegen und naturwissenschaftlich erfassen. Aber Naturwissenschaften selbst lassen sich nicht auf diese Weise erfassen.
Mehr noch: Die Grundhaltung, die manche Menschen haben, wenn sie zum Beispiel nur den Naturwissenschaften Bedeutung beimessen wollen, lässt sich ebenfalls nicht zählen, wiegen, messen oder naturwissenschaftlich erfassen.
