Serie•Teil 25 / 31Das Johannes-Evangelium
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung und Lesung des Abschnitts
Wir stehen in Johannes 19,18, meine ich. Ja, so schnell geht es auch wieder nicht. Wir sind letztes Mal eigentlich bis Vers 11 gekommen. Und so lesen wir jetzt ab Vers 12 bis zum Schluss des Kapitels. Peter, kannst du mal beginnen?
Die Schar und der Oberste, die Diener der Juden, nahmen Jesus und banden ihn. Und sie führten ihn zuerst hin zu Annas, denn er war Schwiegervater des Kajafas, der jenes Jahr Hoher Priester war. Kajafas aber war es, der den Juden geraten hatte, es sei nützlich, dass ein Mensch für das Volk sterbe.
Simon Petrus aber folgte Jesus, und der andere Jünger. Dieser Jünger aber war dem Hohen Priester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohen Priesters. Petrus aber stand an der Tür draußen. Da ging der andere Jünger, der dem Hohen Priester bekannt war, hinein und sprach mit der Türhüterin und führte Petrus hinein. Da spricht die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist nicht auch du einer von den Jüngern dieses Menschen? Er sagt: Ich bin’s nicht.
Es standen aber die Knechte und die Diener, die ein Kohlenfeuer gemacht hatten, weil es kalt war, und wärmten sich. Petrus aber stand auch bei ihnen und wärmte sich.
Der Hohe Priester nun fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre. Jesus antwortete ihm: Ich habe öffentlich zur Welt geredet; ich habe allezeit in der Synagoge und im Tempel gelehrt, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet. Was fragst du mich? Frage die, welche gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.
Als er aber dies sagte, gab einer der Diener, der dabeistand, Jesus einen Backenstreich und sagte: Antwortest du so dem Hohen Priester? Jesus antwortete ihm: Wenn ich übel geredet habe, so gib Zeugnis von dem Übel; wenn aber recht, was schlägst du mich?
Annas nun hatte ihn gebunden zu Kajafas, dem Hohen Priester, gesandt.
Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Da sprachen sie zu ihm: Bist nicht auch du einer von seinen Jüngern? Er leugnete und sprach: Ich bin’s nicht. Es spricht einer von den Knechten des Hohen Priesters, der ein Verwandter dessen war, welchem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Sah ich dich nicht in dem Garten bei ihm? Da leugnete Petrus wiederum. Und alsbald krähte der Hahn.
Sie führten nun Jesus von Kajafas in das Praetorium. Es war aber frühmorgens. Und sie gingen nicht hinein in das Praetorium, auf dass sie sich nicht verunreinigten, sondern das Passa essen möchten. Pilatus ging dann zu ihnen hinaus und sprach: Welche Anklage bringen wir gegen diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wenn dieser nicht ein Übeltäter wäre, würden wir ihn dir nicht überliefert haben. Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmt ihr ihn und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Es ist uns nicht erlaubt, jemanden zu töten, auf dass das Wort Jesu erfüllt würde, das er sprach, andeutend, welches Todes er sterben sollte.
Pilatus ging dann wieder hinein in das Praetorium und rief Jesus und sprach zu ihm: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete ihm: Sagst du dies von dir selbst, oder haben dir andere von mir gesagt? Pilatus antwortete: Bin ich etwa ein Jude? Deine Nation und die Hohen Priester haben dich mir überliefert. Was hast du getan?
Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn mein Reich von dieser Welt wäre, so hätten meine Diener gekämpft, auf dass ich den Juden nicht überliefert würde. Jetzt aber ist mein Reich nicht von hier.
Da sprach Pilatus zu ihm: Also, du bist ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, auf dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.
Pilatus spricht zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er dies gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus und spricht zu ihnen: Ich finde keinerlei Schuld an ihm. Ihr habt aber eine Gewohnheit, dass ich euch an dem Passa einen losgebe. Wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe?
Da schrien wiederum alle und sagten: Nicht diesen, sondern den Barabbas! Barabbas aber war ein Räuber.
Danke! Letztes Mal hatten wir die Verhaftung des Herrn im Garten Gethsemane studiert, Kapitel 18, 1-11. Und nun kommen wir zu den eigentlichen Verhandlungen, die zur Tötung des Herrn Jesus führten. Ich habe letztes Mal schon angetönt, dass es im Ganzen sechs Verhandlungen gab, und zwar drei jüdische und drei heidnische. In keinem Evangelium werden alle sechs Phasen berichtet, aber wenn wir alle Evangelien zusammennehmen, dann bekommen wir dieses vollständige Bild.
Das zeigt übrigens auch, wie die Evangelien eben als eine Einheit zusammengehören. Würde man ein Evangelium wegnehmen aus dieser Gruppe von vier Berichten, dann würde dadurch eine Einheit eben zerstört werden. Wir brauchen alle vier. Jedes Evangelium hat einen anderen Akzent, das haben wir auch letztes Mal gesehen bei der Verhaftungsgeschichte, wie das Johannes beschreibt. Das entspricht ganz seinem Hauptthema, wo er zeigt: Jesus Christus ist der ewige Gott, der Mensch geworden ist. Das wurde hier so besonders deutlich, eben viel deutlicher als in den anderen Evangelien, die den Akzent anders setzen. Matthäus beschreibt den Herrn Jesus mehr mit dem Akzent, dass er der König ist. Markus betont, dass er der Knecht ist, also gerade ein Gegensatz. Und Lukas betont vielmehr die Menschheit Jesu, während Johannes dann mehr die Gottheit Jesu betont.
Ja, es wird hier, und übrigens nur im Johannesevangelium, erwähnt, dass zuerst eine Zusammenkunft stattfand bei dem Priester Annas, Verse 12 und 13. Es war so: Annas war Schwiegervater des Kajafas. Er war früher Hoher Priester, wurde dann aber von den Römern abgesetzt, und die haben später Kajafas, seinen Schwiegersohn, als Hohen Priester eingesetzt. So war Kajafas der damals amtierende Hohe Priester, nämlich von 26 bis 36 nach Christus, und die Kreuzigung fällt eben genau in diese Amtszeit hinein.
Wenn es hier heißt, Vers 13, denn er war Schwiegervater des Kajafas, der jenes Jahr Hoher Priester war, dann bedeutet das nicht, Kajafas war nur in diesem Jahr Hoher Priester. Dieses jenes Jahr will sagen: in jenem schicksalshaften Jahr der Ermordung des Messias war Kajafas Hoher Priester. Übrigens sehen wir daran auch diese ganze Unordnung des Tempels, dass die Heiden, die Römer, bestimmen können, wer Hohepriester ist beziehungsweise nicht ist. Das ist ja unglaublich.
Also so haben wir hier eine Andeutung, eine Verhandlung bei Annas, Vers 12. Aber was dann im Weiteren beschrieben wird, ist bereits die Verhandlung bei Kajafas, und das geht parallel zu dem, was wir in den anderen Evangelien haben. Auch diese Verhandlung bei Kajafas in seinem Privathaus wird dort ausführlich beschrieben.
Wichtig: Der Vers 24 erklärt eben die Verhältnisse. Wer liest nochmals?
Und Annas sandte ihn gebunden zu dem Hohen Priester Kajafas.
Jawohl, das sollte man. Welche Übersetzung war das?
Das ist Luther.
Luther. Hier sollte man eben vorzeitig übersetzen: Annas nun hatte ihn, gebunden, zu Kajafas, dem Hohen Priester, gesandt. Es ist so, dass diese Vorzeitigkeit sich für den Übersetzer aus dem Inhalt ergibt, also nicht wegen der Verbform, dass das zwingend wäre, aber aus dem Inhalt ergibt es diese Notwendigkeit. Im Griechischen sind die Mittel, wie man Vorzeitigkeit ausdrückt, anders als auf Deutsch. Und jetzt in diesem Fall muss man eben Deutsch das sinngemäß mit Vorzeitigkeit wiedergeben.
Ja, es war so: Im Talmud, also im rabbinischen Judentum, gab es das Gesetz, wenn es um eine Angelegenheit, die Leben und Tod betraf, ging, durfte man nachts keine Gerichtsverhandlung durchführen. Also das war gar nicht möglich, eben jetzt da in der Nacht eine Gerichtsverhandlung durchzuführen, im Sanhedrin, im Tempel, in der Königlichen Säulenhalle, dort war der Sitz des obersten Gerichtshofs. Und so machten sie eben informelle Voruntersuchungen. Das sollten keine eigentlichen Gerichtsverhandlungen sein bei Annas und bei Kajafas, sondern nur quasi, um dann die eigentliche Verhandlung am Morgen eben schnell durchzuführen. Sozusagen, um das Gesetz zu umgehen.
Ja, also es ist nicht ein Gesetz aus der Bibel, sondern es ist ein rabbinisches Gesetz, das man sich selber so auferlegt hatte. Aber um dieses Gesetz zu umgehen, wurde das so gemacht. Aber im Grunde genommen waren ja das wirkliche Gerichtsverhandlungen, denn damit war alles entschieden, und die eigentliche Gerichtsverhandlung war dann nur noch eine Farce.
Ganz kurz beschrieben, zum Beispiel in Matthäus 27, Verse 1 und 2: In den Versen davor hat man ausführlich diese Verhandlung bei Kajafas in seinem Privathaus, aber das war eine wirkliche Verhandlung, denn da wurden Zeugen aufgerufen, um eben schlussendlich die Todesstrafe aussprechen zu können. Und dann liest man 27,1 und 2, bitte.
Als es aber Morgen geworden war, hielten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu Tode zu bringen, und nachdem sie ihn gebunden hatten, führten sie ihn weg und überlieferten ihn dem Statthalter Pilatus.
Jawohl, also die mussten warten, bis die Nacht vorüber war. Und darum geht man am Morgen dann in das eigentliche Gerichtsgebäude, um dort dann das Todesurteil formell fällen zu können.
Lesen wir dazu noch aus der Parallelstelle in Markus, auch da ist es ganz kurz. Markus 15,1. Zuvor wird auch wieder die Verhandlung bei Kajafas beschrieben, wo Petrus seinen Herrn verleugnet hatte, wie wir das gelesen haben in Johannes. Und dann kommt der Morgen. Wer liest?
Und am frühen Morgen fassten die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat sogleich einen Beschluss, und sie banden Jesus und führten ihn weg und überlieferten ihn dem Pilatus.
Also auch da ist es nicht mal ein ganzer Vers, der die eigentliche Gerichtsverhandlung beschreibt. Hier haben wir noch das Detail: nicht nur am Morgen, sondern am frühen Morgen, ja?
Und schließlich Lukas 22. Da ist es noch ein bisschen ausführlicher. Aber jedes Mal wird festgehalten: Erst als der Tag kam, wurde diese eigentliche Verhandlung durchgeführt. 22, Vers 66 und folgende. Wer liest?
Und als es Tag wurde, versammelte sich die Ältestenschaft des Volkes, Hohepriester wie Schriftgelehrte, und führten ihn hin in ihren Hohen Rat und sagten: Wenn du der Christus bist, so sage es uns. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich es euch sage, so würdet ihr nicht glauben; wenn ich aber fragen würde, so würdet ihr mir nicht antworten. Von nun an aber wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht Gottes. Sie sprachen aber alle: Du bist also der Sohn Gottes? Er aber sprach zu ihnen: Ihr sagt, dass ich es bin. Sie aber sprachen: Was brauchen wir noch Zeugnis, denn wir selbst haben es aus seinem Mund gehört. Und die ganze Menge derselben stand auf, und sie führten ihn zu Pilatus.
Also sie mussten das Morgenlicht abwarten, und dann führten sie ihn, wie es hier heißt, in ihr Synedrium oder zum Hohen Rat. Das war der Gerichtssitz im Tempel, in der Südostecke des Tempelplatzes. Man kann also diesen Ort ganz genau lokalisieren auf dem Tempelplatz heute, wo der Hohepriester den Herrn Jesus zum Tod verurteilt hat, eben informellerweise.
Eindrücklich: nicht irgendwo, wie zuerst die informellen Verhandlungen, die waren im Priesterquartier, das befindet sich also im Bereich der heutigen Altstadt von Jerusalem beziehungsweise noch etwas außerhalb der Stadtmauer, weil die Stadtmauer heute etwas anders verläuft als damals, aber da bei der Altstadt. Aber der Hauptsitz war im Tempel, das heißt, am Ort der Opfer. Da verurteilte der oberste Opfer, der Hohepriester, den Herrn Jesus, den Messias, zum Tod, und so wurde er das wahre Opfer, das all diese symbolischen Tieropfer erfüllte.
Aber wir sehen, das war nur noch eine Pseudoverhandlung. Alles war nachts und illegal bereits durchgeführt worden, und dann wurde der Herr überliefert an Pilatus, weil die Juden damals kein Recht mehr hatten auf die Ausübung der Todesstrafe. Die Römer hatten ihnen das abgenommen. Es gab nur eine Ausnahme: Wenn Nichtjuden im Tempel die Zwischenwand der Umzäunung, diese Trennmauer, die Juden von Heiden trennte, überschritten, dann hatten die Juden das Recht, auf der Stelle ohne Gerichtsverhandlung die Todesstrafe auszuüben. Das war der einzige Fall.
Und deshalb konnten sie nur das Urteil aussprechen, aber die Ausführung sollten die Römer verfügen, und so kam der Herr zu Pilatus.
Die Verhandlung bei Pilatus zerfällt in zwei Phasen, und das sieht man nur im Lukasevangelium. Wir können das kurz aufschlagen: Lukas 22. Lesen wir doch gleich 23, zunächst 23,1-12.
Und sie führten ihn zu Pilatus, sie fingen aber an, ihn zu verklagen und sagten: Diesen haben wir befunden als einen, der unsere Nation verführt und sie davon abhält, dem Kaiser Steuern zu geben, indem er sagt, dass er selbst Christus, ein König, sei. Pilatus aber fragte ihn und sprach: Bist du der König der Juden? Er aber antwortete ihm und sprach: Du sagst es. Pilatus aber sprach zu den Hohen Priestern und der Volksmenge: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. Sie aber bestanden darauf und sagten: Er wiegelt das Volk auf und lehrt durch ganz Judäa hin, angefangen von Galiläa bis hierher.
Als aber Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei, und als er erfahren hatte, dass er aus dem Machtbereich des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der auch selbst in jenen Tagen in Jerusalem war. Als er aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr, denn er wünschte schon seit langer Zeit, ihn zu sehen, weil er vieles über ihn gehört hatte, und er hoffte, irgendein Zeichen durch ihn geschehen zu sehen. Er befragte ihn aber mit vielen Worten, er jedoch antwortete ihm nichts. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten standen nun auf und verklagten ihn heftig. Als aber Herodes mit seinen Kriegsleuten ihn geringschätzig behandelt und verspottet hatte, warf er ihm ein glänzendes Gewand um und sandte ihn zu Pilatus zurück. Pilatus und Herodes aber wurden an diesem Tage Freunde miteinander, denn vorher waren sie gegeneinander in Feindschaft.
Ja, also Pilatus soll das Urteil sprechen. Und sobald Pilatus realisiert, dass der Jesus sehr intensiv eben in Galiläa gewirkt hatte, dachte er, er könnte sich aus dieser schwierigen Affäre herausziehen, weil Pilatus ja nur Landpfleger für Judäa war, das ist Südisrael, aber Galiläa, Nordisrael, war unter der Herrschaft von Herodes Antipas. Das war ein Sohn von Herodes, dem Kindermörder von Bethlehem.
Herodes, der Kindermörder, starb ja kurz nach der Geburt Jesu, nämlich noch bevor die Eltern mit dem Kind wieder aus Ägypten zurückgekehrt waren. Und dieser Herodes-Sohn herrschte als römischer Unterkönig über Galiläa. Und so hoffte Pilatus, er könnte diesen Fall abschieben auf Herodes Antipas.
Herodes war, haben wir gelesen, im Praetorium. Das Praetorium befand sich damals beim heutigen Jaffator in Jerusalem, das sage ich für die, die schon in Jerusalem waren. Dort befindet sich ja das Stadtmuseum von Jerusalem, das Davidsturm-Museum. Und einer der drei gigantischen Türme, die es dort beim Praetorium gab, ist heute noch dort sehr gut zu sehen, gehört zu den besterhaltenen Überresten aus der Zeit Jesu in Jerusalem.
Also als Wahrzeichen steht dieser Turm immer noch. Es war nämlich so: Im Jahr 70 nach Christus, als die Römer ganz Jerusalem dem Erdboden gleichmachten, da hat Titus, der Oberbefehlshaber der römischen Armee, gesagt, diese Türme beim Praetorium, die soll man stehen lassen, damit die Nachwelt einmal sehen würde, dass Jerusalem nur zerstörbar war durch die Hilfe der Vorsehung. So sprach er von der göttlichen Vorsehung. Gut, da braucht es nicht sehr viel Glaube, das konnte ja auch Hitler, nicht? Aber er hat doch so gesprochen, und deshalb ist wenigstens einer dieser drei Türme so gut erhalten, auch heute noch. Ist das Wahrzeichen für den Ort, wo der Herr Jesus eben durch die Heiden zum Tod verurteilt wurde.
Aber wie gesagt, Pilatus war in dem Praetorium ansässig. Das war übrigens früher der Palast von Herodes, dem Kindermörder von Bethlehem, ein wunderbarer, gigantischer Palast in Jerusalem. Aber als die Römer eben Judäa zu einer Provinz erklärten unter einem Landpfleger, das war im Jahr 6 nach Christus, da konnten eben die Herodes-Söhne das Feld räumen, und so wurde der Palast das römische Praetorium.
Aber wo sind denn die Herodes-Nachkommen hin? Es gab noch auf halbem Weg zwischen dem Praetorium beim Jaffator und dem Tempelberg, auf halbem Weg, einen Palast. Das war der Palast der Makkabäer, also aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, und dort hat sich dann Herodes Antipas eingenistet. Eigentlich war er in Galiläa, aber für das große Fest des Passa kam er auch nach Jerusalem, und da hatte er, er war nicht im Hotel, sondern er war in seinem Makkabäerpalast.
Und so können wir also ganz schön lokalisieren, wo diese zweite Gerichtsverhandlung, die wir da in Lukas nun gefunden haben, stattgefunden hatte. Von dem Palast ist allerdings praktisch nichts mehr übrig, außer einigen riesigen Pflastersteinen, die im Hof des Palastes waren. Und zwar für die, die schon in Jerusalem waren: Das ist im jüdischen Quartier, da gibt es einen großen Platz ganz nahe bei der Churva-Synagoge, das ist diese zerstörte Synagoge, die noch als Denkmal an diese Gräueltaten der Jordanier im Krieg 1948 erinnert. Es sind eben immer noch die Pflastersteine von diesem Herodes-Antipas-Palast. Man kann also das sehr schön lokalisieren, auch heute noch.
Wie alt ist dieser Turm, der erhalten geblieben ist, oder wie alt war er vorher schon?
Der war von Herodes dem Großen selbst gebaut, also der ist über zweitausend Jahre alt, ja.
Ich habe noch eine Frage: Vers 10 steht die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, also Mehrzahl, Hohepriester.
Ja, immer wenn Hoher Priester in der Mehrzahl steht, müsste man besser übersetzen: die führenden Priester. Es gab ja nur einen Hohenpriester, aber es gab eine ganze Reihe von leitenden Priestern, und die werden im Neuen Testament eben mit dem Ausdruck Hohepriester in der Mehrzahl bezeichnet. Aber es wäre verständlicher, wenn man übersetzt: die führenden Priester, weil es gab immer nur einen Hohenpriester.
Ja, und wie wir gelesen haben, der Herr hat Herodes Antipas überhaupt keine Antwort gegeben. Das war übrigens der Herodes Antipas, der Johannes den Täufer enthaupten ließ. Der Mann hat schon eine ganz bewegte Geschichte hinter sich. Auch eine illegale Ehe ist eingegangen, und Herodes und Johannes der Täufer haben ihn ja immer wieder darauf angesprochen, Matthäus 14 spricht davon, und schließlich wurde ja deswegen Johannes der Täufer enthauptet.
Und Herodes Antipas wollte einfach mal so ein Zeichen, ein Wunderzeichen sehen, aber der Herr hat keine Show abgezogen, und es war so, dass die Gnadenzeit für diesen Mann offensichtlich abgelaufen war. Der Herr antwortet nichts mehr. Zu Lebzeiten! Das erinnert ganz an den Pharao in Ägypten, der sich sechsmal verhärtet hatte im Lauf der Plagen, und dann vom siebten bis zum zwölften Mal heißt es jedes Mal, dass Gott sein Herz verhärtete. Da war die Gnadenzeit abgelaufen. Und hier haben wir das auch so schlimm: Er aber antwortete ihm nichts, Lukas 23,9.
Und nach dieser völlig ziellosen Verhandlung wird der Herr dann eben wieder zurückgeschickt zu Pilatus, Vers 12. Also Herodes hat zuerst den Herrn verspottet, geringschätzig behandelt, hat ihm ein glänzendes Gewand umgeworfen. Ein glänzendes Gewand war das Gewand für einen Anwärter auf ein hohes Amt. Also der Spott bestand darin: Der möchte gerne König der Juden sein, ja. Und schließlich heißt es: und sandte ihn zu Pilatus zurück.
Und dann finden wir ab Vers 13 die zweite Phase bei Pilatus, die schließlich zur Kreuzigung führt. Und so können wir also unterscheiden die drei jüdischen Phasen bei dem führenden Priester Annas, dann bei dem Hohen Priester Kajafas, darauf im Sanhedrin, im Tempel, dann bei Pilatus, sodann bei Herodes Antipas im Makkabäerpalast und nochmals im Praetorium, und dann kommt die Kreuzigung und die Hinausführung nach Golgatha.
Wie ist der Vers 12 zu verstehen?
Johannes oder Lukas 22, Vers 12?
Ja, 12. Pilatus und Herodes werden Freunde.
Ja, es ist so: Die hatten also ein spannungsgeladenes Verhältnis, aber in dieser Sache der Verwerfung Christi werden sie plötzlich Freunde. Es ist ja oft so, dass Feinde Freunde werden können, wenn sie einen gleichen dritten Feind haben. In Verbindung mit der Verwerfung des Herrn Jesus Christus führt dazu, dass diese beiden Verfeindeten schlussendlich zusammenfinden. Ein grauenhafter Vers, der eben zeigt, wie Menschen Christus verwerfen können und dann Freunde werden.
Noch etwas?
Ja, dann gehen wir zurück zu Johannes. Es ging einfach darum, zu zeigen, wie die ganze Verhandlung umfassend ausgesehen hat. Ab jetzt wird ausführlicher beschrieben diese illegale Zusammenkunft bei Kajafas.
Vers 15, von dem anderen Jünger, das war Johannes, und der hatte offensichtlich ein ganz spezielles Verhältnis zu dem Hohenpriester Kajafas. Es wird hier bemerkt, Vers 15: Dieser Jünger aber war dem Hohen Priester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohen Priesters. Dieser andere Jünger kommt uns noch mehr vor; wir werden das später auch nochmals finden. Auch in Johannes 20 geht es auch wieder um Simon Petrus und den anderen Jünger.
Können wir das kurz aufschlagen? Da geht es um den Besuch des Grabes Jesu. Liest jemand Johannes 20,2?
Sie läuft nun und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus der Gruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Da ging Petrus hinaus und der andere Jünger, und sie gingen zu der Gruft.
Und damit bezeichnet sich eben der Schreiber selbst. Und so wird also deutlich, dass Johannes offensichtlich da in Kapitel 18,15 ein besonderes Verhältnis hatte zu Kajafas. Dieser Jünger aber war dem Hohen Priester bekannt und ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohen Priesters. Und durch diese Beziehung, die Johannes hatte, die offensichtlich persönlicher Art war, konnte dann auch Simon Petrus da in den Vorhof dieses Privathauses hineinkommen. Eigentlich tragisch: Jemand hat da irgendwie besondere Beziehungen, und durch diese Beziehung geht eine Tür auf, die aber Petrus zu Fall bringt. Das ist schon sehr tragisch.
Aber übrigens, dieser Bezug von Johannes zu dem Hohenpriester ist aus einem weiteren Grund noch interessant oder bemerkenswert, weil im Johannesevangelium haben wir immer wieder gemerkt, wie stark die Bezüge zum Tempel und zum Tempeldienst sind, wie viele Anspielungen da zu finden sind, die wir in anderen Evangelien nicht finden. Ich will nur erinnern: Ich bin das Licht der Welt, Johannes 8, da war der direkte Bezug zu den Leuchtern am Laubhüttenfest, die im Frauenvorhof brannten, nachts. Ich bin die Tür der Schafe, Johannes 10, da haben wir gesehen den direkten Bezug zu dem Schaftor im Norden des Tempels, wo man die Opfertiere hineinführte. Und am Eingang des Tempels gab es ja einen goldenen Weinstock, und daher sagt Johannes 15: Ich bin der wahre Weinstock. Und so weiter und so fort.
Wir haben ganz besonders viele Bezüge zum Tempel gefunden im Johannesevangelium, und wenn wir die Offenbarung dazunehmen, die Offenbarung ist voller Bezüge zum Tempel. Also man könnte sagen: ein richtiges Tempelbuch, die Offenbarung. Und das zeigt: Eben das kommt nicht von ungefähr, denn Johannes hatte auch eine ganz besondere Beziehung zum Tempel und zum Tempeldienst in Jerusalem.
Ja, sind bis dahin noch irgendwelche Bemerkungen oder Fragen?
Aber es wird nicht weiter erläutert in der Bibel, warum oder woher Johannes diese besondere Beziehung zum Hohen Priester hat. Was da war in der Vergangenheit, genau.
Noch etwas?
Was ja auch seltsam ist, ist, dass der Petrus da der Mittäterschaft immer bezichtigt wird, und man weiß nicht genau, ist es tatsächlich oder ist es nicht. Aber der Johannes, der müsste dann bekannt gewesen sein, dass er auch bei der Türhüterin oder wer sonst noch da ihm was vorwirft, denn da war ja kein Zweifel, dass es sich um den Johannes handelt, wenn die ihn kannten oder wenn das persönliche Verhältnis da war.
Ja, gut, aber irgendwie ist er in Kontakt mit Petrus gekommen, sie fragt Johannes gar nichts.
Eben, also entweder ...
Ja, das ist aber erstaunlich, dass diese Türhüterin nicht sagt: Hey, du musst doch gar nichts sagen, du wirst ja selber mit ihm durch die Lande gezogen. Das würde man ja irgendwie erwarten.
Ja, ja, ganz genau. Aber irgendwie ist er völlig ... der fällt gar nicht auf, ja, aber Petrus, er kommt in die Schlinge.
Nur kurz zu Vers 14: Wie kommt Kajafas zu dem Rat, dass es nützlich sei, dass ein Mensch für das Volk sterbe? Auf was für einer Grundlage bezieht es sich?
Das ist ein Rückbezug auf Johannes 11. Die Auferweckung von Lazarus hat die führenden Juden dermassen in Unruhe gebracht, dass sie darauf gleich eine Sanhedrinversammlung inszenierten. Lesen Sie Johannes 11,47 und folgende.
Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Hohen Rat ist also das Gleiche wie Synedrium oder hebräisch Sanhedrin. Und wenn es wieder heißt, die Hohenpriester, müsste man sagen: die führenden Priester. Ja, weiter.
Was tun wir, denn dieser Mensch tut viele Zeichen? Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben, und die Römer werden kommen und unsere Stadt wie auch unsere Nation wegnehmen.
Einer aber von ihnen, Kajafas, der jenes Jahr Hoher Priester war, wieder jenes Jahr, dieses schicksalshafte Jahr, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts und überlegt auch nicht, dass es euch nützlich ist, dass ein Mensch für das Volk sterbe und nicht die ganze Nation umkomme. Dies aber sagte er nicht aus sich selbst, sondern da er jenes Jahr Hoher Priester war, weissagte er, dass Jesus für die Nation sterben sollte, und nicht für die Nation allein, sondern dass er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins versammelte. Von jenem Tag an ratschlagten sie nun, um ihn zu töten.
Ja, bis dahin. Also es geht darum um diese Aussage. Kajafas dachte: Wenn wir diesen Jesus töten, dann bringt das gewissermaßen Sicherheit für uns als Nation, sonst werden die Römer alles kaputt machen. Aber Johannes erklärt, dass diese Aussage, es ist euch nützlich, dass ein Mensch für das Volk sterbe und nicht die ganze Nation umkomme, gleichzeitig eine göttliche Inspiration war, ohne dass er das wusste. Und damit hat er quasi die Weissagung ausgesprochen, dass Jesus für die Nation Israel sterben sollte. Also etwas ganz Seltsames, nicht wahr, dass Kajafas eigentlich ein ungläubiger Mensch war. Und er gehörte übrigens auch zu der Partei der Sadduzäer, das waren die Liberalen. Aber weil er das Amt des Hohen Priesters hatte, gab Gott ihm diese Weissagung ein, und er sprach dies aus, obwohl er eigentlich damit etwas anderes meinte. Das ist ja auch noch erstaunlich.
Darauf nimmt eben nun Johannes 18 nochmals Bezug, eben das war dieser Kajafas, der das so gesagt hatte, es sei nützlich, dass ein Mensch für das Volk sterbe.
Ist das so ähnlich wie Bileam, der das Volk Israel besegnete?
Ja, ganz genau. Auch dort haben wir dieses ganz Eigenartige, dass ein Mensch etwas sagt, das er eigentlich gar nicht sagen möchte. Gut, er hat schon gesagt, ich möchte nichts anderes verkündigen, als was Gott mir sagt, aber eigentlich wäre er interessiert gewesen, Israel zu verfluchen. Aber Gott hat das nicht erlaubt, und er wollte verfluchen, weil er wusste, dafür kriege ich Geld. Aber das war ein ganz übler Mensch, dieser Bileam.
Herr Jesus sagt doch, dass viele kommen und einmal sagen werden: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt. Ich sage euch, ich habe euch nie gekannt, weicht von mir, ihr Übeltäter. Ist da nicht Kajafas auch so? Sind wir da nicht auch gefährlich daran, dass er vielleicht ... aber er hat ja auch Weissagungen, oder? Und wenn er zu der Gruppe der Sadduzäer gehörte, klagte er ja auch nicht an der Auferstehung.
Ja, gut, in seinem Fall war es natürlich so, dass da eine Weissagung drin war, die effektiv von Gott kam, und er gehört tatsächlich zu denen, zu denen der Herr einmal sagen wird: Ich habe euch nie gekannt, ja? Weicht von mir, ihr Übeltäter. Aber die Stelle, die du anführst, hat noch eine andere Bedeutung. Schlagen wir mal auf Matthäus 7, da geht es im Zusammenhang um falsche Propheten. Ich meine, wir kommen gleich darauf, die Verse, die du angeführt hast, stehen in 21 bis 23. Aber gerade vorher, Vers 15, lies mal dazu Matthäus 7,15.
Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen; inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
Jawohl, es ist so: Die typische Prophetenkleidung in Israel waren Schafsfelle oder Ziegenfelle. So wird das übrigens beschrieben in Hebräer 11, wo die Propheten beschrieben werden als: Sie wurden versucht, starben durch den Tod des Schwertes, gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen, hatten Mangel, Drangsal, Ungemach, deren die Welt nicht wert war, umherirrend in den Wüsten und Gebirgen und Klüften und den Höhlen der Erde. Das sind die Propheten, die litten für ihre Botschaft, aber ihr Kennzeichen: sie gingen umher in Schafpelzen, in Ziegenfellen.
Und nun spricht der Herr hier über falsche Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, aber inwendig sind sie Wölfe. Das sind eben die falschen Propheten, die geben sich äußerlich aus, als wären sie Propheten, aber in Wirklichkeit sind sie nicht von Gott gesandt, sondern sie sind eine Gefahr, eine reißende Gefahr für das Volk Gottes.
Und nun in dem Zusammenhang liest noch Vers 21 bis 23.
Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!
Ja, also hier geht es einfach um die falschen Propheten. Aber bei Kajafas geht es nicht um einen falschen Propheten, sondern es geht um einen ungläubigen Hohenpriester, den Gott in seiner Souveränität für ein prophetisches Wort benutzt hatte. Und es wurde schon erwähnt, Bileam ist noch ein Parallelfall, dann Saul auch ein Parallelfall. Saul war kein wahrer Gläubiger. Und das sieht man übrigens auch daran, wenn man die Samuel-Geschichte liest: Saul spricht dauernd zu Samuel von „dein Gott, dein Gott“, nie kann er sagen „mein Gott“, wodurch die persönliche Beziehung zu Gott zum Ausdruck käme. Saul war ein Ungläubiger, aber Gott in seiner Souveränität hat ihn zeitweilig benutzt als Propheten. Und darum sollte man natürlich auch nicht diese Sauls-Geschichte benutzen, um irgendwelche Parallelen zu wahren Gläubigen zu ziehen, denn das ist wirklich eben dieser Sonderfall, wo Gott souverän und es sind ganz wenige in der Bibel ungläubige Menschen benutzt hat, dass sie prophetisch etwas sagen mussten.
Darf ich auch noch etwas dazu fragen?
Ja, gerne.
Da steht aber doch: Als er ging, verwandelte er sein Herz. Was heißt das?
Ja, das Herz ist ja das Zentrum der Persönlichkeit. Und Gott hat also Saul in dem Sinn umgewandelt, er hat plötzlich ganz, ganz andere Interessen gezeigt als sonst. Aber diese Umwandlung des Herzens war nicht eine Bekehrung oder eine Wiedergeburt, sondern eben Gott hat in seiner Souveränität diesen Mann verändert. Man kann das sehen auf der Linie wie Sprüche 21, Vers 1. Und das zeigt Gottes Souveränität und Macht über das menschliche Herz. Wer liest?
Die Wasserbäche sind das Herz eines Königs in der Hand des Herrn; wohin immer er will, neigt er es.
Ja, das reicht.
Verzeihung, was?
Neigt er es? Ja, wohin immer er will, neigt er es, das Herz. Ja, das zeigt: Gott ist so souverän, dass er eben Herzen lenken kann, wie er will. Und das ist natürlich wichtig, wenn wir auch für ungläubige Regenten beten. Man kann sagen: Ja gut, aber der hat doch eine solche SP-Einstellung oder der hat eine solche liberale Einstellung und so weiter. Ja gut, aber unabhängig davon kann Gott die Herzen lenken, wie er will. Und das ist natürlich eine Motivation für das Gebet. Wenn gerade in 1. Timotheus 2,1-4 gesagt wird, dass vor allen Dingen wir aufgerufen werden für Leute, die in hohen Ämtern sind, in der Regierung, für Könige, sollen wir beten, ja? Nützt das etwas, wenn die Herzen ja sowieso anders sind? Ja, es nützt etwas, denn Gott kann Herzen lenken, wie er will. Ganz wichtig, den Punkt wollte ich gerade ansprechen.
Jawohl, dass Gott also souverän eben die Weltgeschichte so führen kann, wie er will, auch wenn Menschenherzen ihm entgegen sind, wie ein Kajafas oder wie auch immer. Gott kann das. Aber es ist nicht so, dass Gott die Herzen lenkt und dann bekehrt sich einer entgegen seinem eigenen Willen. Also die Bekehrung kommt nur zustande, wenn der Mensch wirklich Gottes Ruf und Gottes Zug zur Umkehr annimmt, aber durch eine persönliche Entscheidung. Also die Bekehrung geschieht nicht so, dass wir beten können: Herr, verändere das Herz entgegen seinem Willen und dann komme zur Bekehrung. So nicht. Aber wenn wir beten für jemanden, der rebelliert, dann wird Gott den Zug auf ihn vergrößern. Aber das macht die Person natürlich auch verantwortlicher.
Wir können noch dazu lesen, Römer 2, Vers 4 und 5.
Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte und Geduld und Langmut und weißt nicht, dass die Güte Gottes dich zur Buße leitet? Nach deiner Störrigkeit und deinem unbußfertigen Herzen aber häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes, der einem jeden vergelten wird nach seinen Werken.
Jawohl, also Gott zieht, und es ist Gottes Güte, dass der Mensch zur Buße geleitet wird. Aber das führt den Menschen eben nicht automatisch zur Buße, sondern der Mensch muss diesem Zug nachgeben. Und wenn er nun nach Vers 5 störrig bleibt, nach einer Störrigkeit und einem unbußfertigen Herzen häuft er sich selber immer mehr Gottes Zorn auf. Und so bereitet sich der Mensch selber zu, zu einem Gefäß des Zornes. So werden die Menschen, die verloren gehen, genannt in Römer 9. Können wir das ganz kurz aufschlagen, weil da kann man auch nochmals etwas Wichtiges erklären. Römer 9, Vers 22.
Wenn aber Gott, willens seinen Zorn zu erzeigen und seine Macht kundzutun, mit vieler Langmut ertragen hat die Gefäße des Zorns, die zubereitet sind zum Verderben, und auch dass er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Begnadigung, die er zur Herrlichkeit zubereitet hat.
Ja, das reicht schon. Also hier wird in Vers 23 gesprochen von den Gefäßen der Begnadigung, die er zur Herrlichkeit zuvorbereitet hat. Aber in Vers 22 wird gesprochen über die Gefäße des Zorns, die zubereitet sind zum Verderben. Da wird nicht gesagt, wer das tut. Und beachte man: Es wird nicht gesagt, Gott bereitet sie zu zum Verderben. Aber Römer 2, Vers 5 erklärt: Sie tun es selber. Nach deiner Störrigkeit und deinem unbußfertigen Herzen häufst du dir selbst Zorn auf am Tag des Gerichts. Bereiten sich selber zu zum Verderben. Und wenn jemand errettet wird, dann ist es Gottes Werk, er tut das an ihnen.
Also die extrem calvinistische Lehre, die besagt, Gott hätte gewisse Menschen zuvor bestimmt zum Heil und andere zuvor bestimmt zur Hölle, das stimmt dann einfach nicht. Die Bibel sagt: 1. Timotheus 2,4, Gott will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 2. Petrus 3,9, welcher nicht will, dass irgendwelche verloren gehen, sondern dass alle zur Buße kommen. Also das ist Gottes Wille, und darum zieht er auch an jeden Menschen.
Karl Calvin selber war nicht so extrem, er hat gesagt, alle Menschen sind verloren, und Gott habe in seiner Souveränität einen Teil aus diesen Verlorenen erwählt, um sie aus dem Verderben herauszuziehen. Aber er sagte nicht in seiner Institutio, er hätte selber die Verlorenen zum Verlorengehen bestimmt. Er sagt, die sind selber schuld, die sind verloren und sie wollen auch nichts wissen von Gott. Aber Gott hätte eben einen Teil herausgenommen. Indem lehrte er nicht eine doppelte Prädestination. Aber auch das ist nicht biblisch, weil die Bibel uns zeigt: Gott liebt die ganze Welt, hat seinen Sohn gegeben, Johannes 3,16. Er will, dass alle zur Buße kommen. Aber das geht nicht automatisch. Wenn Gott jeden Menschen sieht, aber wenn der einzelne Mensch dem widersteht, dann bereitet er sich selber zu zu einem Gefäß des Zornes, und er geht verloren. Aber er hätte die Möglichkeit gehabt, errettet zu werden. Während der ursprüngliche Calvinismus und der extreme spätere Calvinismus beide leugnen das, dass alle Menschen die Gelegenheit gehabt hätten, errettet zu werden.
Aber es ist wichtig, dass wir das klar sehen, und der Herr Jesus sagt in Matthäus 23: Wie oft habe ich euch versammeln wollen, an Jerusalem gerichtet, und ihr aber habt nicht gewollt. Also das scheitert an der Verantwortung des Menschen, wenn jemand verloren geht.
Ich hätte noch eine Frage: Wie passt es denn da zusammen mit Johannes, was wir im Kapitel vorher gelesen haben, die du mir gegeben hast, und auch mit Offenbarung, dass die Zahl noch nicht voll ist? Also gibt es doch dann irgendwo irgendeine Zahl, die erfüllt werden muss, und es können ja nicht alle sein.
Es ist ja so, dass es heißt in Römer 8, dass Gott diejenigen, die er zuvor erkannt hat, die hat er zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu werden. Gebt die Schelle an. Also da haben wir die Prädestination, das ist eine biblische Sache. Aber der Prädestination, der Zuvorbestimmung, geht die Vorkenntnis Gottes voraus, das ist Römer 8,29: welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt. Also Gott in seiner vollkommenen Allwissenheit weiß im Voraus, welche Menschen die Gnade Gottes annehmen werden und welche sie verwerfen. Und darum: Diejenigen, die er zuvor erkannt hat, will sagen, dass sie die Gnade annehmen, die hat Gott zuvor bestimmt, die sollen seine Söhne werden, seine Kinder werden. Die hat er zur Sohnschaft zuvor bestimmt.
Das Gleiche haben wir auch in 1. Petrus 1,2. Dort heißt es: auserwählt nach Vorkenntnis Gottes. Und Vorkenntnis ist dort Prognosis, was wir von der Wetterprognose her kennen. Und wir wissen, die Wetterprognose bestimmt nicht, welches Wetter am Dienstag oder Mittwoch kommen wird, die bestimmt nicht, dass dann das Föhnhoch zusammenbrechen wird, ja. Sondern sie erkennen das im Voraus. Und so ist die Vorkenntnis Gottes. Sie hat keinen Einfluss auf die Entscheidung des Menschen. Gott hat uns Menschen nicht als Marionetten geschaffen, sondern in seinem Bild, das heißt als Wesen mit einer eigenen Persönlichkeit, einem eigenen Willen. Und darum hat der Mensch die Möglichkeit, Gottes Gnade zu verwerfen. Aber Gott weiß das im Voraus, und darum hat er diejenigen, die er zuvor erkannt hat, dass sie sich bekehren würden, die hat er zuvor bestimmt und hat eben auch diejenigen dann seinem Sohn als Geschenk gegeben. Das ist dann Johannes 17, die, welche du mir gegeben hast. Das sind die Auserwählten, aber aufgrund der Vorkenntnis Gottes.
Aber bitte, wie passt es dann zusammen mit 16, 31. August. Geschichte? So wirst du errettet werden, du und dein Haus. Was ist dort das Problem? Dann sagt er ja zu, meine Kinder werden auch errettet, so verstehe ich das.
Ach so, ja. Aber Frage: Ist das in jedem Fall so? Ich bin unzulänglich, weiß ich. Es ist so, dass viele Familien erleben: Die Eltern waren bekehrt, und alle Kinder bekehren sich. Da könnten wir viele Beispiele erwähnen. Aber man könnte auch viele Beispiele erwähnen, ja, ein Teil bekehrt sich, einer nicht. Oder dass sich sogar keiner bekehrt. Hier hat Paulus diesem Gefängniswärter so gesagt, aber nirgends in den Lehrbriefen haben wir irgendeine Aussage, dass es eine Verheißung gibt, wenn man selber sich bekehrt, dass dann automatisch die Familie auch noch bekehrt wird. Also in dem Sinn müsste man das hier als ein prophetisches Wort des Apostels an den Kerkmeister auffassen. Anders wäre es, wenn so etwas in den Lehrbriefen stehen würde, wo wirklich gelehrt wird, dass die Auserwählten die Zusage haben, dass auch ihr Haus mit errettet wird.
Ich denke auch, die Bekehrten sind ja nicht alle bis zum Schluss bekehrt, es gibt ja Menschen, die vom Glauben wieder abfallen, auch das weiß der Herr.
Ja gut, aber dann müssen wir natürlich sagen, diejenigen, die wieder abfallen, da muss man sagen, dass die aber auch nie wiedergeboren waren, denn die Wiedergeborenen bekommen von Gott die Gnade der Beharrung nach 1. Petrus 1,5, dass sie durch Gottes Kraft durch Glauben bewahrt werden bis zum Ende. Aber in Lukas 8 sehen wir die Menschen, die entsprechend dem steinigen Boden, wo der Same drauf fällt, aufgeht und dann verdorrt, sagt der Herr, das sind die, die das Wort mit Freude aufnehmen, sie glauben für eine Zeit. Und dann fallen sie ab. Aber das war nicht die gute Erde. Das ist natürlich nicht das Gleiche wie Wiedergeburt.
Gut, aber jetzt sollten wir doch ein bisschen Kuchen essen.
Ja, wir sollten uns noch damit auseinandersetzen, wie Petrus seinen Herrn hier verleugnet hatte. Wir haben schon gesehen: Durch Johannes ging ihm überhaupt die Tür zu Kajafas auf, aber das war für ihn ein gefährlicher Ort. Er kam hier in eine Versuchungssituation, in der er schließlich bereit war, den Herrn zu verleugnen, als würde er ihn nicht kennen. Da müssen wir nochmals aufschlagen, Johannes 13, wo der Herr am Vorabend das bereits vorausgesagt hatte. Lesen wir 13,36 und folgende?
Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete ihm: Wohin ich gehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht folgen; du wirst mir aber später folgen. Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Mein Leben will ich für dich lassen. Jesus antwortet: Dein Leben wirst du für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast.
Jawohl, und das hat sich so erfüllt. Also Petrus wollte, war bereit, sein Leben für den Herrn einzusetzen, aber schließlich war er nicht einmal bereit, sich zu ihm zu bekennen, in der Zeit, wo der Herr eben vor diesem illegalen Gericht stand.
Aber in Lukas 22 finden wir etwas sehr Schönes. Der Herr Jesus hat ihm auch vorausgesagt, dass es eine Wiederherstellung geben wird. Lukas 22,31 und 32.
Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen; ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dich einst bekehrst, so stärke deine Brüder.
Ja, oder ich würde hier nicht übersetzen „bekehrst“, sondern „bist du einst zurückgekehrt“. Bekehrt war er ja schon, aber zurückgekehrt von seinem Fall. Und du bist du einst zurückgekehrt, so stärke deine Brüder. Also der Herr hat seinen Fall vorausgesehen, hat auch gesehen, wie Satan sich ganz besonders für die Jünger interessiert: Er hat euch begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. Aber durch diese ganze Prüfung wurde deutlich, dass sie eben doch echte Gläubige waren, echt wiedergeboren. Und darum konnte Petrus auch wiederhergestellt werden und umkehren.
Aber wir sehen, der Herr hat für ihn gebetet, dass sein Glaube nicht aufhöre. Wenn es von uns abhängen würde, ob wir bis zum Ende festhalten, dann wäre kein Verlass. Aber der Herr betet für uns. Von ihm her kommt die Kraft, dass der Glaube bis ans Ende gehen kann. Und so lesen wir in 1. Petrus 1,5 eben über diese Gabe des Beharrens, die Gott den Wiedergeborenen gibt. Es geht ganz klar um Wiedergeborene, denn in 1. Petrus 1,3 steht: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der nach seiner großen Barmherzigkeit uns wiedergeboren hat. Ja, und dann heißt es von diesem Vers 5, bitte jemand anders.
Wie ihr an der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet, zur Rettung, die bereitsteht, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden.
Jawohl, durch Gottes Kraft steht bei Ihnen oder, alte Elberfelder, durch Gottes Macht. Also die Ursache des Bewahrtwerdens bis zum Schluss, bis in die Endzeit, diese Ursache ist Gottes Macht, Gottes Kraft, und es geschieht durch Glauben, ja, durch Gottes Macht, durch Glauben. Und so konnte der Glaube eben erhalten bleiben in Petrus. Ich habe für dich gebetet, dass sein Glaube nicht aufhöre. Aber es war nicht sein unaufhörlicher Glaube, der ihn zurückgebracht hat, sondern es war Gottes Macht, die den Glauben erhielt in Petrus und auch in uns, so dass wir zum Ziel kommen können.
Dazu noch eine Stelle aus Hebräer 3. Nicht wahr, im Petrusbrief wird ausdrücklich zu Wiedergeborenen gesprochen, 1. Petrus 1,3, ja. Aber im Hebräerbrief wird das nicht so gesagt, dass alle Adressaten eben als wiedergeboren gesehen werden. Aber alle sind Bekenner, bekennen sich alle zu Christus. Und da lesen wir in Hebräer 3,6, bitte.
Christus aber als Sohn über sein Haus, sein Haus sind wir, wenn wir die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung bis zum Ende standhaft festhalten.
Ja, also Christus und sein Haus, sein Tempelhaus. Und hier wird erklärt: Wir sind sein Tempelhaus. Aber wie zeigt sich das? Wenn wir eben den Glauben, die Freimütigkeit und den Ruhm der Hoffnung, wird das hier genannt, bis zum Ende standhaft festhalten, dann sind wir echt. Aber er sagt: Wir sind sein Haus, wenn wir ... er sagt nicht: Wir sind sein Haus, aber gewisse erreichen nicht das Ziel. Wir sind sein Haus, wenn wir bis zum Ende festhalten. Also wenn wir nicht bis zum Ende festhalten, waren wir nicht sein Haus. Das ist die logische Umkehr.
Dasselbe nochmals in Kapitel 3, Vers 12 und 13.
Sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es heute heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde; denn wir sind Teilhaber des Christus geworden, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten.
Ja, das reicht. Also wir sind Genossen des Christus geworden, wenn wir eben diese Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten. Aber wir sind nicht seine Genossen geworden, wenn wir das nicht tun. Wir sind nur seine Genossen geworden, wenn wir bis zum Ende festhalten. Aber wenn wir nicht bis zum Ende festhalten, dann waren wir nie seine Genossen.
Und darum kann man sagen: Wiedergeborene, die werden das Ziel erreichen, denn durch Gottes Kraft werden sie bewahrt. Aber jemand, der glaubt, an Gott glaubt, an die Bibel glaubt, aber nicht eine wirkliche Bekehrung, auf die Gott mit der Wiedergeburt antwortet, erlebt hat, dann ist es so wie in Lukas 8: auf das Steinige gesät, sie nehmen das Wort mit Freude auf, und sobald Verfolgung kommt oder andere Dinge, dann hört der Glaube auf, sie glauben für eine Zeit. Das ist der Unterschied. Und in Petrus haben wir so ein schönes Beispiel: Ein wahrgläubiger kann fallen, aber der Herr führt ihn eben zur Umkehr und stellt ihn wieder her. Ich habe gebetet, dass sein Glaube nicht aufhöre.
Und der Gegensatz zu Petrus ist eben Judas, der nie mehr zurückgekommen ist. Aber der Herr sagte von Judas in Johannes 17,12, können wir das nochmals lesen:
Als ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ist verloren als nur der Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt würde.
Jawohl, das ist Judas, dieser Sohn des Verderbens, aber er gehörte nicht zu denen, von denen der Herr sagen konnte, sie sind ihm vom Vater geschenkt worden. Johannes 13,11 ist auch so eine Stimmung in Bezug auf Judas.
Ja, ganz genau. Denn er kannte den, der ihn überlieferte, und darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.
Jawohl. Vers 10 vorher: Und ihr seid rein, aber nicht alle. Ganz genau.
Eindrücklich ist also, wie der Herr zur gleichen Zeit, wo Petrus ihn verleugnet, so würdig reagiert. Nicht wahr? Wir haben diese Bemerkung in Vers 22: Als einer aber dies sagte, gab einer der Diener, der dabeistand, Jesus einen Backenstreich und sagte: Antwortest du also dem Hohen Priester? Und der Jesus, der ja in der Bergpredigt gelehrt hat: Wenn man dich auf eine Backe schlägt, biete die andere dar, er antwortet so würdevoll: Wenn ich übel geredet habe, so gib Zeugnis von dem Übel; wenn aber recht, was schlägst du mich? Der Herr hat in der Bergpredigt damit gezeigt, wenn uns Unrecht getan wird, sollen wir kein Unrecht tun, sondern lieber bereit sein, noch weiteres Unrecht zu bekommen. Hier zeigt er, wie er in einer solchen Situation reagiert hat. Er hat nicht einfach geschwiegen, sondern hat würdevoll gesagt: Ja gut, wenn das nicht richtig war, dann bitte erklärt es. Und wenn es richtig war, warum dann diese entwürdigende Handlung? Also sehr eindrücklich, wie wir so von dem Herrn lernen können.
Und bedenken wir, das war also immer noch die illegale Verhandlung, die eigentliche Verhandlung war ja nur ganz, ganz kurz. Und dazu noch ein Wort aus Jesaja 53. Das wollte ich eigentlich früher schon anführen. Jesaja 53, Verse 7 und 8, bitte.
Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern, und er tat seinen Mund nicht auf. Aus Drangsal und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über sein Geschlecht nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
Jawohl, also in Vers 7 wird gezeigt, wie der Herr Jesus eben vor Gericht sein sollte wie ein Lamm, das sich nicht wehrt, wenn es zur Schlachtung geführt wird. Und Vers 8 sagt, er ist hinweggenommen oder lakach kann man hier übersetzen: Er ist herausgerissen worden aus der Angst und aus dem Gericht. Das drückt aus, dass dieser ganze Prozess, der hier als Angst und Gericht bezeichnet wird, das war ein Schnellverfahren, durch das er in kürzester Zeit hindurchgerissen worden war.
Darum wird dann die Frage gestellt: Und wer wird sein Geschlecht aussprechen oder beschreiben? Wer beschreibt diese Bosheit dieser Generation, die jetzt vertreten in dem Hohen Rat den Messias nicht einmal ein anständiges, richtiges Gericht gewährt hatte? Da wird erklärt: Denn er wurde abgeschnitten aus dem Land der Lebendigen. Man hatte von vornherein festgelegt, dass er sterben sollte. Und dabei sagt der Talmud, wenn es um Leben und Tod geht, durfte man nicht im Voraus schon die Strafe festlegen, aber es war bereits alles abgesprochen.
Und darum: Wer kann dieses Geschlecht beschreiben? Denn er wurde abgeschnitten aus dem Land der Lebendigen. Und dann wird erklärt: Aber das hatte alles seinen Sinn. Denn er sollte für Israel sterben, einer für die Nation. Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
Im Judentum hat man früher und auch noch im Talmud dieses Kapitel auf den Messias bezogen, aber dann später im Mittelalter haben berühmte Ausleger die Auslegung geändert und gesagt, der Leidende hier, das ist nicht der Messias, sondern das ist Israel, das so viel leiden musste von den Völkern. Das waren also Ausleger wie Raschi, Abrabanel, die haben das so auch zugegeben, dass ihre Interpretation anders ist als die früheren Rabbis. Und natürlich, denn dieses Kapitel ist immer das Kapitel, mit dem man am einfachsten einem Juden beweisen kann, dass Jesus der Messias ist. Es ist auch so, dass von den etwa dreihunderttausend bekehrten Juden heute für die meisten dieses Kapitel ein Schlüsselkapitel zur Bekehrung war.
So haben wir also das geändert, aber jetzt kann man hier gerade erklären: Das geht ja gar nicht. Es heißt hier: Wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen. Also der kann nicht das Volk repräsentieren. Er wird ja hier vom Volk unterschieden, er stirbt stellvertretend für das Volk Israel. Er kann also nicht das Volk sein, sondern es ist der Messias.
Ja, dann gehen wir noch weiter zum Schluss, die Verhandlung dann im Praetorium. Ab Vers 28 wird ja hier gesagt, es war frühmorgens. Es war also immer noch frühmorgens. Die haben ja die Gerichtsverhandlung frühmorgens angesetzt im Sanhedrin und dann ihn zu Pilatus gebracht. Und da war es immer noch frühmorgens. Also das zeigt uns, wie schnell wirklich die Verhandlung gegangen ist. Man könnte sagen: Ja gut, Matthäus beschreibt es einfach nur ganz kurz und Markus auch, aber nein, es war auch ganz kurz. Eine reine Alibiübung war das.
Und da wollen sie ja nicht ins Praetorium hineingehen, die bleiben also außerhalb dieses Palastes, weil sie so ganz schön die Pflichten erfüllen möchten. Und das ist sarkastisch, wenn man denkt: Sie wollen äußerliche Reinheitsvorschriften einhalten, aber gleichzeitig verwerfen sie den Gott Israels. Denn Jesus Christus, der Messias, war der Gott Israels, der Mensch geworden war, der ihnen die Tora gegeben hat mit diesen Reinheitsvorschriften. Und es ist so sarkastisch: Sie wollen die Reinheitsvorschriften einhalten, während sie den Gesetzgeber verwerfen und den Gesetzgeber mit einem Pseudoprozess zum Tode bringen.
Und im Prinzip ja nur, weil sie Angst hatten, wie wir ja aus der vorherigen Stelle gelesen haben, als er Lazarus aufgeweckt hat, da waren sie der Meinung, der muss weg, weil er sonst das ganze Volk auf sich zieht?
Ja, ganz genau, ganz genau.
Aber wieso wären sie unrein geworden? Sie wollten nicht ins Praetorium, um nicht unrein zu werden. Was heißt das?
Ja, weil sie Angst hatten, dass sie irgendwie, weil das war ein heidnisches Gebäude, und sie hatten Angst, dass sie irgendwie ihre rituelle Reinheit verlieren könnten, wenn sie da mit rituell unreinen Dingen in Kontakt kämen. Darum blieben sie draußen, denn alle hatten sich ja vor der Passawoche mit Ritualbädern gereinigt. Nicht wahr? Das haben wir gelesen in Johannes 11,55. Wer liest?
Und viele aus der Gegend gingen hinauf nach Jerusalem vor dem Fest, dass sie sich reinigten.
Jawohl, und diese Reinigung bestand eben in Ritualbädern, und am Abend des Tages, an dem man das Ritualbad nahm, war man dann rituell rein und konnte in den Tempel gehen, konnte das Passa essen usw. Und wenn man einen Toten berührt hatte, ging das ganze Reinigungsritual noch länger, da dauerte es eine ganze Woche. Darum wollten sie nicht hineingehen, jetzt heißt es aber hier, auch dass sie sich nicht verunreinigten, sondern das Passa essen möchten.
Aber das Passa war doch schon am Vorabend! Der Herr hatte doch das Passa mit den Jüngern gegessen! Aber einen Tag vorher! Am Donnerstagabend, nicht?
Ja, aber er sagte ja, er nahm es früher. Steht das?
Das ist nicht möglich, weil nach 4. Mose 9 dort wird erklärt, dass man das Passa unter Todesstrafe nicht an einem anderen Datum essen darf als an dem vorgeschriebenen. Also der Herr hat sich immer an das Gesetz gehalten. Er hat ja gesagt in Matthäus 5,17: Ich bin nicht gekommen, das Gesetz aufzulösen, sondern es zu erfüllen. Er hat sich immer an das Gesetz gehalten, nicht unbedingt an die Auslegung, die falsche menschliche Auslegung des Gesetzes, aber an das Gesetz selber hat er sich immer gehalten. Das Gesetz, das er selber am Sinai gegeben hatte, unter das hat er sich als Mensch gestellt. Also hat er mit den Jüngern richtig das Passa gegessen.
Und nun gab es natürlich ein Problem mit dieser Stelle, da sagte man: Ja, da muss irgendetwas geschehen sein. Entweder hat der Herr das zu einem anderen Datum gegessen oder sie waren in ihrem Kalender verirrt, aber das Ganze erklärt sich ganz einfach.
Gar eine andere Zeitrechnung, stimmt es im Norden und im Süden?
Nein, das hat nichts damit zu tun, nein, nein, nein, nein. Das geht nicht, wenn die einen von morgens bis abends und die anderen abends bis morgens rechnen? Nein, das war immer, das ganze Judentum hat immer am Vorabend den neuen Tag gerechnet.
Nein, das löst sich ganz einfach. Es gab am zweiten Tag des Passa, da brachte man ein Friedensopfer da im Tempel, und dieses Friedensopfer durfte man essen. Auch ein Teil. Wie das Passalam, das man am ersten Tag des Passa gegessen hat, so hat man am zweiten Tag eben das Friedensopfer gegessen, und dieses Friedensopfer wird im Talmud genannt auch Pessach. Auch Passa. Also hier geht es eben nicht um das Passalam, sondern um das Passafriedensopfer, das sie am zweiten Tag essen wollten.
Entschuldigung, aber das war alles unter dem Gesichtspunkt Passa.
Ja, weil die ganze Woche hieß ja Passawoche, also mit dem eigentlichen Passafest und dann dem anschließenden Fest der ungesäuerten Brote, das nannte man die Passawoche. Zum Passa, aber es ist nicht das Lamm, sondern das Friedensopfer.
Sprich für uns jetzt der Karfreitag.
Das ist jetzt Karfreitag, ganz genau. Also man muss da überhaupt nichts am Kalender ändern. Die traditionelle Auffassung ist wirklich in Übereinstimmung mit dem Text der Evangelien.
Und dann sehr eindrücklich ist dieses Zwiegespräch des Herrn Jesus mit Pilatus. Sehen wir im Fall von Herodes Antipas, dort hat der Herr nicht mehr gesprochen. Dort war die Gnadenzeit vorüber. Aber im Fall von Pilatus, da hatte er eine Möglichkeit. Und wenn er fragt: Bist du der König der Juden, Vers 33, da antwortet der Herr: Sagst du dies von dir selbst, oder haben dir andere von mir gesagt? Und da will also der Herr ihn herausfordern, dass er dazu Stellung nimmt, wenn er schon diesen Ausdruck benutzt „König der Juden“, was ja eben ein Titel für den Messias sein sollte.
Und wir sehen, Pilatus will sich sofort aus der Affäre hinausziehen: Ich bin doch kein Jude, ja, das geht mich alles gar nichts an. Das ist deine Nation, und die führenden Priester, die haben dich mir überliefert. Also er will die Frage nach dem König der Juden gar nicht an sich herankommen lassen. Aber er hatte die Gelegenheit. Und er fragte nochmals, Vers 37: Also, du bist ein König? Er sagt nicht mehr König der Juden, ja, also du bist ein König. Ja. Und wenn der Herr sagt: Du sagst es, dass ich ein König bin, haben gewisse Gemeinden das bedeutet: Du sagst es. Ich sage das nicht, oder? Auch bei der anderen Frage: Bist du der Messias? Vor Kajafas in Matthäus 26 sagte der Herr Jesus: Du hast es gesagt. Und manche haben gedacht, das heißt: Du hast es gesagt. Aber ich sage das nicht, oder?
Nun, ich kann das bestätigen von der griechischen Grammatik. Das wird sogar ausdrücklich in einem Artikel behandelt in der Standardgrammatik von Blass-Debrunner zum neutestamentlichen Griechisch. Dieser Ausdruck „Du sagst es“ ist die griechische Ausdrucksweise, um zu sagen: Jawohl! Also zum Beispiel auch an der Stelle, die wir heute gelesen haben: Bist du der Sohn Gottes in Lukas 22, und der Herr sagt: Du sagst es. Dann heißt das eben: Ja, wirklich, ich bin der Sohn Gottes. Das ist sehr wichtig, weil es gibt Leute, die sagen, Jesus hat nie von sich gesagt, er sei der Sohn Gottes. Das haben nur seine Anhänger, und später hat die Kirche das ihm angehängt. Nein, vor Gericht wurde ihm vor dem Sanhedrin in Lukas 22 am Schluss gesagt: Bist du der Sohn Gottes? Und er sagt: Du hast es gesagt. Jawohl! Und aufgrund dieses Jawolls wurde er zum Tod verurteilt. Also weil er sich Sohn Gottes nannte, wurde der Herr Jesus gekreuzigt. Das war nicht die spätere Kirche, die ihm das irgendwie angehängt hätte.
Also auch hier: Du sagst es, dass ich ein König bin. Da bestätigte der Herr Jesus sein Königtum, erklärt aber im gleichen Zusammenhang, dass sein Reich nun nicht von dieser Welt ist, und darum sollten seine Jünger auch nicht kämpfen. Hier haben wir diese ganz wichtige Grundlage für die Zwei-Reiche-Lehre, wie Luther sie formuliert hat. Luther hat also unterschieden zwischen dem irdischen Reich und der irdischen Regierung und dem Reich Gottes, das man eben nicht miteinander vermischen soll. Und wenn man das miteinander vermischt, dann begeht man schwere Irrtümer.
Also der Jesus hat gesagt, seine Jünger sollten nicht mit dem Schwert kämpfen. Als Petrus es trotzdem tat, wurde er zurechtgewiesen, Johannes 18,10-11: Stecke das Schwert in deine Scheide. Und so hat Luther klar gelehrt: Die Regierung, die hat die Schwertgewalt, Römer 13, Gott hat der Obrigkeit das Schwert gegeben, aber die Gemeinde, die zum Reich Gottes gehört, die hat keine Schwertgewalt. Aber was hat die katholische Kirche gelehrt ab dem fünften Jahrhundert? Eben, dass die Kirche die Macht hat auch über das Schwert, und aufgrund davon wurden all diese Gräueltaten in späteren Jahrhunderten begangen.
Aber wichtig ist, dass der Herr sagt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, und darum haben seine Jünger kein Recht, als Jünger das Schwert zu gebrauchen. Aber wenn die Regierung als Regierung handelt, dann hat sie eine Schwertgewalt. Und so dürfen wir diese Dinge nicht gegeneinander ausspielen, sondern sie klar nebeneinander stellen und unterscheiden.
Ich hätte dazu noch eine Frage. Im Ersten Timotheus, da findet man im sechsten Kapitel die Stelle in Vers 13: Ich gebiete dir vor Gott, sagt der Apostel Paulus zu Timotheus, der alles am Leben erhält, und Christus Jesus, der vor Pontius Pilatus das gute Bekenntnis bezeugt hat. Was ist das gute Bekenntnis? Das nimmt genau Bezug auf diese Johannesstelle.
Ja genau, mein Reich ist nicht von dieser Welt, das dürfte mal das eine Bekenntnis sein vor Pilatus. Ja, und es war das Bekenntnis zur Wahrheit, Vers 37: Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, auf dass ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Und dann reagiert Pilatus mit: Was ist Wahrheit? Und viele haben gedacht, da kommt der Philosoph zum Vorschein. Was ist Wahrheit? Aber das war keine philosophische Frage, sondern die Frage eines Politikers. Was hat Wahrheit mit Realpolitik zu tun? Ein Mann, der viel Blut an seinen Händen hatte. Das wissen wir von Josephus Flavius, der beschreibt, was er alles getan hat. Wir wissen auch aus Lukas 13 von einem Massaker, das er angerichtet hat unter den Festbesuchern im Tempel, Lukas 13.
Also, das war ein Realpolitiker, der einfach seine Linie durchzog, das, was ihm Vorteil brachte. Eigentlich ist dieser Mann ja unschuldig, aber sobald das Volk und die Priester Druck machten, gab er schließlich nach zur Kreuzigung. Und darum sagte er: Was ist Wahrheit? Das hat doch mit Realpolitik nichts zu tun.
Aber wenn wir überlegen, wer hier so über die Wahrheit gesprochen hat, das ist der, der als einziger sagen konnte, Johannes 14,6: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Also der, der in Person die Wahrheit war, gab ihm hier die Gelegenheit, die Wahrheit kennenzulernen. Aber seine Realpolitik hat ihm den Blick für die göttliche Wahrheit verhüllt, und das ist eine Tragik, die wir heute auch in der Politik bei manchen Leuten in hohen Positionen auch feststellen, dass dieses Kämpfen für eigene Ziele, aber auch auf Kosten der Wahrheit, eben die Menschen verblendet für die göttliche Wahrheit und für das Evangelium.
Wollte da Pilatus überhaupt eine Antwort darauf, auf die Frage, was ist Wahrheit?
Nein, das war eben eine rhetorische Frage. Was ist schon Wahrheit? Damit war es für ihn erledigt. Und wir sehen, hier berichtet Johannes nicht mehr weiter über eine Zwiesprache. Und als er dies gesagt hatte, keine Antwort, ja? Als er dies gesagt hatte, ging er wieder zu den Juden hinaus. Der wollte gar keine Antwort. Die Frage war für ihn eine Aussage. Was ist Wahrheit? Ja, und dann versuchte er noch einen Deal zu machen, also ein bisschen Gewissen hatte er immer noch, ja? Und darum sagte er: Ich finde keine Schuld. Aber schließlich gibt es ja so ein Abkommen mit euch. Im Passa wird einer losgelassen, der es gar nicht verdient hätte. Jetzt könnte man ja den König der Juden, das sagt er auch wieder ganz ironisch, ja, den König der Juden losgeben. Aber da fordern sie, dass Barabbas, ein Räuber, ein Mörder, wie an anderer Stelle gesagt wird, freigelassen wird.
Und tragisch: Barabbas heißt, Bar-Abba heißt Sohn und Abba heißt Vater, Sohn des Vaters. Da konnten sie wählen zwischen dem Sohn des Vaters, so wird der Herr Jesus an einer Stelle genannt, sonst immer Sohn Gottes, an einer Stelle Sohn des Vaters, ganz schön in 2. Johannes 3, es wird mit euch sein Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott dem Vater und von dem Herrn Jesus Christus, dem Sohn des Vaters. Das wäre aramäisch Barabbas. Und so wählten sie nicht den Sohn des Vaters, der selber das Leben war, der Weg, die Wahrheit und das Leben, sondern sie wählten den Sohn des Vaters, der ein Mörder war. Das ist schon ganz dramatisch. Die Menschen haben sich entschieden für den Mörder anstatt für das Leben, und in der Folge, wissen wir, kam der Tod über Jerusalem. Im Jahr 70 kamen mehr als eine Million in dem Krieg der Römer gegen die Juden dort ums Leben.
Also sehr feierlich: Der Mensch wird vor die Entscheidung gestellt, entweder den Sohn des Vaters, der das Leben gibt, oder dann entscheidet man sich für den Tod.
Ja, dann wollen wir hier zum Schluss kommen für heute, so können wir übernächstes Mal dann Kapitel 19 von Anfang an behandeln. Wir wollen noch zusammen beten.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch

