Einführung: Der Aufruf zu einem guten Kämpfer Christi
Wir sind heute in der dritten Predigt aus dem zweiten Timotheusbrief. Die Predigt habe ich mit der Aussage eines Verses aus dem heutigen Text überschrieben. Es geht um Timotheus, und zwar um diesen Aufruf von Paulus. Wir werden uns das gleich noch einmal ganz kurz anschauen, damit wir den roten Faden im Kopf behalten.
Paulus fordert Timotheus auf, ein guter Kämpfer Christi zu sein – ein guter Streiter oder ein guter Soldat. Die Betonung liegt dabei ausdrücklich auf dem Wort „gut“. Paulus hebt in unserem Predigttext heute besonders hervor, dass Timotheus ein guter und nicht ein durchschnittlicher oder schlechter Kämpfer sein soll.
Wenn wir an besondere sportliche Disziplinen denken, fällt uns oft der Profifußball ein. Das ist in Deutschland die Sportart, die am präsentesten ist. Dort wird ein einzelner Spieler von der breiten Masse, aber auch von seinem direkten Umfeld – wie Trainer, Vorstand, Fans und Clubmitglieder – sehr deutlich bewertet. Plump gesagt, gilt ein Spieler entweder als gut oder schlecht. Das ist ein ganz normales Bewertungssystem, das wir aus der Welt kennen.
Es gibt gute Mitarbeiter und schlechte Mitarbeiter, genauso gibt es gute und schlechte Fußballspieler. Warum ich das Beispiel aus dem Sport nehme, liegt daran, dass die Beurteilung eines Spielers sehr stark von verschiedenen Faktoren abhängt. Neben der Grundbegabung, die Gott einem Menschen mitgibt – denn das ist die eine Seite – hat auch ein guter Fußballspieler zuallererst eine Grundbegabung von Gott erhalten.
Doch ob dieser Spieler am Ende ein guter oder schlechter Spieler wird, hängt stark von drei Punkten ab, und zwar ist...
Die drei entscheidenden Faktoren für einen guten Kämpfer
Der erste Punkt, wie ein Profifußballer wirklich gut dastehen und werden kann, ist die Fokussierung auf sein Leben und seine spezielle Disziplin. Das ist ganz, ganz wichtig. Es gibt noch mehr Punkte, aber die drei, die ich jetzt nenne, sehen wir auch in unserem Bibeltext.
Um ein guter Profi zu sein, muss man fokussiert sein. Ein Profifußballer hat keine Zeit, sich ablenken zu lassen. Er kann nicht denken: „Neben meiner Profifußballkarriere mache ich noch nebenbei eine Basketballkarriere, ich will vielleicht auch Unternehmer werden oder Immobilienmakler.“ Das geht nicht. Ein Profifußballer darf sich nicht in tausend andere Geschäfte verstricken. Sein Fokus muss auf genau diesem einen Bereich liegen – auf seiner Karriere. Andere Dinge können Platz haben, aber die Spezialisierung und der Fokus müssen auf das eine gerichtet sein.
Ein weiterer Punkt, der einen Profifußballer zu einem guten Spieler macht, ist, dass er sich an bestimmte Regeln halten muss. Wenn ein Profifußballer sein Temperament nicht im Griff hat und auf dem Fußballplatz ständig nach zehn Minuten die rote Karte bekommt, kann er zwar Talent haben, wird aber niemals ein wirklich guter Spieler sein. Es gibt also klare Rahmenbedingungen, Regeln und Disziplinen, an die sich ein Fußballer halten muss.
Der dritte Punkt, der einen Profifußballer zu einem wirklich guten Spieler macht, ist sein Engagement und sein Fleiß. Und zwar nicht nur dann, wenn er vor 70.000 Leuten im Stadion steht, sondern vor allem im Alltag. Genau dann, wenn er täglich zum Training kommt und hart arbeitet, während es niemand sieht. Man hört oft von großen Profifußballern wie Cristiano Ronaldo, dass er meistens der Erste auf dem Trainingsplatz war und der Letzte, der gegangen ist. Diese Bereitschaft, hart zu trainieren, wenn es keiner sieht, ist entscheidend. So kann er im entscheidenden Moment vor den Zuschauern seine Leistung abrufen.
Das sind ganz einfache Prinzipien. Sicher kennen Fußballer unter uns noch viele weitere Punkte, und das ist auch richtig so. Ich habe nur diese drei ausgewählt, weil Paulus genau diese Punkte in seinem Brief an Timotheus anspricht: den richtigen Fokus zu haben, nach den Regeln zu laufen und auch in oft eintöniger Alltagshintergrundarbeit treu zu bleiben. „Bleibe treu, denn dafür wirst du belohnt.“
Diese drei Punkte gibt Paulus Timotheus zum Nachdenken mit, damit er ein guter Streiter sein kann – kein durchschnittlicher.
Der Brief an Timotheus: Liebevolle Ermahnung und Ermutigung
Bitte schlage mit mir 2. Timotheus Kapitel 1 auf. Unser Textabschnitt heute sind die Verse 1 bis 7. Dabei wollen wir den Zusammenhang im Hinterkopf behalten. Ich erkläre gleich noch einmal, dass Timotheus einer der besten Mitarbeiter von Paulus war. Aber irgendwie steckt er in einer Krise, in einem geistlichen Loch. Er schafft es nicht so richtig, einige Dinge auf die Reihe zu bekommen.
Paulus ist die ganze Zeit dabei, Timotheus auf den Tag vorzubereiten, wenn Paulus nicht mehr da ist. So soll Timotheus das Werk weiterführen können. In dieser Argumentationskette müssen wir verstehen, was Paulus heute schreibt, nämlich in 2. Timotheus 1,1-7.
Ich habe in den ersten zwei Predigten schon erwähnt, wie viel Liebe die ganze Zeit mitschwingt. Paulus schreibt immer in einem liebevollen Unterton, auch wenn er ermahnen muss. Das sehen wir gleich am Anfang in Vers 1: „Du nun, mein Kind“. Man merkt direkt, dass alles, was wir heute lesen, in sehr viel Liebe und Freundlichkeit eingepflanzt ist. Es geht um Sorge um Timotheus, um die Gemeinde und um das Wort Gottes, dass es verbreitet wird.
Paulus schreibt: „Du nun, mein Kind Timotheus, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist. Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren.“ Dann folgt im Vers 3: „Du nun, erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Christi.“
Jetzt kommen drei Beispiele, die ich eben in der Einleitung mit Profifußballer umschrieben habe.
Die drei Lebensbilder für den guten Streiter Christi
Wer Kriegsdienst tut, verstrickt sich nicht in die Geschäfte des Lebensunterhalts, damit er dem gefällt, der ihn in den Dienst gestellt hat. Und wenn sich auch jemand an einem Wettkampf beteiligt, empfängt er nur den Siegeskranz, wenn er nach den Regeln kämpft. Steht er nicht nach den Regeln, erhält er den Siegeskranz nicht.
Der Ackersmann, der sich in eintöniger Arbeit abmüht, hat den ersten Anspruch auf die Früchte.
Bedenke dies, lieber Timotheus, bedenke, was ich jetzt sage, und der Herr gebe dir in all diesem Verständnis.
Nun, ich möchte jetzt nicht zu viel Zeit darauf verwenden, den Hintergrund des Briefes ausführlich zu erklären, sondern nur kurz, um euch mitzunehmen. Wir wissen, Paulus schreibt diesen zweiten Timotheusbrief, weil er weiß, dass er bald sterben wird. Timotheus, einer seiner besten Mitarbeiter – wir schauen uns gleich noch einen Vers an, der das belegt – und Paulus möchte diesen Timotheus irgendwie erinnern.
Timotheus steckt in einem geistlichen Loch, und es geht doch um das Evangelium. Timotheus war so, dass er sich zurückziehen wollte. Ich habe das beschrieben mit einer Schildkröte, die ihr Christenleben am liebsten so im Kopf einzieht, nur mit einem Panzer im Gesicht. So nach dem Motto: Ich möchte nicht rausgehen, ich möchte nicht mitleiden, ich schäme mich, mich öffentlich für Christus zu bekennen.
Das ist der Zustand von Timotheus: irgendwie nicht bereit, Opfer zu bringen, nicht bereit, Glauben zu leben, auch wenn er etwas kostet. Timotheus stand in der Gefahr, unbrauchbar zu werden. Für Paulus war das eine riesige Not. Er hatte so viel in Timotheus investiert und sieht nun, dass dieser wackelt und wankt.
Paulus weiß, dass er bald sterben wird; es dauert nicht mehr lange (vgl. 2. Timotheus 4,6). Kurz vor seinem Tod schreibt er diesen liebevollen Brief. Er sagt sozusagen: Timotheus, mein Kind, ich muss dir jetzt noch einmal diese ermahnenden Worte mitgeben. Es wäre zu schade, dein Leben zu verschwenden, weil du einige Dinge nicht auf die Reihe bekommst. Es wäre wirklich zu schade.
Paulus will Timotheus die Augen öffnen. Dieser Brief ist ungefähr so, als stünde die WM vor der Tür, und im allerletzten Spiel kämpfen zwei Mannschaften gegeneinander. Vielleicht hat mein Team einen Punkt Rückstand, und dann geht es in die Kabine. Wisst ihr, was der Trainer macht? Er tut genau das, was Paulus hier macht.
In der Halbzeitpause gibt der Trainer seinen Spielern noch einmal Mut. Er hat ihnen so viel Vertrauen geschenkt, dass er sie überhaupt aufgestellt hat. Er gibt ihnen vielleicht Verbesserungsvorschläge und malt ihnen den Sieg noch einmal vor Augen. Das ist der Unterton.
Dann schickt der Trainer seine Spieler auf das Feld zur letzten Schlacht. Das Letzte, was er ihnen zuflüstert, während sie durch den Gang in dieses kolossale Stadion gehen, ist: Gebt alles! Jetzt gebt noch einmal alles, denn am Ende werdet ihr es nicht bereuen.
Deswegen lesen wir heute sehr konsequente Aussagen von Paulus. Aber das ist nicht wie eine Daumenpresse, die uns weh tun soll. Es ist ein Motivator – auch für Timotheus. Paulus glaubt an ihn und gibt ihm deshalb sehr hohe Maßstäbe mit. Aber keine erdrückenden Maßstäbe, sondern realistische.
Diese Liebe treibt Paulus an, Timotheus noch einmal wachzurütteln. Und es muss Paulus machen, weil Timotheus dabei ist, seine Gnadengabe ausflammen zu lassen, den Kopf einzuziehen, sich zu schämen und nicht mehr weiterzugehen.
Wir kommen jetzt zu Kapitel zwei. Den Text haben wir eben gelesen. Er schlägt in dieselbe Kerbe wie Kapitel eins, wo es heißt: Schäme dich nicht, leide mit! Jetzt in Kapitel zwei betrifft es ein paar andere Lebensbereiche von Timotheus.
Timotheus im Spiegel seiner Schwächen und Tugenden
Was ich jetzt ganz wichtig noch einmal kurz mit euch besprechen muss, ist folgendes: Schlagen wir Philippa Kapitel 2 auf, damit wir ein rundes Bild bekommen. Wir beschäftigen uns sehr stark mit den Schwächen von Timotheus, und das ist ein großes Thema im zweiten Timotheusbrief. Deshalb müssen wir das auch auf uns wirken lassen. Timotheus’ Schwächen können wir vielleicht auf uns anwenden und auch die Anwendung, die Paulus auf uns richtet, annehmen. Aber wir brauchen ein vollständiges Bild von Timotheus.
Timotheus ist einerseits sehr schüchtern und zaghaft. Er ist jemand, der dazu neigt, wichtige Dinge zu vernachlässigen und manchmal seine Ziele falsch setzt. Das werden wir heute sehen. Außerdem ist Timotheus ein junger Christ, der, wie wir ebenfalls im zweiten Timotheusbrief sehen, mit den Begierden seiner Jugend zu kämpfen hat. Er hat also noch einiges zu lernen. Das ist der eine Aspekt.
Wisst ihr, was wir in Philipper 2,19-22 über Timotheus lesen? Ich glaube, das ist der Grund, warum Paulus den zweiten Timotheusbrief so ernst schreibt. Timotheus ist nicht irgendeine Person. Er ist jemand, auf den man sich verlassen kann, jemand, der aufrichtig ist. Was lesen wir in Philipper 2,19-22?
„Ich hoffe aber, im Herrn, bald zu euch zu senden Timotheus, damit ich auch ermutigt werde, wenn ich erfahre, wie es um euch steht.“
Schaut euch Vers 20 an, wie Timotheus trotz seiner Schwächen beschrieben wird. Ich finde es so ermutigend, dass man trotz Schwächen trotzdem diesen Stempel bekommen kann, den Paulus hier Timotheus gibt: „Denn ich habe sonst niemanden, der so redlich für eure Anliegen sorgen wird.“ Timotheus ist Paulus’ bester Mitarbeiter in diesem Punkt.
Warum? „Denn sie alle suchen das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist.“ Timotheus hingegen ist jemand, der den Blick über seinen eigenen Tellerrand richtet und bereit ist, anderen zu dienen. „Wie er sich aber bewährt hat, das wisst ihr.“
Ist das nicht schön? Stellt euch vor, unsere Ältesten würden so einen Brief über euch schreiben: „Ich kenne niemanden, der so eine Gesinnung hat wie du. Wir haben keinen anderen, der sich so sehr um das Wohl der anderen sorgt und so sehr von sich selbst wegschaut.“ Und das nicht nur an einem einzigen Tag im Jahr, sondern er hat sich bewährt. Was für ein Zeugnis!
Weil Paulus so über Timotheus denkt und weil sich das in seinem Leben bewiesen hat, schreibt Paulus den zweiten Timotheusbrief. Nicht mit einem gesetzlichen Knüppel, ganz wichtig, sondern mit einem herzlichen Ernst. Denn es geht einfach um alles.
Der Aufruf zum Nachdenken und zur Selbstprüfung
Unser Bibeltext ist 2. Timotheus 2,1-7.
Was ich jetzt zuerst mache, ist, den Bibeltext von hinten her aufzuwrollen. Schaut mit mir in 2. Timotheus 2, Vers 7. Vers 7 ist sozusagen der Deckel, den Paulus jetzt draufsetzt, nachdem er Timotheus einige Lebensbilder mitgegeben hat. Paulus schreibt in diesem Vers, nachdem er Anwendungen für Timotheus’ Leben gegeben hat: „Timotheus, bedenke diese Sachen. Denke darüber nach.“
Diese geistliche Wahrheit darf nicht einfach über deinem Kopf hinwegschwirren. Denke darüber nach und wende es auf dein Leben an, was ich dir gerade gesagt habe. Der Herr wird dir auch das Verständnis geben, wenn du aufrichtig vor ihm fragst: „Wo in meinem Leben müssen die Dinge geradegerückt werden, damit ich ein guter Streiter Christi sein kann?“ Er wird dir das Verständnis geben (Vers 7).
Was Paulus am Ende sagt, ist: „Denke nach!“ Diese Aussagen sind so schwerwiegend, dass Paulus sagen muss: „Timotheus, denke darüber nach! Lass es an dein Herz, an deinen Willen und an dein Gewissen heran.“ Paulus bringt also verschiedene Bilder ein (Vers 4, Vers 5, Vers 6). Vermutlich habt ihr all diese Bilder hier in Kapitel 2 schon einmal gelesen, zumindest zusammen mit mir.
Was Paulus dann tut, ist: Nachdem er diese Lebensbilder gemalt hat, sagt er zu Timotheus: „Denke sehr gut darüber nach!“ Was ich eben geschrieben habe, sind keine leeren Metaphern. Es sind sehr wichtige Aussagen, damit du (Vers 3) ein guter und kein durchschnittlicher Streiter Christi sein kannst.
Timotheus soll nicht einfach nur über den Inhalt dieser Aussagen nachdenken, sondern auch darüber, wo in seinem Leben diese Dinge passen oder nicht. Nicht mit einer harten Knüppel, sondern weil er selbst das Ziel hat, ein guter Streiter zu sein.
Wir werden diese Bilder heute also kurz anschauen. Wir müssen davon ausgehen, dass jede Aussage dieser drei Bilder durchaus eine Schwachstelle im Leben von Timotheus sein könnte – also etwas, womit er zu kämpfen hat. Deshalb ist der Text sehr nahbar für uns.
Timotheus ist einer der besten Mitarbeiter von Paulus, hatte aber Schwachheiten. Das macht ihn für uns nahbar, denn er ist kein geistlicher Superheld. Diese Offenheit ist eine gute Grundlage, um uns dem ganzen Text zu widmen.
Ich finde es erfrischend, dass man nicht perfekt sein muss – wirklich nicht – und trotzdem von Gott und anderen ein gutes Zeugnis erhalten kann.
Die Grundlage für den guten Streiter: Stark in der Gnade
Paulus leitet diese Themen mit Vers 1 ein, und das ist unglaublich wichtig. Timotheus ist sehr verzagt. Bevor Paulus zu Lebensveränderungen aufruft, weist er in Vers 1 Timotheus auf Christus hin.
Timotheus hatte viele Schwachheiten, viel Versagen, Entmutigung und Trug auf seinen Schultern getragen. Doch trotz allem war er ein kleines Häufchen Elend, aber aufrichtig und bewährt, wie es in Philipper 2 beschrieben wird. Bevor Paulus beginnt, ihn zu ermahnen, richtet er Timotheus auf Christus aus. Ist das nicht schön? Paulus ruft Timotheus heute zu konsequenter Nachfolge auf und sagt: Bedenke es, denn es ist wirklich ernst. Keine Metaphern, keine Floskeln. Doch bevor Paulus das tut, sendet er Timotheus in Vers 1 zu Christus.
Vers 1 lautet: „Timotheus, mein Kind“ – sehr liebevoll. Dort, wo du schwach bist, werde stark in der Gnade Gottes, in der Gnade, die in Jesus Christus ist. Das erste, was Paulus macht, ist, er zeigt auf Jesus Christus und auf die Gnade Christi. Er sagt zu Timotheus: In dieser Gnade bist du nicht auf dich selbst gestellt. In deiner Gnade, in deinem Wankeln und Stolpern – ja, werde stark in dieser Gnade. Denn diese Gnade wird dich beflügeln, dir Mut machen, wenn du fällst, aufzustehen und weiterzukämpfen. Sie wird dich freimachen von gesetzlichem oder perfektionistischem Zwang, der an sich hohe Maßstäbe anlegt und dich entmutigt, wenn du sie nicht erreichst. Diese Gnade wird dich beflügeln.
Während sie dich beflügelt, lieber Christ heute hier in der Gemeinde, darfst du frei und konsequent dem Herrn folgen. Es ist interessant: „Sei stark“ in Vers 1 ist in Befehlsform geschrieben. Paulus gibt Timotheus einen Befehl: „Timotheus, sei stark!“ Das Ausrufezeichen ist wichtig. Danke, Paulus, gerne sei ich stark! Steig nicht falsch auf das Pferd, sondern sei stark in der Gnade.
Timotheus, wo du schwach bist – und wir wissen, dass du schwach bist, das ist allen offenbar – klammere dich an die Gnade. Das ist der Befehl: Wo du schwach bist, halte dich an die Gnade. Timotheus, wir haben viel zu besprechen. Timotheus, mein bester Mitarbeiter, einiges läuft bei dir nicht rund. Du bist in einem geistlichen Loch, kommst mit dir selbst nicht klar, wie ein Profispieler mit Formtief, der noch lernen muss, um Weltklasse zu werden.
Timotheus, wir haben viel zu besprechen, damit das Evangelium weiterlaufen kann, damit ich in Ruhe sterben kann, weil ich weiß, ich habe jemanden herangezogen, der das Werk weiterführt. Doch zuerst sage ich dir: Wo du schwach bist, geh zu Christus. Lass dich nicht entmutigen, sondern werde mutig in ihm, finde Mut in ihm und werde stark in seiner Gnade.
Der Ausdruck „stark in der Gnade“ kommt in der Bibel noch einmal vor. Bitte geht mit mir in Römer 4,18-20. Dort geht es um Abraham und seine Frau, die fast hundertjährig war. Abraham wurde stark – ganz interessant.
In Römer 4,18-20 wird beschrieben, dass Abraham, da wo nichts zu hoffen war, auf Hoffnung hin glaubte. Obwohl die Realität ihm sagte, er solle verzweifeln, vertraute er darauf, Vater vieler Völker zu werden, gemäß der Verheißung: „So soll dein Same sein.“ Er wurde nicht schwach im Glauben und betrachtete nicht seinen bereits erstorbenen Leib. Er sah nicht auf die Umstände, nicht auf sein Herz, seine Gefühle oder die Realität, dass seine Frau fast hundertjährig war oder ihr Mutterleib nicht mehr fruchtbar. Er zweifelte nicht an Gottes Verheißung durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben.
Abraham wurde stark, indem er Gottes Zusage über die sichtbare Realität stellte. Die Umstände sagten etwas anderes, doch er vertraute auf Gottes Wort. Wenn wir auf die Umstände schauen, werden wir schwach, verzagt und mutlos, bekommen Glaubenszweifel – wie Timotheus. Doch wenn wir uns auf Gottes Verheißung stützen, werden wir stark.
Wenn Paulus nun in 2. Timotheus 2,1 sagt, Timotheus solle stark in der Gnade werden, ist das eine praktische Anleitung für Momente, in denen er die Realität sieht: seine Furcht, Scham, Kraftlosigkeit, Jugendlichkeit – all das war in seinem Fleisch und Wesen. Wenn er sich auf diese Realitäten gestützt hätte, wie könnte er da nicht verzweifeln? Wie kann man nicht verzweifeln, wenn man nur auf sich selbst, seine Ängste, Sünden, Unfähigkeit und Unheiligkeit schaut? Dann werden wir schwach.
Doch Paulus sagt: Werde stark in der Gnade, indem du wie Abraham deinen ganzen Glauben auf göttliche Wahrheit richtest. Richte dich nicht nach deiner Furcht, Scham oder Lüste, die dich niederdrücken und Zweifel bringen. Stattdessen klammere dich mit Glauben an die Gnade.
Jeder Diener Gottes braucht das. Wir müssen wegschauen von uns und unserer Realität und hinschauen auf die Gnade. Gnade in Kapitel 2, Vers 1 beschreibt die unverdiente Gunst des Gebers. Gnade bedeutet, dass Gott Timotheus, wo er am Boden liegt, die Hand reicht, ihm vergibt, ihn wieder aufrichtet, in den Dienst stellt und sagt: „Mach weiter, mein geliebtes Kind.“
Das ist die Gnade, die von Christus in Vers 1 ausgeht und auf die Timotheus seine lebensverändernden Maßnahmen bauen soll. „Mein Kind, mach weiter!“ Und sei dadurch gestärkt. Diese Gnade wird niemals zurückgezogen. Plötzlich werden wir aufsteigen mit Flügeln wie Adler, innerlich frei, mit Kraft, Mut und Freude im Leid, weil wir in Christus erfrischt werden. Das ist so wichtig.
Timotheus hat noch viel zu lernen, das werden wir sehen. Doch er darf in der Gnade aufblühen. Er soll sich nicht entmutigen lassen durch seine Schwachheit, sondern im Glauben die Verheißungen festhalten. Es macht stark, an der Hand eines Starken zu gehen, zu wissen, dass er dich nicht verlässt, dich nicht verdammt, dich liebt, dich ans Ziel bringt und für dich sorgt.
Lieber Christ heute hier in Hersbruck, ich meine genau dich: Wenn du ein guter Streiter für Jesus Christus sein willst, musst du zuerst stark in seiner Gnade werden. Du musst sozusagen einen Doktor in der Gnade haben. Wie viele bekannte Prediger sagen: Wie oft müssen wir die Gnade unserem eigenen Herzen predigen! Denn unser Herz verdammt uns. Es ist der Teufel, der dich verdammt, wenn du wiedergefallen bist. Aber du musst stark in der Gnade sein.
Zweifel und Anfechtungen dürfen dich nicht entmutigen oder bis in dein Herz vordringen. Der Schild des Glaubens muss dein Herz schützen, indem er die Gnade hochhält: Zweifel, du kommst hier nicht rein! Lieber Christ heute hier in Hersbruck gilt das auch für dich: Wenn du ein guter Streiter für Jesus Christus sein willst, musst du zuerst stark in seiner Gnade werden. Bewusst wissend, dass du in dir schwach, unwürdig und sündig bist, aber in Christus stark, würdig und völlig gerecht. Das brauchen wir.
Nun zu Vers 2: Dort geht es um den Multiplikator des Wortes Gottes. Ich werde heute bewusst nicht darauf eingehen, weil die Predigt sonst zu lang wird und ich diesen Vers in einem anderen Zusammenhang noch auslegen werde. Im zweiten Timotheusbrief wird es noch oft um das Wort Gottes gehen, und dort werde ich das mit einbeziehen. Deshalb überspringe ich Vers 2 und komme zu den Versen 3 bis 6.
In Vers 3 heißt es: „Sei ein guter Streiter Christi.“ Bitte öffnet euer Herz für das, was wir jetzt hören. Paulus sagt in Vers 7: „Bedenke diese Sachen.“ Du sollst wirklich darüber nachsinnen, auch wenn du heimgehst. Frage den Herrn: „Herr, wo gibt es Dinge zu bedenken, damit ich ein guter Streiter sein kann?“ Vers 7 verspricht dir, dass Gott dir Erkenntnis geben wird. Er wird dich nicht an der kurzen Leine halten.
Der Aufruf heute ist: Bedenke diese Dinge. Wir stehen auf dem Fundament „stark in der Gnade“ und wollen das nicht wegstreichen. Vers 3: Sei ein guter Streiter Christi.
Das lässt sich gut mit einem guten Fußballprofi vergleichen. Es gibt manche Profis mit viel Talent – vielleicht kennt ihr Sinan Kurt, ein Talent, das zum FC Bayern kam, sich dort aber nicht durchsetzen konnte. Er wurde in die zweite Mannschaft versetzt, verkauft, war schließlich vereinslos. Warum? Weil Talent allein nicht reicht. Seine Lebenseinstellung und seine Haltung als Streiter haben nicht gepasst.
Wir stehen auf der Gnade und haben Begabungen von Gott bekommen, aber es müssen noch mehr Rahmenbedingungen erfüllt sein, damit wir am Ende gute Streiter sind. Der erste Punkt in Vers 3 und 4 ist: Timotheus, nimm teil an den Schwierigkeiten, ertrage das Leid.
Lieber Christ heute hier: Wenn du ein guter Streiter sein möchtest, der nach den Regeln läuft, dann musst du an den Schwierigkeiten deines Lebens teilnehmen, die sich aus konsequenter Hingabe und klarer Verkündigung ergeben. Wenn du ein guter Streiter bist, wird es Folgen geben.
Wenn wir anfangen, das Evangelium klar zu verkündigen, in die Öffentlichkeit zu gehen, wird es Konsequenzen geben – auch privat, wenn du Gott den ersten Platz gibst und deinen Lüsten nicht. Paulus sagt: Timotheus, sei bereit, diese Widrigkeiten der Nachfolge zu tragen.
Das haben wir in den ersten Predigten gehört, darauf gehe ich jetzt nicht mehr ein. Paulus beschreibt drei Bilder: Widrigkeiten (Vers 3), Opferbereitschaft (Vers 5) und dass es nicht einfach ist (Vers 6). Diese Bilder geben uns ein Grundverständnis für den Dienst, zu dem Gott uns berufen hat.
Das erste Bild in Vers 4 beschreibt die Hingabe eines Soldaten. Ein Soldat ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Dienst. Er hat keine Zeit, sich in alltäglichen Dingen zu verstricken. Ein Soldat für den Herrn ist hundertprozentig Soldat, und sein Streben ist, dem zu gefallen, der ihn in den Dienst gestellt hat.
Das passt sehr gut zu der Aussage: „Trachtet zuallererst nach dem Reich Gottes.“ Sei wie ein Soldat bemüht, dem zu gefallen, der dich in den Dienst gestellt hat. Dein ganzes Leben soll wie eine Pfeilspitze dem Willen Gottes untergeordnet sein, seine Ziele deine Ziele machen.
Natürlich weiß Timotheus das. Man könnte sagen: „Timotheus, du musst dich um tägliche Geschäfte kümmern, Geld verdienen, deinen Rasen mähen.“ Er war ein Zeltmacher. Trotzdem ist das spezielle Wort in Vers 4 wichtig: Ein guter Streiter verstrickt sich nicht in die Dinge dieses Lebensunterhalts.
„Verstricken“ heißt, sich so in etwas zu verfangen, dass man nicht mehr herauskommt, wie jemand, der in Lügen verstrickt ist. Paulus will sagen: Timotheus, richte deinen Dienst völlig aus. Du hast eine Berufung und Begabung bekommen. Predige das Wort, solange du kannst.
Timotheus, ich sehe die Gefahr, dass du dich zu sehr in die Dinge des Alltags verstrickst und Gott und seine Ziele nicht mehr dein höchstes Ziel sind. Es gibt viele Anwendungen, die uns im Alltag verstricken. Jeder weiß das am besten.
Ein guter Streiter Christi muss lernen, konsequent und opferbereit zu sein. Paulus sagt: Timotheus, setze die Prioritäten richtig. Sorge dich zuerst um die Gemeinde und dass Gottes Name bekannt wird. Was ist dein Ziel? Was ist deine höchste Priorität? Christus allein? Oder sind deine größten Ziele anders?
Das soll in Liebe geradegerückt werden. Vers 1: „Mein geliebtes Kind.“ Wir alle haben zu lernen, auch Timotheus, Paulus’ bester Mitarbeiter. In Kapitel 4, Vers 5 klingt es immer wieder mit: Richte deinen Dienst völlig aus. Das ist die Not von Paulus: „O Timotheus, verstricke dich nicht, sondern richte deinen Dienst völlig aus.“
Das zweite Bild in Vers 5 ist der Läufer. Ein Läufer bekommt nur den Siegeskranz, wenn er nach den Regeln läuft. Timotheus, du wirst nur erfolgreich sein, wenn du konsequent nach den Regeln läufst. Es geht nicht darum, ob du teilnimmst, sondern wie du teilnimmst.
Wenn du teilnimmst, dann bitte konsequent! Sei nicht halbherzig. Wenn du dem Herrn dienen willst, leg dein ganzes Leben als lebendiges Opfer hin. Die Zeit ist kurz, du hast Begabungen bekommen – richte deinen Dienst völlig aus.
Jeder Punkt spricht auch mich an. Ich habe mich bewusst auf die Knie gelegt und gebetet: „Bedenke diese Dinge.“ Wo bist du nicht konsequent? Wo machst du manche Dinge halbherzig? Man kann viele Kommentare lesen, die sagen, die Regeln des Laufes seien Gebet, Bibelstudium, Absonderung. Im biblischen Kontext sind das sicher richtige Regeln.
Aber hier im Textzusammenhang sind die Regeln, die Paulus meint, eher: „Schäme dich nicht, predige das ganze Wort, auch wenn sie es nicht hören wollen.“ Ich vermute, Paulus meint: Wenn du das Wort verkündigst, leide mit Timotheus, kämpfe nach den Regeln, verwässere das Evangelium nicht aus Angst vor Leid. Öffne deinen Mund trotz Angst.
Diese Regeln des Kampfes sind vielleicht allgemein gehalten, damit wir sie auf uns anwenden können. Das dritte Bild in Vers 6 ist der Bauer. Ein Bauer verrichtet viel mühsame, harte und oft langweilige Arbeit – wie ein Fußballspieler, der täglich trainiert, schwitzt und selten Applaus bekommt.
Der Bauer müht sich ab, es wird harte Arbeit sein, dran zu bleiben, Opfer zu bringen, Gebetszeiten einzuhalten. Bei deiner Gemeindemissionsarbeit kannst du dich abmühen und oft keine Früchte sehen. Ist das nicht oft das Entmutigendste?
Stell dir vor, jemand hält Monat für Monat Kinderstunden und hat den Eindruck, die Kinder verstehen nichts. Jahre vergehen, die Kinder werden älter, und plötzlich zeigt sich die Frucht. Jeder Prediger kennt das, jeder, der das Evangelium weitergibt.
Paulus sagt: Timotheus, du wirst dich hart abrackern müssen. Manchmal wirst du keine Frucht sehen. Aber der ermutigende Punkt ist: Der Bauer wird die Früchte seines Werkes genießen, vielleicht auch im Himmel, wie Gott es vergelten wird. Das ist die Ermutigung.
Also: Aushalten unter schwerer Sonne mit dem Ziel, dass die Frucht aufgeht. Auf der Grundlage von Vers 1, stark in der Gnade, stehen wir auf, freuen uns an der Treue und Liebe des Herrn. Trotzdem wollen wir uns fragen, auf Grundlage von Vers 7: Bedenke, was ich dir sage, lieber Christ.
Denke über diese Prinzipien in deinem Leben nach und frage den Herrn, er wird dir Erkenntnis geben. Wie sieht es aus, wenn du dein Leben mit dem ersten Bild vergleichst? Ist die Pfeilspitze deines Lebens, deines Willens, deines Trachtens darauf gerichtet, dem zu gefallen, der dich in den Dienst gestellt hat?
Ich meine nicht, dass man nicht auch mal schwach ist. Aber ich bin überzeugt, dass man den Willen haben kann, alles für den Herrn zu tun, völlig ausgerichtet, dass sein Name verherrlicht wird. Sicher gibt es Höhen und Tiefen, aber wenn du dein Leben überdenkst: Ist dein größter Wunsch, Gott zu gefallen und verantwortungsvoll mit deiner Gnadengabe umzugehen? Oder sind die Wünsche deines Herzens eher: „Ach, so ein extremes Christsein ist doch nicht gesund. Lass mich mein Leben leben, jeden Atemzug genießen, tun, was mir gefällt, und nebenbei mal was für den Herrn tun.“
Ich sage das in aller Schwachheit: „Ach Tobi, so ein extremes Christsein ist doch nicht gesund.“ Doch Vers 7 sagt: Bedenke diese Dinge. Wie fühlst du dich, wenn du an Vers 5 denkst? Kämpfst du nach den Regeln des Neuen Testaments? Lebst du dein Christenleben eher entspannt, damit du nicht leiden musst? Damit du nicht aus der angenehmen christlichen Blase der Gemeinde austreten musst?
Ich vergleiche das mit einer Burg, in der ab und zu mal die Ketten fallen, man rausgeht, ein paar Traktate verteilt und schnell wieder rein in die sichere Blase. Wie fühlst du dich, wenn du an den Wettkampf denkst? Wärst du bereit, die Kosten deiner Berufung zu tragen, Wohlstand aufzugeben, wenn Gott dich in einen besonderen Dienst ruft?
Und wie fühlst du dich, wenn du an Vers 6 denkst? Mühst du dich für den Herrn ab oder für deine eigenen Lebensvorstellungen? Man kann sich in beide Richtungen abmühen. Ich will dich ermutigen: Jeder, der dem Herrn dient, fühlt sich oft wie ein Bauer. Tägliche, langweilige Arbeit, oft keine Frucht sichtbar. Aber der, der sich für den Herrn abrackert, wird die Früchte genießen.
Ist das nicht schön? Du wirst die Früchte genießen. Ich erinnere uns noch einmal an Vers 7: Denke in deinem Leben darüber nach. Während du tagtäglich kämpfst, versuchst, die Dinge umzusetzen, während du fällst und wieder aufstehst, steht immer noch als Fundament 2. Timotheus 2,1: Laufe deinen Lauf, aber sei stark in der Gnade. Packe die Dinge an, aber sei stark in der Gnade. Das haben wir ausführlich am Anfang besprochen.
Ich hoffe, diese wichtigen Wahrheiten, die Paulus in Vers 7 betont, erreichen unsere Herzen. Das wünsche ich mir wirklich. Ich habe auch gebetet, dass es mein Herz erreicht. Es sind keine Metaphern, keine Floskeln. Es geht darum, die Berufung, die Gott uns gegeben hat, wirklich zu leben, damit Gott seine Ziele mit unseren Zielen erreichen kann.
Das ist mein Wunsch, und ich glaube, das war auch Paulus’ Wunsch an Timotheus. Ich wünsche es euch und mir. Lasst uns im zweiten Teil dafür beten, dass wir diese Dinge bedenken und Gott uns Erkenntnis schenkt. Dass wir stark in der Gnade das Wollen und Vollbringen bewirkt bekommen.
Amen! Wir singen jetzt zwei Lieder.
Die Lebensbilder des guten Streiters: Soldat, Läufer und Ackersmann
Nun werde ich den Vers 2, der den Multiplikator des Wortes Gottes betrifft, heute bewusst nicht behandeln. Ich habe gemerkt, dass die Predigt sonst zu lang wird. Außerdem werde ich diesen Vers in einem anderen Zusammenhang noch auslegen. Es wird im zweiten Timotheusbrief noch sehr oft um das Wort Gottes gehen, und dort werde ich das dann mit einbeziehen. Deshalb überspringe ich jetzt Vers 2 und komme zu den Versen 3 bis 6.
Schaut selbst in den Text: Vers 3 fordert uns auf, ein guter Streiter Christi zu sein. Bitte öffnet euer Herz für alles, was wir jetzt hören. Paulus sagt in Vers 7: „Bedenke diese Dinge.“ Du sollst wirklich darüber nachsinnen. Auch wenn du nach Hause gehst, musst du vor dem Herrn fragen: „Herr, wo gibt es Dinge zu bedenken, damit ich ein guter Streiter sein kann?“ Vers 7 versichert dir zudem, dass Gott dir Erkenntnis geben wird, wenn du ihn darum bittest. Er wird dich nicht an der kurzen Leine halten.
Der heutige Aufruf lautet also: Bedenke diese Dinge! Wenn wir darüber nachdenken, stehen wir auf dem Fundament der Gnade und sind darin stark. Das wollen wir nicht vergessen.
Vers 3 sagt: Sei ein guter Streiter Christi. Das möchte ich am Anfang mit einem Beispiel aus dem Fußball erklären. Es gibt Fußballprofis, die viel Talent haben. Vielleicht kennt ihr Sinan Kurt, falls ihr Fußballer seid. Er war ein Talent und Profi, kam zum FC Bayern, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Ich weiß nicht genau, ob er irgendwann in der zweiten Mannschaft gespielt hat, wurde dann verkauft, in eine andere Mannschaft versetzt, war irgendwann vereinslos und so weiter.
Warum? Weil sein Talent allein nicht gereicht hat. Seine Lebenseinstellung und seine eigentliche „gute Streitermoral“ haben ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Was ich damit sagen will: Wir stehen auf der Gnade und haben Begabungen von Gott bekommen. Aber es müssen auch noch weitere Rahmenbedingungen erfüllt sein, damit wir am Ende gute Streiter sind.
Der erste Punkt dieser Kernaussage steht in den Versen 3 und 4. Paulus sagt in Vers 3 zu Timotheus: Nimm teil an den Schwierigkeiten, ertrage das Leid. Lieber Christ, wenn du ein guter Streiter sein möchtest, wenn du nach den Regeln laufen möchtest, dann musst du an den Schwierigkeiten in deinem Leben teilnehmen, die sich aus konsequenter Hingabe und klarer Verkündigung ergeben.
Tatsächlich: Wenn du ein guter Streiter sein willst, musst du die Konsequenzen tragen, die damit verbunden sind. Es wird Folgen geben, wenn wir anfangen, rauszugehen und das Evangelium klar zu verkündigen. Auch privat wird es Konsequenzen geben, wenn du in deinem Leben Entscheidungen triffst, bei denen Gott den ersten Platz bekommt und deine eigenen Lüste zurückstehen. Auch dort wird es Konsequenzen geben.
Paulus fordert Timotheus auf, bereit zu sein, diese Widrigkeiten der Nachfolge zu tragen. Genau das haben wir in der ersten und zweiten Predigt gehört, darauf gehe ich jetzt nicht mehr ein.
Paulus zeigt in den Versen 4, 5 und 6 drei Bilder: Erstens Widrigkeiten, zweitens Opferbereitschaft und drittens, dass es nicht einfach ist. Damals war es sicherlich schwerer als heute, aber es ist auch heute nicht einfach. Jedes Bild gibt uns ein Grundverständnis für den Dienst, in den Gott uns gestellt hat.
Das Bild des Soldaten: Voller Einsatz und klare Prioritäten
Im ersten Bild, Vers 4, beschreibt Paulus die Hingabe eines Soldaten. Es ist sehr interessant, wenn man sich Vers 4 genauer anschaut. Paulus nennt Grundprinzipien für einen konsequenten Dienst für den Herrn. Er schreibt, ich umschreibe es mit eigenen Worten: Er sagt zu Timotheus, ein Streiter für den Herrn ist ein Soldat, der rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, Soldat ist.
Ein Soldat an der Front hat keine Zeit, sich in alltägliche Dinge zu verstricken, wie wir es oft tun. Ein Soldat für den Herrn ist hundertprozentig ein Soldat für den Herrn. Sein Streben in Vers 4 ist, demjenigen zu gefallen, der ihn in den Dienst gestellt hat.
Ich denke, dieser Vers passt sehr gut zu der Aussage: „Trachte zuallererst nach dem Reich Gottes.“ Das ist genau dieselbe Botschaft. Sei zuallererst bemüht wie dieser Soldat, dem zu gefallen, der dich in den Dienst gestellt hat. Dein ganzes Leben soll wie eine Pfeilspitze dem Willen Gottes untergeordnet sein. Mache seine Ziele zu deinen Zielen und strebe zuerst nach seinem Reich und seinen Zielen.
Natürlich wusste das Timotheus. Man könnte es ungefähr so sagen: Timotheus, das ist jetzt ein sehr extremes Bild. Natürlich müssen wir uns auch um die täglichen Geschäfte kümmern. Natürlich, Timotheus, müssen wir Geld verdienen. Natürlich, Timotheus, müssen wir Zeit aufwenden, um unseren Rasen zu mähen. Timotheus, du weißt selbst, dass du Zeltmacher warst. Nun klar, 24 Stunden, sieben Tage die Woche ein Soldat Gottes zu sein, ist extrem.
Trotzdem sind wir verbunden mit den alltäglichen Geschäften. Aber wenn man sich ein spezielles Wort in Vers 4 anschaut, ist das meiner Meinung nach der Unterschied, auf den Paulus eingehen möchte. Es geht nicht darum, dass wir unseren täglichen Pflichten nicht nachgehen sollen und nur noch auf der Straße evangelisieren. Das wäre völlig unvernünftig.
Was Paulus sagt, ist: Ein guter Streiter, ein guter Soldat, verstrickt sich nicht in die Dinge des Lebensunterhalts. „Verstricken“ bedeutet so viel wie: Wenn sich jemand in Lügen verstrickt hat, dann hat er nicht nur einmal gelogen, sondern sein ganzes Lebenshaus ist in Lügen verstrickt. Er kommt nicht mehr heraus und bemüht sich nur noch, diese Lüge aufrechtzuerhalten. So ist das mit dem Verstricken.
Ich glaube, das ist es, was Paulus und Timotheus sagen möchten: Timotheus, richte deinen Dienst völlig aus! Lesen wir in Kapitel 4: Timotheus, du hast eine Berufung bekommen, du hast eine Begabung bekommen. Timotheus, predige das Wort, solange du noch kannst!
Ja, ich sehe bei dir die Gefahr, dass du dich zu sehr in den Dingen des Alltags verstrickst. Dass nicht mehr Gott und seine Ziele dein höchstes Ziel sind, sondern dass dein höchstes Ziel ist, ausgesorgt zu haben. Wisst ihr, man kann auch viele Anwendungen bringen, die uns im Alltag verstricken. Das weiß doch jeder am besten.
Ein guter Streiter Christi – und wir alle haben zu lernen, ich auch – das Wort Gottes will uns hier helfen, gute, konsequente und opferbereite Streiter zu werden. Was Paulus sagt, ist: Timotheus, setze die Prioritäten richtig! Sorge zuallererst für die Gemeinde. Sorge dafür, dass Gottes Name in der ganzen Welt bekannt wird und so weiter.
Was ist dein Ziel? Was ist deine höchste Priorität? Was ist das größte Ziel in deinem Leben? Christus und Christus allein? Wirklich wahr? Oder was sind deine größten Ziele? Ich glaube, das soll einfach geradegerückt werden – in Liebe, Vers 1: „Mein geliebtes Kind!“
Wir alle haben zu lernen, und Timotheus, der beste Mitarbeiter von Paulus, musste auch lernen. Deshalb haben wir alle zu lernen. Der Unterton aus Kapitel 4, Vers 5, schwingt die ganze Zeit mit: Richte deinen Dienst völlig aus! Das ist die Not von Paulus: „O Timotheus, verstricke dich nicht, sondern richte deinen Dienst völlig aus!“
Das Bild des Läufers: Konsequenz und Regelmäßigkeit
Vers 5, Kapitel 2, Vers 5 – Das nächste Bild
Hier wird ein Läufer beschrieben, der läuft. Paulus sagt, dass dieser Läufer niemals den Siegeskranz bekommen wird, wenn er nicht auch nach den allgemeinen Regeln läuft, die auf dieser Rennbahn gelten. Timotheus, du wirst nur erfolgreich laufen und den Siegeskranz erhalten, wenn du dich an diese Regeln hältst. Es hat nichts mit der Rettung zu tun, sondern mit dem Lauf selbst.
Ich denke, man kann das so zusammenfassen: Timotheus, wenn du am Lauf teilnimmst, bist du freigestellt, teilzunehmen. Die Teilnahme am Lauf für den Herrn, im Dienst für den Herrn, ist deine Entscheidung. Aber wenn du teilnimmst, dann bitte konsequent. Timotheus, wenn du teilnimmst, dann bitte konsequent!
Wie komme ich darauf? Ihr seht es in Vers 5. Bei diesem Bild ist es gar nicht die Frage, ob der Läufer teilnimmt. Das ist nicht die zentrale Aussage. Die eigentliche Aussage von Paulus ist: Der Wettläufer bekommt nur dann den Kranz, wenn er auch nach den Regeln läuft. Also geht es nicht darum, ob Timotheus mitläuft, sondern darum, dass er konsequent mitläuft. Sei nicht halbherzig!
Wenn du dem Herrn dienen willst, leg dein ganzes Leben als ein lebendiges Opfer hin. Timotheus, wenn du dem Herrn dienen willst und die Zeit so kurz ist, du so viel Begabung bekommen hast, dann richte deinen Dienst völlig darauf aus. Wenn du an diesem Lauf teilnimmst, dann richtig. Lass es, wenn es halbherzig ist.
Diese Worte sprechen auch zu mir. Tatsächlich spricht jeder dieser Punkte zu mir. Ich sage euch, dass ich ganz bewusst Vers 7 auf mich angewandt habe: „Bedenke diese Dinge.“ Ich habe mich zuhause auf meine Knie gelegt – nach der Predigt, während der Predigt und vorher. Wann genau ich auf den Knien war, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall nach der Predigt. „Bedenke diese Dinge“ – wo bist du nicht konsequent? Wo denkst du, ein bisschen Zeugnis geben reicht? Wo sagst du, meine Gebetszeit ist okay, aber sonst nicht so viel? Wo merkt man, dass man manche Dinge einfach zu halbherzig macht?
Man kann sich Hunderte Kommentare durchlesen, und viele sagen, die Regeln des Laufes sind Gebet, Bibelstudium, Absonderung usw. Im Zusammenhang der gesamten Bibel sind das sicherlich richtige Regeln. Für mich wirkt das aber manchmal sehr weit hergeholt. Sicherlich richtig im biblischen Kontext, aber das Einzige, was ich sicher sagen kann, ist, dass die Regeln, die im Textzusammenhang stehen, die wichtigsten sind.
In diesem Textzusammenhang ist es, wie ich meine, eben dieses aus Kapitel 1: „Schäme dich nicht, predige das ganze Wort, auch wenn sie es nicht hören wollen. Schäme dich mit!“ Ich könnte mir vorstellen – das ist nur Mutmaßung – dass das Grundprinzip ist: Sei konsequent!
Ich könnte mir vorstellen, dass es damit zusammenhängt, dass Paulus zu Timotheus sagt: Wenn du das Wort verkündigst, wenn du es klar verkündigst und nach außen gehst, dann leide mit! Timotheus, kämpfe nach den Regeln! Verwässere nicht das Evangelium, nur weil du Angst hast, nicht zu leiden. Hör auf, deinen Mund zuzumachen, damit du nicht leiden musst.
Diese Regeln des Kampfes sind einfach... ich weiß nicht. Vielleicht sind sie wirklich zweitrangig. Sonst hätte Paulus sie vielleicht besser ausgeführt. Vielleicht hat er sie auch extra allgemein gehalten, damit sich jeder auf sich selber anwenden kann.
Das Bild des Ackersmanns: Geduld und Ausdauer in der Arbeit
Ja, und das dritte Bild, das Paulus Timotheus mitgeben möchte, ist das Bild eines Bauern. Typisch für einen Bauern ist, dass er viel mühsame, harte und oft auch langweilige Arbeit verrichtet.
Das ist auch das, was ich bei einem Fußballspieler meinte: Wie oft er tagtäglich zum Training gehen muss, wie sehr er sich abrackern und schwitzen muss, ohne dass jemand am Rand Applaus spendet – außer vielleicht bei einem öffentlichen Training. Meistens gibt der Trainer noch Anweisungen. So ist dieses Bild.
Der Bauer müht sich in seiner Arbeit. Timotheus, es wird auch für dich oft harte Arbeit sein, dran zu bleiben und Opfer zu bringen. Ihm zu folgen und deine Gebetszeiten für die Gemeinde einzuhalten. Bei deiner Gemeindemissionsarbeit kann es sein, dass du dich, wie im Vers sechs beschrieben, abmühst und keine Früchte siehst.
Und mal ehrlich: Ist das nicht oft das Entmutigendste? Stell dir vor, jemand hält Kinderstunden, Monat für Monat oder in einem anderen Rhythmus – das ist ja egal – und hat den Eindruck, die Kinder verstehen gar nichts. Manchmal vergehen Jahre: sieben, acht, neun oder sogar zehn Jahre, und die Kinder werden älter. Plötzlich geht die Frucht auf. Man merkt, dass die harte Arbeit, die man investiert hat, doch etwas bewirkt hat.
Jeder Prediger kennt das. Jeder, der das Evangelium an Freunde und Bekannte weitergibt, weiß, dass es harte Arbeit ist. Dazu kommt das Beten, und oft passiert erst einmal nichts. Doch Gott bringt im Hintergrund das Wachstum.
Was Paulus hier sagen möchte, ist: Timotheus, du wirst dich hart abrackern müssen. Manchmal wirst du keine Frucht sehen. Trotzdem ist der ermutigende Punkt: Der Bauer wird die Früchte seines Werkes genießen. Er wird die Früchte sehen, wie Gott sie dir vielleicht auch im Himmel vergilt – wie auch immer, das überlassen wir dem Herrn.
Das ist die Ermutigung: Unter schwerer Sonne auszuhalten, mit dem Ziel, dass die Frucht aufgeht.
Persönliche Anwendung und Ermutigung zum Durchhalten
Und so möchte ich jetzt wirklich auf der Grundlage von Vers 1 stark in der Gnade stehen. Wo wir fallen, stehen wir wieder auf und freuen uns an der Treue und Liebe des Herrn. Trotzdem wollen wir uns diese Frage stellen – auf der Grundlage von Vers 7: Bedenke, was ich dir sage, lieber Christ. Denke über diese Prinzipien in deinem Leben nach und frage auch vor dem Herrn. Er wird dir Erkenntnis geben.
Wie geht es dir mit dem Gedanken, wenn du dein Leben abgleichst mit dem ersten Bild? Ist die Pfeilspitze deines Lebens, die Pfeilspitze deines Willens, deines Wünschens, deines Trachtens dem zugefallen, der dich in den Dienst gestellt hat? Ich meine nicht, dass man nicht auch oft schwach ist. Ja, das ist so. Aber ich bin der festen Überzeugung – und ich kenne selbst diese Momente bei mir –, dass man diesen Willen so haben kann: alles für den Herrn. Völlig ausgerichtet darauf, dass sein Name verherrlicht wird.
Sicherlich blüht es heute auf, morgen geht es wieder runter – es gibt verschiedene Phasen. Aber wenn du dein Leben überdenkst, deine Ziele und alles, wenn du das erste Bild denkst, wenn du ein guter Streiter Christi werden möchtest: Ist dein größter Wunsch, dem zugefallen zu sein, der dich in den Dienst gestellt hat, mit der Gnadengabe, die dir gegeben wurde, verantwortungsvoll umzugehen? Suchst du seine Ehre, seinen Namen bekannt zu machen?
Oder sind die Wünsche des Drachen deines Herzens eher folgende? In aller Schwachheit sage ich das: Ach Tobi, so ein extremes Christsein ist doch nicht gesund. Ja, komm, lass mich in Ruhe, ich will mein Leben leben, jeden Atemzug genießen, das tun, was mir gefällt, und nebenbei mal was für den Herrn tun. Ach Tobi, so ein extremes Christsein ist doch nicht gesund. Lass mich in Ruhe, ich will mein Leben leben, jeden Atemzug genießen, ausgesorgt haben bis in alle Ewigkeit, das tun, was mir gefällt, und nebenbei mal was für den Herrn tun. Ich bin doch berufen zur Freiheit und zur Freude.
Vers 7 sagt: Bedenke diese Dinge, denke darüber nach. Wie fühlst du dich, wenn du an Vers 5 denkst? So kämpfst du nach den Regeln des Neuen Testaments? Lebst du dein Christenleben grundsätzlich ein bisschen entspannter? Ein bisschen entspannter, warum? Damit du nicht leiden musst, damit du nicht aus dieser angenehm-christlichen Blase der Gemeinde austreten musst?
Ich vergleiche das mit dem Bild einer Burg, bei der ab und zu mal die Ketten untergelassen werden. Dann geht man kurz raus, verteilt ein paar Traktate und dann schnell wieder rein – so in die sichere Gemeindeblase.
Wie fühlst du dich, wenn du an den Wettkampf denkst? Wärst du bereit, nur eine Frage für dich persönlich: die Kosten deiner Berufung zu tragen, Wohlstand aufzugeben, wenn Gott dich in einen besonderen Dienst ruft? Es gibt tausend Anwendungen.
Und wie fühlst du dich, wenn du an den Gedanken in Vers 6 denkst? Mühst du dich ab für den Herrn oder mühst du dich ab für deine eigenen Lebensvorstellungen? Man kann sich ja in beide Richtungen abmühen.
Ich will dich damit wirklich ermutigen: Am Ende fühlt sich jeder, der dem Herrn dient, oft wie ein Bauer. Oft ist es so langweilige, tägliche Arbeit. Oft sehen wir keine Frucht, keine Veränderung. Aber der, der durchhält für den Herrn – und ich weiß, dass es viele bei uns gibt, jeder auf seine Weise –, der durchhält für den Herrn, wird diese Früchte einmal genießen. Ist das nicht schön? Dass du es genießen wirst?
So erinnere ich uns noch einmal an Vers 7: Denke in deinem Leben darüber nach. Und während du aufstehst, tagtäglich kämpfst, tagtäglich versuchst, diese Dinge umzusetzen, während du läufst und kämpfst, immer wieder hinkommst, dich schämst, immer wieder schwach wirst, immer wieder träge für den Herrn – während du tagtäglich kämpfst, fällst und wieder aufstehst – steht immer noch als Fundament Kapitel 2 Vers 1: Laufe deinen Lauf, aber sei stark in der Gnade. Packe die Dinge an, aber sei stark in der Gnade. Das haben wir ausführlich am Anfang ausgeführt.
Ja, ich hoffe, dass diese wichtigen Wahrheiten, die Paulus im Vers 7 betont, unsere Herzen erreichen. Das wünsche ich mir wirklich. Und ich habe gebetet, dass es auch mein Herz erreicht. Denn es sind keine Metaphern, keine Floskeln. Es geht wirklich darum, die Berufung, die Gott jedem Einzelnen von uns gegeben hat, auch wirklich zu leben. Damit Gott seine Ziele mit unseren Zielen erreichen kann.
Das ist einfach mein Wunsch. Und ich glaube, dass das genau der Wunsch von Paulus an Timotheus war. Ich wünsche es mir für euch und auch für mich.
Lasst uns dann vielleicht im zweiten Teil genau auch dafür beten, dass wir diese Dinge bedenken und Gott uns Erkenntnis zeigt. Aber dann, stark in der Gnade, uns auch das Wollen und das Vollbringen bewirkt.
Amen! Wir singen zwei Lieder.
