Serie•Teil 7 / 7E21 Regionalkonferenz Schweiz 2018
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Einleitung: Die Sehnsucht nach erneuerter Freude
Do you ever find yourself looking back on a time when you were on fire for the Lord? Schaust du irgendwann ab und zu mal zurück auf eine Zeit, in der du richtig für den Herrn gebrannt hast? Vielleicht in dem Moment, als du Christ wurdest? Oder vielleicht während deiner Studienzeit? Oder als Mitarbeitender bei einer Sommerfreizeit? Oder vielleicht nach einer Missionsreise, die du gemacht hast? Und du siehst dein Glaubensleben jetzt und fragst dich: Wo ist eigentlich die Freude hin?
Wenn dich das beschreibt, dann ist Nehemia 13 wirklich ein Wort ganz speziell für dich.
Wenn Disney Nehemia verfilmt hätte, dann wäre der Film nur bis zu Kapitel 12 gegangen. In den ersten sechs Kapiteln werden die Mauern der Stadt wieder aufgebaut, und in den Kapiteln 7 bis 12 wird dann das Volk erbaut. Und das begann damit, ihr erinnert euch, als das Wort Gottes geöffnet wurde und Gott ihre Herzen ansprach. Dann geschah diese Überführung von Sünde, als sie wirklich erkannten, was sie getan hatten, wie sie sich von dem Gott wegbewegt hatten, der sie doch so liebt. Und dann kam diese tiefe Freude, als sie darüber freudig nachdachten, wie Gott ist, wer er ist, wie er alle unsere Schwächen sieht und uns trotzdem weiter liebt.
Also in Kapitel 10 wenden sie sich dem Herrn wieder ganz neu zu. Und dann sagen sie: Wir wollen dich hier im Zentrum unserer Beziehungen haben, wie wir auch unser Geld ausgeben und wie wir unsere Zeit investieren. Wir wollen unser ganzes Leben für dich leben.
In Kapitel 11 lesen wir dann davon, wie sie die Stadt wieder neu bevölkern. Jerusalem steht ja ganz klar im Zentrum von Gottes Plan, die ganze Welt zu erreichen. Und so ziehen die Menschen aus den ländlichen Gebieten in die Stadt hinein. Und sie sagen: Wir werden diese Stadt aufbauen zur Ehre Gottes.
Und in Kapitel 12 lesen wir dann, dass sie feiern. Das ist einfach wunderbar. Du kriegst die beiden Chöre, die auf der Stadtmauer herummarschieren: Die einen gehen so herum, die anderen gehen so herum, und sie treffen sich in der Mitte. Und wir lesen in Kapitel 12, Vers 43:
Und es wurden an diesem Tag große Opfer dargebracht, und sie waren fröhlich, denn Gott hatte ihnen eine große Freude gemacht, sodass auch Frauen und Kinder sich freuten, und man hörte die Freude Jerusalems schon von ferne.
All the nations living around Jerusalem are thinking: These Israelites, they’re so serious. Und die Völker, die darum herumlebten um die Stadt Jerusalem, die sagten: Die Israeliten, die sind ja so ernst. Die nehmen ihren Gott so unheimlich ernst, und die leben ihr ganzes Leben für ihn. Oh, it must be grim. Das muss ja ganz fürchterlich sein. And then they hear this singing. And then they hear this singing, joy.
Warum denn das? Weil Gott ihnen diese tiefe Freude gegeben hat. Es ist doch wunderbar, dieses Volk zu sein. Das ist das Leben, für das wir gemacht wurden. Und das ist das, was Jesus später das Leben in Fülle nennen würde.
Und Disney hätte an dieser Stelle jetzt den Film beendet, weil es war eine fantastische Reise. Schaut euch an, was Gott in nur ein paar Wochen getan hat. In nur 52 Tagen wurde die Stadtmauer neu aufgebaut und das ganze Volk verändert. Und damit endet dann der Film.
And we read it and we pray, Lord, please do it again. Und wir lesen das und sagen: Ja, Herr, mach das noch einmal und bringe eine solche Erweckung in unser Land, in unsere Kirchen hinein. Und wir beten, dass wir auch solche Menschen sein würden, die das Wort Gottes öffnen und hierhin hören, wie du, Herr, zu uns sprichst, in unsere Herzen hinein, und dass du uns neu überführst von der Sünde in unserem Leben. Und uns dann eine so große Freude schenkst, wie die Menschen sie dort hatten, dass auch wir dann singen würden zu Gottes Ehre.
Und das stimmt: Die Kapitel 1 bis 12 sind tatsächlich der Treibstoff für solche Gebete. Aber das Buch hört hier nicht auf. Und Kapitel 13, da kommt jetzt noch etwas, das eine ganz ernste Ermahnung ist.
Die Rückkehr und der erste Schock
Kapitel 13, Vers 6. Beide war ich nicht in Jerusalem, denn im zweiunddreißigsten Jahr Artaxastas, des Königs von Babel, war ich zum König gereist und hatte erst nach längerer Zeit den König gebeten, dass er mich wieder ziehen lasse.
Und im 32. Jahr geht er zurück nach Susa. Dann kommt er einige Jahre später wieder, um zu sehen, wie es nun geht. Und was findet er dort? Die Mauern stehen noch, aber die Menschen sind in Ruin. Warum? Weil die Menschen, die durch das Wort Gottes geformt worden waren, nun neu geformt worden sind durch die Welt um sie herum.
Kapitel 13, Verse 1-5 geben uns einen Eindruck davon, was passiert ist, während Nehemia weg war. Ich lese die Verse 1 bis 3:
Und in dieser Zeit las man aus dem Buch des Mose vor den Ohren des Volkes und fand darin geschrieben, dass die Ammoniter und Moabiter niemals in die Gemeinde Gottes kommen dürften, weil sie den Israeliten nicht mit Brot und Wasser entgegenkamen und gegen sie Bileam dingten, damit er sie verfluche. Aber unser Gott wandte den Fluch in Segen. Als sie nun dies Gesetz hörten, schieden sie alles fremde Volk aus Israel aus.
Das heißt: Bevor Nehemia ging, haben sie noch aus dem Wort Gottes gelesen, aus 5. Mose 23,3, wo es heißt, dass kein Ammoniter oder Moabiter in der Gemeinde Gottes leben dürfe. Und wir müssen hier sehr sorgfältig hinhören. Es geht hier nicht um Rassismus, denn Gottes Volk wurde immer wieder dazu aufgerufen, Fremde willkommen zu heißen. Wenn du da mitschreibst, dann Levitikus 19,34 oder 5. Mose 10,19, wo Gottes Volk ganz klar dazu aufgerufen wird, die Fremden zu lieben und sie willkommen zu heißen.
Denk an das Buch Ruth. Ruth ist eine Moabiterin, und sie wird willkommen geheißen im Volk Gottes. Sie wird sogar hineingeboren in die Linie, aus der dann König David kommen würde. Es geht hier also nicht darum, dass man nicht gastfreundlich ist. Nein, es heißt hier einfach, Acht zu haben. Denn die Ammoniter und die Moabiter waren immer und immer wieder Völker, die es sich zur Aufgabe machten, das Volk Gottes zu zerstören. Und das Volk Gottes sollte eben den Feinden hier keinen Zugang geben zu ihrem gemeinsamen Leben.
Ein verantwortungsbewusster Ältester würde keinen Atheisten zu einem Kleingruppenleiter machen.
Ein gefährlicher Einfluss im Inneren
Aber während Nehemia unterwegs ist, also weg ist, lesen wir in Vers 4: Und es hatte einst der Priester Eljaschib, der über die Kammern bestellt war, am Hause unseres Gottes, ein Verwandter des Tobija, diesem eine große Kammer gegeben, in die man früher die Speisopfer gelegt hatte, den Weihrauch, die Geräte und den Zehnten vom Getreide, Wein und Öl, die Gebühr für die Leviten, Sänger und Torhüter, dazu die Abgaben für die Priester.
Eljaschib ist ein Verwandter von Tobija, also eng mit ihm verbunden. Das heißt, irgendwie haben sie eine Partnerschaft, vielleicht durch eine Heirat oder durch irgendwelche geschäftlichen Dinge. Aber bedenke: Wer ist dieser Tobija? Es ist ein Ammoniter. Wir haben ihn vorher schon einmal kennengelernt. Er war dieser eingeschworene Feind von Gottes Volk. Und was hat er in Kapitel 4 versucht zu tun? Er hatte doch Pläne geschmiedet, gegen Gottes Volk zu kämpfen. Und so ein Typ ist jetzt hier in einer ganz engen Verbindung mit einem der Priester. Da sollten bei uns die Alarmglocken schellen.
Im Tempel gab es so Lagerräume, wo man alles aufbewahrte, was man für den Lobpreis Gottes brauchte. Und ihr seht hier: Der Priester Eljaschib gibt einen solchen Raum an diesen Tobija für seinen Nutzen. Er lädt ihn ein, mitten in das Herz ihres gemeinsamen Lebens.
Und in Vers 7 steht: Und als ich nach Jerusalem kam, merkte ich, dass es Unrecht war, was Eljaschib für Tobija getan hatte, als er ihm eine Kammer im Vorhof des Hauses Gottes gab.
Missversteht das nicht: Wir sollten Fremde willkommen heißen und auch für sie da sein, egal was jetzt ihr Bekenntnis ist. Aber dieser Mann ist darauf aus, das Volk Gottes zu zerstören. In Kapitel 6, Vers 17, können wir nachlesen, dass einige der anderen Leiter an Tobija geschrieben hatten. Da heißt es, sie waren ihm durch einen Eid verpflichtet. Und sie waren ganz begeistert, was für ein toller Typ er war.
Und Nehemia sagt: Jetzt seht ihr, was für einen Einfluss dieser Mann auf euch hat. Ihr seid so darauf bedacht, irgendwie mit ihm gut dazustehen, dass euer eigentlicher Dienst an Gott komplett kompromittiert worden ist. Und darauf kann sich Nehemia in keinster Weise einlassen.
Vers 8: Und es verdross mich sehr, und ich warf allen Hausrat des Tobija hinaus vor die Kammer. Er hat also alle seine Möbel rausgeworfen und befahl, dass die Kammer gereinigt werde. Darum geht es hier. Tobija war wirklich ein korrumpierender Einfluss. Und deswegen musste sein Zimmer hier wieder neu gereinigt werden.
Wenn Gottes Volk sich von der Welt formen lässt
Do you see, God's people were meant to be shaped by God's word, denn Gottes Volk sollte doch durch Gottes Wort geformt werden. And what's happened is they've given in to the world, und was hier geschehen ist, sie haben sich ganz der Welt hingegeben.
And of course we live in a world that's mostly very reasonable. Nun leben wir ja in einer Welt, die sehr vernünftig ist. Also zumindest in Grossbritannien ist es so, dass sich im Moment noch keiner aktiv darum bemüht, den christlichen Glauben zu verbieten. Die sagen nur: Behalt das mal bitte für dich. Ja, und nur sonntags, und möglichst klein. In den Schulen wollen wir davon bitte nichts, und natürlich auch nicht am Arbeitsplatz.
Aber das erlaubt uns die Bibel nicht, weil der Gott der Bibel, der Gott von Nehemiah, der grosse Gott aller Himmel ist, der seinen Plan durchführt für die ganze Welt. Und er ruft uns dazu auf, mit unserem ganzen Leben für ihn da zu sein. Und das mag ja so klingen, wenn die Autoritäten sagen: Also sonntags könnte er ja noch irgendwie. Dass das sehr tolerant wäre, das ist ja ganz in Ordnung für dich, wenn du das so brauchst.
Aber sie sind nicht wirklich tolerant, denn sie verlangen eigentlich von mir, dass ich das verleugne, was ich wirklich glaube. Sie sagen, dass ihre Perspektive auf Religion bedeutender, wichtiger, entscheidender ist als meine persönliche Sicht davon. Und sie glauben, Religion sei eine private Sache. Wir denken halt, dass Religion etwas ganz Privates ist, aber wir sind doch davon überzeugt, dass der Gott der Bibel der Gott über alles ist. Das heisst, ihn nur für mich zu behalten, ist ja wirklich ein Verleugnen dessen, wer Gott wirklich ist.
Und doch lassen wir uns irgendwie darauf ein, weil diese Leute einen gewissen Einfluss haben über unsere Karriereaussichten. Und deswegen wollen wir unsere enge Verbindung mit ihnen eigentlich nicht verlieren. Das heisst, anstatt durch das Wort Gottes geprägt zu sein, geben wir der Welt nach. Und genau das passiert eben auch während der Zeit, als Nehemiah weg ist. Und das zeigt sich auf drei spezifische Weisen.
Der erste Bereich: Geben und Vertrauen
they resolved to devote themselves to the Lord. First, the people stopped giving to the life of the Temple. Das finden wir in den Versen 10 bis 14. Also zurück in Kapitel 10: Da haben sich die Menschen neu verpflichtet, treu für den Dienst im Tempel zu geben, Geld zu geben und auch Getreide. Und sie versprachen, dass sie das Haus des Herrn nicht vernachlässigen würden. Für den Tempel etwas zu geben, sollte wirklich symbolisch dafür stehen, dass sie ihr ganzes Leben Gott geben.
Aber schon allein der Umstand, dass jetzt hier eine Kammer im Tempel frei war für Tobia, ist ein Zeichen dafür, dass hier manches vielleicht nicht ganz so wahr war, wie es sein sollte. Das heißt nämlich, dass das Geld und das Getreide nicht kamen, so wie es sollte. Und so ist es dann auch ganz natürlich, dass es zu der Zeit, als Nehemia zurückkehrt, in Vers 10 heißt: Und ich erfuhr, dass die Anteile der Leviten nicht eingegangen waren, und deshalb waren die Leviten und Sänger, die den Dienst ausrichten sollten, fortgegangen, ein jeder auf sein Land.
Ihr seht: Die Leviten haben im Tempel gearbeitet, aber jetzt mussten sie wieder hinausgehen und draußen auf den Feldern arbeiten, denn die Menschen gaben nicht mehr, damit sie ihren Dienst im Tempel ausüben konnten. Die Welt um sie herum sagte wahrscheinlich: Warum sollte man sein Geld, sein hart verdientes Geld, weggeben für diesen Gott, der da angebetet wird? Wenn du das machst, verpasst du so viel anderes. Und Nehemia sieht, was hier geschieht.
Und in Vers 11 widerspricht er ihnen: Da schalt ich die Ratsherren und sprach: Warum wird das Haus Gottes vernachlässigt? Und ich holte sie zurück und stellte sie wieder in ihren Dienst. Und in den Versen 12 bis 13 ergreift er nun Maßnahmen. Da brachte ganz Juda den Zehnten vom Getreide, Wein und Öl in die Vorratskammern, und ich bestellte über die Vorräte den Priester Schelemja und Zadok, den Schreiber, und von den Leviten Pedaia; und ihnen zur Hand Hanan, den Sohn Sakkurs, des Sohnes Mattanias, denn sie galten als zuverlässig. Und ihnen wurde befohlen, ihren Brüdern auszuteilen.
Das Kernwort ist hier: zuverlässig. Das heißt, die Leute, die du in Verantwortung setzen solltest, sollten Leute sein, auf die du dich verlassen kannst, dass sie die Gemeinde Gottes nicht in die Welt hineinführen, sondern davor bewahren, in die Welt zurückzufallen.
Was würde es bedeuten, das jetzt auf uns selbst anzuwenden? Jesus sagt, dass das, was wir mit unserem Geld tun, etwas über unsere Herzen zum Ausdruck bringt. Denkt darüber nach, was wir mit unserem Geld getan haben, als wir für den Herrn brannten. Erinnert ihr euch daran, wie wir gebrannt haben, wie wir begeistert waren für die Dinge, die Gott wichtig waren? Es war eine große Freude für uns, Missionsgesellschaften Geld zu geben und zu spenden, auch für den Dienst der lokalen Gemeinde oder auch Gruppen wie Proclamation Trust.
Und es machte uns gar nichts aus, da ein bisschen weniger zu haben, weil unser Fokus auf die Ewigkeit gerichtet war. Wir gaben für die Zwecke Gottes, weil wir für diese Zwecke auch lebten. Und wir wussten, dass seine Zwecke wirklich auf eine neue Welt zielen.
Seht ihr also, dass das, was die Menschen Gottes mit ihrem Geld tun, wirklich auch ein Hinweisschild für die Welt ist? Das zeigt nämlich deutlich, dass wir verstehen, dass das Hier und Jetzt nicht alles ist. Aber was jetzt passiert ist: Dein Einkommen ist hochgegangen, aber dein Geben, deine Spenden, sind nicht in gleicher Proportion mitgewachsen, weil dir doch jeder erzählt: Du hast nur ein Leben, leb es! Und wir merken, wie uns das trifft. Wir wollen ja nichts verpassen. Wir haben mal nach seinem Wort gelebt, aber jetzt haben wir der Welt nachgegeben.
Und wir sagen zu unseren Freunden: Da ist eine zukünftige Welt. Und dann sehen sie, wie wir unser Geld ausgeben, und sie sagen: Na, es sieht nicht so aus.
Der zweite Bereich: Ruhe, Identität und der Sabbat
Der zweite Weg, wie sie sich hier der Welt anpassen, ist, dass die Menschen den Sabbat missachten. Das sehen wir in den Versen 15 bis 22. Ja, noch einmal zurück in Kapitel 10: Dort war es so, dass sie sich neu dazu verpflichtet hatten, den Sabbat zu halten.
Der Sabbat war doch der eine Tag, der Gottes Volk wirklich aussonderte, als etwas, das einfach anders war als die Welt. Denn alle anderen arbeiteten an jedem Tag. Wenn die Ernte es verlangte, dass sie eingeholt wurde, dann machte man das einfach. Aber Gottes Volk nahm sich diesen Tag der Pause. Das war ganz seltsam. Warum? Warum hielten sie Ruhe? Weil Arbeit gut ist, aber das Leben mehr ist als nur Arbeit. Da ist Gott.
Und die Welt um dich herum sagt: Dein ganzes Leben hängt von deiner Arbeit ab. Du musst weiterarbeiten, du musst die Ernte einholen. Aber das Volk Gottes sagt: Nein, wir können Ruhe halten, denn unser Leben hängt nicht von unserer harten Arbeit ab. Es hängt von Gott ab. Er ist unser Schöpfer und Erlöser, und unser Leben ist nicht in unserer eigenen Hand, sondern in seiner. What a relief! Seht ihr, warum es so eine Freude ist, das Volk Gottes zu sein? Wegen ihm können wir ruhen.
Aber dann, zu der Zeit, als Nehemia zurückkommt, lesen wir in den Versen 15 und 16: Zur selben Zeit sah ich in Juda, dass man am Sabbat die Kelter trat und Getreide herbeibrachte und auf Eseln und auch Wein, Trauben, Feigen und allerlei Last nach Jerusalem brachte am Sabbattag. Und ich verwarnte sie an dem Tag, als sie die Nahrung verkauften. Es wohnten auch Tyrer dort, die brachten Fische und allerlei Ware und verkauften sie am Sabbat den Leuten in Juda und in Jerusalem.
Seht ihr, wie hektisch das alles ist? Sie machen auf, bauen ihre Läden auf und bringen die Fische mit. Und sie sagen: Wenn die auch am Sabbattag ihre Geschäfte machen, dann sollten wir das auch machen, sonst verlieren wir wohl das Geschäft an sie. Was ist daraus geworden, dass ihr anders seid? Was ist denn jetzt mit dem Vertrauen auf den Herrn?
Und so sehen wir, dass Nehemia sie jetzt ermahnt. Er warnt sie in Vers 15 und dann noch einmal in Vers 17. Da schalt ich die Vornehmen von Juda und sprach zu ihnen: Was ist das für eine böse Sache, die ihr da tut und entheiligt den Sabbattag? Und wiederum ergreift Nehemia hier die Initiative. So sehen wir, dass er am Tag vor dem Sabbat, in Vers 19, die Tore verschließt, damit keiner am Sabbat hereinkommen kann, um Geschäfte zu machen.
Ihr Lieben, was sagt der Herr zu uns durch diese Worte? Wir halten den alttestamentlichen Sabbat nicht. Aber wie beim Rest des Alten Testaments sagt Jesus, dass auch der Sabbat auf ihn hinweist. Er ist der, der uns Ruhe gibt.
Aber die Welt um uns herum, die Kultur um uns herum, sagt: Dein Leben hängt davon ab, dass du arbeitest. Nicht nur für das Essen auf dem Tisch, sondern für deinen ganzen Sinn. Für dein ganzes Verständnis davon, was dich ausmacht, was deinen Wert ausmacht.
Einer meiner Lieblingsfilme ist ein Film mit dem Titel On the Waterfront. Ein Film aus den Fünfzigern. Da ist der junge Marlon Brando. Ich sehe, ihr schaut mich alle so an, als hättet ihr keine Ahnung, wovon ich rede. Ihr solltet diesen Film sehen, er ist großartig. Er spielt Terry Malloy, den Boxer mit dem Namen Terry Malloy, und seine Karriere kommt zum Stillstand, weil er einen Kampf aufgeben muss.
Da gibt es eine ganz spannende Szene, in der er mit seinem Bruder im Taxi sitzt. Und da sagt der junge Marlon Brando: Ich hätte hier ein echter Herausforderer sein können. Mit anderen Worten: Wenn er es als Boxer geschafft hätte, dann wäre er jemand. Aber so, wie es jetzt ist, fühlt er sich eben wie ein Niemand.
Und ist das nicht genau das, was die Kultur um uns herum uns immer wieder erzählt? Wenn du jemand sein willst, dann musst du im Job Erfolg haben. Und wenn du keine tolle Karriere hast, dann gibt man dir den Eindruck, du bist ein Nichts. Und das ist der Grund, warum wir so extrem beschäftigt sind. Deshalb arbeiten wir zu allen möglichen Zeiten. Und das hat nicht nur damit zu tun, dass einfach viel zu tun ist. Es hat etwas damit zu tun, dass wir besonders erfolgreich sein wollen, weil wir jemand sein wollen. Wir wollen das darstellen.
Und der Herr sagt uns: Dein Wert, wer du bist, hängt nicht primär von deiner Arbeit ab. Er hängt von mir ab. Und es spielt keine Rolle, was die Welt sagt, denn ich sage dir, wer du bist. Du bist mein Kind. Und ich sage dir, du bist wertvoll und du bist geliebt.
Und, ihr Lieben, wenn ihr das hört, dann befreit uns das doch. Denn du musst niemandem mehr etwas beweisen. Das heißt, du kannst auch mal innehalten und ruhen. Ihr seht, unser Ruhen ist wirklich ein Hinweisschild, ein Zeichen. Denn es verdeutlicht, dass unser Leben, unser Selbstwert, nicht von der Arbeit abhängt, die wir tun, sondern von ihm, von unserem Schöpfer und unserem Erlöser.
Und vielleicht erinnerst du dich an die Tage, an denen du diese Freude kanntest. Vielleicht hast du hart für deine Prüfungen gelernt, aber du wusstest: Deine Zukunft hängt nicht von deinen Prüfungen ab, denn deine Zukunft liegt in seinen Händen. Das heißt, alle waren im Panikmodus, aber du konntest ruhig werden.
Oder erinnere dich an deinen ersten Job, wo du vielleicht ganz hart gearbeitet hast, aber du wusstest, wann du auch mal Pause machst. Weil jeder sich beweisen musste, aber du hattest das nicht nötig. Aber jetzt bist du total beschäftigt. Das heißt nicht nur, dass du viel zu tun hast. Das heißt einfach, dass die Welt dich erreicht hat. Du bist Teil dieser Kultur geworden.
Und wenn ich mal kurz die Pastoren hier unter uns ansprechen darf: Ihr wisst ganz genau, das trifft auf Pastoren genauso zu wie auf alle anderen, dass wir wahnsinnig viel zu tun haben. Und dass wir keine Zeit haben für unsere Familien, für Freunde, um mit Menschen einfach Zeit zu verbringen. Und am allerernstesten ist das Problem, dass wir nicht einmal Zeit dafür haben, wirklich Zeit mit dem Herrn zu verbringen.
Es ist nicht einfach so, dass da unheimlich viel zu tun ist und es schwer ist, mal aufzuhören. Nein, es hat damit zu tun, dass wir nicht einmal wissen, wie man aufhört. Denn auch wir arbeiten vor allem, um jemand zu sein. Und ja, wir predigen, dass unser Leben in der Hand unseres Schöpfers und Erlösers ist, und die Leute schauen uns an und sagen: Hm, das sieht nicht so aus.
Liebe Brüder und Schwestern, ist das vielleicht auch ein Wort für dich heute hier? Bist du vielleicht viel zu beschäftigt? Du musst vielleicht einfach mal aufhören, immer der Welt zuzuhören. Du musst wieder mehr die Stimme von Jesus hören. Er sagt dir heute: Kommt zu mir, all you who are weary and heavy laden, „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich will euch Ruhe geben“, den tiefen Frieden deiner Seele.
Der dritte Bereich: Ehe, Nachfolge und die nächste Generation
Dann kommen wir zum dritten Aspekt: wie sie der Welt nachgegeben haben.
Gottes Volk heiratet die Frauen der Feinde. Das sehen wir in den Versen 23 bis 30. In Kapitel 10 hatten sie sich noch dazu verpflichtet, dass sie ihre Töchter niemals den Feinden geben würden, um diese zu heiraten. Aber zu dem Zeitpunkt, als Nehemia zurückkommt, sagt er: Da kam ich zurück, und ich sah, dass Männer aus Juda Frauen aus diesen anderen Völkern geheiratet hatten.
Hier geht es wiederum nicht um Rassismus oder um Rassen. Nein, es geht um das Bewahren von Gottes Volk. Vers 24: Und die Hälfte ihrer Kinder sprach Aschdodisch oder die Sprache eines der anderen Völker, aber jüdisch konnten sie nicht sprechen. Seht ihr, was Gottes Volk einst zurück in die Freude eines Lebens mit Gott brachte? Das Wort Gottes. Wenn die Kinder jetzt nicht mehr die Sprache der Juden sprechen, wie sollen sie dann das Wort Gottes lesen? Wie werden sie ihn kennenlernen? Und wenn sie ihn selbst nicht kennen, was können sie dann ihren Kindern überhaupt noch weitergeben?
Und wiederum sehen wir, dass Nehemia sie scharf ermahnt. Vers 25: Und ich schalt sie und fluchte ihnen und schlug einige Männer und packte sie bei den Haaren und beschwor sie bei Gott: Ihr sollt eure Töchter nicht ihren Söhnen geben, noch ihre Töchter für eure Söhne oder für euch selbst nehmen.
Dann erinnert er sie in Vers 26 an Salomo und sagt: Bedenkt doch, was einst war. Hat nicht Salomo, der König von Israel, gerade damit gesündigt? Und es war doch unter vielen Völkern kein König ihm gleich. Und er war seinem Gott lieb, und Gott setzte ihn zum König über ganz Israel. Dennoch verleiteten ihn die ausländischen Frauen zur Sünde.
Die Ehe ist doch das Zusammenkommen von zwei Menschen, um gemeinsam den Plan Gottes auszuführen. Wenn aber einer kein Gläubiger ist, dann heißt das, ihr zieht in unterschiedliche Richtungen. Es ist wirklich gefährlich. Selbst Salomo wurde von Gott weggezogen. Und das ist genau der Punkt, den Nehemia hier anspricht. Denn Gott baut doch ein Volk, um der ganzen Welt seine Herrlichkeit wiederzuspiegeln. Und wenn eine Generation jetzt in die Welt kippt, wo bleibt dann die nächste Generation? Was wird denn aus den nächsten Generationen?
Ihr seht: Hier geht es um nicht weniger als die Zukunft von Gottes Volk und damit um Gottes Herrlichkeit. Deshalb ist Vers 28 ein solcher Schock: Und einer von den Söhnen Jojadas, des Sohnes Eljaschibs, des Hohenpriesters, war der Schwiegersohn des Horoniters Sanballat. Aber ich jagte ihn von mir.
Habt ihr das gehört? Der Sohn oder der Enkelsohn des Hohenpriesters ist jetzt verheiratet mit den Nachkommen von diesem Sanballat. Erinnerst du dich an Sanballat? Das war der Freund von Tobija, der auch den Plan geschmiedet hatte, das Volk Gottes zu zerstören. Und Nehemia treibt ihn davon.
Wiederum, für uns: Ich möchte hier ganz vorsichtig sein. Und ich möchte dem voranstellen, dass das Neue Testament deutlich lehrt: Wenn wir mit einem Ungläubigen verheiratet sind, dann sollen wir der beste Ehemann, die beste Ehefrau überhaupt sein, dieser Person gegenüber. Denn durch unser Zeugnis sollen wir darauf hinwirken, dass wir sie nicht von Gott wegziehen, sondern sie zu Gott hinbringen. Ich denke, das ist das, was 1. Petrus 3,1 uns lehrt. Und das sollte ja auch unser Verlangen sein.
Also, wenn du verheiratet bist mit jemandem, der kein Christ ist, und du nur denkst: Unser Gott, das ist halt so meine Sache, aber eben nicht ihre Sache, dann würde Nehemia zu dir sagen: Du hast der Welt nachgegeben. Da machst du Gott klein.
Und ich möchte auch deutlich sagen: Auch wenn du mit jemandem verheiratet bist, der kein Christ ist, dann gibt es sicher trotzdem viele Dinge, die ganz wunderbar sind in eurer Ehe. Aber du weißt, dass es auch schwierige Momente gibt. Nämlich die Momente, wenn ihr einfach in unterschiedliche Richtungen zieht, wenn es um die Ausgabe von Geld geht, zum Beispiel, oder darum, wo man leben sollte oder wie stark du dich im Gemeindeleben engagieren darfst. Und dir fehlt einfach, dass du dich austauschen kannst über das, was der Herr dir lehrt. Du vermisst die Freude, gemeinsam beten zu können. Da sind wahrscheinlich auch Spannungen darüber, was man den Kindern dann über den Glauben beibringen soll. Das ist schon hart.
Deswegen ruft uns das Neue Testament dazu auf, sehr weise zu sein. Und wenn wir über die Ehe nachdenken, nur jemanden zu heiraten, der im Glauben ist. 1. Korinther 7. Paulus sagt, man sollte jemand sein, der im Herrn ist, mit jemandem, mit dem du gemeinsam den Plan Gottes ausführen kannst.
Wenn du jetzt hier sitzt und denkst: Ein Glück, ich bin mit einem Christen verheiratet, dann will ich aber doch sagen: Es ist auch möglich, dass zwei Christen miteinander verheiratet sind und ihre Ehe trotzdem mehr von der Welt geprägt ist als durch das Wort Gottes. Ihr betet nicht zusammen. Ihr öffnet die Bibel auch kaum mal miteinander. Eure Kinder sind vielleicht fließender in der Sprache von Aschdod als in der Sprache der Judäer. Mit anderen Worten: Du lehrst sie einfach nicht die Wege Gottes.
Und das bedeutet nicht einfach nur, dass wir vielleicht in ein paar Details mehr durch die Welt geprägt sind, sondern dass die grundlegenden Prinzipien sich verschieben. Die Welt sagt, dass die Ehe eine Verbindung ist, ein Vertrag, den wir eingehen, bei dem die andere Partei verpflichtet ist, mir zu gefallen. Und wenn sie mir nicht mehr gefallen, wenn die andere Seite krank wird oder wenn sie einfach schwer zu lieben sind, wenn sie ihre Figur verlieren, wenn sie mich nicht mehr amüsieren, dann wird der Kontrakt beendet. Und das ist der Grund, warum so viele Ehen kaputt gehen. Und wir hören so oft der Welt zu bei diesem Thema.
Denn Gott sagt: In der Ehe geht es vor allem darum, ihn zu ehren. Und wir sagen: Das hört sich aber irgendwie ganz schön trocken an. Aber das ist wirklich der Schlüssel zu einer gesunden Ehe. Denn das bedeutet, dass, wenn jetzt der Ehepartner krank wird oder schwer zu lieben ist, ich immer noch einen guten Grund habe, sie oder ihn weiter zu lieben. Denn es geht ja jetzt nicht nur darum, dass es mir dabei gut geht, sondern es geht darum, dass ich ihn weiter lieben will und er will, dass ich dich weiter liebe. Also statt uns zu trennen, wenn es schwierig wird, bleiben wir zusammen. Und wenn wir das tun, dann sind wir ein Wegweiser, der auf ihn hinzeigt.
Dann sind wir Hinweisschilder. Dann zeigen wir auf ihn hin. Denn die christliche Ehe soll ein Hinweisschild sein, das die Welt auf Christus und seine Gemeinde hinweist. Er hat uns geliebt, als wir in keinster Weise liebenswürdig waren. So lieben wir die andere Person, wenn sie nicht besonders liebenswert ist. Er geht niemals weg, also sollen auch wir niemals weggehen.
Und du sagst: Aber Mike, wie können wir so lieben? Weil er uns seine Liebe gegeben hat. Ich schaue jetzt nicht einfach auf dich, damit du mich füllst, weil er mich schon gefüllt hat. Und aus der Fülle seiner Liebe habe ich jetzt die Ressourcen, auch weiter zu lieben.
Und vielleicht schaust du zurück und sagst: Ja, es gab diese Zeit, da war es so völlig klar für mich, dass es in der Ehe vor allem um ihn ging. Und du hättest dir niemals vorstellen können, jemanden zu heiraten, der nicht Christ ist. Aber jetzt ist auf einmal Druck da von deiner Familie. Und jetzt wirst du unsicher.
Oder vielleicht schaust du zurück an die frühe Phase deiner Ehe, wo es in der Ehe nur um ihn ging. Und jetzt geht es auf einmal nur noch um dich. Und du kriegst nicht mehr das, was du willst. Und so willst du jetzt raus aus der Ehe. Und es klingt so weise, aber es ist ein Schritt, der dich zerstören wird und deine Kinder zerstören wird.
Und noch einmal: Es geht hier um die Ehre Gottes. Wir singen über die wunderbare Liebe Gottes, seine Liebe für die, die gar nicht liebenswürdig sind. Und dann sieht die Welt christliche Ehen, die auf seine Liebe hinweisen sollten, und sieht, wie diese Hinweisschilder völlig verkrümmt und abgebrochen sind. Die sagen: So viel also zu Gottes Liebe.
Nehemias Reinigung und der Ruf zur Umkehr
Seht ihr, was hier passiert mit dem Volk Gottes im Buch Nehemiah? Es wird alles zusammengefasst am Anfang von Vers 30: So reinigte ich sie von allem Ausländischen und ordnete die Ämter der Priester und Leviten für einen jeden nach seinem Dienst.
Ihr seht: Das Volk Gottes ist völlig verschmutzt worden, weil es sich mit der Welt eingelassen hat. Und ihr sagt, Nehemiah sei ein bisschen wie ein alter Irgendwas. Ja, so ein Stinkstiefel. Ja, der den Leuten ein Haar umdreht und sie aus der Stadt raustreibt. Nein, ganz im Gegenteil: Das ist ein guter Hirte. Denn er brennt für die Freude in Gottes Volk.
Denn in Kapitel zwölf, am Ende von Kapitel zwölf, da war doch Freude. Es war eine Freude, nach dem Wort Gottes zu leben. Das war ein Leben in Fülle. Und Nehemiah kommt jetzt zurück zu einer einzigen Katastrophe. Die Leute haben ihre Freude verloren, weil sie aufgehört haben, nach Gottes Wort zu leben, und immer mehr durch die Welt geformt wurden.
Wenn du die Freude verloren hast, die du einst hattest, könnte es dann vielleicht sein, dass du nur noch halb für Gott lebst und mit der anderen Hälfte eigentlich mehr so wie die Welt? Und ich sage dir: Das ist der schlimmste Ort, an dem du sein kannst. Und Nehemias Ruf zur Umkehr, diese ganzen Kompromisse auszurotten, das ist kein Ruf, der dir dein Leben schwer macht. Nein, das ist ein Ruf, zurück in der Freude des Herrn zu leben.
Er brennt für die Freude der Menschen. Und vor allem geht es ihm um die Ehre Gottes. Denn dieses Volk sollte doch das Volk sein, das der Welt zeigt, wie Gott ist. Stattdessen haben sie sich aber dieser Welt angepasst. Mit ihrem Geld machen sie, was alle anderen machen. Und mit ihrer Zeit auch: Sie sind einfach total beschäftigt, so wie alle anderen auch. Und ihre Ehen gehen kaputt, so wie die Ehen von so vielen anderen.
Und dann fragen wir uns noch, warum die Welt denkt, dass unser Gott eine Witzfigur ist. Und wir fragen uns, warum die Gemeinde so wenig Einfluss in der Welt hat. Ja, natürlich gibt es echten Widerstand. Aber ganz oft hat es einfach damit zu tun, dass wir aufgehört haben, entsprechend dem Wort Gottes zu leben, und wir zu viel angefangen haben, der Welt zuzuhören. Und das Ergebnis ist wenig Freude für uns und wenig Ehre für Gott.
Erinnert ihr euch noch, wie der Schreiber des Hebräerbriefs sagt: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht? Es ist gut, zurückzuschauen auf wunderbare Zeiten mit dem Herrn. Aber die Frage ist doch letztendlich nicht, ob du irgendwann einmal Erweckung erlebt hast. Die Frage ist: Lebst du heute nach dem Wort Gottes?
So nimmt Nehemiah hier die Initiative, weil es um sehr viel geht. Und du sagst: Okay, ich muss etwas tun. Aber wie? Wie kriege ich das jetzt hier alles wieder verändert? Ich habe es doch schon so oft probiert.
Der größere Nehemiah und die Hoffnung des neuen Bundes
Und Kapitel 13 ist zwar eine Warnung, aber es ist vor allem auch eine große Ermutigung für uns. Denn Nehemia konnte die Mauern der Stadt erbauen, aber er konnte das Volk Gottes nicht wieder aufbauen. Doch wie der Rest des Alten Testaments weist auch dieses Kapitel auf den hin, der das kann.
Schaut mal, wie Nehemia in Vers 14 betet: Gedenke mein, Gott, um dessen willen an mich, und lösche nicht aus, was ich in Treue am Hause meines Gottes und für den Dienst an ihm getan habe.
Vers 22, die zweite Hälfte von Vers 22: Mein Gott, gedenke auch um dessen willen an mich und sei mir gnädig nach deiner großen Barmherzigkeit.
Und dann ganz am Ende, Vers 31: Gedenke mir’s, mein Gott, zum Besten.
Man muss sagen: Als ich diese Gebete zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich ein bisschen, der Typ sei eingebildet. Und dann habe ich mich noch einmal umgeschaut und mich gefragt: Wo taucht dieses Wort Gedenke in der Bibel auf? Der Ruf, Gott zu bitten, sich zu erinnern, ist wirklich ein Aufruf, dass Gott eingreift. Gedenke Noah! Er sah Noahs Not und griff in seiner Gnade ein. Der Dieb am Kreuz bittet Jesus, seiner zu gedenken.
Und hier ging es Nehemia letztendlich um die Ziele Gottes: sich ein Volk zu erbauen, um aller Welt seine Herrlichkeit zu zeigen. Am Ende wird er mit seinen Fehlern und seinem Versagen konfrontiert, denn er kann es nicht. Er kann die Zwecke Gottes nicht ausführen. Deshalb ist sein Gebet nicht: Denk an all das Gute, was ich getan habe, und belohne mich dafür. Sondern: Gedenke. Bitte greif ein, handle in deiner Gnade und halte deine Versprechen. Tu doch bitte für uns, was wir nicht für uns selbst tun können.
Und dann fährst du weiter fort, vierhundert Jahre nach vorn. Und dann siehst du, wie der Herr die Gebete Nehemias erhört, seine Versprechen hält und seine Zwecke erfüllt, indem er einen größeren als Nehemia sendet, einen, der Gottes Volk wirklich aufbauen kann. Denn das Problem waren noch nie wirklich die zerbrochenen Steine, sondern sündige Herzen.
Hört auf das Versprechen aus Jeremia 31,31-34:
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen. Nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der Herr; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den anderen noch ein Bruder den anderen lehren und sagen: Erkenne den Herrn!, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der Herr; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Seht ihr, woran das hier alles hängt? Ich will ihrer Sünden nicht mehr gedenken.
Oder schaut mal nach Hesekiel 36 zu den Verheißungen dort, dem Versprechen des Geistes, der unsere Herzen erfüllen soll. Beginnen wir mit Vers 24:
Denn ich will euch aus den Heiden herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen. Und ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet. Von aller eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will ich euch reinigen. Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun.
Und dann sendet der Herr seinen Sohn. Und das Neue Testament sagt: Er ist der Eine. Er ist der Eine, der Gottes Volk wirklich erbauen kann, neu bauen kann. Warum? Weil er der Eine ist, der mit unserer Sünde aufräumen wird. Er ist der, der Gottes Geist in unsere Herzen senden wird. Seht ihr, er ist der, in dem Gottes Verheißungen erfüllt werden.
Erinnert ihr euch, wie Johannes der Täufer auf Jesus hinweist? Ich taufe mit Wasser, aber er mit dem Heiligen Geist.
Ihr Lieben, die Ermutigung ist die folgende: Wir haben doch ein Verlangen danach, verändert zu werden, nicht wahr? Wir wollen doch nach seinem Wort leben und seinem Namen alle Ehre machen. Und wir sagen: Aber wie?
Ihr Lieben, Christsein bedeutet nicht, die Zähne zusammenzubeißen und sich fest vorzunehmen, bessere Menschen zu werden. Nein, es geht um das übernatürliche Wirken Gottes in unserem Leben. Wir sind nicht in der Lage dazu, aber er ist es. Ach, der, der uns gemacht hat, der macht uns neu.
Er baut eine Gemeinde voller Menschen, die etwas von ihm widerspiegeln. Und wenn wir jetzt gleich von hier ausgehen in die nächste Woche hinein, dann schau nicht auf deine eigenen Schwächen und Fehler. Fixiere deine Augen auf ihn und schreie zu ihm und sage: Ich kann es nicht tun.
Das ist doch genau da, wo auch Nehemia dann steht. Das ist das, was uns das Buch Nehemia lehrt. Wir können es nicht tun. Und deswegen beten wir zu Gott: Bitte tu du es! Durch die Kraft deines Geistes hilf mir, immer mehr nach deinem Wort zu leben.
Und die Antwort auf dieses Gebet kommt vielleicht langsam. Und es wird vielleicht nicht immer eine 52-tägige Erweckung sein. But that is a prayer he will answer because it is a prayer in line with his purposes because his purpose is to build a people. Denn sein Ziel ist es doch, sich ein Volk zu erbauen, das seine Herrlichkeit aller Welt widerspiegelt.
Und da, wo Nehemia noch gescheitert ist, da wird Jesus Erfolg haben. Und eines Tages werden wir sein wie er. Und seine ganze Herrlichkeit wird die ganze Erde erfüllen. And everyone will see how good he is.
So, praise him. Let’s pray.
Schlussgebet
O gnädiger Gott, wir danken dir, dass du deine Versprechen hältst. Denn alle deine Verheißungen sind ja in Jesus.
Wir beten, dass wir, wenn wir nun von hier ausgehen, nicht auf unsere eigenen Fehler und Schwächen schauen, sondern zu ihm schauen, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens. So mögen wir ermutigt werden und weitergehen.
Das beten wir zu deiner Ehre. Amen.
