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Offenbarung 12,1 - 13,18

Offenbarung 12,1-13,1822.09.2012
SerieTeil 3 / 7Einführung in das Buch der Offenbarung - Rickenbach
Was, wenn hinter dem Chaos der Welt ein letzter Machtkampf steht? Offenbarung 12–13 zeigt: Satan, Verführung und ein falscher Messias drängen auf die Bühne – doch am Ende zählt nur, wem du folgst.

Einordnung der Visionen bis zum Ende von Kapitel 11

Ich lese zu Beginn aus Offenbarung 11,14: Das zweite Wehe ist vorüber; siehe, das dritte Wehe kommt bald.
Und der siebente Engel posaunte, und es geschahen laute Stimmen im Himmel, welche sprachen: Das Reich der Welt unseres Herrn und seines Christus ist gekommen, und er wird herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Und die vierundzwanzig Ältesten, die vor Gott auf ihren Thronen sitzen, fielen auf ihre Angesichter und beteten Gott an und sprachen: Wir danken dir, Herrgott, Allmächtiger, der da ist und der da war, dass du deine große Macht angenommen und angetreten hast deine Herrschaft.
Und die Nationen sind zornig gewesen, und dein Zorn ist gekommen, und die Zeit der Toten, um gerichtet zu werden, und den Lohn zu geben deinen Knechten, den Propheten und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und den Großen, und die zu verderben, welche die Erde verderben.
Und der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und die Lade seines Bundes wurde in seinem Tempel gesehen. Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner und ein Erdbeben und ein großer Hagel.
Jetzt gehen wir gleich weiter mit Kapitel 12.
Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: eine Frau, bekleidet mit der Sonne, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Und sie ist schwanger und schreit in Geburtswehen und in Schmerzen zu gebären.
Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer feuerroter Drache, welcher sieben Köpfe und zehn Hörner hatte und auf seinen Köpfen sieben Diademe. Und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels mit sich fort, und er warf sie auf die Erde.
Und der Drache stand vor der Frau, die im Begriff war zu gebären, auf dass er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind verschlinge. Und sie gebar einen männlichen Sohn, der alle Nationen weiden soll mit eiserner Rute. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron.
Und die Frau floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hat, auf dass man sie daselbst ernähre, tausendzweihundertsechzig Tage.
Und es entstand ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften mit dem Drachen, und der Drache kämpfte und seine Engel. Und sie siegten nicht, auch wurde ihre Stätte nicht mehr im Himmel gefunden.
Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welche Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt. Geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.
Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus gekommen. Denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.
Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod.
Darum seid fröhlich, ihr Himmel und die ihr in ihnen wohnt. Wehe der Erde und dem Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen und hat große Wut, da er weiß, dass er wenig Zeit hat.
Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, welche das männliche Kind geboren hatte.
Und es wurden der Frau die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, auf dass sie in die Wüste fliege, an ihre Stätte, wo sie ernährt wird, eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit, fern von dem Angesicht der Schlange.
Und die Schlange warf aus ihrem Munde Wasser wie einen Strom hinter der Frau her, auf dass sie sie mit dem Strom fortreiße. Und die Erde half der Frau, und die Erde tat ihren Mund auf und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Mund warf.
Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben.
Zunächst mal bis hierhin.

Rückblick auf die prophetische Linie der Offenbarung

Ich möchte ganz kurz zusammenfassen, was wir bisher gesehen haben, bis einschließlich Kapitel 11.
Wir haben gesehen: Die Offenbarung ist das einzige durchwegs prophetische Buch des Neuen Testaments, und sie gibt uns eine prophetische Schau in zusammenhängender Weise.
In Kapitel 1 erscheint der Herr Jesus dem Johannes auf Patmos als Richter der Welt, mit Augen wie Feuerflammen, die alles durchdringen, vor denen keine Ungerechtigkeit verborgen bleiben kann.
Als Erstes gibt der Herr Jesus sieben Botschaften an sieben Gemeinden in Kleinasien. Diese sieben Botschaften, so haben wir gesehen, haben neben ihrer wörtlichen Bedeutung für die Gemeinden damals auch eine prophetische Bedeutung. Und zwar genau in der Reihenfolge, wie sie in Offenbarung 2 und 3 aufgeführt sind. Wir haben damals gesehen: Wer das nicht gehört hat, kann das ja auf CD nachhören.
Das erste Sendschreiben an Ephesus steht für die nicht verfolgte Gemeinde mit erkaltetem Herzen am Ende der apostolischen Zeit. Dann kommt Smyrna. Das ist die verfolgte Gemeinde vom ersten bis zum vierten Jahrhundert. Danach folgt Pergamos, und das symbolisiert genau die Kirche ab der Zeit der konstantinischen Wende 313, als das Christentum zuerst erlaubte Religion und etwas später dann Staatsreligion wurde. Die Kirche war nicht mehr verfolgt, aber sie geriet zur Macht.
In Thyatira haben wir die Papstkirche gesehen, von Rom ab etwa 440 nach Christus, als der erste Bischof von Rom den Anspruch erhob, das war Leo, Bischof über alle Bischöfe der Welt zu sein. Damit war die Papstkirche geboren.
In Sardis haben wir die Reformation gefunden, die ab dem 31. Oktober 1517 mit den 95 Thesen von Luther begonnen hatte, aber danach auch einen Niedergang erlebte. Diesen Niedergang finden wir gerade auch im Sendschreiben an Sardis.
Darauf folgt Philadelphia, das so schön die Erweckungsbewegung im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert vorstellt. Aus dieser Bewegung entstanden die Freikirchen, also frei vom Staat. Das bedeutet Freikirche.
Schliesslich Laodizea: Das ist ein Hinweis, ein prophetischer Hinweis, auf den geistlichen Zerfall der Gemeinden aus der Erweckungsbewegung des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts. Das ist dieser Niedergang bis heute.
Danach kommt die Entrückung des Johannes. In Kapitel 4, Vers 1, gerade nach dem Sendschreiben an Laodizea, wird er in den Himmel entrückt, ins Allerheiligste, und sieht dort den Thron Gottes.
Kapitel 4 und 5 bilden eine Einheit. Er sieht dort im Allerheiligsten in der Mitte des Thrones den Herrn Jesus, das Lamm Gottes mit den Wunden des Kreuzes. Darum wird er beschrieben als ein Lamm wie geschlachtet.
Dann haben wir gesehen: Die 24 Ältesten mit Priestergewändern und Königskronen fallen vor dem Lamm Gottes nieder und beten es an. Sie singen das neue Lied im Himmel, mit Instrumentalbegleitung, mit Harfen Gottes, und singen so schön in Offenbarung 5,9: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen, denn du bist geschlachtet worden nach dem Mehrheitstext und hast uns für Gott erkauft durch dein Blut aus jedem Stamm und Sprache und Volk und Nation.

Die Gemeinde im Himmel und die Siegelgerichte

Also, wir haben gesehen, dass diese 24 Ältesten mit Priestergewändern im Zusammenhang mit den 24 Häuptern der Priesterklassen in Jerusalem stehen. Die Priester wurden ja schon durch David in 1. Chronik 24 in 24 Klassen eingeteilt, und an der Spitze jeder Klasse stand ein Ältester.
Hier haben wir diese 24 Ältesten. Sie repräsentieren das ganze Priestervolk, aber sie trugen auch goldene Königskronen. Das heißt, sie sind nicht nur Priester, sondern auch Könige.
Wen stellen diese 24 Ältesten dar? Nun, wir haben gesehen in Offenbarung 1,5. In Vers 4 sagt Johannes: „Johannes an die sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade euch und Friede von dem, der da ist, und der da war, und der da kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind.“ Und in Vers 5 heißt es weiter: „... und von Jesus Christus, der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern, seinem Gott und Vater; ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“
Die Gemeinde wird hier beschrieben als ein Volk von Königen und Priestern. Und wenn Johannes nach dem Sendschreiben an Laodizea in den Himmel entrückt wird und die 24 Ältesten mit Priestergewändern und goldenen Kronen sieht, dann ist für ihn klar: Das ganze Priestervolk ist im Himmel, die ganze Gemeinde ist in den Himmel entrückt.
Und dann wird in Offenbarung 5 erklärt, dass Jesus Christus, das Lamm Gottes, weil er alles vollkommen erfüllt hat am Kreuz, würdig ist, das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen. Und dieses Buch, das haben wir gesehen, ist das Buch der Gerichte Gottes über diese Welt. Jesus Christus ist würdig, dieses Gericht über die Welt zu bringen, weil er zuerst der Retter der Welt geworden ist. Darum wird er der Richter der Welt.
Dann haben wir gesehen, dass in Kapitel 6 das Lamm Gottes, Jesus Christus, ein Siegel nach dem anderen öffnet, Nummer eins bis sechs, und es kommen schreckliche Gerichte Gottes über diese Welt. Wir haben gesehen, dass das also Gerichte sind, die noch zukünftig sind. Sie haben sich noch nicht erfüllt. Es sind die Gerichte, die, sobald die Gemeinde entrückt sein wird, über diese Welt hereinbrechen werden. Wir haben das im Detail angesehen und auch die Bedeutung dieser Siegel betrachtet.
Dann kam Kapitel 7, und wir haben gesehen, dass dies ein Einschub zwischen dem sechsten und dem siebten Siegel ist. Dort haben wir gesehen, dass es in diesem Einschub um die 144.000 aus allen zwölf Stämmen Israels geht, die von Gott versiegelt werden, damit sie für die schlimmste Zeit, die hier über die Erde kommen wird, durch Gottes Zeichen, durch das Besitzzeichen, eben das Siegel, geschützt sind.
Aber wir haben auch gesehen: In der zweiten Hälfte von Kapitel 7, in den Versen 9 bis 17, sieht Johannes eine unzählbare Schar von Menschen aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen, die durch die große Drangsalzeit hindurchgehen werden.

Israel, der Überrest und die grosse Drangsal

Wer sind diese zwei Gruppen? Es sind zwei Gruppen, die wir von der Gemeinde im Himmel unterscheiden müssen. Die Gemeinde ist im Himmel, die 24 Ältesten. Aber diese 144.000 sind nicht die Gemeinde hier auf Erden, und noch viel weniger sind das die Zeugen Jehovas oder ein Teil von ihnen. Nein, das sind wirklich Israeliten, die sich nach der Entrückung der Gemeinde bekehren werden. Und sie werden das Zeugnis hier auf Erden übernehmen.
Die Gemeinde hat den Auftrag, Gottes Zeugnis zu sein, seit Pfingsten, Apostelgeschichte 2, Jahr 32. Und dieses Zeugnis hier auf Erden wird mit der Entrückung der Gemeinde enden. Dann wird, wie Römer 9 bis 11 erklärt, Israel wieder das Zeugnis übernehmen, so wie es im Alten Testament war. Bis Pfingsten war Israel als irdisches Volk das Zeugnis.
Und diese 144.000 werden sich bekehren, und Gott wird sie durch diese schwere Zeit der Gerichte hindurchführen. Man kann sagen: Das ist der Überrest aus Israel, der nach Jesaja 10,20 ff. gemeint ist. Moment, ich gebe die Stelle gerade direkt an. Das ist eine sehr hilfreiche Stelle über diesen Überrest:
 Jesaja 10,20-23: Und es wird geschehen an jenem Tag, da wird der Überrest Israels und das Entronnene des Hauses Jakob sich nicht mehr stützen auf den, der es schlägt, sondern es wird sich stützen auf den Herrn, den Heiligen Israels, in Wahrheit. Der Überrest wird umkehren, der Überrest Jakobs zu dem starken Gott. Denn wenn auch dein Volk, Israel, wie der Sand des Meeres wäre, nur ein Überrest davon wird umkehren. Vertilgung ist fest beschlossen, sie bringt ein Heer flutend Gerechtigkeit. Denn der Herr, der Ewige der Heerscharen, vollführt Vernichtung und Festbeschlossenes inmitten der ganzen Erde.
Da sehen wir: Ein Überrest aus Israel wird sich nach der Entrückung bekehren. Und diese 144.000 stellen die Vorhut dieses Überrestes dar, der sich gleich nach der Entrückung der Gemeinde bekehren wird. Wir werden dann sehen, dass sich nach diesen 144.000 noch mehr aus Israel bekehren werden. Schließlich wird ein Drittel der Nation zur Umkehr kommen, nach Sacharja 13. Aber das ist die Vorhut. Darum werden sie auch genannt, wie wir noch sehen werden in Offenbarung 14, eine Erstlingsfrucht für Gott.
Die Erstlingsfrüchte waren die ersten, die geerntet wurden. Dann kam die Haupternte. Und diese 144.000 sind die Erstlingsfrucht. Aber dann sehen wir: Es wird auch einen Überrest geben aus allen Völkern. Das heißt, Menschen aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen werden sich nach der Entrückung noch bekehren. Aber das sind nicht Leute, die das Evangelium bis zur Entrückung gehört hatten. Von denen heißt es in 2. Thessalonicher 2, dass Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns schicken wird, sodass sie alle der Lüge glauben werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, um gerettet zu werden.
Also: Die Menschen, denen wir das Evangelium erzählt haben und die nicht hören wollten, die werden keine Chance mehr haben. Sie werden alle diesem Irrwahn des Antichristen verfallen, des größten Verführers, der noch kommen wird. Aber wenn wir an all die Menschen denken, die wir noch nicht erreicht haben, dann ist es ein Trost zu wissen, dass selbst in dieser schwierigen Zeit nach der Entrückung eine unzählbare Schar aus allen Völkern zum Glauben kommen wird, aus der arabischen Welt, aus Indien, aus Südostasien, eben aus allen Nationen. Das ist diese unzählbare Schar, die dann durch die große Drangsal hindurchgehen wird.

Das siebte Siegel und die Posaunengerichte

Und dann kommt Kapitel 8, das siebte Siegel. Und dieses siebte Siegel wird die schlimmste Zeit eröffnen.
Die große Drangsal haben wir gesehen. Ich kann jetzt nicht mehr alles begründen, weil ich die Begründung dafür in den zwei früheren Bibelstudientagen gegeben habe. Da müssen wir nachhören. Aber es geht einfach darum, dass wir den Zusammenhang sehen, wenn wir jetzt weitergehen in Offenbarung 12, 13 usw.
Das siebte Siegel eröffnet also die große Drangsal, die schrecklichste Zeit, die über diese Erde kommen wird. Und sie wird dreieinhalb Jahre dauern, 1260 Tage.
Aber bevor dann etwas geschieht, wird beschrieben, wie ein anderer Engel oder hier besser: ein anderer Bote. Denn Angelos heißt Engel oder einfach Bote. Und im Alten Testament wird ja der Sohn Gottes, der kein Engel ist, sondern der ewige Gott, aber der vom Vater Gesandte, immer wieder genannt: der Bote des Herrn, besser Bote als der Engel des Herrn, der Bote des Herrn.
Und dieser andere Bote, der dann als Priester zum goldenen Räucheraltar tritt im Himmel, im himmlischen Tempel, und Kraft gibt den Gebeten der Heiligen auf der Erde, das ist der Herr Jesus. Er setzt sich für die Gläubigen ein, die dann auf der Erde sein werden, damit ihre Gebete erhört werden.
Der Herr Jesus sagt ja in Matthäus 24 im Blick auf die gläubigen Juden nach der Entrückung: Wenn ihr den Gräuel der Verwüstung an heiliger Stätte seht, das ist der Moment, wenn der Antichrist ein entsprechendes Götzenbild auf den Tempelplatz in Jerusalem stellt, dann wisst ihr, dass die große Drangsal kommt. Dann sollen die, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen und nicht mehr zurückgehen, denn dann wird große Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist seit Anfang der Schöpfung.
Und dann sagt der Herr Jesus: Betet, dass eure Flucht nicht im Winter geschieht, wo das ganz schwer sein würde, und auch nicht an einem Sabbat, wo dann auch der Verkehr eingeschränkt ist. Und so werden diese Juden nach der Entrückung intensiv beten, also nach der Entrückung, aber vor der großen Drangsal, dass eben das nicht auf einen Sabbat fällt und nicht in die Winterszeit fällt.
Und der Herr Jesus als Hoher Priester, er ist es, der ihre Gebete auf Erden wirkungsvoll macht durch seine eigene Herrlichkeit, indem er eben den Wohlgeruch des Räucherwerks, das von seiner Herrlichkeit spricht, den Gebeten hinzufügt.
Und dann kommen die Posaunengerichte, das heißt also: Die Posaunengerichte sind der Inhalt der siebten Posaune, des siebten Siegels, danke. Also das siebte Siegel besteht aus sieben Posaunengerichten.
Aber wir haben gesehen: Zwischen der sechsten Posaune in Kapitel 9 und der siebten Posaune, von der wir in Kapitel 11, Vers 15 gerade vorhin gelesen haben, da gibt es einen Einschub. Das haben wir letztes Mal behandelt. Da wird uns eben erklärt, im Detail, welche Dinge da nach der Entrückung geschehen werden und wie in dieser Zeit dann auch zwei Zeugen auftreten werden in Jerusalem mit einem ganz besonderen Auftrag. Aber das haben wir ja das letzte Mal behandelt.

Die siebte Posaune und die Einschübe der Offenbarung

Und dann kommt eben die siebte Posaune. Da haben wir in Kapitel 11, Vers 15 gelesen. Und wir sehen: In diesem Zusammenhang sagt die Gemeinde im Himmel, die 24 Ältesten: Das Reich der Welt unseres Herrn und seines Christus ist gekommen. Also, jetzt kommt es zur Vollendung mit der siebten Posaune. Aber da geschieht ja zunächst noch nichts.
Und in Kapitel 12, 13, 14 und 15 wird im Sinne eines Einschubes erklärt, was in dieser Zeit nach der Entrückung alles geschehen wird. Aber dann, in Kapitel 16, sehen wir, wie die sieben Schalengerichte über die Erde kommen. Und es ist eben so: Genau so, wie das siebte Siegel aus sieben Posaunengerichten besteht, besteht das siebte Posaunengericht aus sieben Schalengerichten. Und dann sind wir am Schluss der Drangsalzeit, und Jesus Christus wird wiederkommen.
Aber bevor die Wiederkunft Christi in Offenbarung 19 in Macht und Herrlichkeit beschrieben wird, wird noch ein Einschub gemacht, und zwar in Kapitel 17 und 18 über die Hure Babylon. Und da wird auch wieder ganz Wichtiges erklärt über den Hintergrund der Zeit, die kommen wird. Und dann, ab Offenbarung 19, Vers 11, die Wiederkunft Christi, Kapitel 20 dann das tausendjährige Reich und Kapitel 21 dann der neue Himmel und die neue Erde, die neue Schöpfung.
Also, der langen Rede kurzer Sinn: Der Ablauf der Offenbarung verläuft streng chronologisch, streng in zeitlicher Reihenfolge. Aber diese Reihenfolge wird unterbrochen durch Einschübe, die den Hintergrund dieser kommenden Zeit erklären. Und zwar so, dass es im Verlauf dieser sieben Sendschreiben und danach sieben Siegel, sieben Posaunen, sieben Schalen insgesamt sieben Einfügungen gibt. Es ist ein perfekter Plan, und das hat man eben hier auf dem Skript so zusammengestellt: immer eben den strengen Verlauf, diese Siegel eins bis sieben, wobei das siebte Siegel aus sieben Posaunen besteht, und dann die siebte Posaune aus sieben Schalen besteht, und dann kommt Jesus Christus als Richter und König der Welt.
Aber dieser Ablauf wird eben siebenmal durch Hintergrundserklärungen unterbrochen. Ich habe auf dem Skript das jeweils bezeichnet als Hintergrundprophetie eins, römisch eins, zwei und so weiter bis sieben. Und zwar ist es auch noch schön, nochmals zu betonen: Diese Einfügungen sind auch streng nach Schema. Immer vor Nummer eins gibt es eine Einfügung, das wäre hier Kapitel 4 und 5, bevor das erste Siegel beginnt. Und dann immer zwischen Nummer sechs und sieben.
Darum hatten wir zwischen dem sechsten Siegel und dem siebten Siegel diesen Einschub mit den 144.000 und der unzählbaren Schar. Und dann kommt das siebte Siegel. Und dann eben vor dem Neun-Eins, das heisst nach dem Sieben, kommt wieder ein Einschub. Da hatten wir den Einschub: Der Herr Jesus als Hoher Priester am goldenen Altar stärkt die Gebete der Heiligen auf der Erde. Und dann kommen die Posaunen.
Aber zwischen Posaune sechs und sieben ist natürlich wieder ein Einschub. Und dann kommt die siebte Posaune. Da passiert zuerst noch nichts. Dann kommt ein Einschub, und das ist unser Thema von heute: die Frau mit der Sternenkrone und der feuerrote Drache, dann das Tier aus dem Meer und so weiter. Ein Einschub, der dauert bis Kapitel 15, und erst dann kommen ja die sieben Schalen. Und natürlich, ganz nach Regel: Zwischen der sechsten und der siebten Schale gibt es noch einen Einschub über Harmagedon. Und dann kommt die siebte Schale, und es gibt nochmals einen Einschub.
Nach sieben muss ein Einschub kommen, das ist eben Babylon, offenbar in Kapitel 17 und 18. Und dann kommt der Herr Jesus, offenbar in Kapitel 19, Kapitel 20 das tausendjährige Reich, Kapitel 21 die neue Schöpfung.
Also, wenn man das mal verstanden hat, diesen strengen Ablauf, dann wird es so viel einfacher, einen Zugang zur Offenbarung zu bekommen. Es gibt manchmal Leute, die sagen: Ja, aber das ist ja verwirrend. Da liest man in der Offenbarung plötzlich von der Wiederkunft Christi, und dann kommen wieder Gerichte, und der Herr ist gar nicht da. Und plötzlich liest man wieder: Jesus Christus kommt. Ja, das kommt daher in den Einschüben. Wird eben manchmal wieder vorausgegriffen auf die Wiederkunft Christi, aber das war ja nur ein Einschub, und da ist es noch nicht fertig. Das gehört zu diesem Einschub. Aber der strenge Ablauf ist gegeben durch die sieben Siegel, sieben Posaunen, sieben Schalen. Und dann kommt Jesus Christus eben in Kapitel 19.

Die Bundeslade und die Frau mit der Sternenkrone

An wir haben das schon gesehen, die Bundeslade im Himmel am Schluss von Kapitel 11, die gesehen wurde. Und das will eben ausdrücken: Gott ist treu, und all seiner Verpflichtungen gedenkt er. Er gedenkt daran, dass das Blut Jesu Christi auf die Bundeslade im Himmel gesprengt wurde und dass dies für die Gläubigen spricht.
Und jetzt kommt Kapitel 12: Diese Frau mit der Sternenkrone, die das männliche Kind gebiert. Wer ist dieses männliche Kind? Das ist ganz einfach zu beantworten: Das ist Jesus Christus, der Messias. Und zwar ist es eine direkte Anspielung auf Psalm 2. Wenn wir das kurz aufschlagen: Psalm 2 ist einer dieser vielen messianischen Psalmen im Alten Testament, Psalmen, die prophetisch auf den Messias hinweisen. Und da in Psalm 2 geht es ja ausdrücklich um den Messias.
Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? Es treten auf die Könige der Erde, und die Fürsten ratschlagen miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Messias. Falls bei ihm Gesalbter steht: Auf Hebräisch steht hier Messias, das heißt der gesalbte König, Priester und Prophet. Das ist Jesus Christus.
Und dann wird gesagt in Vers 7: Das spricht der Messias selbst. Vom Beschluss will ich erzählen, der Herr hat zu mir gesprochen: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Hier geht es darum, dass Jesus Christus als Mensch von Gott durch den Heiligen Geist gezeugt war.
Vers 8: Fordere von mir, und ich will dir zum Erbteil geben die Nationen und zum Besitztum die Enden der Erde. Mit eisernem Zepter wirst du sie zerschmettern, wie ein Töpfergefäß sie zerschmeißt.
Und jetzt sehen wir: Das ist genau dieser Wortlaut, der da übernommen worden ist. Offenbarung 12, da heißt es in Vers 5: Und sie gebar einen männlichen Sohn, der alle Nationen weiden soll mit eiserner Rute. Und da haben wir gelesen: Mit eisernem Zepter wirst du sie zerschmettern, wie ein Töpfergefäß sie zerschmeißt.
Es fällt vielleicht auf, dass in der Offenbarung nicht ganz der Wortlaut gleich ist. Es steht nicht von zerschmettern, sondern weiden, aber mit eiserner Rute. Das kommt von daher ein bisschen auf hebräischen Unterricht. Der Ausdruck „du wirst sie zerschmettern“ im Hebräischen „terroem“, das schreibt man genau gleich auf Hebräisch mit den Konsonanten, wie man schreiben würde „tir'em“. Tirem heißt „du wirst sie weiden“, und Teroem heißt „du wirst sie zerschmettern“. Aber man schreibt es genau gleich.
Man kann in gewissen Fällen ein Wort auf zwei Arten lesen, weil man im Hebräischen ja ursprünglich die Vokale nicht schrieb. Normalerweise ist es immer ganz klar, wie man es aussprechen muss. Aber hier gibt es beide Möglichkeiten, und das hat der Heilige Geist eben jetzt im Neuen Testament genommen und die zweite Bedeutung auch dazu gestellt. Also nicht nur terroem, du wirst sie zerschmettern, sondern auch tir'em, du wirst sie weiden.
Aber was jetzt wichtig war, ist zu zeigen: Dieser männliche Sohn, das ist Jesus Christus, der kommen wird, um dann als König über dieser Welt zu regieren, mit einer eisernen Rute, also mit Autorität. Die, welche dann gehorchen, die wird er weiden. Aber die, die sich dagegen auflehnen, die wird er zerschmettern. Darum sind beide Bedeutungen richtig, der Roem und Dir-em. Also das ist Jesus Christus.

Israel als Frau und die Zeitraffung der Vision

Und jetzt kommt die Frage: Wer ist die Frau mit der Sternenkrone? Die katholische Kirche sagt, das ist Maria. Natürlich hat Maria Jesus Christus geboren, aber sie ist trotzdem nicht Maria. Denn wir werden gleich sehen: Der Prophet Johannes erlebt hier plötzlich eine Zeitraffung. In der zweiten Hälfte des Kapitels sind wir bereits in der Zeit der großen Drangsal, die dreieinhalb Jahre dauern wird, in der Zukunft. Und da lesen wir immer noch von dieser Frau, die dann in die Wüste fliehen wird.
Also handelt es sich um etwas, das es damals gab, als Jesus Christus in die Welt kam und in Bethlehem geboren wurde, aber auch um etwas, das dann in der Zukunft noch eine Rolle spielen wird. Und so ist es einfach: Diese Frau ist Israel, das Volk Israel. Und aus diesem Volk Israel wurde durch Maria Jesus Christus geboren, dieser männliche Sohn.
Und dann haben wir gelesen: Der feuerrote Drache, das wird ja erklärt, das ist der Satan, will dieses Kind auffressen. Und so wollte Satan Jesus Christus gleich nach der Geburt in Bethlehem vernichten, durch den Kindermord von Herodes. Aber er konnte Jesus Christus nicht töten, denn die Eltern wurden gewarnt und flohen nach Ägypten, bis nach dem Tod von Herodes. Aber jetzt sehen wir, wer hinter diesem Mann Herodes stand: Das war der Teufel selbst.
Und dann haben wir aber gelesen: Und dann wurde das Kind entrückt zu Gott. Und das ist nichts anderes als die Himmelfahrt. Der Herr Jesus wurde mit 33 Jahren entrückt in den Himmel. Aber da haben wir wieder das gleiche Phänomen der Zeitraffung, das wir ja gut kennen aus dem Film. Für Johannes war die Vision wie ein Film, eben mit Zeitraffung. Wir sehen Geburt, dann den Versuch des Mordes, dann die Himmelfahrt, und schon sind wir in der Endzeit, weil wir dann lesen: Ihr Kind wurde entrückt zu Gott und zu seinem Thron, und die Frau floh in die Wüste, wo sie eine von Gott bereitete Stätte hat, auf dass man sie daselbst ernähre, tausendzweihundertsechzig Tage.
Das sind die dreieinhalb Jahre der großen Drangsalszeit in der Zukunft.

Die Flucht des Überrests und der Kampf im Himmel

Und in dieser Zeit wird dann eben Israel, und zwar der gläubige Überrest, der für Gott als das wahre Israel gilt, diese 144.000, fliehen auf die Berge. Nach Jesaja 15 werden sie nach Moab hinübergehen, das heißt nach Mitteljordanien werden sie fliehen. Das ist Jesaja 16.
Ich lese dort Jesaja 16. Im Zusammenhang von Kapitel 15 her geht es ja um Moab, das ist das Gebiet in Mitteljordanien jenseits des Toten Meeres. Und da spricht Gott zu Moab, Vers 3: Schaffe Rat, triff Entscheidung, mache der Nacht gleich deinen Schatten am hellen Mittag, verbirg die Vertriebenen, den Flüchtling entdecke nicht. Lass meine Vertriebenen bei dir weilen. Sei, jetzt muss man so lesen, sei, o Moab, ein Schutz vor dem Verwüster.
Also hier wird Moab aufgerufen, diesen Überrest, die 144.000, bei sich in Jordanien aufzunehmen und sie in dieser Zeit der Not zu verstecken. Und so werden die von Gott dann dort in der Wüste ernährt werden, durchgebracht werden, dreieinhalb Jahre.
Und dann lese ich gleich weiter: Denn der Bedrücker hat ein Ende, die Zerstörung hat aufgehört, die Zertreter sind aus dem Land verschwunden, und ein Thron wird durch Güte aufgerichtet werden. Und auf ihm wird im Zelte Davids einer sitzen, in Wahrheit, der da richtet und nach Recht trachtet und der Gerechtigkeit kundig ist.
Also hier wird gesagt: Die flüchten nach Moab, werden dort versteckt, so wie Juden auch in der Nazizeit versteckt worden sind, an vielen Orten. Und die werden dort versteckt werden, und die ganze Drangsalzeit der Bedrückung, wo das Land überrannt werden wird. Von dem heißt es: Die Zertreter sind aus dem Land verschwunden. Und dann wird ein Thron aufgerichtet, wo der Messias aus dem Haus Davids dann sitzen wird und regieren wird.
Also so wird deutlich: Diese Frau ist Israel, Israel damals und Israel in der Zukunft. Und jetzt: Warum ist sie bekleidet mit der Sonne, hat den Mond unter ihren Füßen und hat eine Krone von zwölf Sternen?
Wir kennen ja den Traum von Joseph, wo er die elf Sterne sieht, die stellen elf seiner Brüder dar, Stammväter der Stämme Israels. Und dann wird auch Sonne und Mond erwähnt, und alle verbeugen sich vor Joseph. Da wussten die Brüder: Er meint uns, jeder von uns Brüdern, Eltern und Brüdern, wir sind ein Stern. Und wir sollten uns vor Joseph verbeugen. Und auch Vater Jakob war schon ein bisschen entsetzt über diesen Traum und sagte: Glaubst du, dass dein Vater und deine Mutter kommen würden, um sich vor dir zu verbeugen? Das war Sonne und Mond.
Und jetzt wird klar: Die zwölf Sterne, das bedeutet die zwölf Stämme Israels, und Sonne und Mond weist eben hin auf die Voreltern, die Sonne auf Jakob. Also diese Frau ist eben das Volk Israel, und zwar das zwölfstämmige Volk Israel. Und aus den zwölf Stämmen werden die 144.000 kommen, also aus jedem Stamm zwölftausend.
Und so bezieht sich dann eben diese Flucht der Frau in Vers 6 auf die künftige Flucht des Überrestes in die Wüste nach Jordanien. Das Schöne ist: Gott hat es festgelegt. Das sind genau 1260 Tage. Die Not ist genau bemessen. Das dürfen wir auch wissen für unser Leben. Auch wenn wir durch Schwierigkeiten hindurchgehen, wir sind nicht blindem Schicksal anvertraut, sondern auch für uns gilt Psalm 31: Meine Zeiten sind in deiner Hand. Gott hat einen genauen Zeitplan, und er ist so eingerichtet, dass er uns die nötige Kraft gibt, um da durchzukommen, durch diese Not mit seiner Hilfe.
Und da sehen wir auch hier: Gott hat den ganzen Zeitplan in der Hand. Auf den Tag genau ist alles bemessen.
Aber dann sehen wir weiter in Vers 7: Im Himmel gibt es einen Krieg. Michael und seine Engel kämpfen mit Satan, dem Drachen, und seinen Engeln. Die Engel des Drachen, das sind die Dämonen, das sind also Engel, die mit Satan abgefallen sind von Gott. Damals, als er sein wollte wie Gott, nachzulesen in Jesaja 14,12, und man lese auch Hesekiel 28,12. Auch dort findet man diesen Cherub, der sein wollte wie Gott und schließlich gestürzt wurde.
Wir haben in Vers 3 gelesen, dieser feuerrote Drache mit sieben Köpfen und zehn Hörnern, auf seinen Köpfen sieben Diademe. Und sein Schwanz zieht den dritten Teil der Sterne des Himmels mit sich fort, und er warf sie auf die Erde. Es ist ja so, dass die Sterne, dass die Engel in der Bibel oft mit Sternen verglichen werden. Und darum werden sie auch genannt wie die Sterne, die heißen das Heer des Himmels, werden auch die Engel genannt das Heer des Himmels. Dieser dritte Teil der Sterne weist hin auf all die Engel, die Satan bei seinem Fall mitgezogen hat zum Abfall von Gott.
Aber da in Offenbarung 12,7 ist Satan und seine Engel befinden sich da im Himmel. Wie ist das möglich? Nun, es ist gar nichts Überraschendes für Bibelleser, wenn man bedenkt in Hiob 1. Da erscheinen doch die Söhne Gottes, die Engel, vor Gottes Thron im Himmel. Und dann heißt es, und da kommt einer in ihrer Mitte, und das ist der Teufel. Das heißt also, dass der Teufel wirklich Zugang hat, auch nach seinem Fall, in den Himmel bis vor den Thron Gottes im Allerheiligsten. Und er will verhandeln und sagt: Ja, Hiob ist sowieso nur ein treuer Mann, weil es ihm so gut geht und weil er so reich ist. Wenn alle so reich würden, würden ja alle so gottesfürchtig sein. Aber wenn er mal alles verliert, dann würde er sich lossagen.
Das hat dann aber nichts gefruchtet, Hiob ist nicht abgefallen. Dann sagt er: Natürlich, gegen seine Haut gibt man alles her. Wenn man noch sein Leben retten kann, dann ist man bereit, allen Reichtum aufzugeben. Dann wurde Hiob krank, und auch dann hat er nicht aufgegeben.
Aber das zeigt uns, dass der Satan so Zugang hat in den Himmel, und das ist der Fall auch heute noch und noch bis in die Zukunft, von der da Offenbarung 12,7 spricht. Aber dann ein entscheidender Punkt: Es wird einen Kampf geben zwischen Michael, der genannt wird ein Erzengel im Judasbrief. Und der Ausdruck Erzengel, Archangelos, heißt einer der ersten Engel oder Engelfürsten, und in Daniel 10 wird Michael genannt einer der ersten Fürsten. Das macht klar, dass es also neben Michael noch andere Erzengel gibt. Aber Michael ist offensichtlich ein ganz besonders mächtiger Engel, von Gott mit einer Autorität ausgestattet, mehr als die meisten anderen Engel.
Jetzt kämpft Michael mit Satan, und der Sieg wird ganz klar zugunsten Michaels entschieden. Er wirft den Teufel mit all den Dämonen definitiv aus dem Himmel, sodass sie nicht mehr Zugang haben. Darum steht in Vers 9: Und es wurde geworfen der große Drache, die alte Schlange, welcher Teufel und Satan genannt wird, der den ganzen Erdkreis verführt. Geworfen wurde er auf die Erde, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.
Ich hörte eine laute Stimme in dem Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Gewalt seines Christus gekommen, denn hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte.

Der Ankläger, der Advokat und die geistliche Wirklichkeit

Das macht also klar, dass es nicht nur ein Einzelfall bei Hiob war, als Satan vor Gott erschien, gegen Hiob sprach und ihn als scheinheilig hinstellte. Hier wird gesagt: der Verkläger der Brüder. Das macht der Satan eigentlich mit allen Gläubigen. Er erscheint immer wieder vor Gottes Thron und spricht gegen die Gläubigen.
Da hat er natürlich auch Gründe dafür. Denn jedes Mal, wenn ein Kind Gottes sündigt, kann er auftreten und sagen: Das ist ein Erlöster. Aber was braucht man, wenn man einen Ankläger vor Gericht gegen sich hat? Dann braucht man einen Anwalt, einen Advokaten.
Ein Advokat ist jemand, der sich so für den Angeklagten einsetzt, als wäre er selbst der Angeklagte, aber mit dem Unterschied, dass er alles weiß, das ganze Gesetz kennt. Das ist ein Advokat. Und wir lesen in 1. Johannes 2, übrigens gerade nachdem Johannes gesagt hatte in 1. Johannes 1,9: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Und dann kommt Kapitel 2: Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand gesündigt hat, so haben wir einen Sachwalter oder einen Anwalt bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.
Also Jesus Christus ist im Himmel, und er setzt sich als Anwalt ein für die Gläubigen. Und selbst wenn die Anklagen berechtigt sind, kann er sagen: Aber ich bin für diese Sünde gestorben auf Golgatha. Du kannst dieses Kind Gottes nicht antasten. Und darum steht auch in 1. Johannes 5 von den Wiedergeborenen: Der Böse tastet ihn nicht an. Das heißt von den Wiedergeborenen.
Also der Herr Jesus setzt sich für uns ein als Verteidiger. Aber nichtsdestotrotz ist er ständig bemüht, das heißt hier: den hinabgeworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte. Das heißt also dauernd. Tag und Nacht heißt dauernd. Der Teufel ist, wie alle Engel, an Raum und Zeit gebunden. Alle Geschöpfe sind an Raum und Zeit gebunden, nur Gott ist nicht Raum und Zeit unterworfen, weil er allgegenwärtig ist.
Aber wenn Gott im Buch Hiob, Kapitel 1, Satan fragt: Woher kommst du?, dann sagt er: Umherreisen auf der Erde. Also er macht ständig Reisen. Und wenn er in Thailand ist, dann ist er nicht gleichzeitig in Indien bei den Hindus. Und wenn er bei den Hindus ist in Kalkutta, in dieser Stadt, die ja geweiht ist der vernichtenden Göttin, dieser ganz schrecklichen Göttin des Verderbens und des Todes, dann ist er dort nicht gleichzeitig in Rickenbach bei Winterthur.
Aber weil er so viele Engel mit sich gezogen hat, hat er sie überall auf der Welt verteilt. Und darum ist das Satanische ständig gleichzeitig am Wirken, aber nicht so, dass der Satan gleichzeitig überall wäre.
Und wir lesen auch im Buch Daniel, Kapitel 10: Da sagt ein Engel, dass er gekämpft hat mit dem Fürsten von Persien. Er spricht von dem Kampf mit dem Fürsten von Persien, und er spricht auch von dem Kampf mit dem Fürsten von Griechenland. Da sieht man also, dass abgefallene Engelfürsten auch an der Spitze von Nationen stehen.
Darum heißt es ja in Epheser 6,10 und folgende, wo es um die Waffenrüstung Gottes geht, um unseren Kampf gegen die geistlichen Mächte der Bosheit: Unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern. Und dann wird gesagt: gegen die Weltbeherrscher dieser Welt. Die Kosmokratoren. Das heißt also, diese Engelfürsten stehen hinter den verschiedenen Ländern und beeinflussen auch die Regierungen.
Jetzt weiß man, wer zum Beispiel hinter Ahmadinejad steht. Das ist dieser Fürst von Persien, der in Daniel 10 erwähnt wird. Das ist ein dämonischer Engelfürst unter der Oberherrschaft des Satans. Und jetzt versteht man auch, warum die Heiden von ihren Göttern sagen, die in Afrika, in Togo, nicht dass diese Götter über die ganze Welt regieren, sondern sie sagen: Diese Götter sind da, bei uns. Und die gleichen Götter müssen nicht von den Nachbarstämmen auch verehrt werden, sondern sie sind da.
Es gibt also Engel, die für verschiedene Völker stehen und da ihr Werk tun. Wir sehen ja zum Beispiel auch bei den Gadarenern in Markus 5: Als der Herr Jesus kommt, sagen sie, er möchte sie doch nicht aus dieser Gegend wegschicken. Die waren dort stationiert.
Zum Beispiel im Buddhismus sieht man das in Thailand. Die wissen ganz genau: Für alle Quartiere und Häuser sind gewisse Geister da, die am Wirken sind. Darum stellen die so kleine Vogelhäuschen vor ihren Häusern auf. Da tun sie Blumen hin und Getränke für diese bösen Geister, damit sie nicht in ihre Häuser kommen, sondern selber ein Haus haben.
Und auch in Bangkok, in dieser riesigen Stadt mit so vielen Millionen Menschen, haben sie das ganz genau eingeteilt. Sie sagen, sie wüssten genau, welche Geister über welches Quartier regieren. Und sie sagen auch, sie wüssten die Namen dieser Geister und geben ihnen Opfer.
Aber das Schreckliche ist, dass diese Menschen, die so in der Finsternis gefangen sind, eigentlich gleich denken wie viele Christen heute. Die sagen: Wenn wir eine Stadt evangelisieren wollen, müssten wir zuerst herausfinden, welche Geister wo über welches Quartier herrschen und was ihre Namen sind. Und dann müssten wir sie binden, und erst dann kann man evangelisieren. Das ist pures Heidentum!
Als der Apostel Paulus nach Europa kam, nach Philippi, da hat er nicht die Stadt in einem Gebetsmarsch umrundet und die Dämonen gebunden. Nein, er ist dort an einen Fluss hinuntergegangen und hat das Wort Gottes gepredigt, und der Herr tat das Herz der Lydia auf und auch anderer.
Es ist reines Heidentum, was da praktiziert wird, und das unter evangelikalen Christen. Es ist ganz schrecklich, das zu sehen. Aber es ist schon eine Tatsache, dass Dämonen eben an verschiedenen Orten am Wirken sind und dass der Satan sie so beherrscht.
Aber eben, die haben auch Zugang in den Himmel. Aber dann wird Schluss sein, sie werden dann definitiv hinabgeworfen. Und in Offenbarung 12,11 lesen wir: Und sie haben ihn überwunden um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen, und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis zum Tod.
Also die Gläubigen, die durchhalten gegen all diese Anklage. Und auch wir können durchhalten um des Blutes des Lammes willen. Sonst, was wollten wir tun, wenn die Anklagen berechtigt sind? Aber um des Blutes des Lammes willen werden sie alle abgeschlagen.
Dann wird das ein wirklich großer Trost. Wenn es so im Johannesbrief heißt: Wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten, und er ist die Sühnung für unsere Sünden.
Ja, und dann wird aber erklärt: Jetzt wird es ganz schlimm für diese Erde. Vers 12: Wehe, denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen, und er hat große Wut, da er weiß, dass er wenig Zeit hat. Er weiß das, und das kann er auch in der Bibel nachlesen. Der Teufel liest ja auch die Bibel, darum zitiert er sie auch in der Versuchungsgeschichte gegenüber dem Herrn Jesus. Er zitiert aus Psalm 91. Er liest die Bibel, und er weiß auch, dass da 1260 Tage steht. Und er weiß: Ab diesem Moment kann ich jetzt nur noch 1260 Tage mein Unwesen treiben über diese Erde. Und darum wird er noch wütender sein als je.

Die Verfolgung der Frau und die Deutung von Daniel 11

Übrigens heißt es schon bei dieser Legion von Dämonen, bei dem Gadarener in Matthäus 8, dass diese zwei Gadarener aus den Gräbern kamen, sehr wütend. Schon damals, vor 2000 Jahren, waren sie schon verrückt. Sie wussten aber, dass es jetzt noch nicht die Endzeit ist, denn sie sagen: Willst du uns verderben vor der Zeit? Sie wussten zuerst: Kommt der Messias als Retter und wird dann abgelehnt werden. Und erst bei seinem zweiten Kommen werden wir dann in den Abgrund hinabgebunden werden. Das wissen Sie aus Jesaja 24. Das ist schon eigentlich schlimm, wenn Dämonen die Bibel besser kennen als Gläubige, die Amillenaristen sind. Die sagen, es gibt kein tausendjähriges Reich mehr. Die bringen alles durcheinander, aber die Dämonen wussten genau: Jetzt ist noch nicht die Zeit. Sie hatten Angst, aber was ist jetzt? Du wirst uns doch nicht binden vor der Zeit? Und der Herr hat sie nicht gebunden und hat sie auch nicht aus dieser Gegend weggeschickt, aber er ging dann, als die Leute sagten, er soll weggehen.
Ja, und so weiß der Satan: Jetzt hat er nur wenig Zeit und ist so wütend, aber er wird noch wütender sein als diese Dämonen damals bei dem Gadarener. Und interessant ist das Wort chalepos, wütend, aus Matthäus 8. Das kommt nur noch einmal im Neuen Testament vor, und zwar in 2. Timotheus 3,1: Dies wisse aber, dass in den letzten Zeiten schwere oder wütende Zeiten sein werden. Das ist chalepos: wütend, schwer, rau, wild. Es ist die Endzeit, wo die satanischen Geister noch mehr wüten als je.
Aber dann, in diesen letzten dreieinhalb Jahren, ist der absolute Höhepunkt. Darum sagte der Herr Jesus in Matthäus 24, wenn diese Zeit nicht abgekürzt würde von Gott, auf dreieinhalb Jahre, würde kein Mensch überleben, würde kein Fleisch gerettet werden.
Und jetzt Vers 13: Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er die Frau, welche das männliche Kind geboren hatte. Und es wurden der Frau die zwei Flügel des großen Adlers gegeben, auf dass sie in die Wüste fliege, an ihre Stätte, wo sie ernährt wird eine Zeit und Zeiten und eine halbe Zeit, fern von dem Angesicht der Schlange.
Dann haben wir gesehen: Die Schlange, der Satan, wirft einen Strom hinter ihr her, aber das gelingt dann nicht.
Nun, die große Drangsal funktioniert so: Der Antichrist wird auf dem Tempelplatz, an heiligem Ort, einen Gräuel, ein Götzenbild, aufstellen. Matthäus 24,15: Wenn ihr den Gräuel der Verwüstung an heiligem Ort seht, wer es liest, der beachte es, dass all jene in Judäa sind, auf die Berge fliehen. Und etwas weiter: Denn alsdann wird große Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist seit usw.
Dieses Götzenbild ist gewissermaßen der Auslöser für diese dreieinhalb Jahre Drangsal. Und was geschieht dann? Gott wird seine schützende Hand von Israel wegnehmen und zulassen, dass dann der König des Nordens Israel vollständig überrennen wird. Das wird die große Drangsal auslösen, und dann kommen andere Nationen, und es gibt einen totalen Krieg, den letzten Weltkrieg.
Aber dieser König des Nordens, der wird in Jesaja genannt: der Assyrer. Das kann man nachhören auf dem Bildschudentag, Kassetten, CDs über Jesaja, was wir im Moment in Herz nach behandeln. Da haben wir all diese Stellen über den Assyrer behandelt, dieser letzte Feind, der von Norden her Israel überrennen wird. Und dieser Assyrer wird immer wieder genannt: ein Strom, ein überflutender Strom. Und jetzt verstehen wir, warum es hier heißt, der Satan wird dann auch hinter diesen 144 einen Strom hinterherwerfen, um sie auch durch diesen Angriff zu vernichten, aber es gelingt nicht.
Jetzt schlagen wir dazu auf Daniel 11. In Daniel 11,36-39 wird der Antichrist beschrieben, der kommende falsche Messias, der in Israel regieren wird. Und dann in Vers 40 steht, Daniel 11,40: Und zur Zeit des Endes wird der König des Südens mit ihm zusammenstoßen, und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen. Und er wird in die Länder eindringen und wird sie überschwemmen und überfluten. Da sieht man den Sturm, ja? Und er wird eindringen in das Land der Zierde, das schönste Land ist das Land Israel in Gottes Augen.
Ja, jetzt ist klar, das passiert in der Endzeit, zur Zeit des Endes. In Daniel 11 ist alles erfüllt, Vers 1 bis 35, und ab Vers 36 springt der Prophet in die Endzeit. Und weil in den ersten 35 Versen alles erfüllt ist, wissen wir ganz genau, wer der König des Südens und wer der König des Nordens war, denn dort geht es auch um diese zwei. Der König des Südens war immer Ägypten, südlich, südwestlich von Israel, und der König des Nordens war immer Syrien.
Jetzt wissen wir, wie es mit Syrien weitergeht. Das wird einer der wichtigsten Todfeinde Israels sein in der Zukunft. Aber es ist wichtig: Der König des Nordens in der Vergangenheit, das war nicht dieses kleine Syrien von Assad, sondern vielmehr der König des Nordens war Syrien mit Libanon zusammen. Aber dann hat das umfasst, das große Teile der Türkei, Aserbaidschan, Turkmenistan, Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan, Irak und Persien, Iran.
Und wenn wir bedenken, was ich jetzt erwähnt habe: Das sind heute alles islamische Staaten, und die werden zusammenstehen. Und Joel 2 sagt, diese Armee, die kommen wird, von Norden, um das Land zu überrennen, wird so groß sein wie nie eine Armee zuvor gegen Israel gekommen ist.
Jetzt haben wir gelesen in Daniel 11,40: Der König des Südens wird mit ihm, dem Antichristen von Israel, zusammenstoßen. Das heißt, Ägypten wird eine militärische Konfrontation mit Israel machen. Jetzt wissen wir auch, wie es mit Ägypten und seinem Frieden weitergeht. Und dadurch wird die israelische Armee unter dem Antichristen, der ja bereits das Götzenbild auf dem Tempelplatz aufgestellt haben wird, wie das dann geht, die sind abgelenkt im Süden, und dann schlägt der von Norden zu und überrennt alles.
Ich habe einen Schlachtplan gezeichnet. Das steht ja hier genau: wird gegen ihn anstürmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen. Das heißt, er kommt auf dem Weg des Mittelmeers von Libanon runter, und er wird in die Länder eindringen und wird sie überschwemmen und überfluten. Und er wird eindringen in das Land der Zierde, und viele Länder werden zu Fall kommen. Also, die werden auch noch gegen andere vorgehen, das sind innerislamische Konflikte, die streiten ja immer miteinander. Die streiten gegen die ganze Welt, und sie streiten auch gegeneinander. Man ist nicht sicher als Muslim, man ist genauso gefährdet als Muslim wie als Nichtmuslim. Es ist schlimm, es gibt mehr Terroropfer unter den Muslimen als unter den Juden.
Ja, und jetzt lesen wir aber weiter: Diese aber werden seiner Hand entrinnen, Edom und Moab und die Vornehmsten der Kinder Ammon. Aha, muss es ja sein, wenn die nach Moab gehen, da wird es nicht möglich sein, für diese Armee, den Überrest in Moab zu vernichten. Die werden entrinnen. Also gerade Moab und Edom, das ist das Gebiet südlich, also Südjordanien, südlich des Toten Meeres, auf jordanischer Seite, und die Vornehmsten der Kinder Ammon, das ist nördlich von Moab, also da, wo die Stadt Amman ist. Amman kommt ja von Ammon, die Hauptstadt. Aber dort werden sie nur zum Teil, die Vornehmsten der Kinder Ammon, entgehen.
Das ist schon interessant, wie ein Mosaik aufgeht. Jede Stelle der Bibel steht mit der anderen überein. Darum: Die werden also hier entrinnen. Und jetzt lese ich ja noch weiter, weil es so spannend ist, nicht wahr? Jetzt wissen wir, was mit Syrien wird, jetzt wissen wir, was mit Jordan wird, wir wissen, was mit Ägypten wird.
Und er wird seine Hand an die Länder legen, und das Land Ägypten wird nicht entrinnen. Das ist ein innerislamischer Konflikt, die werden auf Ägypten losgehen. Und er wird die Schätze an Gold und Silber und alle Kostbarkeiten Ägyptens in seine Gewalt bringen. Das ist Gier, Geldgier. Und Libyer und Kuschiter werden in seinem Gefolge sein. Libyen wird auch zusammenspannen mit Syrien und all dieser Koalition, dieser Völker von Norden her. Und Kusch ist in der Bibel immer das Land südlich von Ägypten, also Sudan und im weiteren Sinn dann Äthiopien. Und Sudan ist ein islamisches Land, Nordsudan. Libyen und Sudan werden mit denen zusammenspannen gegen Ägypten und gegen Israel.
Und dann heißt es: Aber Gerüchte von Osten und von Norden werden ihn erschrecken. Ja, wenn die Armee in Ägypten ist, dann hören sie aus dem Norden ein Gerücht, weil Europa dann mobilisieren muss. Europa wird einen Bund schließen mit den vielen von Israel nach Daniel 9,27 für sieben Jahre. Und wenn Israel angegriffen wird unter dem Antichristen, muss Europa, das widerstandene römische Reich, eingreifen. Und wenn die dann ihre Truppen verschieben, wo gehen sie hin? Ja, der Militärschiffshafen ist in Haifa, und im Hinterland die große Ebene, das ist Hamagedon. Dann werden die dort in Hamageddon aufmarschieren. Aber diese islamische Koalition wird erschrecken, wenn die kommen.
Und übrigens: In Hamageddon gibt es einen der größten Militärflughäfen Israels mit Abflugeinrichtungen in alle Himmelsrichtungen. Das sieht man sehr gut, wenn man von oben herunter schaut, von Muchaka sieht man den Militärhafen, Flughafen. Die können also mit ihren Schiffen und mit der Luftwaffe sich ideal nach Armageddon verschieben, wie das in Offenbarung 16 dann kommt. Aber da sind wir noch nicht so weit, wir sind ja erst in Kapitel 12 jetzt. Aber ich muss auch immer wieder nach vorne gehen und dann wieder zurück, das ist normal.
Und noch etwas: Da hört er Gerüchte aus dem Osten. Ja, natürlich, in Offenbarung 16, wenn das römische Reich die Truppen nach Armageddon verschiebt, heißt es, dass die Könige von Sonnenaufgang aufbrechen werden. Wow, die kommen natürlich auch aus Asien, die Könige von Sonnenaufgang, die werden auch intervenieren, steht aber dort nicht, das ist China oder Japan, da muss man auch nicht mehr sagen, als was die Bibel sagt. Aber es ist darum interessant, dass wir dort im Osten sehr starke Nationen haben. Und die Bibel sagt in der Mehrzahl: Die Könige von Sonnenaufgang werden dann aufbrechen.
Und so wird er Gerüchte hören, nicht nur von Norden, von Ägypten aus gesehen, sondern von Osten, und die werden ihn erschrecken. Dann muss er zurück, um den Tempelberg wieder zu sichern. Da heißt es: Und er wird ausziehen in großem Grimm, um viele zu vernichten und zu vertilgen, und er wird sein Palastgezelt aufschlagen zwischen dem Meer und dem Berg der heiligen Zierde, also zwischen dem Mittelmeer und dem Tempelberg.
Jetzt kann man das auf der Karte auch einzeichnen. Also von Norden her, auf dem Schiffsweg, über Mittelmeer und über Landweg wird alles überrannt. Ein bisschen noch von Nordjordanien, aber hört es bei Ammon auf, Moab ist geschützt, ja, und dann geht die Armee runter, erobert Ägypten, dann verschieben sich die Mächte von Europa, und da brechen die im Osten auf, dann muss der König des Nordens zurück und stellt seine Front auf zwischen Mittelmeer und Tempelberg, ja, das ist schön südlich von Hamagedon. Da können die einen die Front bilden, dort oben im Hinterland von Haifa, und hier könnt ihr die Front aufrichten auf der Höhe von Jerusalem, Tempelberg und Mittelmeer.
Und darum erkläre ich, wenn ich mit einer Gruppe von Tel Aviv vom Flughafen über die Straße hinauffahre nach Jerusalem, kann ich erklären: Das ist jetzt das Gebiet, wo dann Syrien mit seinen Verbündeten hier die Front bilden wird. Fährt man gerade da hindurch, kann man das so konkret erklären, und da oben in Hamagedon ist die andere Front.
Aber dann heißt es: Und er wird zu seinem Ende kommen, und niemand wird ihm helfen. Dann erfüllt sich eben Sacharja 14, wo es heißt, dass der Herr, seine Füße werden auf dem Ölberg stehen, östlich von Jerusalem. Da wird der Herr Jesus kommen und wird diese Armeen bei Jerusalem, all diese Nationen, vernichten. Aber es ist nicht die ganze Welt, die nach Jerusalem kommt, sondern es sind eben diese Nationen aus dem Nahen Osten, und der Herr wird diese Nationen vernichten. Aber die Vernichtung der Heere in Hamagedon ist nochmals etwas anderes. Es ist nicht das Gleiche, wenn der Herr auf dem Ölberg kommt, dann ist es nicht das Gleiche, wie wenn er in Hamagedon kommt. Wir müssen das in der Bibel unterscheiden, das sind verschiedene Phasen, wenn er kommt.
Und so wird Syrien zum Ende kommen. Der Herr selber wird Syrien ein Ende setzen, wenn die das wüssten, wie es weitergeht. Aber jetzt ist Zeit, wo wir diesen Menschen das Evangelium verkünden können, damit sie jetzt noch die Gnade Gottes annehmen. Darum ist Mission und Evangelisation unter den Arabern ganz wichtig und auch unter den Juden, denn in dieser Zeit, wenn der König des Nordens Israel überrennt, werden nach Sacharja 13,8 zwei Drittel der Juden ums Leben kommen. Und ich frage mich manchmal, wenn ich so die Massen sehe in Israel: Ja, wer gehört vielleicht einmal zu den zwei Dritteln? Und wer zu dem Drittel? Mit welchen Leuten in Jerusalem habe ich schon gesprochen, die werden sich dann bekehren und gehören zum Überrest Israels. Schon ein interessanter Gedanke.
Der Herr sagt ja auch bei Korinth zu Paulus: Fürchte dich nicht, ich habe ein großes Volk in dieser Stadt. Der Herr sah diejenigen, die zum Glauben kommen würden, schon bevor sie bekehrt waren. Und so können wir auch mit den Leuten sprechen und denken: Wer gehört einmal zu denen, die sich bekehren, und welche nicht? Das können wir auch bei den Nachbarn denken. Aber wir müssen ihnen das Evangelium sagen, und das ist dann das Ende. Er wird zu seinem Ende kommen, und niemand wird ihm helfen.

Übergang zu Kapitel 13 und das Tier aus dem Meer

Gehen wir doch zurück zu Offenbarung 12, denn wir haben noch fünf Minuten bis zur großen Pause. Wir haben zwar nur ein Kapitel gemacht, aber doch ein riesiges Panorama im Umfeld gesehen, und das wird uns helfen, auch bei Kapitel 13.
Jetzt möchte ich noch etwas sagen zu Vers 17: Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben.
Wer sind denn diese übrigen ihres Samens? Nun, es ist so: Nur der Überrest aus Judäa wird auf die Berge fliehen, nicht der Überrest aus Jerusalem; der wird zurückbleiben in der großen Drangsalzeit. Darum sagt der Herr Jesus in Matthäus 24: Wenn ihr den Gräuel der Verwüstung seht, an heiligem Ort, dann sollen die, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen.
Im Lukasevangelium, wo der Herr Jesus über das spricht, was sich in den Jahren 68 bis 70 erfüllt hat, da sagt er im Blick auf die Judenchristen: Wenn ihr Jerusalem von Heereslagern umzingelt seht, ist es nicht das Gleiche wie ein Götzenbild auf dem Tempelplatz in Matthäus. In Lukas sagt der Herr Jesus: Wenn ihr Heereslager um Jerusalem seht, dann wisst, dass ihre Zerstörung nahe ist. Dann sollen die, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen, und auch die in der Stadt Jerusalem werden erwähnt; sie sollen ebenfalls fliehen und nicht mehr in die Stadt Jerusalem zurückkehren.
Damals, im Jahr 68, als die Römer ihre Heereslager um Jerusalem aufgestellt hatten, wussten die Judenchristen: Jetzt kommt das Ende der Stadt. Und sie sind alle geflohen, und zwar auf die Berge im Westjordanland. Dann sind sie nach Jordanien hinübergegangen, nach Pella, und wurden dort von König Agrippa als friedliebende Bürger aufgenommen. So wissen wir von keinem einzigen Judenchristen, dass er bei der Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 umgekommen wäre.
Aber dort gibt es Ähnlichkeiten zwischen Lukas 21 und Matthäus 24. Es ist jedoch nicht das Gleiche. In Lukas 21 hat sich das erfüllt; damals musste Jerusalem und Judäa fliehen. Aber in der Zukunft sagt der Herr: Nur Judäa wird fliehen. Und wenn man jetzt Sacharja 12 liest, sieht man, dass ein Überrest in dieser großen Drangsal in Jerusalem zurückbleiben wird und in größte Bedrängnis kommen wird. Aber ganz am Schluss der Drangsal kehrt der Überrest aus Moab zurück, der Überrest aus Judäa, und wird, sagen die Bewohner von Jerusalem, eine Stärke sein in dem Herrn. Die kommen dann ihren Brüdern in Jerusalem zu Hilfe. Und in Sacharja 10 sieht man dann, dass der Herr über ihnen erscheinen wird und den Überrest, der auf der Erde kämpft, vom Himmel her unterstützen wird.
Das ist ganz dramatisch. Aber dort in Sacharja 12 muss man lesen, dann sieht man den Unterschied: der Überrest in Jerusalem und der Überrest aus Juda, aus Judäa. Also nur die werden fliehen, die aus Judäa. Und darum heißt es hier: Der Drache wurde zornig, und er ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen. Und er wird gegen Jerusalem Krieg führen, wenn der König des Nordens Jerusalem einschließen wird. Dann wird ihnen größte Not und Bedrängnis kommen, aber sie werden schließlich durch den Herrn selbst befreit werden.
So sehen wir: Es geht wie ein Puzzle auf, jedes Detail passt mit allen anderen Abschnitten in der Prophetie überein. Aber es ist wichtig, dass man sich eben mehr und mehr eine Übersicht verschafft, sonst kann man das nicht zusammenfügen.
Ja, jetzt machen wir Pause, halbe Stunde Kuchen und Kaffee.
Wir kommen jetzt zu Kapitel 13, das heißt: Offenbarung 12,18 gehört mit dazu.
Und ich stand auf dem Sande des Meeres, und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, welches zehn Hörner und sieben Köpfe hatte und auf seinen Hörnern zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen der Lästerung. Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Leoparden, und seine Füße wie die eines Bären und sein Maul wie eines Löwenmauls. Und der Drache gab ihm seine Macht und seinen Thron und große Gewalt.
Und ich sah einen seiner Köpfe wie zum Tode geschlachtet, und seine Todeswunde wurde geheilt. Und die ganze Erde verwunderte sich über das Tier, und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tier die Gewalt gab. Und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem Tiere gleich, und wer vermag mit ihm zu kämpfen?
Es wurde ihm ein Mund gegeben, der große Dinge und Lästerungen redete, und es wurde ihm Gewalt gegeben, zu wirken zweiundvierzig Monate. Und es öffnete seinen Mund zu Lästerungen gegen Gott, seinen Namen zu lästern und seine Hütte und die, welche ihre Hütte in dem Himmel haben.
Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden. Und es wurde ihm Gewalt gegeben über jeden Stamm und Volk und Sprache und Nation. Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten, jeder, dessen Name nicht geschrieben ist in dem Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an.
Wenn jemand ein Ohr hat, so höre er. Wenn jemand in Gefangenschaft führt, so geht er in die Gefangenschaft. Wenn jemand mit dem Schwert töten wird, so muss er mit dem Schwert getötet werden. Hier ist das Ausharren und der Glaube der Heiligen.
Und ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen, und es hatte zwei Hörner gleich einem Lamm und redete wie ein Drache. Und die ganze Gewalt des ersten Tieres übt es vor ihm aus. Und es macht, dass die Erde und die auf ihr wohnen das erste Tier anbeten, dessen Todeswunde geheilt wurde.
Und es tut große Zeichen, dass es selbst Feuer vom Himmel auf die Erde herabkommen lässt vor den Menschen. Und es verführt die, welche auf der Erde wohnen, wegen der Zeichen, welche vor dem Tiere zu tun ihm gegeben wurde, indem es die, welche auf der Erde wohnen, auffordert, ein Bild dem Tiere zu machen, das die Wunde des Schwertes hat und lebte.
Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres Odem zu geben, auf dass das Bild des Tieres auch redete und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten. Und es bringt alle dahin, die Kleinen und die Großen und die Reichen und die Armen und die Freien und die Knechte, dass sie ein Malzeichen annehmen an ihrer rechten Hand oder an ihrer Stirn, und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat, den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.
Hier ist die Weisheit. Wer Verständnis hat, berechnet die Zahl des Tieres; denn es ist eine Menschenzahl, und seine Zahl ist 666.

Das erste Tier als Weltmacht und das zweite Tier als falscher Messias

Jetzt finden wir in Kapitel 13 wieder etwas Neues: das Tier aus dem Meer. Nachdem wir die Frau mit der Sternenkrone und den feuerroten Drachen, also den Satan, hatten, kommt nun eben dieses Tier aus dem Meer. Und in Vers 11 sehen wir noch einmal ein Tier, aber aus der Erde. Es sieht aus wie ein Lamm, es hat zwei Hörner, gleich einem Lamm. Allerdings hört man, wenn dieses Tier redet, die Stimme Satans. Es redet wie ein Drache.
Wer oder was ist hier gemeint? Nun, wer das Alte Testament gelesen hat, hat sofort die Verbindung. In Daniel 7 finden wir den Traum Daniels von den vier Tieren, die aus dem Weltmeer heraufkommen, eines nach dem anderen. Zuerst ein Löwe mit Adlersflügeln, dann ein gefräßiger Bär, danach ein Leopard mit vier Köpfen und vier Flügeln und schließlich ein schreckliches Tier mit zehn Hörnern.
Dort in Daniel 7 wird erklärt: Diese vier Tiere bedeuten Königreiche. Der Text selbst macht klar, dass es hier um politische Mächte in der Weltgeschichte geht. Und es ist so, dass diese vier Tiere eigentlich parallel gehen mit dem Traum von Nebukadnezar in Daniel 2, wo ebenfalls vier aufeinanderfolgende Weltreiche beschrieben werden.
Dann wird erklärt: Das erste dieser vier Weltreiche ist das Reich Babylonien zur Zeit Daniels. Und so ist es ganz einfach: Der Löwe mit den Adlersflügeln in Daniel 7 ist das babylonische Weltreich zur Zeit Daniels. Bis 539 vor Christus, genau siebzig Jahre.
Danach kam, nach diesem majestätischen Reich Nebukadnezars, ein etwas plumpes, aber sehr gefräßiges Reich. Und das war das medo-persische Reich, das viel größer wurde als das babylonische Reich. Nur: Das waren keine absoluten Herrscher mehr, denn sie waren an ihre eigenen Gesetze gebunden. Darum wird es verglichen mit einem etwas plumpen Bären, aber sehr gefräßig, eben darum auch viel größer.
Danach kommt ein Leopard mit vier Köpfen und vier Flügeln. Der Leopard ist das schnellste aller dieser Tiere und weist in der Geschichte auf das nächste Weltreich hin. Das war das Weltreich von Alexander dem Großen, der in dieser sagenhaften Zeit von lediglich dreizehn Jahren alles eroberte: von Griechenland in Europa über Landstriche in Afrika bis nach Indien, über den Indus hinaus, also heute Pakistan. Das war eben dieses Reich, das dem Leoparden entspricht.
Aber vier Köpfe: Gleich nach dem Tod von Alexander wurde dieses Reich in vier Blöcke auseinandergerissen. Darauf weisen die vier Köpfe hin.
Und dann das vierte Tier, ein Tier mit zehn Hörnern. Das ist aber genau das Gleiche, was wir hier haben. Das Tier aus dem Meer in Offenbarung 13 hat auch zehn Hörner, Vers 1. Und das war in der Geschichte das Römische Reich. Nachdem die letzten Reste des Alexanderreiches verschwunden waren, in der Schlacht von Actium, 40 vor Christus, gab es nur noch ein Weltreich: das Römische Reich.
Zu dieser Zeit lebte Johannes, und er hatte ja die Offenbarung unter Kaiser Domitian bekommen. Und jetzt sieht er hier dieses vierte Tier aus Daniel noch einmal. Er sieht es, wie es aus dem Meer heraufsteigt und eine absolute, totalitäre, teuflische Macht werden sollte.

Das wiederhergestellte Reich und die Macht des Tieres

Ein ganz wichtiger Vers, um das jetzt gut zu verstehen, ist 17,8. Im gleichen Buch wird erklärt:
Von dem Tier mit den sieben Hörnern: Das Tier, das du sahst, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und ins Verderben gehen. Und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht in dem Buch des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, dass es war und nicht ist und da sein wird.
Dann wird noch erklärt: Hier ist der Verstand, der Weisheit hat. Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt, und es sind sieben Könige. Fünf von ihnen sind gefallen, der eine ist, der andere ist noch nicht gekommen. Und wenn er kommt, muss er nur eine kleine Weile bleiben. Und das Tier, das war und nicht ist, ist auch ein achter und ist von den sieben und geht ins Verderben.
Also ein bisschen kompliziert. Das werde ich dann aber erklären, wenn wir bei Kapitel 17 sind.
Vers 12: Und die zehn Hörner, die du sahst, sind zehn Könige, welche noch kein Königreich empfangen haben, aber Gewalt wie Könige empfangen, eine Stunde mit dem Tier. Diese haben einen Sinn und geben ihre Macht und Gewalt dem Tier. Diese werden mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden. Denn er ist Herr der Herren und König der Könige, und die mit ihm sind Berufene und Auserwählte und Treue.

Europas Entwicklung und die Vorbereitung auf die Endzeitmacht

Ja, also hier wird erklärt, in Bezug auf das Tier: Es weist drei Phasen auf. Vers 8: Das Tier war, ist nicht, wird aus dem Abgrund heraufsteigen und ins Verderben gehen.
Es gab ein Römisches Reich, und damals wurde Jesus Christus geboren. Der Heiland der Welt wurde in Bethlehem unter Kaiser Augustus geboren. Und wir wissen: Im Jahr 476 drangen die Barbaren aus dem Norden und dem Osten ins Weströmische Reich ein und splitterten es von innen her auf, indem sie unabhängige Königreiche bildeten. So ging das Weströmische Reich durch Zersplitterung unter.
Aber das Oströmische Reich blieb weiterhin bestehen bis 1453, also bis ans Ende des Mittelalters. Damals konnte es unter dem Ansturm der Türken nicht mehr standhalten und wurde vernichtet. Aber im Westen gab es schon längst wieder eine Heilung, eine Wiederherstellung, denn schon um 800 hat Karl der Grosse das Weströmische Reich als das Heilige Römische Reich wieder vereinigt. Also gab es keinen Unterbruch, ja.
Das Oströmische Reich war da, das Weströmische Reich ging so zersplittert in eine Phase der Auflösung, wurde aber wieder um 800 hergestellt und hat dann weiter bestanden, über Jahrhunderte hinweg, auch über 1453. Als das Oströmische Reich unterging, hat es weiter bestanden. Später nannte man es das Heilige Römische Reich deutscher Nation, weil immer deutsche Kaiser vom Papst in Rom eingesetzt wurden.
Dieses Heilige Römische Reich deutscher Nation hat also grosse Teile Europas durch die Jahrhunderte hindurch zusammengehalten. Das ging bis 1806, als Kaiser Franz Joseph II. die Krone des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation selbständig ablegte. Aber zwei Jahre davor hatte Napoleon sich selber gekrönt, und dann hat er diese verrückten Kriegsfeldzüge veranstaltet, durch ganz Europa hindurch, auch durch die Schweiz hindurch.
Da, wo ich aufgewachsen bin, in Dietikon, sieht man auf der anderen Limmatseite immer noch einen Gedenkstein. Der erinnert daran, wie Napoleons Truppen über die Limmat dort bei Dietikon hinübergegangen sind. Napoleon ging mit seinen Feldzügen bis nach Russland, und es war klar: Er wollte Kaiser des Römischen Reiches sein. So überlebte das Heilige Römische Reich deutscher Nation den Untergang von 1806 noch eine Zeit lang weiter, aber in der Völkerschlacht von Leipzig war sein Schicksal besiegelt. Im darauffolgenden Jahr hat das Parlament von Frankreich Napoleon weggetan. Von da an gab es kein Römisches Reich mehr. Und da hat diese Phase eingesetzt: ist nicht.
Das war die Zeit des Nationalismus. Man war nicht mehr bedacht auf Einheit in Europa, sondern auf Nationalismus. Man war stolz, deutsch zu sein, oder spanisch, oder italienisch. Und so hat man sehr viel Wert gelegt auf die Eigenheiten der Nationen. Und diese innere Zerspaltung unseres Kontinents, der so lange geeint war durch das vierte Reich von Daniel, ging in seiner Zersplitterung so weit, bis der Höhepunkt erreicht wurde: 1914. Da brach der Erste Weltkrieg aus, mit 18 Millionen Toten, der schrecklichste Krieg bis dahin.
Und nach dem Krieg war das Problem nicht gelöst, und darum ging es weiter. So kam es zum Zweiten Weltkrieg, noch schlimmer, 1939 bis 1945, mit 50 bis 70 Millionen Toten. Der schrecklichste Krieg aller Zeiten bis dahin. Und als dann im Frühjahr 1945 die Glocken läuteten, auch hier in der Schweiz, war Europa am Boden zerstört.
Gleich darauf, ein Jahr später, kam Vincent Churchill nach Zürich und hat an der Uni einen berühmten Vortrag gehalten und gesagt: Let Europe Arise, lasst Europa aufstehen. Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa schaffen. Der Weg dahin ist nicht schwer. Es braucht nicht mehr als, dass 300 oder 400 Millionen Männer und Frauen Segen statt Fluch und so weiter ernten. Und da hat er erklärt, wie man es machen muss.
Dann kamen in den 50er Jahren die Römischen Verträge, 1957. Und da sind sechs Nationen näher zusammengerückt. Diese Entwicklung ging dann weiter. Es entstand die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, später die EG, die Europäische Gemeinschaft. Das ist mehr als nur Wirtschaft, und das ging weiter, bis schliesslich daraus eine Europäische Union wurde, nicht nur eine Gemeinschaft, sondern eine Vereinigung, eine Union. Man war willig, immer noch mehr dazuzunehmen, bis schliesslich 27 Nationen da zusammenkamen.
Und was soll das Ganze? Das haben uns die Europavisionäre schon längst erklärt. Emil Luss hat in den 1950er Jahren gesagt: Europa, die europäische Einheit brauchen wir nicht zu schaffen, sondern lediglich wiederherzustellen. Und Franz Blankart, einer unserer ehemaligen Staatssekretäre, hat als Europabefürworter, was es ja in der Schweiz auch gibt, gesagt: Ein heilig römisches Reich europäischer Nation soll gezimmert werden. Die wissen schon, was das soll, dieses Gebilde.
Aber jetzt sehen wir, dass das ganze Schiff beginnt zu wackeln, und zwar gerade auf dem Finanzsektor. Wir haben ja früher gesehen, Offenbarung 6, bei den ersten Siegeln: Da kommt eine enorme Wirtschaftskrise. Und die Offenbarung hat ja ganz besonders eben dieses Gebiet im Fokus, wo sich die Christenheit am meisten entfalten sollte. Warum haben wir nebst dem Alten Testament, wo wir so viele prophetische Bücher haben, im Neuen Testament nochmals ein prophetisches Buch? Weil es sich ganz besonders auf die Länder konzentriert, die am meisten mit dem Christentum konfrontiert waren. Und darum ist dieses Thema Europa in der Offenbarung ganz zentral.
Und da wird erklärt, dass es also zu schweren wirtschaftlichen Nöten kommen wird und zu massiver Teuerung, nämlich von etwa 1300 Prozent Inflation. Das kann man so berechnen, weil dort steht, dass ein Liter Weizen einen Denar kosten wird. Der Denar war zu römischen Zeiten der Tageslohn eines Arbeiters. Wenn ein Liter Weizen den Tageslohn eines Arbeiters kostet, dann ist das von heute aus gesehen etwa 1300 Prozent Inflation.
Und dann wird auch gesagt, dass das Schwert losgehen wird und Blut vergiessen. Das bedeutet, Europa wird erschüttert werden von inneren Kämpfen. Natürlich müssen wir da nicht denken, dass Deutschland plötzlich gegen Frankreich Krieg führt. Die sind jetzt im gleichen Schiff. Oder gegen Spanien. Die müssen jetzt Geld runterpumpen, die sind alle im gleichen Schiff. Und das ist die Erklärung, warum dann diese Diktatur entstehen kann.
Ein Mann, das Tier aus dem Meer, das ist ein Mann, der dieses Reich in sich verkörpert und der absolute Macht hat, und zwar die Macht von Satan selbst bekommt, Vers 2 am Schluss: Und der Drache gab ihm seine Macht und seinen Thron und grosse Gewalt. Ein Mensch, der auf dem Thron des Satans sitzt.
Es ist fast nicht zu glauben, aber wie kann Europa bereit sein, auf Demokratie zu verzichten? Ganz einfach: Wenn es wirtschaftlich nicht mehr geht und was die Sicherheit betrifft nicht mehr geht, da ist man bereit, alles herzugeben. So war das auch in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Man hat den König abgeschafft und die Demokratie eingeführt, die Weimarer Republik, und war stolz auf Demokratie. Und dann kam die Weltwirtschaftskrise, und schon kommt ein Kunstmaler und sagt: Ich führe euch aus dem Schlamassel raus. Und die Masse war bereit, alles herzugeben, alle Freiheit an einen Mann, damit die Arbeitslosigkeit in den Griff gebracht wird und so weiter. So geht das ganz einfach.
Und so wird sich das einfach wiederholen, aber das geschieht erst nach der Entrückung der Gemeinde. Und so wird eben diese dritte Phase kommen: Das Tier wird heraufsteigen aus dem Abgrund und dann ins Verderben gehen. Aber wir sehen, diese dritte Phase begann nach dem Zweiten Weltkrieg. Und wo ist Europa heraufgestiegen? Aus diesem Grab des Zweiten Weltkrieges mit 70 Millionen Toten. Und wir haben gelesen: Es wird heraufsteigen aus dem Abgrund. Griechisch Abyssos, dieses Wort bezeichnet in Römer 10 das Totenreich. Und das neue Europa ist wirklich wörtlich aus dem Totenreich heraufgestiegen, nachdem Winston Churchill gesagt hat: Let Europe Arise, ja, aus diesem Grab. Das ist die dritte Phase.
Man könnte fragen: Aber wieso steht da war, ist und wird heraufsteigen? Denn zur Zeit von Johannes war ja das Römische Reich noch. Nun, er benutzt die drei Zeiten der Grammatik: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Und man muss das auf vollem Hintergrund sehen. Dieses Reich wird ja in dieser Person, die da als Diktator kommen wird, vergöttert werden. Dieser Führer wird ja angebetet werden. Und der wahre Gott wird in Offenbarung 1,4 genannt, der da war und der da ist und der da kommt.
Und so ist es ironisch, wenn dieses Reich, wenn Europa sich selber an die Stelle Gottes setzt. Und Gott ja nicht einmal einen Platz geben will, wenigstens erwähnt in einer Verfassung Europas, stellt sich das Reich an Gottes Stelle. Aber was ist das für ein Reich? Das Tier war, ist nicht. Was ist das für ein Gott, der plötzlich aufhört zu existieren? Und gut, nachher heisst es: und wird heraufsteigen aus dem Abgrund. Aber gleich geht es weiter: und ins Verderben gehen. Das ist nur eine kurze Phase, und dann kommt das Ende.
Und dann wird Jesus Christus kommen. Aber wir haben gesehen: In der letzten Phase werden sie noch mit dem Lamm Krieg führen, und das Lamm wird sie überwinden. Das wird geschehen, wenn Europa seine Truppen nach Harmagedon verschieben wird. Die gehen dorthin, um Israel und unter dem Antichristen zu helfen. Es wird eine Überraschung sein, dass dann Jesus Christus wiederkommt, weil das gottlose Europa nicht damit rechnet, dass Jesus Christus auferstanden ist. So wird es eine Überraschung sein, wenn er in Harmagedon erscheint.
Aber die werden nicht anders sein als das Römische Reich vor 2000 Jahren, das bereit war, Jesus Christus zu kreuzigen. Denn Pilatus hat ja als Vertreter des Römischen Reiches Jesus Christus kreuzigen lassen. Und in der Zukunft wird das neue Europa Krieg führen gegen das Lamm. Die werden auf ihn schiessen, aber das Lamm wird sie überwinden, denn es ist Herr der Herren und König der Könige, wie wir gelesen haben.
Ja, also das zeigt uns die Aktualität von Offenbarung 13. Schliesslich wird Europa als ein mächtiges Reich dastehen. Es wackelt heute, es muss so wackeln, damit man bereit ist, die Macht an einen Mann abzugeben. Aber dieser Mann wird so mächtig sein, weil der Satan ihm seine Macht gibt. Darum wird es das mächtigste Reich sein.
Es ist aber nicht eine Welteinheitsregierung. Das wird so oft gesagt. Wir finden eben den König des Nordens. All die Länder, die ich schon erwähnt habe im Nahen Osten, das sind zwei Zivilisationen, die aufeinander treffen werden. Aber wir haben auch die Könige von Sonnenaufgang, das sind doch andere Mächtige, Nationen, die in der Zukunft eine Rolle spielen werden. Das wird nicht eine Ein-Mann-Regierung der Welt sein, sonst gäbe es ja gar keinen Konflikt mehr, dann wären ja alle ruhig.
Aber es wird so sein, dass Europa unter diesem satanischen Mann der stärkste Machtblock werden wird, und darum werden die Menschen sagen: Wer kann mit dem Tier kämpfen? Aber erst dann, das ist noch nicht jetzt. Das ganze Schiff ist so wackelig, und dann ist es auch so, dass sie so lange haben, bis sie mal eine Entscheidung haben, weil sie keine Zentralregierung haben, wo ein Mann sagt: So. Die diskutieren miteinander, und da werden die Leute auch müde davon. Immer so lange, und niemand sagt mal die richtige Lösung. Und das macht Europa immer mehr empfänglich für eine andere Lösung: Wenn nur noch einer das Sagen hat, dann müssen die anderen nicht mehr denken.
Und der wird so eben beeindruckend sein, weil er einfach eben die Macht Satans haben wird. Aber wir sehen: Diese volle Macht wird er haben 42 Monate, Vers 5. Das ist wieder die Zeit der grossen Drangsalzeit, das sind diese letzten dreieinhalb Jahre vor der Wiederkunft Christi.
Und jetzt haben wir aber noch ein zweites Tier, das gleichzeitig existiert, nicht nachherkommt und das andere ablöst, sondern zusammenarbeitet, das ist das Tier aus der Erde. Es sieht ganz anders aus, es hat zwei Hörner und nur einen Kopf natürlich, aber das andere Tier aus dem Meer hat sieben Köpfe und zehn Hörner. Übrigens haben wir gelernt, also Kapitel 17: Die sieben Köpfe bedeuten sieben Berge. Rom ist von Alters her bekannt als die Siebenhügelstadt. Es bestätigt nochmals: Es geht hier um das Römische Reich, aber eben in seiner letzten Form.
Und wer ist denn das Tier aus der Erde, das zwei Hörner hat wie ein Lamm? Das ist also eine Person, die ähnelt, die gleicht Jesus Christus. Dreissig Mal finden wir in der Offenbarung diesen Ausdruck „das Lamm“. Er wird immer für Jesus Christus gebraucht. Dann haben wir noch diese Stelle, also 29 Mal für Jesus Christus, und dann steht hier: Er hatte zwei Hörner, gleich einem Lamm. Also das wird ein Mann sein, der wird kommen, als wäre er Christus, der Messias.
Dieses Tier kommt nicht aus dem Meer, sondern aus der Erde. Das Meer ist in der Bibel immer wieder ein Bild der Völkerwelt. Man lese die letzten Verse von Jesaja 17, da heisst es: Die Nationen sind wie das aufgewühlte Meer, das nicht ruhig sein kann. Es sind die Völker dieser Welt. Und was steht im Kontrast zu den Völkern dieser Welt? In der Bibel steht das Volk Israel als Kontrast, das Land Israel steht als Kontrast zu den Völkern. Und so wird dieses zweite Tier, das aussieht wie ein Lamm, aus Israel kommen.
Das wird also der falsche Messias sein, der kommen wird und den die Masse der Juden als ihren Messias annehmen werden. Aber der Überrest, der umkehren wird nach der Entrückung, der wird natürlich den Antichristen nicht akzeptieren. Jetzt sehen wir, dass man eben dieses zweite Tier bezeichnen muss als Antichrist. Das Wort Antichrist kommt ja nur vor in 1. Johannes 2,18 und folgende. Anti heisst gegen, also der, der gegen Christus, gegen den Messias ist. Aber Anti bedeutet gleichzeitig auf Griechisch anstelle von. Der Antichrist ist also der, der sich an die Stelle von Christus setzt.
Und jetzt ist klar: Das ist der Antichrist, dieses Tier aus der Erde, das zwei Hörner hat, gleich einem Lamm. Weil in den meisten Büchern über Prophetie wird immer das erste Tier als Antichrist bezeichnet. Das ist aber nicht ganz korrekt. Nein, es ist überhaupt nicht korrekt, aber es ist nicht ein schlimmer Fehler, darum sage ich nicht ganz korrekt. Es ist nicht ein schlimmer Fehler, aber es ist nicht korrekt.
Also, wir müssen diese beiden Tiere unterscheiden. Das Tier aus dem Meer, das wird ein Nichtjude sein, der in Europa die Herrschaft an sich reisst, und das Tier aus der Erde, das wird ein Jude sein, der im Land Israel die Macht an sich reisst. Aber er wird mit diesem Herrscher in Europa zusammenarbeiten. Er wird wirken wie ein Propagandaminister, und zwar dadurch, dass er der grösste Okkultist oder Esoteriker aller Zeiten sein wird, mit Zeichen und Wundern.

Der Mensch der Sünde, Täuschung und das Zeichen des Tieres

Jetzt verstehen wir, dass das dieselbe Person ist wie die, die in 2. Thessalonicher 2 beschrieben wird. Ich lese vor aus 2. Thessalonicher 2,3:
„Lasst euch von niemandem auf irgendeine Weise verführen, denn dieser Tag, dieser Tag der sichtbaren Wiederkunft Christi, kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall komme und der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, geoffenbart worden sei. Das ist dieses Tier aus der Erde, welches widersteht und sich selbst erhöht über alles, was Gott heißt oder ein Gegenstand der Verehrung ist, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst darstellt, dass er Gott sei. Erinnert ihr euch nicht, dass ich dies zu euch sagte, als ich noch bei euch war? Und jetzt wisst ihr, was zurückhält, dass er zu seiner Zeit geoffenbart werde. Es ist der Heilige Geist, der heute noch in der Gemeinde ist. Er hält zurück, dass er nicht offenbar werden kann. Auf Griechisch ist eben Geist sächlich, to pneuma, das Geist, und darum steht hier: was zurückhält, dass er zu seiner Zeit geoffenbart werde. Denn schon ist das Geheimnis der Gesetzlosigkeit wirksam, nur ist jetzt der, welcher zurückhält, bis er aus dem Wege ist, und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden.“
Männlich: „der, der zurückhält“, ist gesagt. Weil der Heilige Geist Gott ist, spricht der Text eben nicht nur grammatikalisch „das, was zurückhält“, sondern „der, welcher zurückhält“. So wie der Herr Jesus in Johannes 14 sagt: Wenn jener, der Geist der Wahrheit, gekommen sein wird, so wird er euch in alle Wahrheit führen. Also das war’s: der, welcher zurückhält, das ist der Heilige Geist.
Nur ist jetzt der, welcher zurückhält, bis er aus dem Wege ist. Bei der Entrückung geht der Heilige Geist, der an Pfingsten gekommen ist, weg mit der Braut. Der Geist und die Braut sagen: Komm! Offenbarung 22.
Ich lese jetzt weiter:
„Und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr Jesus verzehren wird durch den Hauch seines Mundes und vernichten durch die Erscheinung seiner Ankunft, ihn, dessen Ankunft nach der Wirksamkeit des Satans ist, in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge und in allem Betrug der Ungerechtigkeit denen, die verlorengehen, darum, dass sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, damit sie errettet würden. Und deshalb sendet ihnen Gott eine wirksame Kraft des Irrwahns, dass sie der Lüge glauben, auf dass alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen gefunden haben an der Ungerechtigkeit.“
Hier wird also gesagt: Der Antichrist, der hier genannt wird der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, der Gesetzlose, wird sich in Jerusalem in den Tempel setzen. Und er tut Zeichen und Wunder in aller Macht und allen Zeichen und Wundern der Lüge, weil es eine satanische Täuschung ist.
Also das ist genau das, was wir in Offenbarung 13,11 und folgende sehen. Der wird unglaubliche Zeichen und Wunder tun. Zwei werden stellvertretend erwähnt. Er kann Feuer vom Himmel herabkommen lassen, und er kann ein Götzenbild zum Sprechen bringen.
Und wir wissen doch aus der Geschichte von Elija: Die Baalspriester konnten den Baal nicht dazu bewegen, dass er einen Blitz vom Himmel brachte. Obwohl Baal der Blitzgott der Kanaaniter war, kam nichts. Und als Elija schlicht betete, ohne da ekstatisch herumzuspringen wie die Baalspriester – das ist Heidentum, wenn man so herumspringt beim Beten –, da hat er ganz schlicht gebetet, und dann kam Feuer vom Himmel. Und ganz Israel wusste: Der Herr ist Gott, der Herr ist Gott.
So war das Zeichen Feuer vom Himmel im Alten Testament der klare Erweis für den wahren Gott. Aber in der Zeit, wenn Gott die totale Verführung, den Irrwahn, kommen lassen wird, dann wird der Antichrist sogar Feuer vom Himmel herabkommen lassen und die Menschen dadurch betören.
Und noch etwas: Ein wichtiger Beweis gegen Götzendienst ist ja die Tatsache, dass Götzen Augen haben und nicht sehen, eine Nase haben und nichts riechen. Also wenn in Indien und in buddhistischen Ländern Räucherstäbchen angezündet werden: Die Götzen riechen nichts davon, und sie sehen auch nicht diese Blumen, die man ihnen vorhält. Und sie können das auch nicht essen. Sie haben immer Nahrung vor sich, aber sie essen nichts, obwohl sie ihren Mund haben. Und sie können auch nicht reden.
Ich habe so viele Buddha-Statuen gesehen, und keine spricht. Also, das ist so töricht, und es ist auch so, dass Menschen solche Dinge merken. Da betet man zu diesen Bildern, aber die können ja nicht mal spazieren, obwohl sie Beine haben. Wie sollen die denn uns helfen? Wir können mit unseren Beinen spazieren, und das sollen Götter sein. Es gibt Menschen, die realisieren: Das ist so töricht.
Aber der Antichrist wird alles auf den Kopf stellen. Er wird diesem Bild, das er macht, Odem verleihen, und es wird sprechen und verlangen, dass alle getötet werden, die es nicht anbeten. Da werden die Menschen hingerissen sein. So etwas hat es noch nie gegeben in der Geschichte des Okkultismus, aber das wird kommen: die totale Verführung.
Und darum: Das ist der Antichrist.

Daniel 11, der falsche Messias und die politische Ordnung

Und jetzt müssen wir dazu noch eine Stelle lesen, ganz wichtig, aus Daniel 11. Ich habe ja schon erklärt: Daniel 11 bis 35 ist schon längst erfüllt, und dann geht es ab Vers 36 in die Zukunft, in die Endzeit. Aber ich habe vorhin nur 40 bis 45 gelesen, nicht wahr? Und ab Vers 36 geht es nicht um den König des Nordens und nicht um den König des Südens. Da geht es einfach um den König, und das ist der Antichrist, der in der Zukunft zwischen Ägypten und Syrien über Israel regieren wird.
Er ist genau so beschrieben wie der Mann in 2. Thessalonicher 2, der sich über alles erhebt, was Gott heißt. Und der König wird nach seinem Gutdünken handeln, und er wird sich erheben und groß machen über jeden Gott. Wieder den Gott der Götter wird er Erstaunliches reden. Und er wird Gelingen haben, bis der Zorn vollendet ist; denn das Festbeschlossene wird vollzogen. Und auf den Gott seiner Väter wird er nicht achten, nicht auf die Götter, sondern auf den Gott seiner Väter wird er nicht achten. Das war der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Das macht klar: Das wird ein Jude sein. Wer Jude ist, wenn man von Abraham, Isaak und Jakob abstammt, der ist Jude.
Und auf den Gott seiner Väter wird er nicht achten, und weder auf die Sehnsucht der Frauen noch auf irgendeinen Gott wird er achten. Die Sehnsucht der Frauen, das ist der Messias. Jede Frau in Israel hatte die Sehnsucht, dass sie die Mutter des Messias werden könnte, der aber Gott und Mensch in einer Person sein würde. Darum heißt es: Auf die Sehnsucht der Frauen wird er nicht achten, noch auf irgendeinen Gott, sondern er wird sich über alles erheben. Und an dessen Statt wird er den Gott der Festungen ehren. Den Gott, den seine Väter nicht gekannt haben, wird er ehren mit Gold und mit Silber und mit Edelsteinen und mit Kleinodien. Und er wird gegen die starken Festungen so verfahren mit dem fremden Gott: Wer ihm Anerkennung zollt, dem wird er viel Ehre erweisen, und er wird ihm Herrschaft verleihen über die Vielen und das Land austeilen zum Lohn.
Dann haben wir gelesen: Dann wird Ägypten gegen ihn vorgehen, militärisch. Es ist interessant: Er erhebt sich über alles, und er wird sich nach 2. Thessalonicher 2 sogar in den Tempel setzen und sagen, er sei Gott. Aber es gibt eine Ausnahme: Er ehrt den Gott der Festungen. Nun, in der Geschichte, aus der Geschichte kennen wir diesen Begriff, den Gott der Festungen. Das war Jupiter Capitolinus, also der oberste römische Gott, Vatergott, dem das Kapitol, diese Festung in Rom, geweiht war. Das heißt also, er verehrt niemanden außer dem Gott der Festungen. Und das ist niemand anders als sein Freund in Europa. Der wird sich ja auch anbeten lassen, wie wir schon gelesen haben in Offenbarung 13. Sie werden sagen: Wer kann mit dem Tier Krieg führen? Sie werden das Tier anbeten.
Der wird sich also als Jupiter ausgeben, als Vatergott, und der Antichrist, wie ein Lamm, der wird sich ausgeben als Gott der Sohn, der falsche Messias. Und wenn wir Offenbarung 12 und 13 zusammennehmen, dann sehen wir: Es gibt nicht nur zwei Tiere, sondern drei, nämlich den feuerroten Drachen. Das ist aber der Satan, der im Hintergrund wirkt und Kraft liefert. So will der Satan sich ausgeben, wie wenn er Gott, der Heilige Geist, wäre, der Geist der Kraft. Aber es ist eine teuflische, eine satanische, üble Imitation der Dreieinheit Gottes.
Und wir sehen: Das ist auch darum nicht zu erstaunen, warum man oft in den falschen Religionen so eine Dreiergruppe von Göttern findet. In Ägypten findet man das, man findet das auch im Hinduismus. Das ist einfach eine satanische Imitation der Dreieinheit Gottes. Satan weiß, dass Gott ein Gott ist, aber in der Gottheit sind drei Personen: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist in ewiger Gemeinschaft. Und das hat er in den Religionen der Menschen verhöhnt durch diese Perversion dieser Dreiergruppen von Göttern. Da ist dann jeweils auch eine Göttin, die ein Kind trägt; das findet man auch in verschiedenen Religionen. Das ist alles eine Perversion davon, weil Gott schon im Alten Testament angekündigt hat, dass eine Jungfrau einmal den Messias gebären wird. Es ist also eine Verhöhnung der Wahrheit Gottes und dazu da, die Menschen schon im Voraus unempfänglich für das Evangelium zu machen. Dann sagen sie: Das haben wir ja auch in anderen Religionen. Ja, und wenn man das aber so sieht, versteht man eben, wie Satan handelt.
Und es steht ja in 2. Korinther 2, seine Gedanken sind uns nicht unbekannt. Wenn wir die Bibel lesen, wissen wir, wie der Teufel denkt. Und das ist ganz wichtig: Wenn man gegen einen Feind auch militärisch bestehen will, muss man wissen, wie der Feind denkt. Dann kann man auch richtig reagieren. Und so ist es auch wichtig, dass wir das so sehen.
Und so wird der Antichrist also dieses Götzenbild zu Ehren seines Freundes in Rom aufstellen. Diesen Gräuel wird er auf dem Tempelplatz aufstellen, und er selber wird sich ins Heiligtum setzen und sagen, er sei Gott. Das ist auch eine Verhöhnung von Psalm 110: Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gelegt habe als Schemel deiner Füße. Und so wird er sich quasi ins Allerheiligste setzen, als ob er Gott der Sohn wäre, zu dem der Vater sagt in Psalm 110: Setze dich zu meiner Rechten, auf den Thron im Himmel, im Allerheiligsten.
Ja, und so sehen wir: Der Antichrist wird also durch seine Zeichen und Wunder die Menschen massenweise verführen und so die Macht seines Freundes in Rom unterstützen. Und er wird auch das Wirtschaftssystem völlig ändern, so dass man nicht mehr über das Problem von Steuerhinterziehung und Steuerbetrug sprechen wird. Denn mit Bargeld läuft sowieso nichts mehr. Dann ist es aus für solche, die meinen, sie könnten eine doppelte Buchhaltung machen: eine für das Steueramt und eine für sich. Dann ist es aus mit all den Garagisten, die sagen: Ja, bezahlen Sie doch lieber bar. Ja, ist einfacher, da muss man nicht noch überweisen über das Bankkonto.
Und so wird er eine Kontrolle machen. Man muss nämlich auf die rechte Hand oder auf die Stirn ein Zeichen annehmen, und ohne dieses Zeichen kann man gar nicht mehr kaufen oder verkaufen. Also die Euroscheine werden alle out sein. Und da wird die Kontrolle perfekt sein. Aber sehen wir, was heute in der Wirtschaftswelt geht, und diese Steuerung nach immer mehr Kontrollen des ganzen Banken- und Geldsystems, das steuert letztlich dahin auf diese totale Kontrolle des Finanzsystems.
Dieses Zeichen wird aber gleichzeitig bedeuten: Wer es annimmt, der muss da eben bei diesem Code auf der Stirn oder auf der Hand. Heute kann man sich das vorstellen als einen Code, den man äußerlich nicht sieht, aber das Lesegerät liest das gleich ab, wenn man vor dem Automat steht. Mit der Stirn oder rechter Hand hin ist auch viel einfacher als mit Karten, denn Karten kann man verlieren. Und bei der rechten Hand müsste das schon ziemlich brutal zu und her gehen, wenn man das verlieren müsste. Und so sehen wir: Dieses Zeichen bedeutet aber gleichzeitig, dass man diesen Herrscher des neuen römischen Reiches als Gott anerkennt.
Und darum muss man nicht denken: Heute ist es ein Problem, wenn man mit irgendwelchen Codes bezahlt. Denn das ist noch nicht so weit, dieses Tier ist nicht da, und er wird erst kommen nach der Entrückung der Gemeinde. Aber wir müssen diese Dinge jetzt schon wissen. Und so müssen wir auch nicht Angst haben bei W W W. Natürlich: W bedeutet im Waw im Hebräischen, und das ist sechs. Also W W W, Waw Waw Waw, ist sechs sechs sechs. Aber dieses System mit Buchstaben und Zahlen, das ja hier auch verwendet wird, Vers 18: Hier ist die Weisheit! Wer Verständnis hat, berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl, und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.
Also, man muss den Namen dieses kommenden Herrschers annehmen, Vers 17, oder die Zahl seines Namens, Vers 17. Wie geht das? Wie kann ein Name sein oder eine Zahl? Ganz einfach: Im Hebräischen sind die Buchstaben gleichzeitig Zahlzeichen. Der erste Buchstabe Aleph ist eins, Bet zwei, Gimmel drei, und so weiter. Das geht bis zehn und dann in Zehnerschritten bis hundert, und dann geht es in Hunderterschritten bis Taf, das ist vierhundert. Darum kann man von jedem Wort die Quersumme errechnen, wenn man einfach die Zahlen zusammenzählt. Also die Quersumme von W W W wäre eben nicht 666, sondern 18. Es ist nicht dasselbe, aber es erinnert einen schon an etwas, was kommen wird, aber es ist noch nicht das.
Und so wird also dieser kommende Herrscher einen Namen tragen. Wenn man diesen Namen umrechnet, Buchstaben zu Zahlen, dann kommt man auf die Zahl 666. Und der Überrest aus Israel, der wird das umrechnen. Dann merken sie: Aha, wieder ein Hinweis, das ist dieser Mann. Das allein reicht ja noch nicht. Es gibt im Alten Testament drei Eigennamen, die 666 ergeben. Die Wahrscheinlichkeit ist schon da, dass ein Name 666 ergibt. Aber das braucht dann noch mehr Hinweise, die müssen alle zusammenstimmen. Darum geht Prophetie nicht so ein, zwei, drei Punkte, und dann erkennt man das, sondern man muss die Prophetie immer sehen. Das sind viele Details, und die alle zusammen, die machen es dann aus.
Aber hier heißt es: Wer Weisheit, wer Verständnis hat, berechnet die Zahl des Tieres. Und das ist auch im Griechischen so: Alpha bedeutet eins, Beta zwei, Gamma drei, und das geht so weiter bis Jota zehn. Dann geht es in Zehnerschritten bis hundert, und dann geht es in Hunderterschritten bis Omega, das ist achthundert. Und jetzt, bevor ich die Pointe bringe, lesen wir weiter. Die Kapiteleinteilung ist ja künstlich, die kommt erst später. Also eigentlich sollten wir da gleich weiterlesen: und seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig.

Das Lamm auf dem Zion und die Zahl des Lammes

Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion, und mit ihm hundertvierzigtausend, welche seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen.
Da ist in der Schlacht der zweitausend etwas passiert. Das muss man ausnahmsweise einmal etwas korrigieren. Also, das steht so im Mehrheitstext ganz klar: welche seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen.
Jetzt sieht Johannes wieder die Hundertvierzigtausend, aber er sieht sie, die sind schon wieder zurückgekehrt aus Moab und stehen auf dem Tempelberg. Der Herr Jesus ist bereits zurück auf dem Ölberg, dann geht er hinüber, übers Kidron-Tal, auf den Tempelberg und dort auf diesen Hundertvierzigtausend Quadratmetern. Das hat keine tiefere Bedeutung. Meter ist kein biblisches Maß, aber es sind gerade 144 Quadratmeter der Tempelplatz, da werden die 144 versammelt sein, zusammen mit dem Lamm, nach aller Not.
Und dann wird hier gesagt, die haben auch etwas auf der Stirn, den Namen des Lammes. Was ist der Name des Lammes? Jesus. Und jetzt im Griechischen ist das so, wer mitschreiben will: Man schreibt Jota, Ätha, das lange E, Sigma, Omikron, das kurze O, Y und dann nochmals Sigma. Jetzt, nicht wahr, O Y, das ist der Laut U, wie im Französischen O U. Also, Jesus schreibt man so auf Griechisch.
Jetzt Jota hat den Zahlenwert zehn, Eta, das lange E, acht, Sigma zweihundert, Omikron, das kleine O, siebzig, Y vierhundert und Schlusssigma eben zweihundert. Was geht das zusammen? 888. Das ist doch der Hammer!
Aber da steht nicht: Jetzt müssen die mal noch Jesus nachrechnen. Sondern es steht einfach: Seine Zahl ist 666. Und dann kommt die Vision mit den 144 auf dem Tempelberg, und sie haben den Namen des Lammes auf ihren Stirnen. Ja, da muss man studieren. Und dann kommt man auf die Idee, das nachzurechnen, es gibt 888.
Und die Zahl sieben ist doch in der Bibel die Zahl der Vollkommenheit. Damit ist sechs das Unvollkommene, das Sündige, das Böse, das, was sich gegen Gott und seine Gebote auflehnt. Aber der Herr Jesus ist nicht nur vollkommen, er hat Gott mehr verherrlicht, als Gott je verunehrt worden ist durch die Sünde. Und darum steht die Zahl acht für ihn. Und dann eben dreimal verstärkt: acht, acht, acht, so wie sechs, sechs, sechs verstärkt ist.
Da sehen wir da auf der Stirn den Namen des Lammes. Das ist im Kontrast zu dem Namen des Tieres. Es gibt Leute, die ich muss so anfangen: Dahinter der Stirn ist doch der Frontallappen des Gehirns, und dort ist das Planen, Organisieren und so weiter lokalisiert. Wenn man zu viel Alkohol trinkt, dann fährt der Frontallappen runter. Darum ist man eben zu allem fähig, und der Apostel Paulus sagt: Betrinkt euch nicht mit Wein, in welchem Ausschweifung ist.
Also, was beherrscht unser Denken? Es ist das Finanzsystem. Ich weiß von einem, der kommt heim von der Arbeit, und dann geht er aufs Internet, und dann schaut er, wie sind jetzt die Aktien am nächsten Tag wieder. Der lebt darin, das ist schrecklich. Das entspricht genau eben diesem Zeichen auf der Stirn, es geht immer ums Geld.
Aber in 2. Timotheus 2 sagt doch der Apostel zu Timotheus: Halte im Gedächtnis Jesus Christus, auferweckt aus den Toten. Das soll unser Denken und Organisieren und Planen beherrschen und charakterisieren, und den Namen des Vaters auf den Stirnen. Und so können wir da ganz praktisch etwas daraus lernen.
Es geht um Götzendienst in Verbindung mit dem Geld, und es geht um die Bereitschaft der Nachfolge hinter dem Herrn Jesus hier. Wir werden nächstes Mal dann mit Kapitel 14 weiterfahren, und das möchte ich dann in Details anschauen, dieser Überrest dieser 144 Tausend. Und wir können so viel lernen von diesen Gläubigen, die jetzt gar noch nicht gläubig sind. Das ist schon eigenartig.
Wir sind uns gewohnt, dass man lernen kann von den Glaubenshelden und Heldinnen im Alten Testament, aber dass wir sogar lernen können von Glaubenshelden, die noch in der Zukunft sind. Ich möchte zum Schluss, um das Ganze abzurunden, noch erwähnen: Vers 4: Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich. Diese sind es, die dem Lamme folgen, wohin irgend es geht. Ja, sie haben den Namen des Lammes auf ihren Stirnen.
Und was sie kennzeichnet, ist nicht, wir wissen nicht etwas von ihrer Karriere, die sie machen werden. Aber ist das von Bedeutung? Wichtig ist, dass wir dem Lamm folgen, wohin irgend es führt. Darauf kommt es an. Natürlich kann es sein, dass der Herr jemanden so führt, dass er Karriere macht, aber nicht, weil er auf Ruhm und Erfolg aus ist. Es geht uns einfach darum, dass wir dem Herrn folgen, wo er uns führen will, und dann führt er uns auch so, dass unsere Möglichkeiten richtig eingesetzt werden.
Ich denke ja gerne so darüber nach, über Grabsteine. Ich finde es ganz interessant, wenn man auf den Friedhof geht und einmal die Grabsteine durchschaut. Und es ist so traurig, was man da für Unsinn antrifft: Da steht irgendein Unsinn drauf, und so leer, so inhaltslos. Und da gibt es viele Grabsteine, da steht überhaupt nichts drauf außer Namen und Daten. Die haben nichts mehr zu sagen. Es ist doch schlimm.
Aber was könnte man auf unseren Grabstein setzen, falls wir nicht entrückt werden, sondern durch den Tod gehen müssten? Was kann man dann schreiben? Wäre es nicht wunderbar, wenn man das schreiben könnte wie bei diesem Evangelisten, der in Wilderswil bei Interlaken begraben ist. Das war ein französischsprachiger Muttersprachler, der hat viel mit der Stiftshütte evangelisiert, und auf seinem Grabstein steht: Sove pour servir, gerettet um zu dienen. Das ist doch kurz, das kann man gut, es kommt nicht so teuer und so. Es ist erschrecklich, was Grabsteine kosten. Aber darauf kommt es doch auch nicht an, aber es ist doch eine Botschaft für die Leute, die da hinkommen und gerade auch offen sind in solchen Momenten der Trauer.
Oder wenn es jetzt etwas länger sein dürfte, dann: Dieser ist es, der dem Lamme folgte, wohin irgend es geht. Oder: Diese ist es, die dem Lamme folgte. Das ist doch wunderbar, dann hat unser Leben den Sinn gefunden. Und so können wir schon mal einiges lernen von dem Überrest der Zukunft.
Wir wollen noch beten zum Schluss.
Herr Jesus, wir danken dir, dass du uns ein Wort gegeben hast, und wir danken dir auch für das letzte Buch, das uns so ermutigt und unsere Blicke in die Zukunft lenkt, auf dich und dein baldiges Wiederkommen. Und wir bitten dich, dass du uns hilfst, dass wir die Zeit, die du uns noch hier lässt, einsetzen für dich und dass dieses Zeugnis auch für jeden von uns gelten könnte: Diese folgen dem Lamme, wohin irgend es geht.
Herr Jesus, hilf du, dass unser Denken und Planen erfüllt ist von dir, erfüllt ist von dem Vater. Und dass wir dir die Treue halten in dieser Zeit, in der wir sind und wo wir so herausgefordert sind. Du musst uns die Kraft geben. Und danke, dass wir auch so dein Wort miteinander studieren durften, und dieses Wort ist es, das uns ermutigt, dir bedingungslos nachzufolgen. Amen.

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