
KI und Evangelisation
Gemeinsam Glauben leben
Einführung: Die wiederkehrenden Bedrohungen der Christenheit
Sie hören den Predigt-Podcast der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde The Rock Christus Kirche aus Berlin-Spandau.
Ich beginne mit etwas Sarkasmus. Die Christenheit entdeckt gerade mal wieder eine neue Bedrohung, die uns endgültig ins Reich der Offenbarung katapultieren soll. Das ist nicht das erste Mal. Bereits in den 1980er Jahren war das so. Damals war es die EU, die als das Tier mit den zehn Hörnern galt, weil es damals zehn Mitgliedstaaten gab. Kurz darauf wurde das World Wide Web als das Tier betrachtet, dann der Barcode, der RFID-Chip, zuletzt Corona mit Maskenpflicht und Impfpass – und jetzt, Trommelwirbel, die KI.
So viel zum Start.
Ich bin der Typ, der Osterhase.chat verantwortet, also einen Chatbot, mit dem man mit dem Osterhasen über das Evangelium sprechen kann. Dabei ärgere ich mich natürlich über die Videos, die ich derzeit sehe, in denen Christen einfach übertreiben – bis an die Grenze zur Lüge, das muss man so deutlich sagen. Es werden technische Behauptungen aufgestellt, die meiner Meinung nach sehr wenig mit der Realität zu tun haben. Zudem werden Bibeltexte auf höchst fragwürdige Weise ausgelegt, Ängste geschürt und von Jesus abgelenkt.
Wo es eine wirklich gesunde christliche Alternative gibt, wird ein so komplexes Thema wie KI einfach massiv vereinfacht. Da sagt man dann: Sorry, Freunde, so geht das nicht.
Deshalb heute eine Predigt zum Thema KI und Evangelisation.
Was will ich? Ganz einfach: Ich möchte euch einen Blumenstrauß von Ideen und Informationen zum Thema KI und Evangelisation präsentieren.
Die Bedeutung von KI und Evangelisation für unsere Gemeinde
Warum ist das wichtig? Ganz einfach: Ihr seid in der falschen Gemeinde.
Das meine ich so: Wir haben als Gemeinde durch Jenny, Stefan und mich einen besonderen Bezug zu dem Thema Evangelisation, Künstliche Intelligenz (KI) und Chatbots. Wir sind in einem Verein namens BibleBots e.V. organisiert und dadurch etwas näher an diesen Themen dran als andere Gemeinden.
Das bedeutet, es kann vorkommen, dass man euch fragt: „Du kommst aus dieser besonderen Gemeinde, was denkst du denn zu dem Thema?“ Da besteht die Gefahr, dass ihr solche Fragen gestellt bekommt.
Außerdem ist das Ganze etwas komplexer. Wir haben nämlich Christian, unseren Leiter für Evangelisation. Er ist von diesem kleinen Verein als Minijobber angestellt und darf für uns evangelistische Verteileinsätze organisieren. Dabei werden Flyer verteilt, die auch das Thema Chatbots behandeln. Ihr werdet also Flyer sehen, die von unserer Gemeinde ausgehen. Darauf ist ein QR-Code, mit dem man die Handykamera scannen kann, um sich mit einem Chatbot zu unterhalten.
Das ist Punkt eins.
Punkt zwei: Ich möchte mit euch über dieses Thema ins Gespräch kommen, weil KI – genauso wie die anderen Themen, die ich vorhin genannt habe, zum Beispiel Corona oder das Internet – das Potenzial hat, Christen zu verängstigen und Gemeinden zu spalten. Dem möchte ich einfach entgegenwirken.
Je früher man das tut, desto klüger ist es.
Die apokalyptischen Ängste und die Realität von KI
Jetzt kommen vor allem diese Videos, und diese Videos entstehen vor allem deshalb, weil man von AGI spricht. AGI steht für besonders leistungsfähige Künstliche Intelligenz.
Dann sagen die Leute solche Dinge wie: Das ist ein welthistorischer Einschnitt, durchaus vergleichbar in seinen Auswirkungen. Das sei kein Scherz, wie der Sündenfall, die Sintflut oder die Kreuzigung Jesu. Da denkt man sich: Das ist doch verrückt, was soll das?
Aber dann kommt der Mega-Umbruch. Die Kirche wird bedroht. Es entsteht quasi eine neue Religion, eine technologische Ersatzgottheit – das KI-Tier. Ihr merkt schon, Offenbarung 13 steht hier im Hintergrund. Es geht um das Tier und das Malzeichen des Tieres.
Wie immer muss Offenbarung 13 als Wundertüte für jeden Hobbypropheten herhalten, der sich gerne in dem apokalyptischen Gruselkabinett austoben möchte, um Anhänger zu gewinnen. Leider gelingt das. Das ist das Problem. Leider gelingt das.
Die Leute, die am lautesten schreien und die verrücktesten Thesen haben, die haben die meisten Follower. Das ist wirklich erschreckend, wirklich erschreckend. Der Unterschied ist etwa Faktor zehn zwischen diesen Typen und den Normalos. Das funktioniert.
Deshalb geht es hier um KI und Evangelisation. Es geht um ein bisschen Sprachfähigkeit, ein bisschen darum, warum wir das machen und was wir an dieser Stelle erwarten.
Ich fange mal ganz vorne an, einfach damit wir wissen, worüber wir reden. Was bedeuten diese Begriffe eigentlich?
Grundbegriffe: Künstliche Intelligenz, Chatbots und Sprachmodelle
Da ist zum einen das Wort KI. KI steht für künstliche Intelligenz, um das gleich klarzustellen: KI ist nicht intelligent. Es geht um Maschinen, die Aufgaben erledigen, die man sonst vielleicht mit menschlicher Intelligenz verbinden würde. KI fühlt sich zwar intelligent an, ist es aber nicht im wörtlichen Sinn. Bitte lasst euch da nicht in eine falsche Richtung führen.
Ihr alle arbeitet jeden Tag mit KI. Wenn du dein Handy entsperrst, schaust du auf den Bildschirm, und dein Handy sagt: „Oh, das ist Antje, schön, hallo Antje, du darfst jetzt spielen“ – und geht an. Das ist KI. Oder der Navi in deinem Auto, der eigenständig einen Weg berechnet – das ist KI. Der Spamfilter, der einfach den ganzen Blödsinn raussortiert, also verdächtige E-Mails wegwirft – das ist KI. Oder ein Flugzeug, das auf Autopilot fliegt – auch das ist KI.
Jeder von euch arbeitet jeden Tag mit KI. Und je mehr du damit arbeitest, desto mehr wirst du merken: Eines ist sicher, KI ist nicht intelligent, sie wirkt nur so. Ich, der ich täglich damit zu tun habe, bin sogar erstaunt, wie wenig „I“ in KI steckt. Ich würde mir mehr Intelligenz wünschen, nicht weniger.
Das ist der erste Begriff: KI.
Der zweite Begriff ist Chatbot. Hinter diesem Begriff steckt noch ein dritter, den ihr irgendwann auch hören werdet: LLM – Large Language Model, also Sprachmodell. Merkt euch diese drei Begriffe.
Was ist ein Chatbot? Ein Chatbot ist ein Computerprogramm, das Text generiert. Zum Beispiel osterhase.chat. Wer das genutzt hat, weiß: Man stellt eine Frage und bekommt eine Antwort. Gib mir mal die Folie von Rufus, das ist ein Chatbot. Oder „Rufus“ bei Amazon. Wenn du also eine Spülmaschine kaufen willst, kannst du unten in der Ecke Rufus fragen. Du kannst fragen: „Wie breit ist das Ding?“ Dann sagt Rufus: „So breit.“ Nett, oder? Oder: „Wie hoch ist das? Was braucht das an Energie?“ Das ist ein Chatbot.
Damit wir wissen, wovon wir reden: Ein Chatbot stellt eine Frage, gibt eine Antwort. Der Vorteil ist, dass er auf deine Frage antwortet. Du musst nicht lange suchen, wo steht denn hier, wie groß das ist. Du kannst einfach fragen – und in deiner Sprache. Wenn du sagst, ich bin mit Deutsch nicht so zuhause, ich habe es lieber in einer anderen Sprache, dann kannst du in deiner Sprache fragen, und er antwortet dir in deiner Sprache. Das ist cool.
Außerdem kannst du so lange fragen, wie du willst. Wenn du ein bisschen nerdig bist und sagst: „Ich höre jetzt noch nicht auf, ich will es genau wissen“, dann stellst du eine Frage nach der anderen. Der Chatbot ist immer nett. Wo jeder normale Sachbearbeiter irgendwann gesagt hätte: „Jetzt hören Sie mal auf, das weiß ich nicht“, macht der Chatbot einfach immer weiter.
Das ist ein Chatbot: Ein Computerprogramm, das Texte generiert.
Noch einmal zu der Folie mit den Begriffen: Was macht ein Chatbot aus? Er benutzt ein LLM, ein Sprachmodell. Das ist quasi das Gehirn des Chatbots. Er benutzt es, um auf deine Frage eine sinnvolle Antwort zu generieren.
Achtung: Er kann nicht denken. Ich weiß, das fühlt sich manchmal so an, aber das musst du wirklich vergessen. Er kann nicht denken, kein bisschen.
So ein Sprachmodell funktioniert auf eine ganz einfache Weise: Es berechnet, was das wahrscheinlichste nächste Wort in der Antwort ist, das ich hinschreiben soll. Ob das Sinn ergibt, spielt keine Rolle. Es ist reine Mathematik, pure Statistik. Es ist eine gigantische Rechenmaschine.
Du gibst eine Frage ein, und das Modell wählt aus unzähligen Möglichkeiten an Wörtern diejenigen aus, die am wahrscheinlichsten passen. Dann kommt ein Satz heraus, der klingt wie eine sinnvolle Antwort. Aber dahinter steckt keine Klugheit, das ist reine Mathematik.
Im Kern dieses Sprachmodells steckt ein mathematischer Algorithmus, eine riesige Gleichung – mehr ist es nicht.
Jetzt denkst du vielleicht: Das kann doch nicht sein. Doch, du musst nur eine riesige Menge an Fragen reinstecken, an denen das Modell lernt, wie Menschen weltweit kommunizieren. Dann kann es auf mathematischer Ebene menschliches Verhalten nachahmen, indem es zufällig die richtigen Worte auswählt, die passen.
Du denkst, das geht nicht? Doch, es geht. Weil das Ganze einfach viel größer ist, als wir uns das vorstellen können. Hier reden wir über gigantische Algorithmen. Aber es bleibt am Ende eine Rechenmaschine. Es ist wie ein Taschenrechner, nur halt für Sprache.
Das wirkt so, als würde das Modell denken können. Aber in Wirklichkeit denkt da nichts. Es wird einfach nur unglaublich schnell gerechnet.
Deswegen, ich glaube, aktuell liegt der Anteil dieser Rechenmaschinen am weltweiten Energieverbrauch bei etwa drei Prozent.
Noch einmal: Ein Sprachmodell hat kein echtes Verständnis von Sprache. Jedes Kleinkind, das hier anfängt zu sprechen, hat ein wirklich echtes, tiefes Verständnis. Das Sprachmodell hat das nicht.
Das ist genauso wie bei deinem Navi. Dein Navi hat keine Idee davon, was der richtige Weg ist. Du weißt instinktiv, wo du hinwillst. Das Navi rechnet und rechnet und rechnet und kommt dann auf das gleiche Ergebnis.
Hier ist es genau dasselbe: Wir halten ein Sprachmodell für intelligent, weil es spricht wie wir. Es kann Antworten flüssig formulieren. Deshalb denken wir, wenn jemand so etwas kann, muss er doch denken können.
Sprache ist für uns ein klares Zeichen von Verstand. Wenn jemand sprechen kann, denken wir, er ist klug. Dass eine Maschine auf relativ hohem Niveau sprechen kann, also dass ich einer Maschine eine Frage stelle und sie reagiert, als hätte sie das verstanden, das ist der Punkt, an dem wir aufpassen müssen.
Wir verwechseln Rechenkunst mit echtem Begreifen.
Wir haben es mit reiner Mathematik zu tun. Aber wir dürfen über das, was da möglich ist, staunen – völlig zu Recht. Das geht mir nicht anders.
Auf der einen Seite weiß ich: Es ist nur Mathematik. Da kommt nichts Kreatives raus. Es ist ein statistisches Erfragen: Was ist das richtige nächste Wort oder der nächste Buchstabe, der passt? Und am Ende fühlt es sich so an.
So ist es halt.
Also, das waren die Begriffe. Ich wünsche mir, dass wir die als Gemeinde jetzt richtig verwenden.
Noch einmal: KI ist der Oberbegriff für Systeme, die Aufgaben erledigen, die man sonst mit menschlicher Intelligenz verbindet.
Dann haben wir den Chatbot, ein Computerprogramm, das so entwickelt wurde, dass man mit ihm wie mit einem Menschen in normaler Sprache schreiben oder sprechen kann.
Und das dazugehörige Gehirn des Chatbots ist das Sprachmodell. Das Sprachmodell ist darauf optimiert, Wahrscheinlichkeiten für das nächste Wort vorherzusagen – mehr nicht.
Kein echtes Verständnis, okay? Es weiß nicht, was es tut, weil kein Intellekt dahintersteckt.
Es „ballert“ dir das einfach hin, und du denkst: „Oh!“
Chancen und Herausforderungen moderner Technologien für Christen
Aber Vorsicht! KI und Evangelisation – warum beschäftige ich mich mit dieser Technologie? Ganz einfach: Moderne Technologien bieten uns Christen auf der einen Seite Chancen, das Evangelium auf eine wirklich noch nie dagewesene Weise weltweit zu verbreiten. Gleichzeitig bringen sie neue ethische, theologische und praktische Herausforderungen mit sich, die wir im Blick haben müssen.
Ich glaube, wir alle sagen, dass wir so gut wie möglich das Reich Gottes bauen möchten. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Chancen erkennen, aber auch wissen, wo die ganze Sache problematisch wird und wo wir aufpassen müssen. Es braucht einfach beides.
Damit ihr versteht, warum mich Chatbots so interessieren und warum ich da auch erst mal begeistert reingehe: Für mich sind KI und Chatbots technologische Möglichkeiten, Mittel zum Zweck. Wenn wir in die Geschichte schauen, dann waren technische Errungenschaften ganz häufig Dinge, die das Evangelium vorangebracht haben.
Wenn ihr mal überlegt: Im ersten Jahrhundert gab es das römische Straßennetz und Pergamente. Das war super! Dieses Straßennetz und die stabilen Schreibmaterialien waren beide ganz wesentlich dafür verantwortlich, dass sich das Evangelium ganz schnell im Römischen Reich ausbreiten konnte.
Etwas später, im 15. Jahrhundert, kam die Druckerpresse. Mit einem Mal konnte die Bibel gedruckt werden. Das war für die Reformatoren, die Gottes Wort in der Sprache des Volkes verbreiten wollten, und auch für gedruckte Predigten total wichtig.
Im 20. Jahrhundert haben wir Radio und Fernsehen. Diese wurden anfangs von Christen sehr kritisch gesehen, entwickelten sich aber zu ganz effektiven Kanälen, um das Evangelium zu verbreiten.
Über das Internet muss ich euch nicht viel sagen. Es gibt berechtigte Sorgen bezüglich der Inhalte und der Oberflächlichkeit. Aber gleichzeitig sind enorme Chancen damit verbunden: weltweit Gemeinschaft zu haben, auf digitale Weise Jüngerschaft zu praktizieren, Online-Missionen durchzuführen – das ist irgendwie auch klar.
Also schreitet die Technik voran, und wir dürfen sie als Christen verantwortungsvoll nutzen. Genau das möchte ich tun. Und genau dafür möchte ich euch als Gemeinde ein Stück weit gewinnen.
Die Ambivalenz technischer Fortschritte
Gleichzeitig dürfen wir die Augen vor den Gefahren nicht verschließen. Aber das war schon immer so.
Die Straßennetze im Römischen Reich waren für die Apostel ein Vorteil, aber auch für jeden Irrlehrer. Die Druckerpresse – na ja, es wurde gedruckt: die Lutherbibel wurde gedruckt. Aber wisst ihr was? Auch das hier, das ist die Mao-Bibel. Das sind die Schriften – wie heißt es hier vorne so schön? „Hinter Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Wort des Vorsitzenden Mao Zedong.“
Also kann eine Druckerpresse genauso gut für die Verbreitung der Bibel eingesetzt werden wie für die Verbreitung des Kommunismus.
Radio und Fernsehen – ja, logisch. Auf der einen Seite haben wir Billy Graham, der diese Medien toll genutzt hat. Auf der anderen Seite wissen wir, dass diese Medien Passivität fördern und Konsumdenken verstärken. Heute ist der Wunsch nach Unterhaltung im Wesentlichen deshalb so tief in den Menschen verankert und macht sie kaputt, weil es diese beiden Medien gibt.
Und das Internet – ich glaube, ich muss euch gar nichts sagen. Auf der einen Seite gibt es den Zugriff auf geniale theologische Inhalte. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn, wirklich Wahnsinn! Auf der anderen Seite gibt es Pornografie, Fake News, Echokammern, in denen du noch die abwegigste und haarsträubendste Idee und Theorie tausendfach verstärkt bekommst.
Das ist der Hammer. Du glaubst, dass die Erde flach ist? Es ist der Hammer! Du denkst dir, das kann nicht sein? Doch, doch, doch, doch, doch – also ist alles da.
Technik hat immer zwei Seiten, das muss uns klar sein: Auf der einen Seite ist sie ein Werkzeug zum Guten, auf der anderen Seite ein Werkzeug zum Bösen. Deswegen braucht es geistliche Wachsamkeit und einen verantwortungsvollen Gebrauch.
Gefahren von KI und christlichen Chatbots
Damit ihr wisst, dass wir uns Gedanken machen, wenn wir uns mit Chatbots beschäftigen, möchte ich euch die Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI) vorstellen – vor allem die Risiken für christliche Chatbots. So bekommt ihr eine Vorstellung davon.
Es gibt im Wesentlichen fünf Bereiche, die hier eine Rolle spielen.
Zum einen ist da die Fehlinformation. Wie gesagt, ein Chatbot oder eine KI kann nicht wirklich denken. Was sie aber kann, ist auf sehr plausible Weise falsche Inhalte zu generieren, die sich richtig gut anhören. Zum Beispiel nennt sie dir ein Bibelzitat, das es gar nicht gibt. Das passiert einfach, weil es einen Fehler im System gibt. Oder sie behauptet etwas Falsches. Ich habe mal in der Psychologie nach etwas gefragt, da hat mir die KI neue Störungsbilder genannt, die es gar nicht gibt. Sie fand das wohl „cool“. Nein, diese Störungsbilder existieren nicht. Das Problem sind also plausible, aber falsche Inhalte.
Man darf nicht vergessen: Chatbots klingen nur intelligent, sind aber in Wirklichkeit Rechenmaschinen. Sie haben kein echtes Verständnis von dem, was sie tun. Sie schreiben einfach nur etwas hin. Je mehr du mit ihnen experimentierst, desto öfter wirst du auf solche Fehler stoßen. Fehlinformation ist also der erste Punkt.
Der zweite Punkt sind theologische Verzerrungen. KI lernt aus dem Wissen dieser Welt. Und wer das Wissen dieser Welt kennt, weiß, dass darin auch viel Müll steckt. Dieses Wissen ist in der KI enthalten. Ohne bewusste Steuerung kann ein Chatbot Positionen vertreten, die nicht bibeltreu sind.
Wenn du möchtest, dass ein Chatbot sich wie ein Salafist verhält, ist das kein Problem. Oder wie ein Zeuge Jehovas – in wenigen Minuten ist er voll in deren Linie, denn die Infos sind alle da. Einerseits ist das lustig. Wenn man etwa sagt: „Ich habe hier so einen Osterhasen, mit dem kannst du dich über das Evangelium unterhalten.“ Das kann aber auch peinlich werden, wenn der Bot plötzlich Bücher von Irrlehrern empfiehlt. Das kann eben passieren.
Der dritte Punkt ist die Vermenschlichung. Man muss sich der Gefahr bewusst sein, dass Menschen einen Chatbot als echten Gesprächspartner erleben. Dann fangen sie an, in ihm einen Freund oder Seelsorger zu sehen – obwohl der Bot kein Bewusstsein, keine echte Empathie und keine Seele hat. Er schreibt nur Worte hin, aber dahinter steckt kein Mensch.
Diese Vermenschlichung ist eine Gefahr: Menschen sehen im Bot etwas, was eigentlich nicht da ist. Das betrifft euch vielleicht, gerade wenn ihr Bots wie bibel.chat verwendet. Dort stellt man Fragen zur Bibel, und www.bibel.chat funktioniert wirklich gut. Das sage ich nicht, weil ich ihn geschrieben habe, sondern weil er einfach gut ist und sich nicht verstecken muss.
Das Problem ist aber: Wer immer wieder solche Chatbots verwendet, verliert etwas. Er gewöhnt sich daran, nicht mehr selbst denken zu müssen, denn er kann ja immer den Chatbot fragen. Das ist einerseits schön, wenn du gerade niemanden hast und keine Zeit, aber schnell eine Antwort brauchst – dann ist es genau richtig. Machst du das jedoch nur noch, verlierst du langfristig deine Urteilskraft und auch die Fähigkeit, selbst zu denken.
Das ist nicht gut. Dieses ständige schnelle Antworten-Haben führt dazu, dass man sich nicht mehr tiefer mit den Antworten auseinandersetzt. Man wird quasi nicht fitter im Umgang mit der Bibel. Das ist wie Fastfood: Es kann mal ganz wertvoll sein, wenn du lange unterwegs bist und einfach nur kurz bei McDonald’s vorbeigehen willst – Drive-Thru und fertig. Aber auf Dauer ist das nicht wirklich gesund.
So ist es auch mit Chatbots. Wenn sie uns das eigenständige Forschen in der Bibel abnehmen, behindern sie unser geistliches Wachstum.
Der letzte Punkt ist der Missbrauch. Wer die KI oder den Bot kontrolliert, kontrolliert auch die Inhalte und hat damit ein Stück Deutungsmacht. Das ist unbestritten. Diese Person bestimmt, welche Informationen wem zugänglich sind und kann so Macht über Menschen gewinnen. Das gilt im Großen wie im Kleinen.
Dessen muss man sich bewusst sein. Das sind, wenn man so will, die wesentlichen Gefahren von christlichen Chatbots.
Umgang mit den Gefahren und verantwortungsvoller Einsatz
Wie geht man damit um? Ich gebe euch jetzt einen Einblick in unser Denken, wobei ich denke, dass dieses Denken ganz generell für Christen im Blick auf KI normal sein sollte.
Ich habe gesagt, ein Chatbot ist ein Computerprogramm, und ich kann natürlich ein Programm so gestalten, dass es möglichst wenig Fehler macht. Ich muss ja nicht überall in jedes Fettnäpfchen treten. Ich kann ein Programm zum Beispiel so einstellen, dass es nur dann antwortet, wenn es wirklich etwas weiß. Ansonsten gibt es ehrlich zu: „Sorry, von dem Autor oder dem Buch habe ich keine Ahnung.“ Achtung, das würde ein Chatbot normalerweise nicht machen, okay? Er antwortet immer. Du musst ihm beibringen, dass er nicht antworten darf, wenn er keine Ahnung hat. Sonst haut er dir irgendetwas raus, weil er ja lieb sein will. Du bekommst irgendwas, er hat von nichts Ahnung und schreibt einfach irgendetwas hin.
Das heißt, wir programmieren unsere Bots so, dass sie sagen: „Wenn du keine Ahnung hast, gib zu, dass du keine Ahnung hast. Über das, was ich nicht in meinen Trainingsdaten finde, rede ich nicht.“ Und bei Theologie ist das natürlich ganz genau so. Ich muss dem Chatbot sagen, wie er sich verhalten soll. Eben nicht als Salafist, sondern als evangelikaler Theologe. Das gebe ich über die Programmierung vor. Und ich muss es so gestalten, dass der Nutzer nachfragen kann: „Sag mal, woran glaubst du? Was ist denn deine Position?“ Damit der Nutzer auch weiß, mit wem er es da zu tun hat.
Jetzt merkt man schon, dass das Thema Fehlinformation und theologische Einseitigkeit viel damit zu tun hat, dass die Programmierung stimmt.
Beim Thema Vermenschlichung ist das etwas schwieriger. Wenn ein Nutzer in einem Chatbot einen Freund findet, dann kann ich das nur bis zu einem gewissen Grad verhindern. Ich habe bei unserem neuesten Bot, der eigenständig ein Gespräch zum Thema Glauben mit dem Nutzer führt, jetzt mal einen Hinweis reingeschrieben. Wenn du ihn öffnest, steht dort: „Hinweis: Dies ist ein Chatbot. Die Antworten werden automatisch erzeugt, nicht von einem Menschen.“
Warum schreibe ich das hin? Weil die Antworten gut sind. Und wenn du eine Weile mit ihm redest, vergisst du das schnell. Du musst dir wirklich immer wieder vergegenwärtigen, dass da kein Mensch ist. Denn das ist ja der Clou: Wir wollen, dass er ein möglichst intelligentes Gespräch führt. Das ist die Art, wohin wir programmieren und wo wir uns Mühe geben. Aber gleichzeitig müssen wir den Leuten auch sagen: „Hey, das ist kein Mensch, mit dem du hier redest.“
Was das Thema Entmündigung angeht, sehe ich zwei Dinge. Zum einen glaube ich, dass jeder Nutzer auch selbst ein wenig dafür verantwortlich ist, wie er mit Technologie umgeht. Wenn du von klein auf Handys nutzt und dann irgendwann kurzsichtig wirst und keine längeren Bibeltexte mehr verstehen kannst, dann bist du auch selber schuld. Also den Schuh ziehe ich mir nur begrenzt an.
Zum anderen juckt es mich in den Fingern, Chatbots zu entwickeln – und hier oben entstehen sie schon –, die eben nicht nur Antworten geben, sondern zum Denken herausfordern. Das kannst du ja auch machen. Du kannst zum Beispiel einen Stillezeit-Bot programmieren, der dir nicht die Fragen beantwortet, sondern dich mitnimmt auf eine Reise in den Text und dir Fragen stellt, die dich wieder zum Nachdenken anregen. So hat man an der Stelle mehr als nur eine Antwort.
Das ist unser Ansatz.
Und bei alledem braucht es in meinen Augen ein bisschen Gelassenheit. Wenn man über Chatbots nachdenkt, verzeiht mir diese Gelassenheit, wenn ich mal sage: Menschen machen Fehler und Chatbots auch. Mir reicht ein Chatbot auf dem Niveau eines schlauen Christen.
Wenn mein Chatbot so ist, dass ich sagen kann: „Das ist das gebündelte Wissen der Ältestenschaft“, dann sage ich mir: Das reicht mir. Machen die mal einen Fehler? Klar, wissen die alles? Nein. Aber diese 95-Prozent-Regel – wer mich kennt, weiß das – ein kleines Maß an fehlerhaften Antworten interessiert mich nicht. Es ist nur eine Maschine.
Und ganz ehrlich, so etwas bekommst du auch an jedem Büchertisch, wenn du dich mit Christen unterhältst. Glaub doch nicht, dass alles, was die sagen, wahr ist – 95 zu 5.
Das ist so ein bisschen die Gelassenheit im Umgang mit diesen Maschinen.
Perspektive und Ausblick: KI als Werkzeug im Dienst des Evangeliums
Warum erzähle ich euch das? Vielleicht sitzt du hier und denkst: Das ist doch keine Predigt, das ist ein Vortrag. Stimmt. Aber warum erzähle ich euch das?
Ich möchte, dass ihr versteht: Wir, die wir Künstliche Intelligenz (KI) verwenden und das etwas intensiver als der Durchschnitt, haben eine besondere Perspektive. Wenn Gott Gnade gibt, starten wir Ende des Jahres einen Pilotversuch mit mehreren Gemeinden, die Glaube.chat testen. Wenn das funktioniert, kann das, wenn Gott es möchte, im nächsten Jahr richtig breit in die Masse gehen.
Wenn das passiert, dann möchte ich, dass ihr versteht: Wir, die das tun, sind keine technologiegläubigen Nerds, die die Gefahren der Technologie einfach ausblenden, weil sie Spaß an ihren fancy Projekten haben. Das sind wir nicht. Wir machen uns Gedanken. Ich behaupte sogar, dass uns die Gefahren gerade deshalb, weil wir uns damit auseinandersetzen, deutlicher bewusst sind als den meisten von euch.
Das müsst ihr mir jetzt ein Stück weit glauben. Wir sind diejenigen, die jede Woche einen Newsletter lesen. Wir sind diejenigen, die sehen, wohin die Sache schon läuft. Und ich kann euch ganz nüchtern sagen: Die Welt wird sich definitiv ändern. In den nächsten zwei, drei Jahren wird sich die Welt im großen Stil verändern.
Viele Jobs werden verloren gehen. KI wird das Thema Überwachung und Täuschung auf ein noch nie dagewesenes Niveau bringen. Da kommt richtig viel auf uns zu, das ist überhaupt keine Frage.
Wenn Jesus uns davor warnt, dass wir nicht auf falsche Christusgestalten hereinfallen sollen, dann gilt das heute mehr denn je. Wenn das für irgendeine Zeit galt, dann für unsere. Da ist wirklich etwas dran.
Wenn wir dann noch einen Schritt weitergehen, gibt es Autoren wie Yuval Harari. Vielleicht kennt ihr ihn. Er ist ein jüdischer Autor, der über Transhumanismus schreibt. Transhumanismus bedeutet, dass der Mensch mit Hilfe von Wissenschaft und Technik seine biologischen Grenzen überwinden will.
Dabei geht es um den Einsatz von Biotechnologie, Gentechnik, KI, Robotik und Nanotechnik, um unseren Geist und Körper zu optimieren. Krankheiten sollen ausgerottet werden. Manche dieser Leute träumen sogar von Unsterblichkeit. Sie wollen Mensch und Maschine verschmelzen lassen – die nächste Evolutionsstufe: der Cyborg.
Und du denkst vielleicht, das kann nicht sein. Doch, genau an diesem Punkt stehen wir gerade.
Natürlich können wir als Christen über solche Gedanken nur schmunzeln, oder? Du hörst das und denkst: Hä, das ist ja gar nichts Neues, das kenne ich doch schon. Das ist doch einfach nur die Versuchung aus 1. Mose 3, „Ihr werdet sein wie Gott“, nur mit anderen Worten.
Am Ende ist es genau das Gleiche: Statt Demut im Umgang mit Gott ist es der Wunsch des Menschen, sich selbst zu Gott zu machen.
Und wisst ihr, das ist das Schöne, wenn man in so einer Welt lebt, die gerade am Rad dreht: Wir kennen auf die entscheidenden Fragen die Antwort. Ich höre das, ich lese das, ich beschäftige mich damit, ich sehe, was die Leute wollen, und ich denke mir: Ich kenne die Antwort.
Es ist so schön, ich kenne die Antwort. Sie heißt Evangelium.
Das bedeutet nicht, dass du dir irgendeinen Chip einpflanzen lassen sollst, das kann ich dir garantieren. Selbst wenn du dein Bewusstsein herunterladen und auf einer Festplatte speichern könntest, um auf diese Weise ewig irgendetwas zu fühlen – keine Ahnung.
Ganz ehrlich: Selbst dann kann ich sagen, es geht nur ums Evangelium. Es bringt dich keinen Schritt weiter, solange du Gott nicht findest, Gott dich nicht findet und ihr miteinander keine Beziehung habt.
Solange das nicht ist, hilft dir all das nicht. Das ist nur Selbsterlösung 2.0.
Es ist so schön, ich mag es einfach, Christ zu sein. Das ist wirklich, wirklich einfach schön.
Wir sind diejenigen, die die Bibelstelle kennen und leben: Wir können die Welt nutzen, ohne von der Welt irre gemacht zu werden.
Hier heißt es in 1. Korinther 7,31: „Die, die die Welt nutzen, sollen sie nutzen, als nutzten sie sie nicht.“
Das bedeutet: Ich kann die Möglichkeiten nutzen, aber ich tue das, als ob ich sie nicht nutzen würde. Ich benutze etwas, aber ich lasse mich nicht von ihm benutzen. Ich habe immer genug Abstand.
Es ist so viel, ich benutze es so viel, wie ich Lust habe, und dann lasse ich es wieder fallen. Warum? Denn die Gestalt dieser Welt vergeht.
Ich kann das nutzen und es sein lassen. Es beherrscht nicht mich, ich beherrsche es.
Ich weiß, diese Welt vergeht. Alles, was es hier gibt – auch Chatbots – wird irgendwann keine Rolle mehr spielen. Sie werden einfach vorbei sein.
Und in dem Moment weiß ich: Ich habe auf das richtige Pferd gesetzt, weil ich mit der Perspektive Ewigkeit lebe.
Chatbots als modernes Traktat im Dienst der Evangelisation
Wenn ihr jetzt wissen wollt, warum ich solche Sachen wie Bibel.chat, Osterhase.chat mache – letztes Weihnachten hatten wir Nikolaus.chat –, dann liegt das daran, dass ich nicht nur die Gefahren sehe, sondern auch das Potenzial.
Ich möchte euch erklären, was für mich ein Chatbot ist. Für mich ist ein Chatbot wie ein Traktat. Ich verstehe es so, ich weiß nicht, wie du es verstehst. Es ist ein Traktat, aber ein besonderes Traktat. Gib mir mal osterhase.chat – genau so sieht das aus. Das ist also der Osterhase-Chatbot. Das Schöne daran ist, dass es ein Traktat ist, das dir genau die Frage beantwortet, die du gerade hast.
Das ist das Besondere: Es ist ein Traktat, das nicht irgendeine Frage beantwortet, sondern genau deine Frage. Vielleicht hast du gerade eine Frage. Wenn du draußen zum Vogelhäuschen gehst, wo unsere Traktate liegen, gibt es dort immer ein bestimmtes Thema auf so einem Traktat. Vielleicht ist das dein Thema. Wenn nicht, kannst du hier dein Thema eingeben. Was interessiert dich? Warum lässt Gott Leid zu? Schreib dein Thema einfach rein, und der Osterhase wird dir antworten.
Bibel.chat wird auch antworten – nur mit weniger Möhrchen als Emojis, logisch. Das Schöne ist, dass du nicht nur eine Antwort auf deine Frage bekommst, sondern sie auch in deiner Sprache. Wenn du sagst: Polnisch, Türkisch oder Arabisch kann ich besser, dann schreibe das einfach rein. Dann antwortet er halt auf Polnisch, Türkisch oder Arabisch. Das kann er. Er beherrscht 92 Sprachen, das macht ihm überhaupt nichts aus.
Wir haben das sogar mit unseren Missionaren in Spanien getestet, die das Baskische sprechen. Das ist eine der schwersten Sprachen Europas. Auch das kann er – er hat zwar zwei Grammatikfehler gemacht, aber damit leben wir gut. Das ist deine Sprache, und das 24 Stunden, sieben Tage die Woche. Wenn der Chatbot merkt, dass du ein kleines Kind bist, wird er anders mit dir reden, als wenn er merkt, dass du ein Akademiker bist. Er passt sich an.
Du bekommst also ein Traktat, das in deiner Sprache deine Fragen beantwortet und dabei deine Anonymität wahrt. Wer sich am Büchertisch nie trauen würde, eine Frage zum christlichen Glauben zu stellen, weil er nicht möchte, dass jemand in der Öffentlichkeit weiß, dass er Interesse hat, kann heimlich und still zu Hause das Handy aufmachen und ohne dass es jemand mitbekommt, ein paar Fragen zum Thema Christentum stellen.
Das ist vor allem in Ländern, in denen Christen verfolgt werden, eine unglaubliche Chance. Das ist das, was ein Chatbot kann. Achtung: Ein Chatbot ist kein Ersatz für das Gespräch mit einem Menschen. Das müssen wir auch sagen. Er ist ein personalisiertes, mehrsprachiges Traktat – und mehr nicht.
So wie Gott ein Traktat benutzen kann, damit ein Mensch das Evangelium versteht und ein Übergabegebet spricht, so kann er das auch mit einem Chatbot. Oder Sebastian hat gestern sein Zeugnis in einem YouTube-Video erzählt – ein dämliches YouTube-Video – und danach bekehrst du dich. Okay, das kann Gott machen. Gott kann jede Methode verwenden, damit Menschen sich bekehren.
Lasst uns dem Geist Gottes da bitte keine Schranken setzen. Wichtig ist nur, dass jemand, der sich bekehrt, nicht alleine bleibt. Deshalb haben wir unsere Bots so gestaltet, dass sie immer einen Kontakt zu einem Missionar oder einer Gemeinde herstellen.
Am Ende muss es darum gehen, dass Menschen mit Menschen in Verbindung kommen. Am Ende steht nicht die Maschine, sondern der Mensch. Am Ende steht die Gemeinschaft der Gläubigen, die Gemeinde. Das ist natürlich wichtig. Es kann ein kleiner Schritt sein, wenn man mit so einer Maschine beginnt, aber dann müssen Menschen kommen, die einen auffangen und einem das geben, was sie in der Gemeinde als Gemeinschaft haben.
Abschließende Gedanken: Gelassenheit und Vertrauen in Gott
Ich komme jetzt zurück zum Anfang meiner Predigt. Meine These lautet: Künstliche Intelligenz (KI) ist weder Gott noch Dämon. Allerdings wird sie sündige Tendenzen in unseren Herzen, im menschlichen Herzen, verstärken.
Die Zeit, die vor uns liegt, wird für viele Menschen von Angst geprägt sein. Ich sage das „prophetisch“ – mache ich selten, deshalb in Anführungszeichen. Ihr werdet von Massenarbeitslosigkeit in bestimmten Branchen hören, von Inflation, Fake News und Deep Fakes. Cyberkriminalität und Einsamkeit werden massiv zunehmen.
Es wird mehr Wissen geben, aber immer weniger Orientierung. Die Kriege überlassen wir autonomen Waffensystemen. Skynet lässt grüßen. Jetzt stellt sich die Frage: Wenn das kommt – und leider ist die Wahrscheinlichkeit etwas größer, als mir lieb ist – wie antworten wir darauf?
Ich bleibe in der Literaturgattung, wenn ich für alle Kenner antworte: Wir haben eine ganz klare Antwort auf diese Zeit, und sie lautet: Hasta la vista, Baby.
Das heißt, ja, wir dürfen uns darauf einstellen, dass Irrlehrer und Hobbypropheten auf den Zug aufspringen und die Angst, die jetzt kommt – und ich behaupte, die Angst wird viel größer sein als noch bei Corona – nutzen, um sich eine goldene Nase zu verdienen. Ich mache da nicht mit.
Und ich gebe dir jetzt einen wichtigen Tipp für die nächsten Jahre: Mach du auch nicht mit. Wenn du YouTube-Kanäle abonniert hast, die im Angesicht dieser Zukunftsängste, wie ich sie gerade beschrieben habe, nichts weiter können, als apokalyptische Horrorszenarien zu malen, dann mach eins: Hasta la vista, Baby! Ganz ehrlich, ein Kanalabo zu beenden, tut deiner Seele nicht weh – du brauchst das nicht.
Und ich sage das ganz bewusst: Die Offenbarung ist ein Buch, das nicht dazu da ist, Ängste zu steigern. Ich will das nochmal betonen: Wer die Offenbarung nutzt, um Ängste zu fördern – mal abgesehen davon, dass es viele Auslegungen gibt, aber wenn du sie so benutzt, dann ist das falsch – der missbraucht die Offenbarung.
Die Offenbarung in der Bibel ist dazu da, Jesus Christus zu offenbaren als Alpha und Omega, als Anfang und Ende, als den Herrn über die Geschichte und auch als Herrn über die Zukunft – egal, was da kommen mag.
Ja, die Offenbarung ist in gewisser Weise ein Blick hinter die Kulissen, der uns zeigt, und jetzt kommt es: Wer wirklich an der Macht ist. Und weil wir den kennen, weil wir mit ihm leben, brauchen wir keine Angst zu haben.
Deshalb, was auch immer da kommt, wer euch da Angst macht und vor sich hertreiben will, wenn du dich in so einer Echokammer verlierst, wo dir ein Wahnsinnsvideo nach dem anderen mit Atompilz und so gezeigt wird – wenn das kommt, wie ist deine Antwort? Hasta la vista, Baby! Ganz genau: Hasta la vista, Baby zu jeder Form von Panikmache.
Wir sollen uns, sagt die Bibel, als Christen nicht schnell erschüttern lassen. Wir sollen nüchtern sein und völlig auf Jesus hoffen. Und wir sollen gehorsam sein.
Deshalb ein letzter Bibelvers: Jesaja 8. Lernt ihn auswendig, falls ihr ihn noch nicht habt. Er ist ein super wichtiger Vers für unsere Zeit.
Jesaja 8,12: „Ihr sollt nicht alles Verschwörungen nennen, was dieses Volk Verschwörungen nennt. Das, was sie fürchten, sollt ihr nicht fürchten. Das ist ein Gebot. Und nicht davor erschrecken. Den Herrn der Heerscharen sollt ihr heiligen, er sei eure Furcht und er sei euer Schrecken.“
Ich glaube, dass Zeiten kommen werden, die uns ängstigen – gar keine Frage. Aber lasst uns als Christen jetzt die Entscheidung treffen: Wir werden uns nicht vor dem fürchten, wovor sich Heiden fürchten.
Was auch immer in dieser Gesellschaft kommen mag und uns Angst macht, wir werden die Entscheidung treffen: Wir sind gehorsam. Und gehorsam heißt, ich fürchte mich nicht.
Und wenn du sagst: „Aber ich muss mich vor irgendwas fürchten“, dann fürchte dich vor Gott. Das, was diese Welt uns antun kann, ist nichts im Vergleich zu dem Gott, der vom Himmel her herrscht.
Wenn du vor etwas Angst haben willst, dann bitte vor dem, der Macht hat, Menschen nach dem Sterben in die Hölle zu werfen. Nicht vor Massenarbeitslosigkeit, nicht vor Cyberkriminalität, nicht vor autonomen Waffensystemen. Die sind alle miteinander im Vergleich zum Schöpfergott einfach nur lächerlich. Sie sind nichts im Vergleich zu ihm.
Mit anderen Worten: Ja, KI, Transhumanismus und Co. mögen uns die Haare zu Berge stehen lassen. Aber weißt du was? Wenn du dich vor irgendetwas fürchten möchtest, dann bitte nicht vor dem nächsten Update von ChatGPT, sondern vor dem, der die Zeit selbst updatet.
Alles andere ist, freundlich gesagt, dumm.
Und wenn du schlau sein willst, dann halte dich an Jesus. Er wird nämlich zu seiner Zeit wiederkommen und dem ganzen Spuk hier ein Ende bereiten. Vielleicht tut er das nächstes Jahr, vielleicht in tausend Jahren.
Wichtig ist, dass wir uns bis dahin nicht von falschen Propheten und Irrlehrern irre machen lassen. Wir sollen einfach treu unseren Weg mit Jesus gehen, in seinem Frieden, fröhlich und ohne Angst unser Christsein leben.
Das ist, worum es geht.
Abschluss und Hinweise
Und in diesem Sinn, erste Folie – könnt ihr euch das vorstellen? Nein, nicht die erste, sondern von den letzten beiden die erste, also die vorletzte Folie. Nein, die mit dem QR-Code, bitte. Ah ja, genau. Ja, genau, also die letzte, bevor ich dir die geschickt habe, die letzte.
Wenn ihr das Skript zu dem Ganzen noch einmal haben wollt, eine englische Zusammenfassung oder eine Hauskreisvorbereitung, um darüber zu reden, dann ist das euer Link.
Und ansonsten, wenn ihr sagt: „Jürgen, jetzt habe ich mehr Fragen, als ich vorher hatte“, ja, ich bin ja reingekommen und dachte, ich wüsste alles, und jetzt weiß ich gar nichts. Heute gibt es – jetzt bist du dran – Pasta und Bibel Spezial zum Thema KI und Chatbots. Noch einmal ein bisschen: Was ist das? Wie benutzt man sie? Ich werde euch eine kleine Einführung geben, wie man damit umgeht als Christ. Und dann könnt ihr alle eure Fragen loswerden.
Das machen wir ab 17:15 Uhr hier. Vielen Dank, vielen Dank fürs Zuhören.
Alle Informationen zu unserer Gemeinde finden Sie im Internet auf www.weil-gott-dich-liebt.de. Wir wünschen Ihnen Gottes reichen Segen. Bis zum nächsten Mal.
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.