Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 508: Habt keine Menschenfurcht, Teil 3.
Einführung in die Herausforderung der Menschenfurcht
Wir sind immer noch bei der Frage, warum Jünger Jesu sich vor Heuchelei hüten und keine Angst vor Menschen haben sollen.
Punkt drei besagt: Gott wird uns nicht vergessen. Er kennt sogar die Spatzen und die Haare auf unserem Kopf. Er kennt auch uns ganz genau.
Punkt vier ist herausfordernder, weil er uns mit einem Thema konfrontiert, über das wir nicht gerne nachdenken. Es geht um die Frage: Was ist, wenn ich doch zum Heuchler werde? Was ist, wenn ich anfange, Jesus zu verleugnen? Was ist, wenn meine Anpassung an die Erwartungen der Gesellschaft so weit geht, dass ich mich vom Glauben lossage?
Die Bedeutung des öffentlichen Bekenntnisses zu Jesus
Lukas 12,8-10:
Ich sage euch aber: Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem wird sich auch der Sohn des Menschen vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden. Und jeder, der ein Wort gegen den Sohn des Menschen sagt, dem wird vergeben werden. Wer aber gegen den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben werden.
Fangen wir positiv an. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, dem wird sich auch der Sohn des Menschen, also Jesus, vor den Engeln Gottes bekennen. Was meint Jesus damit?
Jesus spricht hier von dem Moment, an dem wir vor Gott stehen werden. In einer ganz ähnlichen Stelle bei Matthäus heißt es deshalb auch: Matthäus 10,32: "Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist."
Die Szene, die Jesus beschreibt, findet also im Thronsaal Gottes statt. Dort, vor dem Vater und seinen Engeln, wird Jesus sich öffentlich zu uns bekennen. Er wird also etwas sagen wie: „Ja, der Jürgen gehört zu mir. Vielleicht war sein Christsein etwas holprig, aber er gehört zu den Überwindern, die an mir festgehalten und mich vor den Menschen bekannt haben.“
So etwas würde ich jedenfalls gerne hören. Dabei ist das Bekenntnis Jesu für einen Gläubigen von allergrößter Bedeutung. Für mich ist es sogar so etwas wie der Höhepunkt am Ende meines Weges. Natürlich kommt danach noch das ewige Leben, aber der Punkt, auf den es besonders ankommt, ist der Moment, in dem Jesus vor Gott und seinen Engeln mich bekennt und damit allen zu verstehen gibt, wie er mich sieht.
Und genau das ist entscheidend: Wie sieht er mich? Ob ich in seinen Augen dazugehöre oder eben nicht.
Also fassen wir zusammen: Jesus wird sich zu mir bekennen, wenn ich mich zu ihm bekenne. Und was, wenn ich das nicht tue? Dann wird es ganz eng.
Das Leben als Überwinder und die Herausforderungen des Glaubens
Offenbarung Kapitel 3, Vers 5: Wer überwindet, wird mit weißen Kleidern bekleidet werden. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens auslöschen und seinen Namen vor meinem Vater und vor seinen Engeln bekennen.
Hier spricht Jesus über die Christen, die Überwinder sind, so wie er selbst ein Überwinder war.
Was muss ich als Christ überwinden? Im Wesentlichen sind es drei Dinge: die Welt, das Fleisch und den Teufel. Diese drei stellen sich mir als Christ in den Weg, um mich zu Fall zu bringen. Schauen wir uns die Herausforderungen kurz an.
Die Welt: Ich soll nicht das Denken und die Werte der Gesellschaft annehmen. Ich soll mich nicht vom Materialismus, der Spaßkultur, von Sorgen oder irgendwelchen Ideologien beherrschen lassen.
Das Fleisch: Als Christ soll ich die sündigen Begierden meines Fleisches kreuzigen und der Heiligung nachjagen.
Den Teufel überwinde ich, indem ich die geistliche Waffenrüstung anlege, nicht auf seine Tricks hereinfalle und auch in der Verfolgung bis hin zum Tod Jesus treu bleibe.
Ich verlinke euch im Skript mal die Reihe „Dem Teufel widerstehen“. Das Thema hatten wir nämlich schon.
Voraussetzungen für ein Leben als Überwinder
Was brauchen wir, um ein Überwinderleben zu führen? Wiederum sind es drei Dinge.
Erstens: Glauben. In 1. Johannes 5,4 heißt es: „Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt, und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.“
Zweitens: Wandel im Geist. Galater 5,16 sagt: „Ich sage aber: Wandelt im Geist, und ihr werdet die Begierde des Fleisches nicht erfüllen.“
Drittens: Demut und Widerstand. Jakobus 4,7 fordert uns auf: „Unterwerft euch nun Gott, widersteht aber dem Teufel, und er wird von euch fliehen.“
Merkt ihr, was ein Überwinderleben ausmacht? Ein Überwinder lebt aus seiner Beziehung zu Gott. Er vertraut Gott, achtet auf die Impulse des Heiligen Geistes und leistet dem Teufel Widerstand. Dabei tut er genau das, was Jesus ihm selbst in der Wüste vorgemacht hat – eine Mischung aus Demut und dem „Es steht geschrieben“.
Wir müssen das wirklich gut verstehen: Ein Überwinder ist kein Überchrist. Ein Überwinder ist jemand, der sich seiner Schwäche, seiner Abhängigkeit und seiner eigenen Verblendung nur allzu bewusst ist. Er weiß: Ich werde es nie aus mir heraus schaffen, Gott zu dienen. Also was tut er? Er hängt sich ganz fest an Jesus.
Diesen Aspekt werden wir noch besser kennenlernen, wenn Jesus in Johannes 15 vom Weinstock und den Reben spricht. Ohne ihn können wir nichts tun. Aber mit ihm fließt sein Überwinderleben aus uns heraus.
Deshalb, weil das Überwindersein ein Produkt treuer Nachfolge ist, kann Jesus in Offenbarung 3,5 sagen: „Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“
Die Konsequenzen des Verleugnens und die Bedeutung des Bekenntnisses
Durch den Hinweis auf das Auslöschen aus dem Buch des Lebens wird deutlich, wie dramatisch es ist, wenn Jesus davon spricht, uns zu verleugnen.
In Lukas 12,9 heißt es: „Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird vor den Engeln Gottes verleugnet werden.“ Und zwar von Jesus selbst. Jesus wird über diejenigen, die ihn verleugnen, dasselbe Urteil fällen: „Ich kenne euch nicht, ihr gehört nicht zu mir.“
Deshalb können wir die Frage, wie ein Mensch gerettet wird, mit dem Apostel Paulus beantworten. In Römer 10,9-10 steht: „Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennst und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit, und mit dem Mund wird bekannt zum Heil.“
Man erkennt, dass es im Denken von Jesus und der Apostel keine Rettung ohne das Bekenntnis zu Christus gibt.
Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wann man sich das letzte Mal ganz öffentlich zu Jesus bekannt hat.
Schlusswort und Segenswunsch
Das war es für heute. Wenn du meinem YouTube-Kanal folgst, kannst du über das Glockensymbol benachrichtigt werden, sobald neue Inhalte verfügbar sind.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
