
Für Christen wirkt alles zum Besten
Alle Dinge zum Besten? Gottes Plan trotz Leid und Chaos?
Römer 8,2803.08.2026
Serie•Teil 38 / 47Wir betrachten den Römerbrief
Generierte Mitschrift
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Einleitung und Ausgangspunkt des Predigttexts
Guten Morgen, liebe Gemeinde, herzlich willkommen auch zur Predigt heute. Ich freue mich sehr, dass wir in Gottes Wort weitergehen dürfen.
Wir brauchen in der Tat die Hilfe Gottes, auch in einer Zeit, in der wir vieles nicht verstehen. Wir haben gehört, dass in Slawjansk einer der Pastoren während des Krieges drei seiner Söhne verloren hat. Jetzt haben wir gehört, dass unser lieber Bruder Waldemar und Ludmilla, ebenfalls Pastor in Slawjansk, jetzt sein Haus verloren hat. Alles zerstört, kaputtgeschlagen.
Solche lieben Menschen stellen natürlich die Frage: Wozu ist das alles? Familien zerstreut auf der ganzen Welt, geflohen. Und wir stehen auf und lesen einen Text aus Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“
Herr, hilf uns, dass wir Ja sagen zu diesem Text. Nehmt Platz, ihr Lieben!
Ich glaube, wir haben alle mit diesem Vers schon Schwierigkeiten gehabt. Du hast nach monatelanger harter Arbeit endlich Urlaub, freust dich auf ein schönes Urlaubsquartier. Gott hat alles wunderbar gelenkt und geleitet, alles hat gut geklappt, alles ist gepackt. Am nächsten Morgen braucht ihr nur noch ins Auto einzusteigen.
Aber während ihr die Haustür verschließt, spielt euer Söhnchen noch mit dem Ball herum. Und siehe da: Er bricht sich das Bein. Ihr müsst mit ihm ins Krankenhaus, das Ergebnis ist: Der Urlaub fällt aus.
Wie ist deine Reaktion? Schlägst du die Hände über den Kopf zusammen und schimpfst: Muss der Bengel denn jetzt noch so rumtoben? Vielleicht kriegt auch deine Frau eine Fuhre ab und du sagst: Hättest du nicht besser auf ihn aufpassen können? Oder rufst du: Halleluja, alle Dinge dienen uns zum Besten, Gott hat etwas Gutes mit uns vor?
Wer hat die letztere Reaktion? Ich hoffe, Christen heben jetzt alle ihre Hand. Aber Paulus sagt uns, dass das Letztere eigentlich das Richtigere ist.
Warum Leid uns so schwerfällt
Wir wissen alle, dass es gegen unsere menschliche Natur ist, jetzt positiv zu bleiben, sogar zu danken und zu sagen: Herr, du weißt, warum das jetzt passiert. Es muss so sein, es ist gut so, du machst keine Fehler.
Stattdessen sind wir doch immer wieder auch entsetzt, enttäuscht, verärgert, und wir hadern mit Gott. Und wir sind böse auf Menschen. Dann kommt dieses berühmte Warum. Warum ist das so? Warum, warum, warum, warum, warum?
Die Bibel lehrt uns an vielen Stellen, dass hinter jedem Unheil, hinter jeder Enttäuschung immer Gottes höhere Gedanken stecken. Das sagt unser Text. Bei Jeremia heißt es schon: Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und Hoffnung zu geben. Gott hat nie Gedanken des Unheils mit uns.
Diese Wahrheit kommt besonders in der Geschichte Josefs zum Ausdruck. Da ist noch diese Komponente dabei, dass auch Sünde im Raum steht. Dieser kleine Junge, der da Fußball gespielt und sich das Bein gebrochen hat, dem würden wir jetzt nicht unterstellen, dass er gesündigt hat, es sei denn, die Mutter hat gesagt, er soll ins Auto steigen, und stattdessen spielt er ungehorsam Fußball.
Aber hier in der Josefsgeschichte lernen wir, wie Gott sogar Sünde und das böse Handeln von Menschen zum Guten wirken lässt. Seine Brüder, Josefs Brüder, hatten ihn aus Eifersucht nach Ägypten als Sklaven verkauft. Man muss sich vorstellen: Sie haben ihm die Kindheit geraubt, seine Jugend, sein Elternhaus gestohlen. Sie haben ihm seine Heimat geraubt und ihn als Sklaven in die Welt verkauft. Es ist ein Wunder, dass dieser Teenager Josef darunter seelisch nicht zerbrach.
Josef als Beispiel für Gottes gute Führung
Als seine verräterischen Brüder nach vielen Jahren ungewollt vor ihm standen, sprach Joseph völlig entspannt zu ihnen. Er sagte nicht: „Oh, endlich, ihr Banditen, jetzt habe ich euch!“, sondern: „Ihr gedachtet mir zwar Böses zu tun, aber Gott gedachte es gut zu machen, um es so hinauszuführen, wie es jetzt zutage liegt, um ein zahlreiches Volk am Leben zu erhalten.“
Joseph hatte unseren heutigen Predigttext schon verstanden, bevor er in der Bibel stand: dass uns nämlich von Gott her alle Dinge zum Besten dienen. Diese gewaltige Wahrheit bewahrte Joseph vor einem lebenslangen Trauma, unter dem die halbe Welt heute leidet. Die halbe Welt, die Jugend ist traumatisiert. Er hatte kein verbittertes Herz, keinen Groll. Er sagte nicht: „Gut, dass ich euch endlich zu fassen habe“, sondern er redete wie ein gesunder, abgeklärter Seelsorger zu seinen Brüdern und sagte: „So fürchtet euch nun nicht, ich will euch und eure Kinder versorgen.“ Und er tröstete sie und redete freundlich mit ihnen.
Das ist ein psychisch gesunder Mensch. Das jahre- und jahrzehntelange Elend seiner Kindheit und Jugend und die bösen Menschen, die ihm dieses Elend zugefügt hatten, haben ihn nicht kaputt gemacht. Ihr kennt ja seine Geschichte: dass er dann noch in das Haus des Potifar kam, dann wurde er fälschlicherweise angeklagt, und im Gefängnis hat ihn dann auch der eine vergessen. Er war immer zurückgesetzt, immer unrecht behandelt. Aber er nahm alles aus Gottes Hand, und das hat seine Seele davor bewahrt, kaputtzugehen. Gesund zu bleiben.
So stark sind die, die zwar schreckliches Leid durchgemacht haben, aber verstehen, dass ihnen alles zum Besten dient. Dieses Geheimnis ist kein psychologisches, sondern ein geistliches. Darauf müssen wir jetzt Wert legen. Das hat nichts mit Psychotherapie zu tun. Paulus hat das nicht in die Bibel geschrieben, um einen psychotherapeutischen Rat zu geben: Seid positiv, seid Optimisten! Nein, es geht hier um ein geistliches Geheimnis.
Gottes Vorsehung als geistliche Wirklichkeit
Er zeigt, wie heilsam es ist, wenn wir Gott kennen, wenn wir ihn kennen, wie er wirklich ist. Denn wir kennen den Gott der Bibel oft nicht wirklich, auch als Christen nicht. Darum gehen wir so oft irre.
Wenn uns täglich bewusst wäre, wie Gottes wahrer Charakter ist, dann würde unsere Seele weitgehend gesund werden, ja, gesund werden. Und deswegen möchte ich mir einen kleinen Moment Zeit nehmen, mit euch über einen Wesenszug Gottes zu sprechen, den wir dringend in uns aufnehmen müssen. Zu verstehen, wie Gott ist, das ist seine allumfassende Vorsehung.
Der Grundtext unseres Verses sagt nicht einfach nur, alle Dinge dienen uns zum Besten, sondern er sagt, dass uns alles zum Guten zusammenwirkt, Synergie. Das heißt: Hinter allem Geschehen in dieser Welt und im gesamten Universum steht nur einer, und das ist der lebendige Gott.
Manche glauben, Gott hätte die Welt geschaffen wie ein Uhrwerk und sie dann veräußert, wie ein Uhrmacher seine Uhren in den Handel gibt. Und das Uhrwerk sich jetzt selbst überlässt. Auf der Grundlage von Naturgesetzen funktioniert das Ding dann: tick, tick, tick, tick, tick, tick, tick, tick.
Das ist aber eine falsche Vorstellung. Gott hat die Welt nicht nur geschaffen, sondern erhält sie auch. Die Naturgesetze sind nur die Zweitursache, das Hintergründige. Aber warum die Welt heute noch steht und sich dreht und das Universum und die Milchstraßensysteme alles läuft, die Kreatur im Frühling kommt, das kommt daher, weil Gott alles erhält und alles lenkt und alles steuert.
Gottes Herrschaft über das Kleine und das Große
Nein, Gott hat das Urwerk dieser Welt nicht nur geschaffen und ins Leben gesetzt und dann den selbstwirkenden Naturgesetzen überlassen, sondern er steuert alle Regungen und Bewegungen. Tag für Tag geschehen Billionen über Billionen, oder Billiarden oder Trilliarden oder was immer ihr wollt. Der lebendige Gott selbst lenkt sie.
Es besteht alles in ihm. Epheser 1,11 sagt, dass er alles wirkt nach dem Ratschluss seines Willens. Gott wirkt alles nach dem Ratschluss seines Willens. Das müssen wir klar verstehen. Es ist Gott, der alles Geschehen in der Welt regiert, und es geschieht nichts ohne seinen Willen.
Stell dir vor, da ist plötzlich eine Fliege auf deinem Schoss. Schau nach, oder sie ist in dein Auge geflogen. Warum ist das geschehen? Die vordergründige Antwort lautet: weil die natürlichen Gegebenheiten so waren. Andere sagen: Zufall. Die Welt mag mit dieser Antwort zufrieden sein, wir Christen aber nicht. Denn der ursächliche Grund ist nicht die Natur, sondern Gottes Wille. Lacht mich nicht aus, sondern lacht die Bibel aus. Ich könnte euch sagen: Die Fliege gerade auf deinem Schoss, die vielleicht schon wieder weg ist, das war Gottes Wille.
Manche Christen meinen, dass Gott nur die wichtigen Ereignisse ihres Lebens zuvor festgelegt hat, nicht aber das tägliche Einerlei dazwischen, nicht die Fliegen. Sie glauben, dass zum Beispiel ihr Anfang und ihr Ende, ihre Hochzeit, vielleicht auch ihre Kinder vorherbestimmt sind, aber nicht die Haare, die ihnen beim Kämmen ausfallen. Aber genau das lehrt Jesus. Er sagt, kein Haar von eurem Haupt soll verloren gehen ohne den Willen des Vaters. Denke daran, wenn du beim nächsten Kämmen wieder so viele Haare verlierst.
Die Bibel sagt sogar in Sprüche 16,33: Der Mensch wirft das Los, der würfelt, aber es fällt, wie der Herr es will. Das sagt die Bibel. Und ich könnte jetzt, ich habe die ganzen Bibeltexte aufgeschrieben, und als ich die alle zusammengesammelt habe, habe ich gedacht: Da brauche ich ja zwei Stunden Predigt für. Die Bibel ist überfüllt von solchen und ähnlichen Aussagen. Das müsst ihr selber studieren in den Hauskreisen.
Zusammengefasst mit Psalm 103,19: Der Herr hat seinen Thron im Himmel gegründet, und seine Königsherrschaft regiert über alles, alles.
Darum heißt es in unserem Glaubensbekenntnis der Arche in Artikel 5, ich empfehle denen, die gerne mal wissen möchten, was die Arche eigentlich glaubt, unser Glaubensbekenntnis im Mediencenter sich zu besorgen. Ich glaube, es kostet zwei Euro oder fünf Euro. Man kann es sich, glaube ich, auch kostenlos im Internet herunterladen, für alle Freunde, die draußen sind und gerne mal lesen wollen, was die Arche auch zu diesem Punkt eigentlich verfasst hat auf der Grundlage dessen, was die Schrift bezeugt.
So heißt es im Glaubensbekenntnis der Arche hier zur Durchführung seines ewigen Ratschlusses: Er hält, lenkt und regiert Gott alle Kreaturen, Handlungen und Ereignisse von den Größten bis zu den Kleinsten durch seine vollkommene, weise und heilige Vorsehung.
Die praktische Konsequenz für Glaubende
Deshalb stirbt beispielsweise ein Mensch nicht erst ursächlich an seiner Krankheit oder aufgrund eines Unfalls, sondern am Willen Gottes. Die übergeordnete Ursache für alle menschlich gewollten, ungewollten, zufälligen oder naturgesetzlichen Vorkommnisse ist letztendlich immer die Vorsehung Gottes. Durch sie fügt er alle Dinge bis ins Detail so, dass sich nichts anderes entwickeln kann als allein die pünktliche Erfüllung seiner heilsgeschichtlichen Ziele und die Vollendung seiner Heiligen.
Als Gläubige sind wir also nicht dem freien Spiel von Menschen, Teufeln, Zufällen oder Kräften der Natur ausgesetzt, sondern allein den weisen Fügungen der göttlichen Vorsehung, die uns ausschließlich zum Besten dienen. So gibt es keinen Grund, gegen Menschen, Umstände oder gar gegen Gott zu hadern. Punkt.
Soweit Artikel 5 des Glaubensbekenntnisses der Arche. Wir dürfen nicht falsch verstanden werden: Wir sind nicht fatalistisch, nicht schicksalsergeben, sondern wir handeln in allen Dingen verantwortungsbewusst. Das wäre in einer Predigt ein anderes Mal genauso wichtig.
Wir tun, was in unserer Macht steht, um Krankheit, Not, Unrecht und Streit zu vermeiden. Aber auf der anderen Seite wissen wir, dass Gott nach seinem vorgefassten Ratschluss alles so, und jetzt kommt hier Paulus’ Formulierung, alles so zusammenwirkt, dass es gut, ja sogar bestens für seine Kinder ist. Aus der endlosen Fülle seiner Möglichkeiten stellt Gott eine bestimmte, lasst mich das mal bildlich formulieren, eine bestimmte Mixtur für dein Leben zusammen, die dir guttut.
Bilder für das Wirken Gottes im Leid
Wir kennen das aus der Pharmakologie: Manche Substanzen sind sehr giftig. Aber präzise und in kontrollierter, kleiner Menge, mit anderen Substanzen kombiniert, wirken diese Gifte sehr heilsam.
Bekannt ist das sogar vom Schlangengift. Sauber dosiert und kombiniert mit anderen Stoffen hat sogar Schlangengift therapeutische Wirkungen. Man kann buchstäblich sagen: Der Apotheker wirkt sogar aus Bösem Gutes für uns zusammen.
That’s it, das ist es, was Paulus uns im Bild sagt. So verabreicht Gott uns in der Tat manchmal auch Gift. Ja, aber als heilsame Medizin. Aus den vielen guten und bösen Dingen unseres Lebens wirkt er Gutes und Heilsames für uns zusammen.
Darüber denk einmal nach, wenn gerade jetzt wieder etwas eingetreten ist, was du deiner Meinung nach am wenigsten brauchst. Ich bitte dich: Vertraue dem Apotheker, Jesus. Er weiß, was heilsam für dich ist.
Ein anderes Bild ist das Knüpfen wertvollster Teppiche. Gottes Kinder sind alle wie teure, handgeknüpfte orientalische Perserteppiche. Wenn man deren Rückseite anschaut, habt ihr euch schon einmal so einen millionenschweren Perserteppich, so einen, wie ihr zuhause liegen habt, von der Rückseite angesehen?
Diese handgewebten und geknüpften Edelteppiche sehen von der Rückseite her wie ein einziges heilloses Durcheinander aus. Deswegen legt keiner den Teppich auf den Rücken, oder nee, auf den Bauch müsste man dann sagen, oder nee, auf den Rücken, nee, wie denn? Ja, ihr wisst schon, was ich meine.
Sondern dieses herrliche Muster wird zu sehen sein, wenn man dessen Rückseite anschaut, gegen das Fehden-Durcheinander, und man kann nichts Vernünftiges erkennen. Dreht man ihn aber auf die richtige Seite, staunt man über ein Kunstwerk, das man sich nie hätte vorstellen können.
Vertrauen trotz Unverständnis
Wenn du das Durcheinander deines Lebens auch nicht verstehen kannst, dann wisse: Gott ist gerade dabei, aus deinem Leben ein einzigartiges Kunstwerk zu schaffen.
Vieles, was mit dir geschieht, erscheint dunkel und rätselhaft. Aber Gott weiß, was er tut. Du kannst sein Tun nicht ergründen, doch er hat den vollen Durchblick. Jede Kleinigkeit, jedes Staubkorn hat Bedeutung. Nichts ist Zufall. Was immer dir auch widerfahren mag, es gehört zu deinem Leben. Denn am Ende wird Jesus dein Leben wenden wie einen wertvollen Gobelin. Und im Licht seiner Ehrlichkeit wirst du darüber jubeln, wie er dich nach seiner göttlichen Vorsehung mit Hilfe von Millionen Puzzleteilen großartig vollendet hat.
Darüber denk nach, heute, und ich auch. Ich habe im Vorhinein schon mit meiner Frau darüber nachgedacht, weil wir ja auch mit diesem Text ringen: Alle Dinge dienen uns zum Besten, wirklich, Herr!
Denke aber darüber nach, glaube es von Herzen. Du wirst alles in deinem Leben in einem anderen Licht sehen. Diese Wahrheit macht dein Leben hell und voll Freude, selbst in der Unsichtbarkeit deines Leidens. Du schaust fröhlich auf dein Leben und sagst Gott Dank, alle Zeit für alles. Vergiss das nie. Vergiss nie, das war der Grund, weshalb wir das besprochen haben.
Der Charakter Gottes: Vergiss nie den Charakter Gottes. Er, er stellt alles zusammen. Er wirkt alles in dieser Welt, auch das für dich.
Für wen diese Verheißung gilt
Dass alle Dinge uns zum Besten zusammenwirken, gilt nicht für alle Menschen. Ihr habt den Text: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.
Und wer liebt Gott? 1. Johannes 4,7 sagt es uns: Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Diejenigen, die Gott lieben, sind also wiedergeborene Christen. Nur ihnen gilt das. Das ist jetzt wichtig für Menschen, die dem Herrn Jesus Christus nicht angehören: Nur den Gläubigen dient alles zum Guten. Den Gottlosen, denen, die Christus ablehnen, dient alles zum Gericht.
Zwei liegen in einem Krankenhauszimmer. Sie haben dieselben Leiden, dieselben Schmerzen, dieselbe Prognose: unheilbar. Und doch besteht ein riesengroßer Unterschied zwischen den beiden. Der eine liebt Gott und freut sich auf den Himmel. Sein Krebs löscht ihn von der Erde und zieht ihn näher zu Jesus, denn er weiß: Die Krankheit bringt ihn nach dem Willen Gottes in die ewige Herrlichkeit.
Der andere liebt Gott nicht. Er erkennt ihn nicht, und er nimmt das Zeugnis seines Mitpatienten nicht an. Ihm dient sein Krebs nicht zum Guten, sondern zum Bösen, zum ewigen Gericht. Darum hörst du ihn fluchen: Warum muss ich so jung sterben? Ihm gilt: Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.
Darum ist der Appell an alle, die nicht an Christus glauben: Glaubt an ihn, bittet ihn darum, dass er euch erkennen lässt, dass er euch ein erleuchtetes Herz schenkt, dass ihr ihn liebt, dass ihr von neuem geboren werdet.
Wenn du Gott nicht liebst, ist dieses Leben ein einziges Elend, auch wenn es dir dein Leben lang gut geht. Auch wenn du ein Optimist bist und den Philosophen folgst, die dir versprechen: Alles wird gut. Ich sage dir, mein Freund: Nichts wird gut. Dir dient nichts zum Besten, sondern zum Verderben. So schwer es mir fällt, das zu sagen, ich bin der Bibel verpflichtet und muss dir sagen, wie die Dinge stehen.
Der Text sagt: Alle Dinge dienen denen zum Besten, die Gott lieben.
Der Vorsatz Gottes und die wirksame Berufung
Und da ist noch ein Punkt, ein zweites Kriterium dafür, für wen unser Vers gilt, nämlich für die, die nach Gottes Vorsatz berufen sind.
Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die Gott lieben, und denen, die nach dem Vorsatz Gottes berufen sind.
Hier führt Paulus im Römerbrief zum ersten Mal den Ausdruck Vorsatz Gottes ein. Zum ersten Mal beginnt er, über die Erwählung zu reden. Von hier an werdet ihr sehen, wird dieses Thema entfaltet: Gottes Souveränität im Heilsgeschehen, Gottes Vorsatz, Gottes Vorherbestimmung, Prädestination.
Wollen wir hier an dieser Stelle mit der Römerbriefbetrachtung Schluss machen und die nächsten Kapitel überspringen, wenn das Thema Erwählung abgehakt ist? Oder wollen wir auch durchgehen, dass durch die Texte, die von diesem Thema reden? Wir müssen und wir wollen, denn wir lieben die Heilige Schrift.
Du fragst natürlich: Sind nicht alle Menschen berufen? Ja, im Allgemeinen schon, aber nicht alle sind nach Gottes Vorsatz berufen. Es gibt also eine generelle, oder besser gesagt eine universelle, allgemeine Berufung und eine spezielle beziehungsweise wirksame Berufung.
Von der allgemeinen Berufung spricht die Bibel zum Beispiel im Missionsbefehl: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung, allen Menschen. Gott will, dass allen Menschen das Evangelium gepredigt wird. Das ist die allgemeine Berufung. Alle Menschen sind eingeladen.
Aber an einer anderen Stelle sagt der Herr: Matthäus 22,14: Viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt. Hört ihr diesen Sound der Einschränkung? Hier spricht Jesus klar von der wirksamen Berufung.
Wir lesen häufig in den Evangelien, dass viele Menschen der Einladung Jesu folgten und mit Interesse hörten. Sie waren berufen, glaubten dann aber doch nicht und gingen.
Als wieder einmal viele seiner sogenannten Jünger Jesus verließen, fragte er den inneren Zirkel seiner Jünger, ob sie denn auch nicht mehr mit ihm gehen wollten. Und da antwortete Petrus: Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.
Merkst du, da ist eine wirksame Berufung. Petrus sagte: Herr, ich kann nicht gehen und ich will nicht gehen, ich liebe dich. Die vielen, die Jesus nicht mehr folgten, hatten lediglich den allgemeinen Ruf vernommen, aber Petrus hatte den wirksamen Ruf erhalten. Und darum konnte er, trotz manchem Versagen, nicht mehr von ihm loskommen. Er war einer von denen, die Gott liebten, die nach seinem Vorsatz berufen sind.
Trost aus Luthers Auslegung und der Liebe Gottes
Darum schreibt Paulus später dem Timotheus ein unglaublich herrliches Wort: 2. Timotheus 1,9-10. Das müsst ihr euch ausschneiden und groß gedruckt an eure Wand hängen, im Schlafzimmer, in der Küche, im Wohnzimmer und überall hin.
Er hat uns berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, nicht aufgrund unserer Ambitionen, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde. Da kann ich nur niederfallen.
Nochmal: Er hat uns berufen mit einem heiligen Ruf, nicht aufgrund unserer Werke, sondern aufgrund seines eigenen Vorsatzes und der Gnade, die uns in Christus Jesus vor ewigen Zeiten gegeben wurde. Vor ewigen Zeiten wurde uns schon die Gnade unserer Errettung zugeteilt, und dementsprechend wurden wir in diesem Leben auch wirksam berufen, wie dann später Paulus selbst eine Begegnung mit Jesus hatte. Er ergriff ihn und führte ihn zu seiner Berufung.
Deshalb noch einmal: Wem wirken alle Dinge zusammen zum Guten? Denen, die Gott lieben, und die nach dem Vorsatz Gottes berufen sind. Wie schon gesagt, innerhalb des Römerbriefes ist in diesem Vers 28 erstmals die Rede von der Auserwählung.
Ich habe hier eine wunderbare Übersetzung. Ich muss allerdings merken, dass ich wieder gegen die Zeit arbeite. Aber ich lasse mich jetzt auch nicht von der Zeit treiben, weil das auch so wichtig ist für uns alle, ihr lieben Geschwister. Das geht ja auch um die Qualität deines christlichen Lebens, um dein Glück, um deine geistliche Gesundheit.
Luther hat zu diesem Vers, Römer 8,28, dass alle Dinge denen zum Besten dienen, die Gott lieben und die nach seinem Vorsatz berufen sind, Folgendes geschrieben: An diesem Wort hängt der ganze folgende Text bis zum Ende des Kapitels und weiter. Denn der Text will zeigen: Den Erwählten, die von Gott geliebt werden und Gott lieb haben, lässt der Geist alles zum Besten dienen, auch wenn es böse ist.
Der Text nähert sich hier dem Gegenstand der Prädestination und der Erwählung. Ja, er beginnt von hier ab davon zu handeln. Er ist nicht so unergründlich, wie man meint, sondern vielmehr voller Süßigkeit für die Auserwählten und die, die den Geist haben, aber über alle Maßen bitter und hart für die Klugheit des Fleisches.
Wer sich mit der Klugheit oder mit Hilfe der Klugheit des Fleisches dem Thema der Erwählung und Vorherbestimmung Gottes nähern will und es mit Hilfe der Klugheit des Fleisches auflösen will, für den ist diese ganze Thematik, diese Lehre von Gottes Vorsatz, eine Torheit. Aber für die, die Gott lieben, so sagt Luther, ist diese Lehre voller Süßigkeit, voller Trost und voller Kraft.
Wenn ihr glaubt, dass nur Calvin das gelehrt hätte, dann müsst ihr die Vorlesungen zum Römerbrief aus den Jahren 1515 und 1516 von Martin Luther lesen. Denn wisst ihr, dass Calvin von Luther abgeschrieben hat? Der wahre Calvinist ist Martin Luther.
Ich kann euch das Buch nicht ausleihen, weil das so selten noch ist. Das ist antiquarisch. Das gebe ich nicht aus der Hand, nicht wahr? Sonst kommt einer und erzählt mir doch was anderes, und ich kann es nicht mehr nachweisen. Nein, nein, aber ich glaube, es gibt diese Bücher auch heute noch.
Wir freuen uns so sehr, dass Paulus so klar ist, dass er so stark ist. So sind es die, die Gott lieben. Denn sie lieben ihn, weil er sie zuerst geliebt hat. Unsere Liebe zu Gott ist nichts anderes als die Antwort, als das Echo der Liebe Gottes, der auserwählenden Liebe Gottes zu dir, mein Kind, der du in diesen Kämpfen sitzt.
Wie Leid im Alltag wirkt
Zum Schluss möchte ich noch kurz über die Wirkweise von Leid und Bedrängnis sprechen, also inwiefern, wozu, wie sich das auswirkt und wie das im praktischen Leben vielleicht aussieht.
Die bösen Dinge in unserem Leben, die wir nicht mögen, sind selbst nicht gut. Das Böse ist nicht gut, das haben wir immer wieder auch gesagt. Aber wie kann es uns trotzdem zum Guten, ja sogar zum Besten werden?
Nehmen wir zum Beispiel an, alles läuft bestens mit uns Christen. Wir leben nicht in der Ukraine, wir leben nicht im Iran als Christen, nicht in Myanmar. Wir leben in Old Germany, im Wirtschaftswunderland, und wir haben unser Häuschen, unsere Wohnung, unser Auto, unseren Urlaub, unsere Gesundheit, unsere Kinder, unsere Familie, unseren Beruf, unser Einkommen, unsere Rente. Ach, die soll wieder steigen. Ja, na ja, so geht es uns gut.
Und weißt du, was da passiert? Es gibt so ein schönes Sprichwort: Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Eis. Und Gott kennt seine Esel, ich meine: seine Kinder. Wir drehen durch, wenn es uns gut geht. Wir werden schläfrig, die Dinge der Welt werden uns wichtig, unser Gebet wird weniger, und unsere Andacht mit unserer Ehefrau findet nur noch selten statt. Sonntags erscheinen wir ab und zu einmal im Monat zum Abendmahl.
Ihr Lieben, das erinnert mich an die Menschen, an die Jungfrauen, die eingeschlafen sind. Und was macht man, wenn jemand einschläft und Gefahr droht? Was macht man dann? Was machst du, wenn dein Kind einschläft und es ist Gefahr? Wisst ihr nicht, was man macht? Da sagt man doch laut: Aufwecken, aufwecken!
Und wenn Dinge in deinem Leben stattfinden, ein plötzlicher Unfall oder dein Kind wird so krank, irgendein Leid, irgendeine Feindschaft: Gott weckt seine Leute rechtzeitig auf. Einen Schock. Und das tut er nicht, weil er es böse meint, sondern weil er euch lieb hat.
Immer wieder im Laufe der Jahre haben wir Menschen gehabt, Ehepaare, Familien. Das waren ganz feine Leute, aber ihr Leben mit der Gemeinde und mit Gott war eigentlich nur noch so am Rande. Sie hatten ganz andere Themen in ihrem Leben, und sie ließen sich auch immer seltener sehen. Und dann klingelt plötzlich das Telefon, und dann ist der Bruder da und sagt: Pastor Wolfgang, meine Frau hat eine schlimme Diagnose. Sie hat Krebs, und der Arzt sagt nur noch ein halbes Jahr.
Ich sage: Was machen wir nun? Du, können wir Sonntag in die Gemeinde kommen und mit uns beten lassen und mit Öl salben? Ich sage: Ja, ihr könnt. Aber wo wart ihr die ganze Zeit vorher?
„Ja, ja, das muss sich jetzt ändern“, sagt er. „So geht das auch nicht mehr weiter, das habe ich zu meiner Frau schon gesagt.“ Ich sage: kikikikikik, Gott ist in der Arbeit.
Es muss nicht immer dieser Krebs sein. Es kann auch wirtschaftliche Not sein. Irgendetwas kommt in unser Leben, und ich sage euch: Das Böse in Anführungsstrichen wirkt Wunder. Gott möchte uns wieder zu sich ziehen. Nahe an sein Herz.
Reifung, Erziehung und Demut
Da gibt es noch einen anderen Gedanken: Gott möchte auch, dass wir mündig werden. Gott möchte, dass wir geistliche Bildung erfahren, dass wir im Glauben stark werden.
Ich gehe ja ab und zu, sogar manchmal heute noch, leider viel zu selten in die, wie heißt das, in die, wie nennt ihr die jungen Leute das, die Muckibude. Da braucht ihr gar nicht kommen und nachfühlen, da ist nichts. Aber wisst ihr, was ich da immer beobachte, wenn ich da bin? Meistens bin ich auf dem Crosstrainer oder auf diesem Laufband, so ein bisschen Opa. Ich bin da ziemlich der Älteste in der Bude. Aber sie schätzen mich alle: Der Alte ist wieder da.
Und wisst ihr, was ich dann beobachte? Da ist in einer Ecke, dann stöhnen diese Muskelmänner, kennt ihr das? Dann machen sie Gewichtheben. Und dann denke ich: Warum quälen die sich so? Meine Zeit, die sollen doch lieber ein Steak essen! Warum quälen die sich so?
Hört mal: Ein Satz Muskelkraft entsteht durch Gewicht, stimmt das? Und nicht durch Laberei, durch Schwere, durch Druck, durch Last. Diese Sporttempel sind die besten Gleichnisse für das, was Paulus meint: Alle Dinge müssen uns zum Besten dienen. Diese Quälerei macht richtig kräftige Jungs aus uns und auch kräftige Mädels. Sagt doch mal Amen im geistlichen Sinne, nicht zu den Muckibudis.
Aber das ist doch der Punkt, ihr Lieben. Und im körperlichen Bereich nehmen wir das gerne auf uns und freuen uns, dass wir stark geworden sind. Mir hat man wegen meiner Hüfte gesagt, ich muss das machen, damit ich guten Muskelaufbau habe und nicht gut wieder die Treppe zur Kanzel hochgehen kann. Aber das geht nur, ihr lieben Geschwister, und so lässt Gott uns mündig werden, indem er Lasten in unser Leben gibt, die wir lernen zu tragen, Verantwortung zu übernehmen, stark zu werden im Glauben, aber auch zu erziehen.
Das ist auch eine sehr wichtige Sache. So wie ungezogene Kinder driften wir oft ab und gehen Wege der Sünde. Dazu sagt die Bibel, dass Gott seine Kinder erzieht, sie diszipliniert wie ein Vater, der seine Kinder lieb hat und sich deshalb in sie investiert und ihnen eine gute Erziehung angedeihen lässt. Du musst dich dann nicht wundern, dass Gott dich stört und dir dein weltorientiertes Leben schwer macht, damit du aufhörst mit der Sünde.
Petrus schreibt: Denn wer im Fleisch leidet, der hat mit der Sünde abgeschlossen. Das ist doch klar. Dich quält die sexuelle Leidenschaft, und du wirst krank, vielleicht sogar schwer krank. Wie viel Lust auf sexuelle Sünden hast du dann noch? Diese Krankheit hilft dir, und sie kommt von Gott. Deine Krankheit, die an sich böse ist, wirkt dir aber zum Guten, dass du mit der Sünde aufhörst. Dein Leiden kann also Zurechtbringung bedeuten, Heiligung.
Und deshalb schreibt Paulus ja im nächsten Vers, die er zuvor ersehen hat, da geht das gleich weiter, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden. Gott arbeitet auf vielerlei Weise daran, dich von allerlei Sünde zu lösen, damit du dem Bild Jesu immer ähnlicher wirst. Und dazu gebraucht er Erziehungsmaßnahmen, die dir nicht gefallen. Wer seinen Sohn lieb hat, den züchtigt er, sagt die Bibel. Die Maßnahmen scheinen gegen dich gerichtet zu sein, dienen aber dennoch zum Besten.
Das Schwere, das Enttäuschende, ist auch gegen unseren Stolz. Bei Paulus war es der Stolz, ihr Lieben. Ihr erinnert euch, dass Paulus schreibt, dass Satans Fäuste ihn geschlagen haben, auf dass er sich der hohen Offenbarung nicht überhebe. Und Gott hat ihm das nicht weggenommen, den Pfahl im Fleisch. Es muss ein Dauerschmerz gewesen sein. Der hatte wahrscheinlich kein Ibuprofen. Der hat das getragen. Und Paulus hat das verstanden, dass Gott zu ihm sagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
Und Paulus ertrug und ertrug diese Last wegen seines Stolzes. Er hat dasselbe bekannt. Und manchmal sind wir hochmütig. Das müssen nicht immer sexuelle Sünden sein, sondern es ist einfach auch verdeckter Stolz und Hochmut. Und Gott sagt: Nein, damit lasse ich mein Kind nicht herumlaufen, das gewöhne ich ihm ab. Und dann kommt Ballast in dein Lebensschiff. Und dieser Ballast kann manchmal tonnenschwer sein, hilft aber, dass dein Schiff nicht so leicht ist und kentert, sondern du sollst Tiefgang haben. Das ist etwas ganz Wunderbares, aber es ist nicht leicht.
Aber wir dürfen verstehen: Das Schwere, das Enttäuschende, wirkt auch einfach. Nur demütigen Gott verfolgt die Absicht, seine Kinder einfach nur zu demütigen. Und das habe ich mir hier fett geschrieben, diesen Satz: Demut ist der größte Schutz für unser geistliches Leben. Demut ist der größte Schutz für unser geistliches Leben. Hochmut und Stolz verderben alles.
Schlussappell und Gebet
Deshalb ist es Gottes großes Anliegen, uns von unserem Stolz herunterzubringen. Und das geschieht manchmal auf unangenehme Weise. Damit ich mich wegen der hohen Offenbarung nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl ins Fleisch gegeben.
So, ihr lieben Geschwister, habe ich euch einige Dinge genannt, weshalb Gott auch in unser Leben das Böse und das Schwere hineinschickt. Er meint es gut mit uns.
Wollen wir uns heute Morgen unter die Hand des lebendigen Gottes demütigen, dann sag doch Amen. Gott helfe uns. Wir stehen miteinander auf.
Gibt es heute Morgen hier in der Versammlung Menschen, die auch das verstanden haben, dass Gott es gut mit dir meint, wiewohl du sehr, sehr gehadert hast und viel Widerspruch, Seufzen, Klagen und Unzufriedenheit mit dir herumgetragen hast? Hast du heute Morgen, darf ich einfach mal fragen, wer möchte von Gott auch noch stärker dieses Licht empfangen, dass alle Dinge ihm zum Besten dienen?
Wer sehnt sich danach, dass er aus der Bitterkeit herauskommt, aus dem Groll, aus der Unzufriedenheit, aus der Nörgelei, aus der Undankbarkeit? Möchtest du verstehen lernen, dass Gott Gutes für dich vorhat? Dann bitte ich dich, streck doch einfach deine Hand aus, dann beten wir für dich. Das ist gut so, das ist sehr, sehr gut so.
Lieber Vater im Himmel, ich danke dir. Ich bitte dich auch für mich persönlich, Herr. Viele Dinge haben mir so zu schaffen gemacht, und mein Fleisch konnte sich nicht damit abfinden. Es waren Kämpfe. Aber ich danke dir, Herr, dass du mir hilfst durch den Heiligen Geist.
Wir haben gelernt, dass wir in dieser Welt seufzen, aber der Geist seufzt auch. Und so bitte ich dich, mein Herr: Hilf mir, hilf uns, unser Haupt zu erheben, meine lieben Geschwister, dass wir dir danken für alles, Herr, und dass wir wissen, es ist nichts, es ist nichts, was nicht von dir bestimmt ist.
So danken wir dir, dass wir Freude gewinnen dürfen, dass wir dich lieben dürfen und dass wir glücklich sind über die Berufung, die du uns vor ewigen Zeiten schon zugedacht hast. Wir dürfen deine Kinder sein.
Und ich bitte dich, Herr: Wenn Menschen hier sind, die dich nicht lieben und denen nicht offenbar geworden ist die Gnade deiner Berufung für ihr Leben, offenbare dich diesen Menschen und errette ihre Seele, dass sie auch zur Ruhe kommen und auch ihnen alle Dinge zum Besten dienen.