Es geht um den alten und um den neuen Menschen, ich habe es heute
überschrieben:
Glaube, der zur Tat wird Tatsächlich, eine reformatorische Fragestellung. Paulus hat so viel von Christus gesprochen bisher, jetzt kommt er endlich zu den Problemen des täglichen Lebens, jetzt sagt Paulus, was in unseren Herzen drin ist. So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde, und die Habsucht, die Götzendienst ist, um solcher Dingen willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams, in dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. Nun aber legt alles ab von euch, Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde, belügt einander nicht, denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen, und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Nach dem Modell Gottes. Da ist nicht mehr Grieche, oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allem Christus.
Glaube, der zur Tat wird Tatsächlich, eine reformatorische Fragestellung. Paulus hat so viel von Christus gesprochen bisher, jetzt kommt er endlich zu den Problemen des täglichen Lebens, jetzt sagt Paulus, was in unseren Herzen drin ist. So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde, und die Habsucht, die Götzendienst ist, um solcher Dingen willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams, in dem allen seid auch ihr einst gewandelt, als ihr noch darin lebtet. Nun aber legt alles ab von euch, Zorn, Grimm, Bosheit, Lästerung, schandbare Worte aus eurem Munde, belügt einander nicht, denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen, und den neuen angezogen, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbild dessen, der ihn geschaffen hat. Nach dem Modell Gottes. Da ist nicht mehr Grieche, oder Jude, Beschnittener oder Unbeschnittener, Skythe, Sklave, Freier, sondern alles und in allem Christus.
So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und
Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld,
und ertrage einer den anderen und vergebt euch untereinander, wenn jemand
eine Klage hat gegen den anderen. Wie der Herr euch vergeben hat, so
vergibt auch ihr. Über alles aber zieht an die Liebe, wieder ist das Band
der Vollkommenheit, und der Friede Christi, zu dem ihr auch berufen seid,
in einem Leibe. Und der Friede Christi regiere in eurem Herzen und seid
dankbar. Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen. Lehrt und
ermahnt einander in aller Weisheit mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen
Liedern, singt Gott dankbar in eurem Herzen. Und alles was ihr tut mit
Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt
Gott dem Vater durch ihn.
So festlich ist ein Reformationsfest überhaupt nicht. Das erinnert an die
Missstände, darf man das so laut sagen?
Das in den Kirchen sich lüge tummelt, und Betrug, und Heuchelei, und
gottloser Geschäftssinn, und dass Leute verführt werden von der Wahrheit
zum Falschen weg. Ja, was soll Reformation sonst sein? Wir erzählen das von
vor 500 Jahren, aber das ist doch eine dauernde Bedrohung! Luther sprach
vom Antichrist. Dass der Antichrist gegen die Gemeinde Jesu kämpft. Ich
sehe das im Johannesbrief, viele Antichristusse sind da. Der Kampf der
Gemeinde ist so schwierig. Und der will natürlich in der Welt draußen, da
hat er sowieso alles, er will die Gemeinde, er will sie umfunktionieren,
will den Wegweiser verdrehen, will das Ziel verrücken. Das Lied "Ein feste
Burg" spricht doch von diesem Kampf. Nicht wegen der Menschen, sondern weil
es ein Kampf ist gegen den Widerchristus. Mit unserer Kraft ist nichts
getan, wir sind gar bald verloren. Es streit für uns der rechte Mann, den
Gott hat selbst erkoren. Fragst du, wer der ist, er heißt Jesus Christ. Er
muss seine Gemeinde führen, sonst sind wir verloren.
Ich will Ihnen ein Luther Zitat nochmal geben: Glaube nicht, die Sache des
Evangeliums könne ohne Lärm, ohne Ärgernisses und Aufruhr betrieben werden.
Du wirst aus einem Schwert keine Flaumfeder machen, und aus dem Krieg
keinen Frieden. Das Wort Gottes aber ist Schwert, ist Krieg, ist Umsturz,
ist Ärgernis, Verderben. Darum sind wir jetzt im Klaren. Ja, das ist das
Reformationsfest: Es geht nicht um, dass man ein bisschen neuen Anstrich an
die Wände hin macht, dass man die Fassade wieder neu gemacht, dass man die
Werbeaktivitäten wieder verändert, sondern es geht darum, ob das Wort des
Evangeliums uns wieder neu packt, korrigiert. Und da erinnern Sie sich,
dass der erste öffentliche Schritt Luthers die Publizierung der Thesen zur
Buße war. Was heißt denn Umkehr? Bekehrung? Es heißt, das ganze Leben muss
eine Umkehr zu Gott sein. Ich möchte in sein Licht, in seiner Wahrheit
reden, Reformation heißt, eine Gemeinde entdeckt ganz neu den wahre Schatz
der Kirche. Was ist der wahre Schatz der Kirche? Das Evangelium von Jesus
Christus. Sonst nichts. Und wo man dieses hört, da wird unser Leben
korrigiert und verändert und erneuert. Ich hatte gestern schon in
Vorbereitung auf unser fünfzigjähriges Kirchenjubiläum, dass wir nächsten
Februar feiern, in diesem Vortrag noch einmal gelesen, den der Stuttgarter
Prälat, der damalige Stuttgarter Prälat Karl Hartenstein in unserer Kirche
bei der Kircheneinweihung hielt. Wo er so ernst sagte: Schwestern und
Brüder, die Zeit des christlichen Abendlandes ist endgültig vorbei. Es ist
auch nicht Heidentum, was jetzt entsteht, sondern, ihr geht in einer
antichristliche Zeit hinein. Und das ist eine schwere Zeit, aber in dieser
Zeit geschieht es, dass Gemeinde sich baut und sagt, senkrecht von oben,
mit dem Evangelium von Jesus Christus. Seid solch eine Gemeinde, eine
bekennende Gemeinde mitten in einer antichristliche Zeit. Und so wollen wir
das Evangelium einmal für uns heute hören.
Erst hat Paulus ja ein Thema angeschlagen, das so sehr interessiert. Wie
lebt man als Christ ja heute? Ja, das ist ein interessantes Thema. Darüber
veranstalten die Akademien, und die Seminare veranstalten da wichtige
große, kluge, Gedankengänge, wie lebt man als Christ heute. Sie wissen,
dass das ja ein Problem ist, wie lebt man richtig mit seinen Eltern als
Christ, wie lebt man heute als ein Christ im Umgang mit dem Geld, und mit
Geschäftsleben. Und wie lebt man mit dem politischen Herausforderungen
unserer Zeit? wie lebt man richtig als Christ? Der Paulus sagt, das ist
eigentlich noch viel schwieriger, wenn man daran denkt, wie wirst du mit
diesem ungeheuren Kräften in dir fertig? Das tobt ja in dir. Da kommen ja
unheimliche Kräfte ins Licht: Zorn, Grimm, Habsucht, Unzucht,
Leidenschaften, es interessiert uns nach all dem, was wir in der
Bibelstunde dienstags vom Galaterbrief gehört haben, und was wir jetzt im
Gottesdienst immer wieder hören, da muss Paulus doch endlich mal konkret
sagen, wie macht man das mit den Schwierigkeiten unseres Lebens, denn
Ehespannungen, den Krisen. Wie wird man denn damit fertig, welche Tricks
sagt er uns? Was gibt er uns für ein Training? Wie kann man das bewältigen?
Diese ganzen Nöte des täglichen Lebens. Und kaum redet er von den Nöten des
Lebens, einer hat mal gesagt, da rutscht der Paulus immer der
Füllfederhalter aus. Dann schreibt er gleich wieder von Christus. Er
schreibt gleich wieder von Christus. Er sagt: wenn es auch um die täglichen
Schwierigkeiten und Nöte des Lebens geht, um die Spannungen, um den bösen
Streit, unreine bösen Gedanken, dann denke doch daran, ihr seid Auserwählte
Gottes, Heilige und Geliebte. Ja, wir sind doch keine Heiligen? Aber ihr
seid durch Jesu Blut heilig gemacht. Ihr seid verändert. Das ist das Wunder
des Evangeliums. Also, das war Paulus ganz wichtig, er hat keinen anderen
Weg gesehen zu einer Veränderung unserer ganzen Lebenstätigkeit, als immer
ganz neu auf Christus zu blicken.
Und jetzt soll Christus unser ganzes Leben einnehmen und erfüllen. Und
Christus soll uns sündige, fehlsame, schwierige, komplizierte Menschen
verändern. Da ist so eine schöne Formulierung, die Martin Luther immer
gebraucht hat, wenn er davon sprach, Glauben heißt, mit Christus ein Kuchen
werden. Der ist verbacken, da ist alles ineinandergemengt, dein Leben muss
so mit Christus zusammenströmen. Gerade, wenn in dir diese dunklen Mächte
deines Lebens sich erregen, und aus deinem Leben herausquellen, dann musst
Du dich ganz fest im Glauben verbinden lassen mit Christus. Wie kann ich
fertig werden, wenn bei mir die schlimmen Gedanken kommen, die Dinge in
meinem Leben? Dann erinnert er dich daran, mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert, das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein
stolzes Herz hat's nicht begehrt. Und dann, zweitens, ich hatte nichts als
Zorn verdienet, und sollt bei Gott in Gnaden sein. Gott hat mich mit sich
selbst versöhnen, und macht durchs Blut des Sohns mich rein. Und sie werden
auf einmal merken, welch eine Kraft das in ihrem Leben hat, dass plötzlich
die Versuchung in dieser Tiefe gebrochen wird. Wie auf einmal das
Bezaubernde der Sünde keinen Einfluss mehr auf ihr Leben hat. Ich kann
Ihnen immer nur raten, besichtigen sie einmal die Anstalten von August
Hermann Francke in Halle. Ein Teil wurde ja mit Hilfe der Bundesregierung
renoviert, und da gab es auch eine Apotheke. Und diese Apotheke wurde von
einem jungen Mann, der mit Medizin studiert hat, betreut, Richter hieß der,
der starb schon mit 35 Jahren. Dieser Richter war ein ganz lieber,
bescheidener Mensch, und der hat uns ganz schöne Verse gedichtet, Lieder.
Und von diesem Dichter gibt es einen Vers, denn kann man in seiner
Schönheit gar nicht anders als immer wieder zu zitieren, als ein Gebet:
Schenke, Herr auf meine Bitte, mir ein göttliches Gemüte, einen königlichen
Geist. Mich als dir verlobt zu tragen, allem freudig abzusagen, was nur
Welt und Sünde heißt.
Ich will doch in das Ebenbild Gottes hinein geschaffen werden, und Paulus
sagt doch, dass kannst du nicht mit deinen eigenen Anstrengungen. Sie
wissen, dass heute gläubige Leute viel Spott erdulden müssen, auch von
Mitchristen. Die sagen, ihr wollt besser sein als andere, Nein, wir wollen
gar nicht besser sein. Wir sehen sogar klarer als alle anderen Menschen
unserer Verlorenheit. Aber wir haben erkannt, dass auf unsere Willenskraft
man nicht vertrauen kann. Ich kann bloß auf die Gnade Jesu bauen, das war
Reformation. Das hatte Luther gepredigt. Der Mensch ist gefallen und
sündigt, und er kann sich nicht erneuern durch irgendwelche Anstrengungen,
und wenn er die teuersten Wallfahrten macht, er kommt nicht heraus aus
seiner Misere, aus seiner Lage. Allein die Gnade, allein die Schrift,
allein der Glaube, das waren die drei Punkte, die heute noch gültig sind
gegen jede Irrlehre, die heute immer noch gegen Christen kommt, auch gegen
moderne Irrlehre, genau so der Maßstab, allein die Gnade, ich lebe vom
Wunder der Erlösung Jesu, der mich verlorenen Menschen freispricht. Und
allein die Schrift, allein die Bibel, keine neuer Offenbarung, keine
Träume, bloß die Schrift. Und bloß dieser Glaube ist gefordert, keine
Zutaten, ich kann nur als sündiger Mensch Jesus vertrauen, und Gott rechnet
es mir zur Gerechtigkeit. Wie beim Abraham. Und dann sagt der Paulus: und
jetzt nimm doch, wie in einer schicken Boutique, da hängen all die schönen
Kleider, jetzt legt dir die an, die Klamotten an. Und Paulus hält nichts
davon, dass man die alten Fetzen seiner Selbstgerechtigkeit noch zusammen
zieht mit irgend einem Plunder, mit irgend einem Faden, und immer wieder zu
sich sagt, ich bin doch ein rechter Mensch, und ich habe es doch gut
gemeint, es ist doch alles nicht so schlimm. Er sagt: nimm doch die neuen
Kleider, zieh dir an: herzliches Erbarmen, Demut, Sanftmut, das, was
Christus dir, zeigen will, lebe doch aus der Gnade Jesu, dieses neue Leben.
Manchmal würde ich sie gerne an die reformatorischen Wahrheiten erinnern,
und am liebsten würde ich es noch abgedruckt als Luthers Vorrede zum
Römerbrief. Wo Luther eigentlich das ganze Thema, um das es hier jetzt
geht, so klar beschreibt, und dort heißt es dann: der Glaube ist ein
mächtiges, schaffensfreudiges, wirkendes, tätiges Ding, der kann gar nicht
anders, als ohne Unterlass Gutes tun, und erst diese neue Mitte ist dann
wirklich das, was das Leben wirkt, und so war es doch auch in der
Geschichte der Reformation, bis in unsere Tage. So ist es in den
Erweckungen immer gewesen. Was kann die Gnade Jesu in einem kaputten Leben
erneuern und verändern! Ganz! Und sie müssen nicht ernst ihre Kleider
zusammen flicken, sondern sie dürfen hinein, und sagen: ja, das passt. Wie
angegossen, ich muss nicht den Schneider holen, der die Länge der Hosen
verändern muss, sondern Christus gibt mir dieser neuen Kleider, ich darf in
seiner Gerechtigkeit leben. Eins muss man natürlich noch sagen: da ist es
natürlich nötig, dass ich den alten Dreckzufluss. Sie müssen gucken, welche
Filme sie sich angucken, und welche Bücher sie lesen, ich könnte zeigen, wo
sie sich ihrer Fantasie aufreizend lassen, die Sie kaputtmachen. Sie müssen
wissen, wo kommt der Dreckzufluss in mein Leben hinein, da mache ich den
Schieber zu. Dass es nicht mehr herein kann, dass meint Luther mit der
Buße. Loslassen, umkehren, und dann, die neuen Kleider Christi ergreifen.
Und mit ihm leben. Also, das war der erste Punkt, wie lebt man als Christ
heute in der Welt. Als Auserwählter, Geheiligter, Geliebter Jesu. Das ist
die Kraft des Glaubens.
Und das zweite: lass dich treiben vom Frieden Jesu, lass dich treiben vom
Frieden Jesu. Also, wenn ich mich treiben lasse, dann lasse ich mich
treiben von meinen Leidenschaften. Dann bäumt sich das in mir auf, dann
kommen diese Kräfte, werden wirksam plötzlich. Wenn wir uns nach unserer
Art treiben lassen, dann entschuldigen wir uns, und sagen: ja so bin ich
nun einmal. Ich bin schon veranlagt so, dass gilt ja vor Gott nicht als
Schuld! Lass dich treiben vom Frieden Jesu. Wie ist das in den Spannungen?
Wenn jemand Sie ungerecht behandelt, wenn jemand sie anschreit, lassen wir
uns treiben von unserer Art? Unreinigkeit, schändliche Lust, böse Begierde,
Habsucht, das sind Kräfte in unserem Leben, die sind wirksam. Da sagen wir:
halt mal, seid erfüllt vom Frieden Christi. Der Frieden Christi, denn muss
man zuerst besitzen. Dass ich weiß, Jesus hat meinen Ruf wiederhergestellt,
er hat mich gerecht und heilig gemacht, ich muss nicht mehr für meine Ehre
kämpfen. Müssen sie noch für ihre Ehre kämpfen? Können Sie das auf sich
sitzen lassen? Auch wenn jemand sie schmäht? Oder jemand sie beleidigt?
Lasst das Wort Christi reichlich in eurer Mitte wohnen. Fang doch den Tag
an, aber nicht bloß da anfangen ganz kurz, sondern nehmt euch Zeit, dass
ihr im Wort Gottes drin seid, dass ihr die großen Zusagen Gottes in den
Spannungen eures Lebens habt, und dann singt ihre Lieder. Lieder, das ist
eine wunderbare Sache. Schon beim Aufstehen seid dankbar, Gott dankbar.
Wie? Morgens, da sind wir gummelig und brummig. Na, heute ging es, heute
haben sie eine Stunde mehr gehabt, normalerweise nicht. Seid dankbar, seid
Gott dankbar, wenn ihr aufsteht, und sagt: Ach, Herr, wie schön, dass du da
bist mit deiner Güte. Fangen sie doch den Tag ganz neu an, damit die ganzen
dunklen Gedanken und Kräfte unseres Lebens gar keinen Raum mehr haben.
Lasst das Wort Gottes reichlich in eurer Mitte wohnen! Lasst es einen Platz
haben, ein Bleiberecht. Nicht bloß ein Gastverhältnis, dass es euer Leben
bestimmend, und dass es euch treiben kann. Und dann spricht er über alles,
aber zieht an die Liebe, wir sagen das Wort ja immer bei den Trauungen zu
dem Brautpaar, und das ist besonders schön. Wenn man denkt, ich Jahr, mit
der Liebe, aber es ist ja gerade im Zusammenleben so, dass man oft
routinemäßig zusammen lebt. Ja, aber wo kriegt man dann die Liebe her? Am
meisten dort, wo man vor einander das bekennt, ich lebe täglich vom
unverdienten Erbarmen Jesu. Das macht uns das leichter, vergeben, wie uns
Christus vergeben hat, ganz konkret. Und dann die Liebe Christi anzuziehen.
Die Liebe Christi, wie hat Jesus sie lieb, tauchen Sie ein in diese Liebe.
Gucken sie mal bei den jungen verliebten, Paaren ab, das ist ein schwaches
Abbild, wie die Liebe Jesu uns erfüllen muss, wenn man richtig verknallt
ist, wo man richtig getrieben wird von der Liebe, wenn wir uns erfüllt, die
Liebe Christi. Walter Flach, der bei uns jetzt so viel gepredigt hat, der
nun schwer krank ist, und der nicht mehr dienen kann, der hat immer das
Bild gebraucht von der Schwerelosigkeit in den Raumschiffen draußen im
Weltall. Und er hat gesagt: wenn die Schwerkraft aufhört durch die große
Beschleunigung, so soll es in unserem Leben sein, da soll durch die Liebe
Christi die Schwerkraft dieser Welt gebrochen werden, und ich ins
Raumschiff der Liebe Jesu steigen, damit mich dieser alten Kräfte gar nicht
mehr bestimmen können. Lass dich treiben von der Liebe Jesu, die dich
ändern muss. Und dann das Singen. Singe doch diese Lieder, damit ist euer
ganzes Tun bestimmt. Und der Frieden Christi regiere in eurem Herzen, der
soll das Sagen haben. Er muss euch regieren, er muss euch bestimmen, der
muss das Kommando führen.
Und dann noch das Dritte: Alles zur Ehre Gottes, auch das alltägliche,
alles zur Ehre Gottes. Ich sage immer wieder: das ist ganz verkürzt, wenn
man heute sagt, dann machen wir einen Lobpreis, und dann singt man eine
halbe Stunde Lieder, Nein, mein ganzes Leben. Muss ein Lob preist sein.
Nicht bloß, wenn ich in Urlaub fahre, nicht bloß, wenn ich mir ein neues
Auto kaufe, alles zur Ehre Gottes. Auch deine kranken Zeiten, auch die
Spannungen zur ihre Gottes, auch deine Sorgen und Nöten zu Ehre Gottes.
Erziehung unserer Kinder, und Familiennöte, Berufsprobleme, und
Werktagsgeschäfte, alles zur Ehre Gottes. Tut alles im Namen Jesu. Das war
ja doch Grund, warum die Reformation Luthers da so toll gesagt hat: dass
unser ganzes Leben zum Gottesdienst wird. Mit krassen Bildern, von der
Magd, die den Stall kehrt, ein Gottesdienst, natürlich, das ganze Leben ein
Gottesdienst, das ganze Leben einen Lobpreis, solange ich lebe, mein
Schlafen und Ruhen, mein Essen und Pausieren, meine Arbeit, alles zur Ehre
Gottes. Das ist ein ganz neues Denken, ein erfülltes Leben. Das herrliche
Wort Beruf, dass die Reformation erfand. Das gab es ja vorher nicht Beruf
als eine Berufung Gottes in meine irdischen Geschäfte ist das. Von Gott
hineingestellt. Ich will schließen mit einer kleinen Geschichte, da ist ein
Pfarrer, in einem Dorf neu aufgezogen, der hat seine Hausbesuche gemacht,
und die Frau erzählt ihrem Mann, wie er von der Arbeit ankommt, und sagt:
der Pfarrer war da, und du, der hat mich gefragt, ob in unserem Haus Jesus
wohnt. Da hat der Mann gesagt: das ist aber eine dumme Frage. Was soll die
Frage, wir sind doch evangelisch. Ja, das hat er nicht gefragt, er hat
gefragt, ob in unserem Haus Jesus wohnt. Das sagt der Mann: ja, aber wir
gehen doch immer wieder in die Kirche, was will denn der. Aber das hat er
auch nicht gefragt, ob wir in die Kirche gehen, er hat gefragt, ob in
unserem Haus Jesus wohnt. Aber, wir sind doch ehrliche Leute, und wir haben
nichts Schlimmes getan, wir haben noch keinen ermordet, und haben keine
schlimmen Sachen in unserem Leben gemacht, dem Ehepaar gehen die Fragen
nach. Bis sie eines Tages ihr ganzes Leben mit allen alltäglichen Dingen
unter dem Gehorsam Jesu gebracht haben, und dazu möchte ich Sie einladen,
dass sie als Auserwählte Gottes, Geliebte und Geheiligte, das erleben, wie
der Glaube ein göttliches Werk ist. Wie Gott in jedem dieses Neue schaffen
will, und wie das Ihr ganzes Leben verändert, wie plötzlich dieses
Jesusvertrauen, dieses an Jesus glauben zu einem ganz machtvollen Bewegung
wird, zu einer ganz großen Kraftquelle, die ihr Leben prägt und
umgestaltet. Glaube, der zur Tat wird. Amen.

