Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 552: Rettung ist für alle da.
Fortsetzung der Diskussion um Rettung und das Reich Gottes
Nach fünf Episoden mit der Überschrift „Rettung ist schwer“ habe ich mir für die Perikope aus Lukas 13 ein versöhnliches Ende ausgedacht. Rettung ist für alle da. Aber starten wir dort, wo wir stehen geblieben sind: Lukas 13, die Verse 25 bis 28.
Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, werdet ihr draußen stehen und an der Tür klopfen. Ihr werdet sagen: „Herr, öffne uns!“ Doch er wird antworten und zu euch sagen: „Ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid.“ Dann werdet ihr anfangen zu sagen: „Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast du gelehrt.“
Er wird sagen: „Ich sage euch, ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Weicht von mir, alle ihr Übeltäter!“ Da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen werdet, euch aber draußen hinausgeworfen.
Das wird also das Schicksal der Leute sein, die Jesus danach fragen, ob wenige gerettet werden. Jedenfalls, wenn sie nicht Buße tun und nicht anfangen, an ihn zu glauben. Seine Zuhörer werden nicht einfach so ins Reich Gottes hineinkommen. Das Reich Gottes ist kein Bonus für die Geburt als Jude, es ist ein Geschenk an all diejenigen, die der Sohn kennt.
In diesem Leben beginne ich gegen alle Widerstände ein Leben mit und für Jesus. Ich vertraue auf ihn, höre auf ihn und folge ihm. Und wenn dieses Leben vorbei ist, dann wird Jesus mich beschenken.
Vorbereitung auf das Reich Gottes und die Bedeutung der Wiederkunft
Wir hatten das schon in Lukas 12. Dort heißt es in Vers 37: „Glückselig sind jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird. Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich umgürten, sie zu Tisch bitten und ihnen dienen.“
Ein ganz anderes Bild, aber dieselbe Idee. Das Leben ist vorbei, und wir werden belohnt.
In Lukas 12 ging es darum, vorbereitet zu sein, die Wiederkunft Christi zu erwarten und treu in unserer Berufung zu leben. In Lukas 13 hingegen geht es um die Frage, ob der Sohn mich kennt und mich ins Reich Gottes hineinlässt.
Die gute Nachricht für alle Menschen
Nun zur wirklich guten Nachricht. Sie ist gut für uns Heiden.
Lukas 13,29 sagt: „Und sie werden kommen von Osten und Westen und von Norden und Süden und zu Tisch liegen im Reich Gottes.“
Zum einen wird hier das Bild vom Hausherrn und der Tür vollständig. Es geht um den Zutritt zu einem Festmahl. Zum anderen wird deutlich, dass Gottes Reich keine nationale Größe ist.
Es mag sein, dass die meisten Juden diesen Jesus nicht als Messias anerkennen wollen. Es mag sein, dass sie sich vom Reich Gottes in seiner endgültigen Form ausschließen. Aber das bedeutet natürlich nicht, dass alle Menschen so reagieren werden. Ganz im Gegenteil: Von Osten und Westen und von Norden und Süden werden Heiden kommen und am Ende mit Gott feiern.
Man muss sich kurz vorstellen, wie diese Information auf die Zuhörer Jesu gewirkt haben muss. „Wir sind raus und die sind drin“ – das kann doch nicht sein! Doch das Programm vom Reich Gottes umfasst alle Menschen weltweit.
Das Evangelium ist eine „Kraft Gottes zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen“. Wo Gott echten Glauben findet, da antwortet er mit Rechtfertigung.
Die biblische Grundlage für die Rettung der Heiden
Und das sollte niemanden verwundern, der das Alte Testament liest. Immerhin war Abraham im Moment seiner Rechtfertigung auch ein Heide, das heißt unbeschnitten. Paulus bringt diesen Punkt in Römer 4,9-10 zum Ausdruck:
„Denn wir sagen, dass der Glaube Abraham zur Gerechtigkeit gerechnet worden ist. Wie wurde er ihm denn zugerechnet, als er beschnitten oder unbeschnitten war? Nicht in der Beschneidung, sondern in dem Unbeschnittensein.“
Wenn man so will, beginnt das jüdische Sein Abrahams erst mit der Beschneidung. Noch einmal Paulus in Römer 4,11:
„Und er, Abraham, empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er hatte, als er unbeschnitten war, damit er Vater aller ist, die im Unbeschnittensein glauben, damit ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet wird.“
Erst kommt also die Rechtfertigung, die Gerechtigkeit des Glaubens, und dann folgt die Beschneidung als Siegel dieser Gerechtigkeit. Gott stellt sich durch den Bund, dessen Zeichen die Beschneidung ist, zum Glauben des unbeschnittenen Abraham.
So wird von Anfang an deutlich: Auch gläubige Heiden können durch Glaubensgerechtigkeit gerettet werden, eben wie der unbeschnittene Abraham.
Die Herausforderung für das jüdische Verständnis und die Öffnung für Heiden
Und doch ist der Gedanke für Juden schwer zu fassen. Man muss sich nur anschauen, wie lange Petrus braucht, um das Konzept zu verstehen. In Apostelgeschichte 10 schickt Gott ihn zu einem gottesfürchtigen Heiden, dem Hauptmann Kornelius. Petrus zögert lange, bevor er schließlich hingeht und dann formulieren kann:
Apostelgeschichte 10,28: „Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, wie unerlaubt es für einen jüdischen Mann ist, sich einem Fremdling anzuschließen oder zu ihm zu kommen. Und mir hat Gott gezeigt, keinen Menschen gemein oder unrein zu nennen.“
In Gottes Augen gibt es keine unreinen Menschen. Es gibt keine Menschen, die Gott ausschließt, und deshalb dürfen seine Apostel das eben auch nicht tun.
Lukas 13,30 sagt: „Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden.“
Es ist nicht schwer zu verstehen, wer hier gemeint ist. Die Letzten, das sind die Heiden; die Ersten, das sind die Israeliten. Sie hören zuerst das Evangelium und sind das Volk, das Gott am besten kennt. Erst kommen die Juden, dann die Heiden.
Das Angebot der Rettung und die Reaktion darauf
Das Angebot der Rettung richtet sich zuerst an Israel. An anderer Stelle sagt Jesus sogar: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ Der neue Bund wird mit Israel geschlossen. Glücklicherweise ist er auch für die Heiden offen.
Dennoch gilt weiterhin Römer 1,16: „Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht, ist es doch Gottes Kraft zum Heil jedem Glaubenden, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.“ Das Evangelium ist also zuerst für die Juden und dann für die Griechen, das heißt für die Heiden, also den Rest der Welt.
Wenn man jedoch betrachtet, wie Juden und Griechen auf das Evangelium reagieren, fällt auf: Die Ersten werden Letzte sein. Israel hört das Evangelium zuerst, lehnt es aber größtenteils ab. Warum tun sie das? Paulus erklärt in Römer 10,2: „Denn da sie Gottes Gerechtigkeit nicht erkannten und ihre eigene aufzurichten trachteten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen.“
Die Juden wollten mit der Glaubensgerechtigkeit nichts zu tun haben, und genau das ist bei den Heiden anders. So werden die Letzten zu Ersten, also zu denen, die im Reich Gottes mit Jesus feiern. Die Ersten hingegen werden zu Letzten und stehen draußen. Sie schauen von draußen zu!
Ausblick und Ermutigung zum weiteren Nachdenken
Was könntest du jetzt tun? Du könntest die Apostelgeschichte Kapitel 10 und 11 lesen und darüber nachdenken, wie herausfordernd die Situation für Petrus und seine Mitarbeiter war.
Das war's für heute?
In dieser Woche gibt es wieder drei Gebetsanliegen per E-Mail oder als Push-Benachrichtigung in der App. Den Link für die E-Mail findest du im Skript.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
