Ich möchte euch alle herzlich begrüßen zu unserem Gottesdienst heute Morgen, besonders auch unsere Gäste und unseren Gastprediger Markus Mathis mit seiner Frau. Schön, dass ihr da seid.
Lasst uns nun den Gottesdienst beginnen mit dem ersten Lied, Lied 72, das uns einstimmt in deinen Jubel, o Herr. Lass mich ganz neu mit deinem Frieden erfüllt werden, damit ich dir die Ehre geben kann. Das wollen wir tun.
Wir wollen uns Gott nahen, indem wir gemeinsam beten. Ich möchte euch bitten, aufzustehen, wer noch aufstehen kann.
Ja, wir beten dich an, Herr, wenn wir frohe Lieder singen dürfen. Diese Lieder stimmen uns ein zu deinem Jubel und lassen uns dich anbeten. Möge das unsere Seele erheben, Herr Jesus Christus. Hilf uns, weg von uns selbst zu schauen und hin zu dir.
Dafür preisen wir dich und beten dich an. Auch heute wollen wir diesen Gottesdienst auf dich ausrichten, weg von uns hin zu dir. Möge unsere Seele sich erheben, um dich anzubeten. Dafür preisen wir dich und beten dich an.
Wir danken dir, dass wir deine Kinder sind, Herr, dass du mitten unter uns bist und wir uns dir nahen dürfen. Du bist der Schöpfer und der Wiederkommende, der alle Dinge in seiner Hand hält. Dafür preisen wir dich.
Wir bitten dich nun, uns zu segnen, Herr. Segne dein Wort, dass wir durch dein Wort dich sehen dürfen. Lass uns unsere Blicke auf dich richten, damit wir erbaut und ermutigt werden. Sei in allem gegenwärtig, was heute hier passiert – auch in den Kinderstunden und allem anderen.
Wir beten dich an. Amen.
Wie gewohnt werden wir jetzt gemeinsam das Kinderlied singen. Die Kinder dürfen schon langsam nach vorne kommen.
Heute im zweiten Teil werden wir einen Gottesdienst haben, in dem wir mehr Lieder singen als sonst. Ich werde am Anfang ein kurzes Psalmwort vortragen, und dann wollen wir den Herrn bewusst durch Lieder anbeten.
Der Ablauf ist ja bekannt. Nun dürfen die Kinder nach vorne kommen, und wir singen „Kinder lebt, die Bühne ist frei“.
Die Suche nach einem erfüllten Leben
Wie kann ich ein erfülltes Leben führen? Was gibt dem Leben einen Sinn? Wie kann ich einfach das Beste aus meinem Leben hier auf dieser Erde herausholen? Und ist das Leben für sich betrachtet überhaupt lebenswert?
Über Abraham – ich denke, ihr alle kennt ihn – wird am Ende seines Lebens Folgendes geschrieben: „Und Abraham verschied und starb in gutem Alter, alt und lebenssatt, und wurde zu seinem Volk versammelt.“
„Lebenssatt“ heißt nicht, dass Abraham es satt hatte zu leben. Lebenssatt bedeutet einfach, dass Abraham ein zufriedenstellendes, ein erfülltes Leben gelebt hat. Die Wurzel dieses hebräischen Wortes ist das Wort für „satt sein“ – deswegen auch das deutsche Wort „lebenssatt“. Es bedeutet, satt zu sein, satt zu werden.
Wenn du heute Abend oder heute Nachmittag mit großem Hunger an den Esstisch gehst, dein gutes Essen genießt und dich danach satt und zufrieden auf das Sofa setzt oder in den Sessel, genau so konnte Abraham nach seinem Leben alt und lebenssatt auf das Sterbebett gehen.
Dasselbe lesen wir auch von König David. Da heißt es in 1. Chronik 23: „So machte David, als er alt und lebenssatt geworden war, seinen Sohn Salomo zum König.“ Obwohl David ein König war, der einen Großteil seines Lebens Kriege geführt hat, war sein Leben am Ende doch erfüllend. Es war ein gutes, zufriedenstellendes Leben.
Und genau dasselbe lesen wir auch über Hiob. Hiob, ein Mann, der von Leid geprägt ist, ein Mann, der zum Inbegriff für Leid wurde – wenn wir von Hiobs Botschaften sprechen –, auch über diesen Hiob lesen wir, dass er „alt und lebenssatt“ starb.
Also Abraham, ein Beduine, der nie in seinen eigenen vier Wänden gelebt hat, höchstens in seinen eigenen vier Zeltwänden, David, ein König, der einen Großteil seines Lebens Kriege führen musste, und Hiob, ein Mann, dessen Leben von viel Leid geprägt war – über alle lesen wir, dass sie alt und lebenssatt wurden, dass sie ein erfülltes Leben geführt haben.
Wie kommen wir also zu so einem erfüllten Leben? Offensichtlich sind die Schwierigkeiten, die wir im Leben haben, und das Leid, das wir erfahren, nicht entscheidend dafür, dass wir sofort ein unerfülltes Leben führen.
Was muss ich tun, und was musst du tun, damit an deinem Grabstein gesagt wird: „Hey, er hat ein gutes Leben geführt“? Wann können wir sagen, dass ein Leben gut war? Wann können wir sagen, dass ein Leben erfüllt war? Und wann können wir sagen, dass es nicht vergeudet oder sinnlos war? Wann hat es sich gelohnt?
Die Herausforderung der Lebensgestaltung
Nun, wir könnten es einfach ausprobieren. Jeder macht sein Ding, jeder probiert etwas aus: Der eine lebt so, der andere so. Jeder lebt nach seinem eigenen Gutdünken. Am Ende unseres Lebens kommen wir dann alle nochmal zusammen und schauen, was dabei herausgekommen ist. Wir vergleichen, wer ein erfülltes Leben geführt hat und bei wem es nicht so toll war.
Das Problem ist jedoch, dass wir alle nur ein Leben haben. Wir können nicht zurückgehen und unser Leben mehrfach leben. Es gibt keinen Speicherpunkt am Anfang unseres Lebens, von dem aus wir verschiedene Lebenswege ausprobieren könnten. So könnten wir am Ende feststellen, welches Leben das beste und erfüllteste war und danach leben.
Wir haben weder die Zeit noch, wenn wir ehrlich sind, die Mittel, alles auszuprobieren, um herauszufinden, was zu einem erfüllten Leben führt, was sich lohnt und was nicht. Es wäre viel besser, wenn das jemand für uns macht. Wenn jemand sein Leben als Versuch betrachtet und alles ausprobiert, was man im Leben ausprobieren kann.
Am Ende könnte diese Person uns die Ergebnisse ihrer Untersuchungen präsentieren. Sie könnte aus ihrem Leben eine Art Doktorarbeit machen, eine wissenschaftliche Arbeit, in der sie versucht herauszufinden, was dem Leben Sinn und Erfüllung gibt.
Natürlich müsste diese Person dafür ihr Leben opfern. Sie müsste viel Zeit und Geld investieren. Aber am Ende könnte sie uns vielleicht die Frage beantworten: Wie können wir ein glückliches und erfülltes Leben führen? Was müssen wir dafür tun? Worauf sollten wir tunlichst verzichten? Was sollten wir auf jeden Fall sein lassen?
Oder noch grundlegender gefragt: Ist das Leben überhaupt lebenswert? Ist das Leben hier auf dieser Erde lebenswert?
Salomo als Forscher des Lebenssinns
Nun gibt es jemanden, der genau das getan hat: jemanden, der die Zeit, das Geld und alle Mittel hatte, um alles Mögliche in seinem Leben zu bewirken. Am Ende seines Lebens hat diese Person alle Beobachtungen und Untersuchungen niedergeschrieben und ist zu einem ganz einfachen Schluss gekommen.
Wir können dazu das Wort Gottes im Alten Testament aufschlagen. Ich weiß, dass ich dieses Buch im letzten Jahr schon etwas detaillierter betrachtet habe. Es handelt sich um das Buch Prediger. Heute möchten wir uns noch einmal einen Überblick verschaffen, um das Gelesene zu wiederholen und zu festigen. Wir starten direkt in Kapitel 1, Vers 1: Prediger 1,1. Dort heißt es: „Die Worte des Predigers, des Sohnes Davids, des Königs in Jerusalem.“
Das Buch Prediger wurde von einem Mann geschrieben, der das Ende seines Lebens erreicht hat. Wenn wir einige Abschnitte daraus lesen oder ihr es vielleicht auch zu Hause noch einmal durchlest, werdet ihr feststellen, dass dieser Mann enttäuscht, deprimiert und hoffnungslos ist. Dieser Mann wird uns als der Prediger vorgestellt. Das hebräische Wort dafür lautet Kohelet.
Je nach Übersetzung, die ihr habt, wird hier nicht immer der Buchname „Prediger“ verwendet, sondern das hebräische Wort Kohelet. Für diejenigen, die ab und zu eine englische Übersetzung in die Hand nehmen, sei gesagt: Dort wird als Buchname die griechische Übersetzung dieses hebräischen Wortes verwendet, nämlich Ekklesiastes. Damit ihr das schon einmal gehört habt: Prediger, Kohelet, Ekklesiastes.
Das Wort Kohelet bezeichnet einen Leiter einer Versammlung, einen Versammlungsredner. Die Übersetzung „Prediger“ trifft es deshalb ganz gut: ein Mann, der zu einer Versammlung spricht.
Aber wer ist dieser Prediger? Aller Wahrscheinlichkeit nach, oder ziemlich sicher, können wir sagen, dass es König Salomo ist. Im Buch Prediger finden wir einige Hinweise darauf. Das Erste, was wir direkt feststellen, ist, dass er als Sohn Davids vorgestellt wird.
Das sagt zunächst noch nicht viel aus, denn im Hebräischen wird jeder männliche Nachkomme als Sohn Davids bezeichnet – auch Enkel und Urenkel. Selbst Jesus wird, weil er von David abstammt, als Sohn Davids bezeichnet. Das grenzt zunächst also nicht konkret ein.
Wenn wir jedoch in Vers 12 schauen, wird es schon etwas konkreter. Dort heißt es nämlich: „Ich, der Prediger, war König über Israel in Jerusalem.“ Ein König, der über ganz Israel herrscht und in Jerusalem regiert.
Wer die Geschichte Israels kennt, weiß, dass es nach König Salomo zur Spaltung des Reiches kam. Es entstanden das Nordreich Israel und das Südreich Juda. Ab diesem Zeitpunkt war der Sitz der Könige Israels nicht mehr in Jerusalem, da Jerusalem der Sitz der Könige von Juda ist.
Das schränkt es im Grunde genau auf Salomo ein, der über ganz Israel herrschte und ein Sohn Davids war.
Es gibt weitere Hinweise: In Prediger 2 wird der Reichtum und Besitz des Predigers beschrieben. Dort finden wir viele Parallelen zu König Salomo. Ein weiteres Merkmal ist seine Weisheit. So lesen wir zum Beispiel in Prediger 2,9: „Und ich wurde größer und reicher als alle, die vor mir in Jerusalem gewesen waren; auch blieb meine Weisheit bei mir.“
Auch hier sehen wir eine Schnittmenge mit König Salomo, der ja für seine Weisheit weltweit bekannt war. Daher können wir davon ausgehen, dass Salomo der Autor dieses Buches ist.
Das Leben und Scheitern Salomos
Nun, wer war Salomo? Salomo wurde König nach seinem Vater David. David war, wie wir schon gehört haben, einen Großteil seines Lebens damit beschäftigt, Kriege zu führen, sein Land zu verteidigen und irgendwie Frieden aufzubauen. Er wollte dem Land, dem Volk Israel, Ruhe und Frieden verschaffen. Und das schafft er auch. Davon profitiert Salomo.
Salomos Regentschaft ist geprägt von Frieden und Ruhe. Das nutzt er aus und braucht es, um sich viel Reichtum und Wohlstand anzuhäufen. In 1. Könige 10,14-29 (nicht im Originaltext genannt, aber zur Einordnung) heißt es, dass in einem einzigen Jahr bei Salomo 666 Talente Gold eingingen. Dazu kam noch das, was die Händler einbrachten und was von allen Königen Arabiens und den Stadtstaaten des Landes einging.
König Salomo ließ zweihundert Langschilde anfertigen und mit Gold überziehen. Für jedes Schild verwendete er etwa vier Kilogramm gehämmertes Gold. Das bedeutet, allein für die Schilde wurden achthundert Kilogramm Gold verwendet. Wenn man weiterliest, findet man noch andere Schildarten, die er ebenfalls mit Gold überzog.
Weiter ließ der König einen großen Thron aus Elfenbein anfertigen und mit purem Gold überziehen. Alle Trinkgefäße Salomos waren aus reinem Gold, ebenso sämtliche Gegenstände, die zum Libanon-Waldhaus gehörten. Somit übertraf König Salomo alle anderen Könige der Erde an Reichtum und Weisheit.
Menschen aus aller Welt suchten ihn auf, um sich persönlich von der Weisheit zu überzeugen, die Gott ihm verliehen hatte. Alle brachten ihm Geschenke: silberne und goldene Gegenstände, Festgewänder und Waffen, kostbare Öle, Pferde und Maultiere. So ging es Jahr um Jahr. Jahr um Jahr stieg dieser Reichtum Salomos.
Nicht nur sein Reichtum wuchs, auch quasi direkt proportional die Anzahl seiner Frauen. Insgesamt hatte er siebenhundert vornehme Frauen und dreihundert Nebenfrauen, die ihn immer mehr beeinflussten – ein Harem aus eintausend Frauen. Genau das wurde ihm zum Verhängnis.
Als er älter wurde, brachten ihn diese Frauen dazu, andere Götter zu verehren. Sein Herz war nicht mehr ungeteilt Jahwe, seinem Gott, ergeben wie das Herz seines Vaters David. Daraufhin wurde der Herr zornig über Salomo, weil sein Herz sich abwandte von dem Herrn, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war.
Das ist das Leben Salomos, mal ganz kurz überflogen: sehr gut gestartet, aber am Ende kläglich gescheitert. Die Frage ist nun: Wo können wir das Buch Prediger im Leben Salomos einordnen? Wann hat er es geschrieben? War er jung, im mittleren Alter oder schon sehr alt?
Bei Salomo können wir das eigentlich relativ gut einordnen, wenn wir uns anschauen, was er sonst so geschrieben hat, und vergleichen, wie er schreibt. Dann kann man es gut einschätzen, wann er das Buch wahrscheinlich verfasst hat.
Wie alt war Salomo zum Beispiel, als er das Hohelied schrieb? Im Hohelied heißt es zum Beispiel: „Siehe, du bist schön, meine Freundin; siehe, du bist schön, und wie eine Lilie unter den Dornen, so ist meine Freundin unter den Töchtern“ (Hohelied 2,2). Das hat er wahrscheinlich nicht zu seiner fünfhundertsten Frau gesagt, sondern eher zur ersten, die er gekannt hat.
Das Hohelied wurde von einem jungen, verliebten Salomo geschrieben – von einem Salomo, der auf Wolke sieben schwebt und sich nach seiner Freundin sehnt.
Wenn wir dann das Buch der Sprüche lesen, klingt es eher so in die Richtung: „Mein Sohn, nimm dich vor den Frauen in Acht“ (Sprüche 7,1-27). Wie alt war er da wahrscheinlich? Wahrscheinlich schon im mittleren Alter, in der Mitte seines Lebens. Er hatte einiges an Erfahrung gesammelt und versucht, seinen Sohn davor zu bewahren, dieselben Fehler zu machen, die er selbst getan hat.
Und dann kommen wir zum Buch Prediger. Dort heißt es in Prediger 12,1: „Gedenke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre herannahen, von denen du sagen wirst: Sie gefallen mir nicht.“
Das ist ein Mann, der auf das Ende seines Lebens zusteuert. Er blickt zurück auf sein Leben und ist enttäuscht und deprimiert über das, was er daraus gemacht hat. Das merkt man von Anfang an.
Die Einleitung des Buches Prediger
Wir möchten gemeinsam die ersten elf Verse lesen. Diese Verse sind wie ein Prolog, eine Einleitung, die zum Thema hinführt. Die ersten elf Verse in diesem Buch werfen eine Frage auf, die Salomo im weiteren Verlauf des Buches zu beantworten versucht.
In Kapitel 1, ab Vers 2, heißt es: „Unichtigkeit der Nichtigkeiten, spricht der Prediger, oh Unichtigkeit der Nichtigkeiten, alles ist nichtig!“ Was bleibt dem Menschen von all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne? Ein Geschlecht geht, ein anderes Geschlecht kommt, die Erde aber bleibt ewiglich. Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter und eilt an ihren Ort, wo sie wieder aufgehen soll. Der Wind weht gegen Süden und wendet sich nach Norden, er weht und wendet sich, und zu seinen Wendungen kehrt der Wind wieder zurück. Alle Flüsse laufen ins Meer, und das Meer wird doch nicht voll. An den Ort, wohin die Flüsse einmal laufen, laufen sie immer wieder.
Alle Worte sind unzulänglich, der Mensch kann es nicht in Worte fassen, das Auge sieht sich nicht satt, und das Ohr hört nie genug. Was einst gewesen ist, das wird wieder sein, und was einst geschehen ist, das wird wieder geschehen. Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Kann man von irgendetwas sagen: „Siehe, das ist neu!“? Längst schon war es in unbekannten Zeiten, die vor uns gewesen sind. Man gedenkt eben an das Frühere nicht mehr, und auch an das Spätere, das noch kommen soll, wird man nicht mehr gedenken bei denen, die noch später kommen werden. Alles ist nichtig.
Das ist die Hauptaussage des Buches. Es ist zwar nicht der Zweck oder das Ziel des Buches, aber diese Aussage kommt immer wieder vor. Das Wort „nichtig“ kann drei verschiedene Bedeutungen haben, und je nach Kontext müssen wir herausfinden, wie Salomo dieses Wort verwendet.
Das Wort „nichtig“ kann einmal für etwas Vergängliches stehen, wie Rauch oder Dampf, der zwar kurz zu sehen ist, aber sofort wieder verschwindet und den man nicht wirklich greifen kann. Es kann auch für etwas Sinnloses, Bedeutungsloses oder Leeres verwendet werden. Und als drittes kann dieses Wort für etwas Unverständliches oder Rätselhaftes stehen. Gerade wenn Salomo zum Beispiel von Gottes Absichten spricht, verwendet er das Wort in dieser Weise.
Dies ist das Schlüsselwort in diesem Buch. Es wird siebenunddreißig Mal in zwölf Kapiteln verwendet. Es gibt aber noch eine Schlüsselfrase, die 29 Mal vorkommt. Wir lesen sie das erste Mal in Vers 3: „Was bleibt dem Menschen von all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne?“ Das beschreibt Salomos Sichtweise. Alles, was er beobachtet und ausprobiert, geschieht unter der Sonne, also auf dieser Erde. Sein Blick richtet sich immer auf das, was auf der Erde passiert.
Anhand dessen, was er dort sieht und beobachtet, versucht er, den Sinn des Lebens zu finden. Das müssen wir im Hinterkopf behalten, wenn wir dieses Buch lesen. Es ist Salomos Sicht auf das Leben, und seine Sicht muss nicht immer mit Gottes Sicht übereinstimmen.
Salomo schaut sich auf dieser Erde um, beobachtet, was passiert, und erkennt ein wiederkehrendes, gleichbleibendes Muster. Er stellt fest: Eine Generation kommt und geht, dann folgt die nächste, und so wechseln sie sich ab. Genauso wie die Generationen kommen und gehen, geht auch die Sonne auf und wieder unter, nur um am nächsten Tag erneut aufzugehen und wieder unterzugehen – Tag für Tag dasselbe.
Der Wind dreht sich, wendet sich mal in die eine, mal in die andere Richtung, weht aber immer wieder zurück. Alles dreht sich unaufhörlich im Kreis. Deshalb kommt Salomo zu dem Schluss, dass es nichts Neues unter der Sonne gibt.
In Vers 9 spricht er einmal von dem, was gewesen ist, und einmal von dem, was geschehen ist. Das heißt, er meint Naturereignisse, die gewesen sind, und menschliche Geschichte, die geschehen ist. Er stellt fest, dass sich beides wiederholt – Naturereignisse und Naturkatastrophen werden erneut so oder ähnlich passieren, und auch die menschliche Geschichte wiederholt sich.
Salomo malt hier ein Bild von einem ewigen Kreislauf des Lebens, der sich ständig wiederholt. Alles ist in ständiger, ruheloser Bewegung, aber nichts geht einem Abschluss oder Ziel entgegen. Alle Dinge sind rastlos und hastig tätig, alles tut und macht. Und da stellt sich die Frage: Wohin, wozu das eigentlich alles?
Seht ihr diesen deprimierenden, eintönigen Kreislauf, den Salomo hier aufzeigt? Welche Frage kommt euch auf, wenn ihr diesen Prolog lest? Was machen wir hier eigentlich? Wozu bin ich hier? Wozu mühe ich mich jeden Tag ab? Was ist der Sinn des Lebens? Wie mache ich das Beste daraus? Wozu sind wir hier?
Wir haben nur eine Chance, um zu leben. Der gestrige Tag ist vorbei und kommt nie wieder zurück. Wie bedauernswert ist es, wenn wir am Ende unseres Lebens ankommen und feststellen müssen: Ich habe es vermasselt, ich habe mein ganzes Leben gegen die Wand gefahren, es war sinnlos, mein Leben war nicht lebenswert.
Das erklärt auch, warum so viele Männer und Frauen in die Midlife Crisis kommen. Im Grunde genommen ist das nichts anderes. Männer und Frauen, die mit etwa 40 Jahren alle ihre Ziele erreicht haben – sie wollten ein Haus, haben es; sie wollten eine Familie, haben sie; wollten Kinder, haben sie. Und jetzt kommen sie an, schauen sich um und stellen fest: Es ist nichts. Wozu war das alles gut? Wofür habe ich das alles gemacht? Wofür ist meine Karriere gut gewesen? Was bringt mir jetzt das Haus? Ja, es ist schön, aber worin lag der Sinn? Habe ich vielleicht in meinem Leben etwas verpasst?
Dann geraten sie in die Midlife Crisis und meinen, das ganze Leben noch einmal von vorne anfangen zu müssen. Sie probieren alles Mögliche aus: verkaufen die Familienkutsche, tauschen sie gegen einen Sportwagen ein, wechseln den Partner gegen ein jüngeres Modell, kaufen sich ein Motorrad, um die Freiheit zu genießen, machen Anglerschein, Jagdschein und vieles mehr, weil sie Angst haben, etwas verpasst zu haben.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Menschen – ich denke, die Mehrheit –, die sich niemals die Frage stellen, was der Sinn des Lebens ist und wie sie das Beste daraus machen können. Sie versuchen einfach nur, alles irgendwie am Laufen zu halten. Sie achten halbwegs auf eine gesunde Ernährung, sorgen dafür, dass es im Job läuft, haben eine Karriere, investieren aber nicht zu viel Zeit, und versuchen, ihre Familie zusammenzuhalten.
Was für eine Verschwendung des Lebens, einfach nur vor sich hinzuleben, Zeit zu vergeuden, einfach nur zu existieren! Die einzige Sorge dieser Menschen – und ich denke, das ist die Mehrheit – ist, wie sie alles weitermachen und am Laufen halten können. Sie stellen sich niemals die Frage: Warum überhaupt? Warum überhaupt weitermachen? Warum alles am Laufen halten? Wozu eigentlich?
Das ist die Frage, die das Buch Prediger in der Einleitung an uns stellt: Du hast nur ein Leben, aber wozu? Wozu ist es gut? Ist dein Leben lebenswert? Das sind die Fragen, die sich Salomo stellt, wenn er hier auf die Erde blickt.
Ab Vers 12 in Kapitel 1 beginnt er mit seinen Nachforschungen: „Ich, der Prediger, war König über Israel in Jerusalem. Ich richtete mein Herz darauf, mit Weisheit alles zu erforschen und zu ergründen, was unter dem Himmel getan wird.“
Er macht zwei Sachen: Er erforscht und er ergründet. Das erste Wort, „erforschen“, kommt von der Wurzel „reiben“ oder „erproben“. Es bedeutet, etwas, das man schon kennt, noch genauer zu untersuchen. Wie wenn man ein Produkt, das man eigentlich schon kennt, noch einmal genauer prüft, um zu sehen, ob es wirklich das tut, was es soll.
Das zweite Wort, „ergründen“, kommt von der Wurzel „erkunden“, wie wenn man ein fremdes Land erkundet oder Kundschafter hinschickt. Es bedeutet, etwas, das man noch nicht kennt, zu erforschen.
Salomo will also wirklich auf Nummer sicher gehen. Er untersucht das, was er schon kennt oder meint zu kennen, noch genauer und schaut ins Detail. Gleichzeitig blickt er über den Tellerrand hinaus und beobachtet, was die anderen Menschen so tun.
Dazu war er auch in der perfekten Position. Salomo war damals König. Das heißt, er hatte die Macht, alles zu tun, was er wollte. Er war außerdem reich – ein extrem reicher Mann. Was immer man sich mit Geld kaufen konnte, konnte er sich leisten und tat das auch. Und drittens war er berühmt, so berühmt für seine Weisheit, dass sogar die Königin von Saba zu ihm kam, nur um ihn kennenzulernen.
Er hatte Macht, Reichtum und Ruhm. Er hatte alles, um Sinn im Leben zu finden und das Leben lebenswert zu machen. Im Buch Prediger listet er sämtliche Dinge auf, die er ausprobiert hat.
Das Erste, was er am Ende von Kapitel 1 tut, ist, es mit Wissen und Weisheit zu versuchen. Er versucht, sein Wissen und seine Weisheit zu mehren. Die Frage, die er sich stellt, ist: Kann man durch Wissen und Gelehrsamkeit echte Zufriedenheit erlangen? Wenn man viel weiß und sein Leben dem Studium widmet – von was auch immer?
Er eignete sich viel Weisheit und Wissen an, mehr als ein König jemals vor ihm in Jerusalem. Das Volk hatte natürlich nicht den Zugriff auf die Bücher wie er, nicht den Zugang zu Gelehrten und auch nicht die Zeit. Niemand konnte ihm wirklich das Wasser reichen.
Doch je mehr Weisheit und Wissen er sich aneignete, desto größer wurden seine Frustration, Enttäuschung und sein Schmerz. Denn je größer seine Weisheit wurde, desto mehr stellte er seine Unfähigkeit fest, die Ungerechtigkeit und die bösen Dinge auf der Erde zu ändern, wie er sie beobachtete.
Was bleibt, ist diese Feststellung und dieser Schmerz: Man kann krumme Sachen nicht gerade machen (vgl. Prediger 1,15).
In Kapitel 4 beobachtet Salomo: „Und so wandte ich mich um und sah alle Bedrückungen, die verübt werden unter der Sonne, und siehe, da flossen Tränen von Unterdrückten, die keinen Tröster hatten, und weil die Hand ihrer Unterdrücker so stark war, konnte sie niemand trösten.“
Wer sieht all das Leid und stellt fest: All die Weisheit und das Wissen, das ich habe, bringt nichts. Ich kann nichts daran ändern. Ich kann sie nicht trösten. Er sieht die Sinn- und Machtlosigkeit von mehr Wissen, das er sich angeeignet hat.
Also verlässt er die Gelehrten und gesellt sich zu den ausgelassenen Leuten. Vielleicht findet sich im Vergnügen, in der Freude, im Lachen der Sinn des Lebens. Doch auch das ist nicht von Dauer und nichts Bleibendes.
Also versucht er es mit Genuss: gutem Essen und Wein. Er versucht es mit Architektur, baut viele Häuser und architektonische Meisterwerke. Er pflanzt Weinberge, Gärten, Parkanlagen, Obstgärten und Wälder. Er betreibt Landwirtschaft und Viehzucht, hat große Rinder- und Schafherden und das beste Steak im ganzen Land.
Er versucht es mit Musik, holt Sänger und Sängerinnen an den Königshof und versucht es mit Vergnügungen. In Kapitel 2, Vers 8 lesen wir: „Ich versammelte mir auch Silber und Gold und Schätze der Könige und Länder. Ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und was zur Wollust der Menschensöhne dient, Frauen über Frauen.“
Er schreibt: „Ich versagte meinen Augen nichts von allem, was sie begehrten. Ich hielt mein Herz von keiner Freude zurück. Denn mein Herz schöpfte Freude aus all meiner Mühe, und das war mein Teil aller meiner Mühe.“
Als er sich jedoch umsah nach all seinen Werken, die seine Hände gemacht hatten, und nach all der Mühe, die er sich gegeben hatte, um sie zu vollbringen, stellte er fest: „Siehe, da war alles nichtig und ein Haschen nach Wind und nichts Bleibendes unter der Sonne.“
All das Vergnügen und der Genuss, den er ausprobiert hatte, war nicht von Dauer. Vielleicht brachte es kurzzeitig Freude, aber nichts war wirklich erfüllend oder von Dauer.
Also probiert er noch etwas aus: Er gibt sich der Arbeit hin, dem beruflichen Erfolg, seiner Karriere. Doch auch hier stellt er fest, dass es nicht zufriedenstellend ist. Er beginnt sogar, seine Arbeit zu hassen.
Er schreibt: „Ich hasste auch alle meine Arbeit, womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne, weil ich sie dem Menschen überlassen muss, der nach mir kommt. Wer weiß, ob der weise sein wird oder ein Narr, und doch wird er über all das Macht bekommen, was ich mit Mühe und Weisheit erarbeitet habe unter der Sonne. Auch das ist nichtig.“
Vielleicht habt ihr diesen Spruch schon einmal irgendwo gesehen, zum Beispiel auf einem Wohnmobil eines älteren Ehepaars: „Reise vor dem Sterben, sonst verreisen deine Erben.“ Darin steckt auch viel Wahrheit.
Genau das ist Salomos Problem. Er rackert sich ab, bringt das Land zu Wohlstand, sichert den Frieden, arbeitet viel und hart. Aber am Ende wird es einen König nach ihm geben. Und was, wenn dieser König all die Arbeit, die Salomo sich erarbeitet hat, einfach zerstört?
Stellt euch vor, ihr baut ein kleines Unternehmen auf, arbeitet Tag und Nacht, habt schlaflose Nächte und bringt es zu Erfolg. Am Ende müsst ihr die Verantwortung abgeben und das Unternehmen an euren Nachfolger übergeben. Vielleicht wird dieser das Unternehmen innerhalb kürzester Zeit gegen die Wand fahren.
Das beschäftigt Salomo. All seine Versuche schlagen fehl. Kurzzeitig mag es zufriedenstellend gewesen sein, doch nichts war von Dauer. Sie gaben dem Leben keinen Sinn.
Viele Dinge, die Salomo ausprobiert, sind an sich nicht falsch. Aber sobald sie zum Hauptziel des Lebens werden, ist das Leben zum Scheitern verurteilt. Wenn eines dieser Dinge zum Hauptziel wird, wirst du daran scheitern, Sinn und Erfüllung zu finden.
Was Salomo am Ende seines Lebens durch das Buch Prediger sagt, ist: „Ich habe alles ausprobiert, und es ist absolut sinnlos.“ Wenn wir das echte Leben in Jesus Christus gefunden haben, können wir an vielen dieser Dinge Freude haben. Aber sobald wir versuchen, den Sinn des Lebens in einem dieser Bereiche zu finden, werden wir scheitern.
Deshalb gibt es so viele alte, verbitterte Menschen. Warum? Weil sie ihr Leben lang Erfüllung in Dingen gesucht haben, die ihnen keine Erfüllung geben können. Am Ende blicken sie auf ihr Leben zurück und stellen fest: Das war nicht lebenswert. Sie haben ihr Leben gegen die Wand gefahren und werden so alt und verbittert.
Die Ursachen für Salomos Scheitern
Nun, wie können wir dieses Verhalten von Salomo erklären? Er war doch so ein weiser Mann und hat so gut gestartet. Warum ist er dann im Leben gescheitert? Wie können wir dieses Verhalten von Salomo erklären?
Nun, er hatte einen Tunnelblick. Er ist mit einem Tunnelblick durchs Leben gegangen. Ein Tunnelblick bedeutet, dass das Sichtfeld eingeschränkt ist, dass man nur einen Teil von dem sieht, was man eigentlich sehen könnte. Ein Beispiel ist ein Fußballspieler, der nur noch das Tor vor Augen hat und nicht die zwei oder drei Mitspieler sieht, die in einer viel besseren Position stehen.
Salomos Blick war beschränkt, er hatte einen Tunnelblick. Sein Blick war durch zwei Dinge limitiert. Erstens sah er alles, was er beobachtete, nur unter der Sonne. Das heißt, er versuchte, den Sinn des Lebens zu finden, indem er nur auf das Leben hier auf der Erde schaute. Aber das Problem ist, dass das Leben auf dieser Erde für sich betrachtet sinnlos ist. Das Leben auf dieser Erde für sich betrachtet ist sinnlos.
Zweitens war sein Blick nur auf dieses Leben gerichtet. Er blickte nicht über den Tod hinaus. Wenn dein Blick allein auf diese Erde und dieses Leben beschränkt ist, wirst du niemals verstehen, worum es im Leben wirklich geht und was dieses Leben lebenswert macht. Wir brauchen die Perspektive Gottes außerhalb dieser Grenzen.
Im Buch Prediger gibt es einige Abschnitte, in denen Salomo aus diesem Tunnelblick herausbricht und das große Ganze sieht. Interessanterweise sind dies genau die Stellen, in denen seine Gedanken nicht mehr so negativ, depressiv oder niedergeschlagen sind, sondern positiv gestimmt. Sobald Salomo Gott außen vor lässt und das Leben ohne Gott betrachtet, wird er depressiv und niedergeschlagen. Er erkennt, dass das Leben für sich betrachtet sinnlos und nichtig ist.
Wenn er jedoch Gottes Perspektive einnimmt, erhält er die richtige Sicht auf das Leben, seine Stimmung hebt sich. Eine dieser Stellen finden wir ganz am Ende des Buches Prediger. Salomo hat alles Mögliche ausprobiert und alles für nichtig und leer erklärt. Am Ende des Buches kommt er zur Quintessenz, zum Abschluss. Dort heißt es in Kapitel 12, Vers 13:
"Lasst uns die Summe aller Lehre hören." Also alles, was ich euch in diesem Buch aufgeschrieben habe, kann mit folgenden Worten zusammengefasst werden. Das ist das Ziel des Buches: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus. Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse.
Salomo kommt am Ende seines Lebens an diesen Punkt und muss bekennen, dass er Gott völlig aus seinem Leben entfernt hat. Er erkennt, dass er mit diesem Schritt seinem Leben jeglichen Sinn und Zweck genommen hat. Er erinnert die Generationen, die nach ihm kommen, in Prediger 12, Vers 1:
"Gedenke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend." Also denke an Gott, vergiss ihn nicht.
Salomo sagt: Ich habe ihn vergessen. Ich habe versucht, Gott zu ersetzen durch guten Wein und gutes Essen. Ich habe versucht, Gott zu ersetzen durch große Feste und riesige Feiern. Ich habe versucht, ihn zu ersetzen durch Musik und das Bauen schöner Häuser. Ich habe versucht, Gott zu ersetzen durch meine Arbeit und das Studium. Aber nichts konnte die Leere in mir füllen.
Jetzt muss ich auf mein Leben zurückblicken und feststellen, dass es nutzlos war. War mein Leben lebenswert? Wenn du Salomo diese Frage stellen würdest, würde er wahrscheinlich mit Nein antworten.
Salomo hat Gott vergessen, er hat ihn nicht gefürchtet und ihm nicht gehorcht. Und das, obwohl er so weise war. Und das, obwohl er genau wusste, dass er eines Tages vor Gott stehen wird und über alles Rechenschaft ablegen muss, was er getan hat.
Das ist das traurige Bekenntnis Salomos im Buch Prediger: Fürchte Gott und halte seine Gebote, dann wird dein Leben lebenswert.
Die Lehre Jesu und die Grundlage eines erfüllten Lebens
Wir sehen dieses Prinzip: Dasselbe Prinzip lehrt uns auch Jesus. Er erzählt, und ihr kennt dieses Gleichnis, das Gleichnis vom klugen und törichten Baumeister. Ihr alle kennt es.
Nun, wer sind die, die im Gleichnis vom klugen und törichten Baumeister ihr Haus auf Felsen bauen? Wer ist es? Sind es die, die Jesus „Herr“ nennen? Sind es die, die Jesus in ihren Gebeten mit „Herr“ ansprechen? Nein. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: „Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen dies getan? Haben wir nicht in deinem Namen das getan? Haben wir nicht in deinem Namen so viel getan?“ Und dann werde ich ihnen bezeugen: „Ich habe euch nie gekannt. Weicht von mir, ihr Gesetzlosen!“
Und dann sagt Jesus weiter: „Jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baut.“ Ein lebenswertes und erfülltes Leben beginnt mit der Ehrfurcht vor Gott und dem Gehorsam ihm gegenüber, dem Gehorsam Jesus Christus gegenüber.
Der Mensch führt ein reiches Leben, wenn er jeden Tag seines Lebens seine Arbeit und die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse als ein Geschenk Gottes betrachtet und akzeptiert, was immer Gott gibt oder auch nimmt. Wenn wir im Vertrauen, in Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber Jesus Christus leben, dann können wir uns an all den schönen Dingen erfreuen, die er uns gibt.
Paulus schreibt an die Philipper: „Freut euch im Herrn allezeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!“ (Philipper 4,4). Wir dürfen uns erfreuen an gutem Essen, an guter Gemeinschaft, an unserer Arbeit. Wir dürfen uns an allem erfreuen, was er uns gibt, und ihm vertrauen und gehorsam sein, wenn er etwas wieder nimmt.
Aber wenn du versuchst, ohne Gott, ohne Christus glücklich zu werden und Erfüllung in all diesen Dingen auf dieser Erde zu finden, dann wird dein Leben sinnlos und leer werden. Da kann dein Haus noch so schön sein, deine Karriere noch so erfolgreich – am Ende wirst du, wie Salomo, feststellen, dass dein Leben ohne Gott sinnlos, leer und nicht lebenswert war.
Also: Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus. Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse. Amen.
Ich versuche, dich zu schauen, auf das Ziel zu sehen, mir aufs Neue Vertrauen und Ehrfurcht zu wählen. Will ich auf dem Weg, weil du Mut und Freude gibst. Du selber wirst mich zum Ziel bringen, weil du, mein Jesus, mich so liebst.
Will ich versuchen, auf mich zu schauen, auf das Ziel zu sehen. Hilf mir, aufs Neue hin Vertrauen zu fassen. Vor Gott werden alle Nächte dieser Zeitlichkeit verschlungen. Vor Licht glänzt eine Herrlichkeit.
Ich versuche, auf mich zu schauen und nicht mehr auf das Ziel zu sehen, aufs Neue einen Sieg vor zu...
