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Wahre Jüngerschaft – Teil 5

Jesu Leben und Lehre, Teil 567/693
06.05.2025Lukas 14,28-32
SERIE - Teil 567 / 693Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, sowie Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 566

Die Herausforderung der wahren Nachfolge

Wahre Jüngerschaft Teil 5: Die Kosten der Nachfolge – darum geht es Jesus in Lukas 14. Er möchte, dass seine Jünger sich klar vor Augen führen, was es bedeutet, ihm zu folgen.

Wenn Paulus davon spricht, was es kostet, den Christus zu erkennen, also die Beziehung zu dem Herrn Jesus immer mehr zu vertiefen, kann er in Philipper 3,8-10 sagen:
„Ja wirklich, ich halte auch alles für Verlust um der unübertrefflichen Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, willen, um dessentwillen ich alles eingebüßt habe und es für Dreck halte, damit ich Christus gewinne, um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod gleich werde.“

Zum Christsein gehört es dazu, dass wir die Gemeinschaft seiner Leiden erkennen. Christen sind Mitsterbende. Das mag eine ungewöhnliche Idee sein, aber wer Jesus nachfolgt, muss damit rechnen, dass er leidet und verfolgt wird.

 Philipper 1,29 sagt:
„Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden.“

In 2. Timotheus 3,12 heißt es:
„Alle aber, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.“

Und in 1. Petrus 4,12 wird ermahnt:
„Geliebte, lasst euch durch das Feuer der Verfolgung, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes.“

Leid als Bestandteil des christlichen Lebens

Leid ist für einen Christen nichts Fremdes, sondern die Normalität. Dass wir dies heute nicht mehr so erleben, hängt damit zusammen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der christliche Werte bis vor kurzem zumindest noch prägend waren.

Auch wir können Ausgrenzung und Nachteile erfahren. Vielmehr aber stoßen wir auf Widerstand, wenn wir ethische Normen der Gesellschaft infrage stellen und uns für eine biblische Vorstellung von Ehe, Lebensrecht oder Wahrheit einsetzen.

Nicht jeder Chef freut sich über Angestellte, die nicht lügen. Aber...

Die Kosten der Nachfolge bedenken

Kommen wir zurück zu Lukas 14,28-30. Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht vorher hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung hat? Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden.

Welche Personen sind hier im Blick? Ich meine, wenn man das Bild überträgt, sind hier Menschen gemeint, die sich vor ihrer Bekehrung nicht genau genug überlegen, ob sie bereit sind, die Konsequenzen einer Christusnachfolge in Kauf zu nehmen. Sie fangen mit der Nachfolge an, sie legen also einen Grund, aber sie vollenden nicht. Irgendwann wird ihnen das mit dem Christsein zu anstrengend.

Sie beginnen, Jesus nachzufolgen, aber sie kommen nicht am Ziel an. Wir erinnern uns: Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen. Und was dann bleibt, das ist Spott. Es gibt diese Phase im eigenen Leben, in der man sich einer christlichen Gemeinde angeschlossen hat, vielleicht auch fleißig anderen von Jesus erzählt hat. Diese Phase gehört jetzt der Vergangenheit an, und man schämt sich insgeheim ein bisschen dafür. Wie konnte man nur früher die Sache mit Jesus so ernst nehmen?

Verantwortung für den Glaubensabfall

Jesus beschreibt Menschen, die die Nachfolge aufgeben. Dabei nennen sie oft Gründe für ihren Ausstieg. Meist sind es negative Erfahrungen mit anderen Christen, die für ihren Rückzug aus der Nachfolge verantwortlich gemacht werden.

Doch Vorsicht! Der Herr Jesus legt die Verantwortung für einen Glaubensabfall ganz bei demjenigen, der mit der Nachfolge beginnt, aber nicht vollendet. Nach seinen Worten liegt das Problem nicht bei den Erfahrungen, die ich als Christ mache, sondern bei mir selbst.

Wenn ich von diesen Erfahrungen überrascht werde, obwohl ich Jesus mehr liebe als jeden anderen Menschen – mich eingeschlossen – und wenn ich mein Kreuz trage, also nichts mehr vom Leben erwarte außer Jesus nachfolgen zu dürfen, dann wird mich nichts aus der Bahn werfen. Jesus ist mein Schatz, meine große Liebe, meine Hoffnung und mein Leben.

Wenn das so ist, dann können Schicksalsschläge, schwierige Christen, Gemeindestreit, Zeitgeist, Leid, Versuchung oder Verfolgung immer noch unangenehm sein. Aber ich kann sie einordnen. Sie sind einfach ein Teil des Lebens, das Gott mir auf dem Weg zu ihm in Richtung Ewigkeit zumutet.

Diese Erfahrungen dienen dazu, mich zu erziehen, mich zu prüfen und mich zu gebrauchen. Auf diesem Weg wird er mir die Kraft, den Trost und die Weisheit geben, die er für mich als notwendig erachtet.

Die Bedeutung des Loslassens

Lasst uns das wirklich gut verstehen: Wer die Nachfolge aufgibt, ist dafür ganz allein verantwortlich. Was auch immer sie oder ihn aus der Bahn wirft, hätte vermieden werden können, wenn vorher die Kosten überschlagen worden wären.

Dabei ist das Überschlagen der Kosten eine Frage des Loslassens. Ich muss meine Beziehungen und meine Erwartungen ans Leben loslassen, um Jesus nachzufolgen.

Solange mein Traum von der Karriere, mein Fitnesstraining, meine Sehnsucht nach einem Ehemann, die Hoffnung auf ein Häuschen im Grünen, der Wunsch, meinen Eltern zu gefallen, oder mein Sicherheitsbedürfnis mit der Nachfolge konkurrieren, wird irgendwann die Nachfolge auf der Strecke bleiben.

Bevor ich mich bekehre, muss ich loslassen. Das heißt, die Kosten zu überschlagen. Solange ich auch nur ein kleines Bisschen noch mein eigener Herr sein will, kann ich kein Jesusjünger sein.

Vielleicht probiere ich es aus, aber mein Versuch ist zum Scheitern verurteilt.

Kluges Abwägen vor der Entscheidung

 Lukas 14,31: Oder welcher König, der auszieht, um sich mit einem anderen König im Krieg zu messen, setzt sich nicht vorher hin und überlegt, ob er imstande ist, dem mit zehntausend entgegenzutreten, der gegen ihn mit zwanzigtausend anrückt?

Nachdenken gehört zu den grundlegenden Kompetenzen des Lebens. Wer es nicht tut, handelt unklug. Es sollte ganz selbstverständlich sein, dass jemand, der sich entschließt, ein Jünger Jesu zu werden – also Christ zu werden –, sich vorher gut überlegt, ob er das wirklich will und kann. So wie dieser König, der seinen Kriegszug sorgfältig abwägen muss.

 Lukas 14,32: Wenn er das nicht kann, schickt er eine Gesandtschaft, während er noch fern ist, und bittet um Friedensbedingungen.

Das ist genau richtig: Erst nachdenken, dann handeln. Wenn mein Gegner zu stark ist, sende ich eine Gesandtschaft, um den Krieg abzuwenden und die Friedensbedingungen zu erfahren. Das tut ein kluger König. Er zieht nicht einfach in den Krieg. Er setzt sich hin, denkt nach, sucht sich gute Ratgeber und trifft erst dann eine Entscheidung.

Genauso sollte sich jeder verhalten, der überlegt, ob er ein Jünger Jesu werden will. Sich Zeit nehmen, nachdenken, gute Ratgeber suchen und erst dann die Entscheidung treffen. Gut nachdenken – und dann die ganze Sache mit Jesus angehen.

Persönliche Reflexion und Gebet

Was könntest du jetzt tun? Überlege, ob es Dinge in deinem Leben gibt, die dir so wichtig oder lieb sind, dass sie für dein Glaubensleben zum Stolperstein werden könnten.

Das war es für heute. Micha, der kleine Sohn eines lieben Freundes, wurde gestern zum zweiten Mal wegen eines Hirntumors operiert. Bitte bete für seine Genesung und für die Familie.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden! Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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